Streit zwischen Kölner Stadtanzeiger und DB (Allgemeines Forum)

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Donnerstag, 13.11.2008, 17:20 (vor 6398 Tagen)

Hallo,
nach der Berichterstattung des Kölner Stadtanzeigers zu den möglichen Ursachen der ICE-Entgleisung in Köln hat die DB sich heute mit einer eigenen Stellungnahme zu Wort gemeldet:

„Anders als dargestellt liegt ein Gutachten der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) zu den Ursachen des ICE-3-Achsbruchs vom vergangenen Juli in Köln noch nicht vor. Im Artikel von Thomas Wüpper werden statt dessen deutlich so gekennzeichnete „Hypothesen“ eines Zwischenberichts in unverantwortlicher Weise als Tatsachen verkauft und damit Ängste und Unsicherheiten bei Bahnreisenden geschürt. Das endgültige Gutachten, das von der Staatsanwaltschaft Köln in Auftrag gegeben worden ist, wird nach Auskunft der BAM erst zum Jahresende vorliegen. Entsprechend haben die Deutsche Bahn wie auch die Bundesanstalt für Materialprüfung und die Kölner Staatsanwaltschaft bislang jeden Kommentar zu diesem noch laufenden Verfahren abgelehnt. Es ist vor diesem Hintergrund hochgradig unseriös, den Eindruck zu erwecken, die Deutsche Bahn unterschlage irgendwelche Tatsachen und wolle die Ursachen der Entgleisung in Köln „vertuschen“.

Richtig ist: Die Staatsanwaltschaft in Köln untersucht den Achsbruch am ICE 3 von Anfang Juli. Bis zur Klärung der Ursache sind die Intervalle zur Ultraschall-Überprüfung der Achsen drastisch verkürzt worden. Damit ist sichergestellt, dass alle im Betrieb befindlichen Züge sicher sind. Nach wie vor gibt es keine Erkenntnisse, die weitergehende Maßnahmen für einen sicheren Bahnbetrieb notwendig machen. Wenn dem so wäre, müssten sofort die Staatsanwaltschaft und auch die Aufsichtsbehörde, das Eisenbahn-Bundesamt (EBA), tätig werden.

Für die Deutsche Bahn gilt der Grundsatz: Sicherheit ist unteilbar und hat oberste Priorität. Es ist geradezu grotesk zu unterstellen, die DB spare an der Sicherheit mit Blick auf den angestrebten Börsengang. Das Gegenteil ist richtig: Sicherheit ist der wertvollste Posten in der Bilanz der DB. Jeder Reisende kann darauf vertrauen, dass sein Zug sicher ist. Wir unterstützen die Ermittlungsbehörden in der Ursachenforschung, damit die Ursache des Achsbruches zweifelsfrei geklärt wird und die notwendigen Folgerungen daraus gezogen werden können.“

Aufmerksam auf diesen Streit wurde ich übrigens über http://www.pro-bahn.de/aktuell/.

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Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
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Streit zwischen Kölner Stadtanzeiger und DB

101-Fan, Köln, Donnerstag, 13.11.2008, 19:29 (vor 6398 Tagen) @ Holger_HAM


Für die Deutsche Bahn gilt der Grundsatz: Sicherheit ist unteilbar und hat oberste Priorität. Es ist geradezu grotesk zu unterstellen, die DB spare an der Sicherheit mit Blick auf den angestrebten Börsengang. Das Gegenteil ist richtig: Sicherheit ist der wertvollste Posten in der Bilanz der DB. Jeder Reisende kann darauf vertrauen, dass sein Zug sicher ist. Wir unterstützen die Ermittlungsbehörden in der Ursachenforschung, damit die Ursache des Achsbruches zweifelsfrei geklärt wird und die notwendigen Folgerungen daraus gezogen werden können.“

Hallo zusammen,

auch wenn der Bahn immer unterstellt wird, dass sie an der Sicherheit sparen würde, habe ich zu den Zügen der DB vollstes Vertrauen.
Man kann der DB sicherlich unterstellen, dass sie spart. Aber welches Unternehmen muss heute nicht sparen? Ich glaube jedoch nicht, dass die DB an der Sicherheit spart. Ausserdem ist es so, wenn der Hersteller sagt, dass die Züge nur alle 300 000Kilometer untersucht werden müssen, dann hält sich die DB natürlich daran. Kauft man ein Auto und es wird einem gesagt, dass man erst nach 100 000Kilometer zum ersten mal nachgucken muss ob alles ok ist, dann vertraut man ja auch darauf. Die Schuld an den defekten Achsen oder an dem Unfall in Köln der DB zuzuschieben halte ich deshalb für falsch.

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Es grüsst aus Köln
Markus

Streit zwischen Kölner Stadtanzeiger und DB

Matze86, München, Donnerstag, 13.11.2008, 23:34 (vor 6397 Tagen) @ 101-Fan

auch wenn der Bahn immer unterstellt wird, dass sie an der Sicherheit sparen würde, habe ich zu den Zügen der DB vollstes Vertrauen.

Zustimmung.

Man kann der DB sicherlich unterstellen, dass sie spart. Aber welches Unternehmen muss heute nicht sparen?

Tja, das eine Unternehmen muss weniger, das andere mehr sparen...

Ich glaube jedoch nicht, dass die DB an der Sicherheit spart.

Richtig, deswegen gibt es ja das EBA...

Die Schuld an den defekten Achsen oder an dem Unfall in Köln der DB zuzuschieben halte ich deshalb für falsch.

Hm, wenn man am Personal spart, das obendrein nicht viel Zeit hat, um die Wartung richtig durchzuführen, dann ist die Bahn natürlich ganz unschuldig...

Aufwachen ! (@101-Fan)

TEF4, Freitag, 14.11.2008, 03:45 (vor 6397 Tagen) @ 101-Fan
bearbeitet von TEF4, Freitag, 14.11.2008, 03:46

Gottvertrauen wäre sicher auch nicht schlecht.

Wir haben hier zwar noch lange keine Verhältnisse wie in bestimmten Teilen unserer schönen Erde, aber der Kollege "Matze86" hatte schon die passende "spitze" Bemerkung zum Thema parat. Allerdings entdecken die Werkstattpersonale glücklicherweise oft noch rechtzeitig genug den Pfusch, der nach einer IS aus den Werken zurückkommt. Leider veröffentlicht niemand eine Statistik, wie oft es zu Gewährleistungsansprüchen kommt - ist aber sicher auch besser so.

Viel Spaß noch beim Bahnfahren
TEF4

Streit zwischen Kölner Stadtanzeiger und DB

Frank Augsburg, Ansbach, Freitag, 14.11.2008, 09:18 (vor 6397 Tagen) @ 101-Fan

Hallo,

...wenn der Hersteller sagt, dass die Züge nur alle 300 000Kilometer untersucht werden müssen, dann hält sich die DB natürlich daran. <

Tja, wenn er das mal wirklich so gesagt bzw. ins Wartungshandbuch geschrieben hat. Du erlaubst, daß ich das bezweifle.

Gruß
Frank

--
"Die Ferne ist ein schöner Ort,
doch wenn ich da bin, ist sie fort.
Die Ferne ist wo ich nicht bin,
ich geh und geh und komm nicht hin."

(Silly, mit der leider viel zu früh verstorbenen Tamara Danz)

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