Reisebericht: Ein goldener Tag in der Schweiz (m.v.Bildern) (Reiseberichte)

TD, Samstag, 25.08.2012, 20:30 (vor 4956 Tagen)

Hallo zusammen,

mit meiner letzten Tour in die Schweiz hatte ich Euch mit Thurgau und Appenzellerland in eine Ecke mitgenommen, die etwas abseits der touristischen Bahnlinien der Schweiz liegt - dafür gibt es heute einen absoluten Touristenzug.

Auf meinem Wunschzettel standen die GoldenPass-Linie und ein Besuch in Bern. Eigentlich hatte ich eine zweitägige Tour im Sinn, nämlich am ersten Tag mit einem Zwischenstopp in Bern nach Montreux zu fahren und am zweiten Tag auf der GoldenPass-Linie nach Luzern und von dort zurück nach Hause an den Bodensee.

Allerdings läuft mein Halbtax bald aus, und an den Urlaubstagen, an denen mein Bruder und ich Zeit haben und die noch nicht für andere Bahnreisen verplant sind, sind die VIP-Plätze im GoldenPass Panoramic schon ausgebucht. Notgedrungen habe ich die Tour deshalb umgeplant, die Reiserichtung umgedreht und in eine Tagestour gepackt. Dadurch sind auch einige andere als die GoldenPass-Züge in die Tour reingerutscht, aber seht nun selbst.

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Wir fahren von Konstanz über Weinfelden und Zürich nach Luzern, weiter über Interlaken, Spiez und Zweisimmen nach Montreux, dann via Visp nach Bern und über Zürich wieder zurück nach Konstanz.

Früh aufstehen heißt es heute, denn unser Zug fährt um 5.24 Uhr ab – da so früh noch keine Busse fahren, ist zunächst eine 30-minütige Radtour an den Bahnhof angesagt. Es ist ein lauer Sommermorgen, und bis wir am Bahnhof ankommen, sind wir wenigstens richtig wach.

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Nun geht es mit einem GTW von Thurbo zunächst nach Weinfelden, die Fahrt über den Seerücken dauert eine halbe Stunde.

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Von hier geht es nun weiter mit einem Doppelstock-IC nach Zürich, wo wir in einen InterRegio nach Luzern umsteigen, auch dieser Zug besteht aus einer Doppelstock-Garnitur.

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Zürichsee

Die Strecke führt uns zunächst am Zürichsee entlang, dann entlang der Sihl nach Zug und am Ufer des Zugersees nach Luzern. In Luzern beginnt nun die GoldenPass-Linie. Die Linie wird von mehreren Bahngesellschaften unter dem Namen GoldenPass vermarktet, kann aufgrund unterschiedlicher Spurweiten aber (noch) nicht durchgehend befahren werden, so dass mindestens zwei Umstiege erforderlich sind.

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GoldenPass in Luzern

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Das erste Teilstück von Luzern nach Interlaken Ost ist die meterspurige „Brünigbahn“ und wird von der Zentralbahn betrieben. Nach der Fahrt entlang des Sarnersees steigt die Strecke an und erreicht am Brünigpass über 1000 Höhenmeter, bevor es auf der anderen Seite des Passes wieder hinabgeht zum Brienzersee. Nach einem Lok- und Fahrtrichtungswechsel in Meiringen verläuft die Strecke malerisch am Ufer des Brienzersees entlang.

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Endpunkt der Brünigbahn ist Interlaken Ost. Der Ort war mir bisher hauptsächlich als Start- bzw. Zielort für ICE aus und nach Berlin bekannt. Und so fahren wir auf dem nächsten, kurzen Abschnitt auch nicht mit den goldfarbenen Zügen der GoldenPass-Linie, sondern schlängeln uns mit dem ICE bis nach Spiez am Ufer des Thunersees entlang.

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In Spiez ist nun die erste kleine Pause angesagt, die wir dazu nutzen, um vom Bahnhof hinab zum Thunersee und zum Schloss Spiez zu laufen. Die Geschichte des mittelalterlichen Schlosses reicht zurück bis ins 10. Jahrhundert.

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Anschließend fahren wir mit dem „Lötschberger“ nach Zweisimmen. Zum Einsatz kommt ein NINA-Triebwagen (Niederflur-Nahverkehrszug) der BLS. Für einen Nahverkehrstriebwagen hat der Zug eine sensationelle 1. Klasse – kein Vergleich mit der spartanischen Möblierung in der BR 425.

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Die Strecke führt uns durch das Simmental im Berner Oberland bis nach Zweisimmen.

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In Zweisimmen beginnt nun das Highlight der heutigen Tour: die Fahrt in der VIP-Lounge des GoldenPass Panoramic. Dieser Streckenabschnitt wird von der Montreux–Berner Oberland-Bahn (MOB) betrieben. Während man in der ICE-Lounge hinter oder in der BR 670 über dem Lokführer sitzt, gibt es hier 8 Front-Sitzplätze unter dem Lokführer.

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Ich habe den Eindruck, dass wir die einzigen Europäer im Wagen sind, später steigt noch eine schweizerische Familie ein, die anderen Fahrgäste sind überwiegend Asiaten. Natürlich ist das ganze Konzept mit den goldenen Zügen, den ebenso glänzenden Prospekten und den klangvollen englischen Namen auch auf diese Zielgruppe ausgerichtet, trotzdem macht die Fahrt Spaß und wird zum Erlebnis. Die Strecke führt landschaftlich reizvoll durch das Berner Oberland über den mondänen Ferienort Gstaad und die Sprachgrenze in die Romandie.

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Der Streckenverlauf ist nicht ganz so spektakulär wie andere Gebirgsbahnen, dafür gibt es nun beim Abstieg hinunter nach Montreux einen tollen Ausblick auf den Genfersee (Lac Léman).

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In Montreux gibt es nun die nächste Pause, die wir an der Uferpromenade und in der Altstadt verbringen. Montreux ist bekannt für ein mildes Klima und die subtropische Vegetation an der Uferpromenade.

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Es geht gleich weiter...

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