Ausweitung und Verbesserung des ÖPNV in Deutschland (Allgemeines Forum)

novo83, Mittwoch, 23.02.2011, 21:32 (vor 5567 Tagen)

Hallo zusammen,

ich weiß zwar nicht ob ich hier in dem Forum speziell so richtig bin aber ich wäre doch auf eure Meinung mal gespannt.

Lt. einem Zeitungsbericht haben wir in Deutschland mit die teuersten Preise im Nahverkehr. Dieser ist jedoch meistens nur in den Städten gut und außerhalb nicht selten unzureichend.

Woran könnte dies liegen, dass wir soviel für den Nahverkehr zahlen? Ich persönlich empfinde die Erhöhungen als immer ungerechter...

Gerade in Zeiten der Ölknappheit sollte man doch mal schnellstens überlegen den Nahverkehr erheblich auszubauen und selbst auf dem Land effiktiv und attraktiv zu gestalten.

Natürlich müsste der Nahrverkehr höher subventioniert werden. Dies könnte meiner Ansicht nach z.B. durch eine Umschichtung des "Solis" und/oder einer kleinen Abzwackung der LKW Maut geschehen.

Meiner Meinung nach ist der Nahrverkehr gerade in ländlichen Gebieten und in kleineren bis mittleren Städten nicht so attraktiv.

NRW hat schonmal gute Anätze indem man mit einem Ticket mit Bus Bahn etc fahren kann und nicht bspw. für jedes Verkehrsprodukt ein separates Ticket erwerben muss.

Alles im allem sehe ich für den Nahverkehr ein hohes Potential in den o.g. Städten insofern es ausbaut wird, als vollkommene Alternative zum Auto angesehen wird und eine höhere Subventionierung erfolgt bzw. die Preise stabil bleiben.

Für den überregionalen Verkehr nehme ich auch immer wieder gerne Belgien als Beispiel. Hier kann man echt für kleines Geld durch das Land fahren.

Ausweitung und Verbesserung des ÖPNV in Deutschland

ice-t-411, Mittwoch, 23.02.2011, 22:53 (vor 5567 Tagen) @ novo83

Hi!

Lt. einem Zeitungsbericht haben wir in Deutschland mit die teuersten Preise im Nahverkehr. Dieser ist jedoch meistens nur in den Städten gut und außerhalb nicht selten unzureichend.

Quelle? "Teuer" ist ein dehnbarer Begriff und sollte immer im Vergleich zur Kaufkraft gesehen werden. Das die Fahrpreise z.B. in Osteuropa geringer sind, heißt nicht unbedingt, dass es relativ gesehen auch günstiger ist.

Woran könnte dies liegen, dass wir soviel für den Nahverkehr zahlen? Ich persönlich empfinde die Erhöhungen als immer ungerechter...

Steigende Energiekosten, besseres Angebot, steigende Löhne, etc.

Gerade in Zeiten der Ölknappheit sollte man doch mal schnellstens überlegen den Nahverkehr erheblich auszubauen und selbst auf dem Land effektiv und attraktiv zu gestalten.

Gerade auf dem Land ist effektiver Nahverkehr sehr schwierig, gerade wenn das gesamte Verkehrsaufkommen einfach schon gering ist. Hier ist u.U. mit Elektromobilität mehr gewonnen. In den Städten kann man dagegen mit dem gleichen finanziellen Aufwand viel mehr Fahrgäste befördern und bekommt damit auch mehr fürs Geld.

Natürlich müsste der Nahrverkehr höher subventioniert werden. Dies könnte meiner Ansicht nach z.B. durch eine Umschichtung des "Solis" und/oder einer kleinen Abzwackung der LKW Maut geschehen.

Die letzten Zahlen die ich gefunden habe:
* Regionalisierungsmittel (Nahverkehrsubvention): 6,67 Milliarden Euro/Jahr (steigt mit 1,5% pro Jahr)
* LKW-Maut: ca. 4 Milliarden
(Quelle: 2 * wikipedia)

Das heißt mit ein bisschen was abzweigen hast du nicht viel gewonnen, dass sind schon andere Dimensionen.

Meiner Meinung nach ist der Nahrverkehr gerade in ländlichen Gebieten und in kleineren bis mittleren Städten nicht so attraktiv.

Wie oben geschrieben ist das schwierig zu bewerkstelligen. Es gibt allerdings auch positive Beispiele für ländlichen Nahverkehr, aber das kommt sehr auf die Verkehrsströme an.

NRW hat schonmal gute Anätze indem man mit einem Ticket mit Bus Bahn etc fahren kann und nicht bspw. für jedes Verkehrsprodukt ein separates Ticket erwerben muss.

Alles im allem sehe ich für den Nahverkehr ein hohes Potential in den o.g. Städten insofern es ausbaut wird, als vollkommene Alternative zum Auto angesehen wird und eine höhere Subventionierung erfolgt bzw. die Preise stabil bleiben.

Die Preise werden sich immer an den Alternativen orientieren. Ich denke ein Nahverkehr der mir im Vergleich zum PKW 25-50% Prozent spart ist grundsätzlich von den Kosten ok. Viel schlimmer ist doch, dass wir tausende von Verkehrsverbünden haben statt ein System wo ich eine Fahrkarte von A nach B kaufe bzw. meine Monatskarte einfach in km oder Zonen bezahlen kann.

Gruß
Johannes

Ausweitung und Verbesserung des ÖPNV in Deutschland

Tabernaer, Irgendwo im grünen Nirgendwo, Mittwoch, 23.02.2011, 22:57 (vor 5567 Tagen) @ novo83

irgendwer hatte mal in diesem Forum gesagt, solange ein Bezug zur Eisenbahn hezustellen ist, ist man hier richtig... Also keine Sorgen machen deswegen und Allgemeines Forum passt auch...

Positives Beispiel für die Entwicklung des ÖPNV ist meiner Meinung nach Baden Württemberg und dort speziel die Region Karlsruhe. Ein Wahnsinnsangebot von Straba/S-Bahn/Bus sowie Nahverkehr der DB. Man kommt noch bis spät an die Nacht, teilweise sogar durchängig an sein Ziel im Umland. Erst zum letzten Fahrplanwechsel ist eine weitere S-Bahn Linie ins Umland in Betrieb gegangen.
Die Straba können z.T. auch die DB Gleise mit nutzen und fahren auch teilweise direkt im DB Bahnhof ab. Das hat seine Vorteile, wenn mal in Tagesrandlagen der ICE/IC später ist...
Günstige ÖPNV Ticketangebote gibt es auch in D. Denke da an das SWT die Ländertickets.

Klar, verbessern kann man vieles....

Ausweitung und Verbesserung des ÖPNV in Deutschland

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Mittwoch, 23.02.2011, 23:09 (vor 5567 Tagen) @ novo83

Hallo zusammen,

Servus,


ich weiß zwar nicht ob ich hier in dem Forum speziell so richtig bin aber ich wäre doch auf eure Meinung mal gespannt.
Lt. einem Zeitungsbericht haben wir in Deutschland mit die teuersten Preise im Nahverkehr. Dieser ist jedoch meistens nur in den Städten gut und außerhalb nicht selten unzureichend.

In ländlichen Regionen gibt es besonders an den Wochenenden z.T. überhaupt keine (Bus)-Fahrten. Bei der Bahn war es vor 20 Jahrenaber deutlich schlechter als heute.


Woran könnte dies liegen, dass wir soviel für den Nahverkehr zahlen? Ich persönlich empfinde die Erhöhungen als immer ungerechter...

Möglicherweise an der ungerechten Steuerbelastung gegenüber dem Flugverkehr.


Gerade in Zeiten der Ölknappheit sollte man doch mal schnellstens überlegen den Nahverkehr erheblich auszubauen und selbst auf dem Land effiktiv und attraktiv zu gestalten.

Zustimmung!


Natürlich müsste der Nahrverkehr höher subventioniert werden. Dies könnte meiner Ansicht nach z.B. durch eine Umschichtung des "Solis" und/oder einer kleinen Abzwackung der LKW Maut geschehen.

Sage das mal den Politikern...


Meiner Meinung nach ist der Nahrverkehr gerade in ländlichen Gebieten und in kleineren bis mittleren Städten nicht so attraktiv.
NRW hat schonmal gute Anätze indem man mit einem Ticket mit Bus Bahn etc fahren kann und nicht bspw. für jedes Verkehrsprodukt ein separates Ticket erwerben muss.

Das gibt es in den medißten Verkehrsverbünden auch. Ein Nachteil ist dann aber, wenn die BC50 und BC25 nicht anerkannt werden.


Alles im allem sehe ich für den Nahverkehr ein hohes Potential in den o.g. Städten insofern es ausbaut wird, als vollkommene Alternative zum Auto angesehen wird und eine höhere Subventionierung erfolgt bzw. die Preise stabil bleiben.

Es müssten noch die richtigen Entscheidungen dahingehend getroffen werden.

Für den überregionalen Verkehr nehme ich auch immer wieder gerne Belgien als Beispiel. Hier kann man echt für kleines Geld durch das Land fahren.

Belgien ist von der Fläche deutlich kleiner. Man kann nicht erwarten, dass DE für den Gleichen Preis zu haben sein wird. Vielleicht sollte man "Nord" und "Süd"
Tickets kaufen können.

--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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Ausweitung und Verbesserung des ÖPNV in Deutschland

Fabian318, Münster i. W., Mittwoch, 23.02.2011, 23:59 (vor 5567 Tagen) @ 218 466-1

Für den überregionalen Verkehr nehme ich auch immer wieder gerne Belgien als Beispiel. Hier kann man echt für kleines Geld durch das Land fahren.


Belgien ist von der Fläche deutlich kleiner. Man kann nicht erwarten, dass DE für den Gleichen Preis zu haben sein wird. Vielleicht sollte man "Nord" und "Süd"
Tickets kaufen können.

In Belgien sind die Ticketpreise auch verhältnismäßig sehr deutlich günstiger als in Deutschland, mal ganz abgesehen von Luxemburg, wo für 1,50 EUR das gesamte Bus- und Bahnnetz bereist werden kann.

NL: OV-Chipkarte, Linientaxi

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 24.02.2011, 00:58 (vor 5567 Tagen) @ ice-t-411

Meiner Meinung nach ist der Nahrverkehr gerade in ländlichen Gebieten und in kleineren bis mittleren Städten nicht so attraktiv.

Bezüglich Transport von Futter: Zustimmung. Ein Trecker ist nicht gerade schnell...:)))

Gut, mal ernst.

In NL gibt es in vielen Gebieten CVV-Versuche (das Kürzel steht für "collectief vraagafhankelijk vervoer" = gemeinsamer nachfragegesteuerter Transport). Das wäre dann sowas wie ein Linientaxi oder Anrufsammeltaxi. Abhängig der Nachfrage fährt man mit einem Taxi, ein Kleinbus oder ein normaler Bus.

NRW hat schonmal gute Anätze indem man mit einem Ticket mit Bus Bahn etc fahren kann und nicht bspw. für jedes Verkehrsprodukt ein separates Ticket erwerben muss.

Bei uns gab es schon langer Zeit die Nationalstreifenkarte. Das ganze Land war in Tarifzonen verteilt, und mit der Karte konnte man in Stadtbahn, Straßenbahn und Bus reisen (teilweise auch mit der Bahn).
Jetzt haben wir die OV-Chipkarte; diese gilt auch bei NS. Mir gefällt das Verfahren: mit dem bus von Valkenswaard nach Eindhoven, mit dem NS-IC nach Heerlen, mit der Veolia-RB nach Kerkrade und danach mit dem Veolia-Bus nach Simpelveld, das ist eine Reise von 4 Etappen, wofür nur eine Plastikkarte mit einem Guthaben benötigt ist.

Viel schlimmer ist doch, dass wir tausende von Verkehrsverbünden haben statt ein System wo ich eine Fahrkarte von A nach B kaufe bzw. meine Monatskarte einfach in km oder Zonen bezahlen kann.

Ein Verkehrsverbund hat aber den Vorteil, dass der dort gekaufte Karte von A nach B sowohl im Bus als in der Bahn gültig ist. Das habe ich bei unserer Nationalstreifenkarte vermisst.
Dagegen ist es frustrierend, dass eine in Düsseldorf gekaufte Streifenkarte in Köln nicht gilt, während ich mit meiner OV-Chipkarte hier in NL die meisten Busse und Bahnen benutzen kann.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Ausweitung und Verbesserung des ÖPNV in Deutschland

safe go, Chemnitz, Donnerstag, 24.02.2011, 09:17 (vor 5567 Tagen) @ novo83

Gleich vornweg, ich spreche hier aus Sicht des Ostdeutschen, es lässt sich also natürlich nicht alles auf riesige Ballungszentren wie Rhein-Main, Rhein-Ruhr oder Stuttgart übertragen.

Lt. einem Zeitungsbericht haben wir in Deutschland mit die teuersten Preise im Nahverkehr. Dieser ist jedoch meistens nur in den Städten gut und außerhalb nicht selten unzureichend.

Wer hier schon mal mittags übers Land mit dem Nahverkehr gefahren ist, stellt häufig fest, dass einfach gar kein Bedarf da ist. Wenn keiner fahren will, muss auch kein Bus unter z. B. dem Alibi der Grundversorgung fahren. Durch den demografischen Wandel mag neben den Pendlern evtl. noch die vormittags zum Zentrum und mittags wieder zurück gehende Welle Senioren (Einkauf, Arzttermin, ...) hinzukommen.

Woran könnte dies liegen, dass wir soviel für den Nahverkehr zahlen? Ich persönlich empfinde die Erhöhungen als immer ungerechter...

Das hängt wohl auch von der Steigerung und des Umfangs des eigenen Einkommens an. Ich selber kann mich nun nicht über starke Geldknappheit beklagen und somit fällt es mir nur wenig auf. Auch Autofahren kostet was, wobei neben den Spritkosten gerne mal die auch dahinterstehenden Fixkosten vergessen werden.

Gerade in Zeiten der Ölknappheit sollte man doch mal schnellstens überlegen den Nahverkehr erheblich auszubauen und selbst auf dem Land effiktiv und attraktiv zu gestalten. [...]

Meiner Meinung nach ist der Nahrverkehr gerade in ländlichen Gebieten und in kleineren bis mittleren Städten nicht so attraktiv.

Das ist gerade hier bei uns im Osten (und erst recht in Chemnitz) ein Problem. Durch die Bevölkerungsabnahme sinken die Fahrgastzahlen im ohnehin an sich defizitären Nahverkehr. Da man ja nun nicht an der Lohnschraube nach unten drehen kann, muss man die Verluste anders auffangen, so durch Linienausdünnungen oder -anpassungen, wo das Verhältnis Auslastung <-> Takt/Gefäßgröße nicht mehr stimmt. Wer einen 12-Min.-Takt gewohnt ist und plötzlich einen 20-Min.-Takt vor die Nase gesetzt bekommt, empfindet das natürlich als gravierende Verschlechterung. Ein weiterer Punkt ist, dass man nicht überall gerade auf die Stadt setzen kann, was die Beschleunigung des Nahverkehrs angeht. Selbst Dresden ist als autofreundliche Stadt bekannt ...

NRW hat schonmal gute Anätze indem man mit einem Ticket mit Bus Bahn etc fahren kann und nicht bspw. für jedes Verkehrsprodukt ein separates Ticket erwerben muss.

Die Verkehrsverbünde sind ja immerhin schonmal ein erster Schritt, aber selbst da unterscheiden sich die Tarifbestimmungen und Tarifsysteme z.T. in grundlegenden Dingen. Einen bundesweit einheitlichen Tarif sehe ich kritisch, u.a. wegen des immer noch existierenden Einkommengefälles West-Ost (ich habe leider keine Daten zu den Kaufkraftunterschieden) und die unterschiedliche Größe von Zonen entsprechend der Stadtfläche oder Siedlungsdichte einer Region. Im Gegensatz zur Bahn werden ja nur kleinere Distanzen zurückgelegt und es nutzen mehr Personen mit geringer Mobilität (aufgrund welcher Determinante auch immer) das Angebot.

Alles im allem sehe ich für den Nahverkehr ein hohes Potential in den o.g. Städten insofern es ausbaut wird, als vollkommene Alternative zum Auto angesehen wird und eine höhere Subventionierung erfolgt bzw. die Preise stabil bleiben.

s. ein Absatz weiter oben

Für den überregionalen Verkehr nehme ich auch immer wieder gerne Belgien als Beispiel. Hier kann man echt für kleines Geld durch das Land fahren.

Hmm, hat Belgien kleinere Münzen/Scheine als wir, sozusagen einen "Mini-Euro"? *SCNR*

Ausweitung und Verbesserung des ÖPNV in Deutschland

Fernpendler, Donnerstag, 24.02.2011, 12:26 (vor 5567 Tagen) @ novo83

Hallo!

Ich fasse mal einige Punkte als Zitat zusammen, weil in sich schlüssig.

Lt. einem Zeitungsbericht haben wir in Deutschland mit die teuersten Preise im Nahverkehr. Dieser ist jedoch meistens nur in den Städten gut und außerhalb nicht selten unzureichend.
Gerade in Zeiten der Ölknappheit sollte man doch mal schnellstens überlegen den Nahverkehr erheblich auszubauen und selbst auf dem Land effiktiv und attraktiv zu gestalten.
Meiner Meinung nach ist der Nahrverkehr gerade in ländlichen Gebieten und in kleineren bis mittleren Städten nicht so attraktiv.


Ich gehe mal von meiner Region (Burgenlandkreis) aus. Also nicht von einem Ballungsraum, eher vom Ländlichen.
Ich empfinde den hiesigen Nahverkehr, gemessen an der Bevölkerungszahl und Altersstruktur, als völlig ausreichend. Teils herrscht sogar ein Doppel- bzw. Überangebot.
Beispiel: Freyburg - Naumburg; Hier fährt Bus 6:00, RB 6:06, Bus 6:14 ... RB 7:37, Bus 7:39 ... RB 8:39, Bus 8:53, Bus 8:59 usw.
Das geht munter so durch den Tag. Die Haltestellen liegen unmittelbar beisammen!!! Die Burgenlandbahn ist das schnellere und umweltfreundlichere Verkehrsmittel (RB 9 Min.; Bus 14 Min.) und bedient die gleichen Haltestellen wie der Bus. Unterschied: Die Bahn wird vom Land, der Busverkehr vom Kreis bestellt. Der Kreis hat kein Interesse, sein Busunternehmen zum Vorteil der Bahn abzubestellen bzw. anders zu gestalten, da man den Laden sonst verkleinern müsste. Notleidend sind beide Verkehrsträger, da die Auslastung durch das Überangebot sehr gering ist.
Statt sternförmig den Busverkehr per Shuttle von den Dörfern ohne Bahnhaltepunkt zu den nächstgelegenen Haltepunkten zu organisieren, hält man an starren Strukturen fest und feuert CO2, Diesel und Steuergelder en masse in den Wind.

Auf der anderen Seite stellt man schnellere und attraktivere Bahnlinien (Naumburg - Zeitz) zugunsten neuer Buslinien ein, die wesentlich länger und unzuverlässiger (Unfall, Schneechaos) unterwegs sind. Hier werden politische Ränkespiele ausgefochten :o(

In der (kleinen) Stadt Naumburg fährt Deutschlands kleinster Strassenbahnbetrieb fahrplanmäßig. Die Straßenbahn ist pünktlich gefahren, als im Schneechaos der Busverkehr eingestellt wurde. Die Straßenbahn bedient das gesamte Stadtgebiet bis zum Bahnhof. Parallel fahren Busse des Kreisbetriebes.
Der Kreistag hat der Straßenbahn Subventionen versagt mit der Begründung, dass die eigenen Busse ausreichend sind. Der umweltfreundlichere Straßenbahnbetrieb stand daher auf der Kippe. Das Land und die Stadt Naumburg sind dann in die Bresche gesprungen und haben den Linienbetrieb vorerst gesichert.

Fazit: Im Burgenlandkreis ist das Angebot im ÖPNV ganz gut ausgestattet. Würden sich die Betonköpfe in der Kommunal-, Landes- u. Kreispolitik mehr fachlich und organisatorisch einbringen, wäre die Attraktivität und Effektivität mit Sicherheit zu verbessern, was sich auch auf die Preise auswirken würde.

NRW hat schonmal gute Anätze indem man mit einem Ticket mit Bus Bahn etc fahren kann und nicht bspw. für jedes Verkehrsprodukt ein separates Ticket erwerben muss.

Das gibt es auch in Mitteldeutschland.

Woran könnte dies liegen, dass wir soviel für den Nahverkehr zahlen? Ich persönlich empfinde die Erhöhungen als immer ungerechter...

Hoher Brennstoffanteil, Personalkosten, Fuhrpark, Taktung, Wasserkopf ... Siehe oben!

Natürlich müsste der Nahrverkehr höher subventioniert werden. Dies könnte meiner Ansicht nach z.B. durch eine Umschichtung des "Solis" und/oder einer kleinen Abzwackung der LKW Maut geschehen.

Noch mehr?

Schönen Mittag noch
Haiko

Ausweitung und Verbesserung des ÖPNV in Deutschland

Redesign, Freitag, 25.02.2011, 03:32 (vor 5566 Tagen) @ Tabernaer

Positives Beispiel für die Entwicklung des ÖPNV ist meiner Meinung nach Baden Württemberg und dort speziel die Region Karlsruhe. Ein Wahnsinnsangebot von Straba/S-Bahn/Bus sowie Nahverkehr der DB.

Karlsruhe ist deutschlandweit ja auch das Musterbeispiel, wenn sich die Verkehrsexperten zu Kongressen treffen oder gute Beispiel für gelungenen Straßenbahn-Nahverkehr aufzeigen wollen, dann begründen sie die Auswahl von anderen Orten als Karlsruhe schon mit "Wir können ja nicht immer 'Karlsruhe' nehmen."

Nur an den ICE-Halten Richtung Norden, Mannheim, Heidelberg, Frankfurt..., da habe ich diese Verknüpfung Straßenbahn im Bahnhof - dann auf den Marktplatz - schon nicht mehr.

Leider gibt es da auch die schmalere Straßenbahnspur, so dass ein Spurweitenwechsel große Investitionen nötig macht, würde sich zwar meiner Meinung nach rechnen, aber nicht in den nächsten 2 Jahren, erst in, wie in Karlsruhe, Dutzenden von Jahren.

Günstige ÖPNV Ticketangebote gibt es auch in D. Denke da an das SWT die Ländertickets.

Klar, verbessern kann man vieles....

Zur Verbesserung:
Ländertickets sind absolut attraktiv, Karlsruhe - Stuttgart - Ulm, prima.

Hört leider an Ländergrenzen auf: Beispielsweise Rhein-Neckar-Raum (Baden-Württemberg größtenteils) nach Frankfurt (Hessen) über die Ländergrenze, ähnliche Strecke wie Stuttgart - Karlsruhe, der normale Fahrpreis oder SWT-Preis schreckt Gelegenheitsfahrer oder Familien eher ab.

Warum gibt es hier keine "Ballungsraum"-Regionaltickets wie früher diese verschiedenen Netzkarten der Deutschen Bundesbahn im Fernverkehr? Preislich wie ein Länderticket, aber in länderübergreifenden Ballungsräumen gültig?
Z. B. ein Gebiet Mannheim - Heidelberg - Frankfurt - Mainz, oder Gebiet Kassel - Göttingen - Hannover?

Ausweitung und Verbesserung des ÖPNV in Deutschland

SST, Köln-Südstadt, Freitag, 25.02.2011, 03:43 (vor 5566 Tagen) @ Redesign

Warum gibt es hier keine "Ballungsraum"-Regionaltickets wie früher diese verschiedenen Netzkarten der Deutschen Bundesbahn im Fernverkehr? Preislich wie ein Länderticket, aber in länderübergreifenden Ballungsräumen gültig?

Ja, die Netzkarten waren ein tolles Angebot, welches man den heutigen Bedürfnissen hätte anpassen können. Die galten natürlich auch im Nah- und S-Bahn-Verkehr, > klick z.B. hier < .

Gruß vom Rhein,
Stefan

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