Reisebericht (Schienen-)Kreuzfahrt Spanien 1/3 (m.v.Bild.) (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
27 Stunden Fahrt bis Mallorca? Im Zeitalter der Billigflieger wird man wohl belächelt, wenn man mit Zug und Fähre nach Mallorca reist. Zusammen mit meinem Bruder habe ich mich trotzdem auf diesen Weg gemacht und im Anschluss noch eine Tour durch Spanien angehängt. Bitte fragt nicht, was diese erstklassige Tour gekostet hat, mit dem Billigflieger ist diese Art des Reisens nicht zu vergleichen - dafür aber ein tolles Erlebnis, ganz nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“.
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Für die Hinfahrt habe ich mir den Nachtzug Zürich – Barcelona ausgesucht, dann weiter mit der Fähre nach Mallorca, von dort nach Valencia, über Madrid wieder nach Barcelona und schließlich über Paris zurück nach Hause. Da der Reisebericht viel Text und viele Bilder enthält, mache ich drei Teile daraus. Los geht’s:
Tag 1+2: Konstanz – Palma de Mallorca
Um 17:03 Uhr starten wir in Konstanz mit einem InterRegio der SBB nach Zürich. Kurz zuvor war es noch sonnig, jetzt macht uns ein Regenschauer den Abschied vom Bodensee nicht schwer.
In Konstanz scheint noch die Sonne
SBB-InterRegio in Konstanz
1.Klasse im Interregio
Jetzt regnet’s über dem Bodensee...
...einige Minuten später scheint wieder die Sonne.
Bis Zürich habe ich ein Normalpreis-Ticket der DB gebucht, ich bin ganz überrascht, dass das als Online-Ticket erhältlich war und ich sogar einen E-Coupon einsetzen konnte (das Hotel in Madrid hatte ich über HRS gebucht, für die Buchung gab‘s einen E-Coupon der DB und jetzt kann ich damit preiswerter durch die Schweiz fahren – Sachen gibt’s…). Diesmal will der SBB-Zugbegleiter sogar unsere BahnCards sehen, das ist bei Fahrten im Ausland nicht sehr häufig der Fall. In Oberwinterthur legen wir einen außerplanmäßigen Halt ein, um Fahrgäste eines liegengebliebenen IC aufzunehmen, und so kommen wir einige Minuten später in Zürich an. Das ist aber kein Problem, schließlich haben wir eine Übergangszeit von etwa einer Stunde.
Das Ziel Barcelona ist doch etwas exotisch auf der Abfahrtstafel
Eine Viertelstunde vor der Abfahrt wird dann der EN 274/275 Pau Casals bereitgestellt. Ich habe die Gran Clase gebucht, ein Abteil mit Dusche und WC.
Elipsos-Nachtzug in Zürich
Elipsos Trenhotel
Gang im Talgo-Schlafwagen
Abteil in Tagesstellung
Dusche und WC
Das Abteil ist zunächst noch in Tagesstellung, nachdem der Schlafwagenbetreuer Fahrkarten und Pässe eingesammelt hat, bekommen wir neben der Schlüsselkarte Gutscheine für Abendessen und Frühstück, welche im Preis inbegriffen sind. Mit den Gutscheinen kann man zum Abendessen im Restaurant frei aus der Karte wählen (jeweils etwa 5 Vorspeisen, Hauptgerichte und Nachspeisen) und auch die Getränke sind frei.
Restaurantwagen im Elipsos-Trenhotel
Während wir im Restaurant sind, richtet der Schlafwagenbetreuer die Betten. Nicht nur was die Gastronomie betrifft macht das Trenhotel seinem Namen alle Ehre. Im Bad gibt es ein komplettes Necessaire mit Zahnbürste, Rasierer, Zahnpasta, Ohropax, Duschgel usw., selbst an Einmal-Fußschlappen und eine Einmal-Duschmatte ist gedacht.
Unser Abteil in Nachtstellung
Da hätte ich den eigenen Waschbeutel ja zu Hause lassen können...
Schade, dass es nun schon bald dunkel wird, denn diesen Teil der Schweiz über Bern, Fribourg, Lausanne und Genf kenne ich noch gar nicht.
Beim ersten Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen sieht die Landschaft schon sehr südeuropäisch aus.
Aufwachen in Südfrankreich
Wir machen uns nun wieder auf in Richtung Restaurant, wo wir unsere Gutscheine für das „5-Sterne-Frühstück“ einlösen.
„5-Sterne-Frühstück“ im Trenhotel
Es gibt wahlweise ein Omelett oder Cornflakes, dazu Toast und süßes Gebäck. Ganz so schlimm finde ich die Frühstücksbox im CNL zwar nicht, aber so ein richtiges Frühstück hat doch mehr Charme.
Mit 35 Minuten Verspätung erreichen wir schließlich Barcelona Estació de França.
Ankunft in Barcelona Estació de França
Barcelona Estació de França
Da wir nach der Ankunft gleich weiter zur Fähre wollen, ist dieser Bahnhof gerade passend, da wir von hier zu Fuß zum Hafen laufen können und schon einen kleinen Eindruck von Barcelona bekommen – die eigentliche Stadtbesichtigung steht erst bei der Rückfahrt auf dem Programm, wenn wir in 5 Tagen wieder hier sein werden.
Kolumbus-Denkmal in Barcelona
Mit der Fähre verlassen wir Barcelona – mit der Seilbahn über dem Fähreterminal werden wir in 5 Tagen fahren.
Fähre Barcelona-Palma
Hafenausfahrt Barcelona
Ziemlich eintönig, so eine Überfahrt.
8 Stunden Zugfahrt macht mir gar nichts aus, im Gegenteil, ich genieße so lange Fahrten beispielsweise quer durch Deutschland von Süd nach Nord, da gibt es immer etwas zu sehen, die Landschaft ändert sich, es gibt Zwischenhalte usw. - aber 8 Stunden Fähre sind schon heftig, vor allem wenn man vorher schon 14 Stunden Zug gefahren ist. Es ist zwar herrliches Wetter und die See ruhig, aber die Fahrt ist doch recht eintönig. Und zum Kreuzfahrtschiff taugt so eine Fähre halt nicht so recht; wahrscheinlich ist es nicht verkehrt, dass die meisten Fähren über Nacht fahren.
Endlich Land in Sicht.
Nach fünfeinhalb Stunden ist dann immerhin Land in Sicht, bis Palma müssen wir aber noch ein ganzes Stück um die Insel fahren. Aber schließlich ist es geschafft und wir kommen in Palma an.
Fahrt entlang der Küste von Mallorca
Kurs auf Palma
Geschafft – im Abendlicht sind wir in Palma angekommen.
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