Mit Kind und Rollstuhl unterwegs mit der DB AG (Reiseberichte)

Memminger1985, Memmingen, Mittwoch, 29.08.2012, 11:15 (vor 4955 Tagen)
bearbeitet von Memminger1985, Mittwoch, 29.08.2012, 11:15

Mit Kind und Rollstuhl unterwegs mit der DB AG

sflori, Mittwoch, 29.08.2012, 11:32 (vor 4955 Tagen) @ Memminger1985
bearbeitet von sflori, Mittwoch, 29.08.2012, 11:32

anbei ein interessanter Bericht, den ich gefunden habe

Danke für den Link, klingt alles sehr nachvollziehbar. :)

Ich glaube, falls ich mal in eine solche Situation käme, würde ich für den einen Tag einen normalen Rollstuhl empfehlen. Damit ist man beim Umsteigen immer noch flexibler als mit den 250-Kilo-Trümmern. Und vor allem ists nicht so schlimm, wenn mal was schiefgeht...


Bye. Flo.

Mit Kind und Rollstuhl unterwegs mit der DB AG

moonglum, Hagen, Mittwoch, 29.08.2012, 12:02 (vor 4955 Tagen) @ sflori

Kann ich nur bestätigen, da geht trotz guten Willens eine Menge oft schief.
Hagen zeigt sich ja am Hbf so lange sehr flexibel, wie die Aufzüge funktionieren, die nun endlich komplett da sind... und gerade zum S-Bahnsteig 11/12 auch immer wieder tagelang defekt sind. Wie oft stand dort ein demotivierter Fahrgast samt Rollstuhl, und es musste die Feuerwehr oder sonstwer gerufen werden, um ihn dort herunter zu bekommen.

Ganz dramatisch ist mir eine Szene in Erinnerung aus Sonthofen. Die Mama im Rollstuhl war mit kleiner Tochter in Oberstdorf gewesen. Leider wurden wegen Brückenbau bei Fischen die Züge erst ab Sonthofen bereit gestellt, so auch deren IC nach Hamburg.
Erst ging es in den Bus, der vollkommen überfüllt gewesen ist. Aber dann in Sonthofen half NIEMAND der Familie, auf den Bahnsteig 3 zu kommen. Bahnmitarbeiter waren nicht zu sehen, die Kleine weinte bitterlich in Panik.

Ich weiss nicht, wie ich es geschafft habe, Rollstuhl und Mama zum Zug zu begleiten, Treppe runter, Treppe rauf, rein in den Zug, alles innerhalb weniger Minuten....
Dass Sonthofen auf solche Umstände überhaupt nicht vorbereitet ist, hat mir wieder gezeigt, wie riskant solch eine Reise unter solchen Bedingungen sein kann.

--
Schöne Grüße aus den EC 6/7/8/9,
wo es Wein in Karaffen, keine Mikrowelle und kein in Schüsseln gepamptes Essen gibt.

https://adobe.ly/2PMZyEV

Hmm: wieso Beschwerdestelle? oder: "Der tut doch gar nichts"

fjk, Mittwoch, 29.08.2012, 13:19 (vor 4955 Tagen) @ Memminger1985

Moin,

schöne Geschichte - nur den Hinweis auf die Beschwerdestelle kann ich nicht so recht nachvollziehen: bis auf eine Panne auf der Hinfahrt hat doch alles geklappt, man möchte sogar sagen: trotz der Panne hat alles geklappt.

Natürlich ist es nicht toll, dass man drei Stunden zu spät ankommt, weil wegen Streckensperrung oder sonstwas, und besonders unangenehm ist es, wenn man auch noch auf Hilfe angewiesen ist und diese dann umorganisieren muss. Ich finde aber eher erstaunlich, dass das doch noch so vergleichsweise gut geklappt hat.

Und natürlich ist es auch nicht toll, wenn das Hilfspersonal unfreundlich ist (und die Geschichte vom Wiedereinsammeln von Visitenkarten finde ich abenteuerlich - dafür sind solche Karten ja da, dass sie wiedereingesammelt werden?!?) oder trotz bekannter Voraussetzungen nicht in der Lage oder willens zu helfen:

Dazu ein kleiner Exkurs vom anderen Ende der Republik. Im schönen Itzehoer Bahnhof sind vor gefühlten Jahren wunderbare Fahrstühle eingebaut worden, zwecks "barrierefreier" Bahnsteigerreichbarkeit. Nur: offiziell eingeweiht oder gar funktionsfähig gemacht worden sind sie zumindest bis zum Frühsommer diesen Jahres nicht. Dieser Status war wegen relativ regelmäßigen Besuchs uns, mir, meiner Frau, beiden Kindern, dem Gepäck, den Fahrrädern und dem Fahrradanhänger durchaus klar. Dass wegen der noch(?) nicht funktionierenden Aufzüge ein Präsenzmitarbeiter zum Helfen abgestellt ist, hingegen nicht. Deswegen hatten wir uns auch schon damit abgefunden, selber ein paarmal Treppen steigen zu dürfen. Aber vorher noch die Fahrkarte geholt, meine Aufgabe, warum auch immer. Frau, Kinder und Hartware standen also "allein" vor der ersten Treppe. Hinzu kam ein rüstiger Weißkopfseeadler, der zwar nicht von sich aus helfen wollte, aber die offenbar hilflos aussehende Frau auf die prinzipielle Anwesenheit von Hilfspersonal aufmerksam machte. Solche freundlichen Zeitgenossen lassen sich manchmal aber ungern mit einem "Lassen Sie mal, mein Mann kommt gleich" in ihrem Hilfswillen bremsen: der Gute tat also irgendwo auf dem Bahnsteig oder im Pausenraum den diensthabenden Beamten(?) auf, körperlich Typ Dirk Bach, psychisch Alfred Tetzlaff. Denn dieses Exemplar kam doch tatsächlich erbost bei der immer noch wartenden Rumpffamilie angeschnauft, nur um mitzuteilen: "Ihnen soll ich helfen? Das Ding (nämlich den Fahrradanhänger) fass' ich jedenfalls bestimmt nicht an!" Und Abgang, den beruhigenden Kommentar, dass wir das schon alleine schaffen würden, wollte er jedenfalls nicht abwarten.

Also auch hier: was denkt sich der Personaldisponent, körperlich nicht befähigte Leute für solche Dienste einzuteilen (gut, wahrscheinlich können die auch wenig anderes tun), erst recht wenn die Rahmenbedingungen (E-Rollstuhl) auch noch bekannt sind. Aber auch: was denkt sich das Personal, in offizieller Position und ungefragt(!) solche Sprüche und Verhaltensweisen an den Tag zu legen? Was hätte der denn bei 'nem E-Rollstuhl gesagt?
Aber sogar bei diesem ziemlich heftigen Beispiel würde wohl nur die konkrete Beschwerde "etwas helfen", nämlich dass der Gute berechtigterweise auf den Deckel kriegt (wovon man als "Opfer" auch nichts (mehr) hat) - der Hinweis auf eine x-beliebige Lokalredakteursgeschichte jedenfalls nicht - oder?
Vergleichbar im Artikel ist vielleicht die Nachfrage zum Niederflurfahrzeug. Das muss die Reisende ja nun tatsächlich nicht wissen, aber man kann ja drüber reden...

Die unterschwellig geäußerte Kritik an den Beförderungsbedingungen für Rollstühle (und solo beförderte Kinderwagen) im "Pennerabteil" kann ich in verschiedener Hinsicht nachvollziehen (ich ahne es ja - aber trotzdem: wieso ist ein defektes Klo gut?), andererseits stellt sogar das Pennerabteil in Sachen Aufenthaltsqualität eine deutliche Verbesserung gegenüber echten Packwagen (wo der Rolli und zwangsläufig auch der Fahrer, wenn überhaupt, "früher" gelandet wäre) und manchem halbmodernen Mehrzweckraum (z.B. das finstere Loch im 628er, das auch noch einen recht schmalen Einstieg hat) dar; die meisten n-Wagen-Mehrzweckräume sind dagegen heutzutage Kathedralen des Lichts. Aber das ist ein grundsätzlich/konzeptionelles Problem, wie auch der Nutzungskonflikt mit Ausflugsfahrrädlern, der nur mit gewisser Flexibilität von allen Seiten (vgl. Metronom-Fahrradwagen) etwas entschärft werden kann.

Alles in allem:
allzeit gute Fahrt - und eine kluge Lösung im Dosto-IC!
wünscht fjk

Hmm: wieso Beschwerdestelle? oder: "Der tut doch gar nichts"

Eisenacher, Mittwoch, 29.08.2012, 22:47 (vor 4954 Tagen) @ fjk

Und natürlich ist es auch nicht toll, wenn das Hilfspersonal unfreundlich ist (und die Geschichte vom Wiedereinsammeln von Visitenkarten finde ich abenteuerlich - dafür sind solche Karten ja da, dass sie wiedereingesammelt werden?!?) oder trotz bekannter Voraussetzungen nicht in der Lage oder willens zu helfen:


Ist das Ironie oder fehlt mir dafür schlicht die Vorstellugnskraft?

Ironie des Schicksals ist es,

fjk, Donnerstag, 30.08.2012, 08:55 (vor 4954 Tagen) @ Eisenacher

Und natürlich ist es auch nicht toll, wenn das Hilfspersonal unfreundlich ist (und die Geschichte vom Wiedereinsammeln von Visitenkarten finde ich abenteuerlich - dafür sind solche Karten ja da, dass sie wiedereingesammelt werden?!?) oder trotz bekannter Voraussetzungen nicht in der Lage oder willens zu helfen:

Ist das Ironie oder fehlt mir dafür schlicht die Vorstellugnskraft?

wenn jemand abgestellt ist, einen angemeldeten 250kg-E-Rolli eine Bahnsteigtreppe hochzutragen, der sogar für seine Wasserkiste zu Hause einen "Hund" braucht. Im Artikel war von einer schmächtigen jungen Dame die Rede. Unser Exemplar in Itzehoe war weder Dame noch schmächtig, hatte dafür aber an sich selbst genug zu schleppen.

Und das ironische Schicksal ist natürlich insofern am Werke, als dass diese Abstellung ja völlig deterministisch abläuft (daher oben auch passiv statt "man"), also nichts und niemand einen Blick darauf werfen muss oder kann, ob das Personal "geeignet" ist...

... lässt den 5kg-Schein und die Berufsgenossenschaft im Keller
fjk

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum