Rajzefiber – 7 Tage auf Schienen unterwegs (m.v.Bild.) [1/3] (Reiseberichte)
Tag 2: Schwerin – Wismar – Warnemünde – Waren– Schwinkendorf – Waren
Im Verhältnis zu gesamten Tour legen wir heute nur eine recht kurze Strecke zurück und verlassen dabei noch nicht mal Mecklenburg-Vorpommern. Unser erstes Ziel ist Wismar, die Hansestadt wurde zusammen mit Stralsund in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Regionalexpress nach Wismar
Nach einer halben Stunde Fahrt „auf Wolke 7“ sind wir schon da und machen einen Spaziergang durch die morgendliche Altstadt und zum Hafen.
Mühlengrube
Marktplatz mit Bürgerhaus „Alter Schwede“
Die „Wismarer Wasserkunst“ diente bis 1897 zur Trinkwasserversorgung der Stadt
Alter Hafen
St.-Nikolai-Kirche
Lohberg mit Brauhaus aus dem Jahr 1452
Nach der Stadterkundung geht es zurück an den Bahnhof, wo schon ein Desiro als Regionalexpress nach Rostock bereitsteht.
Bahnhof Wismar – der LKW war leider ein paar Sekunden schneller
Für eine gute Stunde fahren wir nun über das flache Land und halten auch an Stationen auf der grünen Wiese, wo weit und breit kein Haus zu sehen ist.
Fahrt durch die mecklenburgische Provinz
In Bad Doberan könnten wir auch auf die Bäderbahn Molli umsteigen, die Seebäder wären bestimmt schön, aber ich bin kein so großer Dampflok-Fan und in den Tourplan hat der Abstecher auch nicht so recht gepasst, so dass wir direkt durchfahren bis Rostock, wo wir auf eine S-Bahn nach Warnemünde umsteigen.
S-Bahn Rostock
Hier stürzen wir uns nun für eine gute Stunde in den Touristenrummel und genießen den Ostsee-Sand zwischen den Füßen. Wir schaffen die kleine Runde noch rechtzeitig bevor es anfängt zu regnen - als wir den Bahnhof wieder erreichen, fallen die ersten Tropfen.
Alter Strom
Achterreeg – plattdeutsch für Hinterreihe (also die hintere Straße)
Touristenrummel am Vöörreeg (Vorderreihe)
Mit der S-Bahn fahren wir wieder zurück nach Rostock und testen nun den nächsten privaten Fernverkehrszug: den InterConnex. Der Zug ist klassenlos, bei der Sitzplatzreservierung im Internet kann man sich aber in den 1.Klasse-Wagen buchen und kommt so ohne Aufpreis in den Genuss der höheren Klasse.
Nach einer Durchsage, dass keine DB-Tickets gelten, beginnt die Fahrt. Während gestern im HKX nur ein kurzer Blick auf die Onlinetickets geworfen wurde, ist die Fahrkartenkontrolle hier sehr gründlich, zu jedem Onlineticket wird der Ausweis kontrolliert. Die Fahrt ist sehr angenehm, so gefallen mir private Fernzüge schon besser. Die 40-minütige Fahrt vergeht schnell, pünktlich kommen wir in Waren an der Müritz an.
Interconnex in Waren (Müritz)
Waren an der Müritz hatte ich aus zwei Gründen als Ziel gewählt, zum einen wegen meines Reisebegleiters (dazu später mehr) und zum anderen, weil der größte rein deutsche Binnensee auf meiner Deutschlandkarte auch noch ein weißer Fleck war.
Alter Markt von Waren
Erst bei den weiteren Reiseplanungen habe ich dann entdeckt, dass es hier eine Draisinenstrecke gibt und wir somit noch einen neuen Aspekt eines „Bahnurlaubs“ mitnehmen können.
Nachdem sich das Wetter scheinbar wieder gebessert hat, starten wir am Abend mit einer Fahrraddraisine auf die 13 Kilometer lange Strecke von Waren nach Schwinkendorf durch den Naturpark Mecklenburgische Schweiz. Es handelt sich um eine Teilstrecke der 1998 stillgelegten Bahnstrecke Waren–Malchin.
Unsere Fahrraddraisine
Auf der Tour kann ich etwas nachempfinden wie es ist, wenn der Railwalker auf stillgelegten Bahnstrecken unterwegs ist und nach Relikten aus dem Bahnbetrieb wie Kilometertafeln, Telegrafenmasten und alten Bahnhöfen Ausschau hält.
An Bahnübergängen haben Autos Vorfahrt
Der letzte Personenzug hielt 1996 in Levenstorf
Stärker befahrene Straßen sind mit Schranken gesichert, hier heißt es absteigen, Schranke öffnen und die Draisine über die Straße schieben.
Daneben gibt es aber auch viel Natur zu sehen, uns begegnen Rehe, Störche und Kraniche. Wir sind offenbar die einzigen Nutzer, die die Abendfahrt gebucht haben und können uns frei auf der Strecke bewegen.
Kraniche neben den Gleisen
Das war wohl mal der Bahnhof Schwinkendorf
Ende der Draisinenstrecke in Schwinkendorf
Als wir den Endpunkt Schwinkendorf erreicht haben, zeigt sich, dass sich das Wetter doch nur scheinbar gebessert hat, denn nun beginnt es zu Donnern und kurz darauf setzt ein Gewitterschauer ein.
Dorfkirche von Schwinkendorf aus dem 13. Jahrhundert
Den Regen warten wir geschützt im Wartehäuschen einer Bushaltestelle ab und als wir die Draisine gedreht haben und die Rückfahrt antreten, scheint schon wieder die Sonne.
Die Draisine ist gedreht und steht zur Rückfahrt bereit.
Auf halber Strecke erwischt uns dann noch ein Regenschauer – das sieht bestimmt ulkig aus, als nur noch einer strampelt und der andere den Schirm hält, aber im Wald sieht uns ja niemand. Trotzdem hat die Tour großen Spaß gemacht, auch wenn wir ziemlich nass in Waren ankommen.
Fortsetzung folgt morgen.
Viele Grüße
Tobias
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- Rajzefiber – 7 Tage auf Schienen unterwegs (m.v.Bild.) [1/3] -
TD,
19.08.2012, 15:25
- Rajzefiber – 7 Tage auf Schienen unterwegs (m.v.Bild.) [1/3] - TD, 19.08.2012, 15:33
- Toll! :) - sflori, 20.08.2012, 00:31
- Gefällt mir :-) - Markus, 20.08.2012, 08:30