Randale beim Abschiedssaufen in Münchner S-Bahn (Allgemeines Forum)

Maggus, Ravensburg (Württ), Sonntag, 11.12.2011, 22:48 (vor 5247 Tagen)
bearbeitet von Maggus, Sonntag, 11.12.2011, 22:49

Da ich es nirgends im Forum finden kann, poste ich es nun:

Die Frage ist, wo bleiben die empörten Videoüberwachungsgegner, wenn man versucht, effektiv diese nicht zu tolerierenden Aktionen aufzuklären.

Welt.de

Randale beim Abschiedssaufen in Münchner S-Bahn

Ösi, Sonntag, 11.12.2011, 23:16 (vor 5247 Tagen) @ Maggus

Die Frage ist, wo bleiben die empörten Videoüberwachungsgegner, wenn man versucht, effektiv diese nicht zu tolerierenden Aktionen aufzuklären.

Die Videoüberwachungsgegner wissen, dass die Videoüberwachung eindeutig versagt hat, da...
- sie nicht in der Lage war, diese Vorfälle zu verhindern, und
- sie - ausgenommen einiger Zufallsfunde - auch keine Aufklärung ermöglicht, da die Randalierer wohl nicht so dämlich waren, ihre Personalausweisnummer auf die Jacke zu schreiben.

Randale beim Abschiedssaufen in Münchner S-Bahn

Maggus, Ravensburg (Württ), Sonntag, 11.12.2011, 23:46 (vor 5247 Tagen) @ Ösi

Dann frage ich dich, wie du dir vorstellst, diese Art von Straftaten aufzuklären.

Randale beim Abschiedssaufen in Münchner S-Bahn

Ösi, Montag, 12.12.2011, 00:07 (vor 5247 Tagen) @ Maggus

Dann frage ich dich, wie du dir vorstellst, diese Art von Straftaten aufzuklären.

Anhand von Zeugenaussagen und forensischen Beweisen - die allerdings ebenso selten zum Erfolg führen wie Videoüberwachung.

Deswegen will ich eigentlich eine Gesellschaft, in der solche Straftaten die absolute Ausnahme sind.

Randale beim Abschiedssaufen in Münchner S-Bahn

Fabian318, Münster i. W., Montag, 12.12.2011, 04:46 (vor 5247 Tagen) @ Ösi
bearbeitet von Fabian318, Montag, 12.12.2011, 04:46

Deswegen will ich eigentlich eine Gesellschaft, in der solche Straftaten die absolute Ausnahme sind.

Es ist in Münsters Bussen die absolute Ausnahme, dass Busfahrern unvermittelt ein Knüppel über die Rübe gezogen wird. Dieser eine Fall reicht mir aber völlig, um die Notwendigkeit einer Videoüberwachung (und Speicherung der Daten über 24 bis 72 Stunden) zu erkennen, die in kürzester Zeit die Täter überführen konnte. Bei einer Livebeobachtung und einer Speicherung, die nur bei entsprechender hoheitlicher Anordnung das anschlißende Betrachten der Bilder zulässt, sehe ich auch keinerlei Persönlichkeitsrechte in Gefahr.

Und vermeiden kann die Videoüberwachung sehr wohl Straftaten: In einem mir bekannten Bus mit Piktogrammen "Videoüberwachung" (aber ohne Kameras) sind die Vandalismusschäden signifikant geringer als in einem gleichartigen ohne diese Piktogramme.

Randale beim Abschiedssaufen in Münchner S-Bahn

kater_k, BBRN, Montag, 12.12.2011, 07:46 (vor 5247 Tagen) @ Fabian318
bearbeitet von kater_k, Montag, 12.12.2011, 07:50

Und vermeiden kann die Videoüberwachung sehr wohl Straftaten: In einem mir bekannten Bus mit Piktogrammen "Videoüberwachung" (aber ohne Kameras) sind die Vandalismusschäden signifikant geringer als in einem gleichartigen ohne diese Piktogramme.

Gibt es denn dafür Belege? Die meisten Untersuchungen, die VÜ an öffentlichen Plätzen betrachten, konnten doch nur eine Verlagerung der Straftaten feststellen (wenn überhaupt, z.B. www.abendblatt.de/hamburg/article917375/ Mehr-Videoueberwachung-und-trotzdem-mehr-Gewalt.html). Dürfte dass in Bus nicht ähnlich sein? Wenn nicht am Busfenster gescratcht wird, dann eben am nächsten Schaufenster.

Randale beim Abschiedssaufen in Münchner S-Bahn

Maggus, Ravensburg (Württ), Montag, 12.12.2011, 07:59 (vor 5247 Tagen) @ kater_k

Gibt es denn dafür Belege? Die meisten Untersuchungen, die VÜ an öffentlichen Plätzen betrachten, konnten doch nur eine Verlagerung der Straftaten feststellen (wenn überhaupt, z.B. www.abendblatt.de/hamburg/article917375/ Mehr-Videoueberwachung-und-trotzdem-mehr-Gewalt.html). Dürfte dass in Bus nicht ähnlich sein? Wenn nicht am Busfenster gescratcht wird, dann eben am nächsten Schaufenster.

Heute morgen kam im Radio dass schon 14 Tatverdächtige identifiziert wurden.

Randale beim Abschiedssaufen in Münchner S-Bahn

kater_k, BBRN, Montag, 12.12.2011, 09:18 (vor 5247 Tagen) @ Maggus

Heute morgen kam im Radio dass schon 14 Tatverdächtige identifiziert wurden.

Wegen der Videoüberwachung? Oder weil die so blöd waren, bei Facebook zum Abschiedssaufen zuzusagen? Oder weil sie von Kumpels verpfiffen wurden?

Randale beim Abschiedssaufen in Münchner S-Bahn

GUM, Montag, 12.12.2011, 11:05 (vor 5247 Tagen) @ kater_k

Heute morgen kam im Radio dass schon 14 Tatverdächtige identifiziert wurden.


Wegen der Videoüberwachung? Oder weil die so blöd waren, bei Facebook zum Abschiedssaufen zuzusagen? Oder weil sie von Kumpels verpfiffen wurden?

In einem anderen Bericht stand etwas von Personalienfeststellung durch die Polizei. Also konnten die Straftäter noch vor Ort gestellt werden. War wohl ne lange Nacht für die Polizei.

Alkoholverbot schön und gut - nur wer überprüft es?

safe go, Chemnitz, Montag, 12.12.2011, 07:59 (vor 5247 Tagen) @ Maggus

Ich weiß ja nicht, wie das beim metronom so durchgesetzt wird, daher kann ich nur mit dem ÖPNV vergleichen. Da steht das Alkoholverbot zwar oft nicht direkt drin, sondern nur im "Speisen- und Getränkeparagraph" der Beförderungsbedingungen, aber die Durchsetzung ist ungefähr Null. Ist ja auch logisch, denn das Fahrpersonal kann ja nicht aller 2 Minuten nach hinten rennen, um dann ggf. paar auf die Fresse zu kriegen. Daher auch die Frage, wie es denn mit der Begleitquote bei metronom/S-Bahn München aussieht.

Alkoholverbot schön und gut - nur wer überprüft es?

Avmz, Montag, 12.12.2011, 09:33 (vor 5247 Tagen) @ safe go

Daher auch die Frage, wie es denn mit der Begleitquote bei metronom/S-Bahn München aussieht.

Moin,

bei der Metronom zwischen Bremen und Hamburg sind immer mehrere Zubs an Board. Dort hatte ich mal zu Beginn der Fahrt die Durchsage mit dem Hinweis, dass eben Alk verboten ist. Dabei sagte der Zug auch "sollten sie doch Luft auf Alkohol verspüren und ihn an Board trinken wollen ist das kein Problem, tun sie es. Dann dürfen Sie Ihre Geldbörse zücken, sie händigen uns Euro 80,-(?) in schönen Scheinen aus, und dann sind wir alle glücklich.".

Obs was genützt hat, keine Ahnung. ;-)

Gruß Avmz

Alkoholverbot schön und gut - nur wer überprüft es?

Ludo, Niedersachsen, Montag, 12.12.2011, 10:06 (vor 5247 Tagen) @ safe go

Ich weiß ja nicht, wie das beim metronom so durchgesetzt wird, daher kann ich nur mit dem ÖPNV vergleichen. Da steht das Alkoholverbot zwar oft nicht direkt drin, sondern nur im "Speisen- und Getränkeparagraph" der Beförderungsbedingungen, aber die Durchsetzung ist ungefähr Null. Ist ja auch logisch, denn das Fahrpersonal kann ja nicht aller 2 Minuten nach hinten rennen, um dann ggf. paar auf die Fresse zu kriegen. Daher auch die Frage, wie es denn mit der Begleitquote bei metronom/S-Bahn München aussieht.

Beim Metronom wird es wie folgt durchgesetzt:
- Ansage mit Hinweis auf das Alkoholkonsumverbot bei der Begrüßung sowie oft auch nach jedem Knotenbahnhof (z.B. Kreiensen, Elze, Hannover, Celle, Lüneburg).
- Große Aufkleber an den Einstiegstüren und kleinere Piktogrammaufkleber im Wagenbereich
- In der Anfangszeit ist pro Zugfahrt mehrmals ein extra angestelltes Sicherheitspersonal durch den Zug gelaufen und hat nach Alk Ausschau gehalten. Diese sind jetzt nicht mehr zu sehen, aber auf diese Weise hat sich das bei den regelmäßigen Metronom-Fahrern sehr schnell eingependelt.

Alkoholverbot schön und gut - nur wer überprüft es?

IC2182, Bochum, Montag, 12.12.2011, 12:26 (vor 5247 Tagen) @ Ludo

Beim Metronom wird es wie folgt durchgesetzt:
- Ansage mit Hinweis auf das Alkoholkonsumverbot bei der Begrüßung sowie oft auch nach jedem Knotenbahnhof (z.B. Kreiensen, Elze, Hannover, Celle, Lüneburg).
- Große Aufkleber an den Einstiegstüren und kleinere Piktogrammaufkleber im Wagenbereich
- In der Anfangszeit ist pro Zugfahrt mehrmals ein extra angestelltes Sicherheitspersonal durch den Zug gelaufen und hat nach Alk Ausschau gehalten. Diese sind jetzt nicht mehr zu sehen, aber auf diese Weise hat sich das bei den regelmäßigen Metronom-Fahrern sehr schnell eingependelt.

Ich fahre recht oft die Strecke Göttingen-Hannover mit dem Metronom und eine konsequente Durchsetzung des Alkoholverbots ist mir genauso wenig wie Sicherheitspersonal aufgefallen. Kürzlich kam ich mit dem ICE aus Düsseldorf und musste in Hannover umsteigen. Da mir mein IC vor der Nase weggefahren war, nahm ich den nächsten Metronom. Es war der vorletzte oder letzte. Der Zug war auf jeden Fall recht leer und ich hatte fast den ganzen Wagen für mich. In Elze stiegen dann mehrere Jugendliche ein, tranken Bier und begonnen dann Fußball (!) im Wagen zu spielen und gegen die Sitze zu treten bzw. einer versuchte sogar ein Fenster einzuschlagen. Auch aus Angst verließ ich den Wagen und setze mich in einen anderen-direkt neben einen ZUB. Das Gejohle der Jugendliche war nicht zu überhören und nach einer Weile stand er auf, ging in den Wagen mit dem Jugendlichen- guckte sie an, drehte sich ohne ein Wort zu sagen um, kam zurück und setze mich neben mich. Die Jugendlichen stiegen dann in Northeim aus- wie der Wagen danach aussah will ich gar nicht wissen.

Begriff der Durchsetzung aus meiner Sicht

safe go, Chemnitz, Montag, 12.12.2011, 14:20 (vor 5247 Tagen) @ Ludo

Schicke Aufkleber und Durchsagen (ohne Durchgreifen) sind für mich keine "Durchsetzung". ;-)

Begleitquote/Zeugenquote S-Bahn München

GUM, Montag, 12.12.2011, 10:17 (vor 5247 Tagen) @ safe go
bearbeitet von GUM, Montag, 12.12.2011, 10:17

Ich weiß ja nicht, wie das beim metronom so durchgesetzt wird, daher kann ich nur mit dem ÖPNV vergleichen. Da steht das Alkoholverbot zwar oft nicht direkt drin, sondern nur im "Speisen- und Getränkeparagraph" der Beförderungsbedingungen, aber die Durchsetzung ist ungefähr Null. Ist ja auch logisch, denn das Fahrpersonal kann ja nicht aller 2 Minuten nach hinten rennen, um dann ggf. paar auf die Fresse zu kriegen. Daher auch die Frage, wie es denn mit der Begleitquote bei metronom/S-Bahn München aussieht.

Begleitquote S-Bahn München (aus Kundensicht):
1.) Nach 21:00 Uhr würde ich die Begleitquote der Gesamtstrecke auf etwa 40-50 % schätzen, die freundlichen Mitarbeiter gehen auch mehrmals durch den Zug.
2.) Stark befahrene Abschnitte: Zusätzliche Kontrolleure MVV und S-Bahn München mit offiziellem Kontrolleursausweis.
3.) Berufsverkehr morgens: Vor 09:00 Uhr. Leider viel zu wenig. Heute früh gab es aber in der S-Bahn X wieder fette Beute.

Zeugenquote S-Bahn München:
1.) Erfreulich hoch. Wenn sich ein Zeuge bei Übergriffen von Schwarzfahrern auf Kontrollpersonal zur Verfügung stellt, ist der zweite auch gleich da. Damit steht es dann nicht mehr 1 Straftäter gegen 2 Wachleute sondern 1 Straftäter gegen 2 unbeteiligte Fahrgäste+ 2 Wachleute. Tut auch nicht weh und die Handy-Nummer
auf die Rückseite des FPN-Blockes aufschreiben mit Hinweis Zeuge/Datum hilft den zu Unrecht beschuldigten Mitarbeitern enorm weiter.

Grüße GUM

Randale beim Abschiedssaufen in Münchner S-Bahn

PhilippK, Montag, 12.12.2011, 08:22 (vor 5247 Tagen) @ Maggus

Die FAZ lässt ihren heutigen Beitrag dazu mit dem Satz

Einer Begründung für die mobile Enthaltsamkeit braucht es nach dem Münchner "Abschiedssaufen" vom Samstag nicht mehr.

enden. Wie zutreffend...

Gruß, Philipp

Randale beim Abschiedssaufen in Münchner S-Bahn

kater_k, BBRN, Montag, 12.12.2011, 08:41 (vor 5247 Tagen) @ PhilippK

Die FAZ lässt ihren heutigen Beitrag dazu mit dem Satz

Einer Begründung für die mobile Enthaltsamkeit braucht es nach dem Münchner "Abschiedssaufen" vom Samstag nicht mehr.


enden. Wie zutreffend...

Naja, wäre kein Alkoholverbot eingeführt worden, hätte es auch kein Abschiedssaufen gegeben :-P.

Aber im Ernst: Ob nun in den Zügen verboten oder nicht, gesoffen wird doch vorher in jedem Fall. Allerhöchstens das Müllaufkommen wird imho geringfügig reduziert - wenn sich die Clowns an das Verbot halten sollten.

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