Ist Grube ist der bessere Chef? (Allgemeines Forum)

indy3, Samstag, 14.05.2011, 22:14 (vor 5447 Tagen)

Eigentlich fand ich Mehdorn um einiges souveräner, hab ihn auch mal live gesehen bei nem Vortrag an ner Uni. Da gabs nette Diskussionen mit aufgebrachten Fahrgästen, unter anderem natürlich über Verspätungen. Darauf Mehdorn "Wenn ich für jeden Zug, der Verspärung hat 1 Euro zahlen müsste und für jeden Zug der püntklich ist 1 Cent bekommen würde, wäre ich schon mehrfacher Millionär." Gut, ich nehme an, der Mann ist schon lange mehrfacher Millionär bei der Karriere, aber ich fand der Spruch ist n Lacher wert.

Aber Grube ist einfach der Prototyp eines Waschlappens. Und wer könnte besser als ein Waschlappen ein Unternehmen wie die Deutsche Bahn vertreten? ;)
Hab Grube gerade bei ntv über die neuen Züge reden hören, daher der Beitrag. Ich musste fast ein bisschen würgen als er wie vom Tonband dieses Unternehmensberatergesülze (Berater Bullshit Bingo) von Lifecycle Cost raushaut.

Ist Grube ist der bessere Chef?

Uniqum, Frankfurt am Main, Sonntag, 15.05.2011, 01:30 (vor 5447 Tagen) @ indy3

Ich denke, es ist schwer dort eindeutige Schlüsse zu ziehen.

Herr Grube hat derzeit einen der undankbarsten Posten, die es in Deutschland gibt.

Wo Mehdorn Rückhalt der Politik und einen klaren Auftrag hatte, soll es Grube am liebsten allen Recht machen. Oder ist derzeit eine klare Linie in der Verkehrspolitik erkennbar?

Was wir auch nicht vergessen dürfen ist das Mehdorn die Bahn gezielt auf einen Börsengang vorbereitet hatte und auch mit den Einnahmen aus diesem bereits kalkuliert wurde. Diese Einnahmen fehlen nun. Trotzdem soll die Infrastruktur und der Service besser werden.

Beiden ist es jedoch (zumindest bisher) nicht gelungen der DB ein sympathisches Image zu verpassen. Wobei meiner Meinung nach bei der Bahn die Kommunikation innerhalb des Konzerns auch nach wie vor das größte Problem ist.

Wie ich finde hat die Bahn in den vergangenen Monaten viele Fortschritte gemacht. Dabei ist sie jedoch nach wie vor für das gebotene ein wenig zu teuer.

Trotz allem, solche Ausdrücke wie "Bullshit" lese ich nur ungern. Und dabei packe ich mich gern an die eigene Nase; Glaube mir, meine Beiträge sind häufig auch nicht von der besten Qualität ;)

Ist Grube ist der bessere Chef?

rainer1204, Sonntag, 15.05.2011, 13:45 (vor 5447 Tagen) @ Uniqum

Ich sehe das ähnlich wie Du. Das, was Grube tuen soll, ist sozusagen die Quadratur des Kreise neu zu
erfinden, heisst ein absolut undankbarer Job. Ich finde das, was er macht, ist durchaus positiv zu sehen.
Ich glaube, dass Grube erkannt hat, wo die grossen Schwachpunkte der DB liegen. Aber auch er kann
nicht zaubern. Wir sollten ihm da noch mehr Zeit geben.

Als regelmässiger Bahnfahrer sehe ich im Kundenverhalten der Bahnmitarbeiter im letzten Jahr deutliche
Fortschritte. Trotzdem ist hier noch sehr viel Platz zur Optimierung. Mehdorn wurde oft schlecht geredet, was
auch nicht immer zutreffend war. Wir dürfen nicht vergessen, dass immer noch der Bund Eigentümer der DB ist,
und hier die Politik eine leider noch immer wichtige Rolle spielt. Und dem kann sich auch Grube nicht entziehen.


Gruss
Rainer

Ist Grube ist der bessere Chef?

Redesign, Montag, 16.05.2011, 02:01 (vor 5446 Tagen) @ rainer1204
bearbeitet von Redesign, Montag, 16.05.2011, 02:05

Ja, habe gerade vorgestern im ICE mit einer Mitreisenden darüber gesprochen, Zugbegleiter war sehr nett und sie meinte, da hätte sich in den letzten zehn Jahren einiges zum Besseren geändert.

Herr Mehdorn hat seinen Auftrag eigentlich gut erfüllt, der Auftrag hiess doch: "Bahn börsenreif machen".
Leider leiden wir als Fahrgäste jetzt unter den Folgen davon - zuwenig Züge, reduzierter Service am Bahnhof...

Die Frage ist jetzt, ob man das alles dem Vorstand anlasten soll oder dem politischen Auftraggeber?
Auf jeden Fall rechnet die Bahn doch immer noch bis zum geht nicht mehr, ob sich ein neuer Zug rechnet oder ein Halt oder ein Speisewagen, ein paar unzufriedene Kunden gibt es halt immer. Für mich als Reisenden ist es quasi egal, ob der Chef "Mehdorn" oder "Grube" heisst.

Und welche Kriterien soll man anwenden, um den "guten Chef" zu beurteilen? Die Politiker geben die Richtung vor, ist er jetzt ein guter Chef, wenn er die Finanzen des Bundes verbessert oder ist er ein guter Chef, wenn er die Reisenden annähernd zu 100% zufriedenstellt? Das bedeutet in der Regel weniger Gewinn.
Die Bahn soll aber privatwirtschaftlich also gewinnmaximierend arbeiten.

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