Ein Tagesausflug nach Genf (mit vielen Bildern) (Reiseberichte)

TD, Samstag, 08.10.2011, 13:21 (vor 5276 Tagen)

Hallo zusammen,

den anderen Usern aus dem Bodenseegebiet wird es um den Monatswechsel vermutlich ähnlich ergangen sein: im Radio ist die Rede von 10 Stunden Sonnenschein, herrlichem goldenen Oktober und einem Sonnenbad, man selbst sitzt aber im Nebel und kann froh sein, wenn die Sonne zwischen vier und fünf nochmal kurz rausschaut. Und so hatte ich mich - so kurzfristig wie das halt mit einem Sparpreis geht - für einen kleinen Ausflug entschieden. Von den Touren in Deutschland, die noch auf meinem Wunschzettel stehen, hat nichts so recht gepasst, mal gab es SEV, mal hat mir der Fahrplan nicht gefallen. Und so kam mir die Idee, mal nach einem Europa Spezial für die Schweiz zu schauen. Und siehe da, Genf war noch erstklassig im Angebot. Das passt, denn in der Romandie (französische Schweiz) war ich noch nie.

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Wir sind um 9 Uhr in Konstanz am Bahnhof. Mit dem SBB-Interregio rechts wären wir mit einmal Umsteigen in gut 4 Stunden in Genf. Aber wenn man für weniger als die Hälfte des Fahrpreises sogar eine Stunde Bahnfahrt, einige Umwegkilometer und Gratisgetränke obendrauf bekommt, steigen wir in den IC „Bodensee“ links und fahren erst mal in die entgegengesetzte Richtung.
Für alle, die sich mit dieser Tarifbesonderheit nicht auskennen: der Übergang von Konstanz in die Schweiz ist nicht Europa-Spezial-tauglich ist, deshalb machen wir einen kleinen Umweg.

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Wir entfliehen dem Nebel am Bodensee

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Der IC „Bodensee“ fährt über die Schwarzwaldbahn und weiter durch das Rheintal über Köln und das Ruhrgebiet bis nach Emden. Auch eine schöne Tour – aber heute steigen wir schon in Singen wieder aus und warten auf den Gäubahn-IC nach Zürich.

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In Zürich haben wir etwas Zeit und schauen auf einen Kaffee in der Lounge vorbei, der Zugang erfolgt per Lift. Im ersten Moment will man uns aber den Zutritt verwehren, da eine Fahrkarte Konstanz-Genf keine internationale Fahrkarte sei, die für den Zutritt erforderlich ist (was für eine normale Fahrkarte ja auch stimmen würde), mit dem Verweis auf das Via Singen bekommen wir dann aber Einlass.

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Für die Hinfahrt habe ich mir die Strecke über Bern ausgesucht, hier fährt ein aus Doppelstockwagen gebildeter IC.

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Die Strecke über Bern, Fribourg und Lausanne ist zwar nicht so spektakulär wie die schweizer Alpenstrecken, aber es wird landschaftlich immer ansprechender.

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Und dann kommt der Augenblick, der auch Anreiz für das Ziel Genf war. Auf Bahnfotos aus der Schweiz sieht man immer wieder Bilder, wie die Züge durch die Weinberge hoch über dem Genfer See hinunter nach Lausanne fahren. Und genau hier sind wir jetzt:

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Nach einer Rechtskurve gibt es links einen atemberaubenden Ausblick über den Lac Léman (Genfer See). Im Gegenlicht sind die Bilder leider nicht ganz so toll, aber ich denke sie vermitteln doch einen kleinen Eindruck.

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Der Hauptbahnhof Gare de Cornavin in Genf ist derzeit eine große Baustelle...

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...und auch in der Stadt gibt es ziemlich viele Baustelle, wie hier am Inselturm an der Pont de l'ìle.

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Der Genfer See ist nach dem Plattensee der zweitgrößte See in Mitteleuropa. Der Nordteil des Ufers liegt in der Schweiz, das Südufer ist französisch.

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Die Wasserfontaine Jet d’eau ist eines der Wahrzeichen von Genf, der Wasserstrahl ist bis zu 140 Metern hoch.

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Aufgrund der vielen Luxusuhrenhersteller gilt Genf als eine der wichtigsten Uhrenstädte der Welt. Die Blumenuhr (l'Horloge Fleurie) am Eingang zum Jardin Anglais (englischer Garten) ist übrigens in Betrieb!

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Die Kathedrale St. Peter (Cathédrale Saint-Pierre) ist so dicht umbaut, dass man sie kaum aufs Foto bekommt.

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Hier in Genf fließt die Rhone aus dem Genfer See.

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Wäre die Fernsicht besser gewesen (oder ich ein besserer Fotograf) würde man den Mont Blanc im Hintergrund des Stadtpanoramas besser sehen.

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Brunswick-Monument am Quai du Mont-Blanc

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Für die Rückfahrt habe ich mir nun die alternative Strecke über Biel ausgesucht, hier fährt ein ICN.

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Zunächst fahren wir wie bei der Hinfahrt am Nordufer des Genfer Sees entlang. Vor Lausanne zweigt die Strecke dann aber nach Norden ab...

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... und führt nun am Neuenburgersee (Lac de Neuchâtel) entlang. Auf der kurvenreichen Strecke macht sich die Neigetechnik deutlich bemerkbar.

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Da es hier im Forum ja immer wieder Diskussionen über die Preise der Bordgastronomie gibt: wem schon der Kaffee in Deutschland zu teuer ist, dem sei von Schweizreisen abgeraten. Dieser Schluck Kaffee kostet 4 Franken, das waren am Reisetag 3,29 €.

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Wir fahren immer noch am Neuenburgersee entlang...

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...und erreichen jetzt Neuchâtel. Die Wahrzeichen der Stadt, das Schloss und die Kollegiatskirche sind leider teilweise verhüllt.

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Wir sind noch immer im bernischen Seeland unterwegs und so folgt wenig später der nächste See, nämlich der Bieler See. Hier erreichen wir nun auch die Schweizer Sprachgrenze zwischen französischem und deutschsprachigem Teil. Biel selbst ist die größte zweisprachige Stadt der Schweiz.

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Bei Rothrist (hier endet die Neubaustrecke aus Mattstetten) queren wir dann noch die Aare, von wo aus man einen Blick auf die Festung Aarburg hat.

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In Zürich steigen wir schließlich wieder auf den Gäubahn-IC um und fahren über Singen zurück nach Konstanz.

Viele Grüße

Tobias

PS: Meine früheren Reiseberichte gibt's hier.

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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