Reisebericht: Ein goldener Tag in der Schweiz (m.v.Bildern) (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
mit meiner letzten Tour in die Schweiz hatte ich Euch mit Thurgau und Appenzellerland in eine Ecke mitgenommen, die etwas abseits der touristischen Bahnlinien der Schweiz liegt - dafür gibt es heute einen absoluten Touristenzug.
Auf meinem Wunschzettel standen die GoldenPass-Linie und ein Besuch in Bern. Eigentlich hatte ich eine zweitägige Tour im Sinn, nämlich am ersten Tag mit einem Zwischenstopp in Bern nach Montreux zu fahren und am zweiten Tag auf der GoldenPass-Linie nach Luzern und von dort zurück nach Hause an den Bodensee.
Allerdings läuft mein Halbtax bald aus, und an den Urlaubstagen, an denen mein Bruder und ich Zeit haben und die noch nicht für andere Bahnreisen verplant sind, sind die VIP-Plätze im GoldenPass Panoramic schon ausgebucht. Notgedrungen habe ich die Tour deshalb umgeplant, die Reiserichtung umgedreht und in eine Tagestour gepackt. Dadurch sind auch einige andere als die GoldenPass-Züge in die Tour reingerutscht, aber seht nun selbst.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/27-Karte.jpg)
Wir fahren von Konstanz über Weinfelden und Zürich nach Luzern, weiter über Interlaken, Spiez und Zweisimmen nach Montreux, dann via Visp nach Bern und über Zürich wieder zurück nach Konstanz.
Früh aufstehen heißt es heute, denn unser Zug fährt um 5.24 Uhr ab – da so früh noch keine Busse fahren, ist zunächst eine 30-minütige Radtour an den Bahnhof angesagt. Es ist ein lauer Sommermorgen, und bis wir am Bahnhof ankommen, sind wir wenigstens richtig wach.
Nun geht es mit einem GTW von Thurbo zunächst nach Weinfelden, die Fahrt über den Seerücken dauert eine halbe Stunde.
Von hier geht es nun weiter mit einem Doppelstock-IC nach Zürich, wo wir in einen InterRegio nach Luzern umsteigen, auch dieser Zug besteht aus einer Doppelstock-Garnitur.
Zürichsee
Die Strecke führt uns zunächst am Zürichsee entlang, dann entlang der Sihl nach Zug und am Ufer des Zugersees nach Luzern. In Luzern beginnt nun die GoldenPass-Linie. Die Linie wird von mehreren Bahngesellschaften unter dem Namen GoldenPass vermarktet, kann aufgrund unterschiedlicher Spurweiten aber (noch) nicht durchgehend befahren werden, so dass mindestens zwei Umstiege erforderlich sind.
GoldenPass in Luzern
Das erste Teilstück von Luzern nach Interlaken Ost ist die meterspurige „Brünigbahn“ und wird von der Zentralbahn betrieben. Nach der Fahrt entlang des Sarnersees steigt die Strecke an und erreicht am Brünigpass über 1000 Höhenmeter, bevor es auf der anderen Seite des Passes wieder hinabgeht zum Brienzersee. Nach einem Lok- und Fahrtrichtungswechsel in Meiringen verläuft die Strecke malerisch am Ufer des Brienzersees entlang.
Endpunkt der Brünigbahn ist Interlaken Ost. Der Ort war mir bisher hauptsächlich als Start- bzw. Zielort für ICE aus und nach Berlin bekannt. Und so fahren wir auf dem nächsten, kurzen Abschnitt auch nicht mit den goldfarbenen Zügen der GoldenPass-Linie, sondern schlängeln uns mit dem ICE bis nach Spiez am Ufer des Thunersees entlang.
In Spiez ist nun die erste kleine Pause angesagt, die wir dazu nutzen, um vom Bahnhof hinab zum Thunersee und zum Schloss Spiez zu laufen. Die Geschichte des mittelalterlichen Schlosses reicht zurück bis ins 10. Jahrhundert.
Anschließend fahren wir mit dem „Lötschberger“ nach Zweisimmen. Zum Einsatz kommt ein NINA-Triebwagen (Niederflur-Nahverkehrszug) der BLS. Für einen Nahverkehrstriebwagen hat der Zug eine sensationelle 1. Klasse – kein Vergleich mit der spartanischen Möblierung in der BR 425.
Die Strecke führt uns durch das Simmental im Berner Oberland bis nach Zweisimmen.
In Zweisimmen beginnt nun das Highlight der heutigen Tour: die Fahrt in der VIP-Lounge des GoldenPass Panoramic. Dieser Streckenabschnitt wird von der Montreux–Berner Oberland-Bahn (MOB) betrieben. Während man in der ICE-Lounge hinter oder in der BR 670 über dem Lokführer sitzt, gibt es hier 8 Front-Sitzplätze unter dem Lokführer.
Ich habe den Eindruck, dass wir die einzigen Europäer im Wagen sind, später steigt noch eine schweizerische Familie ein, die anderen Fahrgäste sind überwiegend Asiaten. Natürlich ist das ganze Konzept mit den goldenen Zügen, den ebenso glänzenden Prospekten und den klangvollen englischen Namen auch auf diese Zielgruppe ausgerichtet, trotzdem macht die Fahrt Spaß und wird zum Erlebnis. Die Strecke führt landschaftlich reizvoll durch das Berner Oberland über den mondänen Ferienort Gstaad und die Sprachgrenze in die Romandie.
Der Streckenverlauf ist nicht ganz so spektakulär wie andere Gebirgsbahnen, dafür gibt es nun beim Abstieg hinunter nach Montreux einen tollen Ausblick auf den Genfersee (Lac Léman).
In Montreux gibt es nun die nächste Pause, die wir an der Uferpromenade und in der Altstadt verbringen. Montreux ist bekannt für ein mildes Klima und die subtropische Vegetation an der Uferpromenade.
Es geht gleich weiter...
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Ein goldener Tag in der Schweiz (Fortsetzung)
Anschließend geht die Fahrt weiter nach Bern. Üblicherweise würde man über Lausanne nach Bern fahren, da ich diese Strecke aber schon kenne, wählen wir den Umweg durch das Rhonetal und den Lötschberg-Basistunnel.
Und so steigen wir in einen Interregio und fahren zunächst am Ufer des Genfersees vorbei am Schloss Chillon und dann durch das Rhonetal, wo wir wieder die Sprachgrenze passieren.
Schloss Chillon
Rhone
Ich finde das immer interessant, wenn man sich zunächst wie im "richtigen Ausland" fühlt, die Zugbegleiter sprechen französisch, die Bandansagen im Zug ebenfalls und plötzlich heißt es bei der nächsten Ansage nicht mehr „prochain arrêt“ sondern „nächster Halt“ und die gleichen Zugbegleiter sprechen die Fahrgäste nun auf Deutsch an.
In Visp steigen wir um auf einen IC, der wieder aus IC2000-Doppelstockwagen gebildet ist und rauschen nun durch den Lötschberg-Basistunnel.
Nun passieren wir wieder Spiez und den Thunersee (da waren wir heute doch schon einmal) und fahren nach Bern.
Zum zweiten Mal am Thunersee
Die Altstadt der schweizerischen Hauptstadt gehört zum UNESCO-Welterbe und ist wirklich sehenswert. Ich kann Euch aber leider nur wenige Bilder zeigen, denn zum einen steht die Sonne für Fotos zu tief, zum anderen füllt das Straßenmusik-Festival Buskers zwar die Stadt mit Leben, gleichzeitig sind dadurch aber auch viele Straßen mit Ständen zugestellt. Wir spazieren durch die Altstadt bis zum Bärengraben an der Aareschlaufe und laufen dann zurück an den Bahnhof.
Käfigturm und Pfeiferbrunnen
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/27-62Bern-Zytglogge.jpg)
Der Zytglogge beherbergt eine der ältesten Turmuhren der Schweiz
Gerechtigkeitsbrunnen – ein weiterer der 11 Figurenbrunnen aus dem 16. Jahrhundert
Berner Altstadt in der Aareschlaufe
Blick durch die Nydeggbrücke
Der Bär ist das Wappentier von Stadt und Kanton Bern – hier ein Exemplar im Bärenpark, der zu den Sehenswürdigkeiten Berns zählt.
Die Untertorbrücke ist die älteste noch bestehende Brücke in Bern.
Der nächste IC bringt uns nun unspektakulär nach Zürich.
Kennt sich jemand zwischen Bern und Zürich aus? Was habe ich hier fotografiert?
Die Abendsonne taucht die Bahnhofshalle von Zürich in goldenes Licht und lässt auch den blauen Engel von Niki de Saint Phalle erstrahlen.
Nach dem letzten Umstieg fahren wir nun noch rund 80 Minuten mit einem Interregio zurück und sind gegen 22 Uhr wieder in Konstanz, wo unsere Fahrräder schon für das letzte Stück des Weges warten.
Zurück am Hauptbahnhof Konstanz
Gut, ohne Pausen und mit einer noch späteren Rückkehr hätte man vielleicht noch mehr aus der Tageskarte herausholen können – aber ich denke die Tour war auch so ein tolles Erlebnis und nach über 16einhalb Stunden (plus 1 Stunde Radtour) ist das auch genug…
Viele Grüße vom Bodensee
und einen schönen Sonntag
Tobias
PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.
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Schloss Lenzburg
Das müsste Schloss Lenzburg sein
http://www.lenzburg.ch/de/schloss.html
Auch wieder ein wunderbarer Reisebericht. Ich vermisse allerdings Bilder vom Bundeshaus in Bern und der Freddy Mercury Statue in Montreux an der Seepromenade ;-)
Vom Bundeshaus hab ich noch zwei Bilder online - Freddy Mercury irgendwo auf der CD.
![[image]](https://fbcdn-sphotos-f-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash4/308709_281215465245948_712128039_n.jpg)
![[image]](https://fbcdn-sphotos-e-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash4/293362_281214995245995_665945972_n.jpg)
Ein goldener Tag in der Schweiz (Fortsetzung)
Danke für den Bericht!
Sehr schöner Bericht!
Hoi,
Sehr schöner Bericht!
Anschließend fahren wir mit dem „Lötschberger“ nach Zweisimmen. Zum Einsatz kommt ein NINA-Triebwagen (Niederflur-Nahverkehrszug) der BLS. Für einen Nahverkehrstriebwagen hat der Zug eine sensationelle 1. Klasse – kein Vergleich mit der spartanischen Möblierung in der BR 425.
Das ist aber keine NINA (RABe 525), sondern ein Lötschberger (RABe 535). Steht so an der Seite auch drauf (Schnürlischrift neben der Führerstandstüre).
Die Burg ist tatsächlich das Schloss Lenzburg.
;-)
Grüsse aus der Ostschweiz.
--
![[image]](https://abload.de/img/fvd139kqh.jpg)
Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
Schloss Lenzburg
Das müsste Schloss Lenzburg sein
Auch wieder ein wunderbarer Reisebericht. Ich vermisse allerdings Bilder vom Bundeshaus in Bern und der Freddy Mercury Statue in Montreux an der Seepromenade ;-)
Hallo Dirk,
vielen Dank - auch für die ergänzenden Bilder. Das Foto der Freddy Mercury Statue hatte ich erst im Bericht drin, dann aber doch rausgenommen, weil es mir vom Licht her und mit den Senioren und dem Baukran im Hintergrund nicht gefallen hat.
![[image]](http://img94.imageshack.us/img94/980/montreuxmercury.jpg)
Viele Grüße
Tobias
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Sehr schöner Bericht!
Das ist aber keine NINA (RABe 525), sondern ein Lötschberger (RABe 535). Steht so an der Seite auch drauf (Schnürlischrift neben der Führerstandstüre).
Vielen Dank für die Korrektur - ich war davon ausgegangen, dass der Begriff NINA für die ganze Fahrzeugfamilie gilt. Man lernt nie aus...
Viele Grüße
Tobias
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Sehr schöner Bericht!
Hoi,
Vielen Dank für die Korrektur - ich war davon ausgegangen, dass der Begriff NINA für die ganze Fahrzeugfamilie gilt. Man lernt nie aus...
Kann ja mal passieren ;-)
Die Unterscheidung der Namen ist zum einen, weil es zwei verschiedene Fahrzeugtypen sind und andererseits, damit man auch klar weiss, welches Fahrzeug gemeint ist (ist also auch der offizielle Spitzname der Fahrzeugtypen).
Beim RABe 525 013 hat man sich übrigens einen kleinen Scherz erlaubt. Das ist keine Nina. Der 013 ist ein männlicher Nino. Da ist an der Front des Fahrzeugs statt NINA tatsächlich NINO angeschrieben.
Auf eine weibliche Lötschbergerin wartet man aber noch. Die vier nachbestellten Lötschberger sollen bis Ende des Jahres geliefert werden. Mal schauen, ob da eine Lötschbergerin dabei ist. :-)
Grüsse aus der Ostschweiz.
--
![[image]](https://abload.de/img/fvd139kqh.jpg)
Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
Reisebericht: Ein goldener Tag in der Schweiz (m.v.Bildern)
Ganz große klasse, supertolle Fotos. Großartig.
Hast Du vor dem Schloss Lenzburg den anderen freistehenden Hügel mit der kleinen Kirche gesehen? Dort oben ist ein ganz wunderbarer Ort. Solltest Du je dort aussteigen, musst Du mal da hinauf wandern ....
--
Schöne Grüße aus den EC 6/7/8/9,
wo es Wein in Karaffen, keine Mikrowelle und kein in Schüsseln gepamptes Essen gibt.
https://adobe.ly/2PMZyEV
Nino
Beim RABe 525 013 hat man sich übrigens einen kleinen Scherz erlaubt. Das ist keine Nina. Der 013 ist ein männlicher Nino. Da ist an der Front des Fahrzeugs statt NINA tatsächlich NINO angeschrieben.
Bei der Lektüre dieses Absatzes (ich habe das schon anderswo mitbekommen) stellt sich mir die Frage, ob nicht entweder der Schreiberling Kenntnisse des Georgischen hat oder der Rest der Welt nicht. Nino ist ein weiblicher georgischer Vorname. Muß man nicht wissen. ;-)
@TD: Besten Dank für den Bericht. Der weckt Reiselust.
Viele Grüße, Sören
--
![[image]](https://up.picr.de/48317654tz.jpg)
Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr
Ein goldener Tag in der Schweiz (Fortsetzung)
Gut, ohne Pausen und mit einer noch späteren Rückkehr hätte man vielleicht noch mehr aus der Tageskarte herausholen können – aber ich denke die Tour war auch so ein tolles Erlebnis und nach über 16einhalb Stunden (plus 1 Stunde Radtour) ist das auch genug…
Welche Tageskarte nutzt Du denn für so eine Klasse Schweiz-Tour?
Grüße
Tageskarte
Welche Tageskarte nutzt Du denn für so eine Klasse Schweiz-Tour?
Grüße
Die klassische Tageskarte Schweiz:
http://www.sbb.ch/abos-billette/abonnemente/halbtax/zusatzangebote.html
Aktuelles Aktionsangebot - auch ohne Halbtax nutzbar:
http://www.migros.ch/generation-m/de/umwelt/transport-mobilitaet/sbb-tageskarten-aktion...
Korrektur zur Lötschbergerin
Auf eine weibliche Lötschbergerin wartet man aber noch.
Da muss ich mich noch nachträglich korrigieren: Eine Lötschbergerin gibt es tatsächlich schon. Es handelt sich auch hier um den 13. Zug.
Grüsse aus der Ostschweiz.
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![[image]](https://abload.de/img/fvd139kqh.jpg)
Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
Danke! (owT)
nix