CH: Zug - Arth-Goldau zwei Jahre lang Vollsperre! (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Montag, 29.08.2011, 18:49 (vor 5337 Tagen)

Hallo liebes Forum,

Heute veröffentlichten die SBB folgende Pressemitteilung:


Medienmitteilung, 29. August 2011

Zug–Arth-Goldau: Streckenausbau für Halbstundentakt Zürich–Tessin.

Die Bahn-Passagiere profitieren auf der Strecke Zürich–Tessin künftig von häufigeren Verbindungen. Mit der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels 2019 kann der durchgehende Halbstundentakt eingeführt werden. Damit dies ohne Einschränkungen für den Regionalverkehr möglich ist, wird bei Walchwil am Ost-Ufer des Zugersees ein zweites Gleis gebaut. Während den zwei Jahre dauernden Bauarbeiten ab Ende 2016 muss der Verkehr über die West-Seite des Zugersees umgeleitet werden. Der Fahrzeitgewinn, der mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels entsteht, wird schrittweise weitergegeben.

Mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels Ende 2016 und des Ceneri-Basis-tunnels 2019 reduzieren sich die Fahrzeiten im Nord–Süd-Bahnverkehr massiv. Damit mehr Reisende von besseren Verbindungen profitieren können, müssen auch die Zufahrten nördlich des Gotthards ausgebaut werden. Die SBB hat deshalb in Absprache mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV) und den Kantonen beschlossen, nördlich von Walchwil am Ost-Ufer des Zugersees auf 1,7 Kilometern Länge ein zweites Gleis zu bauen.

Damit werden zusätzliche Kapazitäten geschaffen, welche den Halbstundentakt im Nord–Süd-Fernverkehr möglich machen, ohne dass der Regionalverkehr eingeschränkt wird. Die Züge der Linie S2 können zudem die Haltestelle Hörndli künftig nicht nur stündlich bedienen, sondern ebenfalls halbstündlich. Die SBB will die Ausbauarbeiten mit anstehenden Substanzerhaltungsmassnahmen an Tunneln, Brücken, Bahntechnik und Gleisen kombinieren.

Am schnellsten und effizientesten lassen sich die Arbeiten mit einer zweijährigen Streckensperrung zwischen Zug Oberwil und Arth-Goldau ausführen. Mögliche Alternativen wurden wegen gravierender Nachteile verworfen. So würde bei einem Bau unter Betrieb die Bauzeit auf mindestens sechs Jahre verlängert. Zudem würde sich das Projekt um rund 40 Millionen Franken verteuern.

Die Bauarbeiten bei Walchwil sollen Ende 2016 starten. Während der zweijährigen Bauzeit wird der Fernverkehr auf der Strecke Zürich–Tessin über Rotkreuz und das West-Ufer des Zugersees umgeleitet. Trotzdem reisen die Kundinnen und Kunden ab Ende 2016 dank der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels rund 20 Minuten schneller von Zürich ins Tessin.

Von den Bauarbeiten nicht betroffen sind die Passagiere auf der Strecke Bern/Basel–Luzern–Tessin. Sie profitieren sofort nach Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels vom vollen Fahrzeitgewinn von rund 40 Minuten. Für Reisende zwischen Schwyz/Uri und Zürich werden während den Bauarbeiten Ersatzangebote organisiert.

Die Ausbauarbeiten sind mit Ausnahme des Substanzerhalts Teil des Programms «Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur» (ZEB) des Bundes im Umfang von 5,4 Mia. Franken. Die Kosten für den Doppelspurausbau bei Walchwil belaufen sich auf ca. 100 Mio. Franken, die Kosten für die Unterhaltsarbeiten (Tunnel, Kunstbauten, Bahntechnik) auf weitere rund 100 Mio. Franken.


Mehr Kapazitäten in Rotkreuz

Die zweijährige Streckensperrung zwischen Zug Oberwil und Arth-Goldau hat von 2014 bis Ende 2016 auch Ausbauarbeiten in Rotkreuz zur Folge. Zur Abwicklung des Umleitungsverkehrs ist ausgangs Bahnhof Rotkreuz Richtung Zug ein rund 700 Meter langes, zweites Gleis nötig. Auch mit diesem besteht noch eine letzte, ein Kilometer lange Doppelspurlücke zwischen Rotkreuz und Zug. Deren Schliessung war ursprünglich nach 2025 geplant. Um Synergien zu nutzen, wird der Bau dieses zweiten Gleises zwischen Rotkreuz und Freudenberg nun jedoch vorgezogen. Das so insgesamt 1,7 Kilometer lange Gleis steigert die Kapazität, ermöglicht einen Viertelstundentakt für die Haltestelle Hünenberg-Chämleten und sorgt für einen noch pünktlicheren Bahnbetrieb. Diese Ausbauten werden ebenfalls über das Programm ZEB finanziert und belaufen sich auf 30 Mio. Franken. In die Bahninfrastruktur um den Zugersee werden somit insgesamt über 230 Mio. Franken investiert.

(Quelle auf sbb.ch)


Um die Situation noch bildlich zu verdeutlichen hier noch eine Karte von Bahnonline.ch:

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Mein Kommentar:
Mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels im Dezember 2016 soll also die Reisezeit auf diesem Abschnitt um 40 Minuten sinken und das ganz ohne Neigetechnik. Durch diese Baumassnahmen werden Nord- und Ostschweizer allerdings erstmal nur eine Reisezeitverkürzung von 20 Minuten haben. Im Dezember 2018 sollen dann diese 20 Minuten nachgereicht werden und mit dem Ceneri-Basistunnel wird es nochmals zu einer Fahrzeitverkürzung von etwa zehn Minuten kommen zwischen Bellinzona und Lugano.
Da auch während dieser Baumassnahme die Fahrzeit kürzer wird, finde ich das jetzt gar nicht mal so schlimm. Gespannt bin aber dann auf die Detailausarbeitung der Fahrpläne, vor allem im Bezug auf die Umsteigebeziehungen in Arth-Goldau. In St. Gallen fährt der Voralpen-Express kurz nach dem Knoten ab und in Zürich HB fährt der Gotthard-Schnellzug kurz nach dem Knoten ab, bisher gab es da dann zwischen diesen beiden gute Anschlüsse in Arth-Goldau, wenn jetzt dann aber der Zürcher Zug 20 Minuten länger braucht bis Arth-Goldau, dann verlängert sich also in Arth-Goldau die Umsteigezeit um diese 20 Minuten. Ausser der Zug aus Luzern fährt wie bis anhin und damit 20 Minuten vor dem Zürcher Zug, aber dann würde mich wundern, wie die Anschlüsse zwischen dem Nonstop-IC/EC und dem Gotthard-IR über den Berg gestaltet werden.
Einen klaren Nachteil hingegen werden die Einwohner der Gemeinden am Ostufer des Zugersees haben und die Leute, die aus Uri oder Schwyz nach Zug, Zürich oder weiter müssen. Die SBB wollen zwar für diese Reisenden ein passendes Konzept ausarbeiten, aber ganz eliminieren wird man die negativen Begleiterscheinungen nicht können.
Wie dem auch sei, das wird sicher eine interessante Zeit.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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