BGH kippt Vertrag VRR - DB (PM) (Allgemeines Forum)

Sören Heise, Region Hannover, Dienstag, 08.02.2011, 12:05 (vor 5632 Tagen)
bearbeitet von Sören Heise, Dienstag, 08.02.2011, 12:05

Moin!

Wie der Bundesgerichtshof mitteilt, ist der Verkehrsvertrag zwischen dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und der DB durch den Vergabesenat gekippt worden.


Viele Grüße, Sören

____________

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Der Bundesgerichtshof hat in einem vergaberechtlichen Nachprüfungsverfahren nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) den Nachprüfungsantrag eines Wettbewerbers der DB Regio NRW GmbH (DB Regio) für begründet erklärt.

2004 hatten der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und DB Regio einen Verkehrsvertrag geschlossen. Dieser Vertrag verpflichtete DB Regio zu Verkehrsleistungen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) über anfänglich 44 Millionen Zugkilometer. Im Fahrplanjahr 2003/2004 entfielen davon ca. 26 Millionen Zugkilometer auf Regional-Express- bzw. Regionalbahn-Leistungen und ca. 18 Millionen Zugkilometer auf S-Bahn-Leistungen. Anders als die S-Bahn-Leistungen sollten die RE- und RB-Leistungen während der Vertragslaufzeit teilweise abgebaut und insoweit jeweils neu im Wettbewerb vergeben werden. Bis Anfang 2009 waren dementsprechend rund 7 Millionen Zugkilometer aus dem Vertrag herausgelöst worden. DB Regio hatte sich im Verkehrsvertrag zur Erneuerung ihres Fahrzeugparks, insbesondere zur Beschaffung von 84 neuen S-Bahn-Zügen verpflichtet, wovon die letzten bis Ende 2010 eingesetzt werden sollten.

Nach dem Verkehrsvertrag erhält DB Regio die Fahrscheinerlöse. DB Regio bezieht außerdem über den VRR einen Zuschuss pro gefahrenen Zugkilometer. Die dafür erforderlichen Geldmittel erhält der VRR vom Land Nordrhein-Westfalen auf der Grundlage des nordrhein-westfälischen Gesetzes über den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNVG NRW). Aufgrund des Regionalisierungsgesetzes erhält das Land Nordrhein-Westfalen in diesem Zusammenhang überwiegend für die Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs vorgesehene Bundeszuwendungen. Für den Fall, dass sich diese Mittel reduzieren, enthält der Verkehrsvertrag eine Revisionsklausel, nach der der VRR bei entsprechenden Mittelkürzungen eine Anpassung des SPNV-Angebots verlangen kann.

Nachdem die Mittel für Zuwendungen an die Länder auf der Grundlage des Regionalisierungsgesetzes 2006 gekürzt worden waren, entstand zwischen dem VRR und DB Regio Streit über die gegenseitigen Pflichten, die zur Kündigung des Vertrags durch den VRR und zu verwaltungsgerichtlichen Streitigkeiten, aber auch zu Vergleichsverhandlungen zwischen den Vertragspartnern führten. Am 24. November 2009 schlossen der VRR und DB Regio zur Beilegung ihrer Streitigkeiten einen Änderungsvertrag zum Verkehrsvertrag. Zu den Regelungen dieses Änderungsvertrags gehört, dass DB Regio weitere neue S-Bahn-Fahrzeuge beschafft und die S-Bahn-Linien S 1 bis S 11 über das Ende des ursprünglichen Verkehrsvertrags hinaus bis Dezember 2023 bedient.

Abellio Rail NRW GmbH (Abellio), ein Tochterunternehmen der niederländischen Staatsbahnen, das an der Übernahme des Betriebs vornehmlich der S-Bahn-Linie 5 ab Dezember 2018 interessiert ist, meint, die Übertragung des S-Bahn-Betriebs über den Zeitraum nach Dezember 2018 hinaus auf DB Regio sei unwirksam, da der Dienstleistungsauftrag hätte ausgeschrieben werden müssen. Sie hat deshalb bei der Vergabekammer bei der Bezirksregierung Münster ein Nachprüfungsverfahren eingeleitet. Die Vergabekammer Münster hat den Änderungsvertrag für unwirksam erklärt.

Der X. Zivilsenat (Vergabesenat) des Bundesgerichtshofs hat mit der heute verkündeten Entscheidung die Entscheidung der Vergabekammer bestätigt.

Im Vordergrund des Streits stand die Frage, ob die Unwirksamkeit des Änderungsvertrages in einem vergaberechtlichen Nachprüfungsverfahren nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) überprüft werden kann oder ob § 15 Abs. 2 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG)*) als spezielleres Gesetz die Einleitung eines solchen Nachprüfungsverfahrens im Streitfall ausschließt. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass § 15 Abs. 2 AEG nicht unter dem Gesichtspunkt der Spezialität Vorrang vor den vergaberechtlichen Bestimmungen des GWB genießt, sondern vom GWB als dem jüngeren Gesetz verdrängt wird. Er hat dabei an seine bisherige Rechtsprechung angeknüpft, wonach der Anwendungsbereich der vergaberechtlichen Bestimmungen im Gesetz nach Vertragsarten und -gegenständen prinzipiell umfassend bestimmt und der Ausnahmekatalog in § 100 Abs. 2 GWB - unter den der S-Bahn-Betrieb nicht fällt - als abschließend anzusehen ist. Ein gesetzgeberischer Wille dahin, die Vergabe solcher Leistungen gleichwohl dem Anwendungsbereich des GWB zu entziehen, ist der Entstehungsgeschichte der gesetzlichen Regelung nicht zu entnehmen.

Der Bundesgerichtshof hat weiter entschieden, dass der Änderungsvertrag keine Dienstleistungskonzession betrifft, die ebenfalls dem vergaberechtlichen Nachprüfungsverfahren entzogen wäre, sondern einen Dienstleistungsauftrag. Er hat sich dabei an die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union angelehnt, wonach für Dienstleistungskonzessionen charakteristisch ist, dass der Konzessionär bei der Verwertung der ihm übertragenen Leistung den Risiken des Marktes ausgesetzt ist und das Betriebsrisiko ganz oder zumindest zu einem wesentlichen Teil übernimmt. Nach diesen Kriterien liegt eine Dienstleistungskonzession im Wesentlichen deshalb nicht vor, weil ein rentabler S-Bahn-Betrieb weitgehend durch die Zuzahlungen der öffentlichen Hand gesichert wird, die nach den Angaben von DB Regio rund 64 % der Gesamtkosten decken und die Einnahmen aus dem Fahrkartenerlös somit ganz deutlich übersteigen.

Den somit zulässigen Nachprüfungsantrag hat der Bundesgerichtshof als auch in der Sache begründet angesehen, weil Abellio den Vertragsschluss rechtzeitig vor der Vergabekammer beanstandet hatte und die Voraussetzungen des § 4 Abs. 3 Nr. 2 der Vergabeverordnung (VgV)**) nicht vorliegen. Nach dieser Vorschrift dürfen Personennahverkehrsleistungen ausnahmsweise freihändig vergeben werden, wenn ein wesentlicher Teil der durch den Vertrag bestellten Leistungen während der Vertragslaufzeit ausläuft und anschließend im Wettbewerb vergeben wird. Die Laufzeit des Vertrages soll zwölf Jahre nicht überschreiten. Da die Möglichkeiten dieser Vorschrift schon mit Abschluss des ursprünglichen Verkehrsvertrags zwischen dem VRR und DB Regio ausgeschöpft worden waren, durften sie jedoch grundsätzlich nicht erneut genutzt werden. Inwieweit der Umstand, dass der VRR und DB Regio ihre Streitigkeiten im Vergleichswege regeln wollten, es dennoch erlaubt hätte, in einem Änderungsvertrag die ursprüngliche Vertragsdauer in gewissem Umfang zu modifizieren, hat der Bundesgerichtshof offengelassen. Dies wäre nämlich allenfalls dann zulässig gewesen, wenn gleichzeitig auch künftiger Wettbewerb durch eine Ausweitung der während der Vertragslaufzeit aus dem Vertrag herausfallenden Verkehrsleistungen gefördert worden wäre.

Beschluss vom 8. Februar 2011 - X ZB 4/10

OLG Düsseldorf - Beschluss vom 21.07.2010 – VII-Verg 19/10

Karlsruhe, den 8. Februar 2011

*) § 15 AEG (Gemeinwirtschaftliche Leistungen)

(1) Für die Auferlegung oder Vereinbarung gemeinwirtschaftlicher Leistungen ist die Verordnung (EWG) Nr. 1191/69 des Rates maßgebend. Zuständig im Sinne dieser Verordnung sind für Eisenbahnen des Bundes, soweit es sich nicht um deren Schienenpersonennahverkehr handelt, Behörden des Bundes, im übrigen nach Maßgabe des Landesrechts Behörden der Länder oder die Kreise, Gemeinden oder Gemeindeverbände.

(2) Die zuständigen Behörden, die beabsichtigen, die Erbringung gemeinwirtschaftlicher Leistungen durch Eisenbahnverkehrsunternehmen auf der Grundlage des Artikels 1 Abs. 4 und des Artikels 14 der in Absatz 1 genannten Verordnung zu vereinbaren, können diese Leistungen ausschreiben.

**) § 4 VgV (Vergabe von Liefer- und Dienstleistungsaufträgen)

(1) Auftraggeber nach § 98 Nr. 1 bis 3 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen haben bei der Vergabe von Liefer- und Dienstleistungsaufträgen … die Bestimmungen des 2. Abschnittes des Teiles A der Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen (VOL/A) … anzuwenden, wenn in den §§ 5 und 6 nichts anderes bestimmt ist.

(2) ...

(3) Bei Aufträgen, deren Gegenstand Personennahverkehrsleistungen der Kategorie Eisenbahnen sind, gilt Absatz 1 mit folgenden Maßgaben:

1.Bei Verträgen über einzelne Linien mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren ist einmalig auch eine freihändige Vergabe ohne sonstige Voraussetzungen zulässig.

2.Bei längerfristigen Verträgen ist eine freihändige Vergabe ohne sonstige Voraussetzungen im Rahmen des § 15 Abs. 2 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes zulässig, wenn ein wesentlicher Teil der durch den Vertrag bestellten Leistungen während der Vertragslaufzeit ausläuft und anschließend im Wettbewerb vergeben wird. Die Laufzeit des Vertrages soll zwölf Jahre nicht überschreiten. Der Umfang und die vorgesehenen Modalitäten des Auslaufens des Vertrages sind nach Abschluss des Vertrages in geeigneter Weise öffentlich bekannt zu machen.

[Fußnoten durch mich verkleinert.]

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

BGH kippt Vertrag VRR - DB (PM)

Benjamin.Keller, Dienstag, 08.02.2011, 13:21 (vor 5631 Tagen) @ Sören Heise

Kommen jetzt ab morgen wieder 143 + x-Wagen zum Einsatz? [/DSO-Style]

BGH kippt Vertrag VRR - DB (PM)

cyberle, Düsseldorf, Dienstag, 08.02.2011, 17:48 (vor 5631 Tagen) @ Benjamin.Keller

klar die werden in Nürnberg wieder abgezogen. Für heute Nacht ist eine Überführung aller X-Wagen in der Länge eines Güterzuges geplant. Nürnberg wird dementsprechend den Betrieb einstellen :-O)

BGH kippt Vertrag VRR - DB (PM)

Kai_ME, Null-zwo-elf, Dienstag, 08.02.2011, 18:11 (vor 5631 Tagen) @ Benjamin.Keller

Kommen jetzt ab morgen wieder 143 + x-Wagen zum Einsatz? [/DSO-Style]

Wieso?! Hier auf der S-Bahn Linie 6 bleibt alles beim "alten"... Bleiben die gammeligen x-Wagen halt noch ein paar Jahre länger! Die geplanten Sanierungen der S-Bahnhöfe können wohl jetzt auch abgeschrieben werden... Glaube nicht, dass die DB noch einen Euro hier in einen Bahnhof/neue Triebzüge reinsteckt und am Ende wird an jemand anders vergeben!

Und alles nur, weil da jemand seinen Mund nicht halten konnte...

meint verärgert
Kai

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I am older now, but still running against the wind...

BGH kippt Vertrag VRR - DB (PM)

Lumi25, Dienstag, 08.02.2011, 22:07 (vor 5631 Tagen) @ Kai_ME

Wieso?! Hier auf der S-Bahn Linie 6 bleibt alles beim "alten"... Bleiben die gammeligen x-Wagen halt noch ein paar Jahre länger! Die geplanten Sanierungen der S-Bahnhöfe können wohl jetzt auch abgeschrieben werden... Glaube nicht, dass die DB noch einen Euro hier in einen Bahnhof/neue Triebzüge reinsteckt und am Ende wird an jemand anders vergeben!

Und alles nur, weil da jemand seinen Mund nicht halten konnte...

meint verärgert
Kai

Ich bin jetzt seit fast 3 Jahren Wochenendpendler zwischen Brühl/Köln und Duisburg und habe dieses miese RE-Angebot einfach satt. Dieser hochgelobte sechste Dosto wird die Situation auch nicht verbessern, denn es steigen immer mehr Leute auf die Bahn um.

Es muss einfach ein dritter RE im Takt her der nicht an jeder RE-Milchkanne hält. Mit dem neuen Fahrplanwechsel jetzt gibt es diesen dritten RE einmal am Tag. Er heißt RB 30515 und RB 30528. Die Züge fahren mit 110 oder 111 + 6 Silberlinge und fahren in Köln-Mülheim, Düsseldorf-Benrath und Düsseldorf Flughafen durch.

Die RB 30528 nehme ich inzwischen regelmäßig die RB 30515 hin und wieder auch. RE 1 und RE 5 meide ich wo es nur geht dann lieber 3€ mehr zahlen und im IC sitzen.

Ich bin froh wenn das ganze im Sommer hoffentlich ein Ende hat.


Viel schlechter als jetzt kann es nicht mehr werden im RE-Verkehr. Was die S-Bahn betrifft so hat die DB AG dort mit dem ET 422 Fortschritte gemacht kein Zweifel aber für mich ist das eher uninteressant.

RE1-Verkehr

SST, Köln-Südstadt, Dienstag, 08.02.2011, 22:30 (vor 5631 Tagen) @ Lumi25

Ich bin jetzt seit fast 3 Jahren Wochenendpendler zwischen Brühl/Köln und Duisburg und habe dieses miese RE-Angebot einfach satt.

Das sehe ich ähnlich. Wir haben hier ja auch gerade in einem anderen Thread eine sehr eifrige Diskussion ob n-Wagen-Züge als Enlastungszüge in NRW sinnvoll sind ;).

Es muss einfach ein dritter RE im Takt her der nicht an jeder RE-Milchkanne hält. Mit dem neuen Fahrplanwechsel jetzt gibt es diesen dritten RE einmal am Tag. Er heißt RB 30515 und RB 30528. Die Züge fahren mit 110 oder 111 + 6 Silberlinge und fahren in Köln-Mülheim, Düsseldorf-Benrath und Düsseldorf Flughafen durch.

Die RB 30528 nehme ich inzwischen regelmäßig die RB 30515 hin und wieder auch.

Danke für den Tipp. Die schnelle RB 30528 muß ich unbedingt demnächst mal ausprobieren! :)

RE 1 und RE 5 meide ich wo es nur geht dann lieber 3€ mehr zahlen und im IC sitzen.

Sowieso. Immer.

Viel schlechter als jetzt kann es nicht mehr werden im RE-Verkehr.

Beruhigt mich ja, dass es noch mehr Nutzer gibt, die meinen, dass der RE-Verkehr in NRW noch verbessert werden kann (und sei es mit n-Wagen Verstärkerzügen).

Viele Grüße,
Stefan

Ein guter Tag für das System Bahn

ringbahn, Dienstag, 08.02.2011, 23:01 (vor 5631 Tagen) @ Benjamin.Keller

Tagebau des Monopolflözes ist eröffnet!

Meine Definition:
"Ein Monopolflöz ist eine sedimentär entstandene, ausgedehnte Lagerstätte einer Monopolrente (z. B. S-Bahn Berlin, DB Regio Sonstwo), die parallel zum Interesse der SPNV Nutzer verläuft. Die Mächtigkeit ist unterschiedlich."

Heute ist ein guter Tag für die Zukunft des Systems Bahn in Deutschland. Seit heute liegt die zukünftige Gestaltung des SPNV ausschließlich bei den Bestellern (AT) als Vertreter ihrer Kunden (Nutzer SPNV). Alle Wünsche dieser, muss der AT lediglich koordinieren und das beste Angebot am Markt zukünftig auswählen.

Es braucht noch weitere solch gute Tage in der Zukunft, aber ab heute rücken die Tagebaubagger erst einmal aus.

Beste Grüße und Glück Auf!

Ein guter Tag für das System Bahn

gigalinux, Salzgitter, Mittwoch, 09.02.2011, 11:46 (vor 5631 Tagen) @ ringbahn

Seit heute liegt die zukünftige Gestaltung des SPNV ausschließlich bei den Bestellern (AT) als Vertreter ihrer Kunden (Nutzer SPNV). Alle Wünsche dieser, muss der AT lediglich koordinieren und das beste Angebot am Markt zukünftig auswählen.

Das nützt dir gar nichts, wenn dein Besteller, in meinem Fall der Zwecklosverband Großraum Braunschweig (ZGB), ein Haufen inkompetenter Haufen Affen ist, die vom ÖPNV bzw. SPNV keine Ahnung haben.

Wie heißt es so schön beim ZGB: Wir können alles, außer Takt...

--
Cash in de Täsch is the name of the game!

Ein guter Tag für das System Bahn

Uniqum, Frankfurt am Main, Mittwoch, 09.02.2011, 12:19 (vor 5631 Tagen) @ ringbahn

Ich sehe das sehr zwiespältig.

Ausschreibungen können sinnvoll sein. Man sollte sich aber vor Augen halten, das Direktvergaben auch ihren Sinn haben können und diese im europäischen Ausland Gang und Gebe sind (und es wohl auch bleiben werden).

Im Ruhrgebiet wird sich nun eine Investitionsflaute seitens der DB über die nächsten Jahre einstellen, allerdings ist dies eine Situation die auch bei Ausschreibungen sich gerne in der zweiten oder dritten Hälfte einer (z.B. nicht verlängerten) Konzession einstellt.

Interessant ist aber die (wohl berechtigte) Sorge eines anderen Users, die Investitionen in Bahnhofsmodernisierungen würden gekürzt. DB Netz als eigentlich gesondert aufgestelltes Staatsunternehmen sollte eigentlich nach dem Versorgungsprinzip arbeiten, sollte man meinen.

Hier in Niedersachsen sind perfekt auf den Wunschbewerber zugeschnittene Ausschreibungen Gang und Gebe. Man mag da geteilter Meinung drüber sein, aber wenn ein Unternehmen in der Bevölkerung gut verankert ist, (sehr) gute Leistungen erbringt, wie zum Beispiel die BOB im südlichen Münchener Umland oder (angeblich) auch Metronom, dann ist es eigentlich schade, wenn diese die Konzession verlören.

Es ist aber auch hier nicht alles Gold was glänzt.

Allerdings ist es interessant zu beobachten wie ziel- und planlos der Karren "Eisenbahn Deutschland" derzeit teilweise unterwegs ist. Am interessantesten aber, das ein (noch) Staatsunternehmen im Ausland hochgelobte Leistungen erbringt, sich aber im Nahverkehr alles verbessern soll, wenn der Besteller (= die Länder = der Staat) mehr Einflussnahme hat.

Chris,

dessen Fahrplan seiner "Stammstrecke" seit der Liberalisierung um 38% gekürzt wurde.

Ein guter Tag für das System Bahn?

Kai_ME, Null-zwo-elf, Mittwoch, 09.02.2011, 12:46 (vor 5631 Tagen) @ Uniqum

Ich sehe das sehr zwiespältig.

Ausschreibungen können sinnvoll sein. Man sollte sich aber vor Augen halten, das Direktvergaben auch ihren Sinn haben können und diese im europäischen Ausland Gang und Gebe sind (und es wohl auch bleiben werden).

Im Ruhrgebiet wird sich nun eine Investitionsflaute seitens der DB über die nächsten Jahre einstellen, allerdings ist dies eine Situation die auch bei Ausschreibungen sich gerne in der zweiten oder dritten Hälfte einer (z.B. nicht verlängerten) Konzession einstellt.

Genau hier hakt es aber! Ab 2019 MUSS jetzt neu ausgeschrieben werden und was passiert bis dahin? Ich rede hier nicht von irgendwelchen RE- Leistungen, die ja im grossen und ganzen NRW-Sache sind! Aber hier geht es ja um den VRR im besonderen! Und "S-Bahn Rhein/Ruhr" ist nun mal das "Kind" des VRR...

Es war alles unter Dach und Fach, auf fast allen Linien hat man nach und nach die gammeligen x-Wagenzüge aus dem Verkehr gezogen, ein Programm zur Erneuerung/Sanierung der S-Bahnhöfe ist auch schon angelaufen...
Abellio hätte sogar mitgespielt, hätten die S5/S8 bedient (in der Ecke Hagen/Dortmund betreiben die ja auch eine RB-Linie). Aber wie gesagt, da hat jemand "gequatscht"...

Interessant ist aber die (wohl berechtigte) Sorge eines anderen Users, die Investitionen in Bahnhofsmodernisierungen würden gekürzt. DB Netz als eigentlich gesondert aufgestelltes Staatsunternehmen sollte eigentlich nach dem Versorgungsprinzip arbeiten, sollte man meinen.

Das darf man aber nur in der Theorie "hoffen"! Ich befürchte wenn DB Regio den Daumen senkt, wird bei DB Netz brav abgenickt...
Mein "Hausbahnhof" Ratingen-Ost wird also die nächsten Jahre auch weiter vor sich hin gammeln, von den anderen "Schmuckstücken" hier (Hösel, KettwigStausee, Rath usw...) möchte ich gar nicht erst reden!

Gruss,
Kai

--
I am older now, but still running against the wind...

RE1-Verkehr

JanGT, Mittwoch, 09.02.2011, 12:47 (vor 5631 Tagen) @ SST
bearbeitet von JanGT, Mittwoch, 09.02.2011, 12:47

RE 1 und RE 5 meide ich wo es nur geht dann lieber 3€ mehr zahlen und im IC sitzen.


Sowieso. Immer.

Viel schlechter als jetzt kann es nicht mehr werden im RE-Verkehr.


Beruhigt mich ja, dass es noch mehr Nutzer gibt, die meinen, dass der RE-Verkehr in NRW noch verbessert werden kann (und sei es mit n-Wagen Verstärkerzügen).

Man darf aber nicht die Verbesserungen verschweigen die der 12.12.10 für den NRW-Nahverkehr gebracht hat.
Das auf dem Abschnitt Düsseldorf-Essen und Duisburg-Dortmund jetzt bis 23.00 gnadenlos alle 20 Min ein RE fährt ist schon eine sehr gute Sache, vor allem das der RE 6 abends aus Düsseldorf bis OWL durchfährt finde ich sehr gut :-)

Ich gebe euch aber auch recht, dass Düsseldorf-Köln sicher verbesserungswürdig bleibt

Und über einen zu vollen RE 1 kann ich mich nun wahrlich nicht beschweren, zwischen Paderborn und Dortmund ist der immer wunderbar leer und bald kommt noch der 6 Wagen... ;-)


Viele Grüße,
Stefan

Ein guter Tag für Rath?

fjk, Mittwoch, 09.02.2011, 13:38 (vor 5630 Tagen) @ Kai_ME

Ach ja,

Das darf man aber nur in der Theorie "hoffen"! Ich befürchte wenn DB Regio den Daumen senkt, wird bei DB Netz brav abgenickt...
Mein "Hausbahnhof" Ratingen-Ost wird also die nächsten Jahre auch weiter vor sich hin gammeln, von den anderen "Schmuckstücken" hier (Hösel, KettwigStausee, Rath usw...) möchte ich gar nicht erst reden!


die S6:-)

Erstmal gilt: nicht meckern, in Kettwig oder so wurde doch mit erheblichem betrieblichen Aufwand Anfang des Jahres ein "kleinerer" Frostschaden (abgebröselte Bahnsteigkante) behoben.

Und insbesondere Rath (wo ich gestern zu einer freundlich helfenden Kinderwagenmitträgerin noch ginsend sagte "Wird ja bald alles umgebaut hier") wird sich noch freuen. Die hochtrabenden Umbaupläne, die am Wochenende(?) in der Lokalpresse als "vorgezogen auf 2011 statt 2014/5" standen und Konzentration auf den verbreiterten (wo denn das?) Inselbahnsteig, auf den man dann (wohl nur?) über eine 95m-Rampe kommt, bedeute(t hätte)n, scheinen ja nicht nur mich nicht 100% zu überzeugen, denn im entsprechenden Artikel rudert sogar der Bahnheini beschwichtigend zurück, dass man den Hausbahnsteig ja "für alle Fälle" stehen lassen wolle.

Die gleich mal sechswöchige Sperrung mit Busersatzverkehr (wahrscheinlich nach Ratingen Ost - dafür braucht's auch keinen Bahnhof / wahrscheinlich sind die verhassten Luxusbusse vom 712-Ersatzverkehr jetzt arbeitslos;-)) mit der die Umbauten realisierbar (gewesen) wären, steht bei den Kollegen auch bestimmt ganz hoch im Kurs...

Natürlich ist die jetzige Situation in Rath und überall umzu auch nicht hinnehmbar. Gerade darum war wahrscheinlich das jetzt gekippte Gekungel aus Fahrgastsicht eigentlich doch die richtige Lösung. Inwiefern jedes Detail (eben Rath Hbf) dabei wirklich besser wird, ist und bleibt dann ja Geschmacksfrage - und ist örtlich wahrscheinlich auch schon zur Genüge diskutiert worden.

regt sich lieber spottend hinterher auf
fjk

BGH kippt Vertrag VRR - DB (PM)

Benjamin.Keller, Mittwoch, 09.02.2011, 14:13 (vor 5630 Tagen) @ cyberle

klar die werden in Nürnberg wieder abgezogen. Für heute Nacht ist eine Überführung aller X-Wagen in der Länge eines Güterzuges geplant. Nürnberg wird dementsprechend den Betrieb einstellen :-O)

Davon war ich jetzt ausgegangen^^

RE1-Verkehr

cyberle, Düsseldorf, Mittwoch, 09.02.2011, 15:03 (vor 5630 Tagen) @ JanGT

RE 1 und RE 5 meide ich wo es nur geht dann lieber 3€ mehr zahlen und im IC sitzen.


Sowieso. Immer.

Viel schlechter als jetzt kann es nicht mehr werden im RE-Verkehr.


Beruhigt mich ja, dass es noch mehr Nutzer gibt, die meinen, dass der RE-Verkehr in NRW noch verbessert werden kann (und sei es mit n-Wagen Verstärkerzügen).


Man darf aber nicht die Verbesserungen verschweigen die der 12.12.10 für den NRW-Nahverkehr gebracht hat.
Das auf dem Abschnitt Düsseldorf-Essen und Duisburg-Dortmund jetzt bis 23.00 gnadenlos alle 20 Min ein RE fährt ist schon eine sehr gute Sache, vor allem das der RE 6 abends aus Düsseldorf bis OWL durchfährt finde ich sehr gut :-)

Ich gebe euch aber auch recht, dass Düsseldorf-Köln sicher verbesserungswürdig bleibt

Und über einen zu vollen RE 1 kann ich mich nun wahrlich nicht beschweren, zwischen Paderborn und Dortmund ist der immer wunderbar leer und bald kommt noch der 6 Wagen... ;-)


Viele Grüße,


Übrigens soll eine Verdichtung des Taktes zwischen Köln und Düsseldorf nicht am VRR scheitern. Seit wie vielen Jahren will der VRR schon den RE nachts durchbinden was der VRS bißher und auch weiterhin abwehrt. Warum wohl gibt es morgens eine S6 von Langenfeld nach Essen. Weil der VRS sagt nöööö das brauchen wir nicht wer will schon um die Zeit von Köln nach Düsseldorf.

Also wird sich oder würde sich auch da nichtsy ändern wenn das Urteil anders ausgefallen wäre

Stefan

Es scheitert an den Trassen -> Infrastruktur!

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Mittwoch, 09.02.2011, 18:38 (vor 5630 Tagen) @ SST

Hallo,

Viel schlechter als jetzt kann es nicht mehr werden im RE-Verkehr.


Beruhigt mich ja, dass es noch mehr Nutzer gibt, die meinen, dass der RE-Verkehr in NRW noch verbessert werden kann (und sei es mit n-Wagen Verstärkerzügen).


man kann viele Dinge fordern. Allerdings dürften zusätzliche Züge an fehlenden Trassen scheitern. Dringend notwendig ist eine massive Investition in die Infrastruktur im Ruhrgebiet.

--
Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
***
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Es scheitert eher selten an den Trassen

SST, Köln-Südstadt, Mittwoch, 09.02.2011, 18:51 (vor 5630 Tagen) @ Holger_HAM

Hallo,

Viel schlechter als jetzt kann es nicht mehr werden im RE-Verkehr.


Beruhigt mich ja, dass es noch mehr Nutzer gibt, die meinen, dass der RE-Verkehr in NRW noch verbessert werden kann (und sei es mit n-Wagen Verstärkerzügen).

man kann viele Dinge fordern. Allerdings dürften zusätzliche Züge an fehlenden Trassen scheitern. Dringend notwendig ist eine massive Investition in die Infrastruktur im Ruhrgebiet.

Weder der hier und an anderen Stellen angesprochene Mißstand durch viel zu kurze Züge (insbesondere durch Ausfälle der Talent-Triebwagen) auf der Eifelbahn noch die Verlängerung der RE1-Züge insbesondere zwischen Köln-Düsseldorf-Dortmund ist ein Problem von fehlenden Trassen. Es müssen ja nicht mehr Züge hintereinander herfahren...längere Züge würden ja schon viel entspannen.

Was für ein Glück, dass DB Regio NRW, VRS und VRR das auch so sehen und Maßnahmen einleiten bzw. einleiten werden, die den Komfort auf den Strecken wieder verbessern werden (sechster RE-Wagen, Entlastung von n-Wagen-Zügen auf der Voreifelbahn, daher wieder mehr Triebwagen für die Eifelbahn vorhanden etc.).

Sicher: mehr Investitionen in die Infrastruktur sind auch sehr wichtig und erforderlich. Nur der Fahrgast wird sich kaum fünf oder mehr Jahre mit dem zur Zeit auf einigen Strecken angebotenen Platz zufriedengeben.

Schönen Gruß,
Stefan

Auch Bahnsteige sind Infrastruktur

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Mittwoch, 09.02.2011, 19:05 (vor 5630 Tagen) @ SST

Hallo,

man kann viele Dinge fordern. Allerdings dürften zusätzliche Züge an fehlenden Trassen scheitern. Dringend notwendig ist eine massive Investition in die Infrastruktur im Ruhrgebiet.


Weder der hier und an anderen Stellen angesprochene Mißstand durch viel zu kurze Züge (insbesondere durch Ausfälle der Talent-Triebwagen) auf der Eifelbahn noch die Verlängerung der RE1-Züge insbesondere zwischen Köln-Düsseldorf-Dortmund ist ein Problem von fehlenden Trassen. Es müssen ja nicht mehr Züge hintereinander herfahren...längere Züge würden ja schon viel entspannen.

ja, vollkommen korrekt. Und da sind wir auch schon flugs wieder bei der Infrastruktur. Für längere Züge benötigt man an einigen Stationen längere Bahnsteige. Oft wurden diese ja an die bestellten Zuglängen angepasst und dann zum Teil eifrig gekürzt.

Was für ein Glück, dass DB Regio NRW, VRS und VRR das auch so sehen und Maßnahmen einleiten bzw. einleiten werden, die den Komfort auf den Strecken wieder verbessern werden (sechster RE-Wagen, Entlastung von n-Wagen-Zügen auf der Voreifelbahn, daher wieder mehr Triebwagen für die Eifelbahn vorhanden etc.).

Sicher: mehr Investitionen in die Infrastruktur sind auch sehr wichtig und erforderlich. Nur der Fahrgast wird sich kaum fünf oder mehr Jahre mit dem zur Zeit auf einigen Strecken angebotenen Platz zufriedengeben.

Ich sehe es auch, dass schnell etwas geschehen muss.

--
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Holger
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Auch Bahnsteige sind Infrastruktur

SST, Köln-Südstadt, Mittwoch, 09.02.2011, 19:14 (vor 5630 Tagen) @ Holger_HAM

Hallo,

man kann viele Dinge fordern. Allerdings dürften zusätzliche Züge an fehlenden Trassen scheitern. Dringend notwendig ist eine massive Investition in die Infrastruktur im Ruhrgebiet.


Weder der hier und an anderen Stellen angesprochene Mißstand durch viel zu kurze Züge (insbesondere durch Ausfälle der Talent-Triebwagen) auf der Eifelbahn noch die Verlängerung der RE1-Züge insbesondere zwischen Köln-Düsseldorf-Dortmund ist ein Problem von fehlenden Trassen. Es müssen ja nicht mehr Züge hintereinander herfahren...längere Züge würden ja schon viel entspannen.


ja, vollkommen korrekt. Und da sind wir auch schon flugs wieder bei der Infrastruktur. Für längere Züge benötigt man an einigen Stationen längere Bahnsteige. Oft wurden diese ja an die bestellten Zuglängen angepasst und dann zum Teil eifrig gekürzt.

Worüber reden wir?

Also ich rede

a) über die Eifelbahn. Auf dieser Strecke werden bzw. wurden vor der jetzt wieder entspannteren Lage oftmals nur 2 statt 3 Talente (bzw. 628er) eingesetzt, in Ausnahmefällen sogar nur 1 Talent. Die Bahnsteiglängen sind alle für "vernünftige" Züge, wie sie bis vor zwei Jahren eingesetzt wurden, vorhanden.

b) Köln - Dortmund. Ganz sicher sind wir uns wohl einig, dass in Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen etc. ausreichend lange Bahnsteige vorhanden sind.

Was für ein Glück, dass DB Regio NRW, VRS und VRR das auch so sehen und Maßnahmen einleiten bzw. einleiten werden, die den Komfort auf den Strecken wieder verbessern werden (sechster RE-Wagen, Entlastung von n-Wagen-Zügen auf der Voreifelbahn, daher wieder mehr Triebwagen für die Eifelbahn vorhanden etc.).

Sicher: mehr Investitionen in die Infrastruktur sind auch sehr wichtig und erforderlich. Nur der Fahrgast wird sich kaum fünf oder mehr Jahre mit dem zur Zeit auf einigen Strecken angebotenen Platz zufriedengeben.


Ich sehe es auch, dass schnell etwas geschehen muss.

Dann bin ich ja froh und

wünsche einen schönen Abend,
Stefan

Auch Bahnsteige sind Infrastruktur

RhBDirk, Mittwoch, 09.02.2011, 19:29 (vor 5630 Tagen) @ SST

Worüber reden wir?

Also ich rede
....
b) Köln - Dortmund. Ganz sicher sind wir uns wohl einig, dass in Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen etc. ausreichend lange Bahnsteige vorhanden sind.

Nur fahren die RE nun nicht nur die Hauptbahnhöfe an, sondern auch viele Kleinstadtbahnhöfe oder Vorstadthaltepunkte. Der RE1 fährt bekanntlich von Aachen bis nach Hamm/Paderborn.

Auch Bahnsteige sind Infrastruktur

SST, Köln-Südstadt, Mittwoch, 09.02.2011, 19:32 (vor 5630 Tagen) @ RhBDirk

Worüber reden wir?

Also ich rede
....
b) Köln - Dortmund. Ganz sicher sind wir uns wohl einig, dass in Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen etc. ausreichend lange Bahnsteige vorhanden sind.


Nur fahren die RE nun nicht nur die Hauptbahnhöfe an, sondern auch viele Kleinstadtbahnhöfe oder Vorstadthaltepunkte. Der RE1 fährt bekanntlich von Aachen bis nach Hamm/Paderborn.

Und wo sind nun konkret zu kurze Bahnsteige?

RE6: Heessen

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Mittwoch, 09.02.2011, 19:38 (vor 5630 Tagen) @ SST

Hallo,

Nur fahren die RE nun nicht nur die Hauptbahnhöfe an, sondern auch viele Kleinstadtbahnhöfe oder Vorstadthaltepunkte. Der RE1 fährt bekanntlich von Aachen bis nach Hamm/Paderborn.


Und wo sind nun konkret zu kurze Bahnsteige?

für den RE6 ist es zum Beispiel Heessen mit 167 Metern. Bis vor einiger Zeit hätte man noch über ein Durchfahren sprechen können. Dank einer sehr großen P+R Anlage, die durch die Stadt Hamm errichtet wurde (zur Entlastung des Bahnhofs Hamm), dürfte das aber nun nicht mehr gehen.

--
Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
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RE6: Heessen

SST, Köln-Südstadt, Mittwoch, 09.02.2011, 19:47 (vor 5630 Tagen) @ Holger_HAM

Worüber reden wir?

Also ich rede

a) über die Eifelbahn. Auf dieser Strecke werden bzw. wurden vor der jetzt wieder entspannteren Lage oftmals nur 2 statt 3 Talente (bzw. 628er) eingesetzt, in Ausnahmefällen sogar nur 1 Talent. Die Bahnsteiglängen sind alle für "vernünftige" Züge, wie sie bis vor zwei Jahren eingesetzt wurden, vorhanden.

b) Köln - Dortmund. Ganz sicher sind wir uns wohl einig, dass in Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen etc. ausreichend lange Bahnsteige vorhanden sind.

Hallo,

Nur fahren die RE nun nicht nur die Hauptbahnhöfe an, sondern auch viele Kleinstadtbahnhöfe oder Vorstadthaltepunkte. Der RE1 fährt bekanntlich von Aachen bis nach Hamm/Paderborn.


Und wo sind nun konkret zu kurze Bahnsteige?


für den RE6 ist es zum Beispiel Heessen mit 167 Metern. Bis vor einiger Zeit hätte man noch über ein Durchfahren sprechen können. Dank einer sehr großen P+R Anlage, die durch die Stadt Hamm errichtet wurde (zur Entlastung des Bahnhofs Hamm), dürfte das aber nun nicht mehr gehen.

Aber der RE 6 fährt meines Wissens gar nicht nach Köln?! (Und über obige zwei Problembereiche sprach ich und nicht über "Deutschland" oder "NRW"!)

Betrachtung eines Netzes

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Mittwoch, 09.02.2011, 20:09 (vor 5630 Tagen) @ SST

Hallo,

a) über die Eifelbahn. Auf dieser Strecke werden bzw. wurden vor der jetzt wieder entspannteren Lage oftmals nur 2 statt 3 Talente (bzw. 628er) eingesetzt, in Ausnahmefällen sogar nur 1 Talent. Die Bahnsteiglängen sind alle für "vernünftige" Züge, wie sie bis vor zwei Jahren eingesetzt wurden, vorhanden.

b) Köln - Dortmund. Ganz sicher sind wir uns wohl einig, dass in Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen etc. ausreichend lange Bahnsteige vorhanden sind.

Hallo,

Nur fahren die RE nun nicht nur die Hauptbahnhöfe an, sondern auch viele Kleinstadtbahnhöfe oder Vorstadthaltepunkte. Der RE1 fährt bekanntlich von Aachen bis nach Hamm/Paderborn.


Und wo sind nun konkret zu kurze Bahnsteige?


für den RE6 ist es zum Beispiel Heessen mit 167 Metern. Bis vor einiger Zeit hätte man noch über ein Durchfahren sprechen können. Dank einer sehr großen P+R Anlage, die durch die Stadt Hamm errichtet wurde (zur Entlastung des Bahnhofs Hamm), dürfte das aber nun nicht mehr gehen.


Aber der RE 6 fährt meines Wissens gar nicht nach Köln?! (Und über obige zwei Problembereiche sprach ich und nicht über "Deutschland" oder "NRW"!)

das ist richtig. Allerdings ist mir bei meiner Betrachtungsweise wichtig, dass wir in NRW ein Netz von RE-Linien haben und nicht nur Punkt-zu-Punkt-Verbindungen bedient werden. Attraktive Alternativen zum RE1 dürften mit Sicherheit auch zur Entlastung beitragen.

--
Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
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Der bahn.kommfort-Briefkasten. Auch vor Ihrer Haustür!
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Nein!

Kai_ME, Null-zwo-elf, Mittwoch, 09.02.2011, 20:16 (vor 5630 Tagen) @ fjk

Hallo fjk,


die S6:-)

Erstmal gilt: nicht meckern, in Kettwig oder so wurde doch mit erheblichem betrieblichen Aufwand Anfang des Jahres ein "kleinerer" Frostschaden (abgebröselte Bahnsteigkante) behoben.

Das war Hösel... Das ganze "Theater" dauerte über eine Woche! Und welcher betriebliche Aufwand? Das war eine Farce!

Und insbesondere Rath (wo ich gestern zu einer freundlich helfenden Kinderwagenmitträgerin noch ginsend sagte "Wird ja bald alles umgebaut hier") wird sich noch freuen. Die hochtrabenden Umbaupläne, die am Wochenende(?) in der Lokalpresse als "vorgezogen auf 2011 statt 2014/5" standen und Konzentration auf den verbreiterten (wo denn das?) Inselbahnsteig, auf den man dann (wohl nur?) über eine 95m-Rampe kommt, bedeute(t hätte)n, scheinen ja nicht nur mich nicht 100% zu überzeugen, denn im entsprechenden Artikel rudert sogar der Bahnheini beschwichtigend zurück, dass man den Hausbahnsteig ja "für alle Fälle" stehen lassen wolle.

Die werden sich noch umsehen! Jetzt wird erstmal "nachverhandelt"! Vergiss nicht, der VRR ist klamm, die Kommunen erst recht (Ratingen und Düsseldorf mal ausgeklammert)! Noch ist nichts in erneuert...

Die gleich mal sechswöchige Sperrung mit Busersatzverkehr (wahrscheinlich nach Ratingen Ost - dafür braucht's auch keinen Bahnhof / wahrscheinlich sind die verhassten Luxusbusse vom 712-Ersatzverkehr jetzt arbeitslos;-)) mit der die Umbauten realisierbar (gewesen) wären, steht bei den Kollegen auch bestimmt ganz hoch im Kurs...

Wofür sperren? Innerhalb von Rath kann man mit der 701 fahren!
Und die von dir erwähnten Busse sind wieder da, wo sie hingehören, nämlich bei der BOGESTRA...

Natürlich ist die jetzige Situation in Rath und überall umzu auch nicht hinnehmbar. Gerade darum war wahrscheinlich das jetzt gekippte Gekungel aus Fahrgastsicht eigentlich doch die richtige Lösung. Inwiefern jedes Detail (eben Rath Hbf) dabei wirklich besser wird, ist und bleibt dann ja Geschmacksfrage - und ist örtlich wahrscheinlich auch schon zur Genüge diskutiert worden.

Ja, eben! Es ist hier seit Ewigkeiten ein Gezerre über Art und Umfang der Sanierungen, welcher Bahnhof zuerst usw. usw. usw. Jeder Lokalpolitiker hat es sich hier auch nicht nehmen lassen, zusammen mit dem Landesverkehrsminister, bei der DB klinken zu putzen um eine "Beschleunigung" der Maßnahmen einzuleiten. Es sah wirklich gut aus. Aber jetzt?

Schaun mer mal...

GRuss,
Kai

--
I am older now, but still running against the wind...

Ein guter Tag für das System Bahn?

Lumi25, Mittwoch, 09.02.2011, 21:51 (vor 5630 Tagen) @ Kai_ME

Genau hier hakt es aber! Ab 2019 MUSS jetzt neu ausgeschrieben werden und was passiert bis dahin? Ich rede hier nicht von irgendwelchen RE- Leistungen, die ja im grossen und ganzen NRW-Sache sind! Aber hier geht es ja um den VRR im besonderen! Und "S-Bahn Rhein/Ruhr" ist nun mal das "Kind" des VRR...

Da wird jetzt sicherlich an einer Lösung gearbeitet also abwarten. Die ET 422 gehen garantiert nicht irgendwo anders hin um hier anderen Schrott fahren zu lassen. Wenn die DB Regio NRW sowas tun würde kostet das sehr viel Geld und des weiteren hätte man ein Imageproblem.

Es war alles unter Dach und Fach, auf fast allen Linien hat man nach und nach die gammeligen x-Wagenzüge aus dem Verkehr gezogen, ein Programm zur Erneuerung/Sanierung der S-Bahnhöfe ist auch schon angelaufen...

Gammelige X-Wagenzüge sehen anders aus. Die X-Wagen sind teilweise auch noch nicht so alt und auf der S6 kommen oft redsign-Wagen zum Einsatz und in denen kann man durchaus auch längere Strecken fahren.

Abellio hätte sogar mitgespielt, hätten die S5/S8 bedient (in der Ecke Hagen/Dortmund betreiben die ja auch eine RB-Linie). Aber wie gesagt, da hat jemand "gequatscht"...

Die haben jetzt die RB 47 bekommen dafür.

Das darf man aber nur in der Theorie "hoffen"! Ich befürchte wenn DB Regio den Daumen senkt, wird bei DB Netz brav abgenickt...

In der Regel ist es so, dass DB Regio alles hinnimmt wenn DB Netz seinen Aufgaben nicht nachkommt. Eine Privatbahn lässt sich sowas auf Dauer nicht gefallen wie man an der NWB sieht die den Zustand der Strecken Rheinhausen - Xanten und Krefeld - Kleve enorm kritisiert hat. Bei DB Regio würde niemand gegen DB Netz in dieser deutlichkeit öffentlich was sagen und Intern heißt es stillhalten.

Mein "Hausbahnhof" Ratingen-Ost wird also die nächsten Jahre auch weiter vor sich hin gammeln, von den anderen "Schmuckstücken" hier (Hösel, KettwigStausee, Rath usw...) möchte ich gar nicht erst reden!

Dafür ist Station & kein Service zuständig. Wenn das Land NRW kein Geld bereitstellt machen die keinen Finger krum da man mit der Milchkanne kein Geld verdienen kann.

Schau dir nur Duisburg Hbf an. Ja die Bahnhofshalle ist mittlerweile recht ansehlich aber dort kann man auch die Ladenmieten schön erhöhen nach erfolgter Sanierung.

Beim Zugangstunnel bzw. auf den Bahnsteigen oder noch besser eine Hallendachsanierung wurde dagegen nichts gemacht, weil man damit halt kein Geld verdienen kann und Duisburg Hbf ist ein wichtiger Umsteigepunkt dazu noch die Betriebsleitzentrale in unmittelbarer Nähe zum Hbf.

BGH kippt Vertrag VRR - DB (PM)

ice-t-411, Donnerstag, 10.02.2011, 00:02 (vor 5630 Tagen) @ Sören Heise

Hi!

Nach diesen Kriterien liegt eine Dienstleistungskonzession im Wesentlichen deshalb nicht vor, weil ein rentabler S-Bahn-Betrieb weitgehend durch die Zuzahlungen der öffentlichen Hand gesichert wird, die nach den Angaben von DB Regio rund 64 % der Gesamtkosten decken und die Einnahmen aus dem Fahrkartenerlös somit ganz deutlich übersteigen.

Ist das Verhältnis eigentlich immer so schlecht? Ich dachte immer, dass es zumindest bei S-Bahnen (jetzt mal ohne Regio-"S-Bahn") und wichtigen RE-Zügen eher umgekehrt (also 65% Fahrkartenerlös) wäre.

Gruß
Johannes

VRR: Kurzfristige Lösung mit DB Regio gesucht

SST, Köln-Südstadt, Samstag, 19.02.2011, 15:53 (vor 5620 Tagen) @ Sören Heise

Gut eine Woche nachdem der Bundesgerichtshof den Verkehrsdurchführungsvertrag zwischen Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR und DB Regio NRW GmbH wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht gekippt hat, ist man auf Seiten des Aufgabenträgers weiterhin bestrebt, eine kurzfristige und konstruktive Lösung mit der Deutschen Bahn und dem Land zu finden....

....den kompletten Text gibt es > hier <

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