Viele Wege führen nach Duisburg (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Dienstag, 24.01.2012, 11:23 (vor 5175 Tagen)

Moin!

Viele Wege führen von Hannover nach Duisburg. Auch viele Schienenwege.

Der durchschnittliche Forennutzer wird kurz nach der halben Stunde mit dem ICE abfahren (Dauer zwei Stunden sechzehn Minuten), ganz eventuell vielleicht auch ein paar Minuten später mit dem IC (mit Umstieg genau zweieinhalb Stunden).
Der sparsame Forennutzer wird kurz vor der halben Stunde die S-Bahn nehmen und ab Minden den RE, Dauer drei Stunden und sechzehn Minuten.

Nun, diese drei Varianten kenne ich und auch die über Paderborn (vier Stunden drei Minuten). Daher war es Zeit für eine andere Verbindung, eine Verbindung ohne die Nutzung von Zügen der Deutschen Bahn. Das dauert ein wenig länger (fünf Stunden fünfzehn Minuten), führt teilweise über andere Strecken (und wenn die Oberleitung runtergekommen ist, über noch andere ;-).
Gestern unternahm ich diese Reise mit Fotoapparat, nachfolgend einige Eindrücke von Zügen und Bahnhöfen.

Los ging's um 8:33 mit ME 82817 nach Göttingen, den ich in Elze verließ. Außerplanmäßig wurde auf Gleis 6 gehalten, den Königssee vorbeilassen. Die Verspätung betrug ein paar Minuten, ab Rethen stockte es irgendwie.
In Elze ging es um 9:02 Uhr von Gleis 1 weiter, mit der Nicht-mehr-Eurobahn nach Bünde. Ich habe jahrelang im Metronom das "Sie haben Anschluß an die Eurobahn" gehört, da fällt es schwer, sich an "Nordwestbahn" zu gewöhnen. Im Lint 41 (648 188 als NWB 82958) ging es über Voldagsen, Hameln, Rinteln und Vlotho nach Löhne und von dort weiter bis Bünde, wo wir um 10:25 Uhr ankamen.


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Nutzen wir den Ausgang als Eingang.


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Ein kleines Reisezentrum, eine Bahnhofsraucherkneipe für alle ab 18, ein Zeitschriftenladen - und Hinweise auf die Automaten auf dem Bahnsteig.


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Eine den Bahnhof nicht ganz verleugnende Bushaltestelle, eine Telefonzelle, ein Empfangsgebäude, eine Fahrradstation.


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Die Unterführung zum Inselbahnsteig.


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Der Abgang in die Unterführung. Die Waage habe ich nicht gesehen.


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Ein klein wenig Stuttgart21 ist auch in Bünde. Allerdings fällt hier nur der halbe Bahnsteig ab (und das zum Gleis hin).


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Gesamtbild mit Empfangsgebäude, Hausbahnsteig 2 und Inselbahnsteig mit rotem Grünzeug.


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Nach Metronom und Nordwestbahn nun Eurobahn. Sie sollte mich bis Duisburg bringen, in drei verschiedenen Wettbewerbsnetzen.
Los ging's im Dieselnetz mit 643 240, einem Zweiteiler, und 643 360, einem Dreiteiler (ERB 90203). Beide bei der Prignitzer Eisenbahn eingestellt.


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Pünktlich! 10:44 ging es weiter.


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Unterm gelben Streifen ist's ganz leer und lila statt blau.


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Auf dem stillen Örtchen ist das Papier ohne Verrenkungen zu erreichen. Allerdings sollte man nicht den ebenso leicht erreichbaren Knopf drücken.


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Pünktlich erreichen wir Bielefeld um elf Uhr elf. 643 240 nochmals in voller Größe.


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Ein Blick in den Personentunnel. Er wirkt recht kahl und unpersönlich.


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Ein Blick in die Stadt. Hinterm Zebrastreifen der Eingang zur unterirdischen Straßenbahnhaltestelle. Die Pulte rechts sind ein Denkmal für die ermordeten Juden aus Bielefeld und Umgebung.


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Das Estland-Spezial. Nicht ab Bielefeld.


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Seidensticker außen.


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Dr. Oetker innen.


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Mit einem Eurobahn-Flirt des Hellweg-Netzes ging es bis Hamm. 428 115 war es. 11:27 bis 12:10 Uhr die Fahrzeit.


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Ein Blick in den Innenraum. Die große Laufruhe und die Abwesenheit von Motorgeräuschen beeindruckte.


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Die WC-Tür wird für Werbung genutzt. Wenn der Name nicht schon in Maulwurfshänden wäre, hieße dieser Elefant wohl Max. Weitere Elefanten folgen.


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Sie haben keine Fahrkarte? Folgen Sie unauffällig dem Pfeil!


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Angekommen in Hamm. Der Halt erfolgte weit weg von der Treppe.


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Der Artgenosse aus Paderborn, nein, sogar aus Warburg!


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Nach der Paarung führte sie der gemeinsame Lebensweg zunächst nach Münster.


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Auf dem Bahnhofsplatz Infofant und Eurofant.


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Bussofant, Hammofant und ein versteckspielender Passantofant.


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Das Empfangsgebäude I.


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Das Empfangsgebäude II.


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Die Schlußetappe nach Duisburg wurde wiederum mit der Eurobahn zurückgelegt. 429 018, einer der Fünfteiler, fuhr um 12:30 Uhr ab. Die Fahrzeuge des Maas-Rhein-Lippe-Netztes unterscheiden sich in einigen Details von den Hellweg-Flirts (u.a. haben sie keine Fahrkartenautomaten). Links einer auf der Strecke Hamm - Mänchengladbach eingesetzten modernisierten Quetschies, 425 056.

Dank der kaputten Oberleitung ging es kurz vor Scharnhorst rechts ab, über Gütergleise und Obereving ging es nach Mengede. Dort wurde ein paar Minuten gewartet. Als auch die Abfahrtszeit da war, ging es weiter. Castrop-Rauxel mit Wasserschloß, Herne mit nichts Nennenswertem, Wanne-Eickel mit Variobahn, Gelsenkirchen mit königsblauem Stellwerk und Georg Kreisler, Essen-Altenessen mit siehe Herne, Oberhausen mit Museumsfahrzeugen, das waren die weiteren Zwischenstationen.


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Abschließend Duisburg mit seiner schönen Bahnsteigüberdachung, deren Tage leider gezählt sind. Erreicht wurde es pünktlich um 13:48 Uhr.


Fazit: Abgesehen von der Strecke Elze - Vlotho ist auch diese Strecke landschaftlich nicht unbedingt vom Hocker reißend, aber eine solch lange Strecke mal ohne DB zu fahren, ist auch ganz interessant.


Viele Grüße, Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Viele Dank :)

GUB, Bremen, Dienstag, 24.01.2012, 11:34 (vor 5175 Tagen) @ Sören Heise

Stehe also die Elefantanten immernoch auf dem Bahnhofsvorplatz. Erinnert etwas an die Niki de Saint Phalle-Figuren ;)

Danke...

torsten_le, Dienstag, 24.01.2012, 12:42 (vor 5175 Tagen) @ Sören Heise
bearbeitet von torsten_le, Dienstag, 24.01.2012, 12:46

.. zumal ich mal ein paar Blicke in die Bahnhofsgebäude werfen konnte. Die sehen ja richtig impossant und gut innen aus, was man von aussen nie erahnen könnte. Gerade im Bahnhof Hamm, wo ich nie aussteigen kann, und auch wegen der unromantischen Bahnhsteigansicht nie vermuten würde, dass sich da so ein toller Bahnhofsbau sich drin versteckt.

Vielen Dank.

Danke...

ICE-TD, Dienstag, 24.01.2012, 13:07 (vor 5175 Tagen) @ torsten_le

Soviel hast du da in Hamm auch nicht verpasst, schön an dem Empfangsgebäude finde ich nur die Außenansicht und die Decke. Ansonsten ist es kalt, es gibt dort nur einen Bäcker, Döner und Zeitungsladen. Für die heutige Zeit ist das Empfangsgebäude eher ungeeignet und überdimensioniert für Hamm, aus Gründen des Denkmalschutzes aber sicher erhaltenswert.

Privat durch Deutschland...

SantosLHelper, Dienstag, 24.01.2012, 14:46 (vor 5175 Tagen) @ Sören Heise

Da stellt sich doch die Frage, inwiefern es möglich ist, nur mit Privatbahnen quer durch Deutschland zu fahren :)

Von Sylt bis Fulda kann ich aus'm Kopf nachvollziehen. Ist mal ein Projekt zum nachzuschauen.

Privat durch Deutschland... - warum nicht?

Sören Heise, Region Hannover, Dienstag, 24.01.2012, 15:50 (vor 5175 Tagen) @ SantosLHelper
bearbeitet von Sören Heise, Dienstag, 24.01.2012, 15:51

Moin!

Da stellt sich doch die Frage, inwiefern es möglich ist, nur mit Privatbahnen quer durch Deutschland zu fahren :)

Die SPNV-Karte 2011 könnte da weiterhelfen.

Von Sylt bis Fulda kann ich aus'm Kopf nachvollziehen. Ist mal ein Projekt zum nachzuschauen.

Problematisch wird's bloß zwischen Altona und Hamburg, aber da kann man den Hochbahn-Bus nehmen.

In Eichenberg oder Bebra abbiegen, dann kommst Du mit der Erfurter Bahn, der Südthüringenbahn und der Erfurter Bahn bis Schweinfurt.
Wenn die Erfurter Bahn im Juni das Ostthüringen-Netz übernimmt, kommt man via München bis Lindau (und nach Übernahme Nordthüringens durch die DB auch noch, aber nur via Bebra). Wäre auch mal eine Überlegung wert...

Viele Grüße, Sören

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Privat durch Deutschland... - weitere Idee

SantosLHelper, Dienstag, 24.01.2012, 16:50 (vor 5175 Tagen) @ Sören Heise

Genau so eine Karte habe ich gesucht, Danke für den Link.

Mir ist auch noch eine Verbindung eingefallen, die ist aber (auch) nicht an einem Tag zu schaffen.

Von Rostock mit dem InterConnex nach Berlin, weiter mit dem Vogtlandexpress nach Plauen, mit der Vogtlandbahn nach Hof und dann mit dem ALEX über München nach Oberstdorf oder Lindau. Habe jetzt nicht geschaut, ob der Umstieg in Berlin klappt, aber ne Übernachtung in Plauen würde auf jeden Fall nötig.

Privat durch Deutschland...

Sputnik, Overath, Dienstag, 24.01.2012, 17:01 (vor 5175 Tagen) @ SantosLHelper

Da stellt sich doch die Frage, inwiefern es möglich ist, nur mit Privatbahnen quer durch Deutschland zu fahren :)

Von Sylt bis Fulda kann ich aus'm Kopf nachvollziehen. Ist mal ein Projekt zum nachzuschauen.

Da kann ich noch weiter bis Meiningen oder Sonneberg bieten

Privat durch Deutschland...

naseweiß, Dienstag, 24.01.2012, 17:26 (vor 5175 Tagen) @ SantosLHelper

Da stellt sich doch die Frage, inwiefern es möglich ist, nur mit Privatbahnen quer durch Deutschland zu fahren :)

Von Sylt bis Fulda kann ich aus'm Kopf nachvollziehen. Ist mal ein Projekt zum nachzuschauen.

-> Fulda-Gießen HLB (seit Fahrplanwechsel HLB auf RB Limburg-Gießen-Alsfeld-Fulda-Gersfeld)
-> Gießen-Frankfurt HLB von Siegen
-> Frankfurt-Eberbach VIAS Odenwaldbahn
Aber in Baden Württemberg ist Schluss. Private auf Hauptrouten sind dort quasi auszuschließen. Sowas wie den ALEX in Bayern gibt es nicht.

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Privat durch Deutschland... ab Juni kein Problem

Armchair traveller, Dienstag, 24.01.2012, 17:26 (vor 5175 Tagen) @ SantosLHelper
bearbeitet von Armchair traveller, Dienstag, 24.01.2012, 17:26

Hallo Forum,
Ich hab das schon mal ausgerechnet. Ab Juni kann man nur mit Privatzügen von Süderlügum nach Oberstdorf fahren, was die größte Nord-Süd-Ausdehnung sein dürfte. Abfahrt Samstags früh mit der einen NOB die Woche, die durchfährt bis Hamburg Hbf. Übernachtung dann abends in Gera oder Hof und am zweiten Tag mit dem Alex dann bis Obersdorf, wo man am frühen Nachmittag eintrifft. Geht also als relativ gemütlicher Wochenendtrip. Aber ich bin mir trotzdem unsicher, ob ich das machen möchte...
Grüße!
AT

Privat durch Deutschland...

Jäkii, Dienstag, 24.01.2012, 19:31 (vor 5174 Tagen) @ Sputnik
bearbeitet von Jäkii, Dienstag, 24.01.2012, 19:32

Oder aber auch über Gießen, Frankfurt, durch den Odenwald zumindest bis Eberbach...

Edit: Sehe gerade, dass das naseweiß schon vor mir gepostet hatte... Ich lass es trotzdem stehen! :D

Privat durch Deutschland... ab Juni kein Problem

Giovanni, Dienstag, 24.01.2012, 20:23 (vor 5174 Tagen) @ Armchair traveller

Hallo Forum,
Ich hab das schon mal ausgerechnet. Ab Juni kann man nur mit Privatzügen von Süderlügum nach Oberstdorf fahren, was die größte Nord-Süd-Ausdehnung sein dürfte.

Zwischen Süderlügum und Niebüll fahren Züge von Arriva Denmark.
Diese ist im alleinigen Besitz der DBAG...
Gefahren wird aber anscheinend mit NEG-Personal?

Wenn Fernzüge erlaubt sind könnte man auch gleich den Schnee-Express oder den Donau-Kurier als Grundlage nehmen.

Ich bevorzuge aber das Kartenmaterial von http://spnv.de/website/cms/front_content.php?idart=247

Abfahrt Samstags früh mit der einen NOB die Woche, die durchfährt bis Hamburg Hbf.

Die A1 der AKN fährt auch Mo-Fr vormittags nach Hamburg Hbf.

Übernachtung dann abends in Gera oder Hof und am zweiten Tag mit dem Alex dann bis Obersdorf, wo man am frühen Nachmittag eintrifft. Geht also als relativ gemütlicher Wochenendtrip. Aber ich bin mir trotzdem unsicher, ob ich das machen möchte...

Grüße!
AT

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Wo Logik aufhört fängt das DB-Preissystem an.
2.4.4: "Eine Fahrkarte für eine höhere Produktklasse berechtigt [...] auch zur Beförderung in einer niedrigeren Produktklasse."
Ein Doppelstock-RE ist 4.631,5mm hoch - ein ICE1-Speisewagen nur 4.295mm ;)

Ost --> West

Sputnik, Overath, Dienstag, 24.01.2012, 20:49 (vor 5174 Tagen) @ SantosLHelper

Und wie weit kommt man mit Privaten von Ost nach West oder umgekehrt?

Danke für den interessanten Bericht

Markus, NNST, Mittwoch, 25.01.2012, 07:48 (vor 5174 Tagen) @ Sören Heise

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Danke auch von mir!

NIM rocks, Mittwoch, 25.01.2012, 13:07 (vor 5174 Tagen) @ Sören Heise

- kein Text -

Viele Wege führen nach Duisburg. Ein anderer zu den Bildern

Sören Heise, Region Hannover, Freitag, 04.08.2017, 17:23 (vor 3156 Tagen) @ Sören Heise

Falls sich noch jemand hierhin verirren sollte: Den Bericht mit Bildern gibt es jetzt bei DSO.

Viele Grüße
Sören

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