NL: "NS diskriminiert ausländische Fahrgäste" (Allgemeines Forum)
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 17.06.2011, 09:40 (vor 5568 Tagen)
Hallo ICE-Fans,
es ist schon allgemein bekannt, dass die Niederlande bezüglich internationaler Bahnverkehr einiges lernen kann.
So kann ich als Niederländer problemlos eine BahnCard der DB kaufen, sogar online. Formular ausfüllen, Postadresse angeben und die Rechnung via E-Banking bezahlen, fertig. Umgekehrt kann ein Deutscher keine "voordeelurenkaart" bei NS bestellen, weil dafür ein NL-Bankkonto erforderlich ist. Dasselbe gilt auch für das Verfahren "Geld zurück bei Verspätung". Auch hier ist ein NL-Bankkonto erforderlich.
Diese Hürden seien laut Rover ein Verstoß gegen EU-Richtlinien.
Sowieso finde ich, dass die Kundenfrendlichkeit unserer Bahn für ausländische Fahrgäste verbesserungsbedürftig ist:
1. Fahrkartenautomaten akzeptieren keine ausländische Bankomatkarten (Bargeld schon, aber nur Münzen).
2. ÖV-Chipkartenverfahren für Ausländer schwer zu verstehen (vor allem die Erwerbung einer unpersönlichen Karte).
3. Durchsagen in Fernzügen meist nur in der Landessprache, nicht auf englisch.
gruß,
Oscar (NL).
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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
Aufgeschmissene Ausländer...
fjk, Freitag, 17.06.2011, 09:59 (vor 5568 Tagen) @ Oscar (NL)
Hallo Oscar,
wo ist das Problem: dann besorgt man sich für seine Rückerstattung eben ein niederländisches Bankkonto. Sollte doch in Europa möglich sein, solange man keine Drachmen im Keller hat.
Oder nicht? Ich erinnere mich nämlich nur zu gut an eine Kommilitonin, die ein paar Monate in Amsterdam studieren wollte, und mangels eines niederländischen Bankkontos keine Wohnung mieten konnte - mangels inländischen Wohnsitzes aber auch kein niederländisches Bankkonto eröffnen. Das war zwar knapp noch zu guldenen Zeiten, aber Europa hatten wir da auch schon.
Und irgendwie hört sich die Fahrkartengeschichte so an, als wenn sie genauso weitergehen müsste...
Alles wird sich ändern wenn wir groß sind!
fjk
Ziemlich eindeutige Rechtsverstöße
Hustensaft, Freitag, 17.06.2011, 10:37 (vor 5568 Tagen) @ fjk
Die einschlägigen EU-Richtlinien sind da ziemlich eindeutig und die Nederlandse Spoorwegen stehen vor einem Problem: Spätestens mit der verbindlichen Einführung von SEPA voraussichtlich 2013/2014 müssen Bankkarten SEPA-weit akzeptiert werden. Schon heute müssen öffentliche Kassen für Zahlungen aus dem SEPA-Raum ausgerüstet sein, zudem ist das Verlangen nach einem inländischen Konto zu Erstattungszecken mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht EU-rechtskonform. Lediglich die Durchsage ausschließlich in Landessprache ist allenfalls ein Service- und kein Rechtsproblem.
Ziemlich eindeutige Rechtsverstöße
Fabian318, Münster i. W., Freitag, 17.06.2011, 14:34 (vor 5568 Tagen) @ Hustensaft
Die einschlägigen EU-Richtlinien sind da ziemlich eindeutig und die Nederlandse Spoorwegen stehen vor einem Problem:
Nein, bereits ab 2012 gibt es in den Niederlanden kein nationales Debitkartensystem (PinPas) mehr, sondern es wird ausschließlich V-Pay und Maestro gebraucht. Dann sollte es also auch mit deutscher Karte überall gehen, zur Zeit geht es mit Maestro ja nur an den großen Bahnhöfen. Aber dass keine Kreditkarten und keine Banknoten akzeptiert werden, darf man eigentlich niemandem erzählen...
Ziemlich eindeutige Rechtsverstöße
rotfuxx, Freitag, 17.06.2011, 14:41 (vor 5568 Tagen) @ Fabian318
Also hinter Maestro würde ich ein Fragezeichen setzen. Denn ich habe schon häufig erlebt, dass trotz Maestro-Label deutsche EC-Karten mit Maestro-Funktion nicht akzeptiert werden.
Selbst Geldautomaten zeigen in den Niederlanden eigenwillige Tendenzen. Meine bisherige Erfahrung ING -> relativ gut, ABN-Ambro -> Lotteriespiel, Rabobank -> zum Verzweifeln. Supermarkt kann man natürlich total vergessen.
Man Lehre aus vier Jahren Niederlande-Fahrten: Immer viel Bargeld dabei haben ... und davon nochmal größere Beträge in Münzen. Hört sich echt an, wie aus einem anderen Jahrhundert.
Ziemlich eindeutige Rechtsverstöße
Fabian318, Münster i. W., Freitag, 17.06.2011, 14:46 (vor 5568 Tagen) @ rotfuxx
Also hinter Maestro würde ich ein Fragezeichen setzen. Denn ich habe schon häufig erlebt, dass trotz Maestro-Label deutsche EC-Karten mit Maestro-Funktion nicht akzeptiert werden.
Echt? Bei mir hat das, wo es funktionieren sollte, immer funktioniert. Allerdings muss man oft die Karte drei mal einschieben: Zuerst Magnetstreifen benutzen, dann fordert das Gerät zur Chipleserbenutzng auf, danach wieder der Magnetstreifenleser, und schon funktionierte es...
Ich denke aber, dass jetzt mehr und mehr Supermärkte auf Maestro und V-Pay umstellen werden.
Selbst Geldautomaten zeigen in den Niederlanden eigenwillige Tendenzen. Meine bisherige Erfahrung ING -> relativ gut, ABN-Ambro -> Lotteriespiel, Rabobank -> zum Verzweifeln.
Das hat bei mir immer geklappt, wobei ich nur die Kreditkarte benutze. ;-)
Übrigens haben auch die Niederländer oft selbst Probleme, weil ihre PinPas-Karten nicht am Fk-Automaten wahllos nicht akzeptiert werden...
Einer erzählt dies, der andere das:
fjk, Freitag, 17.06.2011, 14:42 (vor 5568 Tagen) @ Fabian318
Aber dass keine Kreditkarten und keine Banknoten akzeptiert werden, darf man eigentlich niemandem erzählen...
... vor allem, wenn wie parallel wieder mal hervorgekramt wurde, beim östlichen Nachbarn eben keine Kontokarten, dafür aber Kreditkarten und Bargeld (oder Personalausweise ;-)) akzeptiert werden.
variatio delectat?!
fjk
Einer erzählt dies, der andere das:
Fabian318, Münster i. W., Freitag, 17.06.2011, 14:47 (vor 5568 Tagen) @ fjk
... vor allem, wenn wie parallel wieder mal hervorgekramt wurde, beim östlichen Nachbarn eben keine Kontokarten, dafür aber Kreditkarten und Bargeld (oder Personalausweise ;-)) akzeptiert werden.
Der östliche Nachbar akzeptiert am Automaten Kreditkarten und EC-Karten. Im Zug selber akzeptiert der östliche Nachbar Kreditkarte und Bargeld, was mehr als in NL ist, wo überhaupt kein regulärer Verkauf im Zug möglich ist.
Aufgeschmissene Ausländer...
Dan_P, St. Ilgen/Sandhausen, Mittwoch, 13.07.2011, 16:17 (vor 5542 Tagen) @ fjk
wo ist das Problem: dann besorgt man sich für seine Rückerstattung eben ein niederländisches Bankkonto. Sollte doch in Europa möglich sein, solange man keine Drachmen im Keller hat.
$KUNDE muss erst aktiv werden, ein Konto besorgen, das er sonst nicht benötigen würde? Was ist das denn bitte? Dank SWIFT/BIC/Maestro und Co. sollte es innerhalb der EU doch möglich sein, einheitliche Bankgeschäftsprozesse durchzuführen... Ich bekam ja sogar meine Aussie-Dollars in Sydney mit meiner simplen VR-Bank-Karte (Maestro)...
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bye, Dan
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Meine Fotos im Netz - http://www.dans-photos.net/
NL: "NS diskriminiert ausländische Fahrgäste"
rotfuxx, Freitag, 17.06.2011, 11:40 (vor 5568 Tagen) @ Oscar (NL)
Hallo Oscar,
Du sprichst mir aus der Seele. Ein Arbeitskollege und ich müssen oft in die Niederlande und wir finden das aktuelle Verfahren einfach nur "kontraeuropäisch".
Es ist schon ein dickes Ding, dass man vor einigen Jahren als Deutscher ohne weiteres eine Kortingkart bekommen konnte, jetzt aber ein niederländisches Bankkonto haben muss. Das generelle Problem, dass EC-Karten trotz Maestro bei vielen niederländischen Automaten und Geschäften nicht funktionieren, führt dazu, dass ich ich immer mit unangenehm hohen Bargeldbeträgen im Land unterwegs bin.
Unangenehm in zweierlei Hinsicht: Erstens für das diffuse, sehr unwahrscheinliche Ereignis eines Diebstahls. Zweitens für die absolut sicher eintretenden Unannehmlichkeiten, die beim Bargeld-Kauf mittlerweile eintreten. Nachdem Niederländer mittlerweile selbstverständlich bei Kleinstbeträgen "pinnen" (ja, sogar beim Kaugummi), wird man schon kritisch beäugt, wenn man immer außergastronomischen Bereich Geldbeträge jenseits der 20-Euro-Grenze in bar bezahlt.
Ich kann nicht verstehen, warum eine so weltoffene Handelsnation, es Reisenden so schwer macht.
NL: "NS diskriminiert ausländische Fahrgäste"
Fabian318, Münster i. W., Freitag, 17.06.2011, 14:42 (vor 5568 Tagen) @ rotfuxx
Ich kann nicht verstehen, warum eine so weltoffene Handelsnation, es Reisenden so schwer macht.
Ganz genau das frage ich mich auch. - Mit PinPas hat es sich jedenfalls zum 1.1.12 hin erledigt, dann gibt es dort nur noch Maestro und V-Pay.
Zumal Reisende, wenn sie sich auf die Bezahlhinweise auf der internationalen NS-Website verlassen, verlassen sind. Da steht, man kann mit Bargeld (nur begrenzt, keine Scheine), Debitkarten (nur niederländische, Hinweis also auf der englischen Seite irreführen) und Kreditkarten (nur in Schiphol und Amsterdam CS, das sogar nur gegen 1 Euro Aufpreis) bezahlen.
Und die Rabattkarte wird auch auf Englisch angepriesen: Wer spricht kein Niederländisch, hat aber ein niederländisches Bankkonto? Auf den Umstand, dass ein niederl. Bankkonto erforderlich ist, wird natürlich nicht hingewiesen...
NL: "NS diskriminiert ausländische Fahrgäste"
mrhuss, FKON, Freitag, 17.06.2011, 16:35 (vor 5568 Tagen) @ Fabian318
Und die Rabattkarte wird auch auf Englisch angepriesen: Wer spricht kein Niederländisch, hat aber ein niederländisches Bankkonto?
Eine ganze Menge Leute! Gerade in Amsterdam sitzen viele internationale Unternehmen (und Universitäten), die einen auch einstellen, wenn man nur Englisch kann. Und bei einer niederländischen Bank hat sich bisher auch noch niemand geweigert, Englisch zu sprechen.
NL: "NS diskriminiert ausländische Fahrgäste"
Fabian318, Münster i. W., Freitag, 17.06.2011, 16:38 (vor 5568 Tagen) @ mrhuss
Und die Rabattkarte wird auch auf Englisch angepriesen: Wer spricht kein Niederländisch, hat aber ein niederländisches Bankkonto?
Eine ganze Menge Leute! Gerade in Amsterdam sitzen viele internationale Unternehmen (und Universitäten), die einen auch einstellen, wenn man nur Englisch kann. Und bei einer niederländischen Bank hat sich bisher auch noch niemand geweigert, Englisch zu sprechen.
Gut, da hast du wohl recht. Dennoch sollte deutlich erwähnt werden, dass es nur um niederländische Debitkarten geht, und Kreditkartenzahlung nur am Flughafen Schiphol und Amsterdam CS möglich ist.
Connexxion / OV-Chipkaart
Fabian318, Münster i. W., Freitag, 17.06.2011, 14:36 (vor 5568 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Fabian318, Freitag, 17.06.2011, 14:37
Bei Connexxion zum Beispiel ist es nicht mal möglich, eine Kontaktanfrage per E-Mail zu starten, wenn man über keine niederländische Postadresse verfügt. (Abgesehen von Tricks, versteht sich)
Der Erwerb der personengebundenen Chipkarte ist für Ausländer auch völlig unmöglich, weil erstens die niederländische Bankverbindung und zweitens sogar eine niederländische Postadresse erforderlich ist. Damit verbunden hat man als Ausländer keine Chance, die teilweise kostenlosen Rabattprodukte (z.B. Außer-HVZ-Rabatt) zu nutzen oder sogar seine Reisehistorie online nachzulesen.
Zur Zeit können sämtliche Aufladepunkte auch nur mit niederländischer Bankkarte, mit Ausnahme der NS, genutzt werden.
OV-Chipkaart jetzt auch in Aachen
Brail, Mittwoch, 13.07.2011, 15:10 (vor 5542 Tagen) @ Fabian318
http://www.avv.de/ressorts/service/aktuelles/news/aktuell/ov-chipkaart-auch-in-aachen-e...
Wollte es nur erwähnen :)
OV-Chipkaart jetzt auch in Aachen: Text
Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 13.07.2011, 15:19 (vor 5542 Tagen) @ Brail
Moin!
Der Link geht irgendwie nicht. Da es sich um eine Pressemeldung zu handeln scheint (wenn auch nicht so genannt), hier der Volltext:
OV-chipkaart auch in Aachen erhältlich
Seit dem 7. Juli 2011 gilt in der niederländischen Provinz Limburg im Nahverkehr die OV-chipkaart, eine elektronische Chipkarte. Die OV-chipkaart gilt im gesamten niederländischen Binnenverkehr inklusive der Linie 50 von Aachen nach Maastricht.
Fahrausweise der grenzüberschreitenden Tarife, wie z. B. euregioticket oder Übergangstarif Aachen – Heerlen, sind nicht auf der OV-chipkaart erhältlich und werden, wie gewohnt, auf Papier verkauft.
Die niederländischen Chipkarten werden als persönliche und anonyme OV-chipkaarts mit unterschiedlichen Funktionalitäten ausgegeben. Die persönlichen Chipkarten sind derzeit leider nicht für Personen mit Wohnsitz im Ausland bzw. ausländischen Bankverbindungen erhältlich, also auch nicht für deutsche Kunden.
Jedoch werden die anonymen OV-chipkaarts im Kunden-Center der ASEAG am Aachener Bushof an alle Kunden – also auch an deutsche Kunden – verkauft. Geplant ist, diese auch in der ASEAG-Vorverkaufsstelle im Aachener Hauptbahnhof zu verkaufen, so dass auch Kunden, die dort in die Linie 50 einsteigen, schnell und einfach eine OV-chipkaart erwerben können.
Vertreter der zuständigen Ministerien, ÖV-Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen Nordrhein-Westfalens, Belgiens und der Niederlande erarbeiten derzeit Lösungsmöglichkeiten, wie die niederländische OV-chipkaart – auch die persönliche – grenzüberschreitend einfacher genutzt werden kann. Diese »Task Force« unter Vorsitz des AVV bereitet zudem einen Pilotversuch vor, in dessen Rahmen die Interoperabilität von niederländischen und deutschen Chipkarten in Teilgebieten der Provinz Limburg und des AVV getestet werden soll. Ziel ist es, Inhabern von elektronischen Fahrausweisen das Reisen über die deutsch-niederländische Grenze zu erleichtern.
Zur OV-chipkaart:
Die OV-chipkaart ist fünf Jahre gültig. Sie dient als Geldkarte, d.h. es muss ein Guthaben auf ihr einbezahlt werden. Wenn das Guthaben aufgebraucht oder zu niedrig ist, muss erneut ein Betrag einbezahlt werden. Auf der im Kunden-Center der ASEAG erhältlichen OV-chipkaart ist ein Startguthaben von 7,50 Euro enthalten. Die OV-chipkaart kann bisher nur in den Veolia-Verkaufsstellen in Vaals, Heerlen und Maastricht aufgeladen werden. Veolia und ASEAG planen derzeit, das Aufladen der Karte auch in Aachen zu ermöglichen.
Fahrgäste zahlen mit der OV-chipkaart nur für die tatsächlich zurückgelegte Strecke. Derzeit kostet eine Fahrt von Aachen nach Maastricht 8 Euro, wenn das Ticket im Bus erworben wird. Mit der OV-chipkaart beträgt der Preis für eine Fahrt ungefähr 5,60 Euro.
Die Veolia-Tageskarte Zuid-Limburg für 7 Euro, die auch auf der Linie 50 nach Maastricht gültig war, ist nicht mehr erhältlich.
[Von: vo]
____________
Quelle: In http://www.avv.de/ressorts/service/aktuelles/uebersicht/ die Meldung vom 13.7.2011. Später sicher über Archiv aufzurufen.
Viele Grüße, Sören
--
![[image]](https://up.picr.de/48317654tz.jpg)
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