Nicht nur elektrischer Bahnbetrieb sondern auch LKW-Verkehr (Allgemeines Forum)

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 00:21 (vor 5060 Tagen)

-> http://www.welt.de/wirtschaft/article106407548/Oberleitungen-fuer-Lkw-auf-deutschen-Aut...

Erinnert ein wenig an die Elektrobusse in Russland. Ist sicherlich eine nette Idee, aber ob die technisch einfacher und günstiger ist als den SPGV zu fördern?

Gibt schon Versuchsanlage (Video)

Alphorn (CH), Sonntag, 03.06.2012, 01:19 (vor 5060 Tagen) @ ICE-T-Fan

-> http://www.welt.de/wirtschaft/article106407548/Oberleitungen-fuer-Lkw-auf-deutschen-Aut...

Erinnert ein wenig an die Elektrobusse in Russland. Ist sicherlich eine nette Idee, aber ob die technisch einfacher und günstiger ist als den SPGV zu fördern?

Hier kann man das System in Aktion bewundern (nach diversem blabla ab 1:40).

Ich denke, das muss man sich anschauen. Auf kürzeren Distanzen hat der Wagenladungsverkehr heutzutage sowieso keine Chance mehr; dann ist es mir lieber, wenn der Verkehr wenigstens elektrisch abgewickelt wird.

Ist allerdings ein Huhn-Ei-Problem: Solange die Leitungen nicht da sind, warum soll jemand dieselelektrische Lastwagen kaufen? Solange keine dieselelektrischen Lastwagen da sind, warum soll jemand Leitungen bauen?

Gibt schon Versuchsanlage (Video)

SurfAndRailer, Frankfurt/Main, Sonntag, 03.06.2012, 06:57 (vor 5060 Tagen) @ Alphorn (CH)

Hallo zusammen ...

Ist allerdings ein Huhn-Ei-Problem: Solange die Leitungen nicht da sind, warum soll jemand dieselelektrische Lastwagen kaufen? Solange keine dieselelektrischen Lastwagen da sind, warum soll jemand Leitungen bauen?

Das ließe sich bestimmt über die Lkw-Maut steuern, mit einem Nachlass für "O-Lkw". Und wenn der Staat die Leitungen nicht selbst baut (und betreibt), macht es die freie Wirtschaft, allen voran Siemens - da ist ja auch was zu holen ;-)

Mich würde dann ja noch interessieren, woher dann diese enorme Energiemenge zu nehmen ist. Je nach Technik tät' es der Umwelt sicher gut.

Gibt schon Versuchsanlage (Video)

heinz11, Sonntag, 03.06.2012, 09:23 (vor 5059 Tagen) @ SurfAndRailer

Ist allerdings ein Huhn-Ei-Problem: Solange die Leitungen nicht da sind, warum soll jemand dieselelektrische Lastwagen kaufen? Solange keine dieselelektrischen Lastwagen da sind, warum soll jemand Leitungen bauen?


Das ließe sich bestimmt über die Lkw-Maut steuern, mit einem Nachlass für "O-Lkw". Und wenn der Staat die Leitungen nicht selbst baut (und betreibt), macht es die freie Wirtschaft, allen voran Siemens - da ist ja auch was zu holen ;-)

Mich würde dann ja noch interessieren, woher dann diese enorme Energiemenge zu nehmen ist. Je nach Technik tät' es der Umwelt sicher gut.


Bis vor ca. einem Jahr hätte ich gesagt, mit der Atomkraft läßt sich die benötigte Energiemenge absichern. Jetzt, wo wir die hochgelobte, alternativlose Energiewende haben, sage ich Dir: Wir werden darum betteln, daß dieselelektrische Lastwagen fahren, weil wir sonst nicht die massenhaft überschüssige regenerative Energie loswerden und die Netze zusammenbrechen können. Über die Kosten brauchen wir nicht reden, da alles schön im Strompreis verpackt wird. Und da man uns Verbraucher beizeiten auf steigende Strompreise konditioniert hat, ist kein großer Widerstand zu erwarten.

Vorsicht: Beitrag enthält Ironie.

Nur Europaweit sinnvoll!

Steffen, Sonntag, 03.06.2012, 09:55 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Dass man damit in großen Mengen CO2 einspart halte ich für ein Gerücht, solange wir Strom aus Gas und Kohle produzieren oder noch schlimmer Braunkohle.

Ansonsten halte ich so ein System nur europaweit für sinnvoll. Deutschland ist ein Transitland, ob polnische, niederländische, ... Speditionen einen E-LKW kaufen? Es wird ja aus den selben Gründen bei der Bahn en Masse unter Strom gedieselt.

Und wenn sich dieses deutsche System dann doch als sinnvoll erweisen sollte und Frankreich, Italien etc. es auch einführen, dann sicher ein eigenes, wenn nicht die EU den Finger darauf hält. Kennen wir ja alles von der Bahn :)

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Gibt schon Versuchsanlage (Video)

Mario, Sonntag, 03.06.2012, 13:30 (vor 5059 Tagen) @ heinz11
bearbeitet von Mario, Sonntag, 03.06.2012, 13:34

Bis vor ca. einem Jahr hätte ich gesagt, mit der Atomkraft läßt sich die benötigte Energiemenge absichern. Jetzt, wo wir die hochgelobte, alternativlose Energiewende haben, sage ich Dir: Wir werden darum betteln, daß dieselelektrische Lastwagen fahren, weil wir sonst nicht die massenhaft überschüssige regenerative Energie loswerden und die Netze zusammenbrechen können. Über die Kosten brauchen wir nicht reden, da alles schön im Strompreis verpackt wird. Und da man uns Verbraucher beizeiten auf steigende Strompreise konditioniert hat, ist kein großer Widerstand zu erwarten.

Ich kann diesen momentanen Wahn mit den Winrädern, Solaranlagen und Biomassekraftwerken auch nix abgewinnen und halte sie sogar für höchst idiotisch und ideologisch. In Bayern soll im Zuge der Abschaltung der 5 Reaktoren die Energieerzeugung bis 2022 ja so umgestellt werden, dass die regenerativen Energien angeblich dann den Heutigen Atom-Anteil von ca. 50% einnehmen sollen. Dass dies völlig unrealistisch ist, erkennt jeder mit normalem Menschenverstand. Der Anteil der fossilen Energien soll auch weiterhin bei ca. 25% liegen, obwohl uns ja immer wieder von Grünen, BN und der IPCC weiß gemacht wird, dass CO2 ja DER angebliche Klimaaufheizungstreiber* wäre. Seltsam. Aber wie soll Bayern künftig die restlichen ca. 25% decken? Garnicht! Bayern würde also nach der Energiewende nur noch 75% seiner heutigen Energie selbst produzieren und müsste den Rest wo anders her - also auch Temelin und unsauberen Öl- und Kohlekraftwerken im Ausland - künstlich zukaufen. Und als Krönung rechnet man ja jetzt schon damit, dass 5 bis 6 Gaskraftwerke neu gebaut werden sollen, welche dann rein als Backup für die Windräder dienen, aber in der Enerhierechnung seltsamerweise voll mit ihren 100% Leistung eingehen. Die Deckungslücke wäre also am Ende sogar noch größer und sicher bei 30% oder noch drüber. Zudem haben alle potenziellen Betreiber für diese immer nur sehr schwankend und damit uneffizient auf Teillast laufenden Gaskraftwerke bereits abgesagt, weil man so einfach nicht wirtschaftlich planen kann. Und die für de Energewende nötigen Stromleitungen fehlen ja auch immer noch, eben weil sie meist von genau den Gruppen bekämpft werden (Grüne, BN), die selber die Energiewende wollen. Alles nur mit teuren Erdleitungen zu bauen, die ja bekamntlich das ganze Erdreich außenrum aufheizen, ist utopisch.

Und ganz ehrlich: Bevor man an Autobahnen Oberleitungen für LKWs baut, sollte man die viel eher endlich massiv verstärkt auf rollende Landstraßen neuerer Bauart mit zügiger Be-/Entladung (Cargobeamer, Modalohr) umlegen, damit auch die Autobahnen wieder leerer werden und sich so viele deren Ausbauten von selbst erledigen. DAS wäre eine echte Wende mit Verstand.

* Die These ist in der Fachwelt bekanntlich sehr umstritten. Einflüsse wie die Sonne und die Meeresströmungen mit ihren diversen Zyklen werden hier leider bis heute ideologisch ignoriert. Ich empfehle hier das Buch "Die kalte Sonne", welches sehr anschaulich und mit vielen Anerkannten Messwerten aufzeigt, dass CO2 eben nicht der alleinige, große Klimatreiber ist, wie er heute von der Lobby gerne hingestellt wird.

Gibt schon Versuchsanlage (Video)

Baselaner, Sonntag, 03.06.2012, 13:30 (vor 5059 Tagen) @ SurfAndRailer

Hallo zusammen ...

Ist allerdings ein Huhn-Ei-Problem: Solange die Leitungen nicht da sind, warum soll jemand dieselelektrische Lastwagen kaufen? Solange keine dieselelektrischen Lastwagen da sind, warum soll jemand Leitungen bauen?


Das ließe sich bestimmt über die Lkw-Maut steuern, mit einem Nachlass für "O-Lkw". Und wenn der Staat die Leitungen nicht selbst baut (und betreibt), macht es die freie Wirtschaft, allen voran Siemens - da ist ja auch was zu holen ;-)

Mich würde dann ja noch interessieren, woher dann diese enorme Energiemenge zu nehmen ist. Je nach Technik tät' es der Umwelt sicher gut.

Da bin ich der selben Meinung! So langsam sollten wir uns mal gedanken machen, wie wir das Problem endlicher Resourcen in den Griff bekommen können. Eine Innovation wäre der Antrieb über E-Motoren!

Eine sehr gute Idee, der ich auch zustimme, kommt von SurfAndRailer. Steuern ließe sich das sicherlich über die Maut! So macht man das System relativ schmackhaft für die Unternehmer. Allerdings sehe ich hier nur einen Bedarf bei den Fernverkehr-LKWs. Das heißt, OL würden nur auf Autobahnen und stark frequentierten Landstraßen gebaut. Für den Nahverkehr wären solchen riesen Projekte viel zu aufwendig und zu teuer.
Das größte Problem hierbei sehe ich in der Verfügbarkeit der elektrischen Energie. Dazu müssten die erneuerbaren Energieträger weiterentwickelt werden und Starkstromtrassen gebaut werden. Erstes wurde durch den Bundestag ja schon zurückgestuft und das Zweite wird wohl noch lange auf sich warten lassen. Von daher ist die Umsetzung wohl leider nicht in Sichtweite. Eigentlich sehr schade, wenn man sich den Grundsatz mal überlegt hat und für gut befunden hat ... Aber so langsam müssen wir handeln ... Ob wir wollen oder nicht!

Viele Grüße
Baselaner

Wettbewerb um fossile Energieträger auf Dauer zu teuer

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 13:37 (vor 5059 Tagen) @ Mario

Ich kann diesen momentanen Wahn mit den Winrädern, Solaranlagen und Biomassekraftwerken auch nix abgewinnen und halte sie sogar für höchst idiotisch und ideologisch.

Wieso Wahn? Ich würde es eher als Vorausschau definieren.

Öl, Gas und Kohle sind begrenzt und darum einer starken Preisinflation unterworfen. Wenn die Nachfrage von China und Indien den Pro-Kopf-Wert von der EU erreicht, dann dürften sich die Preise verzehnfachen noch bevor ein Ende dieser Energiequellen überhaupt erreicht ist.

Kernenergie will ich nicht vor meiner Haustüre, außer natürlich Kernfusion, da diese im Falle eines GAU zu keiner Kettenreaktion führt und sich daher selbst eindämmt. Außerdem entsteht bei Kernfusion nur ein Bruchteil des radioaktiven Abfalls wie bei der Kernspaltung... eigentlich nur der Reaktorbehälter an sich, dessen Atome durch Transmutation durch die Neutronen aus der Reaktionszone in radioaktive Isotope umgewandelt werden... diese sind aber zum Glück nur sehr kurzlebig.

Ich bin froh wenn das Kernspaltungskraftwerk in Grafenrheinfeld endlich verschwindet.

Wettbewerb um fossile Energieträger auf Dauer zu teuer

ICE-TD, Sonntag, 03.06.2012, 13:46 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Ich halte die Kernfusion eigentlich auch für die Energiegewinnung der Zukunft, nur hört man davon kaum noch was. Wurde die Forschung eingestellt oder kommt man einfach nicht voran bei deren Entwicklung als Energiequelle?

Wettbewerb um fossile Energieträger auf Dauer zu teuer

Mario, Sonntag, 03.06.2012, 14:08 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Öl, Gas und Kohle sind begrenzt und darum einer starken Preisinflation unterworfen. Wenn die Nachfrage von China und Indien den Pro-Kopf-Wert von der EU erreicht, dann dürften sich die Preise verzehnfachen noch bevor ein Ende dieser Energiequellen überhaupt erreicht ist.

Kernenergie will ich nicht vor meiner Haustüre, außer natürlich Kernfusion, da diese im Falle eines GAU zu keiner Kettenreaktion führt und sich daher selbst eindämmt. Außerdem entsteht bei Kernfusion nur ein Bruchteil des radioaktiven Abfalls wie bei der Kernspaltung... eigentlich nur der Reaktorbehälter an sich, dessen Atome durch Transmutation durch die Neutronen aus der Reaktionszone in radioaktive Isotope umgewandelt werden... diese sind aber zum Glück nur sehr kurzlebig.

Ich bin froh wenn das Kernspaltungskraftwerk in Grafenrheinfeld endlich verschwindet.

Und Strom kommt aus der Steckdose, gell? Ich merke, dass du du von der Realität der Energiewirtschaft nicht wirklich Ahnung hast. Die Realität sieht nämlich so aus, dass die deutschen Reaktoren (zumindest die Typen ab der Konvoi-Baureihe) noch um ettliches länger laufen werden müssen als jetzt geplant, eben weil man den Umbau auf Kraftwerksparks garnicht so schnell hinbekommt, wie gerne gewollt.

Auch ist das Problem der nachhaltigen Klärung der Frage der Backup-Kapazität noch immer ungelöst. Überall werden neue Windräder und Solaranlagen gebaut, aber keiner dieser Betreiber braucht sich darum zu kümmern, wie die Stromlücke ausgeglichen werden soll, wenn sein kleines Kraftwerk mal keine Energie liefert. Sorry, aber diese LMAA-Mentalität ist weder fair noch zielführend. Wer Strom einspeißt hat sich genau wie heute die großen Betreiber auch verantwortungsvoll und am besten per Gesetz darum zu kümmern, dass er entsprechende Backup-Kapazitäten bereit stellen muss. Doch diese sind ja leider immer häufiger nur auf Teillast und damit ineffizient laufende Kohle- und Gaskraftwerke, die auch weiterhin Dreck in die Luft blasen. Doch das wird einfach ignoriert in der momentanen Goldgräberstimmung. Doch genau das ist das Problem, was jedoch fast keiner wahr haben will.

Wettbewerb um fossile Energieträger auf Dauer zu teuer

heinz11, Sonntag, 03.06.2012, 14:19 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan
bearbeitet von heinz11, Sonntag, 03.06.2012, 14:19

Ich kann diesen momentanen Wahn mit den Winrädern, Solaranlagen und Biomassekraftwerken auch nix abgewinnen und halte sie sogar für höchst idiotisch und ideologisch.


Wieso Wahn? Ich würde es eher als Vorausschau definieren.

Wahn ist es m.E. beispielsweise, daß die ineffizienteste Art der Energieerzeugung (Photovolataik) am meisten gefördert wird. Eine Einspeisegarantie von 45 Cent per Kwh bei Gestehungskosten von 5 Cent, das ist wie im Sozialismus, wo z.B. Kaninchenfleisch in der staatlichen Aufkaufstelle höher vergütet wurde, als der Endabgabepreis im Konsum betrug.

Eine Einspeisegarantie über 20 Jahre? Erstens eine Lizenz zum Gelddrucken, zweitens eine Möglichkeit, Schwarzgeld legal in weißes umzutauschen. Drittens die Ursache dafür, daß seitens der Hersteller kein Anlaß bestand, sich effektiv um Produktionsfortschritte zu bemühen. Das Ergebnis kann man sich bei Q-Cells und Solarworld anschauen.

Der regionale Energieversorger ist verpflichtet, egal wo in der Pampa, den erzeugten Strom abzunehmen, unabhängig von der erzeugten Menge. Ob das wirtschaftlich ist oder nicht, schiet drauf.

Biomassekraftwerke: Es werden extra dafür nur bestimmte Feldfrüchte angebaut, so daß neben der durch Subventionen geförderten Monokultur Raps nun die zweite Monokultur Mais hinzutritt. Allerdings kommt der Mais nicht mit dem fliegenden Teppich angereist, sondern muß mit LKW über z.T weite Strecken herangekarrt werden. Da es noch keine elektrischen LKW sind, verbrennen sie i.d.R. Diesel.

Mais hat eine sehr schlechte Nährstoffbilanz und laugt den Boden extrem aus. Das die Fruchtfolge auf solchen Äckern nicht mal mehr im Ansatz eingehalten wird, daß die Rattenpopulationen schlechter bekämpft können, weil Mais viel Kalium enthält, daß die Wildschweine sich vermehren wie die sprichwörtlichen Karnickel und enorme Flurschäden verursachen weil es Mais in Hülle und Fülle gibt - alles geschenkt, Hauptsache wir erzeugen unsere Energie regenerativ.

Wettbewerb um fossile Energieträger auf Dauer zu teuer

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 14:19 (vor 5059 Tagen) @ Mario

Öl, Gas und Kohle sind begrenzt und darum einer starken Preisinflation unterworfen. Wenn die Nachfrage von China und Indien den Pro-Kopf-Wert von der EU erreicht, dann dürften sich die Preise verzehnfachen noch bevor ein Ende dieser Energiequellen überhaupt erreicht ist.

Kernenergie will ich nicht vor meiner Haustüre, außer natürlich Kernfusion, da diese im Falle eines GAU zu keiner Kettenreaktion führt und sich daher selbst eindämmt. Außerdem entsteht bei Kernfusion nur ein Bruchteil des radioaktiven Abfalls wie bei der Kernspaltung... eigentlich nur der Reaktorbehälter an sich, dessen Atome durch Transmutation durch die Neutronen aus der Reaktionszone in radioaktive Isotope umgewandelt werden... diese sind aber zum Glück nur sehr kurzlebig.

Ich bin froh wenn das Kernspaltungskraftwerk in Grafenrheinfeld endlich verschwindet.

Und Strom kommt aus der Steckdose, gell?

So naiv bin ich nicht. Ich will aber keine Kernspaltungskraftwerke vor meiner Nase, das ist alles. ;)

Wettbewerb um fossile Energieträger auf Dauer zu teuer

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 14:28 (vor 5059 Tagen) @ ICE-TD

Die Verfahren an sich sind schon gut, das große Problem ist der Brennstoff für die Kernfusion:

Gewöhnlicher Wasserstoff (Protium, ein Proton) -> Kernfusion verschlingt zuviel Energie, da diese Fusionsart bei großen Temperaturen ablaufen muss

Schwerer Wasserstoff (Deuterium, ein Proton und ein Neutron) -> Es entsteht bei dieser Fusionsart eine große Menge an Neutronenstrahlung, welche recht schnell den Reaktor zerstört.

Wasserstoff-3 (Tritium, ein Proton und zwei Neutronen) -> kommt als instabiles Nuklid in der Natur so gut wie nicht vor, entsteht als Abfallprodukt bei der Kernspaltung

Helium-3 (zwei Protonen, ein Neutron) -> kommt auf der Erde so gut wie gar nicht vor, einzig bekannte Quelle ist der Mond (Eintrag an der Oberfläche durch Sonnenwind), teurer Abbau

Helium-4 (zwei Protonen, zwei Neutronen) -> Fusionstemperatur sehr sehr hoch, schwierig aufrecht zu erhalten

Lithium-5 (drei Protonen, zwei Neutronen) -> nur im Kombination mit Deuterium oder Tritium

Und da hört es schon auf. Alles was eine Atommasse von mehr als 5 hat, lässt sich nicht so fusionieren, dass dabei nennenswerte Energiemengen entstehen.

Der einzig brauchbare Brennstoff ist Helium-3, den wir aber extra dafür von der Mondoberfläche schürfen und zur Erde bringen müssten.

Einseitige Stützung ist der große Unsinn

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 14:31 (vor 5059 Tagen) @ heinz11
bearbeitet von ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 14:31

Ich kann diesen momentanen Wahn mit den Winrädern, Solaranlagen und Biomassekraftwerken auch nix abgewinnen und halte sie sogar für höchst idiotisch und ideologisch.


Wieso Wahn? Ich würde es eher als Vorausschau definieren.


Wahn ist es m.E. beispielsweise, daß die ineffizienteste Art der Energieerzeugung (Photovolataik) am meisten gefördert wird.

Das Problem ist die einseitige Stützung. Photovoltaik bringt in unseren Breitengraden sicherlich relativ wenig. Es ist zwar eine effiziente Energiegewinnung bezogen auf den laufenden Betrieb, da man keinerlei Brennstoffe braucht, aber unsere Solarzellen sind halt noch nicht so effizient wie es nötig wäre.

Was wir brauchen ist eine Kombination aus allem:
Wasserkraft
Gezeitenkraft
Windkraft
Geothermie
Photovoltaik
Biomasse

Wenn man die 50%-Lücke durch diese 6 Quellen teilt, muss jede Quelle für sich nur noch knapp 9% der Gesamtenergie bringen.

Wettbewerb um fossile Energieträger auf Dauer zu teuer

Mario, Sonntag, 03.06.2012, 14:32 (vor 5059 Tagen) @ ICE-TD

Ich halte die Kernfusion eigentlich auch für die Energiegewinnung der Zukunft, nur hört man davon kaum noch was. Wurde die Forschung eingestellt oder kommt man einfach nicht voran bei deren Entwicklung als Energiequelle?

Doch, geforscht wird schon daran und man baut ja gerade - natürlich ohne Deutschland - den Forschungsfusionsreaktor ITER in Frankreich, der zum ersten Mal mehr Energie erzeugen soll, als hineingesteckt werden muss. Es ist aber noch ein weiter Weg bis zu einem echten ersten kommerziellen Fusionskraftwerk. Das dürfte wohl frühestens 2030 der Fall sein.

Nur konzentrieren sich die großen Versorger derzeit mehr auf die Erneuerbaren Energien, eben weil sie erkannt haben, dass man damit durch ständige und immer mehr künstliche Stromknappheit den Verbrauchen durch somit immer höheren Strompreisen noch viel mehr Geld als heute abknöpfen kann!!! Je knapper und schwankender der Strom desto mehr kassieren sie ab! Nur will man as nicht wahrhaben.

Genau deshalb investieren die großen Betreiber auch selber eifrig in WKAs, damit sich dieser Effekt und damit ihr Reibach noch kräftig verstärkt. Wir als Verbraucher zahlen für diesen Wahn also immer mehr und haben damit weniger Geld für andere Dinge. Uns wird also das Geld aus der Tasche gezogen und viele betteln noch darum, dass es noch schneller gehen soll. Somit produziert jedes gebaute Windrad Tag für Tag nur volkswirtschaftlichen Schaden. Und wenn ich es mir aussuchen könnte, ob ich Atomstrom aus Temelin oder z.B. Isar2 haben wollte, dann würde ich mich auf jeden Fall für zweiteres entscheiden, weil deutlich sicherer.

Wettbewerb um fossile Energieträger auf Dauer zu teuer

Mario, Sonntag, 03.06.2012, 14:38 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Und Strom kommt aus der Steckdose, gell?


So naiv bin ich nicht. Ich will aber keine Kernspaltungskraftwerke vor meiner Nase, das ist alles. ;)

Alle wollen immer zuverlässig Strom haben, aber die Kraftwerke und die Stromleitungen sollen ganz nach St.-Floriansprinzip immer weit weg von einem selbst stehen. Du bist also nicht bereit deinen Teil in der Gesellschaft für das Allgemeinwohl beizutragen! Sorry, aber das ist Naivität und NIMBY-Denken pur...

Kernspaltung ist out

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 14:43 (vor 5059 Tagen) @ Mario
bearbeitet von ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 14:44

Und Strom kommt aus der Steckdose, gell?


So naiv bin ich nicht. Ich will aber keine Kernspaltungskraftwerke vor meiner Nase, das ist alles. ;)

Alle wollen immer zuverlässig Strom haben, aber die Kraftwerke und die Stromleitungen sollen ganz nach St.-Floriansprinzip immer weit weg von einem selbst stehen. Du bist also nicht bereit deinen Teil in der Gesellschaft für das Allgemeinwohl beizutragen!

Was hat das mit Allgemeinwohl zu tun, wenn man ein potentielles Todesrisiko vor der Nase hat?

Kernspaltung ist ein veralteter Ansatz. Die meisten dieser Kraftwerke, insbesondere in den USA und Frankreich, wurden nur deshalb gebraut, weil man darin Plutonium für die Atombombe erbrüten kann.. etwas was wir ironischerweise jetzt dem Iran vorwerfen, wo er doch so friedliche zivile Kernenergie nutzen will.

Kernspaltung ist out, da nicht mehr zeitgemäß und zu unberechenbar. Ich will das nicht vor meiner Nase haben... nicht einmal im Umkreis von 1000 Kilometer. Zumindest kann ich als Wähler die deutsche Regierung derart beeinflussen, dass diese Energieform zumindest bei uns verschwindet, wenn schon andere Staaten so töricht sind und weiter darauf setzen wollen. Frankreich wird nie komplett kernspaltungsfrei werden, die brauchen ja ihre ach so tollen Atombomben. ;)

Wettbewerb um fossile Energieträger auf Dauer zu teuer

Felix, Göttingen, Sonntag, 03.06.2012, 14:45 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Öl, Gas und Kohle sind begrenzt und darum einer starken Preisinflation unterworfen. Wenn die Nachfrage von China und Indien den Pro-Kopf-Wert von der EU erreicht, dann dürften sich die Preise verzehnfachen noch bevor ein Ende dieser Energiequellen überhaupt erreicht ist.

Kohle gibt es noch viel und daraus kann man auch Benzin, Diesel und Kerosin herstellen.

Hier ist eine Seite, auf der man die Entwicklung des Rohölpreises in US-$ bis zum Jahr 2002 zurück sehen kann. Zuletzt ist der Preis mal wieder gefallen und liegt unter dem Vorjahresniveau. Außerdem sind ja alle Preise der normalen Inflation unterworfen, etwas ausmachen würde es nur, wenn die Preise für Energierohstoffe wesentlich stärker steigen würden als die Preise für andere Güter.

Wenn es wirklich so klar wäre, daß der Ölpreis demnächst explodieren wird, dann würden wir das heute schon an einem Preisanstieg bemerken, weil die Spekulanten das Öl heute zum niedrigeren Preis aufkaufen würden, um es dann Jahre später, wenn der Preis explodiert ist, mit Gewinn wieder zu verkaufen. In Wahrheit weiß keiner, wann es zu diesem vorausgesagten Ölpreisschock kommen wird und ob überhaupt.

Einseitige Stützung ist der große Unsinn

Mario, Sonntag, 03.06.2012, 14:47 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Bayern wird nach der Energiewende rund 25% weniger Energie selbst produzieren als heute. Ist das für dich etwa erstrebenswert? Wir alle sollen jetzt und künftig viel mehr bezahlen, damit er am Ende wenger haben als heute? Und sollen uns die erneuerbaren Energien nicht wie immer wieder in der Werbung gesagt unabhängiger machen? Das wäre für Bayern jedoch eine riesen Farce, weil wir dann noch mehr vom Russengas und vor allem dann ganz neu Nord/Ostdeutschland sowie Temelin anhängig wären und dafür noch mehr bezahlen müssen. Ist das etwa logisch? Nein, das ist nur noch ideologisch.

PeakOil längst erreicht, Rezession verhindert Preisschock

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 14:50 (vor 5059 Tagen) @ Felix

Öl, Gas und Kohle sind begrenzt und darum einer starken Preisinflation unterworfen. Wenn die Nachfrage von China und Indien den Pro-Kopf-Wert von der EU erreicht, dann dürften sich die Preise verzehnfachen noch bevor ein Ende dieser Energiequellen überhaupt erreicht ist.


Kohle gibt es noch viel und daraus kann man auch Benzin, Diesel und Kerosin herstellen.

Kohle hält aber auch nur 3 mal so lange wie Erdöl oder Erdgas, je nach Abbaurate zwischen 150 und 200 Jahren. Dann haben wir auch davon keine nennenswerten Vorkommen. Und in Deutschland ist 2/3 der Kohle Braunkohle und um an diese zu kommen, muss man ganze Landschaften umbutteln... nein Danke!


Hier ist eine Seite, auf der man die Entwicklung des Rohölpreises in US-$ bis zum Jahr 2002 zurück sehen kann. Zuletzt ist der Preis mal wieder gefallen und liegt unter dem Vorjahresniveau. Außerdem sind ja alle Preise der normalen Inflation unterworfen, etwas ausmachen würde es nur, wenn die Preise für Energierohstoffe wesentlich stärker steigen würden als die Preise für andere Güter.

Wenn es wirklich so klar wäre, daß der Ölpreis demnächst explodieren wird, dann würden wir das heute schon an einem Preisanstieg bemerken, weil die Spekulanten das Öl heute zum niedrigeren Preis aufkaufen würden, um es dann Jahre später, wenn der Preis explodiert ist, mit Gewinn wieder zu verkaufen. In Wahrheit weiß keiner, wann es zu diesem vorausgesagten Ölpreisschock kommen wird und ob überhaupt.

Der Oilpeak ist schon erreicht. Das der Preis nicht explodiert liegt daran, dass wir gerade in Richtung Weltrezession laufen. So gesehen hat die Banken- und Staatsschulenkrise uns erst einmal vor dem Ölpreisschock bewahrt, da die Nachfrage spürbar gesunken ist.

Gibt schon Versuchsanlage (Video)

Ösi, Sonntag, 03.06.2012, 14:52 (vor 5059 Tagen) @ Mario

Dass dies völlig unrealistisch ist, erkennt jeder mit normalem Menschenverstand.

Ich erkenne es nicht. Erkläre doch einmal, warum es unrealistisch ist. Oder spielt da vielleicht doch die Ideologie einen großen Teil?

Im Gegenteil halte ich es für völlig unrealistisch, weiterhin Atomstrom jährlich mit Milliardenbeträgen zu subventionieren.

Einseitige Stützung ist der große Unsinn

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 15:00 (vor 5059 Tagen) @ Mario

Bayern wird nach der Energiewende rund 25% weniger Energie selbst produzieren als heute. Ist das für dich etwa erstrebenswert? Wir alle sollen jetzt und künftig viel mehr bezahlen, damit er am Ende wenger haben als heute? Und sollen uns die erneuerbaren Energien nicht wie immer wieder in der Werbung gesagt unabhängiger machen? Das wäre für Bayern jedoch eine riesen Farce, weil wir dann noch mehr vom Russengas und vor allem dann ganz neu Nord/Ostdeutschland sowie Temelin anhängig wären und dafür noch mehr bezahlen müssen. Ist das etwa logisch? Nein, das ist nur noch ideologisch.

Früher oder später werden die fossilen Energieträger eh alle werden, auch das Uran. Das können wir höchstens noch hinaus zögern aber nicht verhindern.

Bevor diese Rohstoffe endgültig weg sind, werden die Abbaukosten durch die Decke gehen, da die Lagerstätten immer schwerer zu erreichen sein werden.

Der einzig langfristige Ausweg ist eine Energiequelle, deren Rohstoffe nachwachsen oder zumindest für die nächsten 100.000 Jahren nicht erschöpft sein werden. Das trifft nur auf die von mir genannten Energiequellen zu.

Die Sonne hat noch eine Lebenserwartung von 4,5 Milliarden Jahre, die Erdwärme durch den radioaktiven Zerfall von Uran & Co. im Erdkern wird noch etwa 6-7 Milliarden Jahre Energie liefern. (Somit wird es auch noch solange Plattentektonik, Erdbeben und Vulkanausbrüche geben. ;) )
Die Gezeiten werden noch einige Millionen Jahre in der heutigen Stärke vorhanden sein, danach wird die Erdrotation soweit abgebremst sein, dass wir auch diese Energiequelle nicht mehr nutzen können.
Wind- und Wasserenergie stammen direkt aus der solaren Einstrahlung, werden uns also auch noch viele Millionen Jahre zur Verfügung stehen. Biomasse solange wie es Leben auf der Erde gibt.

Einzig die einmal entstandenen Dinge wie Kohle, Erdöl, Erdgase und Methanhydrat werden in wenigen Menschengenerationen komplett aufgebraucht und damit unwiederbringlich verloren sein!

Wir werden also eh in spätestens 100 Jahren alle Erdöl- und Erdgas-Kraftwerke abschalten müssen, weil einfach nichts mehr zum Verbrennen vorhanden sein wird. Die Kohle reicht vielleicht noch 200 Jahre, aber auch nur, wenn wir nicht mehr als heute davon verbrauchen, was illusorisch ist, wenn erstmal die Alternativen komplett weg sind.

Entweder wir gewinnen unsere Energie regenerativ oder gar nicht... mehr Wahlfreiheit werden wir in Zukunft nicht mehr haben. Es wird keine neuen fossilen Energieträger geben, da diese eben nicht mehr nachwachsen.

Und Uran ist auch endlich. Nur 0,0001% der Erde bestehen aus Uran, davon lagern 99,999999% im Erdkern und unterem Erdmantel, wo wir nicht herankommen werden.

PeakOil längst erreicht, Rezession verhindert Preisschock

heinz11, Sonntag, 03.06.2012, 15:00 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Kohle gibt es noch viel und daraus kann man auch Benzin, Diesel und Kerosin herstellen.


Kohle hält aber auch nur 3 mal so lange wie Erdöl oder Erdgas, je nach Abbaurate zwischen 150 und 200 Jahren. Dann haben wir auch davon keine nennenswerten Vorkommen. Und in Deutschland ist 2/3 der Kohle Braunkohle und um an diese zu kommen, muss man ganze Landschaften umbutteln... nein Danke!

Das ist bei einigen schon nicht mehr möglich: Das Oberlausitzer Revier ist komplett geflutet und weite Teile des Mitteldeutschen ebenfalls (Stichwort: Neuseenland). Die A 38 zwischen südlich von Leipzig verläuft fast komplett durch ehemaliges Abbaugebiet. Da würde nicht nur der ADAC aufschreien, wenn diese Autobahn geopfert würde. Von den (Wieder)aufschlußkosten mal garnicht zu reden... ;-)

PeakOil längst erreicht, Rezession verhindert Preisschock

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 15:02 (vor 5059 Tagen) @ heinz11

Genau... dieser Zug ist schon längst abgefahren, um mal eine ICE-Treff-würdige Metapher zu gebrauchen. ;)

Wettbewerb um fossile Energieträger auf Dauer zu teuer

Ösi, Sonntag, 03.06.2012, 15:02 (vor 5059 Tagen) @ heinz11

Wahn ist es m.E. beispielsweise, daß die ineffizienteste Art der Energieerzeugung (Photovolataik) am meisten gefördert wird. Eine Einspeisegarantie von 45 Cent per Kwh bei Gestehungskosten von 5 Cent, das ist wie im Sozialismus, wo z.B. Kaninchenfleisch in der staatlichen Aufkaufstelle höher vergütet wurde, als der Endabgabepreis im Konsum betrug.

Eine Einspeisegarantie über 20 Jahre? Erstens eine Lizenz zum Gelddrucken, zweitens eine Möglichkeit, Schwarzgeld legal in weißes umzutauschen. Drittens die Ursache dafür, daß seitens der Hersteller kein Anlaß bestand, sich effektiv um Produktionsfortschritte zu bemühen. Das Ergebnis kann man sich bei Q-Cells und Solarworld anschauen.

Wenn Solarzellen eine Lizenz zum Gelddrucken sind, stelle doch selber welche auf. Für eine Lizenz zum Gelddrucken gibt dir sicher jede Bank einen Kredit. Viel Spaß beim Durchrechnen.

Die Einspeisepreise werden jedes Jahr reduziert und gelten jeweils für Anlagen, die in diesem Jahr gebaut wurden. Das heißt, dass natürlich Produktionsfortschritte notwendig sind, da die alten Entwürfe in den folgenden Jahren nicht mehr konkurrenzfähig wären, und das heißt auch, dass in ein paar Jahrzehnten das Ende der Subventionen kommt.

Noch 2009 waren es 43 bis 31 Cent pro Kilowattstunde, 2012 sind es 24 bis 18 Cent - ist das kein Fortschritt?

Der Hauptgrund, warum die deutschen Solarfirmen krachen, ist die Förderung durch den chinesischen Staat bei den Produzenten. Wenn China die Produzenten und Deutschland die Anwender subventioniert, dann werden eben Solarzellen von China nach Deutschland transportiert.

Gibt schon Versuchsanlage (Video)

heinz11, Sonntag, 03.06.2012, 15:02 (vor 5059 Tagen) @ Ösi


Im Gegenteil halte ich es für völlig unrealistisch, weiterhin Atomstrom jährlich mit Milliardenbeträgen zu subventionieren.


Atomstrom und Subventionen? Da bitte ich im weitergehende Erläuterungen.

Kernspaltung ist out

Markus-P, Sonntag, 03.06.2012, 15:03 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan


Was hat das mit Allgemeinwohl zu tun, wenn man ein potentielles Todesrisiko vor der Nase hat?

Das Leben ist immer mit Gefahren verbunden. Auf die Idee den Straßenverkehr zu verbieten ist auch noch keiner gekommen, und da ist die Todesrate höher als durch westeuropäische Kernkraftwerke.


Kernspaltung ist ein veralteter Ansatz. Die meisten dieser Kraftwerke, insbesondere in den USA und Frankreich, wurden nur deshalb gebraut, weil man darin Plutonium für die Atombombe erbrüten kann.. etwas was wir ironischerweise jetzt dem Iran vorwerfen, wo er doch so friedliche zivile Kernenergie nutzen will.

Die Kernenergie hat das gleiche Problem wie fossile Brennstoffe, der Rohstoff ist endlich. Es ist eine Übergangstechnologie, nur als Industriestaat muss den Unternehmen genügend Energie zu Verfügung gestellt werden. So lange regenerative Energiequellen nicht unbeschränkt zur Verfügung stehen, müssen wir mit Kernkraftwerken und Kohlekraftwerken leben.


Kernspaltung ist out, da nicht mehr zeitgemäß und zu unberechenbar. Ich will das nicht vor meiner Nase haben... nicht einmal im Umkreis von 1000 Kilometer. Zumindest kann ich als Wähler die deutsche Regierung derart beeinflussen, dass diese Energieform zumindest bei uns verschwindet, wenn schon andere Staaten so töricht sind und weiter darauf setzen wollen. Frankreich wird nie komplett kernspaltungsfrei werden, die brauchen ja ihre ach so tollen Atombomben. ;)

So, hier ist gerade trocken, mache erst mal eine Radausfahrt. Rund um Reaktor. Die vier benachbarten Erdgasblöcke dürften mal wieder im Stand-By-Modus sein. So wie fast jeden Tag hier.
Was dadurch an Kapitalkosten entsteht, ich möchte es nicht wissen. Die Energiekonzerne werden es aber wohl oder übel, an uns Kunden weiterreichen.

Kernenergie indirekt massiv subventioniert

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 15:06 (vor 5059 Tagen) @ heinz11
bearbeitet von ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 15:10

Der Staat erkundet, da es seine Pflicht ist, die Endlager und wird für die Kosten dieser Endlagerung aufkommen müssen. Diese Kosten werden also nicht auf den Strompreis des Stroms aus Nuklearanlagen angerechnet. Außerdem wurden in den 1970er und 1980er die KKW auch mit Steuergelder gebaut und seitdem mit Steuergelder gewartet, da der Staat ja für deren Sicherheit aufkommen muss.

Das ist eine indirekte Subvention dieser Energiequelle. Die Energieunternehmen müssen nur die Personalkosten, die alltäglichen Wartungskosten und die Kosten für die Brennelemente und deren Aufbereitung bezahlen.

Selbst die Castor-Demo-Kosten trägt alleine der Staat und nicht die Verbraucher. Auch wieder ein Kostenfaktor, für den Eon, RWE, EnBW und Vattenfall nicht aufkommen müssen.

PeakOil längst erreicht, Rezession verhindert Preisschock

Felix, Göttingen, Sonntag, 03.06.2012, 15:07 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Kohle hält aber auch nur 3 mal so lange wie Erdöl oder Erdgas, je nach Abbaurate zwischen 150 und 200 Jahren.

Ein sehr langer Zeitraum, in eine Zukunft, die weder wir noch unsere Kinder erleben werden. In der sich technologisch und gesellschaftlich sehr viel verändern wird. Wir können nicht vorhersehen, wie in so ferner Zukunft Energieerzeugung und der Verkehr sinnvoll stattfinden und selbst wenn, so wäre das kein Grund, uns deswegen jetzt schon in große Ausgaben zu stürzen.

Dann haben wir auch davon keine nennenswerten Vorkommen.

Das stimmt, aber andere Länder haben sie und werden sie abbauen. Und wenn der Bedarf an Öl und Ölprodukten groß genug ist bzw. die Erdölquellen zur Neige gehen, dann werden sie Kohle in Öl umwandeln, das wir oder unsere Nachfahren dann importieren werden.

Der Oilpeak ist schon erreicht. Das der Preis nicht explodiert liegt daran, dass wir gerade in Richtung Weltrezession laufen. So gesehen hat die Banken- und Staatsschulenkrise uns erst einmal vor dem Ölpreisschock bewahrt, da die Nachfrage spürbar gesunken ist.

Selbst wenn das stimmt, so ändert es doch nichts daran, daß der Ölpreis jetzt nicht besonders hoch ist und die Spekulanten keine Anstalten machen, in Erwartung eines kommenden Ölpreisschocks massenhaft Öl zu horten.

Warum können wir uns nicht einfach daran orientieren, was andere Länder tun? Deutsche Energie- und Verkehrspolitik ist in hohem Maße irrational, ständig wollen wir uns alle Probleme dieser Welt aufhalsen und dann technisch lösen. Dieses Verhalten kommt uns teuer zu stehen. Und den Klimawandel haben wir auch noch nicht aufgehalten, das können wir auch gar nicht, dazu sind wir viel zu unbedeutend.

Kernspaltung ist out

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 15:08 (vor 5059 Tagen) @ Markus-P


Was hat das mit Allgemeinwohl zu tun, wenn man ein potentielles Todesrisiko vor der Nase hat?


Das Leben ist immer mit Gefahren verbunden. Auf die Idee den Straßenverkehr zu verbieten ist auch noch keiner gekommen, und da ist die Todesrate höher als durch westeuropäische Kernkraftwerke.


Kernspaltung ist ein veralteter Ansatz. Die meisten dieser Kraftwerke, insbesondere in den USA und Frankreich, wurden nur deshalb gebraut, weil man darin Plutonium für die Atombombe erbrüten kann.. etwas was wir ironischerweise jetzt dem Iran vorwerfen, wo er doch so friedliche zivile Kernenergie nutzen will.


Die Kernenergie hat das gleiche Problem wie fossile Brennstoffe, der Rohstoff ist endlich. Es ist eine Übergangstechnologie, nur als Industriestaat muss den Unternehmen genügend Energie zu Verfügung gestellt werden. So lange regenerative Energiequellen nicht unbeschränkt zur Verfügung stehen, müssen wir mit Kernkraftwerken und Kohlekraftwerken leben.

Zum Glück sind das bei ersteres nur noch 10 Jahre und dann ist Feierabend. :-))

Gibt schon Versuchsanlage (Video)

Ösi, Sonntag, 03.06.2012, 15:09 (vor 5059 Tagen) @ heinz11

Atomstrom und Subventionen? Da bitte ich im weitergehende Erläuterungen.

Greenpeace-Studie zu dem Thema. Wenn du Greenpeace nicht vertraust, hier eine Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin im Auftrag der Bundesregierung.

Nicht zu vergessen sind auch die Haftungsrisiken. Sollte es tatsächlich zu einem GAU kommen, würden die Schäden die Rücklagen des Betreibers weit übersteigen, da nur bis 2,5 Milliarden Euro eine Garantie besteht.

Und was stattdessen?

Mario, Sonntag, 03.06.2012, 15:12 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Was hat das mit Allgemeinwohl zu tun, wenn man ein potentielles Todesrisiko vor der Nase hat?

Jede Straße ist ein potenzielles Todesrisiko. Willst deshalb die auch alle nucht in deiner nähe haben? Und darüberhinaus übertreibst du hier zum Thema KKWs deutscher Bauart maßlos, sorry.

Kernspaltung ist ein veralteter Ansatz. Die meisten dieser Kraftwerke, insbesondere in den USA und Frankreich, wurden nur deshalb gebraut, weil man darin Plutonium für die Atombombe erbrüten kann.. etwas was wir ironischerweise jetzt dem Iran vorwerfen, wo er doch so friedliche zivile Kernenergie nutzen will.

Kein einziges der deutschen KKWs ist von dieser Bauart (Druckröhrenreaktoren oder CANDUs). Die Ost-Reaktoren, deren Neubau du nahe der deutschen Grenze mit der Abschaltung der deutschen Reaktoren aber immer stärker heraufbeschwörst, haben jedoch diese Bauart und sollten deshalb in der Tat durch wesentlich sicherere und effektiverere Reaktoren der Generation III+ (z.B. EPR) abgelöst werden. Und jedes Auto und jeder Zug können Menschen töten. Soll man also alles Autos und Züge abschaffen?

Zudem ist das Potenzial der Kernspaltungsreaktoren noch lange nicht zu Ende. Es stehen derzeit mehrere Reaktortypen der Generation IV kurz vor der Realisierung, welche ein deutliches Plus an passiver Sicherheit haben und deren Spaltprodukte massiv kürzer strahlen als heute bzw. die sich ihren Brennstoff immer wieder selbst erbrüten. Aber Leute wie du lehnen ja allein aus purer Ideologie jede weitere Forschung und wesentlicht Weiterentwicklung daran ab und wollen künftig ständige künstliche Stromknappheit und somit massive Strompreissteigerungen in Kauf nehmen.

Und was stattdessen?

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 15:16 (vor 5059 Tagen) @ Mario

Ich hätte kein Problem damit in dünn besiedelten Gebieten in Russland oder Kanada ein paar wenige KKW im Betrieb zu halten. Ein KKW wird sicherlich auch die Energiequelle der Wahl werden, falls wir jemals den Mond oder Mars besiedeln sollten, aber in dicht besiedelten Gebieten wie Mitteleuropa oder Japan haben diese Kraftwerke meiner Meinung nichts zu suchen und ich bin aktiv dagegen.

Und anscheinend bin ich nicht der einzige Deutsche, der so denkt. Die Mehrheit denkt aktuell so und das ist auch gut so.

Kernenergie indirekt massiv subventioniert

heinz11, Sonntag, 03.06.2012, 15:19 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Über das Wort "massiv" kann man sich streiten, ungeachtet dessen erkenne ich an, daß 2 Cent/kwh Atomstrom eine Subvention darstellen.


Selbst die Castor-Demo-Kosten trägt alleine der Staat und nicht die Verbraucher. Auch wieder ein Kostenfaktor, für den Eon, RWE, EnBW und Vattenfall nicht aufkommen müssen.


Das ist in anderen Bereichen noch stärker ausgeprägt. Ich denke da nur an die Kosten, die für die Polizeieinsätze bei Fußballeinsätzen entstehen. Und da wird nicht nur einmal im Jahr gespielt...

Einseitige Stützung ist der große Unsinn

Mario, Sonntag, 03.06.2012, 15:33 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Früher oder später werden die fossilen Energieträger eh alle werden, auch das Uran. Das können wir höchstens noch hinaus zögern aber nicht verhindern.

Richtig. Aber deshalb jetzt in Panik alles mit Winrädern und Solaranlagen zuzupflastern und vollzuspargeln und damit eine ständige Und teure Stromknappheit zu erhalten, ist auch keine Lösung. Solange die Fusionsreaktoren und die Spaltungsreaktoren der Generation IV noch nicht marktreif sind müssen wir als Industrieländer eben noch etwas mit den bestehenden KKWs leben. Oder willst du eine große Eisenhütte mit dem Energiebedarf einer Kleinstadt etwa mit ein paar Winrädern betreiben :-).

Bevor diese Rohstoffe endgültig weg sind, werden die Abbaukosten durch die Decke gehen, da die Lagerstätten immer schwerer zu erreichen sein werden.

Leute wie du wollten ja keine Wiederaufbereitungsanlage in Deutschland, so dass der Brennstoffkreislauf geschlossen gewesen wäre und man nur einen Bruchteil neuen Urans neu kaufen müsste. Stattdessen hat man heute viel mehr nutzlos herumliegende und damit verschwendete ausgebrannte Brennstäbe, aus denen man großteils wieder neuen Brennstoff für die Reaktoren hätte machen können. Und ein Rubbiatron wolltet ihr ja auch nicht.

Der einzig langfristige Ausweg ist eine Energiequelle, deren Rohstoffe nachwachsen oder zumindest für die nächsten 100.000 Jahren nicht erschöpft sein werden. Das trifft nur auf die von mir genannten Energiequellen zu.

Oh ja, nachwachsend. Wenn ich mich so in meiner fränkischen Gegend umsehe, wieviele Waldflächen alleine in den letzten 5 Jahren für Pelletts ud Brennholz abgeholz wurden OHNE dass dabei wieder Jungbäume nachgepflanzt wurden und gesetzlich nachgepflanzt werden mussten (!), dann ist da garnix mit nachwachsend. Es zählt wie immer nur der Profit. Und dadurch, dass immer mehr WKAs in Wäldern gebaut werden, wird auch dort für Standort und Baustraßen immer mehr Wald geopfert. Das ist weder ökologisch logisch noch nachhaltig. Schonmal was von Scheinnachhaltigkeit gehört?

Einseitige Stützung ist der große Unsinn

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 15:37 (vor 5059 Tagen) @ Mario

Der einzig langfristige Ausweg ist eine Energiequelle, deren Rohstoffe nachwachsen oder zumindest für die nächsten 100.000 Jahren nicht erschöpft sein werden. Das trifft nur auf die von mir genannten Energiequellen zu.

Oh ja, nachwachsend. Wenn ich mich so in meiner fränkischen Gegend umsehe, wieviele Waldflächen alleine in den letzten 5 Jahren für Pelletts ud Brennholz abgeholz wurden OHNE dass dabei wieder Jungbäume nachgepflanzt wurden und gesetzlich nachgepflanzt werden mussten (!), dann ist da garnix mit nachwachsend. Es zählt wie immer nur der Profit. Und dadurch, dass immer mehr WKAs in Wäldern gebaut werden, wird auch dort für Standort und Baustraßen immer mehr Wald geopfert. Das ist weder ökologisch logisch noch nachhaltig. Schonmal was von Scheinnachhaltigkeit gehört?

Das ist aber ein anderes Problem, welches nichts mit der Kernenergie als solche zu tun hat.
Das ist eher das Problem mit unserer kapitalistischen Denke.

Naja, solange wie keine weitere 180° Wende kommen wird, werden in 10-20 Jahren keine deutschen KKW mehr am Netz sein. Grafenrheinfeld soll 2015 abgeschaltet werden.

Und was stattdessen?

Mario, Sonntag, 03.06.2012, 15:42 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Ich hätte kein Problem damit in dünn besiedelten Gebieten in Russland oder Kanada ein paar wenige KKW im Betrieb zu halten.
Ein KKW wird sicherlich auch die Energiequelle der Wahl werden, falls wir jemals den Mond oder Mars besiedeln sollten, aber in dicht besiedelten Gebieten wie Mitteleuropa oder Japan haben diese Kraftwerke meiner Meinung nichts zu suchen und ich bin aktiv dagegen.

Aha, dir sind die Menschen dort weitweg also weniger wert als hier!!! Hauptsache du hast die Kraftwerke hier los. Sorry, aber das ist verabscheuungswürdigste und radikalste St.-Florinaspolitik mit ideologischer Herabstufung von Menschen und deren "Lebenswert" anderer Nationen. Pfuiteufel! Merkst du eigentlich nochwas?

Einseitige Stützung ist der große Unsinn

Ösi, Sonntag, 03.06.2012, 15:44 (vor 5059 Tagen) @ Mario

Richtig. Aber deshalb jetzt in Panik alles mit Winrädern und Solaranlagen zuzupflastern und vollzuspargeln und damit eine ständige Und teure Stromknappheit zu erhalten, ist auch keine Lösung.

Sondern? Erst mal abwarten und dann erleben, was wirkliche Stromknappheit bedeutet?

Oder willst du eine große Eisenhütte mit dem Energiebedarf einer Kleinstadt etwa mit ein paar Winrädern betreiben :-).

Eine Kleinstadt kann man mit Windrädern versorgen, also kann man auch eine Eisenhütte mit Windrädern versorgen (Speicherung vorausgesetzt).

Leute wie du wollten ja keine Wiederaufbereitungsanlage in Deutschland, so dass der Brennstoffkreislauf geschlossen gewesen wäre und man nur einen Bruchteil neuen Urans neu kaufen müsste. Stattdessen hat man heute viel mehr nutzlos herumliegende und damit verschwendete ausgebrannte Brennstäbe, aus denen man großteils wieder neuen Brennstoff für die Reaktoren hätte machen können. Und ein Rubbiatron wolltet ihr ja auch nicht.

Auch Wiederaufbereitung kostet, und das nicht wenig. Wiederaufbereitung im großen Stil lohnt sich im Vergleich zum Uranabbau erst, wenn das Uran noch knapper wird, und dann lohnt sich Atomenergie als Ganzes nicht mehr.

Wettbewerb um fossile Energieträger auf Dauer zu teuer

Steffen, Sonntag, 03.06.2012, 15:50 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Mit welcher Menge Material wird man denn ganz Deutschland mit Strom versorgen können? Gibt es da schon Vorehrsagen?

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Einseitige Stützung ist der große Unsinn

Mario, Sonntag, 03.06.2012, 15:50 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Das ist aber ein anderes Problem, welches nichts mit der Kernenergie als solche zu tun hat.
Das ist eher das Problem mit unserer kapitalistischen Denke.

Es ist eine logische negative Erscheinung bei der Energiewende, eben weil deren Treiber (v.a. BN und Grüne) nicht weniger kapialistisch und profitgeil sind als die großen Betreiber. Und die Art, wie du es hier herunterspielst und gar ignorierst zeigt erneut, dass die Energiewende nur in der Werbung was mit moral und Umwelt zu tun hat. In der Realität geht es auch nur ums Geld und das sogar zu Lasten der Umwelt!!!

Naja, solange wie keine weitere 180° Wende kommen wird, werden in 10-20 Jahren keine deutschen KKW mehr am Netz sein. Grafenrheinfeld soll 2015 abgeschaltet werden.

Und dafür immer weitere Reaktoren älterer Bauart in Gegenden weitweg, deren Bewohner du wie geßehen als minder lebenswert ansiehst als die deiner eigenen Nation. Und das Grafenrheinfeld 2015 schon aussteigt, da wette ich massiv dagegen.

Und was stattdessen?

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 16:00 (vor 5059 Tagen) @ Mario

Es ist schon ein Unterschied ob ein KKW nur 100.000 Menschenleben potentiell gefährdet oder 100 Millionen. ;)

Einseitige Stützung ist der große Unsinn

Ösi, Sonntag, 03.06.2012, 16:09 (vor 5059 Tagen) @ Mario

Es ist eine logische negative Erscheinung bei der Energiewende, eben weil deren Treiber (v.a. BN und Grüne) nicht weniger kapialistisch und profitgeil sind als die großen Betreiber.

Ich weiß zwar nicht, wer oder was BN ist, aber genau das ist eben nicht der Fall.

KKW gehören den "großen Vier" E.ON, EnBW, Vattenfall und RWE. Solar- und Windanlagen gehören oft Hauseigentümern, Landwirten, lokalen Versorgungsunternehmen, Genossenschaften und dergleichen.

Energiewende heißt auch Demokratisierung der Energieerzeugung.

Effizienz der Kernfusion

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 16:10 (vor 5059 Tagen) @ Steffen
bearbeitet von ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 16:11

Die Effizienz der Kernfusion liegt bei 1% bezogen auf die eingesetzte Brennstoffmasse, d.h. man würde 1% der eingesetzten Brennstoffmasse als Strom heraus bekommen.

Nach E=mc² würden bei der Fusion von 1 Kilogramm Helium-3 (~9*10^16 Joule an Reinenergie) etwa 900 Terajoule (9*10^14) an Energie entstehen. Das entspricht wiederum 250 Millionen Kilowattstunden an elektrischer Energie.

Effizienz der Kernfusion

Steffen, Sonntag, 03.06.2012, 16:18 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Die Effizienz der Kernfusion liegt bei 1% bezogen auf die eingesetzte Brennstoffmasse, d.h. man würde 1% der eingesetzten Brennstoffmasse als Strom heraus bekommen.

Nach E=mc² würden bei der Fusion von 1 Kilogramm Helium-3 (~9*10^16 Joule an Reinenergie) etwa 900 Terajoule (9*10^14) an Energie entstehen. Das entspricht wiederum 250 Millionen Kilowattstunden an elektrischer Energie.

Das entspräche also 250 Gigawattstunden.

Hier wird genannt, dass Deutschland in einem Jahr 600 Terrawattstunden Strom verbrauchen würde. Das entspräche etwa 2t Helium-3.

Sofern ich mich nicht verrechnet habe :)

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Und was stattdessen?

ICE-TD, Sonntag, 03.06.2012, 16:22 (vor 5059 Tagen) @ Mario

Ich halte die Hysterie um die AKW auch für übertrieben, Fakt ist aber das die Zeit der AKW auch so in absehbarer Zeit zu Ende geht, man geht von 50 Jahren aus in denen noch spaltbares Uran zur Verfügung steht, also sollte man sich eh Gedanken über die Ablösung der AKW machen.

Und was stattdessen?

heinz11, Sonntag, 03.06.2012, 16:41 (vor 5059 Tagen) @ ICE-TD

Ich halte die Hysterie um die AKW auch für übertrieben, Fakt ist aber das die Zeit der AKW auch so in absehbarer Zeit zu Ende geht, man geht von 50 Jahren aus in denen noch spaltbares Uran zur Verfügung steht, also sollte man sich eh Gedanken über die Ablösung der AKW machen.


Das auch AKW nicht ewig laufen, ist klar. Es ist aber etwas anderes, ob ich sage, innerhalb von 40 - 50 Jahren will/muß ich den Umbau geschafft haben, oder ob ich aus politischen Gründen in einer doppelten Rolle rückwärts mit aller Gewalt in 10 Jahren alle AKW weg haben will. Bei den derzeitigen Planungsdurchläufen, die schon weit harmlosere Investitionen wie Brücken, Straßen oder ähnliches haben, ist es schlichtweg traumtänzerisch, in dem Zeitraum einen ausfallfreien Übergang zu schaffen.

Effizienz der Kernfusion

ChrisAC, Sonntag, 03.06.2012, 16:46 (vor 5059 Tagen) @ Steffen

Hallo,

Hier wird genannt, dass Deutschland in einem Jahr 600 Terrawattstunden Strom verbrauchen würde. Das entspräche etwa 2t Helium-3.

Sofern ich mich nicht verrechnet habe :)

2,4 Tonnen - Du hast Dich nicht verrechnet. Sei nur so nett und schreib "Tera" (10^12) - das hat mit "Terra" (Erde) nicht viel zu tun ... :-)

Grüße,

ChrisAC

Einseitige Stützung ist der große Unsinn

heinz11, Sonntag, 03.06.2012, 16:47 (vor 5059 Tagen) @ Ösi

Ich weiß zwar nicht, wer oder was BN ist, aber genau das ist eben nicht der Fall.

Ich vermute mal, Bund für Umwelt und Naturschutz.

KKW gehören den "großen Vier" E.ON, EnBW, Vattenfall und RWE. Solar- und Windanlagen gehören oft Hauseigentümern, Landwirten, lokalen Versorgungsunternehmen, Genossenschaften und dergleichen.

Energiewende heißt auch Demokratisierung der Energieerzeugung.


Sorry, aber da muß ich doch spontan lachen. Wenn man nicht die Zahl der errichteten Anlagen, sondern die erzeugten Kwh als Basis nimmt, dürfte Deine Behauptung nicht zu halten sein.

Effizienz der Kernfusion

Steffen, Sonntag, 03.06.2012, 16:49 (vor 5059 Tagen) @ ChrisAC

Sei nur so nett und schreib "Tera" (10^12) - das hat mit "Terra" (Erde) nicht viel zu tun ... :-)

Oh - natürlich!

Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera Tera

;)

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Einseitige Stützung ist der große Unsinn

Ösi, Sonntag, 03.06.2012, 16:56 (vor 5059 Tagen) @ heinz11

Sorry, aber da muß ich doch spontan lachen. Wenn man nicht die Zahl der errichteten Anlagen, sondern die erzeugten Kwh als Basis nimmt, dürfte Deine Behauptung nicht zu halten sein.

Tut mir leid, auf die Schnelle nur eine Quelle auf Englisch gefunden.

Mit den Begriffen auspassen!!!

Baselaner, Sonntag, 03.06.2012, 16:57 (vor 5059 Tagen) @ Mario

Und Strom kommt aus der Steckdose, gell? Ich merke, dass du du von der Realität der Energiewirtschaft nicht wirklich Ahnung hast.

Wer im Glaushaussitz sollte ganz vorsichtig sein was er sagt. Jedenfalls, wenn man mit Fachbegriffen um sich schmeißt! ;)

Die Realität sieht nämlich so aus, dass die deutschen Reaktoren (zumindest die Typen ab der Konvoi-Baureihe) noch um ettliches länger laufen werden müssen als jetzt geplant, eben weil man den Umbau auf Kraftwerksparks garnicht so schnell hinbekommt, wie gerne gewollt.

Auch ist das Problem der nachhaltigen Klärung der Frage der Backup-Kapazität noch immer ungelöst. Überall werden neue Windräder und Solaranlagen gebaut, aber keiner dieser Betreiber braucht sich darum zu kümmern, wie die Stromlücke ausgeglichen werden soll, wenn sein kleines Kraftwerk mal keine Energie liefert.

"Stromlücke" gibt es nicht! Die Betreiber stellen elektrische Leistung zur Verfügung! Keinen Strom!!! Das bitte genaustens trennen!!!

Sorry, aber diese LMAA-Mentalität ist weder fair noch zielführend. Wer Strom einspeißt hat sich genau wie heute die großen Betreiber auch verantwortungsvoll und am besten per Gesetz darum zu kümmern, dass er entsprechende Backup-Kapazitäten bereit stellen muss.

Auch hier wird Leistung bereitgestellt. Und zwar genau soviel, wie "verbraucht" wird!

Doch diese sind ja leider immer häufiger nur auf Teillast und damit ineffizient laufende Kohle- und Gaskraftwerke, die auch weiterhin Dreck in die Luft blasen. Doch das wird einfach ignoriert in der momentanen Goldgräberstimmung. Doch genau das ist das Problem, was jedoch fast keiner wahr haben will.

Und bitte auch beachten: Energie kann weder hergestellt, noch verbraucht werden. Es findet immer "nur" eine Umwandlung statt! Auch wenn man das im Volksmund gerne vertuscht. ;) Das hattest du mal woanders gesagt in deinem Posting.

Und: Die Leistung, die gerade in den Haushalten "verbraucht" werden, müssen im gleichen Moment zur Verfügung gestellt werden, ansonsten bricht das ganze System zusammen. ;)


So nun habe ich genug Klug geschissen ... :-P

Restrisiko halte ich für zu groß

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 17:04 (vor 5059 Tagen) @ heinz11
bearbeitet von ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 17:04

Nach Tschernobyl und Fukushima sollte klar sein, dass das Restrisiko in einem dicht besiedelten Gebiet halt doch ein wenig zu groß ist.

Gegen ein KKW in Sibirien oder in der Sahara mit 0,irgendetwas Einwohner pro Quadratkilometer habe ich nix einzuwenden, aber doch bitte nicht in Mitteleuropa oder Japan mit hunderten Leuten auf den Quadratkilometer.

Einseitige Stützung ist der große Unsinn

heinz11, Sonntag, 03.06.2012, 17:20 (vor 5059 Tagen) @ Ösi

Sorry, aber da muß ich doch spontan lachen. Wenn man nicht die Zahl der errichteten Anlagen, sondern die erzeugten Kwh als Basis nimmt, dürfte Deine Behauptung nicht zu halten sein.


Tut mir leid, auf die Schnelle nur eine Quelle auf Englisch gefunden.


Dafür mußt Du Dich nicht entschuldigen. Danke für die Quelle!

Effizienz der Kernfusion

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 17:28 (vor 5059 Tagen) @ Steffen

Kommt etwa hin. Wenn man noch Reinigungsverluste usw. einbezieht, müsste man etwa 3 Tonnen dafür vom Mond holen. Das ist mit einmal zu realisieren. Allerdings müsste man ja nicht nur den Verbrauch in D sondern den Weltverbrauch berechnen und da reden wird schon von hunderten Tonnen und da wird es langsam richtig teuer.

-> http://www.focus.de/wissen/weltraum/odenwalds_universum/tid-15408/raumfahrtvisionen-ene...
-> http://faz-community.faz.net/blogs/planckton/archive/2009/10/15/schaetzings-schatz-was-...

Vergleich zu Erdbeben/Tsunamie-Opfern?

Mario, Sonntag, 03.06.2012, 19:29 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Nach Tschernobyl und Fukushima sollte klar sein, dass das Restrisiko in einem dicht besiedelten Gebiet halt doch ein wenig zu groß ist.

Vielleicht könntest du beim Thema Fukushima zur Abwechslung mal die grüne Brille abnehmen und schaust dir im Vergleich zu dem GAU vielleicht mal an, wieviele Menschen durch das Erdbeben und den Tsunami starben! Das waren zusammen um die 20.000 Menschen! Dass allein durch den GAU nur ansatzweise soviele gestorben wären, wäre mir jetzt völlig neu. Hier bitte ich entschieden um deutliche Neutralität und Anerkennung der realen Vergleichbarkeit.

Gegen ein KKW in Sibirien oder in der Sahara mit 0,irgendetwas Einwohner pro Quadratkilometer habe ich nix einzuwenden, aber doch bitte nicht in Mitteleuropa oder Japan mit hunderten Leuten auf den Quadratkilometer.

Wie gesagt, du bist ein typischer St.-Florianstyp. Hauptsache weit weg und schon ist es einem egal...

Vergleich zu Erdbeben/Tsunamie-Opfern?

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 19:36 (vor 5059 Tagen) @ Mario

Nach Tschernobyl und Fukushima sollte klar sein, dass das Restrisiko in einem dicht besiedelten Gebiet halt doch ein wenig zu groß ist.

Vielleicht könntest du beim Thema Fukushima zur Abwechslung mal die grüne Brille abnehmen und schaust dir im Vergleich zu dem GAU vielleicht mal an, wieviele Menschen durch das Erdbeben und den Tsunami starben! Das waren zusammen um die 20.000 Menschen! Dass allein durch den GAU nur ansatzweise soviele gestorben wären, wäre mir jetzt völlig neu. Hier bitte ich entschieden um deutliche Neutralität und Anerkennung der realen Vergleichbarkeit.

Radioaktivität tötet nicht sofort sondern erst zeitverzögert in der Zukunft und vor allem stetig in kleinen Schritten. Die realen Folgen werden wir erst in 30-40 Jahren sehen, vorher sind nur Spekulation möglich. Ob die Verseuchung irgendwann mal 20.000 Menschen töten wird, bleibt abzuwarten.

Gegen ein KKW in Sibirien oder in der Sahara mit 0,irgendetwas Einwohner pro Quadratkilometer habe ich nix einzuwenden, aber doch bitte nicht in Mitteleuropa oder Japan mit hunderten Leuten auf den Quadratkilometer.

Wie gesagt, du bist ein typischer St.-Florianstyp. Hauptsache weit weg und schon ist es einem egal...

Nein, ich wäge nur ab. Wenn Deutschland nur 1/10 der aktuellen Einwohner hätte, würde das KKW-Thema einen anderen Stellenwert haben.

Einseitige Stützung ist der große Unsinn

Mario, Sonntag, 03.06.2012, 19:42 (vor 5059 Tagen) @ Ösi

Ich weiß zwar nicht, wer oder was BN ist, aber genau das ist eben nicht der Fall.

Du weißt nicht was der BN ist aber willst hier mitreden? Es ist der Bund Naturschutz - was bitte sonst. Und genau meine Fetstellung zum reinen Kapitaldenken ist hier sehr wohl der Fall.

KKW gehören den "großen Vier" E.ON, EnBW, Vattenfall und RWE. Solar- und Windanlagen gehören oft Hauseigentümern, Landwirten, lokalen Versorgungsunternehmen, Genossenschaften und dergleichen.

Energiewende heißt auch Demokratisierung der Energieerzeugung.

So, denkst du das wirklich? In unserer Region wurden jetzt einige neue Gebiete für Windräder ausgewiesen und es haben sich bereits mehrere Gemeinden dagegen ausgesprochen, weil sie die Effizienz aus gutem Grund anzweifeln und um ihr Landschaftsbild und ihre Anwohner fürchten. Doch trotz der teils sehr klaren demokratischen Beschlüsse der agemeinderäte prozessieren Grüne und der BN in einigen Fällen und wollen entgegen der Demokratie ihren reinen Privatwillen im Streben nach Profit durch eigene WKAs durchdrücken. DAS hat mit Demokratie nix mehr zu tun sondern ist immer mehr die Stellung des Privatwohls über das Allgemeinwohl. Und wie gesagt: Je mehr Windräder gebaut werden, desto teurer wird für ALLE der Strom. Auch das hat nichts mit Demokratie zu tun. Die Preistreiberei bleibt und nimmt immer mehr zu, nur dass uns jetzt neben den großen Betreibern zusätzlich auch noch rein privatprofitorientierte Bürgerenergiegenossenschaften ausnehmen. Bürger beuten als direkt andere Bürger aus - das ist nicht demokratisch sondern reines Profitdenken in einer neuen Dimension.

Und wie gesagt wälzen alle Betreiber von WKAs und Solaranlagen die Verantwortung für eine ständig stabile Energieversorgung einfach auf andere ab, die das wirtschaftlich immer weniger können und wollen. Auch das ist undemokratisch.

Vergleich zu Erdbeben/Tsunamie-Opfern?

Mario, Sonntag, 03.06.2012, 19:47 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Nein, ich wäge nur ab. Wenn Deutschland nur 1/10 der aktuellen Einwohner hätte, würde das KKW-Thema einen anderen Stellenwert haben.

DU wägst nicht ab sondern gibst ganz klar zu, dass für dich ein sibirisches Menschenleben weniger wert ist als ein deutsches. So und nicht anders ist deine Einstellung. Und das grenzt in der Form beinahe schon braunen Rassenlehren, wonach es weniger lebenswerte menschliche Rassen gibt. Pfuiteufel, das du so eingestellt bist, hätte ich nie gedacht. Ich bin von dir tief entäuscht.

Vergleich zu Erdbeben/Tsunamie-Opfern?

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 19:50 (vor 5059 Tagen) @ Mario

Nein, ich wäge nur ab. Wenn Deutschland nur 1/10 der aktuellen Einwohner hätte, würde das KKW-Thema einen anderen Stellenwert haben.

DU wägst nicht ab sondern gibst ganz klar zu, dass für dich ein sibirisches Menschenleben weniger wert ist als ein deutsches. So und nicht anders ist deine Einstellung. Und das grenzt in der Form beinahe schon braunen Rassenlehren, wonach es weniger lebenswerte menschliche Rassen gibt. Pfuiteufel, das du so eingestellt bist, hätte ich nie gedacht. Ich bin von dir tief entäuscht.

Du behauptet, dass ich so eingestellt wäre und du bringst den Vergleich hier an.

Mir ging und geht es lediglich um die unterschiedliche Bevölkerungsdichte. Welche Region ist im Falle eines Super-GAU wohl leichter zu evakuieren: Wo 200 Leute pro km² oder 0,5 Leute pro km² wohnen?

Einseitige Stützung ist der große Unsinn

Ösi, Sonntag, 03.06.2012, 19:56 (vor 5059 Tagen) @ Mario

Du weißt nicht was der BN ist aber willst hier mitreden? Es ist der Bund Naturschutz - was bitte sonst. Und genau meine Fetstellung zum reinen Kapitaldenken ist hier sehr wohl der Fall.

Nur weil ich irgendeine von dir verwendete Zwei-Buchstaben-Abkürzung für eine nur in Bayern aktive Organisation nicht kennen sollte, sollte ich den Unsinn, der von diversen Leuten hier gepostet wird, nicht mit Fakten widerlegen können?

So, denkst du das wirklich? In unserer Region wurden jetzt einige neue Gebiete für Windräder ausgewiesen und es haben sich bereits mehrere Gemeinden dagegen ausgesprochen, weil sie die Effizienz aus gutem Grund anzweifeln und um ihr Landschaftsbild und ihre Anwohner fürchten. Doch trotz der teils sehr klaren demokratischen Beschlüsse der agemeinderäte prozessieren Grüne und der BN in einigen Fällen und wollen entgegen der Demokratie ihren reinen Privatwillen im Streben nach Profit durch eigene WKAs durchdrücken. DAS hat mit Demokratie nix mehr zu tun sondern ist immer mehr die Stellung des Privatwohls über das Allgemeinwohl. Und wie gesagt: Je mehr Windräder gebaut werden, desto teurer wird für ALLE der Strom. Auch das hat nichts mit Demokratie zu tun. Die Preistreiberei bleibt und nimmt immer mehr zu, nur dass uns jetzt neben den großen Betreibern zusätzlich auch noch rein privatprofitorientierte Bürgerenergiegenossenschaften ausnehmen. Bürger beuten als direkt andere Bürger aus - das ist nicht demokratisch sondern reines Profitdenken in einer neuen Dimension.

Und wie gesagt wälzen alle Betreiber von WKAs und Solaranlagen die Verantwortung für eine ständig stabile Energieversorgung einfach auf andere ab, die das wirtschaftlich immer weniger können und wollen. Auch das ist undemokratisch.

Ich finde es kurios, dass du bei Stuttgart 21 das Vorgehen der Bahn, des Bundes und des Landes gerechtfertigt hast und dich hier als großer Basisdemokrat aufspielst. Dein Demokratieverständnis scheint daraus zu bestehen, dass du für Mitsprache genau dann bist, wenn das für dich gewünschte Ergebnis herauskommt.

Der Rest deines Posts ist nur noch als absurd zu betrachten. Du sprichst vom Profitstreben der Grünen und des Bund Naturschutz - verkaufen die etwa Windkraftanlagen oder was? (Der Bund Naturschutz hat übrigens laut seiner Homepage ganz andere Aufgaben und kümmert sich um Konservierung.)

Dann sprichst du davon, dass der Strompreis irgendetwas mit Demokratie zu tun haben würde - ist es auch undemokratisch, wenn der Supermarkt die Brötchen einen Cent teurer macht, ohne dich zu fragen?

@Mario: Auszeit! [mit Nachtrag]

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Sonntag, 03.06.2012, 20:17 (vor 5059 Tagen) @ Mario

Hallo Mario,
den ganzen Tag über beobachten wir hier schon deine Beiträge. Als Einzelbeitrag geht jeder hart an die Grenze, in der Summe sind sie schon einen Kommentar und auch eine eintägige Auszeit vom Forum wert.

Ich schalte nun zum Entspannen das ZDF ein, da läuft "Katie Fforde Eine Liebe in den Highlands", das klingt nach Entspannung und Dank der Auszeit können da alle Forumsmoderatoren mitschauen, denn in der Zwischenzeit läuft das Forum nicht mit überwachungswürdigen Beiträgen über.

Ich wünsche dir noch einen ruhigen und entspannten Abend!

Holger_HAM
-Moderator-

Nachtrag:
Hier ist noch ein lesenswerter Beitrag:
http://www.ice-treff.de/index.php?id=184530

Nachtrag (20:23 Uhr: 03.06.12):
Gerade haben wir deinen Beitrag gelesen und nun deine Sperre auf eine Woche erweitert. Solche Beiträge sind total daneben und hätte ich ihn vor der Sperrung gelesen, so hätte ich diese weniger humorvoll eingeleitet. Bei den anderen Forumsteilnehmern entschuldige ich mich im Namen des Moderatorenteams für das etwas späte Einschreiten und wünsche allen noch einen schönen Abend. Holger_HAM

PeakOil? Ja wann denn?

Maggus, Ravensburg (Württ), Sonntag, 03.06.2012, 20:31 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan
bearbeitet von Maggus, Sonntag, 03.06.2012, 20:32

Dem Bürger will man seit über 10 Jahren weis machen, das Peak Oil sei erreicht.
Bei der allseits beliebten Sendung Top Gear (BBC) hat man mal gezeigt, wie ökologisch so eine tolle Batterie eines Toyota Prius denn ist.
Und zum Schluss haben sie den Toyota über ihren Rundkurs mit Vollgas gescheucht und sind mit einem BMW M3 einfach nur hinterhergefahren. Der BMW hat deutlich weniger verbraucht.

2006

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 20:37 (vor 5059 Tagen) @ Maggus

2006 war das Jahr mit der größten Förderquote aus konventionellen Quellen. Seitdem sinkt diese Rate.
Derzeit wird sie durch alternative Quellen wie Ölsand aus Kanada usw. zum Teil ausgeglichen.

-> http://213.133.109.5/wb/AUTARKIN/Info/InfoDat/Ener_WEO.pdf

Nein, ist sie nicht!

AX-330, Sonntag, 03.06.2012, 21:51 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan
bearbeitet von AX-330, Sonntag, 03.06.2012, 21:51

Die meisten dieser Kraftwerke, insbesondere in den USA und Frankreich, wurden nur deshalb gebraut, weil man darin Plutonium für die Atombombe erbrüten kann..

Völlig falsch.

Um Waffenplutonium herzustellen, unterhalten sich die USA die Hanford Site. Die Bude hat gestanden, bevor es die ersten zivilen Prototypen-Reaktoren gab, die zur Energieerzeugung dienten.

Frankreich erzeugt sein Gebräu in La Hague und nutzt meines Wissens nach dazu das beim Betrieb eines Leichtwasserreaktors anfallende Plutonium. Teilweise stellen sie aber auch MOX-Brennstäbe draus her. Ihre Reaktorflotte haben sie aber definitiv nicht gebaut, um waffenfähiges Plutonium herzustellen. Das wäre der falscheste aller Ansätze, und sie hatte schon Kernwaffen, bevor sie ihr Land mit Dutzenden von KKWs überzogen haben.

Kernspaltung ist out, da nicht mehr zeitgemäß und zu unberechenbar.

Auch falsch - das "zeitgemäß" ist zumindestens insofern subjektiv, als daß der Wind zur Zeit nicht nur hierzulande den Kernenergiefreunden direkt entgegenweht. Im Hinblick auf das CO2-Problem ist Kernenergie äußerst zeitgemäß. Ich störe mich am "unberechenbar" - selbst die Auswirkungen eines auslegungsüberschreitenden Störfalls (aka Super-GAU) sind bemerkenswert detailliert berechenbar, siehe dazu zum Beispiel ein Projekt des BMU, was noch unter Rot-Grün angestoßen worden ist und eine Software hervorgebracht hat, mit der die Quellterme einer Radioaktivitätsfreisetzung je nach Störfallpfad, atmosphärischen Einflüssen und so weiter simuliert werden können (ich finde den Link gerade nicht wieder). Vielleicht meintest du eher, daß das (vernachlässigbar geringe) Restrisiko und die nicht gelöste Endlagerproblematik (wobei Endlagern nicht mal sinnvoll ist) einen Hauch subjektiver Gefahr erzeugen, die Kernenergie "unberechenbar" machen.

Ich will das nicht vor meiner Nase haben...

Ich würd sofort nach Unterweser oder Grafenrheinfeld ziehen, in Sichtweite zum Kraftwerk, jederzeit gerne. Und im Umkehrschluß hätte ich nicht wirklich was dagegen, wenn in Wustermark ein neues KKW gebaut werden würde.

nicht einmal im Umkreis von 1000 Kilometer.

Zumindest kann ich als Wähler die deutsche Regierung derart beeinflussen, dass diese Energieform zumindest bei uns verschwindet

Und ich als leidenschaftlicher Sozi hätte mich fast mal allein wegen der Kernenergie-Problematik (und dem Autobahntempolimit ;) zum CDU-Wählen gezwungen gesehen, aber das fällt jetzt für mich auch raus - schade. Ist eigentlich die FDP noch für Kernenergie? Nur mal so am Rande, wählen werde ich die nicht ;)

Frankreich wird nie komplett kernspaltungsfrei werden, die brauchen ja ihre ach so tollen Atombomben. ;)

Man kann auch kernspaltungsfrei Atomwaffen herstellen, aber man braucht auch nicht zwingend 60 oder 70 ausgewachsene Druckwasserreaktoren wie die Franzosen dafür.

Kernspaltung ist out

AX-330, Sonntag, 03.06.2012, 21:56 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Was hat das mit Allgemeinwohl zu tun, wenn man ein potentielles Todesrisiko vor der Nase hat?

Meinst du damit jetzt die Kernenergie? Oder deinen Heimatbahnhof? Oder die Straße vor deiner Haustür?

Beim potentiellen Todesrisiko denke ich an alle möglichen Infrastrukturen, aber nicht an irgendein deutsches Kernkraftwerk.

Und was stattdessen?

AX-330, Sonntag, 03.06.2012, 21:57 (vor 5059 Tagen) @ ICE-TD

Ich halte die Hysterie um die AKW auch für übertrieben, Fakt ist aber das die Zeit der AKW auch so in absehbarer Zeit zu Ende geht, man geht von 50 Jahren aus in denen noch spaltbares Uran zur Verfügung steht, also sollte man sich eh Gedanken über die Ablösung der AKW machen.

Woher hast du diese Zahl?

Restrisiko halte ich für zu groß

AX-330, Sonntag, 03.06.2012, 21:58 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Gegen ein KKW in Sibirien oder in der Sahara mit 0,irgendetwas Einwohner pro Quadratkilometer habe ich nix einzuwenden, aber doch bitte nicht in Mitteleuropa oder Japan mit hunderten Leuten auf den Quadratkilometer.

Du bist ein NIMBY.

Kernspaltung ist out

heinz11, Sonntag, 03.06.2012, 22:01 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan


Kernspaltung ist out, da nicht mehr zeitgemäß und zu unberechenbar.

Wenn ich so schaue, wer alles wieder AKW`s baut, ist das eine Mindermeinung.

Nein, ist sie nicht!

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 22:04 (vor 5059 Tagen) @ AX-330

Ich will das nicht vor meiner Nase haben...


Ich würd sofort nach Unterweser oder Grafenrheinfeld ziehen, in Sichtweite zum Kraftwerk, jederzeit gerne. Und im Umkehrschluß hätte ich nicht wirklich was dagegen, wenn in Wustermark ein neues KKW gebaut werden würde.

Darfst du gerne tun, ich würde dich nicht aufhalten. Ich bin da aber völlig anderer Meinung.

Nein, ist sie nicht!

AX-330, Sonntag, 03.06.2012, 22:26 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Darfst du gerne tun, ich würde dich nicht aufhalten. Ich bin da aber völlig anderer Meinung.

Aus subjektiven oder objektiven Gründen? :-)

Aus objektiven Gründen würde ich neben gar kein thermisches Kraftwerk ziehen, weil mir der Lärm und das Licht nicht so genehm wären. Andererseits wohne ich mitten in der Großstadt im ersten Hinterhof, also ist das alles wieder subjektiv :-D

Nein, ist sie nicht!

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 22:32 (vor 5059 Tagen) @ AX-330

Ich traue der Sicherheit von KKW in einer kapitalistischen Gesellschaft generell nicht. Diese Gewinnsucht und der Geiz bei der Instandhaltung und der Fürsorge des Personals gepaart mit persönlicher Skrupellosigkeit von Managern ist für mich Grund genug solche Anlagen zu meiden und für deren Demontage innerhalb dicht besiedelter Gebiete zu kämpfen.

Die Bahn lebt dieses Modell ja auch vor. Da wird an einigen Ecken auch an der Sicherheit gespart und auf die Meinung der Mitarbeiter nix gegeben. Warum sollte das in den großen Energiekonzernen anders sein? Außerdem gibt es genug Skandale rund um AKW, insbesondere die Geschichte mit Vattenfall.

Nein, für mich spricht überhaupt nichts dafür im aktuellen gesellschaftlichen Rahmen innerhalb von Deutschland Hochrisikotechnologie zu betreiben.

Von mir aus in Gegenden, die man notfalls komplett evakuieren und abriegeln kann, wenn dann er zu erwartenden Störfall eintritt, aber nicht in Regionen wo mehrere Millionen Menschen auf nur wenigen 100.000 Quadratkilometern wohnen.

Kernspaltung ist out

AX-330, Sonntag, 03.06.2012, 22:38 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Ich will das nicht vor meiner Nase haben... nicht einmal im Umkreis von 1000 Kilometer.

Der Umkreis ist mir ganz egal. Kommt immer drauf an, wer damit wie herumspielt! In einige sowjetische Druckwasserreaktoren in Osteuropa, nicht mal fünfhundert Kilometer weit von uns entfernt, sind Milliardenbeträge gesteckt worden. Westeuropäische Firmen und Institutionen haben auf Wunsch der Betreibergesellschaften und -länder (nicht ganz ohne politischen Druck) technische und prozedurale Verbesserungen installiert. So können diese Kisten meiner (irrelevanten) Meinung nach gerne weiterbetrieben werden.

Wenn allerdings der Umgang mit Kernenergie so gestaltet wird wie in Mexico, dann habe ich sehr viel dagegen, sogar so viel, daß ich es ihnen stumpf verbieten möchte. Auch wenn die fast zehntausend Kilometer von mir entfernt herumpfuschen, mir gehts da ums Prinzip. Kernenergie ist kein Schnittblumenzüchten.

Nein, ist sie nicht!

AX-330, Sonntag, 03.06.2012, 22:59 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Ich traue der Sicherheit von KKW in einer kapitalistischen Gesellschaft generell nicht.

Der Sicherheit von KKWs in nichtkapitalistischen Gesellschaften traue ich noch wesentlich weniger.

Diese Gewinnsucht und der Geiz bei der Instandhaltung und der Fürsorge des Personals gepaart mit persönlicher Skrupellosigkeit von Managern ist für mich Grund genug solche Anlagen zu meiden

Das Personal wird wirklich Fürsorge für ihre Anlage aufbringen, allein schon deswegen, weil sie nebenan wohnen und unter Kernkraftwerkern eine sehr starke Identifikation mit "ihrer" Anlage vorherrscht (ein ehemaliger Nachbar von uns arbeitet in Unterweser). Gut bezahlt werden die Jungs und Mädels auch.

Beispiele von Störfällen (zur Klarstellung: Ein Störfall ist nicht zwingend mit Radioaktivitätsfreisetzung verbunden!), die aus kurzsichtigem Spartrieb des Betreibers und sicherlich auch durch Kostenoptimierungswillen und -zwang von Führungskräften entstanden sind, gibt es in der Tat mehr als genug. Zu nachweislichen Todesfällen oder Erkrankungen in der Bevölkerung hat das meines Wissens allerdings noch nicht geführt, weil das ja gerade einer der Schönheiten kerntechnischer Anlagen ist: Wenn eine oder teilweise auch mehrere Sicherheitseinrichtungen, seien sie institutioneller oder physischer Art versagen, führt das nicht zwangsweise zu einer Radioaktivitätsfreisetzung.

Außerdem gibt es genug Skandale rund um AKW, insbesondere die Geschichte mit Vattenfall.

Meinst du die Trafobrände in Brunsbüttel und Krümmel? Die waren wirklich idiot... ungeschickt gemanaget in Sachen Kommunikation. Oder den Notstromfall in Forsmark?

Nein, für mich spricht überhaupt nichts dafür im aktuellen gesellschaftlichen Rahmen innerhalb von Deutschland Hochrisikotechnologie zu betreiben.

Angesichts der Ergebnisse probabilistischer oder deterministischer Risikostudien würde ich nicht von Hochrisikotechnologie sprechen wollen.

Von mir aus in Gegenden, die man notfalls komplett evakuieren und abriegeln kann, wenn dann er zu erwartenden Störfall eintritt, aber nicht in Regionen wo mehrere Millionen Menschen auf nur wenigen 100.000 Quadratkilometern wohnen.

Finde ich nicht notwendig, aber: In den USA gibts viele Kernkraftwerke in ziemlich isolierten Lagen. Da ist dein Wunsch durchaus gegeben.

Falls dein Englisch dafür ausreicht (bitte versteh das nicht falsch, ich weiß eben nicht, wie gut du diese Sprache sprichst!), ist dieser von einem Nuklearingenieur geschriebene Techno-Thriller äußerst empfehlenswert. Mein per Fern- und Ortsleihe zusammengetragenes Viertel- bis Dreiviertelwissen sagt mir, daß der Mann definitiv weiß, wovon er da redet, und gut lesbar ist es auch noch. Letztenendes ist es beinahe das Fukushima-Szenario, was er da behandelt (lange andauernder Blackout, Versagen aktiver Sicherheitseinrichtungen duch interne Einwirkungen). Kann ich nur empfehlen.

Kernenergie indirekt massiv subventioniert

AX-330, Sonntag, 03.06.2012, 23:10 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Der Staat erkundet, da es seine Pflicht ist,

Finde ich soweit gut, weil die Kernenergie hierzulande politisch gewollt worden ist und weil "Atommüll" nicht zwingend in private Hände gehört.

die Endlager und wird für die Kosten dieser Endlagerung aufkommen müssen.

Seit ziemlich langer Zeit, ich würde fast sagen, seit Jahrzehnten, muß der Betreiber eines KKW Rücklagen für die Kosten der Endlagerung bilden.

Außerdem wurden in den 1970er und 1980er die KKW auch mit Steuergelder gebaut und seitdem mit Steuergelder gewartet, da der Staat ja für deren Sicherheit aufkommen muss.

(Fast) völlig falsch. Kernenergieforschung in allen Bereichen ist hierzulande, wie damals praktisch überall auf der Welt, in beträchtlichem Umfang subventioniert worden. Es gab und gibt (wenn auch nur noch in sehr eingeschränktem Umfang) innereuropäische und internationale Bündelung von Forschungsgeldern zu diesem Thema. Großkraftwerke sind ohne jegliche Steuergelder entstanden! Prototypenanlagen wie der SNR-300 oder der THTR oder auch der Rheinsberger Reaktor sind allerdings tatsächlich staatlich bezuschußt worden (und das nicht ohne). Ähnlich, wie heute die Forschung und Realisierung von Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung mit Steuergeldern bezahlt werden.

Das ist eine indirekte Subvention dieser Energiequelle. Die Energieunternehmen müssen nur die Personalkosten, die alltäglichen Wartungskosten und die Kosten für die Brennelemente und deren Aufbereitung bezahlen.

Das ist wieder völlig falsch, ohne fast.

Selbst die Castor-Demo-Kosten trägt alleine der Staat und nicht die Verbraucher.

Ist nun mal so, daß bei Polizeieinsätzen bei Demos der Staat blechen muß. Die Bundesliga zahlt auch kein kaputtgerammeltes Wagenmaterial oder Polizeieinsätze in Stadien.

Nachtrag zu Three Mile Island

AX-330, Sonntag, 03.06.2012, 23:17 (vor 5059 Tagen) @ AX-330

Auf die Gefahr hin, daß es wirklich zu off-topic wird - aber wenn wir schon dabei sind, möchte ich diese zu großen Teilen korrekte und bemerkenswert detaillierte Beschreibung des Three Mile Island-Desasters noch verlinken:

TMI - The Narrative

Nein, ist sie nicht!

ICE-T-Fan, Sonntag, 03.06.2012, 23:25 (vor 5059 Tagen) @ AX-330

Nein, für mich spricht überhaupt nichts dafür im aktuellen gesellschaftlichen Rahmen innerhalb von Deutschland Hochrisikotechnologie zu betreiben.


Angesichts der Ergebnisse probabilistischer oder deterministischer Risikostudien würde ich nicht von Hochrisikotechnologie sprechen wollen.

Man kann damit ganze Landstriche entvölkern und hunderttausende von Personen langfristig töten. Mehr Risiko geht nun fast wirklich nicht, außer vielleicht die gesamte Erde zu zerstören, wofür uns aber glücklicherweise die technischen Mittel fehlen.

Außerdem tötet Radioaktivität nicht immer direkt kausal sondern als Folgeerscheinungen. Darum ist es auch sehr sehr schwer eine Krebserkrankung mit einer bestimmten Disposition zuzuordnen.
Darum gibt es auch nur wenig aussagekräftige Statistiken über das Risiko von radioaktiver Belastung. Fakt ist aber, dass es nachgewiesen ist, dass ionisierende Strahlung menschliche Zellen mutieren lässt und Gewebe zerstört.

Statistisch haben wir etwa alle paar Jahre einen größeren Störfall. -> http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Unfällen_in_kerntechnischen_Anlagen#1940_.E2.80....

Einseitige Stützung ist der große Unsinn

TheFons, Montag, 04.06.2012, 00:07 (vor 5059 Tagen) @ Ösi

Es ist eine logische negative Erscheinung bei der Energiewende, eben weil deren Treiber (v.a. BN und Grüne) nicht weniger kapialistisch und profitgeil sind als die großen Betreiber.


Ich weiß zwar nicht, wer oder was BN ist, aber genau das ist eben nicht der Fall.

KKW gehören den "großen Vier" E.ON, EnBW, Vattenfall und RWE. Solar- und Windanlagen gehören oft Hauseigentümern, Landwirten, lokalen Versorgungsunternehmen, Genossenschaften und dergleichen.

Energiewende heißt auch Demokratisierung der Energieerzeugung.

Wichtig ist nicht die Rede von "Energiewende", "Demokratisierung" oder sonstwie politisch inspierten Luftschlössern; wichtig ist: was funktioniert und was ist rentabel ?

Die Solarenergie ist es nicht und wird es auch in Jahrzehnten im Vergleich zu den herkömmlichen Energiearten nicht sein. Nicht umsonst wird die Solarenergie seit Jahren hoch subventioniert (und die Subventionsempfänger, ja, oft kleine Haushalte, halten die Hand genauso bereitwillig auf wie größere Unternehmen). Die großen bösen, bösen Vier (und der deren Kunden) müssen den politisch gewollten Unsinn teuer über Steuern und Abgaben bezahlen. Soviel zu den Anhängern der Sonnenenergie.
Kurz: die Besitzer von Solaranlagen leben objektiv auf Kosten des Restes der Gemeinschaft. Solch ein Verhalten würde ich als ethisch fragwürdig bezeichnen, deutlich fragwürdiger übrigens als das rein kapitalistische Gewinnstreben am Markt.

Für die Windenergie gilt ähnliches, wenn auch in Deutschland für Windenergie bessere Verhältnisse herrschen als für Solarenergie.

Was die generell kritische Tendenz gegen die Energieunternehmen betrifft, die auch von sonst klaren Denkern wie Mario (Solidarität an seine Adresse) vertreten wird, sollte man sich vor Augen führen, dass die Steigerung der Energiepreise praktisch ausschließlich auf zwei Faktoren zurückzuführen: die hohe Besteuerung von Engergie auf der Basis grünlinker Ideologie und die Inflation, die Entwertung des Geldes (durch Vermehrung der Geldmenge). Beide Faktoren wiederrum sind auf staatliche Geldgier zurückzuführen. Wer die Energiepreise von heute mit denen von vor 25 Jahren vergleicht und die Inflation sowie die neuerdings so hohen Energiesteueren herausrechnet (was nicht ganz einfach ist), wird feststellen, dass die Preis in Wirklichkeit überhaupt gar nicht oder nur leicht gestiegen sind.


Viele Grüße

Und was stattdessen?

TheFons, Montag, 04.06.2012, 00:25 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Ich hätte kein Problem damit in dünn besiedelten Gebieten in Russland oder Kanada ein paar wenige KKW im Betrieb zu halten. Ein KKW wird sicherlich auch die Energiequelle der Wahl werden, falls wir jemals den Mond oder Mars besiedeln sollten, aber in dicht besiedelten Gebieten wie Mitteleuropa oder Japan haben diese Kraftwerke meiner Meinung nichts zu suchen und ich bin aktiv dagegen.

Und anscheinend bin ich nicht der einzige Deutsche, der so denkt. Die Mehrheit denkt aktuell so und das ist auch gut so.

Warum aber denkt die Mehrheit so ? Weil sie einseitig antiatom-grünlinks informiert wird und sich leicht ins Bockshorn jagen lässt. Hier schient es eine speziell deutsche Neigung zur Angst zu geben.

Zum Thema.

Wir beziehen derzeit ungefähr ein Drittel unseres Stromes aus Atomenergie. Wenn man im ceteris-paribus-Modell dieses Drittel wegdenkt, dann steigen die Strompreise um 50 % (hinzu kommt noch die jährliche Verteuerung durch Inflation und evtl. neue Steuern, die bekanntlich benötigt werden, um die Schulden anderer Länder zu bezahlen). Wir können also locker in den nächsten 15 Jahren (nicht inflationsbereinigt) mit Steigerungen des Strompreises von 100 bis 150 % rechnen.

Natürlich wird nicht alles so hunterprozentig eintreten im Modell, aber es zeigt doch, was auf uns zukommen könnte. Wenn die Leute wüssten, was an zusätzlichen Kosten auf sie zukommt, dann würde so mancher anders denken. Glücklicherweise können wir ja auch noch Atomstrom aus dem Ausland importieren. Das wird die schlimmsten Folgen hoffentlich abfedern können.

Ich warte auch immer noch auf denjenigen Antiatomjünger, der in Zukunft meine Stromrechnung, der zumindest einen Teil davon, bezahlt. Aber Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und zu erkennen, was die hohen Strompreise für den kleinen Mann bedeuten, bzw. "Gedanken bis zur letzten Konsequenz unerbittlich zu verfolgen, ist nicht die Sache dieser Weltverbesserer" (Ludwig von Mises, Theorie des Geldes und der Umlaufmittel, S. 89)

Viele Grüße

Einseitige Stützung ist der große Unsinn

Ösi, Montag, 04.06.2012, 00:31 (vor 5059 Tagen) @ TheFons

Wichtig ist nicht die Rede von "Energiewende", "Demokratisierung" oder sonstwie politisch inspierten Luftschlössern; wichtig ist: was funktioniert und was ist rentabel ?

Die Solarenergie ist es nicht und wird es auch in Jahrzehnten im Vergleich zu den herkömmlichen Energiearten nicht sein. Nicht umsonst wird die Solarenergie seit Jahren hoch subventioniert (und die Subventionsempfänger, ja, oft kleine Haushalte, halten die Hand genauso bereitwillig auf wie größere Unternehmen). Die großen bösen, bösen Vier (und der deren Kunden) müssen den politisch gewollten Unsinn teuer über Steuern und Abgaben bezahlen. Soviel zu den Anhängern der Sonnenenergie.
Kurz: die Besitzer von Solaranlagen leben objektiv auf Kosten des Restes der Gemeinschaft. Solch ein Verhalten würde ich als ethisch fragwürdig bezeichnen, deutlich fragwürdiger übrigens als das rein kapitalistische Gewinnstreben am Markt.

Für die Windenergie gilt ähnliches, wenn auch in Deutschland für Windenergie bessere Verhältnisse herrschen als für Solarenergie.

Siehe http://ice-treff.de/index.php?id=184598

Was die generell kritische Tendenz gegen die Energieunternehmen betrifft, die auch von sonst klaren Denkern wie Mario (Solidarität an seine Adresse) vertreten wird, sollte man sich vor Augen führen, dass die Steigerung der Energiepreise praktisch ausschließlich auf zwei Faktoren zurückzuführen: die hohe Besteuerung von Engergie auf der Basis grünlinker Ideologie und die Inflation, die Entwertung des Geldes (durch Vermehrung der Geldmenge). Beide Faktoren wiederrum sind auf staatliche Geldgier zurückzuführen. Wer die Energiepreise von heute mit denen von vor 25 Jahren vergleicht und die Inflation sowie die neuerdings so hohen Energiesteueren herausrechnet (was nicht ganz einfach ist), wird feststellen, dass die Preis in Wirklichkeit überhaupt gar nicht oder nur leicht gestiegen sind.

Dahinter steckt nicht "grünlinke Ideologie", sondern einfach das Denken über die Nasenspitze hinaus.

Es ist eigentlich ganz einfach: Die Energiewende muss so oder so kommen, da irgendwann die Rohstoffe so knapp werden, dass Energie unleistbar wäre. Es gibt nun zwei Möglichkeiten:

- Wir leiten die Energiewende sofort ein und investieren jetzt: das kostet zwar jetzt etwas mehr, erlaubt es uns aber, ganz entspannt die Rohstoffknappheit zu überstehen, da die Energieerzeugung schon längst umgestellt ist. Außerdem sorgt man für einen Vorsprung der deutschen Hersteller am internationalen Markt, der z.B. im Falle der Solarzellen von China nur mit mehreren Jahren Vorlauf und massiven direkten Subventionen an die Hersteller eingeholt werden konnte.
- Wir warten, bis es schlagend wird und investieren erst dann: dann ist Energie zwar jetzt schön billig, aber wenn Rohstoffe knapp werden, dann kracht die Wirtschaft, und zwar gewaltig - und die notwendigen Investionen sind auch um einiges höher bzw. auf einen viel kürzeren Zeitraum konzentriert, da gerade das System der abnehmenden Einspeisevergütungen zu einer steten Weiterentwicklung der EE-Technik führt. Würde man das alles in wenigen Jahren machen müssen, müsste man entweder um einiges mehr in Forschung und Entwicklung investieren oder mit ineffizienten Kraftwerken an den Start gehen.

Und was stattdessen?

Ösi, Montag, 04.06.2012, 00:34 (vor 5059 Tagen) @ TheFons

Warum aber denkt die Mehrheit so ? Weil sie einseitig antiatom-grünlinks informiert wird und sich leicht ins Bockshorn jagen lässt. Hier schient es eine speziell deutsche Neigung zur Angst zu geben.

Na da scheint ja eine große Verschwörung hinter dir her zu sein.

Wir beziehen derzeit ungefähr ein Drittel unseres Stromes aus Atomenergie. Wenn man im ceteris-paribus-Modell dieses Drittel wegdenkt, dann steigen die Strompreise um 50 % (hinzu kommt noch die jährliche Verteuerung durch Inflation und evtl. neue Steuern, die bekanntlich benötigt werden, um die Schulden anderer Länder zu bezahlen). Wir können also locker in den nächsten 15 Jahren (nicht inflationsbereinigt) mit Steigerungen des Strompreises von 100 bis 150 % rechnen.

Warum nicht gleich 240 % oder 360 %, diese Zahlen sind ungefähr so seriös wie die von dir genannten.

(Ludwig von Mises, Theorie des Geldes und der Umlaufmittel, S. 89)

Mises ist doch der Wirtschaftswissenschaftler, dessen Theorien gerade laufend von der Realität widerlegt werden, oder?

2006 - moment mal, da steht aber was anderes

Holger2, Montag, 04.06.2012, 02:30 (vor 5059 Tagen) @ ICE-T-Fan

Hallo,

...nämlich:
"Die globale Erdölförderung wird natürlich eines Tages einen Peak erreichen...Im Rahmen der neuen energiepolitischen Rahmenbedingungen erreicht die Förderung insgesamt ihren Peak vor 2035 nicht,..."

Trotzdem vielen Dank für das Dokument.

Holger

2006 - moment mal, da steht aber was anderes

ICE-T-Fan, Montag, 04.06.2012, 06:18 (vor 5059 Tagen) @ Holger2

Laut Wiki wird auf Seite 6 dieses Dokuments verwiesen. Vielleicht habe ich auch nicht exakt das selbe erwischt, da Originallink Tod zu sein scheint.

was mir dazu einfällt (nur eine kleine Stichelei)

safe go, Chemnitz, Montag, 04.06.2012, 10:00 (vor 5058 Tagen) @ Mario
bearbeitet von safe go, Montag, 04.06.2012, 10:01

Das wäre für Bayern jedoch eine riesen Farce, weil wir dann noch mehr vom Russengas und vor allem dann ganz neu Nord/Ostdeutschland sowie Temelin anhängig wären und dafür noch mehr bezahlen müssen.

Jaja, das ist für die stolzen Bayern eine ganz tragische Geschichte, dass sie unter anderem plötzlich von den verhassten Sachsen abhängig sind. :D

Leider kann Mario ja nicht antworten, aber ich beleidige ihn ja auch nicht (hoffe ich zumindest).

Nein, ist sie nicht!

safe go, Chemnitz, Montag, 04.06.2012, 10:08 (vor 5058 Tagen) @ ICE-T-Fan

Angesichts der Ergebnisse probabilistischer oder deterministischer Risikostudien würde ich nicht von Hochrisikotechnologie sprechen wollen.


Man kann damit ganze Landstriche entvölkern und hunderttausende von Personen langfristig töten. Mehr Risiko geht nun fast wirklich nicht, außer vielleicht die gesamte Erde zu zerstören, wofür uns aber glücklicherweise die technischen Mittel fehlen.

Ich denke, die große Anzahl unkonventioneller (Massenvernichtungs-)Waffen auf der ganzen Welt haben ein deutlich höheres Risiko als so ein paar Atomkraftwerke. Was machst du, wenn das "Gleichgewicht des Schreckens" plötzlich nicht mehr hält? (Zumal ich Isreal aktuell nicht so wirklich über den Weg traue, aber das darf man in Deutschland nicht äußern ohne in die braune Ecke gestellt zu werden.) Immer noch gegen Atomkraftwerke wettern oder lieber ein letzten Gebet sprechen? Wir haben heute also durchaus andere Mittel als Energieerzeugungsanlagen, um einen bedeutenden Teil der Menschheit auszulöschen.

Nein, ist sie nicht!

ICE-T-Fan, Montag, 04.06.2012, 10:15 (vor 5058 Tagen) @ safe go

Zumindest haben Atomwaffen einen geringeren Fallout als ein explodierendes KKW. ;-)

Gibt schon Versuchsanlage - Konzept für Busse anwendbar?

Jäkii, Mittwoch, 13.06.2012, 14:05 (vor 5049 Tagen) @ Alphorn (CH)

Um das Thema noch einmal aufzugreifen: Wäre ein solches Konzept nicht auch für Oberleitungsbusse gut möglich? So könnten Innenstadtstrecken unter Strom gefahren werden, außerhalb dieselt man weiter. Denn Oberleitungsstrecken dürften sich auf Linien, die nur alle 30 Minuten bedient werden, nicht lohnen. In den Innenstädten überlagern sich aber meistens Linien und es wird im 5 Minuten Takt gefahren.
Gut, Hybridbusse gibt es meines Wissens schon in Solingen, aber ist dieses Konzept nicht deutlich schneller im Strom-Diesel-Tausch? Oder ist das Ganze zu kostenintensiv, die Busse würden schwerer werden und im Innenraum der Busse wäre weniger Platz (wie schwer und groß ist der Antrieb von elektrischen LKWs?).

Duobusse?

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 13.06.2012, 14:24 (vor 5049 Tagen) @ Jäkii

Moin!

Duobusse sagen Dir etwas? Busse für Oberleitung und doch mit klassischen Dieselmotor.
Ich glaube kaum, daß sich das lohnt: Die Stromversorgung müßte gebaut werden und die Busse selber sind schwerer und teurer als klassische (O-)Busse.

Deutschlands drei Obusnetze werden erhalten bleiben. Neue sind nicht in Sicht.

Hybridbusse sind derzeit "in". Ich befasse mich zu wenig damit, um mir ein Urteil über Sinn oder Unsinn bilden zu können.


Viele Grüße, Sören

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Duobusse

Jäkii, Mittwoch, 13.06.2012, 15:28 (vor 5049 Tagen) @ Sören Heise

Ja, die meinte ich auch mit "Hybridbusse in Solingen", nur habe ich halt das falsche Wort verwendet.

War auch nur eine Idee und wollte dazu eure Meinungen hören. Ich dachte vielleicht wäre dieses System gegenüber Duobussen von Vorteil...

Gibt schon Versuchsanlage - Konzept für Busse anwendbar?

Benjamin.Keller, Mittwoch, 13.06.2012, 16:09 (vor 5049 Tagen) @ Jäkii

Um das Thema noch einmal aufzugreifen: Wäre ein solches Konzept nicht auch für Oberleitungsbusse gut möglich? So könnten Innenstadtstrecken unter Strom gefahren werden, außerhalb dieselt man weiter. Denn Oberleitungsstrecken dürften sich auf Linien, die nur alle 30 Minuten bedient werden, nicht lohnen. In den Innenstädten überlagern sich aber meistens Linien und es wird im 5 Minuten Takt gefahren.

Letztlich würden viele Probleme, die mit der Elektromobilität angegangen werden sollen (Kosten fossilen Sprits, Emissionen, ...) weiterhin für den überwiegenden Teil der Fahrzeugkilometer bestehen. Was würde also gewonnen?
Noch dazu sind gerade die innerstädtischen Bereiche die besonders sensibelen was Denkmalschutz und Stadtbild angeht, was ja beispielsweise bei einigen französischen Stadtbahnen dazu geführt hat, dass für die sensibelen Bereiche in der Stadt APS genutzt wird.

APS -> http://de.wikipedia.org/wiki/Alimentation_Par_Sol#Alimentation_Par_Sol

Einseitige Stützung ist der große Unsinn

hfrik, Mittwoch, 13.06.2012, 16:15 (vor 5049 Tagen) @ TheFons

Also,

da muss man mal wieder heftig Ordnung in die Diskussion bringen.
zum einen bezüglich der heftig fluktuierenden erneuerbaren Energien:
die fluktuieren besonders heftig, wenn man sie nur auf einem Punkt betrachtet.
Betrachtet man sie immer grossflächiger, fluktuieren sie immer weniger, bis sie dann in totale Grundlast übergehen.
Bei Windenergie ist die Grundlast erreicht, wenn man sie über Leistungsfähige Hochspannungsleitungen über Ausdehnungen verküpft, die grösser sind als ein Schwachwindgebiet - das in der Regel nie grösser ist als 1000-1500km im Durchmesser.
Also in Deutschalnd allein nicht zu schaffen, in Europa sehr wohl.
Sprich, wenn es dann bei uns Windstill ist, schwimmen Italiener, Skandinavier, Engländer und Spanier erfahrungsgemäss gerade in überzähligem Windstrom, und umgekehrt.
Bei Photovoltaik dehnt sich die Leistungserzeugung aus, wenn man in Ost-WEst-Rictung geht, dort muss man aber grössere Distanzeun überwinden. Ein Weltumspannendes Netz hätte perfekte Grundlast.

Bezüglich Kosten: ein KKW kostet allein beim Bau heute über 4000€ je kW Leistung, bei um 6000 Vollaststunden je Jahr wenns gut geht.
Alpha Ventus erreichte im letzten Jahr 4400 Vollaststunden, sehr gute Anlagen im Binnenland liegen schon bei 3000 Vollaststunden - im Binnenland heute aber bei Preisen um 1-2€ /kW. je kWh liegt die Windkraft also allein von den Baukosten her schon unter der kWh eines neu gebauten KKW.
Photovoltaik liegt heute bei 1,3€/kW aber nur 1000 Vollaststunden je Jahr, und damit noch etwas oberhalb des KKW ohne Betriebs- Versicherungs- Brennstoff- und Entsorgungskosten (diese eingerechnet ist das KKW vermutlich auch hier schon teurer). Es ergänzt sich also hervorragend mit einer grossflächig verteilten Windenergei, und mit einigen Speichern kommt man dann im Regelfall schon sehr gut hin.

Was dann noch fehlt ist eine Rückfallebene für exotische Wetterereignisse. Dafür ist dann aber Wirkungsgrad und CO2 Bilanz relativ egal, dafür wäre ein kleines Entgelt für die Vorhaltung sinnvoll. Da kämen z.B. Plug-In Hybride in Frage. Nicht wegen der Batterien, sondern weil bereits ein starker Motor und Generator serienmässig vorhanden ist. Mit 50kW je Fahrzeug würden 1 Mio solcher Fahrzeuge, oder 2% der deutschen PKW-Flotte ausreichen, das deutsche Stromnetz im worst case mit 50GW zu stützen. An kosten würde anfallen ggf. ein Anschluss zum Gasnetz, ein Anschluss an ein Abgassystem in der Garage sowie ggf. eine Verbindung zum Heizungsnetz um die Wärme loszuwerden (Ein Extremszenario wäre meteorologisch eher im Winter zu erwarten als im Sommer, im Sommer würde die Photovoltaik mit Pumpspeicherhilfe schon fast die ganze Leistung erbringen können, auch bei Europaweiter Dauerbewölkung). Kosten bei serienmässigem Einbau sicher unter 50€ je kW Leitung.
Oder 5% Aufpreis auf die Windstromkosten. die Leitungsnetze kämen auf etwa 10%-15% der Kraftwerkskosten wenn man es mit "think big" angeht. Das alles eingeschlossen liegt man dann immernoch _unterhalb_ der Kosten die z.B. Olkiluoto allein durch die Baukosten je kWh erzeugt.
Entsprechend lohnt Kernspaltung heute nur, wenn man mit alten abgeschriebenen Krafwerken fährt, oder aber bei den Sicherheitsstandards ganz erhebliche Abstriche macht.
Alternativ braucht man viele grosse, dicke, lange Leitungen, und viele NAchbarn, die mitmachen.

Dafür bildet sie, Europaweit betrachtet, die Tagesspitzen relativ gut ab.

Duobusse

hfrik, Mittwoch, 13.06.2012, 16:28 (vor 5049 Tagen) @ Jäkii

Naja, Hybridantiebe weirden technisch schon ein kräftigen Schub gegenüber Duobussen haben.
Soweit ich es verstehen haben Dubusse_vor dem Getriebe_ zwei Motoren (Elektro + Diesel).
Beim Vollhybrid gibt's ne kleiner Dimensiionierte (Spitzenlast kommt aus der Batterie) Diesel-Generator Kombination sowie dann die Radnabenmotoren, Getriebe und Wellen fliegen Raus und kompensieren das Gewicht von Generator und Radnabenmotor.
In das Modell Oberleitungsstrom einzuspeisen braucht gerade noch das "Netzteil", und das ist relativ billig und leicht.
Als ein VollHybridbusnetz um Oberleitungsspeisung zu ergänzen inkl. Batterieladung während der fahrt, wäre ne Kleinigkeit. Sind die Strecken ohne Oberleitung kurz genug, könnte der Dieselmotor samt Generator über Bord fliegen, dann wirds billiger.

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