Gerade eben im TV gesehen: Report-Mainz über schlafende Tf (Allgemeines Forum)

ICE-T-Fan, Montag, 10.11.2008, 22:35 (vor 6337 Tagen)

Hab eben gerade bei Report Mainz einen Beitrag gesehen, wonach die Schichtdienste der Tf so eng gestrickt ist, dass sie keine Zeit haben sich mal richtig auszuschlafen und schlafen daher am Arbeitsplatz.

Vorallem die Aussage mit dem ausgelassenen Halt wegen Sekundenschlaf fand ich krass.

Bei DSO wurde auch schon eine Diskussion dazu begonnen: http://drehscheibe-online.ist-im-web.de/forum/read.php?2,4036572

Naja bei Rendite Teufel komm raus wundert einem nix mehr :-/

Man kann es auch übertreiben....

Weiler, Montag, 10.11.2008, 22:49 (vor 6337 Tagen) @ ICE-T-Fan

Übrigens Einzelbeispiele werden hier wieder verallgemeinert. Unter strikter Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes, und daran kommt man bei der Disposition der Tf im Fernverkehr nicht vorbei, ist ein sogenannter Übergang von 9 Stunden zwischen zwei Schichten nur einmal am Stück möglich! Im Gegensatz zu anderen "Gefahr" Lenkern im Strassenverkehr ist das bei den heutigen Sicherheitseinrichtungen in modernen Zügen harmlos. Und außerdem wird kein Lokführer gezwungen solchen Belastungen mit Nachtschichten und kurzen Ruhen zu zustimmen. Glaubt mir, ich weiß wovon ich rede.
Übrigens auch ich kenne solche Fälle von Übermüdung und kenne auch die Kollegen....

Man kann es auch übertreiben....

ICE-TD, Dienstag, 11.11.2008, 01:12 (vor 6337 Tagen) @ Weiler

Sicher kann man das nicht verallgemeinern, aber Einzelbeispiele sind das keineswegs. Eine Ruhe von 9h wird man selten haben(zumindestens bei uns), aber auch 11h Ruhe können bei Koll. die weiter weg wohnen vom Arbeitsplatz sehr kurz sein. Nehmen wir mal einen "normalen" Arbeitnehmer(von 8-17 Uhr), hat dieser eine Ruhe von 15h. Beim Fahrpersonal, welches eh schon ungünstige Arbeitszeiten hat, muß eine Ruhe von 11h reichen.

Man kann es auch übertreiben....

Alexander, Dienstag, 11.11.2008, 01:22 (vor 6337 Tagen) @ ICE-TD

Hi,

da stimme ich dir zu - wenn man mal vom Fahrpersonal weggeht und zu den FDL schaut (bsp. ESTW)

Da ist es gang und gäbe das es nur 9 Std. Übergänge gibt. (Auch ich habe eine Zeit lang so gearbeitet)
Dies sah dann wie folgt aus:

Mo: 12:00 - 21:00
Di: 6:00 - 12:00 und 21:00 - 6:00
Mi: aus der Nacht
Do: Ruhe
Fr: wie Montag
Sa: wie Dienstag usw.
Zwischendurch gab es dann mal eine drei Tages Ruhe und Zwei Tages Ruhe.

Jetzt sind bei uns in der Abteilung 12 Std. Schichten völlig normal, da geht man teilweise 4 Tage hintereinander 12 Std. arbeiten und den fünften hat man dann noch eine Frühschicht.
Oder 2x 6:00 bis 18:00 danach dann nochmal 3x 18:00 bis 6:00
(Dafür hat man dann als Ausgleich mal 7 Tage Ruhe)

Viele Grüße

--
Es gibt Menschen, die geizen mit ihrem Verstand wie andere mit ihrem Geld. (Wilhelm Busch)

Man kann es auch übertreiben....

Mario-ICE, Dienstag, 11.11.2008, 04:49 (vor 6337 Tagen) @ Alexander

Hi,

da stimme ich dir zu - wenn man mal vom Fahrpersonal weggeht und zu den FDL schaut (bsp. ESTW)

Da ist es gang und gäbe das es nur 9 Std. Übergänge gibt. (Auch ich habe eine Zeit lang so gearbeitet)
Dies sah dann wie folgt aus:

Mo: 12:00 - 21:00
Di: 6:00 - 12:00 und 21:00 - 6:00
Mi: aus der Nacht
Do: Ruhe
Fr: wie Montag
Sa: wie Dienstag usw.
Zwischendurch gab es dann mal eine drei Tages Ruhe und Zwei Tages Ruhe.

Jetzt sind bei uns in der Abteilung 12 Std. Schichten völlig normal, da geht man teilweise 4 Tage hintereinander 12 Std. arbeiten und den fünften hat man dann noch eine Frühschicht.
Oder 2x 6:00 bis 18:00 danach dann nochmal 3x 18:00 bis 6:00
(Dafür hat man dann als Ausgleich mal 7 Tage Ruhe)

Viele Grüße

Man muss aber ehrlicherweise hinzufügen, dass dieses Dienstplanmodell in der Regel von den Arbeitnehmern unter Ausnutzung des Arbeitszeitgesetzes selbst gewünscht wurde zur Erzielung von größeren Ruhen. Dieses Modell ist wohl besonders in den südlichen und südwestlichen Regionen sehr verbreitet.

Zum Thema 12 Stunden würde ich nicht so laut sagen, denn das ist eine eindeutiger Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz, viele Betriebsräte stimmen solchen Modellen in der Woche überhaupt nicht zu.

Man kann es auch übertreiben....

Alexander, Dienstag, 11.11.2008, 10:05 (vor 6337 Tagen) @ Mario-ICE

Da gebe ich dir recht - man reizt das Arbeitszeitgesetz mit allen seinen Lücken aus!

Aber als Alternative hat man nur das Prinzip wie ich es vorher hatte spät-früh-nacht.
Das bedeutete für mich max. 5 Std. Schlaf pro Tag! Den nicht jeder wohnt auf Arbeit, viele haben auch ein etwas weiteren Weg.

Und ich habe es selbst gemerkt, bei den kurzen Übergängen musste vieles aus dem sozialen Umfeld zurückstecken.


Viele Grüße

--
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Man kann es auch übertreiben....

jor, Dienstag, 11.11.2008, 23:51 (vor 6336 Tagen) @ Alexander

Ein rückwärts rotierender Dienstturnus ist so ziemlich das schädlichste, was man dem Personal antun kann. Zwar entstehen dadurch größere zusammenhängende Ruhezeiten, jedoch benötigt man dann erst mal zwei Tage, um wieder fit zu werden. Wenn man so einen Dienstplan ein paar Jahre lang mitgemacht hat, dann ist man reif für die Frührente.

Besser ist es immer, einen vorwärts rotierenden Dienstplan anzuwenden, also am Folgetag den Dienstbeginn konsequent später zu legen als am vorherigen Tag, dann baut sich kein größer werdendes Schlafdefizit auf. Mathematisch gesehen sind dann die zusamenhängenden Ruhezeiten kürzer, aber man kann zumindest etwas damit anfangen.

Gerade eben im TV gesehen: Report-Mainz über schlafende Tf

Steffen, Montag, 10.11.2008, 22:50 (vor 6337 Tagen) @ ICE-T-Fan

Von einem Lokführer eines Güterverkehrsunternehmens habe ich mal gehört, dass man wohl das eine oder andere mal im Halbschlaf durch die Gegend fährt, was dank PZB und nächtlichen grünen Wellen wohl auch recht problemlos geht.

Den Rest denke man sich bitte dazu :-

--
[image]

Gerade eben im TV gesehen: Report-Mainz über schlafende Tf

fabs, Braunschweig, Dienstag, 11.11.2008, 00:22 (vor 6337 Tagen) @ Steffen
bearbeitet von fabs, Dienstag, 11.11.2008, 00:23

Moin!
"Lieber Hamburg - Würzburg auf LZB, als gar keinen Schlaf..."

Ernsthaft: Auch ich habe gerade neulich wieder von einem Kollegen gehört, der jetzt seine Firma gewechselt hat und zu uns gekommen ist, da er dort quasi gezwungen wurde gegen das Arbeitszeitgesetz zu verstoßen. So musste er nach einer achtstündigen Fahrgast-Fahrt noch 20(!) Stunden fahren. Dann hatte er 5(!) Stunden (inkl. zum Hotel gehen, essen, einkaufen und zurück zum Bahnhof gehen) Pause um dann wieder über 15(!) Stunden unterwegs zu sein.
Ich kann über solche Leute, die so etwas machen, nur den Kopf schütteln. Es fällt doch sowieso immer wieder auf einen zurück. Wenn bei solch einer Schicht mal etwas passiert, steht keiner hinter dir. Die Firma wird mit Sicherheit sagen: "er hätte es ja ablehnen können".
Bei mir ist es so, daß wenn ich an meine (gesetzlichen oder körperlichen) Grenzen stoße ich rechtzeitig die Einsatzleitung informiere, damit ich irgendwo abgelöst oder der Zug abgestellt werden kann, wenn kein anderes Personal aufzutreiben ist. Das hat bisher immer sehr gut geklappt.

Viele Grüße
fabs

--
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