Was halten ihr davon? FAZ: 22.05.2012 (Reiseberichte)
Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr.118 Seite T1
Dienstag, den 22. Mai 2012
Nach Bremerhaven
Eigentlich ganz einfach, diese Reise mit der Bahn.
Von Böblingen nach Bremerhaven soll es gehen, einmal quer durch die Republik, zweimal umsteigen. Dass es ein verfrühter und heißer Sommertag ist, dafür ist eine höhere Instanz zuständig. Beschwerde zwecklos.
Dass die Klimaanlage im ersten Anschlusszug nicht funktioniert, dafür ist eine nicht ganz so hohe Instanz zuständig, Beschwerde ebenfalls zwecklos. Das Thermometer zeigt 28,5 Grad, gefühlte 36.
Der Zug heimst sich Verspätung ein, weil er bei einem Zwischenhalt verspätete Anschlussreisende einsammelt. Ist aber kein Problem, weil der nächste Anschlusszug ebenfalls Verspätung hat.
In ihm sind die Temperaturverhältnisse vom anderen Extrem: Empfindlich kühl ist der Wagon, gemessen 17 Grad, gefühlte 12.
In Fulda hat der Zug weitere Minuten verloren, irgendwo auf den Gleisen. In Göttingen ist er weiterer Minuten verlustig gegangen. Dann fährt der Zug einen Umweg, um einen liegengebliebenen Pendant auszuweichen.
Hinter Hannover heißt es freundlich aus dem Lautsprecher. Dass der ICE heute ausnahmsweise in Verden endet, von dort gehe es dann mit der Nord-West-Bahn weiter, gleich am Gleis gegenüber.
Irgendwann ist die zweite und hoffentlich letzte Umsteigestation Bremen erreicht. Der perfekte Anschlusszug ist vor acht Minuten losgefahren.
41 Minuten warten auf den nächsten.
Insgesamt werden es zwei Stunden Verspätung.
Der liebe Kollege, der alles mit dem Auto fährt oder fliegt, er hat ja so recht.
abe.
Was halten ihr davon? FAZ: 22.05.2012: Nicht viel
Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr.118 Seite T1
Dienstag, den 22. Mai 2012Nach Bremerhaven
Eigentlich ganz einfach, diese Reise mit der Bahn.
Von Böblingen nach Bremerhaven soll es gehen, einmal quer durch die Republik, zweimal umsteigen. Dass es ein verfrühter und heißer Sommertag ist, dafür ist eine höhere Instanz zuständig. Beschwerde zwecklos.
Soll man an heißen Sommertagen also nicht mehr mit dem Zug fahren?
Dass die Klimaanlage im ersten Anschlusszug nicht funktioniert, dafür ist eine nicht ganz so hohe Instanz zuständig, Beschwerde ebenfalls zwecklos. Das Thermometer zeigt 28,5 Grad, gefühlte 36.
Holt man neuerdings schon das Thermometer raus? Es ist natürlich zu hinterfragen, warum die Klimaanlage nicht funktioniert? Hat der Reisende das Zugbegleitpersonal aufgefordert, etwas an der Temperatur zu ändern?
Der Zug heimst sich Verspätung ein, weil er bei einem Zwischenhalt verspätete Anschlussreisende einsammelt. Ist aber kein Problem, weil der nächste Anschlusszug ebenfalls Verspätung hat.
Soll im anderen Fall nicht mehr auf Anschlussreisende gewartet werden?
In ihm sind die Temperaturverhältnisse vom anderen Extrem: Empfindlich kühl ist der Wagon, gemessen 17 Grad, gefühlte 12.
3-4 Grad wärmer sollte es meiner Meinung nach schon sein. Aber jeder Reisende hat ein anderes Wärme/Kälte-Empfinden. Wie wäre es mit einer lautstarken Lüftung ala Bimz?
In Fulda hat der Zug weitere Minuten verloren, irgendwo auf den Gleisen. In Göttingen ist er weiterer Minuten verlustig gegangen. Dann fährt der Zug einen Umweg, um einen liegengebliebenen Pendant auszuweichen.
Umweg hört sich nach etwas größerem an. Könnte damit nicht eher ein kleiner Schlenker über Gütergleise gemeint sein? Der Umweg dürfte vermutlich auch dem Autor des Artikels lieber sein, als ein Stehenbleiben hinter dem "liegengebliebenen Pendant".
Hinter Hannover heißt es freundlich aus dem Lautsprecher. Dass der ICE heute ausnahmsweise in Verden endet, von dort gehe es dann mit der Nord-West-Bahn weiter, gleich am Gleis gegenüber.
Bestimmt aus umlaufbezogenen Gründen.
Irgendwann ist die zweite und hoffentlich letzte Umsteigestation Bremen erreicht. Der perfekte Anschlusszug ist vor acht Minuten losgefahren.
41 Minuten warten auf den nächsten.
Glück gehabt. An manchen Stationen muss man ja 120 Minuten auf den nächsten Zug warten.
Insgesamt werden es zwei Stunden Verspätung.
Dann aber flugs das FGR-Formular ausfüllen, bestätigen lassen und 50% des Fahrpreises zurückfordern.
Der liebe Kollege, der alles mit dem Auto fährt oder fliegt, er hat ja so recht.
Auch diese Verkehrsmittel können sich verspäten und die Temperaturen im Inneren sind auch nicht immer angenehm.
Was halten ihr davon? FAZ: 22.05.2012: Nicht viel
Hallo,
Der liebe Kollege, der alles mit dem Auto fährt oder fliegt, er hat ja so recht.
Auch diese Verkehrsmittel können sich verspäten und die Temperaturen im Inneren sind auch nicht immer angenehm.
Aber da bekommt man doch keine 50% von den Benzinkosten und Materialverschleiß zurück. ;-)))
Was halten ihr davon? FAZ: 22.05.2012: Nicht viel
In Fulda hat der Zug weitere Minuten verloren, irgendwo auf den Gleisen. In Göttingen ist er weiterer Minuten verlustig gegangen. Dann fährt der Zug einen Umweg, um einen liegengebliebenen Pendant auszuweichen.
Umweg hört sich nach etwas größerem an. Könnte damit nicht eher ein kleiner Schlenker über Gütergleise gemeint sein? Der Umweg dürfte vermutlich auch dem Autor des Artikels lieber sein, als ein Stehenbleiben hinter dem "liegengebliebenen Pendant".
Dürfte wohl der zwischen Hannover und Seelze liegengebliebene ICE gewesen sein der die Züge teils zur Rangierfahrt durch Seelze gezwungen hat.
Hinter Hannover heißt es freundlich aus dem Lautsprecher. Dass der ICE heute ausnahmsweise in Verden endet, von dort gehe es dann mit der Nord-West-Bahn weiter, gleich am Gleis gegenüber.
Bestimmt aus umlaufbezogenen Gründen.
Die ICE haben in Bremen nur 30 Minuten Wendezeit - entsprechend werden sie bei sehr großen Verspätungen schon in Verden gekappt um die Rückfahrt halbwegs pünktlich antreten zu können. Ich vermute mal das in Verden auf den RE aus Bremen gewartet wird und so 10-15min Verspätung auftreten.
Irgendwann ist die zweite und hoffentlich letzte Umsteigestation Bremen erreicht. Der perfekte Anschlusszug ist vor acht Minuten losgefahren.
41 Minuten warten auf den nächsten.
Glück gehabt. An manchen Stationen muss man ja 120 Minuten auf den nächsten Zug warten.
Insgesamt werden es zwei Stunden Verspätung.
Dann aber flugs das FGR-Formular ausfüllen, bestätigen lassen und 50% des Fahrpreises zurückfordern.
Es dürften unliebsame 1h55 gewesen sein, die zu 25% Erstattung berechtigen.
Ursprünglich dürfte der RE nach Bremerhaven geplant gewesen sein - tatsächlich genutzt wurde aber die NWB (ergibt sich aus den 41min Wartezeit in Bremen) die halt 5 Minuten vor dem nächsten RE Bremerhaven erreicht.
Was nicht ganz in den Text passt ist der um 5min verpasste Anschlusszug in Bremen - der fährt in der Fahrplanlage nur Mo-Fr. Wegen dem Umweg in Hannover muss es aber Wochenende gewesen sein.
--
Wo Logik aufhört fängt das DB-Preissystem an.
2.4.4: "Eine Fahrkarte für eine höhere Produktklasse berechtigt [...] auch zur Beförderung in einer niedrigeren Produktklasse."
Ein Doppelstock-RE ist 4.631,5mm hoch - ein ICE1-Speisewagen nur 4.295mm ;)
Otto Möchtegernbahnfahrer ist leider kein ICE-Fan.
Hallo michael_seelze,
Soll man an heißen Sommertagen also nicht mehr mit dem Zug fahren?
Holt man neuerdings schon das Thermometer raus? Es ist natürlich zu hinterfragen, warum die Klimaanlage nicht funktioniert? Hat der Reisende das Zugbegleitpersonal aufgefordert, etwas an der Temperatur zu ändern?
Soll im anderen Fall nicht mehr auf Anschlussreisende gewartet werden?
Wie wäre es mit einer lautstarken Lüftung ala Bimz?
Zug verendet bestimmt aus umlaufbezogenen Gründen.
Erklär das mal dem Herrn Otto Möchtegernbahnfahrer-Deransonstenautofährt.
All diese Argumente sind für uns ICE-Fans nachvollziehbar, aber nicht für unseren Freund Otto, von denen es leider für uns ICE-Fans mehr gibt. Otto ist sein Auto gewöhnt, der zwar keine 250-300 Sachen erreicht und kein Bordresto hat, aber umsteigefrei funktioniert und vor der Haustür abfährt wann er will, ohne den umständigen Vorgang eines Fahrkartenkaufs.
Umweg hört sich nach etwas größerem an. Könnte damit nicht eher ein kleiner Schlenker über Gütergleise gemeint sein? Der Umweg dürfte vermutlich auch dem Autor des Artikels lieber sein, als ein Stehenbleiben hinter dem "liegengebliebenen Pendant".
Während der Autofahrer die Autobahn verlässt, anhand U-Schilder die Sperre entflieht und an der Sperre vorbei wieder auf die Autobahn weiterfährt.
Der liebe Kollege, der alles mit dem Auto fährt oder fliegt, er hat ja so recht.
Weil er/sie meistens selber Kontrolle über die Fahrt hat, und wenn nicht, sich den Frust leichter loswird als ein Bahnfahrer. Versuche mal in einem Zug eine Zigarette zu rauchen, die Stereoanlage voll aufzudrehen oder auf lautem Ton zu schimpfen.
Kommt noch dazu, dass er/sie eine Fahrgemeinschaft bilden kann, wobei die Mitfahrer für wenig mitreisen können, anstelle voll zu bezahlen.
Auch wenn wir ICE-Fans recht haben, soll das nicht heißen, dass wir im Alltagsleben auch unser Recht bekommen.
gruß,
Oscar (NL).
--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
Otto Möchtegernbahnfahrer ist leider kein ICE-Fan.
Hi,
Während der Autofahrer die Autobahn verlässt, anhand U-Schilder die Sperre entflieht und an der Sperre vorbei wieder auf die Autobahn weiterfährt.
Also bei einer kurzfristig einlegten Autobahnsperre habe ich bislang nur seltenst Umleitungsschilder gesehen, die nützlich waren. Mit unter gibt es dort bei Stau und Sperrungen nur sehr dürftige Infos und nicht so regelmäßig wie im Zug.
Im Zug kann ich zwar die Mucke nicht voll aufdrehen, aber die Beine vertreten, Pipi machen wann ich will und bekomme ggf. noch ein Getränk gratis gereicht.
Hat alles Vor- und Nachteile.
Gruß
Kalle
Ist das ein Fake...?
Hallo Forum,
es gibt nur wenig, was mich mehr begeistert, als wenn Meinungsmacher sich in der hohen Kunst der Sprache versuchen. Heraus kommt dann printmediale Gebrauchsprosa. Toll!
Von Böblingen nach Bremerhaven soll es gehen, einmal quer durch die Republik,
Das ist Ansichtssache, ich würde eher auf "längs" tippen, aber letztlich ist das noch Definitionssache.
Der Zug heimst sich Verspätung ein, weil er bei einem Zwischenhalt verspätete Anschlussreisende einsammelt.
Wo soll er die Anschlußreisenden sonst einsammeln? Im Schlüchterner Tunnel z.B.? Schön dort. Und so neu, na ja, einigermaßen.
In ihm sind die Temperaturverhältnisse vom anderen Extrem: Empfindlich kühl ist der Wagon, gemessen 17 Grad, gefühlte 12.
Wird "Wagon" nicht "Waggon" geschrieben...? Und der "Wagon" war also kalt. Wer hat die 12 Grad gefühlt, der Schreibsi oder der "Wagon"? Ich werde draus nicht schlau. Helft mir bitte mal weiter. Oder bezeichnen die Gradangaben Schräglagen? Das wäre in der Tat bedenklich.
In Fulda hat der Zug weitere Minuten verloren, irgendwo auf den Gleisen.
Siehe oben: Wo denn sonst? Im nahen Emaillierwerk? Im Sinne der Fahrgäste hoffe ich doch, daß der Bahnsteig einigermaßen in Sichtweite war.
In Göttingen ist er weiterer Minuten verlustig gegangen. Dann fährt der Zug einen Umweg, um einen liegengebliebenen Pendant auszuweichen.
Also ab hier ist es ganz großes Kino. Der Zug ist weiterer Minuten verlustig gegangen! Das hat Klasse! Nein, nicht das Deutsch, sondern der Zug. Ist den Minuten einfach davon gegangen! Na immerhin, wenn nicht gefahren werden kann, wird gegangen. Oder sind die Minuten dem Zug verlustig gegangen? Nein, geht auch nicht, weil es den Minuten egal ist.
Und dann bringt es der Zug tatsächlich fertig, seinem Pendant auszuweichen, einfach so. Hat einer das schon mal gesehen? Gibts das auf Youtube? Und wie sieht ein Pendant aus...?
Der liebe Kollege, der alles mit dem Auto fährt oder fliegt, er hat ja so recht.
Genau, vor allem der, der alles mit dem Auto fliegt.
abe.
Sehr schön, es sollte wohl ein Schmäh auf die Bahn werden, blieb aber beim "sollte". Irgendwie versuche ich, mir den Fahrtverlauf vorzustellen und komme zum Schluß, daß die wirklich außergewöhnlichen Erlebnisse immer die Gelegenheitsfahrer haben! Das ist so gemein!
Beste Grüße aus Kassel
Frank
--
"Die Ferne ist ein schöner Ort,
doch wenn ich da bin, ist sie fort.
Die Ferne ist wo ich nicht bin,
ich geh und geh und komm nicht hin."
(Silly, mit der leider viel zu früh verstorbenen Tamara Danz)