Signalstandorte und stillgelegte Teile der SFS Hann.-Würzb. (Allgemeines Forum)

fabs, Braunschweig, Mittwoch, 16.03.2011, 11:45 (vor 5549 Tagen)

Moin!
Gestern durfte ich mal wieder die komplette Strecke Hannover - Würzburg befahren ("durfte" deshalb, weil es bei uns nicht viele Züge gibt, die durchgehend über die HGV-Strecke fahren und wenn doch, ist zumeist in Fulda Personalwechsel), dabei habe ich mich mal ein wenig mehr als sonst auf die Strecke konzentriert - auch wenn es stock finster war.
Das es nur wenige Selbstblocksignale (Sbk) gibt, ist mir - schließlich habe ich Streckenkenntnis - natürlich bekannt. Aber die Frage ist doch, warum sind sie dort, wo sie sind verbaut? Ich habe mir ein wenig Gedanken gemacht (es geht hier nur um die Fahrtrichtung Nord -> Süd). Alle der folgenden Sbk dienen zur Kapazitätserhöhung für (noch) nicht LZB geführte Züge:
- Sbk983 in km 10,9 ist für Züge, die in Messe/Laatzen am Bahnsteig standen bzw. vorbei gefahren sind und noch nicht in die LZB aufgenommen wurden
- Sbk201 in km 30,7 und Sbk203 in km 32,3 sind für Züge von Hildesheim, die noch nicht in die LZB aufgenommen wurden
- Sbk109 in km 79,3 und Sbk207 in km 92,3 sind für Züge ohne LZB, um zwischen Edesheim um Göttingen einfacher auch mal solche Züge über die HGV-Strecke umleiten kann
Den Sinn von Sbk188 in km 137,3 konnte noch nicht ergründen.
Es gibt aber noch drei weitere Sbk, die eine kleine Besonderheit darstellen, denn erstens sind sie sowohl auf dem Regel-, als auch auf dem Gegengleis vorhanden (natürlich mit einer anderen Nummer) und zweitens waren sie nicht schon immer Sbk:
- Sbk711 in km 103,4
- Sbk103 in km 166,3
- Sbk259 in km 183,2
Es handelt sich hierbei um ehemalige Blocksignale, um - heute stillgelegte - Überleitstellen zu sichern. Von oben nach unten sind das die ex-Üst Mengershausen, ex-Üst Kaiserau und ex-Üst Ersrode.
Mengershausen lag zwischen Göttingen Siekweg und Jühnde; Kaiserau lag im Kaiserautunnel zwischen Körle Ost und Wildsberg; Ersrode lag zwischen Licherode und Mühlbach.
Kaiserau ist sogar noch mit den für diese Strecke typischen Hinweistafeln mit der Aufschrift "Üst Kaiserau" an der Tunnelwand in Höhe des Signals ausgestattet - dort hatte ich gestern zufällig "Halt". (Da müsste ich eigentlich mal drauf achten, ob man es bei Landrücken Nord wieder angebracht hat.)
Die Frage die sich mir dabei stellt: Warum legt man noch recht neue Infrastruktur still? Bei >Wikipedia< findet sich ein Hinweis auf eine Güterzugkollision nahe Jühnde am 29.06.1991 und ein Feuer mit Entgleisung eines Güterwagens am 02.03.1999 im Leinebuschtunnel. Eines dieser Ereignisse könnte mit der Stilllegung von Mengershausen zu tun haben. Aber was ist mit den anderen beiden? Und warum hat man Üst Landrücken Nord nachdem diese am 26.04.2008 völlig zerstört wurde wieder aufgebaut?
Vielleicht kann ja jemand was zu den Daten und Gründen der Stilllegung beitragen.

Viele Grüße
fabs

Nachsatz:
Ich weiß nicht genau, ob hier der richtige Platz dafür ist, da die Frage doch sehr "speziell" ist oder ob eines der anderen Eisenbahnforen in meiner Favoritenliste vielleicht doch geeigneter ist. Da es aber um die Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover-Würzburg geht und die Strecke für den Namensgebenden Zug dieses Forum gebaut wurde schreibe ich es einfach mal hier.

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Es gibt Dinge im Leben, die dich schnell aus der Bahn werfen können!
Zugbegleiter zum Beispiel...

Rückbau von Üst

Steffen, Mittwoch, 16.03.2011, 12:01 (vor 5549 Tagen) @ fabs

Hallo fabs,

wenn ich es richtig verstanden habe geht es Dir hauptsächlich darum, warum zwischen Würzburg und Hannover Üst (als Weichenverbindungen zwischen den beiden Streckengleisen) scheinbar zufällig ausgebaut wurden?

Also zwischen Stuttgart und Mannheim (gleich alt - vermutlich vergleichbar) war man vor einiger Zeit der Ansicht, dass eine Üst alle 7(?) km zu viel sei (zu teuer im Unterhalt) und hat 2 von 3 Üst wieder ausgebaut. Jetzt müsste es noch etwa alle 21 km eine Üst geben.

Kann es sein, dass das auch auf Würzburg-Hannover zutrifft?

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Signalstandorte und stillgelegte Teile der SFS Hann.-Würzb.

ICE-TD, Mittwoch, 16.03.2011, 15:48 (vor 5549 Tagen) @ fabs

Zwischen Mannheim und Stuttgart wurde im letzten Jahr die Üst Enztal rückgebaut, allerdings wurden dafür an der Üst Glems eine neue Weichenverbindung eingebaut um von beiden Streckengleisen aufs jeweils andere wechseln zu können. Die Blocksignale der ehem. Üst Enztal blieben auch in Betrieb als Sbk.

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