Bahnfahren ist wie Glücksspiel... (Allgemeines Forum)

Blaschke, Samstag, 19.03.2011, 15:15 (vor 5549 Tagen) @ impii

... und damit meine ich jetzt nicht, dass beides süchtig machen kann... ;-)

Mahlzeit!

Ich fliege Ende Juni von Genf (ca 12 Uhr) und bin bisher immer davon ausgegangen, dass ich mit IC 2009 um 2.22 Uhr von Frankfurt nach Basel fahren kann und dann "entspannt" gegen 9 Uhr in Genf bin. Jetzt musste ich mit einigem Entsetzen feststellen, dass die Bahn diesen Zug anscheinend zum 11. Juni einstellt?!

Ja, nur wenige Unternehmen verstehen es so meisterhaft wie die Bahn, ihre Kunden nachhaltig zu vergraulen, wenn sie, die Bahn, die Kunden in den jeweiligen Zügen grad nicht haben will. Zum Glück gibt's aber Flugzeuge und Autobahnen...

Als Alternative gibt es den CNL 40419 vom Flughafen, mit dem man - mit in Basel umsteigen (nur 9 Minuten) - eine Stunde später gegen 10 Uhr in Genf ist. Das wäre grade so noch in Ordnung, allerdings hört man ja öfters davon, dass die CNLs regelmäßig Verspätung haben. Kann ich das riskieren?

Kommt auf Deine Risikofreude an...

Mit CNL ist es wie mit der restlichen Bahn auch, nur vielleicht noch ein Tick extremer: Mal sind sie superhypermegapünktlich und mal hauen sie Verspätungen rein, dass es einem die Schuhe auszieht. Das ist überhaupt nicht kalkulierbar.

Ich würde sagen: Es kommt drauf an, wie wichtig Dein Flug ist und wieviele Alternativen es gibt. Vor 2 Jahrzehnten lernte ich in Frankfurt mal einen Menschen kennen, der auch seinen Flieger verpaßt hatte, dessen nächste Maschine aber erst eine Woche später flog. Der gondelte jetzt die Woche lang tags mit RMV-Tageskarten in den S-Bahnen rum und schlief dort, während er sich die Nacht in Kneipen etc. um die Ohren schlug. Sein Gepäck war schon weg und die Rückfahrt in die leere Wohnung (er kam aus Norddeutschland) und erneute Anreise nach Frankfurt wäre teurer gewesen als die eine Woche Obdachloser.

Wie viel Verspätung hat der 40419 denn durchschnittlich?

Die Antwort darauf bringt Dir aber absolut gar nix! Wenn er an 2 von 9 Tagen extrem unpünktlich ist, an 3 von 9 Tagen nicht mehr als 10 Minuten Verspätung hat und an 2 von 9 Tagen plan und an den restlichen 2 Tagen 5 Minuten vor Plan in Basel ist - was willst Du dann da für Rückschlüsse draus ziehen?

Fakt ist: 9 Minuten Übergang bei Reisen mit dem Nachtzug sind pures Glücksspiel!***


Schöne Grüße aus der Friedensstadt Osnabrück vom

blaschke

By the way: "Entspannt" wäre für mich, am Abend zuvor möglichst nah bis Genf anzureisen und mir irgendwo ein möglichst günstiges, einigermaßen bezahlbares Nachtquartier zu organisieren.


*** Außer damals, als der Nachtzug Kobenhavn - München am Endbahnhof noch Anschluß an den Eurocity München - Roma hatte (9 Min. Übergang meine ich). Hatte sich da nicht mal die italienische Staatsbahn beschwert (!!!!), dass der Zug so oft unpünktlich sei, eben weil der Anschluß abgewartet wurde bei Verspätungen des Nachtzuges.


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