Neigetechnik auf der Allgäubahn? (Aktueller Betrieb)

railan, Augsburg, Dienstag, 31.05.2011, 19:46 (vor 5518 Tagen)

Hallo!
Gerade habe ich gelesen, dass ab Dezember auf der Strecke Augsburg Lindau Neigezüge eingesetzt werden sollen.
Ist da was dran?
Die funktionieren doch offensichtlich alle nicht zuverlässig, sind permanent ausgeschaltet und ich dachte die Neige-Ära sei endgültig ad Acta gelegt.
25 Minuten schneller nach Lindau wäre schon verlockend, obwohl ich die langsame Fahrt durch's Allgäu - egal wohin - auch immer sehr genieße.
Wer weiß was dazu?

Grüße Rainer

Neigetechnik auf der Allgäubahn?

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Dienstag, 31.05.2011, 19:57 (vor 5518 Tagen) @ railan
bearbeitet von Anoj 1, Dienstag, 31.05.2011, 19:59

Hallo!

Gerade habe ich gelesen, dass ab Dezember auf der Strecke Augsburg Lindau Neigezüge eingesetzt werden sollen.

Teileweise fahren dort bereits jetzt Züge der BR 612, die Neigetechnik haben.

Die funktionieren doch offensichtlich alle nicht zuverlässig, sind permanent ausgeschaltet und ich dachte die Neige-Ära sei endgültig ad Acta gelegt.

AFAIK gibt es momentan Strecken, auf denen mit Neigetechnik gefahren wird und Züge (BR 611) die relativ zuverlässig sind.
Letzteres bezweifle ich.

25 Minuten schneller nach Lindau wäre schon verlockend, obwohl ich die langsame Fahrt durch's Allgäu - egal wohin - auch immer sehr genieße.

25 Minuten schneller wäre wirklich positiv. Allerdings würde ich mich nicht sehr darüber freuen, da ich weder Fan der BR 612 noch der Neigetechnik bin.

m b g,
Anoj

Neigetechnik auf der Allgäubahn?

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Dienstag, 31.05.2011, 20:05 (vor 5518 Tagen) @ railan

Hallo!
Gerade habe ich gelesen, dass ab Dezember auf der Strecke Augsburg Lindau Neigezüge eingesetzt werden sollen.

Die 612 fahren schon, aber mit abgeschalteter Neigetechnik und die Allgäubahn über Kempten ist auch nicht für NT ausgebaut.

Ist da was dran?

Sehr unwahrscheinlich.

Die funktionieren doch offensichtlich alle nicht zuverlässig, sind permanent ausgeschaltet und ich dachte die Neige-Ära sei endgültig ad Acta gelegt.
25 Minuten schneller nach Lindau wäre schon verlockend, obwohl ich die langsame Fahrt durch's Allgäu - egal wohin - auch immer sehr genieße.
Wer weiß was dazu?

Ab ~2017 wird die Strecke über Memmingen-Kißlegg für die Schweizer NT-Züge elektrifiziert und für NT ausgebaut. Für Buchloe-Kempten-Hergatz ist aber nichts dergleichen geplant.
Da wird nur der Fahrplan 30 Min. umgestellt, was evtl. den Anschluss/Übergang zum ICE verkürzt.

--
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MET - Der beste Zug den es je gab
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Neigetechnik auf der Allgäubahn?

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Dienstag, 31.05.2011, 20:07 (vor 5518 Tagen) @ 218 466-1

Hallo!

Da wird nur der Fahrplan 30 Min. umgestellt, was evtl. den Anschluss/Übergang zum ICE verkürzt.

ab wann?

m b g und Dank,
Anoj

Neigetechnik auf der Allgäubahn?

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Dienstag, 31.05.2011, 20:31 (vor 5518 Tagen) @ Anoj 1

Da wird nur der Fahrplan 30 Min. umgestellt, was evtl. den Anschluss/Übergang zum ICE verkürzt.


ab wann?

Laut dem Artikel im Ursprungsbeitrag offenbar ab 11.12.11.

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Neigetechnik auf der Allgäubahn?

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Dienstag, 31.05.2011, 20:58 (vor 5518 Tagen) @ 218 466-1

Hallo!

Da wird nur der Fahrplan 30 Min. umgestellt, was evtl. den Anschluss/Übergang zum ICE verkürzt.


ab wann?


Laut dem Artikel im Ursprungsbeitrag offenbar ab 11.12.11.

Danke, wer lesen kann, is im Vorteil! ;-)
Über bessere Umstiege zu/von den ICE (und Fahrzeitverkürzungen ohne Neigetechnik) würde ich mich sehr freuen. ;-)

m b g,
Anoj

Nein

611003 3, Dienstag, 31.05.2011, 20:15 (vor 5518 Tagen) @ 218 466-1

Hallo!
Gerade habe ich gelesen, dass ab Dezember auf der Strecke Augsburg Lindau Neigezüge eingesetzt werden sollen.


Die 612 fahren schon, aber mit abgeschalteter Neigetechnik und die Allgäubahn über Kempten ist auch nicht für NT ausgebaut.

Das soll sich ändern. Letztens postete es ja irgendwer im SBF - ab Dezember 2011 soll das Allgäu durchgeneigt werden. Für mich als Person, die jeden einzelnen 612 selbst demolieren würde, ist das sowas wie ein ALX-Zwang...

Ist da was dran?

Da wird nur der Fahrplan 30 Min. umgestellt, was evtl. den Anschluss/Übergang zum ICE verkürzt.

Wo hast du das denn her?

Neigetechnik auf der Allgäubahn?

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Dienstag, 31.05.2011, 21:29 (vor 5518 Tagen) @ 611003 3

Die 612 fahren schon, aber mit abgeschalteter Neigetechnik und die Allgäubahn über Kempten ist auch nicht für NT ausgebaut.


Das soll sich ändern. Letztens postete es ja irgendwer im SBF - ab Dezember 2011 soll das Allgäu durchgeneigt werden. Für mich als Person, die jeden einzelnen 612 selbst demolieren würde, ist das sowas wie ein ALX-Zwang...

Dort stand auch nichts anderes als ein nahezu identischer Artikel. Ich vermute mal, dass da jemand die Allgäubahnen und die Fahrplanwechsel 2011 und 2016 durcheinander gebracht hat.
Das Thema NT und Elektrifizierung betrifft m.W. nur die Strecke (München-) Geltendorf-Buchloe-Memmingen-Kißlegg-Hergatz-Lindau.
Es stimmt allerdings, dass auch der Abschnitt Buchloe-Kaufbeuren für 160 km/h ausgebaut wurde.
Die 25 Minuten entstehen s.i.w. durch neue Fahrlagen der RE Augsburg-Kempten-Oberstdorf/Lindau, die dann besser an die ICE in Augsburg angepasst sein werden, ggf. 25 Min. schneller von Berlin nach Kempten oder so.
Überhaupt: Vor 12 Jahren sollte die Strecke Immenstadt-Hergatz eingleisig zurückgebaut werden (!) Und jetzt stattdessen für NT ertüchtigt werden? *lol*

Da wird nur der Fahrplan 30 Min. umgestellt, was evtl. den Anschluss/Übergang zum ICE verkürzt.

Wo hast du das denn her?

Vom Link im Ursprungsbeitrag bitte sehr. ;)

--
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Neigetechnik auf der Allgäubahn?

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Dienstag, 31.05.2011, 23:31 (vor 5518 Tagen) @ 218 466-1

Hallo!

Das Thema NT und Elektrifizierung betrifft m.W. nur die Strecke (München-) Geltendorf-Buchloe-Memmingen-Kißlegg-Hergatz-Lindau.

Mein Wissenstand ist derselbe.

Überhaupt: Vor 12 Jahren sollte die Strecke Immenstadt-Hergatz eingleisig zurückgebaut werden (!) Und jetzt stattdessen für NT ertüchtigt werden? *lol*

In D hat man erkannt, dass die Bahn ein - wenn nicht sogar das - Verkehrsmittel der Zukunft ist. In A ist man da einige Jahre hinterher.

m b g,
Anoj

Neigetechnik auf der Allgäubahn?

NIM rocks, Dienstag, 31.05.2011, 23:38 (vor 5518 Tagen) @ Anoj 1

Überhaupt: Vor 12 Jahren sollte die Strecke Immenstadt-Hergatz eingleisig zurückgebaut werden (!) Und jetzt stattdessen für NT ertüchtigt werden? *lol*


In D hat man erkannt, dass die Bahn ein - wenn nicht sogar das - Verkehrsmittel der Zukunft ist. In A ist man da einige Jahre hinterher.

Och, das finde ich nicht. In Österreich ist eben rein topografisch nicht viel zu machen...

Wenn ich mir die neue Unterinntalbahn anschaue, ist man in Österreich sogar weiter als in Deutschland. In Deutschland fahren die ICE auch einer Hochgeschwindigkeitsstrecke durch Tunnels (Flachbahn), die Güterzüge über die Altstrecke. In Österreich fahren die Güterzüge und der Hochgeschwindigkeitsverkehr im Tunnel (Hochleistungsstrecke), der Fernverkehr sowie der Regionalverkehr auf der Altstrecke... nur mal so als Denkanstoß ;-)

Neigetechnik auf der Allgäubahn?

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Dienstag, 31.05.2011, 23:53 (vor 5518 Tagen) @ NIM rocks

Hallo!

Überhaupt: Vor 12 Jahren sollte die Strecke Immenstadt-Hergatz eingleisig zurückgebaut werden (!) Und jetzt stattdessen für NT ertüchtigt werden? *lol*


In D hat man erkannt, dass die Bahn ein - wenn nicht sogar das - Verkehrsmittel der Zukunft ist. In A ist man da einige Jahre hinterher.


Och, das finde ich nicht. In Österreich ist eben rein topografisch nicht viel zu machen...

...in den alpinen Gebieten: Ja!
Schau dir mal die Streckeneinstellungen in NÖ (und OÖ) in den letzten Jahren an!

Wenn ich mir die neue Unterinntalbahn anschaue, ist man in Österreich sogar weiter als in Deutschland. In Deutschland fahren die ICE auch einer Hochgeschwindigkeitsstrecke durch Tunnels (Flachbahn), die Güterzüge über die Altstrecke. In Österreich fahren die Güterzüge und der Hochgeschwindigkeitsverkehr im Tunnel (Hochleistungsstrecke), der Fernverkehr sowie der Regionalverkehr auf der Altstrecke... nur mal so als Denkanstoß ;-)

In Österreich besteht zwischen Hochgeschwindigkeitsverkehr und Fernverkehr (fast) kein Unterschied. Österreich ist eines der Länder weltweit mit dem dichtesten und am besten ausgebauten Infrastrukturnetz. Es werden Milliarden in große Infrastrukturprojekte investiert, aber für sinnvolle SPNV-Projekte ist dann zu wenig Geld vorhanden.

m b g,
Anoj

Neigetechnik auf der Allgäubahn?

NIM rocks, Mittwoch, 01.06.2011, 00:24 (vor 5518 Tagen) @ Anoj 1

Hallo!

Überhaupt: Vor 12 Jahren sollte die Strecke Immenstadt-Hergatz eingleisig zurückgebaut werden (!) Und jetzt stattdessen für NT ertüchtigt werden? *lol*


In D hat man erkannt, dass die Bahn ein - wenn nicht sogar das - Verkehrsmittel der Zukunft ist. In A ist man da einige Jahre hinterher.


Och, das finde ich nicht. In Österreich ist eben rein topografisch nicht viel zu machen...


...in den alpinen Gebieten: Ja!
Schau dir mal die Streckeneinstellungen in NÖ (und OÖ) in den letzten Jahren an!

Der Rückzug aus der Fläche ist bedenklich, da gebe ich dir Recht, dafür sind die Bauvorhaben und momentanen Baustellen, die den Fernverkehr (sowohl Güter- als auch Personenverkehr) betreffen, unschlagbar.

Wenn ich mir die neue Unterinntalbahn anschaue, ist man in Österreich sogar weiter als in Deutschland. In Deutschland fahren die ICE auch einer Hochgeschwindigkeitsstrecke durch Tunnels (Flachbahn), die Güterzüge über die Altstrecke. In Österreich fahren die Güterzüge und der Hochgeschwindigkeitsverkehr im Tunnel (Hochleistungsstrecke), der Fernverkehr sowie der Regionalverkehr auf der Altstrecke... nur mal so als Denkanstoß ;-)


In Österreich besteht zwischen Hochgeschwindigkeitsverkehr und Fernverkehr (fast) kein Unterschied. Österreich ist eines der Länder weltweit mit dem dichtesten und am besten ausgebauten Infrastrukturnetz.

Am Beispiel der neuen Unterinntalbahn ist sehr wohl ein Unterschied: Die RJ/ICE (Produktklasse A) haben nur in der Landeshauptstadt, nämlich in Innsbruck, zu halten. Diese Züge sollten also die neue Trasse benutzen, um Zeit zu gewinnen. Der reguläre Fernverkehr (ÖBB-EC, ÖBB-IC, ...) sollte die Altstrecke befahren und die üblichen Halte Kufstein, Wörgl und Jenbach bedienen. Dann ist es auch nicht so problematisch, Begegnungen zwischen Güterzügen und Hochgeschwindigkeitszügen in zweigleisigen Tunnels auszuschließen.

Neigetechnik auf der Allgäubahn?

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Mittwoch, 01.06.2011, 00:47 (vor 5518 Tagen) @ NIM rocks

Hallo!

Am Beispiel der neuen Unterinntalbahn ist sehr wohl ein Unterschied: Die RJ/ICE (Produktklasse A) haben nur in der Landeshauptstadt, nämlich in Innsbruck, zu halten. Diese Züge sollten also die neue Trasse benutzen, um Zeit zu gewinnen. Der reguläre Fernverkehr (ÖBB-EC, ÖBB-IC, ...) sollte die Altstrecke befahren und die üblichen Halte Kufstein, Wörgl und Jenbach bedienen. Dann ist es auch nicht so problematisch, Begegnungen zwischen Güterzügen und Hochgeschwindigkeitszügen in zweigleisigen Tunnels auszuschließen.

Das wird vsl. auch so sein.
Wie du weißt gibt es in A keine Produktklassen. Auch deshalb gibt es kaum einen Unterschied zwischen HGV und FV. Die Neue Unterinntalbahn ist die erste Strecke, bei der der Unterschied etwas sichtbarer wird.

m b g,
Anoj

Neigetechnik auf der Allgäubahn?

NIM rocks, Mittwoch, 01.06.2011, 01:01 (vor 5518 Tagen) @ Anoj 1

Hallo!

Am Beispiel der neuen Unterinntalbahn ist sehr wohl ein Unterschied: Die RJ/ICE (Produktklasse A) haben nur in der Landeshauptstadt, nämlich in Innsbruck, zu halten. Diese Züge sollten also die neue Trasse benutzen, um Zeit zu gewinnen. Der reguläre Fernverkehr (ÖBB-EC, ÖBB-IC, ...) sollte die Altstrecke befahren und die üblichen Halte Kufstein, Wörgl und Jenbach bedienen. Dann ist es auch nicht so problematisch, Begegnungen zwischen Güterzügen und Hochgeschwindigkeitszügen in zweigleisigen Tunnels auszuschließen.


Das wird vsl. auch so sein.
Wie du weißt gibt es in A keine Produktklassen. Auch deshalb gibt es kaum einen Unterschied zwischen HGV und FV. Die Neue Unterinntalbahn ist die erste Strecke, bei der der Unterschied etwas sichtbarer wird.

Wie wird es denn auf der neuen Westbahn, vor allem zwischen St. Pölten und Wien aussehen? Dort ist für den Personenverkehr die Beschleunigung ja unschlagbar, also wird es dort in etwas so laufen wie in Deutschland?

Neigetechnik auf der Allgäubahn?

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Mittwoch, 01.06.2011, 13:46 (vor 5517 Tagen) @ NIM rocks
bearbeitet von Anoj 1, Mittwoch, 01.06.2011, 13:46

Hallo!

Hallo!

Am Beispiel der neuen Unterinntalbahn ist sehr wohl ein Unterschied: Die RJ/ICE (Produktklasse A) haben nur in der Landeshauptstadt, nämlich in Innsbruck, zu halten. Diese Züge sollten also die neue Trasse benutzen, um Zeit zu gewinnen. Der reguläre Fernverkehr (ÖBB-EC, ÖBB-IC, ...) sollte die Altstrecke befahren und die üblichen Halte Kufstein, Wörgl und Jenbach bedienen. Dann ist es auch nicht so problematisch, Begegnungen zwischen Güterzügen und Hochgeschwindigkeitszügen in zweigleisigen Tunnels auszuschließen.


Das wird vsl. auch so sein.
Wie du weißt gibt es in A keine Produktklassen. Auch deshalb gibt es kaum einen Unterschied zwischen HGV und FV. Die Neue Unterinntalbahn ist die erste Strecke, bei der der Unterschied etwas sichtbarer wird.


Wie wird es denn auf der neuen Westbahn, vor allem zwischen St. Pölten und Wien aussehen? Dort ist für den Personenverkehr die Beschleunigung ja unschlagbar, also wird es dort in etwas so laufen wie in Deutschland?

Dort wird es keinen Unterschied zwischen HGV und FV geben.

m b g,
Anoj

Bahn = Verkehrsmittel der Zukunft?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 01.06.2011, 09:01 (vor 5517 Tagen) @ Anoj 1

Hallo Anoj 1,

In D hat man erkannt, dass die Bahn ein - wenn nicht sogar das - Verkehrsmittel der Zukunft ist. In A ist man da einige Jahre hinterher.

Bin ich mir nicht sicher / kann man wohl nicht pauschal sagen.
Grundsätzlich gibt es drei mögliche Aufgaben der Bahn:

1. Personenfernverkehr
2. Personennahverkehr
3. Ferngüterverkehr

Die Sparte Nahgüterverkehr hat der LKW schon großenteils übernommen.

Wenn ich die verschiedenen Bahnen der Welt betrachte, fällt mir nur eine ein, die sich in allen Bereichen überdurchschnittlich manifestiert / investiert / entwickelt, und das ist die schweizer Bahn. Durch die NEAT sollen 250 km/h schnelle Reisezüge rollen sowie Erzzüge von 5000 Tonnen. Und jede bedeutungsvolle Stadt hat ein eigenes S-Bahnnetz mit etwa 15-Minutentakt oder wird das haben.

Für Frankreich (und auch China und Spanien) ist die Bahn vor allem [1]: eine Rennbahn. Zwar strebt Frankreich ein flächendeckendes "cadencement" nach, dennoch sind die Schienenflugzeuge das Kerngeschäft der "Schienenairline" SNCF, und das wird mit "cadencement" nicht ändern.

Für die Niederlande ist die Bahn vor allem [2]: eine Städte-Pendlerbahn. Zwar sieht es aus, dass wir das kleinste Land der Welt mit Inlands-HGV werden, aber dennoch ist das Kerngeschäft der NS ein dichter Nahverkehr mit "IC"s und S-Bahnen in 10-Minutentakt. Allerdings profitieren bedeutungsvolle Ortschaften wie Wageningen, Drachten, Amstelveen, die Doppelstadt Veghel/Uden, die Region Delfland und Spijkenisse nicht von diesen Ausbauvorhaben, weil dort die Bahn nicht kommt.

Für die vereinigten Staaten ist die Bahn vor allem [3]: eine Cargobahn. Fünfstellige Tonnagen pro Zug und doppelstöckig gestapelte Container sind dort keine Seltenheit mehr; sogar DB Schenker muss erkennen, dass man von den "Amis" lernen kann.

Wenn man es so betrachtet, werden diese Bahnen für ihre prädestinierte Aufgabe das Verkehrsmittel der Zukunft sein, aber nicht pauschal.

Bei Deutschland habe ich den Eindruck, man möchte in allen Bereichen das Verkehrsmittel der Zukunft sein, vermag aber nicht das benötigte Geld zu investieren. Zum Teil ist da auch die Gesellschaft von Einfluß. Sprich: Auto(bahnen), Tempolimitwidrigkeit, usw. Oder: "nenne mir 6 weltbekannte schweizer Automarken" (in Deutschland sind das Opel, BMW, Mercedes, Volkswagen, Audi und Porsche).

In Österreich soll die Cargosparte hochprofitabel sein. Ich erinnere mich sogar, dass man im Personenverkehr zugünsten der Cargos Taktlücken zugelassen hatte. Das Dilemma, dass Österreich hat, ist dass es einerseits ein langgezogenes Land ist: von Wien nach Bregenz sind es 7 Stunden mit bis zu 200 km/h schnellen Fernzügen, von Seefeld nach Brenner 1:15 reine Fahrzeit mit der S-Bahn. Andererseits vermisst Österreich die Einwohnerzahlen die einen echten HGV rechtfertigen: Linz, Salzburg und Innsbruck sind nunmal kein Lyon, Marseille und Montpellier.


gruß,

Oscar (NL).


@admins: falls jetzt eine Monsterdiskussion entsteht, bitte diesen Beitrag vom Rest abtrennen, damit man hier weiter über Neigetechnik im Allgäu diskutieren kann.

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Bahn = Verkehrsmittel der Zukunft

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Mittwoch, 01.06.2011, 14:34 (vor 5517 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Anoj 1, Mittwoch, 01.06.2011, 14:36

Hallo!

Denkst du, dass in Zukunft mehr Personen mit dem Auto bzw. dem Flugzeug unterwegs sind als heute? Ich nicht!

In D hat man erkannt, dass die Bahn ein - wenn nicht sogar das - Verkehrsmittel der Zukunft ist. In A ist man da einige Jahre hinterher.


Bin ich mir nicht sicher / kann man wohl nicht pauschal sagen.
Grundsätzlich gibt es drei mögliche Aufgaben der Bahn:

1. Personenfernverkehr
2. Personennahverkehr
3. Ferngüterverkehr

Die Sparte Nahgüterverkehr hat der LKW schon großenteils übernommen.

Ja, leider! Regierungen und EVU sollten dafür sorgen dass auch hier - wo möglich - der Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert wird.

Wenn ich die verschiedenen Bahnen der Welt betrachte, fällt mir nur eine ein, die sich in allen Bereichen überdurchschnittlich manifestiert / investiert / entwickelt, und das ist die schweizer Bahn.

Dann sollten sich andere Staaten ein Beispiel an der Schweiz nehmen.

Durch die NEAT sollen 250 km/h schnelle Reisezüge rollen sowie Erzzüge von 5000 Tonnen. Und jede bedeutungsvolle Stadt hat ein eigenes S-Bahnnetz mit etwa 15-Minutentakt oder wird das haben.

Das Problem in der Schweiz ist, dass - auch auf der NEAT - dem PV sehr viele Trassen zur Verfügung gestellt werden müssen. Daher gibt es für den GV kaum Kapazitäten. Das ist evtl. die Hoffnung für den BBT.

Für Frankreich (und auch China und Spanien) ist die Bahn vor allem [1]: eine Rennbahn. Zwar strebt Frankreich ein flächendeckendes "cadencement" nach, dennoch sind die Schienenflugzeuge das Kerngeschäft der "Schienenairline" SNCF, und das wird mit "cadencement" nicht ändern.

Für die Niederlande ist die Bahn vor allem [2]: eine Städte-Pendlerbahn. Zwar sieht es aus, dass wir das kleinste Land der Welt mit Inlands-HGV werden, aber dennoch ist das Kerngeschäft der NS ein dichter Nahverkehr mit "IC"s und S-Bahnen in 10-Minutentakt. Allerdings profitieren bedeutungsvolle Ortschaften wie Wageningen, Drachten, Amstelveen, die Doppelstadt Veghel/Uden, die Region Delfland und Spijkenisse nicht von diesen Ausbauvorhaben, weil dort die Bahn nicht kommt.

Für die vereinigten Staaten ist die Bahn vor allem [3]: eine Cargobahn. Fünfstellige Tonnagen pro Zug und doppelstöckig gestapelte Container sind dort keine Seltenheit mehr; sogar DB Schenker muss erkennen, dass man von den "Amis" lernen kann.

Wenn man es so betrachtet, werden diese Bahnen für ihre prädestinierte Aufgabe das Verkehrsmittel der Zukunft sein, aber nicht pauschal.

Das sehe ich nicht so.

Bei Deutschland habe ich den Eindruck, man möchte in allen Bereichen das Verkehrsmittel der Zukunft sein, vermag aber nicht das benötigte Geld zu investieren. Zum Teil ist da auch die Gesellschaft von Einfluß. Sprich: Auto(bahnen), Tempolimitwidrigkeit, usw. Oder: "nenne mir 6 weltbekannte schweizer Automarken" (in Deutschland sind das Opel, BMW, Mercedes, Volkswagen, Audi und Porsche).

Meiner Meinung nach ist die Bahn (nicht nur die DB) in Deutschland auf einem guten Weg das Verkehrsmittel der Zukunft zu werden. Es wird fließt viel mehr Geld in den NV als in Österreich. Natürlich muss noch mehr in die Bahn investiert werden; das ist aber nachhaltiger als in eine neue Autobahn. Ja, die Gesellschaft hat einen Einfluss. In den letzten Jahren habe ich Deutschland bei weitem nicht so "autoverrückt" erlebt, wie mir das meine Eltern immer erzählt haben. Das Auto ist kein Statussymbol wie vor Jahrzehnten.

In Österreich soll die Cargosparte hochprofitabel sein.

Das war sie einmal. Hoffentlich wird sie es wieder.

Andererseits vermisst Österreich die Einwohnerzahlen die einen echten HGV rechtfertigen: Linz, Salzburg und Innsbruck sind nunmal kein Lyon, Marseille und Montpellier.

Für mich muss die Bahn der Zukunft keine HGV-Bahn sein.

m b g,
Anoj

Trends beim Auto/Flieger, Wagenladungtransport, CH

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 01.06.2011, 16:38 (vor 5517 Tagen) @ Anoj 1

Hallo!

Denkst du, dass in Zukunft mehr Personen mit dem Auto bzw. dem Flugzeug unterwegs sind als heute? Ich nicht!

Ich bin mir da nicht so sicher.
Zuerst muss man den Unterschied zwischen absolut (Zahl der Autofahrer / Flieger) und relativ (Prozentzahl Autofahrer / Flieger zur gesamten Beförderungsnachfrage) machen; zudem ist "Zukunft" ein relatives Begriff.

Ich stelle fest:

1. Die Bevölkerung nimmt zumindest bei uns nach wie vor zu, also auch das Anteil "fahrberechtigt".
2. Ich weiß nicht wie es in Österreich vorangeht, aber bei uns in NL stellen Unternehmen eher ein "company car" zur Verfügung als eine "corporate Bahncard".
3. Bei uns ist der Trend eher "aus der Stadt weg" als "in die Stadt rein". Mietpreise pro Quadratmeter sind in der Innenstadt sehr hoch; dies betrifft sowohl Wohnblocks als Büroblocks als Gewerbegebiete. Dasselbe gilt für Parkgebühren.
4. Arbeitstrend verschiebt bei uns von Produktion zu Dienstleistung. Ein Dienstleister muss während seiner Arbeit mobil sein (Kunden besuchen usw.), da ist ein Auto besser geeignet als die Bahn.
5. Urlaubstrend verschiebt sich vom Land auf Verkehrsmittel. Damals bedachte man zuerst, wohin man reisen möchte und erst danach wie, heute guckt man zuerst wohin man billig fliegen kann und bastelt man eine Reise daraus.

Ein Vorteil hat die Bahn allerdings: sie kann klimaneutral und ohne Mineralquellen funktionieren. Beim Elektroauto hat man immer noch die schadhaften Speicherbatterien. Dieses Argument wird sich in der "Zukunft" stärker gelten lassen. Wieviel Zeit es braucht, bis dieses Argument entscheidend ist, das weiß ich nicht.

Die Sparte Nahgüterverkehr hat der LKW schon großenteils übernommen.

Ja, leider! Regierungen und EVU sollten dafür sorgen dass auch hier - wo möglich - der Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert wird.

In den 60ern gab es bei uns in NL 600 Verladestellen Straße<->Bahn! Mehrere Unternehmen/Gewerbegebiete hatten Bahnanschluß und wurden mit Cargozügen bevorratet. Es wurden sogar einzelne Güterwagen hin- und herverschoben (Wagenladungtransport).
Jetzt haben die LKWs den Wagenladungtransport übernommen. Ein LKW kann ja die Güter direkt vor die Tür abliefern; Verladung von Zug auf LKW ist nicht mehr nötig, und von 600 Veradestellen sind nur noch 50-60 übrig, ausnahmslos von großen Unternehmen die große Cargomengen von großen Abständen erhalten.

Dass der Wagenladungtransport in CH dennoch funktioniert, hat auch mit Umweltdenken und Landschaft zu tun. Das COOP-Geschäft in Bergün (Albulastrecke) wurde zumindest 2005 noch per Zug bevorratet; die Cargowagen wurden mit einem RhB-Personenzug mitgenommen; Elektromobile transportierten die Rollcontainer ins Geschäft.
Bei uns wäre das wegen der intensiven Straßenverkehr undenkbar. Ich bedauere es, dass die Initiative "Cargo-Tram" in Amsterdam fehlgeschlagen hatte.

Das Problem in der Schweiz ist, dass - auch auf der NEAT - dem PV sehr viele Trassen zur Verfügung gestellt werden müssen. Daher gibt es für den GV kaum Kapazitäten. Das ist evtl. die Hoffnung für den BBT.

Die NEAT wurden s.i.w. erstens für den Güterverkehr geschaffen; der Personenverkehr war eher ein Bonus. Ziel war/ist, Transit-LKWs von den Autobahnen zu entfernen. Zudem können die Cargos mit den NEAT doppelt so schnell fahren wie über die Passstrecken

Meiner Meinung nach ist die Bahn (nicht nur die DB) in Deutschland auf einem guten Weg das Verkehrsmittel der Zukunft zu werden. Es fließt viel mehr Geld in den NV als in Österreich. Natürlich muss noch mehr in die Bahn investiert werden; das ist aber nachhaltiger als in eine neue Autobahn.

Ich spüre in Deutschland zwei bahnwidrige Hauptgedanken:

1. "...würde gerne Bahn fahren, aber der Nahverkehr ist mir zu langsam, mit dem Auto bin ich schneller unterwegs"
2. "...würde gerne Bahn fahren, aber der Fernverkehr ist mir zu teuer, mit dem Auto bin ich zwar langsamer, aber billiger unterwegs"

Andererseits treffe ich auch Leute mit der Meinung "ich brauche in meinem Leben das Auto, aber wenn es passt, fahre ich Bus und Bahn".
Und ich kenne auch Leute die sagen "vorher fuhr ich komplett Mercedes, aber heute fahre ich mit meinem Volkswagen zum Bahnhof und fahre ab dort Bahn".

Zu Österreich: Du kritisierst wahrscheinlich den Rückzug von Nebenstrecken. Auch wenn ich das als Bahnfan nicht gerne sehe, kann ich es als pragmatischer Niederländer verstehen. Manchmal ist ein Bus das bessere Verkehrsmittel, und bei guter Auslastung durfte ein Bus genauso umweltfreundlich als die Bahn sein.
Andererseits: in AT werden doch auch S-Bahnsysteme und Regio-Tramnetze entwickelt, z.B. Innsbruck?

Ja, die Gesellschaft hat einen Einfluss. In den letzten Jahren habe ich Deutschland bei weitem nicht so "autoverrückt" erlebt, wie mir das meine Eltern immer erzählt haben. Das Auto ist kein Statussymbol wie vor Jahrzehnten.

In NL wird es wohl eher ein anderes Statussymbol werden.
"Hey Jungs, ratet mal was ich jetzt gekauft habe! Ein Elektro-Auto!"

Was ich noch vergessen war: die Schweizer fahren offenbar nicht nur sehr viel Bahn, sondern auch wohl sehr viel Auto. In CH sehe ich recht viele Autos, die für große jährliche Kilometerzahlen gebaut worden sind.

Andererseits vermisst Österreich die Einwohnerzahlen die einen echten HGV rechtfertigen: Linz, Salzburg und Innsbruck sind nunmal kein Lyon, Marseille und Montpellier.

Für mich muss die Bahn der Zukunft keine HGV-Bahn sein.

Das hatte ich auch mit "Blickpunkt ÖBB" geschrieben.
Als pragmatischer Niederländer wage ich zu bezweifeln, ob railjet das richtige für AT ist.
Die guten alten bekannten IC-Wagenzüge schaffen ja auch 200 km/h und wenn man die auf (Halb-)stundentakt erweitert, wird es doch auch schon attraktiver, Bahn zu fahren. Und gab es nicht mal einen Ansatz zum ITF?


gruß,

Oscar (NL).

--
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Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Konflikt Güter-/Personenverkehr im Gotthard-Basistunnel

Alphorn (CH), Mittwoch, 01.06.2011, 23:33 (vor 5517 Tagen) @ Oscar (NL)

Das Problem in der Schweiz ist, dass - auch auf der NEAT - dem PV sehr viele Trassen zur Verfügung gestellt werden müssen. Daher gibt es für den GV kaum Kapazitäten. Das ist evtl. die Hoffnung für den BBT.


Die NEAT wurden s.i.w. erstens für den Güterverkehr geschaffen; der Personenverkehr war eher ein Bonus. Ziel war/ist, Transit-LKWs von den Autobahnen zu entfernen. Zudem können die Cargos mit den NEAT doppelt so schnell fahren wie über die Passstrecken

Du hast recht, ursprünglich war die NEAT für den Güterverkehr konzipiert. Die Ansprüche an den Personenverkehr sind aber in den letzten 20 Jahren deutlich gestiegen, weswegen man seit kurzem - zu meiner Überraschung - einen Halbstundentakt im Personenverkehr plant.

Das ist aber ein grosses Problem: Personenzüge sind wesentlich schneller als Güterzüge und können diese im Tunnel nicht überholen, also muss die Zahl der Güterzüge reduziert werden. In diesem hervorragenden Artikel ist das Problem beschrieben. Es wird dadurch entschärft, dass der eine Personenzug mit 200 km/h fährt und der andere mit 160 km/h, dadurch bleiben noch sechs Gütertrassen pro Stunde. Würden beide 250 km/h fahren, bliebe keine einzige!

Der Herausgeber der Eisenbahn Revue fordert nun, dass in der Mitte des Tunnels Abzweigungen für einen künftigen Überholbahnhof gebaut werden. Scheint mir vernünftig: Kostet nicht sehr viel und kann später den Nutzen des immens teuren Bauwerks stark erhöhen.

Konflikt Güter-/Personenverkehr im Gotthard-Basistunnel

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Donnerstag, 02.06.2011, 01:51 (vor 5517 Tagen) @ Alphorn (CH)

Hallo!

Der Herausgeber der Eisenbahn Revue fordert nun, dass in der Mitte des Tunnels Abzweigungen für einen künftigen Überholbahnhof gebaut werden. Scheint mir vernünftig: Kostet nicht sehr viel und kann später den Nutzen des immens teuren Bauwerks stark erhöhen.

Das wäre allerdings wirklich vernünftig.

m b g,
Anoj

Trends beim Auto/Flieger, Wagenladungtransport, CH

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Donnerstag, 02.06.2011, 02:16 (vor 5517 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Anoj 1, Donnerstag, 02.06.2011, 02:19

Hallo!

Zuerst muss man den Unterschied zwischen absolut (Zahl der Autofahrer / Flieger) und relativ (Prozentzahl Autofahrer / Flieger zur gesamten Beförderungsnachfrage) machen

Da hast du recht.

Ich stelle fest:

1. Die Bevölkerung nimmt zumindest bei uns nach wie vor zu, also auch das Anteil "fahrberechtigt".
2. Ich weiß nicht wie es in Österreich vorangeht, aber bei uns in NL stellen Unternehmen eher ein "company car" zur Verfügung als eine "corporate Bahncard".

Ja, leider! Auch hier sollten die Regierungen und Unternehmen entgegenwirken.

3. Bei uns ist der Trend eher "aus der Stadt weg" als "in die Stadt rein".

Bei uns ist das seit wenigen Jahren wieder umgekehrt.

4. Arbeitstrend verschiebt bei uns von Produktion zu Dienstleistung.

Das ist bei uns auch so.

Ein Dienstleister muss während seiner Arbeit mobil sein (Kunden besuchen usw.), da ist ein Auto besser geeignet als die Bahn.

Wie kannst du das als Bahn-Fan einfach so hinnehmen?
Dies ist ein weiterer Punkt, der beweist, dass Politik und EVU die Bahn attraktiver machen müssen.

5. Urlaubstrend verschiebt sich vom Land auf Verkehrsmittel. Damals bedachte man zuerst, wohin man reisen möchte und erst danach wie, heute guckt man zuerst wohin man billig fliegen kann und bastelt man eine Reise daraus.

Bei uns gelten die NiederländerInnen als Reisevolk, das eher günstig reist. Vielleicht verstärkt sich dieses Phänomen.
Ich denke, dass die Mehrheit der ÖsterreicherInnen auch heute zuerst überlegt, wohin sie reisen wollen und erst dann mit welchem Verkehrsmittel.

Ein Vorteil hat die Bahn allerdings: sie kann klimaneutral und ohne Mineralquellen funktionieren.

Ich finde, dass das ein straker Vorteil ist.

Wieviel Zeit es braucht, bis dieses Argument entscheidend ist, das weiß ich nicht.

Ich auch nicht. ;-) ...aber ich denke, dass dies früher sein wird als viele sich das vorstellen können.

Dass der Wagenladungtransport in CH dennoch funktioniert, hat auch mit Umweltdenken und Landschaft zu tun.

Warum haben nicht auch andere Staaten ein derartiges "Umweltdenken"?

Das Problem in der Schweiz ist, dass - auch auf der NEAT - dem PV sehr viele Trassen zur Verfügung gestellt werden müssen. Daher gibt es für den GV kaum Kapazitäten. Das ist evtl. die Hoffnung für den BBT.


Die NEAT wurden s.i.w. erstens für den Güterverkehr geschaffen; der Personenverkehr war eher ein Bonus. Ziel war/ist, Transit-LKWs von den Autobahnen zu entfernen. Zudem können die Cargos mit den NEAT doppelt so schnell fahren wie über die Passstrecken.

siehe Antwort von Alphorn (CH)

Zu Österreich: Du kritisierst wahrscheinlich den Rückzug von Nebenstrecken. Auch wenn ich das als Bahnfan nicht gerne sehe, kann ich es als pragmatischer Niederländer verstehen. Manchmal ist ein Bus das bessere Verkehrsmittel, und bei guter Auslastung durfte ein Bus genauso umweltfreundlich als die Bahn sein.

Das mag sein, aber das touristische Potential der Bahnstrecken wird leider immer vergessen.

Andererseits: in AT werden doch auch S-Bahnsysteme und Regio-Tramnetze entwickelt, z.B. Innsbruck?

Das ist richtig; allerdings nur in den Ballungszentren.

Ja, die Gesellschaft hat einen Einfluss. In den letzten Jahren habe ich Deutschland bei weitem nicht so "autoverrückt" erlebt, wie mir das meine Eltern immer erzählt haben. Das Auto ist kein Statussymbol wie vor Jahrzehnten.


In NL wird es wohl eher ein anderes Statussymbol werden.
"Hey Jungs, ratet mal was ich jetzt gekauft habe! Ein Elektro-Auto!"

Da wär ich mir nicht so sicher.

Was ich noch vergessen war: die Schweizer fahren offenbar nicht nur sehr viel Bahn, sondern auch wohl sehr viel Auto. In CH sehe ich recht viele Autos, die für große jährliche Kilometerzahlen gebaut worden sind.

Auch das ist richtig. Meiner Meinung nach sind die Kosten für die Vignette in der Schweiz (wie auch in Österreich) zu niedrig. Ich würde eine Erhöhung und dafür eine Senkung der Bahntarife begrüßen.

Andererseits vermisst Österreich die Einwohnerzahlen die einen echten HGV rechtfertigen: Linz, Salzburg und Innsbruck sind nunmal kein Lyon, Marseille und Montpellier.

Für mich muss die Bahn der Zukunft keine HGV-Bahn sein.


Das hatte ich auch mit "Blickpunkt ÖBB" geschrieben.
Als pragmatischer Niederländer wage ich zu bezweifeln, ob railjet das richtige für AT ist.

Das bezweifle ich auch sehr. Allerdings war es schon notwendig, neues Roll- bzw. Wagenmaterial zu beschaffen.

Die guten alten bekannten IC-Wagenzüge schaffen ja auch 200 km/h und wenn man die auf (Halb-)stundentakt erweitert, wird es doch auch schon attraktiver, Bahn zu fahren. Und gab es nicht mal einen Ansatz zum ITF?

Es gab zwei Mal einen Ansatz. Er wurde niemals umgesetzt.

m b g,
Anoj

Bahn&Bus vs. Auto, Bus vs. Bahn

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 08.06.2011, 09:34 (vor 5510 Tagen) @ Anoj 1

Hallo Anoj 1,


habe diesen Beitrag überschaut, daher kann ich ihn erst heute antworten.

Ein Dienstleister muss während seiner Arbeit mobil sein (Kunden besuchen usw.), da ist ein Auto besser geeignet als die Bahn.

Wie kannst du das als Bahn-Fan einfach so hinnehmen?

Praxiserfahrung.

Ich habe einiger Zeit in Rotterdam bei einem Dienstleister gearbeitet, der auf einem Gewerbegebiet angesiedelt war. Die nächste Bushaltestelle war 500 m weiter, der Bus fuhr nur halbstündlich.
Für mich OK, denn der Übergang Bahn<->Bus war gut.

Meine Kollegen wußten bei Arbeitsbeginn teilweise nicht, welche Kunden sie heute wieder besuchen mußten. Nicht selten waren die Kunden dort angesiedelt, wo die Bahn nicht kommt: Ridderkerk, Hellevoetsluis, Brielle, Krimpen a.d. Lek, Alblasserdam.
Kommt noch dazu, dass dem Kunden Reisezeitkosten verrechnet wurden.
Wenn Du ein Geschäft betreiben würdest, und als Kunde eines Dienstleisters die Wahl hast zwischen Unternehmen A, das Dir 45 Minuten Reisezeit (Busfahrt mit mehrfachem Umsteigen) vorrechnet, und Unternehmen B mit 15 Minuten Reisezeit (Fahrt mit Kleinwagen), was würdest Du hinsichtlich Geschäftsbilanz tun...?

Dies ist ein weiterer Punkt, der beweist, dass Politik und EVU die Bahn attraktiver machen müssen.

Man beachtet die Komparativ: "attraktiver", also nicht "attraktiv" oder "am attraktivsten".

1. Auch mit einer Dichtheit wie in CH wird die Bahn nicht bei mir vor die Haustür kommen. Man muss also nicht nur in die Bahn investieren, sondern auch in Bus, Regiotaxi usw.
2. Noch wichtiger ist Investition in "Öko-Mobilitätsprogramme". Bus & Bahn sowie E-Mobil, E-Moped und E-Rad sind nur die Hilfsmittel, "umweltbewußt unterwegs sein wenn man unterwegs sein muß" ist ein Ziel.

Dass der Wagenladungtransport in CH dennoch funktioniert, hat auch mit Umweltdenken und Landschaft zu tun.

Warum haben nicht auch andere Staaten ein derartiges "Umweltdenken"?

Es ist schon sehr hilfreich, wenn man die Alpen als "Hintergarten" hat.
Zudem war Bahnfahren in der Schweiz damals sehr umständig, weil die für die Dampfloks benötigte Kohle importiert werden mußten.
Als ab etwa 1900 die elektrische Traktion sich entwickelte, konnte CH sofort umstellen, denn Bahnstrom war mit Wasserkraft (der Alpen sei Dank) relativ leicht anzufertigen.

Zu Österreich: Du kritisierst wahrscheinlich den Rückzug von Nebenstrecken. Auch wenn ich das als Bahnfan nicht gerne sehe, kann ich es als pragmatischer Niederländer verstehen. Manchmal ist ein Bus das bessere Verkehrsmittel, und bei guter Auslastung durfte ein Bus genauso umweltfreundlich wie die Bahn sein.

Das mag sein, aber das touristische Potential der Bahnstrecken wird leider immer vergessen.

Da muss man, frei nach LonelyPlanet, Unterschied machen zwischen "getting there" und "getting around".

Die Anreise wird wohl nicht den Unterschied Bus vs. Bahn machen. Wenn ich Wintersporturlaub habe, reise ich zwar mit der Bahn, aber:
a. dass mein Zug wohl ein ICE International ist der mit 300 über K-F jagt, ist nur für mich als ICE-Fan interessant.
b. dass mein Zug wohl ein IC ist der gemütlich mit 100 am Rhein entlanggondelt, ist nur für mich als Bahnromantiker interessant.
c. als pragmatischer Niederländer zählt die entspannte Anreise.

Das touristische Aspekt wird wichtiger, wenn man vor Ort ist.
Einerseits betrifft das autolose Mobilität vor Ort, andererseits Bahnfahren ums Bahnfahren (Glacier Express, Goldenpass, Dampfbahnen, Zahnradbahnen).
Aber wenn auch wichtiger, dennoch nicht allesentscheidend: die Grimselpass- und Großglocknerstrecken sind ja auch beliebt, werden aber mit Bussen gefahren.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Trends beim Auto/Flieger, Wagenladungtransport, CH

Maggus, Ravensburg (Württ), Donnerstag, 02.06.2011, 22:53 (vor 5516 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Maggus, Donnerstag, 02.06.2011, 22:55

Hallo!

Denkst du, dass in Zukunft mehr Personen mit dem Auto bzw. dem Flugzeug unterwegs sind als heute? Ich nicht!

Warum erfährt derzeit fast jeder Flughafen den ich kenne, ein Passagierwachstum, respektive hat Vorkrisenniveau erreicht oder gar übertroffen?
Dort wo Ryanair & Easy der Platzhirsch ist, wird die Entwicklung nicht so weitergehen.

Die Sparte Nahgüterverkehr hat der LKW schon großenteils übernommen.

Ja, leider! Regierungen und EVU sollten dafür sorgen dass auch hier - wo möglich - der Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert wird.

"Dafür sorgen" klingt für mich nach Eingriff und Bevormundung.
Reglementieren und verbieten machen die Grünen am liebsten. Siehe Forderung nach einem vorgeschriebenen (!) fleischlosen Tag in jeder Betriebskantine oder einem lückenlosen Tempolimit auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen. Das nennt man Verbieteritis.

Die Schweizer Grüne Jugend ist mit einer Initiative gescheitert, die große SUVs (BMW X5, etc.) nur noch bei nachgewiesenem Bedarf hätte verkauft werden dürfen (Landwirte, Förster, Segelflieger) und auf 100 km/h gedrosselt wäre. Wie lächerlich ist das denn?

Wie Unternehmen ihre Ware transportieren lassen, sollte man ihnen am besten selbst überlassen. Ich bin derzeit in einem Praktikum in der Sparte Logistik in einem größeren mittelständischen Unternehmen der Elektrotechnik in meiner näheren Umgebung. Neben mir im Büro sitzen der Versandleiter und der Leiter Werkslogistik. Da bekomme ich auch mit, wie die Ware versendet wird. Fast ausnahmslos mit LKW; einzig und allein Stecker und Kabel kommen mit Seecontainer via Hamburg per Zug bis zum Containerbahnhof bei Ulm. Den Rest gehts dann aber per LKW.

Was ich noch vergessen war: die Schweizer fahren offenbar nicht nur sehr viel Bahn, sondern auch wohl sehr viel Auto. In CH sehe ich recht viele Autos, die für große jährliche Kilometerzahlen gebaut worden sind.

Das stimmt. Und wenn ein Schweizer ein Auto kauft, dann macht er's richtig.

--
[image]

Offizieller Link

ice-t-411, Mittwoch, 01.06.2011, 11:20 (vor 5517 Tagen) @ railan

Hi!

Gerade habe ich gelesen, dass ab Dezember auf der Strecke Augsburg Lindau Neigezüge eingesetzt werden sollen.
Ist da was dran?

Offizieller Link des bayerischen Staatsministeriums: http://www.stmwivt.bayern.de/presseinfo/pressearchiv/2011/05/pm269.html

=> Ja, natürlich ist da was dran, war auch schon länger geplant, eigentlich schon vor Jahren.

Die funktionieren doch offensichtlich alle nicht zuverlässig, sind permanent ausgeschaltet und ich dachte die Neige-Ära sei endgültig ad Acta gelegt.

Bis auf den ICE T (Achsenproblematik, ähnlich wie beim ICE3, Tausch bis 2013) fahren inzwischen alle Züge wieder mit Neigetechnik, also BR 610-612.
Abgesehen davon außerhalb Deutschlands der schweizer ICN, der schwedische X2000 und in England Virgin Trains auf der West-Coast-Main-Line. Die italienischen Pendolino dürften auch alle mit Neigetechnik fahren.

Übrigens betrifft das ganze nicht die Strecke München-Memmingen-Lindau, hier wird erst ab 2016, nach der Elektrifizierung im Fernverkehr mit Neigetechnik gefahren.

Gruß
Johannes

Ergänzung

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Mittwoch, 01.06.2011, 13:55 (vor 5517 Tagen) @ ice-t-411
bearbeitet von Anoj 1, Mittwoch, 01.06.2011, 13:56

Hallo!

Abgesehen davon außerhalb Deutschlands der schweizer ICN, der schwedische X2000 und in England Virgin Trains auf der West-Coast-Main-Line. Die italienischen Pendolino dürften auch alle mit Neigetechnik fahren.

Ergänzung:
- CIS 1
- CIS 2
- CD 680
- Finnland: Pendolino
- Spanien: Talgo, Alaris
- Portugal: Alfa Pendular
- Norwegen: NSB Typ 93
- Japan: Kaspur, Shinkansen 700N
- ...

m b g,
Anoj

Artikel der Allgäuer Zeitung

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Mittwoch, 01.06.2011, 13:58 (vor 5517 Tagen) @ railan

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