? Touch&Travel (Fahrkarten und Angebote)
Tommyboy, OWL, Mittwoch, 07.12.2011, 20:34 (vor 5438 Tagen)
Hallo,
beim Touch&Travel System soll der Fahrpreis ja automatisch ermittelt werden.
Wie wird erfasst, welchen Zug man benutzt hat?
Wird auf die Daten vom MT zurückgegriffen, wenn eine FK-Kontrolle stattfand?
Wenn keine stattfand: wird anhand des Ein- und Auscheckzeitpunkts ermittelt, welche Verbindung man genutzt haben muss?
Für die DB scheint das System im Grunde ja sehr vorteilhaft zu sein... Keine Fahrgäste, die sich ungenutzte FK erstatten lassen, kein Papierkram, bargeldlose Zahlung, Informationen über das Nutzungsverhalten....
Tommyboy
--
Um die Sicherheit in den Zügen und in den Bahnhöfen zu gewährleisten, sind in Gruppen reisende Fußballfans –falls bekannt –unbedingt an das für Ihren Bereich zuständige Regionalbüro Konzernsicherheit zu melden. (Auszug aus dem VKL)
? Touch&Travel
br752, Mittwoch, 07.12.2011, 21:53 (vor 5438 Tagen) @ Tommyboy
Das ist technisch genial geloest.
Durch das GSM Tracking ist klar in welchem Zug du gerade faehrst.
Das Ding kann einen RE von einem ICE, die nur 3 Minuten hintereinander fahren, auseinanderhalten. Sehr gutes Echtzeitracking.
Du musst quasi nur noch Anfang und Ende deines Trackings bestimmen.
Da lobe ich mir die Sparpreise auf Papier! ;-)
BR752
! Weitere Vorteile
GUM, Donnerstag, 08.12.2011, 09:50 (vor 5437 Tagen) @ Tommyboy
Hallo,
Für die DB scheint das System im Grunde ja sehr vorteilhaft zu sein... Keine Fahrgäste, die sich ungenutzte FK erstatten lassen, kein Papierkram, bargeldlose Zahlung, Informationen über das Nutzungsverhalten....
Tommyboy
Weitere Super-Vorteile:
+Ein zusätzliches Rechenzentrum mit 24 Stunden Verfügbarkeit (also back-up-gesichert) -> jede Menge CO2 Ausstoß
+ Bindung an einen Software/Hardware-Hersteller
-> übersteigt die Kosten traditioneller Vertriebssysteme bei weitem
+ Verschiebung der Beweislast auf den Kunden
+ Kostenlose Betreuung hilfloser, herumirrrender Reisender durch normale Fahrgäste
-> Da ja kein ortsfestes Personal mehr nötig ist
+ Perfekter Einsatz in Tunnelstrecken und S-Bahn Stammstrecken
+ Kunden wird zusätzlich das Geld für einen Mobilfunkvertrag aus der Tasche gezogen.
Dessen Wertschöpfung landet auch nicht bei der Bahn.
+ Im Konflikt- und Eskalationsfall sind alle Daten wertlos, da durch die Verschiebung der Positionsdaten von ein paar Hundert Metern plötzlich Stadtbuslinien Tausende Fahrgäste befördern
etc. etc.
+ Bei entladenem Akku perfekte Fahrkartenkontrolle ohne Zeitverzögerungen möglich.
Also wirklich ein SUPER System......
? Touch&Travel
Giovanni, Donnerstag, 08.12.2011, 11:46 (vor 5437 Tagen) @ Tommyboy
Für die DB scheint das System im Grunde ja sehr vorteilhaft zu sein... Keine Fahrgäste, die sich ungenutzte FK erstatten lassen, kein Papierkram, bargeldlose Zahlung, Informationen über das Nutzungsverhalten....
Nicht zu vergessen: Keine Fahrgastrechte
Da der tatsächliche Kauf der Fahrkarte offenbar erst beim Checkout stattfindet, ist die Verspätung beim Fahrkartenkauf ja bekannt. Damit ist eine Erstattung sowohl nach Fahrgastrechteverordnung als auch nach dem DB BB ausgeschlossen.
Bislang erfolgt wohl noch aus Kulanz eine Entschädigung...
Danke für die Information !
GUM, Donnerstag, 08.12.2011, 12:01 (vor 5437 Tagen) @ Giovanni
Für die DB scheint das System im Grunde ja sehr vorteilhaft zu sein... Keine Fahrgäste, die sich ungenutzte FK erstatten lassen, kein Papierkram, bargeldlose Zahlung, Informationen über das Nutzungsverhalten....
Nicht zu vergessen: Keine Fahrgastrechte
Da der tatsächliche Kauf der Fahrkarte offenbar erst beim Checkout stattfindet, ist die Verspätung beim Fahrkartenkauf ja bekannt. Damit ist eine Erstattung sowohl nach Fahrgastrechteverordnung als auch nach dem DB BB ausgeschlossen.Bislang erfolgt wohl noch aus Kulanz eine Entschädigung...
Dies birgt für den Kunden, als auch den Beförderer eine Menge Risiken.
Der Kunde steigt in das Verkehrssystem Bahn ein mit einem unbekannten Ziel. Im Moment des Einsteigens und "ersten Fahrtabschnitts" weiss es nicht einmal, um welche Art Kunde es sich handelt: Fernverkehr, Nahverkehr oder was ?
Ist eine happige Verspätung drin, die beispielsweise im Verkehrsverbund nicht erstattet wird ergeben sich insbesondere für einen uns alle bekannten Nutzer diverse Möglichkeiten, eine verspätungsoptimierte Anschlußwahl zu treffen. So nach dem Motto: Jetzt fahre ich vom Umsteigeort U in den kleinen Ort K weiter, wo ich gar nicht hinwollte. Da der Anschluss aber gerade weg ist, warte ich 2 Stunden auf den nächsten und bekomme die FGR-Zahlung auf die Gesamtstrecke.
Auch rechtlich bedenklich, denn man schließt ja einen Vertrag ab bei dem Fahrpreis und Zielort noch nicht feststehen.
Ganz zu schweigen von Berechnung, ob 1. oder 2. Klasse:
- Was ist bei Ausfall des A-Wagens ?
- Bekommen alle "A"-Bereiche zusätzliche Transponder um den Anteil der dort gefahrenen Kilometer zu berechnen ? Was ist mit dem Handy, was an der Trennwand im B-Bereich in der Jacke hägt (in umgekehrter Analogie zum Lounge-WLAN-Thread").
Meiner Meinung nach ist der einzige, richtige Ort für Touch & Travel die P-Tonne/Rundablage.
Danke für die Information !
GibmirZucker, Donnerstag, 08.12.2011, 13:24 (vor 5437 Tagen) @ GUM
Das funktioniert aber nur, wenn der sparsame Fahrgast aber wirklich nach K fährt! Also wenn er nichts anderes zu tun hat.... Im Gegensatz zur Papierfahrkarte, wo eine Umsteigeverbindung nach K gebucht wird, im Wissen, dass der Anschluss meistens nicht klappt, ist hier nachvollziehbar, wohin der Fahrgast wirklich gefahren ist.
Umgekehrt könnte der Fahrgast dann von A nach B fahren, mit der letzten Anschlussverbindung nach C, D oder E. Er guckt einfach bei der (nicht selten) verspäteten Ankunft, in welche Richtung der letzte Anschlusszug gefahren ist, nimmt sich ein Hotel, da er sowieso nur nach B wollte und fährt am nächsten Morgen kurz nach K und zurück. Bekommt er die Übernachtungskosten erstattet? Oder ist er in der Beweispflicht, dass er tatächlich von Anfang an nach E wollte?
Er könnte aber auch am Morgen von A nach B fahren, da er in B was kurz erledigen will, in B ist der "Anschluss" nach C, D oder E, erreichbar im Zweistundentakt, weg, also, da erwartete Ankunftsverspätung mehr als 60 Minuten, "bei Reiseabbruch und Rückkehr zum Ausgangsbahnhof, sich den bereits genutzten Anteil und den nicht genutzten Anteil erstatten lassen" (FGR) fährt er dann wieder nach A zurück. Reicht dann schriftlich einen Erstattungsantrag aus, er hätte im Sinn gehabt nach C oder E oder wie es passt, zu fahren. Im Fall des Ausnutzers der Grauzone (je nach Sichtweise "Betrüger") ist es wohl richtig, wenn die DB sagt, er habe ja nie eine Fahrkarte nach C oder E gehabt, sondern nur A-B-A gekauft und gefahren. Nur, was macht ein wirklich ehrlicher Fahrgast der tatsächlich nach E wollte, dort einen Termin, z.B. Vorstellungsgespräch hat, wegen Verspätung von mehr als 60 Minuten dann aber von B wieder zurückkehrt? Da ist er mit einer Fahrkarte auf dem Papier schon günstiger dran!
Beeindruckende Beispiele
GUM, Donnerstag, 08.12.2011, 13:34 (vor 5437 Tagen) @ GibmirZucker
Das funktioniert aber nur, wenn der sparsame Fahrgast aber wirklich nach K fährt! Also wenn er nichts anderes zu tun hat.... Im Gegensatz zur Papierfahrkarte, wo eine Umsteigeverbindung nach K gebucht wird, im Wissen, dass der Anschluss meistens nicht klappt, ist hier nachvollziehbar, wohin der Fahrgast wirklich gefahren ist.
Umgekehrt könnte der Fahrgast dann von A nach B fahren, mit der letzten Anschlussverbindung nach C, D oder E. Er guckt einfach bei der (nicht selten) verspäteten Ankunft, in welche Richtung der letzte Anschlusszug gefahren ist, nimmt sich ein Hotel, da er sowieso nur nach B wollte und fährt am nächsten Morgen kurz nach K und zurück. Bekommt er die Übernachtungskosten erstattet? Oder ist er in der Beweispflicht, dass er tatächlich von Anfang an nach E wollte?
Er könnte aber auch am Morgen von A nach B fahren, da er in B was kurz erledigen will, in B ist der "Anschluss" nach C, D oder E, erreichbar im Zweistundentakt, weg, also, da erwartete Ankunftsverspätung mehr als 60 Minuten, "bei Reiseabbruch und Rückkehr zum Ausgangsbahnhof, sich den bereits genutzten Anteil und den nicht genutzten Anteil erstatten lassen" (FGR) fährt er dann wieder nach A zurück. Reicht dann schriftlich einen Erstattungsantrag aus, er hätte im Sinn gehabt nach C oder E oder wie es passt, zu fahren. Im Fall des Ausnutzers der Grauzone (je nach Sichtweise "Betrüger") ist es wohl richtig, wenn die DB sagt, er habe ja nie eine Fahrkarte nach C oder E gehabt, sondern nur A-B-A gekauft und gefahren. Nur, was macht ein wirklich ehrlicher Fahrgast der tatsächlich nach E wollte, dort einen Termin, z.B. Vorstellungsgespräch hat, wegen Verspätung von mehr als 60 Minuten dann aber von B wieder zurückkehrt? Da ist er mit einer Fahrkarte auf dem Papier schon günstiger dran!
Interessante, beeindruckende Beispiele. Dies zeigt mir, wieviel große Probleme es im alltäglichen Betrieb mit Touch & Travel gibt.
Und die Kostenersparnis wird sich bei den Total Cost of Ownership wohl in der Gesamtsumme aus Kosten beim Fahrgast und Kosten bei der Bahn in sehr engen Grenzen halten. Denn nicht jeder hat oder will ein GPS-fähiges Handy haben und ich habe auch nirgends bei Touch & Travel gesehen, dass man dem Fahrgast den Umstieg auf die gerade aktuelle Handyversion oder das Software Update bezahlen würde.
Also einfach ein Irrweg.
Für mich ist T&T aus Kundensicht nichts-Erfahrungen Ausland?
SunshineMouse, Donnerstag, 08.12.2011, 14:59 (vor 5437 Tagen) @ GUM
Kann den Hype darum auch nur für die Bahn verstehen, aus Kundensicht ist das ganze nichts. Wir alle kennen das Tarif und Fahrkartenchaos mit unzähligen Tarifen und da soll diese Software den für uns günstigsten Preis rausfinden (wer glaubt daran?) - zunächst müsste die Bahn das Preissystem wieder dratisch vereinfachen, wer glaubt hieran?
Aber wie sieht es im Ausland aus? Gibt es dort bereits Erfahrungen mit ähnlichen Systemen?
Hoffe, dass das ganze in Deutschland nicht angenommen wird und mir die gedruckten (egal auf welchem Verkaufsweg) Fahrkarten noch lange erhalten bleiben...
Für mich ist T&T aus Kundensicht nichts-Erfahrungen Ausland?
Alexander, Donnerstag, 08.12.2011, 17:10 (vor 5437 Tagen) @ SunshineMouse
Hi,
Aber wie sieht es im Ausland aus? Gibt es dort bereits Erfahrungen mit ähnlichen Systemen?
Hoffe, dass das ganze in Deutschland nicht angenommen wird und mir die gedruckten (egal auf welchem Verkaufsweg) Fahrkarten noch lange erhalten bleiben...
da es nur für den Normalpreis anwendbar ist, sehe ich nicht viel Probleme im Tarif-Wirr-War, denn der Normalpreis ist einfach zu verstehen...
Ich fände es wesentlich toller, wenn es in den jeweiligen Großräumen (oder vielleicht für komplett Deutschland) in den Verkehrsverbünden ähnliche Systeme mit Karte gibt wie in London oder vielen anderen Städten in der Welt auch.
Einfach beim einsteigen die jeweilige Karte (in London oyster) auf das Lesegerät halten und automatisch wird der Fahrpreis abgebucht, dabei max soviel wie eine Tageskarte. (ok, die Karte muss vorher mit entsprechend Geld auch aufgeladen werden)
Bei uns stehe ich immer vor der Wahl, kaufe ich eine Tageskarte -> fahre ich so viel? Ok dann lieber eine Viererkarte -> mist die Tageskarte hätte sich doch gelohnt usw.
Oder auch ganz toll bei Fahrten über eine Tarifzonengrenze hinaus und ich habe dies vorher nicht so geplant, dann heißt es erst vorher aussteigen und mit der nächsten S-Bahn/U-Bahn weiterfahren da das entwerten nicht so schnell geht...
Ganz toll finde ich auch das System in Hongkong mit der Octopus - Card, damit kann man nicht nur in allen öffentlichen Verkehrsmitteln zahlen, sondern auch Taxifahrten, bei McDonalds, 7eleven (eine Art Supermarkt) oder vielen anderen Läden.
Ich konnte das Geld immer im Hotel lassen und wir sind nur mit Kreditkarte und Octopus-Card unterwegs gewesen.
--
Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld. (Wilhelm Busch)
Einfahren und Ausfahren aus Verkehrsverbünden
GUM, Freitag, 09.12.2011, 12:36 (vor 5436 Tagen) @ Alexander
Hi,
Aber wie sieht es im Ausland aus? Gibt es dort bereits Erfahrungen mit ähnlichen Systemen?
Hoffe, dass das ganze in Deutschland nicht angenommen wird und mir die gedruckten (egal auf welchem Verkaufsweg) Fahrkarten noch lange erhalten bleiben...
da es nur für den Normalpreis anwendbar ist, sehe ich nicht viel Probleme im Tarif-Wirr-War, denn der Normalpreis ist einfach zu verstehen...
Ein sehr gängiges Beispiel: Der Kunde hat eine Monatskarte eines Verkehrsverbundes und möchte über dessen Geltungsraum hinaus fahren. HEUTE kauft er sich am NTA einen Fahrschein ausgehend an der letzten Gültigkeits-Haltestelle des XY.Ringes des MVV (letzter Bahnhof der Gültigkeit seiner Zeitkarte) bis zum Zielort außerhalb des Verbundes. Es wird die reine zusätzliche Strecke berechnet und bezahlt.
Und jetzt das gleiche beim Touch & Travel:
1.) Der Kunde kann am Einsteigebahnhof nicht "einchecken", da er sonst doppelt bezahlt.
Am "letzten Gültigkeits-Haltepunkt" muss er herausspringen und seine Karte am T&T-Punkt durchziehen. Der Zug wartet entweder so lange oder er kann auf den nächsten warten.
2.) Bei der abendlichen Rückfahrt das Gleiche. Wie sieht es aber aus, wenn er nach dem Ausflug einfach vergisst, umzustempeln.
3.) Immer noch offen ist die Frage mit den Klassenwechseln bzw. Beförderung in der 1. Klasse. Insbesondere in bei gemischter Nutzung von unterschiedlichen Zugarten (eine mit, eine ohne 1. Klasse).