Schweiz will Beförderungspflicht der Bahnen lockern (Allgemeines Forum)
ICE-T-Fan, Sonntag, 17.06.2012, 18:50 (vor 5041 Tagen)
-> http://www.newstix.de/?session=d6a0b2a1e83aa9e9093ef7387d7d445d&site=actual&sta...
Der Schweizer Bundesrat will die Transportpflicht für Fangruppen lockern. Fangruppen sollen keinen Anspruch mehr haben, in fahrplanmässigen Zügen transportiert zu werden, wenn ein Transportunternehmen einen Extrazug anbietet oder der Sportklub einen Charterzug bestellt hat. Für Schäden bei Extrafahrten soll neu der Klub haften. Mit dieser Regelung will der Bundesrat die Sicherheit des öffentlichen Verkehrs gewährleisten.
Soetwas würde ich mir für Deutschland auch wünschen. Alleinreisende Fußballanhänger und Familien sind von der Regelung nicht betroffen, somit sollte es auch keine Problem mit den Fußballfans hier im Forum geben, die regelmäßig mit der Bahn fahren.
Schweiz will Beförderungspflicht der Bahnen lockern
Mario, Sonntag, 17.06.2012, 19:14 (vor 5041 Tagen) @ ICE-T-Fan
Seltsam. Auf der einen Seite hat man die Vorschriften zum Transport von Behinderten massiv verschärft, damit die auch ja so gut wie möglich reisen können. Aber auf der anderen Seite diskriminiert man jetzt die in Fangruppen reisenden Fußballfans und sagt denen, dass sie plötzlich keinen allgemeinen Zutritt mehr haben.
Sorry, diese Ungleichbehandlung passt für mich logisch nicht zusammen.
Schweiz will Beförderungspflicht der Bahnen lockern
Eisenacher, Sonntag, 17.06.2012, 19:21 (vor 5041 Tagen) @ Mario
Die einen haben sich ihr Schicksal nicht ausgesucht.
Schweiz will Beförderungspflicht der Bahnen lockern
Fabi, Stuttgart, Sonntag, 17.06.2012, 20:17 (vor 5041 Tagen) @ Eisenacher
So, ich muss jetzt wohl auch mal wieder meinen Senf dazu geben.
Die Sachlage ist die, dass die Fußballfans/Ultras, die man meint, eigentlich gar nicht mit der Bahn fahren, sondern normalerweise mit Bussen und dass es unter den "normalen" Fans, durchaus auch Bahnfahrer gibt. Ich rede jetzt mal nicht vom Nahverkehr, Nahverkehr hat in gewissen Regionen seine eigenen Gesetze, da ist es egal ob man eine 10-köpfige "Hilfe, ich heirate morgen"-Truppe (Wann wird eigentlich mal was gegen das gewerbliche Verkaufen von Dingen, wie es die Hausordnung verboten ist, getan?) oder irgendetwas anders im Zug oder am Bahnhof hat.
Wer mich kennt, weiss dass ich jedes Stuttgart-Auswärtsspiel mit Kollegen meist im Bordbistro des Fernverkehrs verbringend, besuche und es da aber auch gar nie irgendwie etwas gibt, was mich am nächsten Tag mit dem gleichen Personal im Zug peinlich berührt aussehen lassen würde.
Also, bin ich kein alleinreisender Fußballfan, ab welcher Gruppengröße, sollte dieses besondere Beföderungsversammlungsverbotsgesetz gelten?
Gleiches in der Schweiz, wobei es da normale Extrazüge gibt, die mit normalen Tickets benutzt werden können und zusätzlich einen ermässigten Tarif haben. D.h. man muss mit GA kein zweites Ticket kaufen, wie man das z.B. in Stuttgart müsst.
Ausserdem mag der Fabi gerne die Gastgeberstadt ansehen, ein Programmheft kaufen, evtl. um das Stadion spazieren, befreundete gegnerische Fans treffen, ... das alles geht nicht, wenn man vom Zug in einen Polizeikessel gesteckt wird.
Also, ich würde sagen, man sollte die Hysterie beenden oder es machen wie in manch anderen "zivilisierten" Ländern, Gruppen über drei Personen im Bahnhof oder Zug anhalten, Alkoholtests durchführen und danach egal ob Fußballfan, Kegelverein, Pfadfinder oder zwei befreundete Ehepaare Strafen aussprechen. :-)
Fabi
Schweiz will Beförderungspflicht der Bahnen lockern
ICE-TD, Sonntag, 17.06.2012, 22:07 (vor 5040 Tagen) @ Fabi
Kegelvereine, Pfadfinder und befreundete Ehepaare mögen zwar Dreck und Lautstärke verursachen, ich habe aber noch nie gehört das diese die Inneneinrichtung eines Zuges demoliert haben, es wird Zeit für härtere Sanktionen für solche Horden.
Schweiz will Beförderungspflicht der Bahnen lockern
Fabi, Stuttgart, Sonntag, 17.06.2012, 22:16 (vor 5040 Tagen) @ ICE-TD
Nehmen wir Demonstranten, arbeitlose Jugendliche, Festivalbesucher, ...
Gibt vieles, gibt wie gesagt auch Staaten in denen das auftreten in grösseren Gruppen verboten ist/war. Will man das?
Ist es tolerierbar, dass an Karneval/Oktoberfest Züge vollgekotzt werden? oder dass fünf 15jährige im Nahverkehr, angefangen bei lauter Musik, machen können, was sie möchten?
Interessant finde ich auch, wie in Eisenbahnforen reagiert wird. Da Eisenbahn und Fußball eigentlich beides mänlich geprägte Dinge sind.
Na ja, ich fahre lieber mit dem Zug zum Fußball anstatt mich als Fußballfan über die unzuverlässige Deutsche Bahn AG zu beschweren und gleiches als Mensch der gerne Zug fährt, andersrum.
Eisenbahn und Fussball - jedem seine Heiligtümer
bahn-user, Montag, 18.06.2012, 12:29 (vor 5040 Tagen) @ Fabi
Interessant finde ich auch, wie in Eisenbahnforen reagiert wird. Da Eisenbahn und Fußball eigentlich beides mänlich geprägte Dinge sind.
Würden Eisenbahnfans losziehen und auf die heiligen Rasenflächen der Vereine pinkeln und kotzen, dazu die Fahnen/Schals/Banner der Fussballfans zerreissen und verbrennen, würden die Eisenbahnfans wohl auf ähnlich viel Sympathie in Fussballforen treffen wie jetzt hier die Fussballfans.
;-)
Eisenbahn und Fussball - jedem seine Heiligtümer
guru61, Arolfingen, Montag, 18.06.2012, 12:55 (vor 5040 Tagen) @ bahn-user
Würden Eisenbahnfans losziehen und auf die heiligen Rasenflächen der Vereine pinkeln und kotzen, dazu die Fahnen/Schals/Banner der Fussballfans zerreissen und verbrennen, würden die Eisenbahnfans wohl auf ähnlich viel Sympathie in Fussballforen treffen wie jetzt hier die Fussballfans.;-)
Und Achsen auf den Rasen werfen! :-)
Eisenbahn und Fussball - jedem seine Heiligtümer
Fabi, Stuttgart, Montag, 18.06.2012, 13:22 (vor 5040 Tagen) @ guru61
Ist ja Wahnsinn. Ich glaube, ich halte mich hier jetzt besser raus, habe ja gesagt, was ich mal wieder loswerden wollte. Bin eh nicht nur Fußballfan, sondern Mensch. Daher halte ich eigentlich nichts davon, sich nur einer Sache zu widmen und heisse demnach im Internet auch wie ich heiße und nicht VfB-Fan0711 oder so.
Aber so wie ich in manchen Eisebahnforen über Fußball lese (Unsinn, 22 Erwachsene rennen einem Ball hinterher, ...."), habe ich noch nie in einem Fußballforum über Eisenbahner gelesen. Dinge, die man behandeln könnte, gibt es ja viele (Modellbahner, Photographen, ...). Ich für meinen Teil fotografiere auch mal gerne einen schönen Zug und gehe selbstverständlich mit einem "Kein Stuttgart 21"-Button ins Stadion, aus Liebe zur Stadt.
Des Friedenswillen halte ich mich jetzt hier mal raus und appelliere an Toleranz und Unvoreingenommenheit.
Fabi
! Oktoberfest-Beispiel / Liter-Bier bei 18,58 DEM
GUM, Montag, 18.06.2012, 13:28 (vor 5040 Tagen) @ Fabi
Nehmen wir Demonstranten, arbeitlose Jugendliche, Festivalbesucher, ...
Gibt vieles, gibt wie gesagt auch Staaten in denen das auftreten in grösseren Gruppen verboten ist/war. Will man das?
Ist es tolerierbar, dass an Karneval/Oktoberfest Züge vollgekotzt werden?
Ja, dies ist tolerierbar! Denn es ist integraler Bestandtil des Wirtschaftssystems dass bestimmte - zentral gelenkte - Feste die Bevölkerung entspannen sollen. So prifitieren vom Oktoberfest immer die gleichen Wirte und Wirtinnen.
Eine kleine, mittelständische Brauerei hat ja mal versucht, eine Lizenz für ein Zelt zu bekommen. Abgelehnt mit der Begründung, es wäre keine Münchner Brauerei. Obwohl sich einer der großen Lizenznehmer schon lange in ausländischer Hand befindet.
Und so kostet der Liter Bier im Jahr 2012 dann plötzlich 18,58 D-Mark. Also zumindest von der Regierung gewünscht.
http://www.bild.de/regional/muenchen/oktoberfest/preiserhoehung-zum-oktoberfest-2012-24...
Die dortigen Anwohner sind sicherlich anderer Meinung. Oder Leute, die an einem Wiesn-Tag später aus der Arbeit zurückkommen und nicht an den Zustand der S-Bahn denken....
Schweiz will Beförderungspflicht der Bahnen lockern
Garfield_1905, Sonntag, 17.06.2012, 20:39 (vor 5040 Tagen) @ Mario
Aber auf der anderen Seite diskriminiert man jetzt die in Fangruppen reisenden Fußballfans und sagt denen, dass sie plötzlich keinen allgemeinen Zutritt mehr haben.
Nur kurz die Frage, ob Du mal am Samstag vor oder nach einem BL - Spiel irgendwo mit in einem (Nahverkehrs-)Zug gefahren bist ? Wenn man überlegt, das diese ganzen Leute da drin auch z.B. zur Wahlurne gehen dürfen, müßte man auch hier über drastische Einschränkungen nachdenken. (= nicht ganz ernst gemeint !) Auf der anderen Seite dürfte damit auch erklärt sein, warum wir derzeit diese Bundesregierung haben ... :-)))
Ich bin selber Fußballfan und fahre so gut wie immer zu den Spielen mit der Bahn. Mitunter habe ich aber selbst vor den Fans meines eigenen Vereins schiere Angst und / oder schäme mich für die. Ich weiß nicht, wie man Beschränkungen so formulieren kann, das man die normalen und sich meinetwegen auch freuenden bzw. ärgernden Fans natürlich mit der Bahn befördert (auch in Regelzügen) und die durchgeknallten hirnlosen Idioten draußen lässt. Aber es kann nicht so bleiben wie es jetzt ist, wo man am Samstag Nachmittag so gut wie überall zu bestimmten Zeiten nicht mehr in Nahverkehrszügen mitfahren kann, wenn man noch halbwegs bei Sinnen ist.
Schweiz will Beförderungspflicht der Bahnen lockern
Fabi, Stuttgart, Sonntag, 17.06.2012, 22:04 (vor 5040 Tagen) @ Garfield_1905
Dafür reichen ganz norrmale Gesetze aus, man muss sie nur anwenden. Es ist einfach schwierig, dass an Gruppen festzumachen. Was ist mit Oktoberfestbesuchern,Demonstranten,Festivalgängern, ...? Wann ist eine Gruppe eine Gruppe? Muss man gemeinsam den Zug besteigen oder reicht schon einfach das Fahren zum gleichen Ziel, ...? Gilt es nur für Auswärtsspiele? D.h.
Ich finde es schwierig und würde mir einfach wünschen die gegebenen Vorschriften anzuwenden, dann dürfte nämlcih normalerweise nichts passieren und wenn doch, hat es Konsequenzen.
Fabi
Besonnenheit und keine Generalisierung
Mario, Sonntag, 17.06.2012, 23:56 (vor 5040 Tagen) @ Fabi
Bei der Diskussion frage ich mich, ob man hier nicht in Gruppen reisende Fußballfans vorschnell generalisiert bzw. sogar kriminalisiert.
Ich bin als Fußballfan schon oft in Zügen mit anderen Fans und Fangruppen gefahren - auch in Fernzügen - und muss hier wirklich eine Lanze für die Leute brechen. Es wird zwar in Nahverkehrszügen und U-/S-Bahnen immer mal laut, aber Gewalt oder Übergriffe habe ich da bis auf einmal vor etlichen Jahren nie beobachtet. Und in Fernverkehrszügen sind die Fangruppe ohnehin aus meiner Erfahrung zwar lustig, aber Gewalt und Übergriffe habe ich da noch niemals beobachtet.
Es mag ja sein, dass da ab und zu mal was vorkommt und das ist Tatsache (Ultras, egal von welchem Verein, kann ich selber auch nicht leiden). Aber genau so habe ich auch schon zwei Typen im Anzug im Zug gesehen, die sich wegen irgendwas gekloppt haben.
Ich finde es deshalb nicht gut, hier gleich so eine massive Keule auszupacken und alle Fangruppen damit über einen Kamm zu scheren. Ich bin selber in einem Fußballfanclub, auch wenn ich aus Zeitgründen da nicht soviel aktiv sein kann. Und da gab es auch bei unseren vier oder fünf Reisen mit der Bahn nie irgendein Problem hinsichtlich der Belästigung von anderen Fahrgästen oder gar Gewalt, niemals. Ich mahne hier nur zur Mäßigung und zur Besonnenheit, denn nur weil ein paar Spinner leider austicken, muss man nicht gleich alle dafür bestrafen.
Und was ist bitte mit Gruppen, die zum Rockkonzert, zu einer Parade oder sonstwas fahren? Dürfen ie künftig auch nicht mehr mit?
Besonnenheit und keine Generalisierung
Eisenacher, Montag, 18.06.2012, 09:33 (vor 5040 Tagen) @ Mario
Und was ist bitte mit Gruppen, die zum Rockkonzert, zu einer Parade oder sonstwas fahren? Dürfen ie künftig auch nicht mehr mit?
Analog zur o.g. Regelung kommen die nur dann nicht mit, wenn es einen Sonderzug/Bus gibt, welchen aber wohl einige nicht so gern nutzen.
Besonnenheit und keine Generalisierung
rotfuxx, Montag, 18.06.2012, 11:09 (vor 5040 Tagen) @ Mario
Bei der Diskussion frage ich mich, ob man hier nicht in Gruppen reisende Fußballfans vorschnell generalisiert bzw. sogar kriminalisiert.
Kann mich dieser Haltung nur anschließen. Dieses Ausschlussdenken für ganze gesellschaftliche Gruppen mag vielleicht beim latent fremdenfeindlichen DSO-Publikum mehrheitsfähig sein, deckt sich aber nicht mit unser freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
Die bisherigen Gesetze und Geschäftsbedingungen geben Staat und Betreiber bereits genügend Handhabe, um gegen Belästigungen, Sachbeschädigungen und Verschmutzungen vorzugehen. Dazu bedarf es schlicht Sicherheitspersonals, wobei deren massive Präsenz zumeist schon präventiv wirkt. Das ist deutlich zielgerichteter und gerechter als ein allgemeines Beförderungsverbot, dessen Durchsetzung im Übrigen auch nur mit massivem Personaleinsatz umsetzbar ist.
Ich weiß auch nicht, wie so etwas wirklich gerichtsfest funktionieren soll? Wie wird eine gemeinsam Reisende Gruppe festgestellt, wenn alle 5er-Ländertickets haben? Wie werden Fussballfans definiert (gerade bei Ultras schwierig, die sich dem "normalen" Merchandise entziehen wollen)? Per Kleidung? Durch Fangesänge? Pi mal Daumen?
Ganz ehrlich. So eine Regelung wird schnell gerichtlich kassiert. Die Beförderungspflicht des öffentlichen Schienennahverkehr ist ja keine freiwillige Leistung, sondern steht im Einklang mit dem Kontrahierungszwang bei sämtlichen netzgebundenen Monopolen, wobei die Subventionierung durch steuerfinanzierte öffentlich-rechtliche Besteller diesen Effekt noch einmal verstärkt. Abweisung kann nur im Einzelfall aufgrund individuellem Fehlverhalten erfolgen.
Wer Lust hat, kann sich mal in den Rechtsstreit Weserfähre Bremerhaven-Nordenham gegen einen Autofahrer einlesen. Trotz Beschimpfungen gegen das Personal und wiederholter Eingriffe in den Betriebsablauf, hat das Gericht das generelle Hausverbot gegen diesen Autofahrer kassiert und stattdessen einen Vergleich herbeigeführt (Fahrer wird befördert, muss aber im Auto verbleiben und die Schnauze halten). Das ist das Urteil in einem scheinbar "glasklaren" Fall, da kann man sich an einer Hand abzählen, wie gerichtsfest wohl ein generelles Beförderungsverbot für willkürlich festgelegte Gruppen ist.
Besonnenheit und keine Generalisierung
guru61, Arolfingen, Montag, 18.06.2012, 12:03 (vor 5040 Tagen) @ rotfuxx
bearbeitet von guru61, Montag, 18.06.2012, 12:06
Stell dir einfach mal vor, dass ein Zug sozusagen ausgeräumt wird und, wie es vorgekommen ist, die Einrichtung bei der Durchfahrt auf die Bahnhöfe geworfen wurden.
Das ist so vorgekommen!
Jetzt stell dir einfach mal vor, du hätterst nur rinr Flasche an den Kopf bekommen, und wirst dadurch verletzt! Nachweisen kannst du es niemendem, also kannst du auch keinen Schadenersatz verlangen. Du wirst also auf die IV angweisen sein,. Fertig mit Karrierre etc.
Leben bis zum Tod auf Almosen, oder in D, auf Hartz 4 Basis!
Genau diese Exzesse müssen bekämpft werden.
Woher die Fussballfans die Arroganz hernehmen, dem Steuerzahler die Kosten für ihre Spiele aufzuhalsen, möchte ich gerne wissen!
Wenn 3 Rechte in der Oeffentlichkeit demostrieren, nehmen die Zeitungen (zu Recht!) die grossen Buchstaben hervor! Wenn bei einem Fussballspiel der Schaden in die Hunderttausende geht, sollen wir mit den Achseln zucken?
FUSSBALL IST KEIN MENSCHENRECHT!
Stehst du hier das nächste Mal auf dem Perron?
http://www.aargauerzeitung.ch/sport/fussball/hier-verwuesten-sion-fans-den-bahnhof-neue...
Besonnenheit und keine Generalisierung
Mario, Montag, 18.06.2012, 12:37 (vor 5040 Tagen) @ guru61
Stell dir einfach mal vor, dass ein Zug sozusagen ausgeräumt wird und, wie es vorgekommen ist, die Einrichtung bei der Durchfahrt auf die Bahnhöfe geworfen wurden.
Das ist so vorgekommen!
Ja, es ist vorgekommen und das wird hier ja auch nicht angezweifelt. Nur sind deshalb nicht automatisch alle in Gruppen reisende Fußballfans genau so eingestellt. Es kam aber auch schon des öfteren vor, dass normale Leute die Zugbegleiter angegriffen haben. Soll man deshalb jedem, der in das Raster dieses Angreifers passt, dann genau so den Zutritt verweigern, nur weil ähnlich aussehende Typen schonmal was Böses angestellt haben?
Woher die Fussballfans die Arroganz hernehmen, dem Steuerzahler die Kosten für ihre Spiele aufzuhalsen, möchte ich gerne wissen!
Das bestimmen nicht die Fußballfans sondern das ist eine Vereinbarung zwischen der DFL, dem DFB, der UEFA, den Vereinen und der Polizei. Da hat der kleine Mann also nix mit zu tun. Aber ich für meinen Teil würde es absolut befürworten, dass die Vereine die Polizeikosten zu ihren Spielen in gewissem Rahmen selber tragen müssten, eben weil sie ja auch Veranstalter sind.
Wenn 3 Rechte in der Oeffentlichkeit demostrieren, nehmen die Zeitungen (zu Recht!) die grossen Buchstaben hervor! Wenn bei einem Fussballspiel der Schaden in die Hunderttausende geht, sollen wir mit den Achseln zucken?
Vandalen gehören klipp und klar betraft und da muss alles nach bestem Wissen und Gewissen geahndet werden - keine Frage. Nur ist es wie gesagt ein diskriminierender Ansatz, generell alle Fußballgruppen die normale Reise mit dem Zug zu verbieten. Denn die friedlichen Fans können ja schließlich nix dafür, dass ein paar andere Ärger machen. Hier in der Weise zu generalisieren ist ohne wenn und aber eine Diskriminierung.
Besonnenheit und keine Generalisierung
guru61, Arolfingen, Montag, 18.06.2012, 12:54 (vor 5040 Tagen) @ Mario
Vandalen gehören klipp und klar betraft und da muss alles nach bestem Wissen und Gewissen geahndet werden - keine Frage. Nur ist es wie gesagt ein diskriminierender Ansatz, generell alle Fußballgruppen die normale Reise mit dem Zug zu verbieten. Denn die friedlichen Fans können ja schließlich nix dafür, dass ein paar andere Ärger machen. Hier in der Weise zu generalisieren ist ohne wenn und aber eine Diskriminierung.
Wenn das passiert, wie hier in Sion, müsste es möglich sein, den Zug zu stoppen und alle aus dem Zug rauszuwerfen!
Oder eben, dass die SBB sagt, sorry wir machen den Zug nicht, nehmt Reisecars! Die haben auch keine Transportpflicht!
Ein Carunternehmer wird die auch nicht transportieren, wenn er fürchten muss, dass seine Cars verwüstet werden.
Um das geht es hier.
Ich persönich stelle das Recht des Einzelnen auf Unversehrtheit über das von lautstarken Minderheiten, die der Meinung sind, in der Gruppe sei alles erlaubt!
Im übrigen hat in der Schweiz der kleine Mann sehr wohl was zu sagen! :-), Siehe die Abstimmungen dieses Wochenende!
Warum nicht Sippenhaft? DFB macht es doch sehr wirksam.
bahn-user, Montag, 18.06.2012, 12:54 (vor 5040 Tagen) @ Mario
Nur ist es wie gesagt ein diskriminierender Ansatz, generell alle Fußballgruppen die normale Reise mit dem Zug zu verbieten. Denn die friedlichen Fans können ja schließlich nix dafür, dass ein paar andere Ärger machen. Hier in der Weise zu generalisieren ist ohne wenn und aber eine Diskriminierung.
Alle zu bestrafen, ist keine Diskrimierung, sondern ein wirksames Erziehungsmittel, das auch fleissig vom DFB angewandt wird: Randalieren ein paar Fans zuviel im Stadion, droht auch der grossen Masse der friedlichen Fans ein Stadionverbot: "Geisterspiel". Oder beinahe Schlimmeres: Punktabzug für die Mannschaft.
Das wirkt, weil dadurch auch die Masse der friedlichen Fans endlich mal motiviert werden, moralischen Druck auf die Randalierer auszuüben. Denn leider gibt es ja einen Corpsgeist unter Fussballfans: "Ich bin zwar friedlich, würde aber nie einen Randalierer unter meinen Mitfans anzeigen. Dann gelte ich ja als Kameradenschwein und kriege Ärger".
(Und auch friedliche Fans müssen schon seit Jahren durch Abtastkontrollen).
Besonnenheit und keine Generalisierung
Fabi, Stuttgart, Montag, 18.06.2012, 13:38 (vor 5040 Tagen) @ guru61
Muss doch nochmal kurz etwas sagen.
"Woher die Fussballfans die Arroganz hernehmen, dem Steuerzahler die Kosten für ihre Spiele aufzuhalsen, möchte ich gerne wissen!"
Ist nicht der Fall, aber in Deutschland und der Schweiz muss der Staat die Sicherheit garantieren und für Kosten aufkommen. So wird die Polizei in Stuttgart am Bahnhof eingesetzt und private Bauarbeiten einer Aktiengesellschaft zu "schützen" oder anders für Schweizer, bei der Albisgüeli-Tagung der SVP werden Polizisten zum Schutz eingesetzt. Da könnte man auch sagen, was nicht stattfindet muss nicht geschützt werden.
Aber das ist die demokratische Gesellschaft, jeder darf seine Veranstaltungen durchführen und im Zweifel schützt und bezahlt der Staat.
Fabi
Kostenbeteiligung
guru61, Arolfingen, Montag, 18.06.2012, 14:13 (vor 5040 Tagen) @ Fabi
Muss doch nochmal kurz etwas sagen.
"Woher die Fussballfans die Arroganz hernehmen, dem Steuerzahler die Kosten für ihre Spiele aufzuhalsen, möchte ich gerne wissen!"
Ist nicht der Fall, aber in Deutschland und der Schweiz muss der Staat die Sicherheit garantieren und für Kosten aufkommen. >
Dies sieht man bei uns ein wenig differenzierter:
Zitat:
Zwei Bundesgerichtsentscheide
Das Bundesgericht hat 2007 zwei Urteile zum Thema
Polizeikostentragung bei Grossveranstaltungen erlassen.
In beiden Entscheiden bestätigte das Bundesgericht
den Grundsatz, dass die den «courant normal» übersteigenden
Aufwendungen der Polizei entschädigt werden
müssen: «Macht die Durchführung einer Grossveranstaltung
den besonderen Einsatz staatlicher Polizeikräfte
notwendig, damit ein ordnungsgemässer Ablauf der
Veranstaltung sichergestellt und polizeiwidrige Zustände
verhindert werden können, so kann nach Massgabe
der einschlägigen Vorschriften der Veranstalter – als
Verursacher bzw. als Störer – zum Kostenersatz für den
dem Staat erwachsenen Aufwand herangezogen werden.
»Hier der gesamte Text:
Aber das ist die demokratische Gesellschaft, jeder darf seine Veranstaltungen durchführen und im Zweifel schützt und bezahlt der Staat.
Fabi
Darum weden jetzt im Parlament, ganz demokratisch, die Weichen gestellt, damit die Veranstalter zur Kasse gebeten werden können!
Wems nicht passt, der kann 50'000 Unterschriften von Stimmbürgern dagegen Sammeln und eine Abstimmung, ganz demokratisch, erzwingen.
Ich brauche wohl kaum Angst zu haben, dass das Referendum an der Urne angenommen wird!
Kostenbeteiligung
Fabi, Stuttgart, Montag, 18.06.2012, 15:07 (vor 5040 Tagen) @ guru61
Wenn alle zahlen müssen, ist das ok. Es geht ja nur um Gerechtigkeit. D.h. ich hätte nichts dagegen, wenn die Deutsche Fussball Liga einen Beitrag bezahlen müsste, aber dann eben auch die Deutsche Bahn AG (normalerweise müssen Baustellen nicht von der Polizei beschützt werden) und andere Organisationen.
Wobei wie will man das mit dem Recht auf Demonstrationsfreiheit verbinden, dürfen nur noch Menschen protestieren, die sich die Polizei leisten können? Schwieriges Thema.
Bzw. man zahlt ja heute schon in meiner GC-Saisonkarte befindet sich ein Polizeizuschlag von CHF 50,00.
Also, wie gesagt, man kann vieles machen, aber es muss gerecht sein.
Fabi
Kostenbeteiligung
guru61, Arolfingen, Montag, 18.06.2012, 15:37 (vor 5040 Tagen) @ Fabi
bearbeitet von guru61, Montag, 18.06.2012, 15:38
Wenn alle zahlen müssen, ist das ok. Es geht ja nur um Gerechtigkeit. D.h. ich hätte nichts dagegen, wenn die Deutsche Fussball Liga einen Beitrag bezahlen müsste, aber dann eben auch die Deutsche Bahn AG (normalerweise müssen Baustellen nicht von der Polizei beschützt werden) und andere Organisationen.
Die DB baut aufgrund genehmigter Projekte.
Dies haben meines Wissens Gerichte festgestellt. (wie man sich generell zum Projekt S21 stellt bleibt mal aussen vor! Hier gehts nur um die rechtliche Würdigung)
Wenn dies nicht der Fall wäre, bliebe der Rechtsweg offen.
Also kann nicht der DB der Vorwurf gemacht werden!
Die Baustelle muss nicht wegen der DB, sondern wegen den Demonstranten geschützt werden.
Zahlen müssten also die Demonstranten!
Wobei wie will man das mit dem Recht auf Demonstrationsfreiheit verbinden, dürfen nur noch Menschen protestieren, die sich die Polizei leisten können? Schwieriges Thema.
Vergiss nicht: Demonstrationsfreiheit berechtigt nicht, zum irgendwelche Gesetze zu überschreiten.
Wenn das geschieht, hat die Polizei die Pflicht, einzuschreiten. Alles andere wäre ungerecht!
Also, wie gesagt, man kann vieles machen, aber es muss gerecht sein.
Genau!
Kostenbeteiligung
Fabi, Stuttgart, Montag, 18.06.2012, 16:47 (vor 5040 Tagen) @ guru61
"Die Baustelle muss nicht wegen der DB, sondern wegen den Demonstranten geschützt werden. Zahlen müssten also die Demonstranten!"
Genau, da sind wir beim Widerspruch. Die DB AG ist Veranstalter genau wie auch die Ligen bzw. Vereine. Beide Veranstalter können nichts dafür, welche Menschen zu Ihnen kommen. Warum soll also ein Verein XY für den Schutz vor/für Menschen zahlen und die DB AG nicht.
Fußball ist ja auch "rechtmässig genehmigt" und die Politiker sonnen sich gerne im Erfolg.
Ich sage ja schwierig. :-)
Fabi
Kostenbeteiligung
bahn-user, Montag, 18.06.2012, 17:14 (vor 5040 Tagen) @ Fabi
"Die Baustelle muss nicht wegen der DB, sondern wegen den Demonstranten geschützt werden. Zahlen müssten also die Demonstranten!"
Genau, da sind wir beim Widerspruch. Die DB AG ist Veranstalter genau wie auch die Ligen bzw. Vereine. Beide Veranstalter können nichts dafür, welche Menschen zu Ihnen kommen.
Der Bahn traue ich ja manche Dreistigkeit zu, aber nicht, dass sie beim Ordnungsamt der Anmelder (= Veranstalter) der Demos gegen sich selber war! ;-)
Kostenbeteiligung
Fabi, Stuttgart, Montag, 18.06.2012, 20:11 (vor 5040 Tagen) @ bahn-user
Das nicht, Fußballspiele werden auch nicht von den Vereinen als Zerstörungsorgien angemeldet.
Von daher, warum die Fußballvereine (manche mmit wenig Geld, aber ungeheuer wichtig für eine gesellschaftliche Aufgabe, z.B. in Dresden) verantwortlich machen für Randerscheinungen, die bei ihrer gesellschaftlich wichtigen Arbeit (Ja, Fußball bringt nicht erst seit 1954 den Menschen Freude) entstehen?
Übrigens haben gestern in Berlin glaube ich 450000 Menschen einen tollen Abend gehabt, der hat auch Polizeikosten verursacht, war aber sicher wichtig für den ein oder anderen, der sonst kein Vergnügen hat.
BTW: Ich kenne Ukrainer, die sich nie für Fussball interessiert haben und jede Menge Freude an den fremden Menschen und dem ganzen drumherum haben.
Fabi
Kostenbeteiligung
guru61, Arolfingen, Montag, 18.06.2012, 19:48 (vor 5040 Tagen) @ Fabi
Genau, da sind wir beim Widerspruch. Die DB AG ist Veranstalter genau wie auch die Ligen bzw. Vereine. Beide Veranstalter können nichts dafür, welche Menschen zu Ihnen kommen. Warum soll also ein Verein XY für den Schutz vor/für Menschen zahlen und die DB AG nicht.
Die DB ist Bauherr! Dazu kommt, dass das ihr Privatgrundstück ist, und sie euch also wegweisen kann.
Die DB hat alle Genehmigungen und darf das machen. Ob es dir Passt oder nicht.
Die DB verletzt bei ihrem Tun keine Gesetze, im Gegensatz zu den Demonstranten.
Die DB ist kein Veranstalter eines Events, im Gegenteil: Sie verlangt keinen Eintritt und sperrt ihr Grundstück ab.
Fußball ist ja auch "rechtmässig genehmigt" und die Politiker sonnen sich gerne im Erfolg.
Wo sich Politiker sonnen spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass niemand das Recht hat Gesetze zu verletzen.
Lasss dir das mal von einem Juristen erklären!
Gruss Guru
Kostenbeteiligung
Fabi, Stuttgart, Montag, 18.06.2012, 20:24 (vor 5040 Tagen) @ guru61
Genau, um das geht es. Viele kleine Vereine geben auch Unsummen aus, um Ordner hinzustellen, damit nur "normale" Menschen an die Spiele gehen. Je nach Liga, kann das teuer werden, gehe mal Vereine in der Challenge League fragen.
Warum sollen also die Vereine für Subjekte ausserhalb ihres "Privatgeländes" (Stadion) haften? Kaum ein Verein lässt doch freiwillig Hooligans in sein Stadion (Ausnahmen gibt es, habe da eine dunkle Errinnnerung an Budapest).
Was also kann der FC Aarau für arbeitlose Jugendliche aus Turgi, welche randalieren, aber nicht mal ins Stadion lässt, da sie negativ aufgefallen sind?
Fabi
Besonnenheit und keine Generalisierung
101-Fan, Köln, Montag, 18.06.2012, 19:35 (vor 5040 Tagen) @ Mario
Bei der Diskussion frage ich mich, ob man hier nicht in Gruppen reisende Fußballfans vorschnell generalisiert bzw. sogar kriminalisiert.
Hallo Mario,
es ist aber leider wirklich so, dass Fussbalfans irgendwie gerne mal austicken. Ich bin gestern von Nürnberg nach Köln gefahren. Mein ICE kam gegen 23.10Uhr in Köln Messe/Deutz an. Normalerweise wäre ich dann mit der S-Bahn weitergefahren. Ging baer nicht. Zum einen flogen Gegenstände(Flaschen usw.) durch die Gegend und der Zugang zur S-Bahn war blockiert von grölenden Fussballfans. Ausserdem roch im ganzen Bahnhof verbrannt. Ich hab mir dann ein Taxi genommen. War allerdings auch nicht so angenehm, wenn die "lustigen" Fussballfans bei rot fahren oder die Strassen blockieren.
Ich hab ja verständnis, dass man sich freut, aber irgendwo ists dann auch mal gut. Wenn Unbeteiligte gefährdet werden(fliegende Gegenstände, bengalische Feuer, bei Rot fahren) hört es meiner Meinung nach irgendwie auf.
Nicht ausser Acht lassen sollte man natürlich, dass es auch Fussballfans gibt, die sich benehmen. Aber leider gibt es viele, die das nicht können.
--
Es grüsst aus Köln
Markus