Côte d’Azur & Wilhelm Tell [2/3] Reisebericht m. v. Bildern (Reiseberichte)
In Teil 1 waren wir in Sanremo angelangt, heute wollen wir weiterfahren bis nach Locarno in der Schweiz.
Tag 3: Sanremo – Genua – Mailand – Locarno
Auch heute fahren wir erst wieder nach 11 Uhr ab und können somit am Morgen gemütlich Sanremo erkunden. Bekannt ist Sanremo für den La Pigna, ein Altstadtviertel mit engen und verwinkelten Durchgängen und Gassen, die hinauf zur Kirche Madonna della Costa führen.
Altstadt von Sanremo
Altstadtgassen im La Pigna
Blick von der Madonna della Costa über Sanremo
Madonna della Costa
Russische Kirche von Sanremo
Ein Radweg mit Oberleitungsschutzgitter?
Ein überdimensioniertes Ortsschild für Radfahrer?
Bis 2001 führte die Bahnstrecke durch den Ort, dann wurde sie in einen Tunnel verlegt. Auf der ehemaligen Bahntrasse verläuft heute ein gut frequentierter Radweg durch die Stadt.
Das ehemalige Bahnhofsgebäude ist ohne Gleisanschluss
Auch an anderer Stelle zeugen Relikte von der Bahntrasse, hier Oberleitungsmasten entlang des Radwegs.
Nach diesem Stadtrundgang machen wir uns auf den Weg zum aktuellen Bahnhof. Würde am Empfangsgebäude nicht der Schriftzug „Stazione“ prangen, würde man hinter der Betonfassade kaum einen Bahnhof vermuten.
Neuer Bahnhof von Sanremo
Hier befindet sich auch nur die Eingangshalle mit dem Fahrkartenschalter, die Gleise liegen 700 Meter weiter tief im Berg – deshalb genug Zeit einplanen, vom Bahnhofsgebäude bis zum Bahnsteig braucht man einige Minuten!
Ein Foto vom langen Zugangstunnel mit den Rollbändern hatte ich ja im ersten Teil schon gezeigt – aber irgendwie gefällt mir der futuristische Blick, deshalb gibt’s noch ein zweites Bild.
Am Bahnsteig
Sanremo liegt an der IC-Linie von Ventimiglia über Genua nach Mailand. Wir fahren aber nicht direkt bis Mailand, sondern wollen in Genua einen Zwischenstopp einlegen.
Abteilwagen im IC
Auch dieser Streckenabschnitt führt wieder äußerst reizvoll direkt an der Küste entlang, die Fortsetzung der Côte d’Azur heißt auf der italienischen Seite Riviera dei Fiori (Blumenriviera).
Auch im Städtchen Cervo soll die Bahnstrecke weichen und ins Hinterland verlegt werden.
Im Gegengleis sind die Tomaten reif
Die Insel Gallinara zieht am Zugfenster vorbei
In Genua haben wir eine kleine Pause eingeplant, stürzen uns ins Altstadtgetümmel und laufen am Hafen entlang zurück an den Bahnhof Genova Piazza Principe. Allerdings war der Aufenthalt etwas arg kurz bemessen, hier muss ich bei der nächsten Tour mehr Zeit einplanen.
Kirche San Pietro in Banchi
Der Porto Antico war früher Industriehafen, heute tummeln sich hier die Touristen. Die Glaskugel beherbergt eine Biosphäre.
Der nächste IC bringt uns nach Mailand. Die Bahnlinie verlässt nun die Küste und führt durch den ligurischen Apennin. Dieser erste Streckenabschnitt ist noch sehr reizvoll (wenn er nicht gerade durch einen der vielen Tunnel führt), dann wird es landschaftlich langweiliger.
Fahrt durch die Poebene
Wir sind in Mailand angekommen.
In Mailand haben wir ebenfalls eine gute Stunde Aufenthalt. Die Zeit würde wohl reichen, um mit der Metro bis zum Dom zu fahren, da ich Mailand aber schon kenne und mir nach den vielen Stadtbesichtigungen gestern die Füße weh tun, lassen wir das bleiben und bummeln die Stunde in Milano Centrale ab.
Milano Centrale
Der EC in Richtung Schweiz besteht aus einem ETR 470 (Cisalpino) – und ausnahmsweise fährt der als Pannenzug bekannte Triebzug auch pünktlich. Aber so ganz ohne Panne geht es auch diesmal nicht: die Klimaanlage will nicht so recht und so wird die Fahrt entlang von Comersee und Luganersees recht schweißtreibend.
ETR 470 in Mailand
Wir fahren am Ufer des Luganersees
Würden wir in dem Zug sitzenbleiben, wären wir heute Abend noch zu Hause – aber wir haben morgen ja noch etwas Besonderes vor! Und so steigen wir in Bellinzona auf einen InterRegio nach Locarno um.
Der InterRegio führt einen Panoramawagen. Gut, die Fahrt dauert nur 20 Minuten und den landschaftlich reizvollsten Streckenabschnitt über den Gotthard hat der Zug schon hinter sich, trotzdem verschmähen wir den Wagen natürlich nicht.
Fahrt auf der Tessiner Talbahn durch die Magadinoebene
Den Abend verbringen wir nun in der Altstadt von Locarno und am Ufer des Lago Maggiore. Locarno ist ein Touristenmagnet, gilt die Stadt doch als wärmster Ort der Schweiz.
Es ist nicht nur warm, sondern auch tief: am Ufer des Lago Maggiore liegt der tiefste Punkt der Schweiz
Die Tramschienen auf der Piazza Grande sind Relikte der Maggiatalbahn
Die Stadt ist farbenfroh beleuchtet, die Kirche Sant'Antonio Abate macht den Anfang in grün...
...und die Gebäude an der Piazza Grande strahlen um die Wette.
Und nachdem es jetzt ganz dunkel geworden ist, beschließen wir den heutigen Tag.
Der dritte und damit letzte Teil folgt morgen.
Viele Grüße
Tobias
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