Neuer FLIRT: Mehr Sitzplätze, sparsamer, Dieselversion (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Sonntag, 27.02.2011, 22:42 (vor 5601 Tagen)

Laut der Schweizer Eisenbahn-Revue (wohl auch in Eisenbahn-Revue international) kommt nächstens die zweite Generation des Stadler FLIRT.

Erstens wurde bei gleicher Länge und gleichem Sitzteiler von 1800mm die Sitzplatzzahl um beachtliche 14% (183 statt 161) erhöht. Dies erreicht man durch verkürzte Crashfront, kürzere Nebenräume und bessere Anordnung der Türantriebe. Zudem hat man in der Breite durch Wegfall der Klimakanäle 150mm gewonnen.

Die Energieffizienz wurde durch diverse Massnahmen gesteigert. Die wichtigste ist, dass im Teillastbereich ein Stromrichter komplett abgeschaltet wird und somit der andere in einem von der Verlustleistung her günstigeren Bereich arbeiten kann. Zusammen mit anderen Massnahmen sollen gut 30'000 kWh pro Jahr gespart werden.

Besonders interessant ist, dass für Estland erstmals eine Dieselversion gebaut wird. Man entschied sich für einen "Kraftwürfel" ähnlich dem im GTW, nur dass dieser auf zwei Jakobsdrehgestellen ruht und ausschliesslich den Strom für den Antriebe ganz vorn und hinten liefert. Die Leistung ist mit 1342 kW bescheiden im Vergleich mit der Dauerleistung von 2000 kW eines elektrischen FLIRT, aber für die rasche Beschleunigung stehen Superkondensatoren zur Verfügung, welche beim Bremsen gefüllt werden. Ich würde den Zug gern mal in Aktion erleben...

Neuer FLIRT: Mehr Sitzplätze, sparsamer, Dieselversion

ice-t-411, Sonntag, 27.02.2011, 23:19 (vor 5600 Tagen) @ Alphorn (CH)

Hi!

Da hat man sich ja mal was vorgenommen! Gehe mal davon aus, dass damit zunächst mal die Schweizer Version gemeint ist. Gibt es dafür schon Bestellungen? So viele Diesel-Hauptstrecken gibt es ja nicht mal in Deutschland und viele davon wurde gerade mit neue Dieselloks + Wagen ausgestattet oder sind Neigetechnik-Strecken.

Irgendwie klingt das ganz so nach dem Sammelsurium von Maßnahmen die man sich bei Energiesparen mal so ausdenkt, aber das ganze muss als Produkt erstmal beweißen das es überhaupt funktioniert. Supercaps sind selbst bei Straßenbahnen noch nicht im Serieneinsatz.

Gruß
Johannes

Supercaps

funthomas, Montag, 28.02.2011, 01:55 (vor 5600 Tagen) @ ice-t-411

... aber das ganze muss als Produkt erstmal beweißen das es überhaupt
funktioniert. Supercaps sind selbst bei Straßenbahnen noch nicht im Serieneinsatz.

Da sind die Chinesen schon weiter. Hatte selbst das Vergnügen auf der Expo 2010 und im Stadtverkehr Shanghai in einem reinen SuperCap Bus zu fahren. Hatte es nie gedacht, das ich mal neueste Technologie in China anschauen muß ..
Neugierig ? Google mal "expo bus supercaps"

Ich fands sehr beeindruckend und bin gleich mal paar Runden mit dem Ding mitgefahren.

funthomas

Supercaps

ice-t-411, Montag, 28.02.2011, 23:01 (vor 5599 Tagen) @ funthomas

Hi!

Da sind die Chinesen schon weiter. Hatte selbst das Vergnügen auf der Expo 2010 und im Stadtverkehr Shanghai in einem reinen SuperCap Bus zu fahren. Hatte es nie gedacht, das ich mal neueste Technologie in China anschauen muß ..
Neugierig ? Google mal "expo bus supercaps"

Erster Treffer: Dieser Beitrag ;)

Nein, aber man sollte sich eines merken: Eine Bahn ist kein Bus!

Was im Bus funktioniert, muss es in der Bahn deswegen noch lange nicht geben. z.B. fahren seit Jahren Ergasbusse während es bei der Bahn außer ein paar Rangierloks keine ergasbetriebenen Fahrzeuge gibt.

Und ein Bus der für ein Jahr Expo fährt und entsprechend gepflegt werden kann heißt noch lange nicht, dass die Supercaps zwischen zwei HU (also bis zu acht Jahre) durchhalten, bei -20°C genauso wie bei +70°C.

Johannes

Supercaps

Alphorn (CH), Montag, 28.02.2011, 23:18 (vor 5599 Tagen) @ ice-t-411

Und ein Bus der für ein Jahr Expo fährt und entsprechend gepflegt werden kann heißt noch lange nicht, dass die Supercaps zwischen zwei HU (also bis zu acht Jahre) durchhalten, bei -20°C genauso wie bei +70°C.

Sowohl die Lebenszeit als auch die Temperaturspanne sollte bei Supercaps viel unproblematischer sein als bei Akkus. Schliesslich sind zum Betrieb eines Supercaps keinerlei chemische Reaktionen nötig, welche bei gewissen Temperaturen Probleme machen könnten, und es können sich genausowenig reaktive Substanzen zersetzen.

Der Nachteil von Supercaps ist natürlich, dass sie pro Gewichtseinheit deutlich weniger Energie speichern. Das macht aber im gegebenen Anwendungsfall nichts, da auch nicht viel gebraucht wird; wichtiger ist die schnelle Abrufbarkeit.

Neuer FLIRT: Mehr Sitzplätze, sparsamer, Dieselversion

Alphorn (CH), Montag, 28.02.2011, 02:32 (vor 5600 Tagen) @ ice-t-411

Hi!

Da hat man sich ja mal was vorgenommen! Gehe mal davon aus, dass damit zunächst mal die Schweizer Version gemeint ist. Gibt es dafür schon Bestellungen? So viele Diesel-Hauptstrecken gibt es ja nicht mal in Deutschland und viele davon wurde gerade mit neue Dieselloks + Wagen ausgestattet oder sind Neigetechnik-Strecken.

In der Schweiz gibt es keine Dieselstrecken. Die Dieselversion wurde aber bereits von der Estnischen Eisenbahn bestellt, 18 Stück. Ob und wann andere Besteller auf den neuen Grundriss mit mehr Sitzplätzen umstellen, ist mir nicht bekannt.

Irgendwie klingt das ganz so nach dem Sammelsurium von Maßnahmen die man sich bei Energiesparen mal so ausdenkt, aber das ganze muss als Produkt erstmal beweißen das es überhaupt funktioniert. Supercaps sind selbst bei Straßenbahnen noch nicht im Serieneinsatz.

Die Sparpotentiale mit der zeitweisen Abschaltung von Stromrichtern sind sicher gut kalkulierbar; deren Leistungsparameter sind ja längst bekannt. Einziges Neuland sind die Supercaps. Die halte ich aber für beherrschbar: Sie müssen nicht sehr viel Energie speichern, weil sie ja nur zusätzlich zu einer vorhandenen Energiequelle und nur kurz zum Anfahren benutzt werden.

Spurweite in Estland

Jörg, Montag, 28.02.2011, 21:19 (vor 5600 Tagen) @ Alphorn (CH)

In der Schweiz gibt es keine Dieselstrecken. Die Dieselversion wurde aber bereits von der Estnischen Eisenbahn bestellt, 18 Stück. Ob und wann andere Besteller auf den neuen Grundriss mit mehr Sitzplätzen umstellen, ist mir nicht bekannt.

Da die Esten mit 1524 mm eine andere Spurweite haben wird sich bei diesen Fahrzeugen der Grundriss von der hierzulande üblichen elektrischen Variante deutlich unterscheiden.
Ob auch eine Normalspurdieselvariante geplant ist entzieht sich meiner Kenntnis.

Spurweite in Estland

Alphorn (CH), Montag, 28.02.2011, 23:10 (vor 5599 Tagen) @ Jörg

In der Schweiz gibt es keine Dieselstrecken. Die Dieselversion wurde aber bereits von der Estnischen Eisenbahn bestellt, 18 Stück. Ob und wann andere Besteller auf den neuen Grundriss mit mehr Sitzplätzen umstellen, ist mir nicht bekannt.


Da die Esten mit 1524 mm eine andere Spurweite haben wird sich bei diesen Fahrzeugen der Grundriss von der hierzulande üblichen elektrischen Variante deutlich unterscheiden.

Das ist richtig. Die zusätzlichen Sitzplätze wird's es aber auch in Normalspurfahrzeugen geben; alle relevanten Verbesserungen waren ja in Längsrichtung. Interessanter als die Spurweite ist übrigens das Lichtraumprofil; das ist in Estland 450mm breiter als in hierzulande, sodass ich von 3+2-Bestuhlung und somit noch deutlich mehr Plätzen ausgehe.

Ob auch eine Normalspurdieselvariante geplant ist entzieht sich meiner Kenntnis.

Sobald's jemand bestellt, nehme ich an. Man hat ja mit dem "Generatorenwagen" eine sehr platzintensive Lösung gewählt, welche sicher auch in Normalspur funktioniert. Es wurden allerdings als Begründung für den Zusatzwagen explizit die klimatischen Verhältnisse in Estland erwähnt; vielleicht wäre in moderaterem Klima auch eine Unterflurvariante in einem zusätzlichen Hochflurteil machbar.

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