Wie kommt's dass die Bahncard 100 so günstig ist? (Allgemeines Forum)
TGV, Donnerstag, 06.01.2011, 17:23 (vor 5616 Tagen)
Hallo,
Ich habe auf meinen Recherchen wie ich am günstigsten durch Europa fahren kann mich mal bei meiner Nationalen Bahngesellschaft (sprich SCNF) umgesehen, und siehe da, ein "Abonnement Forfait" für Frankreich, was einer Mobility Bahncard 100 in Deutschland entspricht, kostet über 800€ im Monat!
Nachzuschauen gibt's das hier (Abonnement Forfait auswählen, dann "Validez", Monat auswählen und nochmal "Valider")
Den Preis finde ich schon ein bisschen hoch, zwar gibt's da den TGV, aber Deutschland hat doch auch ICE und Co... (RJ etc...)
Gibt es da irgendwelche Infos darüber?
Vor vielen Jahren ist mir auch mal zu Ohren gekommen dass in der Schweiz ein ähnliches Ticket noch günstiger ist (was ich da ja auch verstehen kann, CH ist ja viel kleiner als D oder F)
Naja, sei's wie's ist, ich werde mir mal wieder ein Interrail-ticket leisten, nur doof dass ich damit nicht nach Spanien komme (da ich ja in Frankreich lebe und dort kein Interrail machen darf...)
Viele Grüße aus Strasbourg,
Chris
Wie kommt's dass die Bahncard 100 so günstig ist?
Frank Augsburg, Ansbach, Donnerstag, 06.01.2011, 17:50 (vor 5616 Tagen) @ TGV
Servus Chris,
frage das mal bitte nicht allzu laut, sonst hebt Dr. Grube die Preise für die BC 100 gleich nachträglich noch an!
Was ist günstig und was nicht? Wieviel Eisenbahn für meine BC 100/ Generalabo kann ich mir jeweils in DE, FR und CH "gönnen". überlegungen hierzu sind garantiert schon angestellt worden - vielleicht mal in €/ Sitzplatz- km x Tag, bei der Betrachtung könnte die Schweiz tatsächlich am besten wegkommen.
Viele Grüsse aus Crissier
Frank
--
"Die Ferne ist ein schöner Ort,
doch wenn ich da bin, ist sie fort.
Die Ferne ist wo ich nicht bin,
ich geh und geh und komm nicht hin."
(Silly, mit der leider viel zu früh verstorbenen Tamara Danz)
Wie kommt's dass die Bahncard 100 so günstig ist?
Fabi, Stuttgart, Donnerstag, 06.01.2011, 18:42 (vor 5616 Tagen) @ Frank Augsburg
Herje, ein Spezialthema für mich. :-)
Ich behaupte man sollte diese Preise am durchschnittlichen Nutzen festlegen. So wie das bei anderen "Dauerkarten" auch gemacht wird.
D.h. beim Zugfahren in Westeuropa (hochgerechnet) ein-zwei Stunden pro Richtung pendeln am Tag, ein Wochenendausflug, im Sommer und Winter jeweils eine Urlaubsreise.
Mehr kann ein "normaler" arbeitender Mensch überhaupt nicht fahren, weder in Deutschland noch in der Schweiz. Gut, es gibt ICE-Strecken, das würde einen kleinen Aufpreis der BC 100 im Vergleich zum GA rechtfertigen.
Aber schauen wir die Realität an:
BC 100: 3800 Euro
GA: 3300 Franken (lt. Google 2625 Euro und das bei jetzigem Kurs, mit einem normalen von 1.5 wären es 2200 Euro)
Und jetzt muss man noch die Nutzerzahlen anschauen (genaue habe ich gerade nicht), aber die Schweiz hat ungefähr 10 % weniger Einwohner und mehr verkaufte Halbtax und GA als es in Deutschland BC 50 und BC 100 (BC 25 weiss ich nicht) gibt.
Das hat sicher auch noch andere Gründe, aber einen Mehrpreis von einem Drittel (1100 Euro bei 1.5-Kurs)rechtfertigt das sicher nicht, auch wenn man theoretisch jeden Tag von Berchtesgarden nach Westerland fahren könnte.
Fabi
So viele Schweizer?
Südfeld, Donnerstag, 06.01.2011, 21:14 (vor 5616 Tagen) @ Fabi
aber die Schweiz hat ungefähr 10 % weniger Einwohner
Es sind schon etwa 90 Prozent weniger Einwohner (und Fläche). So gesehen ist die MBC 100 schon sehr günstig (oder die schweizerische Variante teuer), wobei man in D natürlich auch nicht zwangsläufig zehnmal so weit fährt und das GA etwas mehr Leistungsumfang bietet. Trotzdem krass, wenn die Kundenzahl in der Schweiz tatsächlich so hoch wie in Deutschland für die BahnCard 100 sein sollte oder sogar noch höher.
Ich würde vermuten, dass es an "Deutschland-einig-Autoland" und dem (nicht ganz unbegründet) miserablen Image der DB liegt. Der Teil der Bevölkerung, die außer in absoluten Notfällen niemals freiwillig in einen (v.a. Fern-)Zug einsteigen würden, dürfte nicht gering sein - und das sind womöglich gerade die Vielfahrer, also die naheliegenden Kandidaten für eine BahnCard100. Wäre mal eine Studie wert. Ob die DB jemals auf die Idee käme, eine solche in Auftrag zu geben?
Anzahl HTA und GA Schweiz
RhBDirk, Donnerstag, 06.01.2011, 21:22 (vor 5616 Tagen) @ Südfeld
Nun siehe an, was wikipedia zu Tage fördert.
In den jeweiligen Bilanzen der SBB sind diese Zahlen aber auch zu finden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Generalabonnement
http://de.wikipedia.org/wiki/Halbtaxabonnement
GA 2010 405'000
HTA (=Halbtax) 2'275'077
zusammen = 2'680'077
Einwohner Schweiz: 7'785'800
Wikipedia Rabattkartenvergleich - Zahlen
RhBDirk, Donnerstag, 06.01.2011, 21:28 (vor 5616 Tagen) @ RhBDirk
http://de.wikipedia.org/wiki/Kundenkarten_von_Bahngesellschaften
Zitat von dort:
Während in der Schweiz über 30 % der Bevölkerung eine solche Rabattkarte besitzen, liegt die Quote in Österreich bei ca. 18 % und in Deutschland bei ca. 4,5 %.
Wikipedia Rabattkartenvergleich - Zahlen
Südfeld, Donnerstag, 06.01.2011, 21:38 (vor 5616 Tagen) @ RhBDirk
Gut, das bezieht sich auf alle Rabattkarten, aber bei den 100%-Karten geht die Schere ja noch viel exorbitanter auseinander. Ich wollte die 400.000 GAs erst nicht glauben, aber voilà!
Offenbar gab/gibt es wegen des großen Erfolgs in der Schweiz sogar Überlegungen, das GA noch weiter zu verteuern.
Wikipedia Rabattkartenvergleich - Zahlen
Fabi, Stuttgart, Donnerstag, 06.01.2011, 21:54 (vor 5616 Tagen) @ Südfeld
bearbeitet von Fabi, Donnerstag, 06.01.2011, 21:54
In der Schweiz gibt es auch noch den Preisüberwacher (Beispiel: http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Preisueberwacher-bremst-SBB-aus/story/3069...
D.h. die SBB kann gar die Preise vollständig bestimmen. Auch, wenn bei der SBB mittlerweile durch den neuen Chef ein anderer Wind weht. ES gibt immer wieder Dinge (wie Schalterschliessungen, ...) die mir negativ auffallen, allerdings nicht in so einem grossen Ausmass wie in Deutschland. Eventuell findet man ja im Lebenslauf ( http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Meyer_(Manager) ) Hinweise, warum sich die Unternehmensphilosophie etwas geändert hat. :-)
Fabi
Korrelation Investitionen - Jahresabos
SST, Köln-Südstadt, Montag, 17.01.2011, 16:11 (vor 5605 Tagen) @ RhBDirk
http://de.wikipedia.org/wiki/Kundenkarten_von_Bahngesellschaften
Zitat von dort:
Während in der Schweiz über 30 % der Bevölkerung eine solche Rabattkarte besitzen, liegt die Quote in Österreich bei ca. 18 % und in Deutschland bei ca. 4,5 %.
Ich habe einen lesenswerten Satz gefunden:
Hierzulande würden nur 47 Euro pro Bundesbürger und Jahr ins Streckennetz gesteckt. In der Schweiz, dem Bahnland Nummer 1 in Europa, sind es 284 Euro.
Quelle: Ramsauer plant Umbau bei der Deutschen Bahn
Den "Zusammenhang" finde ich interessant: bei 47 Euro Investitionen erwerben 4,5% der Bevölkerung eine Jahreskarte, bei 284 Euro sind es 30%.
Auf den ersten Blick könnte man vermuten: ca. 10 Euro Investion pro Kopf und Jahr führt zu 1% Jahreskarteninhaber.
(Sicher sind die Zusammenhänge komplexer - bei 5fach höheren Investionen in den Deutschen Schienenverkehr/Öffentlichen Personenverkehr hätten wir hier aber wohl "fast das Paradies auf Schienen")
Schweizer Zahlen durch NEAT verzerrt
Alphorn (CH), Dienstag, 18.01.2011, 02:47 (vor 5604 Tagen) @ SST
Hierzulande würden nur 47 Euro pro Bundesbürger und Jahr ins Streckennetz gesteckt. In der Schweiz, dem Bahnland Nummer 1 in Europa, sind es 284 Euro.
Diese Zahl ist etwas irreführend: Ein grosser Teil dieses Geldes geht in das Projekt NEAT, will heissen Lötschberg-, Gotthard- und Ceneri-Basistunnel. Diese Projekte haben erst in zweiter Linie mit dem Personenverkehr zu tun, von dem wir hier vorwiegend reden; personenmässig sind das Nebenstrecken.
Nein, die NEAT wird gebaut, um den europäischen Lastwagenverkehr aus der Schweiz rauszuhalten. Das lässt man sich ganz schön was kosten: Ein vergleichbar grosses Projekt in Deutschland würde mit 133 Milliarden Euro zu Buche schlagen.
Schweizer Zahlen durch NEAT verzerrt
SST, Köln-Südstadt, Dienstag, 18.01.2011, 03:08 (vor 5604 Tagen) @ Alphorn (CH)
Das ist eine gute Relativierung.
Wie ich auch schrieb:
(Sicher sind die Zusammenhänge komplexer - bei 5fach höheren Investionen in den Deutschen Schienenverkehr/Öffentlichen Personenverkehr hätten wir hier aber wohl "fast das Paradies auf Schienen")
Vergleich: Anzahl Semestertickets in NRW
Benjamin.Keller, Donnerstag, 06.01.2011, 23:52 (vor 5616 Tagen) @ RhBDirk
GA 2010 405'000
Na ja, wenn ich die Studentenanzahl NRWs über den Daumen peile liege ich um einige Zehntausend über dieser Zahl. Und selbst wenn man davon ausgeht, dass nicht jede Hochschule in NRW ein Semesterticket ausgibt, liegt man etwa im Bereich des GA.
Und NRW ist lediglich geringfügig kleiner und hat mehr als 2,5-mal so viele Einwohner wie die Schweiz. Noch dazu kommen ja all die anderen Tickets, mit denen man ganz NRW bereisen kann, und schon mit einem Preisstufe D-Ticket des VRR erreicht man ja etwa genauso viele Menschen wie mit einem GA.
(Und klar ist der Fernverkehr ausgeschlossen, aber gibt es in der Schweiz Fernverkehrsverkehr in diesem Sinne, der von Norden nach Süden und von Osten nach Westen durchläuft, wie er das in NRW tut?)
Mein Fazit ist, dass das einfach Zahlen sind, die sich nicht zuletzt auf Grund der Größe einfach nicht vergleichen lassen.
Vergleich: Anzahl Semestertickets in NRW
Südfeld, Freitag, 07.01.2011, 00:15 (vor 5616 Tagen) @ Benjamin.Keller
Der Fall beim Semesterticket NRW liegt anders, weil es gleichzeit zwangsinklusiv (alle Studierende müssen es erwerben) und -exklusiv ist (kein Nicht-Studierender kann es erwerben). Für Vielbahnfahrer unter den Studierenden ein tolles System, weil unschlagbar günstig dank des erzwungenen Solidarprinzips - andere zahlen auch und nehmen keine Leistungen in Anspruch.
Das entsprechende Angebot für Nicht-Studierende (SchönesJahrNRW) kostet allerdings in der 2. Kl. 2.600€. Hinzu kommt der Komfortverlust im Nahverkehr, auch wenn sich allmählich und endlich einiges zum Besseren zu wenden scheint. Mir würde wirklich sehr interessieren, wieviele SchönesJahrNRW-Tickets z.B. im letzten Jahr verkauft wurden, gerade auch angesichts des nicht allzu hohen Preisabstands zur MBC 100.
So viele Schweizer?
Fabi, Stuttgart, Donnerstag, 06.01.2011, 21:46 (vor 5616 Tagen) @ Südfeld
Stimmt natürlich, Mathematik war noch nie meine Stärke. :-)
Ich sehe das Problem eher im Image (welches die DB AG für Ihre BC 100-Kunden möchte) und eben im Preis. Die BC 100 wird im Luxus geliefert, man hat Lounges, ... während das GA (wie auch das Halbtax) in einem normalen Briefumschlag daherkommt.
Man müsste mal die Zahl der privat bezahlten BC 100 kennen, so wie ich es einschätze, sind die Mehrzahl der Kunden Geschäftsreisende (nicht in die Firma, sondern quer durch Deutschland) und ein Grossteil davon bekommt sie von der Firma bezahlt.
Die Zahl der Personen, welche nur den Weg Wohnort - Firma damit fährt dürfte recht niedrig sein.
Und da kommt der Preis ins Spiel. Es ist viel einfacher 2200 Euro für ein Jahr für den Weg zur Arbeit oder Schule auszugeben als 3300 Euro. Dazu kommt noch, dass es beim GA für jede zweite Person der Familie eine Ermässigung gewährt wird.
Rechnung: Mutter, Vater, zwei Kinder
BC 100: 4 x 3300 Euro (voller Preis)
GA: 1 x 3300 CHF, 1 x 2300 CHF, 2 x 1500 CHF (http://mct.sbb.ch/mct/reisemarkt/abos-billette/abonnemente/ga/general-abo-preise.htm)
Also, in der Schweiz kann ein normaler Angestellter mehr oder weniger problemlos die komplette Familie mit GA versorgen, in Deutschland wäre das ein teurer Spass.
Fabi
So viele Schweizer?
Henrik, Donnerstag, 06.01.2011, 22:00 (vor 5616 Tagen) @ Fabi
Und da kommt der Preis ins Spiel. Es ist viel einfacher 2200 Euro für ein Jahr für den Weg zur Arbeit oder Schule auszugeben als 3300 Euro. Dazu kommt noch, dass es beim GA für jede zweite Person der Familie eine Ermässigung gewährt wird.
2.200 Euro für den Schulweg?
Jeden Morgen von Stuttgart nach Frankfurt zur Schule fahren?
Rechnung: Mutter, Vater, zwei Kinder
BC 100: 4 x 3300 Euro (voller Preis)
für beide Kinder nicht nötig, die fahren umsonst mit.
Und für den Partner reicht eher BC50 / BC25, die es ermäßigt dazu gibt.
GA: 1 x 3300 CHF, 1 x 2300 CHF, 2 x 1500 CHF (http://mct.sbb.ch/mct/reisemarkt/abos-billette/abonnemente/ga/general-abo-preise.htm)
Also, in der Schweiz kann ein normaler Angestellter mehr oder weniger problemlos die komplette Familie mit GA versorgen, in Deutschland wäre das ein teurer Spass.
wenig Geld wäre das in der Schweiz wohl auch nicht gerade
und in Deutschland käme man weiter..... :P
..... es müsste sich auch erstmal lohnen, rein von den Fahrten her.
So viele Schweizer?
Fabi, Stuttgart, Donnerstag, 06.01.2011, 22:25 (vor 5616 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von Fabi, Donnerstag, 06.01.2011, 22:26
2.200 Euro für den Schulweg?
Jeden Morgen von Stuttgart nach Frankfurt zur Schule fahren?
Mannheim - Frankfurt reicht auch, wenn ich mich nicht irre kosten(ten) die Monatskarten da mal nicht viel weniger als die Monatsraten für die BC 100 (aktuelle Preise habe ich keine). Oder ein besseres Beispiel Pendler von Karlsruhe nach Stuttgart.
Bei der SBB kann man das transparent nachvollziehen (http://mct.sbb.ch/mct/reisemarkt/abos-billette/abonnemente/vergleichsrechner.htm). Dort sehe ich z.B. das mein GA durch meine Pendlerstrecke komplett finanziert ist.
für beide Kinder nicht nötig, die fahren umsonst mit.
Aha, sehe ich da nicht:
http://www.bahn.de/p/view/bahncard/ueberblick/bahncard100.shtml sagt, dass man von sechs bis 17 Jahren eine kostenlose BC 25 bekommt. Wie man damit (gut, Kinder bis 14 fahren IN BEGLEITUNG gratis) z.B. in die nächste grössere Stadt zur Schule kommt, steht da nicht. Verwandtenbesuche, ... mal ganz weggelassen.
Und für den Partner reicht eher BC50 / BC25, die es ermäßigt dazu gibt.
Dachtest Du da jetzt an die Frau vom Manager? Die muss also, wenn Sie auch arbeiten möchte, entweder jeden Tag mit BC 50 fahren oder eine BC 100 zum Vollpreis kaufen.
Also, nochmal deutlich:
Die SBB ermöglicht, dass jeds Familienmitglied sich frei bewegen kann (sogar für Hunde gibt es ein GA, während man in Deutschland jedesmal den halben Preis bezahlt). Während sich die DB AG mit der überteuerten BC 100 meist an (männliche) Geschäftsreisende richtet, die in den seltesten Fällen Ihre Karte selbst bezahlen.
Also, ich wüsste mit welchem System ich als Familie besser aufgehoben wäre. :-)
Fabi
So viele Schweizer?
Chrispy, Donnerstag, 06.01.2011, 22:51 (vor 5616 Tagen) @ Fabi
Rechnung: Mutter, Vater, zwei Kinder
BC 100: 4 x 3300 Euro (voller Preis)
GA: 1 x 3300 CHF, 1 x 2300 CHF, 2 x 1500 CHF (http://mct.sbb.ch/mct/reisemarkt/abos-billette/abonnemente/ga/general-abo-preise.htm)
Sorry, doch da muss ich dich korrigieren. Die Rechnung ist noch kleiner:
GA: 1 x 3300 CHF (Erst GA), 1 x 1850 CHF (Partner), 1 x 830 CHF (Jugentlicher 16-25 Jahre), 1 x 630 (Kind 6 - 16 Jahre) und 1 x 0 CHF (Kleinkind unter 6 fährt gratis mit).
Habe selbst als Sohn eines GA-Besitzers Jahrelang von diesen Konditionen Profitiert. Für mich wäre sogar das Streckenabo für den Schulweg fast teurer zu stehen gekommen (damals war das GA-Familia-Kind nur 450 CHF und das Streckenabo 380 CHF für ein Jahr). Es ist schon teurer geworden, doch es war damals wirklich saubillig.
Gruss Christoph
So viele Schweizer?
Fabi, Stuttgart, Donnerstag, 06.01.2011, 23:01 (vor 5616 Tagen) @ Chrispy
Ui, stimmt. Ich habe die normalen Preise angeschaut. D.h. ein Kind von 6-16 Jahren könnte thereoretisch (z.B. wenn es Bahnfan ist) sich für 1500 CHF ein GA zulegen, egal ob seine Familie auch Bahn fährt oder nicht.
Über die genauen Finanzierungswege lasse ich mich jetzt mal nicht genau aus. Möglichkeiten gibt es viele und wenn es nur ein fauler Vater ist, der seinen Sohn nicht zum Fussballtraining von Langenthal nach Niederhasli fahren will. :-)
Fabi
MBC 100 privat finanziert !!!
Fernpendler, Freitag, 07.01.2011, 11:17 (vor 5615 Tagen) @ Fabi
bearbeitet von Fernpendler, Freitag, 07.01.2011, 11:18
Man müsste mal die Zahl der privat bezahlten BC 100 kennen, so wie ich es einschätze, sind die Mehrzahl der Kunden Geschäftsreisende (nicht in die Firma, sondern quer durch Deutschland) und ein Grossteil davon bekommt sie von der Firma bezahlt.
Die Zahl der Personen, welche nur den Weg Wohnort - Firma damit fährt dürfte recht niedrig sein.
Ich muss meine BC100 privat bezahlen, da meinem AG egal ist, wie ich von der Wohnung zur Arbeit komme. Es wird auf die (steuer)gesetzlichen Regelungen verwiesen. Außerdem, wird argumentiert, kann ich ja auch umziehen. Dies betrifft allerdings nur Farten von der Wohnung zum Firmensitz. Dienstfahrten werden bezahlt.
Ich kenne mindestens 5 weitere Leute, denen das genauso geht.
Meine Kinder (6+12) fahren kostenlos mit mir, meine Frau hat ne BC25 und fährt darüber mit. Das reicht völlig aus und wird auch zur Genüge genutzt ;o)
Steuerlich setze ich die tatsächlich gefahrenenen km an. Das entspricht bei mir dem absetzbaren Höchstbetrag, den das FA akzeptiert. Höhere Beträge müssten detailliert nachgewiesen werden.
MBC 100 privat finanziert !!!
Fabi, Stuttgart, Freitag, 07.01.2011, 12:01 (vor 5615 Tagen) @ Fernpendler
Klar, gibt es sicher. Ich ja auch und hier hat es auch noch weitere davon, wobei ein Bahnforum da ja nicht unbedingt der Masstab ist. Aber, ich würde meinen, wenn man in einer DB-Lounge eine Umfrage machen würde, wer privat aus freien Stücken eine BC 100 zu so einem Preis hat, kommt man auf interessante Ergebnisse.
Also, ich denke, der Preis und die Aufmachung sollte klar zeigen, dass die BC 100 keine Jahreskarte für das Volk (wie das GA ist).
Fabi
MBC 100 privat finanziert !!!
db1435, Freitag, 07.01.2011, 21:19 (vor 5615 Tagen) @ Fernpendler
Ich finanziere die MBC100f auch rein privat, und nutze sie auch ausschließlich für private Zwecke. Für 590 Euro im Monat bekomme ich grenzenlose Mobilität und kann jederzeit Freunde und Bekannte, Museen und Ausstellungen besuchen. Niemals käme ich auf die Idee, Strecken von mehr als 10 oder 20 km mit dem Auto zu fahren. Viel zu anstrengend! Die "schwarze Mamba" ist auch ein Stück Lebensart!
Florian
Berge und Freizeitwert der Schweiz
SST, Köln-Südstadt, Donnerstag, 06.01.2011, 22:00 (vor 5616 Tagen) @ Südfeld
Ich würde vermuten, dass es an "Deutschland-einig-Autoland" und dem (nicht ganz unbegründet) miserablen Image der DB liegt. Der Teil der Bevölkerung, die außer in absoluten Notfällen niemals freiwillig in einen (v.a. Fern-)Zug einsteigen würden, dürfte nicht gering sein - und das sind womöglich gerade die Vielfahrer, also die naheliegenden Kandidaten für eine BahnCard100. Wäre mal eine Studie wert. Ob die DB jemals auf die Idee käme, eine solche in Auftrag zu geben?
Ich habe Ende der 90er verschiedene vergleichende Studien in Zusammenarbeit mit der DB, den SBB und diversen KTUs durchgeführt ;-). Die sind aber nicht öffentlich.
Beim Schweizer GA sollte man natürlich auch die Topographie des Landes bedenken: reise mal im Winter von St. Moritz nach Zürich mit dem Auto oder von Brig nach Bern. Da steigen viele Automobilisten gerne in den Zug ;-).
Zusätzlich kommt auch der hohe Freizeitwert des GA hinzu. Es gilt ja auch auf vielen der wunderschönen Seen mit den herrlichen Raddampfern (Vierwaldstättersee, Brienzer- und Thunersee, Genfersee). Einzeln gekauft sind die Ausflüge recht teuer - beim GA aber bereits inkludiert ;-).
Berge und Freizeitwert der Schweiz
Fabi, Stuttgart, Donnerstag, 06.01.2011, 22:37 (vor 5616 Tagen) @ SST
Du hast das richtig erfasst, zudem sind im GA fast sämtliche Busse und Trams enthalten. Während man in diesen Genuss in Deutschland nur durch das Cityticket kommt, was zu den tollen Konsequenzen führt, dass man selbst in Grossstädten aufpassen muss, dass man nicht aus der Stadtzone rausfährt und zum Schwarzfahrer wird.
So kostet z.B. der Weg mit einem Bus zum Flughafen in Stuttgart extra Geld, während die S-Bahn mit BC 100 gratis ist.
Oder man wohnt an der Stadtgrenze (aber noch mit Stadtbahnanschluss). Beispiel U13 (links im Plan, rosa): http://www.vvs.de/download/71.pdf Von Giebel reicht wegen dem Cityticket die BC 100, von Gerlingen (oder eine Station nach Giebel) müsste man noch ein Jahresticket dazu kaufen, welches für eine Zone 553 Euro kostet.
Oder man nimmt das Auto und parkt in Giebel bzw. fährt durch zum Hbf und nutzt die BC 100 ab dort.
:-)
Fabi
[CH] GA Übersichtskarte
SST, Köln-Südstadt, Donnerstag, 06.01.2011, 22:50 (vor 5616 Tagen) @ Fabi
....und die Bergbahnen....:-). Die komplette GA-Übersichtskarte gibt es hier:
Pendeln, Familie, Freizeitmehrwert
Südfeld, Donnerstag, 06.01.2011, 23:15 (vor 5616 Tagen) @ Fabi
sind die Mehrzahl der Kunden Geschäftsreisende (nicht in die Firma, sondern quer >durch Deutschland) und ein Grossteil davon bekommt sie von der Firma bezahlt.
Die Zahl der Personen, welche nur den Weg Wohnort - Firma damit fährt dürfte recht niedrig sein.
Angenommen, jemand weiß, dass er beispielsweise für (mind.) ein Jahr von Berlin nach Hamburg oder umgekehrt zu pendeln hat. Jahreskarte im Abo mit ICE lt. bahn.de -> 5.966,00 EUR. MBC100 -> weniger als zwei Drittel dieses Preises.
Viele Arbeitgeber übernehmen eine entsprechende Zeitkarte (als freiwillige Sozialleistung), eine BahnCard 100 aber nicht - absurd, liegt aber höchstwahrscheinlich an der Steuergesetzgebung.
Bei denjenigen, die eine BahnCard 100 selbst - vorwiegend zum Fernpendeln - kaufen würden, könnten theoretisch ebenfalls steuerliche Gründe dem entgegenstehen, insofern als sich nur eine Strecken-Zeitkarte geltend machen lassen könnte (wg. Unmöglichkeit der Trennung von beruflicher und privater Nutzung). Davon habe ich aber leider nähere keine Ahnung. Aber falls dem so wäre...
würde sich in beiden Fällen durchaus schnell die Frage nach dem politischen Willen hinter der entsprechenden Steuergesetzgebung aufdrängen.
Zum Familienaspekt: Die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Familienmitglieder gleichzeitig fernpendeln, ist nicht so hoch, weil man dies üblicherweise qua strategischer Wohnsitzwahl zu vermeiden versucht. Häufig bleibt der/die Partner/in zuhause oder arbeitet vor Ort bzw. pendelt nah (ggf. auch mit Auto), von daher leuchtet mir das Argument mit den verbilligten Zusatztickets in der Schweiz auch nicht so sehr ein. In D wären umgekehrt Preise von vergünstigten Familien-Zusatzabos, die niedriger lägen als diejenigen lokaler ÖPNV-Abos (Schul-/Arbeitsweg etc.), aus naheliegenden Gründen kaum durchsetzbar. Daher wohl auch keine entsprechenden Extras bei der MBC100.
Der Freizeitmehrwert in der Schweiz hingegen leuchtet mir einerseits sehr wohl ein, aber in Deutschland gibt es auch viele schöne Orte zu entdecken, wofür man sonst erhebliche Kosten in Kauf nehmen müsste (Westerland, Berchtesgaden, Rügen, Dresden, Freiburg etc.). :-) Und das DB-City-Ticket-Angebot finde ich so durchaus in Ordnung.
Pendeln, Familie, Freizeitmehrwert
Fabi, Stuttgart, Donnerstag, 06.01.2011, 23:25 (vor 5616 Tagen) @ Südfeld
Hm, ich kann Dir da auch ein Beispiel machen, solche gibt es viele in der Schweiz.
Ich: Wohnort - Olten - Bern - Bern Wankdorf
Freundin: Wohnort - Solothurn/Einmal pro Woche Luzern
Vater d. Freundin: Wohnort - Olten - Zürich
Gut, SBB-Bezug ist vorhanden, aber eben jeder hat in der Familie ein GA.
Und in der heutigen globalisierten Welt, gibt es sicher in Deutschland auch viele solche Beispiele. Und je nach Mietniveau ist es auch verständlich, wenn man lieber pendelt.
Fabi
Link:Steuerliche Abzugsfähigkeit der Bahncard 25, 50 und 100
SST, Köln-Südstadt, Donnerstag, 06.01.2011, 23:28 (vor 5616 Tagen) @ Südfeld
Viele Arbeitgeber übernehmen eine entsprechende Zeitkarte (als freiwillige Sozialleistung), eine BahnCard 100 aber nicht - absurd, liegt aber höchstwahrscheinlich an der Steuergesetzgebung.
Schau z.B. hier:
http://www.vnr.de/b2b/steuern-buchfuehrung/steuern/die-bahncard-von-der-steuer-absetzen...
;-)
Link:Steuerliche Abzugsfähigkeit der Bahncard 25, 50 und 100
Südfeld, Freitag, 07.01.2011, 00:05 (vor 5616 Tagen) @ SST
Merci! Warum steigert das dann eigentlich nicht die Nachfrage?
Für den Fall der freiwilligen Zusatz-/Sozialleistung des Arbeitgebers habe ich z.B. aus einer Behörde(!) vernommen, dass das teurere Zeitabo übernommen würde, die MBC100 hingegen nicht. Ebenso problematisch ist im Rahmen von Dienstreisen die Kostenübernahme von BC25/50 trotz nachweislicher Ersparnis.
Link:Steuerliche Abzugsfähigkeit der Bahncard 25, 50 und 100
SST, Köln-Südstadt, Freitag, 07.01.2011, 00:11 (vor 5616 Tagen) @ Südfeld
Merci! Warum steigert das dann eigentlich nicht die Nachfrage?
Für den Fall der freiwilligen Zusatz-/Sozialleistung des Arbeitgebers habe ich z.B. aus einer Behörde(!) vernommen, dass das teurere Zeitabo übernommen würde, die MBC100 hingegen nicht. Ebenso problematisch ist im Rahmen von Dienstreisen die Kostenübernahme von BC25/50 trotz nachweislicher Ersparnis.
Tja, in vielen Großunternehmen und Behörden wird halt so gearbeitet, wie immer schon gearbeitet wurde. Das dauert mitunter "Jahrzehnte", bis sich neue Gedanken durchsetzen. Ein Sachbearbeiter hat seine Verfahrensanweisung und arbeitet danach. Verbesserungsvorschläge werden oft als störend, zeitraubend, besserwisserisch, sich selbst-darstellend abgetan. Also weiter so, wie es irgendwo geschrieben ist. Welche Unkosten entstehen, merkt das Unternehmen ja oftmals erst, wenn es Liquiditätsengpässe gibt.
Pendeln, Familie, Freizeitmehrwert
Chrispy, Freitag, 07.01.2011, 01:41 (vor 5615 Tagen) @ Südfeld
Hallo Südfeld
Zum Familienaspekt: Die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Familienmitglieder gleichzeitig fernpendeln, ist nicht so hoch, weil man dies üblicherweise qua strategischer Wohnsitzwahl zu vermeiden versucht. Häufig bleibt der/die Partner/in zuhause oder arbeitet vor Ort bzw. pendelt nah (ggf. auch mit Auto), von daher leuchtet mir das Argument mit den verbilligten Zusatztickets in der Schweiz auch nicht so sehr ein.
Dies betrifft hier in der Schweiz sehr viele Familien. Ich würde sagen, dass in meiner Klasse damals 30% ein GA-Familia-Plus-Junior besass (weiss ich noch, weil wir bei Klassenfahrten kein Zugticket brauchten und die anderen ausgelacht haben ;-)).
In D wären umgekehrt Preise von vergünstigten Familien-Zusatzabos, die niedriger lägen als diejenigen lokaler ÖPNV-Abos (Schul-/Arbeitsweg etc.), aus naheliegenden Gründen kaum durchsetzbar. Daher wohl auch keine entsprechenden Extras bei der MBC100.
Wie ich >hier< schon beschrieben habe, kostete damals mein GA 450 CHF und ein Jahresabonnement für die zwei Zonen meines ÖPNV-Verbundes 380 CHF. Hätte ich nur zwei Orte weiter weg gewohnt, hätte ich das GA sogar ohne Urlaubsreisen und Klassenfahrten amortisiert. Wie du sehen kannst sind die lokalen ÖPNV-Abos in der Schweiz etwa in derselben Preislage wie die Familien-GAs und es funktioniert trotzdem. Und weshalb funktioniert es?
1. Nicht alle fahren mit den vergünstigten GAs (normal GAs oder Strecken/Zonenabos)
2. Diese lokalen Anbieter kriegen einen Teil der Einnahmen am GA-verkauf
3. Durch das flächendeckende und günstige Angebot werden viel mehr GAs verkauft
4. Man hat eine wirkliche Alternative zum Auto und somit profitiert der gesamte ÖPNV
5. Kundenbindung: Auch Kinder werden einmal gross und Kaufen dann höchstwahrscheinlich ein GA für grosse.
Daraus resultieren:
a. wieder Mehreinnahmen für den gesamten ÖPNV
b. mehr Reisende (bessere Auslastung auch bei lokalen Anbietern)
c. im idealfall ein Gewinn für die Lokalen-ÖPNV (und sonst Quersubventionierung)
Zu 4: Es gibt in der Schweiz seit einigen Jahren das Phänomen, dass es immer mehr Leute gibt, die keinen Führerschein/Auto besitzen, da man jeden Punkt der Schweiz mit dem ÖPNV erreichen kann (Alphütten mal ausgenommen). Ich gehöre auch dazu und einige aus meinem Freundeskreis
Gruss Christoph
Rückgabemöglichkeit von MBC100 vs.GA?
SST, Köln-Südstadt, Freitag, 07.01.2011, 19:16 (vor 5615 Tagen) @ Südfeld
Soweit ich weiß, gibt es ja keine Möglichkeit eine Bahncard 100 z.B. nach 6 Monate zurückzugeben und eine Teilerstattung zu beantragen? Oder?
Das kann natürlich dazu führen, dass man von einem Kauf absieht. Oftmals weiß man nicht so genau, ob wirklich ein Jahr lang soviel gereist wird (vielleicht zeigt sich der neue Job als Flop, vielleicht findet man doch eine neue, tolle Wohnung, vielleicht trennt man sich von einer Distanzbeziehung und zieht zusammen etc. pp.) Dann ist das Geld für die Bahncard100 ja "futsch", auch wenn man im zweiten halben Jahr gar nicht mehr - oder nicht nennenswert - mit der Bahn fährt.
Da sind aus meiner Sicht die Regelungen in der Schweiz besser. Wenn man z.B. nach 6 Monaten das GA zurückgibt, bekommt man 42% erstattet und nach 9 Monaten immerhin noch 21% des Preises (der erste Monat "kostet" 23% - jeder folgende 7% des jeweiligen GA-Preises). Da ist die "Hemmschwelle" zum Erwerb wohl dann auch geringer.
Beim Neuwagen kostet der erste Kilometer 20 % vom Neupreis
GUM, Freitag, 07.01.2011, 20:17 (vor 5615 Tagen) @ SST
Soweit ich weiß, gibt es ja keine Möglichkeit eine Bahncard 100 z.B. nach 6 Monate zurückzugeben und eine Teilerstattung zu beantragen? Oder?
Die Möglichkeit gibt es beim Auto auch nicht. Vom Neuwagenhändlergelände runtergefahren und schon schlägt der erste Kilometer überspitzt gesagt mit 20 % vom Neuwagenpreis zu Buche. Dagegen ist die MBC 100 ein Schnäppchen !
Da sind aus meiner Sicht die Regelungen in der Schweiz besser. Wenn man z.B. nach 6 Monaten das GA zurückgibt, bekommt man 42% erstattet und nach 9 Monaten immerhin noch 21% des Preises (der erste Monat "kostet" 23% - jeder folgende 7% des jeweiligen GA-Preises). Da ist die "Hemmschwelle" zum Erwerb wohl dann auch geringer.
Zustimmung !
Ehemalige Netzkarten
SST, Köln-Südstadt, Freitag, 07.01.2011, 20:30 (vor 5615 Tagen) @ GUM
Dagegen ist die MBC 100 ein Schnäppchen !
Früher, ich weiß nicht mehr bis wann, aber sicher noch vor 15 Jahren, gab es ja DB-Bezirksnetz- und Gesamtnetzkarten auch für einen Monat. Das war schon praktisch, z.B. für alle die, die einen Sommermonat lang viel unterwegs sein wollten.
Oder zwei, drei Monate lang nach Beginn einer neuen Berufstätigkeit auch über eine längere Distanz pendelten, um in Ruhe eine schöne neue Behausung zu suchen.
Finde ich schade, dass es nur noch die "Schnäppchen-Möglichkeit" des gesamten Jahres gibt. Warum eigentlich?
Auf drei, vier effektiv genutzte Monate sind die Kosten für eine MBC100 dann wieder nicht so gering.
Ehemalige Netzkarten
GUM, Freitag, 07.01.2011, 20:49 (vor 5615 Tagen) @ SST
Früher, ich weiß nicht mehr bis wann, aber sicher noch vor 15 Jahren, gab es ja DB-Bezirksnetz- und Gesamtnetzkarten auch für einen Monat. Das war schon praktisch, z.B. für alle die, die einen Sommermonat lang viel unterwegs sein wollten.Oder zwei, drei Monate lang nach Beginn einer neuen Berufstätigkeit auch über eine längere Distanz pendelten, um in Ruhe eine schöne neue Behausung zu suchen.
Finde ich schade, dass es nur noch die "Schnäppchen-Möglichkeit" des gesamten Jahres gibt. Warum eigentlich?
Auf drei, vier effektiv genutzte Monate sind die Kosten für eine MBC100 dann wieder nicht so gering.
Habe leider auch keine Ahnung, warum dies abgeschafft worden ist. Es gab aber früher auch Schüler-/Studenten-Monatsnetzkarten. Wie die genau hießen weiss ich leider nicht mehr.
Eine BahnCard gab es gar nicht, nur einen Junior-Pass (oder so ähnlich). War so etwas wie eine Jugend BahnCard. Aber Netzkarten für ein Bundesland ???
Ehemalige Bezirkskarten der Deutschen Bundesbahn
SST, Köln-Südstadt, Freitag, 07.01.2011, 21:00 (vor 5615 Tagen) @ GUM
Aber Netzkarten für ein Bundesland ???
Das waren nicht Netzkarten für ein Bundesland sondern das gesamte DB-Netz war in viele Bezirke aufgeteilt. So gab es z.B. Bezirkskarten, die Hamburg-Hannover-Bremen-Hamburg umfassten und andere die z.B. Hamburg-Cuxhaven-Bremen-Walsrode-Hamburg umfassten. Die Bezirke überlappten sich zum Teil, was sehr praktisch war.
Dafür benötigte man eine Trägerkarte mit Lichtbild und konnte dann, wann immer man wollte, sich Wertmarken kaufen und die aufkleben. Die gab es in der Version Wochen- und Monatswertmarke und vergleichsweise ziemlich preiswert. Anschlußbezirkskarten gab es dann noch mit Rabatt.
Ich glaube, die wurden nie bei der Deutschen Bahn AG eingeführt - vielleicht hat auch schon die Deutsche Bundesbahn dieses praktische Zeitkartenangebot abgeschafft. Da kann ich mich nicht mehr so genau erinnern.
In den 1970er Jahren wurden sie aber gut beworben und auch gerne angenommen. War schon eine feine Sache - auch einfach mal "für den kleinen Urlaub zwischendurch".
Heutige Verbundangebote kommen da nicht mit - denn mit den Bezirkskarten konnte man natürlich auch im D-Zug reisen.
DB-Bezirks- und Netzkartenpreise 1970
SST, Köln-Südstadt, Freitag, 07.01.2011, 21:13 (vor 5615 Tagen) @ SST
Mal ein Angebotsvergleich von vor 40 Jahren:
Ein Bezirk umfasste ca. 1000 Km Streckenlänge, ein Einzel-Netz umfasste ca. 7000 KM Streckenlänge. Alle Preise für die 2. Klasse.
Bezirkswochenkarte: 46,00 DM
Anschlußbezirkswochenkarte: 43,00 DM
Monatsbezirkskarte: 110,00 DM
- hier Anschlußkarte: 78,00 DM
Monatsnetzkarte für ein Teilnetz: 230,00 DM
Monatsnetzkarte für DB-Gesamtnetz: 380,00 DM
Vierteljahresnetzkarte für ein Netz: 615,00 DM
Vierteljahresnetzkarte für DB-Gesamtnetz: 1.020,00 DM
Jahresnetzkarte für DB-Gesamtnetz: 2.600,00 DM
Wie ich finde, ein Angebot mit viel Wahlfreiheit.
Bild einer ehemalige Bezirkswochenkarte der DB
SST, Köln-Südstadt, Freitag, 07.01.2011, 21:35 (vor 5615 Tagen) @ SST
Gerade im Netz gefunden:
http://img252.imageshack.us/f/beilngriesfahrkarte02tl0.jpg/
Ja, so sahen die aus! :-)
Wie kommt's dass die Bahncard 100 so günstig ist?
Blackcard, Donnerstag, 06.01.2011, 19:23 (vor 5616 Tagen) @ TGV
bearbeitet von Blackcard, Donnerstag, 06.01.2011, 19:24
Die Bahn schafft selbst bei den aktuellen Preisen ja nur 35000 MBC100 im Jahr zu verkauden, Die richtig spannende Frage ist IMHO: Warum sind die Deutschen so doof und kaufen so wenige MBC100.
Relativ zum Schweizer GA ist die MBC-Anzahl schockierend niedrig.
Odrr so gesehen: Millionen Deutsche geben jahrlich mehr als 10.000 Euro für ihr Luxusauto aus, und vielleicht 5000 Nasen haben die MBC100 First für relativ popelige 6,4 k€
Das habe ich auch nie wirklich verstanden...
GUM, Donnerstag, 06.01.2011, 19:53 (vor 5616 Tagen) @ Blackcard
Odrr so gesehen: Millionen Deutsche geben jahrlich mehr als 10.000 Euro für ihr Luxusauto aus, und vielleicht 5000 Nasen haben die MBC100 First für relativ popelige 6,4 k€
Das ist ein Fakt, den ich auch noch nie verstanden habe. Für Menschen, die beruflich wirklich viel unterwegs sind, ist die MBC100 in Nutzung mit DB Carsharing doch die ideale Mobilitätskombination. Zumal ja auch alle Großräume mit City-Ticket einbezogen sind.
Dies ist im Falle von München alleine schon ein Wert jenseits von 12*64,20 Euro ==> 770,40 Euro für ein Stadtnetz !!
Allerdings könnte ja sogar jeder Neuwagen-Golffahrer den Test machen, ob er bei 2.000 Euro Jahresumsatz in einer fremden Stadt an einem Knotenpunkt umsonst einen Kaffee und eine Lounge bekommt.
Da wird der Autohändler wohl eher stutzig werden und schon für Grüß Gott und Auf Wiedersehen jeweils eine Arbeitseinheit verlangen :-)
Vom Kaffee ganz zu schweigen....
Auto, Auto, Auto
joerg-dd, Dresden, Donnerstag, 06.01.2011, 23:09 (vor 5616 Tagen) @ GUM
bearbeitet von joerg-dd, Donnerstag, 06.01.2011, 23:10
Die Bahn hat halt ein schlechtes Image in Deutschland. Wir haben kein Auto, machen unsere Fahrten mit Fahrrad, ÖPNV, Bahn (fast immer mit Sparpreisen) und seltenst Car-Sharing (man kommt ja fast überall hin) und die meisten Leute schauen uns schief an...
Aber meine Mitmenschen vom Bahnfahren zu überzeugen ist sehr schwierig. Bei den ganzen Verkehrverbünden mit den unterschiedlichsten Regelungen, dem Tarifsystem der Bahn (z.B. Resterampe) und der schlechten Presse über die Bahn ist die Hemmschwelle auch sehr hoch, Bahn zu fahren. Meine Frau und ich studieren dann regelmäßig die Tarifbestimmung.
Daher meine Frage, wer wie in welchem Verkehrsclub Mitglied ist:
- Pro Bahn (ca. 5.000 Mitglieder)
- Verkehrsclub Deutschland (VCD - ca. 60.000 Mitglieder)
- Deutsche Bahnkunden-Verband e. V.
- {ADAC - 17 Mio Mitglieder}
Auto, Auto, Auto
liebe70, Donnerstag, 06.01.2011, 23:36 (vor 5616 Tagen) @ joerg-dd
Die Bahn hat halt ein schlechtes Image in Deutschland.
Ja, hart erarbeitet. :-( Oder leichtfertig verspielt. :-( Kommt auf's Gleiche heraus. :-(
Wir haben kein Auto, machen unsere Fahrten mit Fahrrad, ÖPNV, Bahn (fast immer mit Sparpreisen) und seltenst Car-Sharing (man kommt ja fast überall hin) und die meisten Leute schauen uns schief an...
Aber meine Mitmenschen vom Bahnfahren zu überzeugen ist sehr schwierig. Bei den ganzen Verkehrverbünden mit den unterschiedlichsten Regelungen, dem Tarifsystem der Bahn (z.B. Resterampe) und der schlechten Presse über die Bahn ist die Hemmschwelle auch sehr hoch, Bahn zu fahren. Meine Frau und ich studieren dann regelmäßig die Tarifbestimmung.
Nachvollziehbar. Das nächste Problem sind die vielen Mitarbeiter, die die durchaus genauen Regelungen (z.B. bei den FGR, wo man bei absehbarer 20minütiger Verspätung des geplanten Zuges den nächstbesten [mit Ausnahme zuschlag-/aufpreispflichtiger Züge] Zug in Richtung auf das Reiseziel nehmen darf, unbedingt eine "Freigabe" erteilen bzw. sehen wollen) unterschiedlich auslegen. Bei den Verbünden wäre mir neben einer flächendeckenden bundesweiten Verbreitung eine einheitliche Fahrkartenregelung (z.B. die kostenlose Fahrradmitnahme) lieber. Wie die einzelnen Tickets dann heißen und wie teuer die sind, soll dann schon egal sein, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Daher meine Frage, wer wie in welchem Verkehrsclub Mitglied ist:
- Pro Bahn (ca. 5.000 Mitglieder)
- Verkehrsclub Deutschland (VCD - ca. 60.000 Mitglieder)
- Deutsche Bahnkunden-Verband e. V.
- {ADAC - 17 Mio Mitglieder}
Bin in keinem, halte nichts davon, außerdem datenschutzrechtliche Gründe.
Auto, Auto, Auto
Südfeld, Donnerstag, 06.01.2011, 23:49 (vor 5616 Tagen) @ joerg-dd
Die Bahn hat halt ein schlechtes Image in Deutschland. Wir haben kein Auto, machen unsere Fahrten mit Fahrrad, ÖPNV, Bahn (fast immer mit Sparpreisen) und seltenst Car-Sharing (man kommt ja fast überall hin) und die meisten Leute schauen uns schief an...
Wenn man z.B. das Ruhrgebiet mit Berlin oder Baden-Württemberg vergleicht, sind die Unterschiede eklatant. In vielen Großstädten, aber auch z.B. in Freiburg oder Karlsruhe steigert der Verzicht aufs Auto womöglich sogar das Ansehen, oder nicht?
Auch wenn es besser sein könnte, kann man sogar im Ruhrgebiet ohne Auto auskommen. In fast allen Städten über 200.000 Einwohnern braucht man, relativ zentrums- bzw. bahnhofsnah wohnend, definitiv kein Auto (über Leipzig und Dresden müsste ich allerdings aus verschiedenen Gründen nachdenken). Selbst in Duisburg mit dem bundesweit wohl mit Abstand schlechtesten ÖPNV-Angebot und -Management, bezogen auf andere Städte vergleichbarer Größe, geht das. Allerdings ist dort der in Frage kommende Wohnsitzbereich um Zentrum/Bahnhof, wo es ohne gravierende Komforteinbußen möglich ist, enorm eingeschränkt. Das Mobilitätsangebot der Bahn hingegen ist in allen Ruhrgebietsmetropolen im Fernverkehr top (Nahverkehr ist ein eigenes Thema).
Aber meine Mitmenschen vom Bahnfahren zu überzeugen ist sehr schwierig.
Als überzeugter Rad-, ÖPNV- und Bahnfahrer, der trotz Führerschein noch nie ein Auto besessen hat, versuche ich niemanden vom Zugfahren zu überzeugen. Das hat zwei Gründe: Zum einen möchte ich - ganz egoistisch - auch weiterhin gern günstige Sparpreise bekommen und auch im KRM-ICE mittags allein am Fenster sitzen können (zum "Glück" ist das Marketing der Bahn aufgrund der Kapazitäten insgesamt wohl kaum auf steigende Nachfrage ausgerichtet). Zum anderen möchte ich "Gutmenschentum" vermeiden. Die "moralische Überlegenheit", die überzeugte Nicht-Autofahrer gern - und häufig ungefragt - zum Ausdruck bringen, ist mir weitestgehend fremd.
Aus beiden Gründen - und der Überzeugung, dass auf absehbare Zeit die katastrophale Verkehrspolitik und das unterirdische Bahnmanagement in D nicht zu ändern sind -, bin ich auch nicht Mitglied in entsprechenden Vereinen und Verbänden.
Die Komplexität des Preissystems schreckt sicher viele ab, kann aber umgekehrt ebenso eine produktive Herausforderung darstellen - wie für Unmengen Autofahrer das Leben unter der Motorhaube. :-)
Ich schon.
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 07.01.2011, 09:09 (vor 5615 Tagen) @ GUM
Odrr so gesehen: Millionen Deutsche geben jahrlich mehr als 10.000 Euro für ihr Luxusauto aus, und vielleicht 5000 Nasen haben die MBC100 First für relativ popelige 6,4 k€
Das ist ein Fakt, den ich auch noch nie verstanden habe.
Ich schon.
Für Menschen, die beruflich wirklich viel unterwegs sind, ist die MBC100 in Nutzung mit DB Carsharing doch die ideale Mobilitätskombination.
Erklär das mal Otto Normaldeutscher aus Alfeld, der für seine Arbeit täglich zur Universität in Clausthal-Zellerfeld pendelt.
Dies ist im Falle von München alleine schon ein Wert jenseits von 12*64,20 Euro ==> 770,40 Euro für ein Stadtnetz !!
Nur schade, dass sowas nicht funktioniert für Otto Normaldeutscher, der am westlichen Ufer der Ammersee wohnt. In Deinem Fall müßte er bestenfalls zuerst mit einem Boot über den See und in Herrsching auf die S-Bahn umsteigen.
Allerdings könnte ja sogar jeder Neuwagen-Golffahrer den Test machen, ob er bei 2.000 Euro Jahresumsatz in einer fremden Stadt an einem Knotenpunkt umsonst einen Kaffee und eine Lounge bekommt.
Nur schade, dass der durchschnittliche Neuwagen-Golffahrer meistens keine Lounge braucht.
gruß,
Oscar (NL).
--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
Ich schon.
ICE615, Freitag, 07.01.2011, 16:35 (vor 5615 Tagen) @ Oscar (NL)
Odrr so gesehen: Millionen Deutsche geben jahrlich mehr als 10.000 Euro für ihr Luxusauto aus, und vielleicht 5000 Nasen haben die MBC100 First für relativ popelige 6,4 k€
Das ist ein Fakt, den ich auch noch nie verstanden habe.
Ich schon.
Für Menschen, die beruflich wirklich viel unterwegs sind, ist die MBC100 in Nutzung mit DB Carsharing doch die ideale Mobilitätskombination.
Erklär das mal Otto Normaldeutscher aus Alfeld, der für seine Arbeit täglich zur Universität in Clausthal-Zellerfeld pendelt.
Dies ist im Falle von München alleine schon ein Wert jenseits von 12*64,20 Euro ==> 770,40 Euro für ein Stadtnetz !!
Nur schade, dass sowas nicht funktioniert für Otto Normaldeutscher, der am westlichen Ufer der Ammersee wohnt. In Deinem Fall müßte er bestenfalls zuerst mit einem Boot über den See und in Herrsching auf die S-Bahn umsteigen.
Allerdings könnte ja sogar jeder Neuwagen-Golffahrer den Test machen, ob er bei 2.000 Euro Jahresumsatz in einer fremden Stadt an einem Knotenpunkt umsonst einen Kaffee und eine Lounge bekommt.
Nur schade, dass der durchschnittliche Neuwagen-Golffahrer meistens keine Lounge braucht.
gruß,Oscar (NL).
In der Stadt mögen eure Anti-Auto Argumente noch halbwegs zu halten sein, aber wenn man in Deutschland in entlegenen Regionen wohnt, kommt man ohne Auto nicht hin und nicht weg.
Mal abgesehen von einigen Städten wie M,B,K,F und so weiter ist der ÖPNV in D äußerst schlecht ausgebaut, dass heißt, dass es gar keine Alternative zum Auto gibt.
Das ist in der Schweiz anders, jedes Nest ist mit einem regelmäßig verkehrenden Postbus erschlossen, von daher kommt man hier eher auf die Idee, den ÖPNV zu nutzen.
Außerdem kommt noch hinzu, dass man gerade in Städten wie z.B. HH, die einen sehr hohen Busanteil und nur sehr wenig Bahnverbindungen haben oft mit dem Auto schneller von A nach B kommt.
Hinzu kommt beim Auto noch die deutlich höhere Flexibilität und der bessere Komfort, ich stehe zumindest lieber mal im im warmen Auto im Stau als an einem zugigen und eisigen Bahnhof.
Als Single mag das alles noch gehen, als Familie hingegen kommt man ohne Auto nicht aus, allein schon der Wocheneinkauf wäre mit zwei Kleinkindern ohne Auto eine Tortur.
Exkurs: Preisfindung und Kostenrechnung
ice_pendler, Freitag, 07.01.2011, 11:13 (vor 5615 Tagen) @ GUM
Meine Sicht der Dinge:
Die BC100 ist ja ein tolles Produkt, allerdings muss jede ökonomische Einheit für sich selbst entscheiden, wie sie mit den zur Verfügung stehenden Mitteln umgeht. Ich lasse den langen Weg (zur Verfügung stehende Zeit -> Arbeit -> verfügbares Kapital) weg.
Folgende Faktoren beeinflussen ganz massiv die Entscheidung für eine BC100:
1) Pendlerpauschale
Die Pendlerpauschale führt zu massiven Verschiebungen bei der Wahl des Wohnorts und des Verkehrsmittels
Die Pendlerpauschlae führt dazu, dass viele Menschen damit ihr Auto und mittelbar ihr Haus auf dem Land finanzieren. Das passiert, weil die Kilometerpauschale die tatsächlichen Kosten i.d.R. überschreitet. Diese Quersubvention begünstigt die Entscheidung fürs Auto. Bei der BC100 (öffentliche Verkehrsmittel) setzt du nicht die Entfernungspauschale an, sondern wirst bei 4800 Euro gedeckelt. Das langt ja nicht mal für eine Bahncard.
2) Anzahl Menschen, die in einer ökonomischen Einheit (meist Familie) gemeinsam reisen wollen
Sobald eine herkömmliche Familie mit Kindern im reisefähigen Alter verreisen möchte (z.B. zwei 16-Jährige, ein Partner und ein BC100-Kunde) sind ziemlich schnell 600-800 Euro fällig. Am Zielort habe ich dann noch keine Beförderungsmöglichkeit. Ein Auto kann ich zu dem Preis locker mieten. Wenns natürlich schon da ist sehe ich nur die zwei Tankfüllungen. (Ja, man kann 5'er BMW mit 5,8 Litern Diesel auf 100km mit vollbesetzter Mannschaft fahren.)
Wer eine solche Reise ca. 12 mal im Jahr macht hat sein Auto schon finanziert.
3) Anzahl, Entfernung und Preis der Wegstrecken
Es gibt Situationen (z.B. wenn die Pendelei ins Ausland geht) bei denen eine BC100 teurer ist als eine BC50, obwohl die Gesamtausgaben pro Monat bei ca. 500-800 Euro liegen.
Der Preis einer Bahncard muss sich also auch an den Alternativen orientieren. Da der französische Fiskus eine Entfernungspauschale (Hinweis: auch wer von Hamburg nach München pendelt bekommt die) nicht kennt, sieht die Situation dort anders aus. Die Familie muss die Vollkosten für ein Fahrzeug mit den Vollkosten für eine Pendlerkarte vergleichen. Und da gewinnt die Bc100-Alternative eben auch für 800 Euro. Vor allem, weil dort auch die Zeit als Faktor noch eine Rolle spielt.
Viele Grüße von einem BC50-Nutzer.
Pendlerpauschale und öffentliche Verkehrsmittel
Ralle622, Bonn, Freitag, 07.01.2011, 12:25 (vor 5615 Tagen) @ ice_pendler
Die Pendlerpauschlae führt dazu, dass viele Menschen damit ihr Auto und mittelbar ihr Haus auf dem Land finanzieren. Das passiert, weil die Kilometerpauschale die tatsächlichen Kosten i.d.R. überschreitet. Diese Quersubvention begünstigt die Entscheidung fürs Auto. Bei der BC100 (öffentliche Verkehrsmittel) setzt du nicht die Entfernungspauschale an, sondern wirst bei 4800 Euro gedeckelt. Das langt ja nicht mal für eine Bahncard.
Grundsätzlich volle Zustimmung: Die Pendlerpauschale ist ein Zersiedlungsanreiz und gehört abgeschafft. Wer weniger weit fährt und dafür die höheren Innenstadtwohnkosten auf sich nimmt, kann das ja auch nicht absetzen.
Aber: Meines Wissens gilt die Pendlerpauschale doch verkehrsmittelunabhängig, d. h. auch bei Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann man die PP ansetzen. Oder irre ich mich?
Pendlerpauschale und öffentliche Verkehrsmittel
heinz11, Freitag, 07.01.2011, 13:12 (vor 5615 Tagen) @ Ralle622
Grundsätzlich volle Zustimmung: Die Pendlerpauschale ist ein Zersiedlungsanreiz und gehört abgeschafft. Wer weniger weit fährt und dafür die höheren Innenstadtwohnkosten auf sich nimmt, kann das ja auch nicht absetzen.
Aber: Meines Wissens gilt die Pendlerpauschale doch verkehrsmittelunabhängig, d. h. auch bei Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann man die PP ansetzen. Oder irre ich mich?
Die Deckelung erfolgt bei 4.500 € p.a., sofern nicht ein KfZ benutzt wird.
heinz
Pendlerpauschale und öffentliche Verkehrsmittel
Fernpendler, Freitag, 07.01.2011, 13:53 (vor 5615 Tagen) @ heinz11
Die Deckelung erfolgt bei 4.500 € p.a., sofern nicht ein KfZ benutzt wird.
Man kann auch höhere Kosten absetzen. Allerdings müssen die laut FA detailliert nachgewiesen werden und gerechtfertigt sein. Die Deckelung gilt für die angesetzten Kilometer.
Exkurs: Preisfindung und Kostenrechnung
heinz11, Freitag, 07.01.2011, 13:06 (vor 5615 Tagen) @ ice_pendler
bearbeitet von heinz11, Freitag, 07.01.2011, 13:08
Meine Sicht der Dinge:
Die BC100 ist ja ein tolles Produkt, allerdings muss jede ökonomische Einheit für sich selbst entscheiden, wie sie mit den zur Verfügung stehenden Mitteln umgeht. Ich lasse den langen Weg (zur Verfügung stehende Zeit -> Arbeit -> verfügbares Kapital) weg.
Folgende Faktoren beeinflussen ganz massiv die Entscheidung für eine BC100:
1) Pendlerpauschale
Die Pendlerpauschale führt zu massiven Verschiebungen bei der Wahl des Wohnorts und des VerkehrsmittelsDie Pendlerpauschlae führt dazu, dass viele Menschen damit ihr Auto und mittelbar ihr Haus auf dem Land finanzieren. Das passiert, weil die Kilometerpauschale die tatsächlichen Kosten i.d.R. überschreitet.
Diese Aussage halte ich für schlichtweg Unsinn. Ich hätte ich gern gewußt, wie Du rechnest.
Mein persönliche Rechnung sieht so aus:
Jahreswagen Opel XXX für 15.000 €, reale Restnutzungsdauer 6 Jahre = 2.500,- € p.a.
Steuern: 350 € p.a.; Versicherung 450 € p.a.
Macht zusammen 3.200 € p.a. reine Fixkosten. Auf 20 TKm Jahreslaufleistung bedeutet das 0,16 € pro Kilometer. Die Entfernungspauschale beträgt 0,3 € pro Entfernungskilometer, dh. Hin- und Rückfahrt. Mit diesen 0,15 € pro effektivem Kilometer ist aber alles abgedeckt, so daß Kraftstoff, Öl, Inspektion, Reparatur, TÜV noch obendrauf kommen.
Bitte überweise mir die Differenz zwischen der Pauschale und den tatsächlichen KFZ-Kosten.
heinz
Edit: Bis 2003 gab es 0,4 € pro Entfernungskilometer
Exkurs: Preisfindung und Kostenrechnung
Avmz, Freitag, 07.01.2011, 15:03 (vor 5615 Tagen) @ ice_pendler
Moin zusammen,
na das ist ja mal ein Thema, bei dem es sich lohnt einen Account im Forum einzurichten. ;-)
Ich denke bei der BC100 kommen in Deutschland ein paar Faktoren zusammen.
Ich selber bin jahrelang zwischen Koblenz und Mainz gependelt. Zunächst hatte ich eine Streckenzeitkarte im Abo 2. Klasse, später 1. Klasse, weil nach der Eröffnung der NBS die Züge der Rheinstrecke zu den Pendlerzeiten unerträglich voll wurden. Ich habe immer wieder versucht, mir eine BC100 schön zu rechnen, ging aber nicht. Die reinen monatlichen Kosten für die BC100 wären erst bei der Distanz Koblenz-Frankfurt tragbar gewesen.
Da ich zudem mit meinem Weibe nicht verheiratet bin und wir keine Kinder haben, hätte ich bei der BC100 keine Partnerkarte bekommen. Mit der Streckenzeitkarte konnten wir aber Samstags zum shoppen nach Mainz fahren, ein echter Mehrwert.
Bei meinem nachfolgenden Arbeitgeber war ich dienstlich viel unterwegs, daher hatte ich eine BC100 statt Firmenwagen (erst 2. Klasse, später 1.). Ich habe mir aber manches mal gewünscht, doch einen Wagen statt der Karte zu haben, denn:
Geringe Flexibilität beim vereinbaren von Kundenterminen. Von Koblenz nach München, Berlin oder Hamburg bedeutete immer den frühestmöglichen Zug zu nehmen, und dann, je nach Stadt, frühestens zwischen 10:30-11:30 am Bahnhof(!) zu sein. Also kein Kundentermin vor 11:30-12:00 und immer hoffen, dass die Züge pünktlich sind (was ja ein Glücksspiel ist).
Dazu kommen Folgekosten. Gibt es ÖPNV Anbindung vom/zum Bahnhof? Bei den frühen Zügen von Koblenz nein, also Taxi. Bei Fahrten in Gewerbegebiete auch oft nicht, also Taxi. Bei Rückkehr spät in der Nacht oftmals auch nicht mehr, also Taxi. Zudem ist außerhalb der Großstädte nicht sicher, ob die BC100 überhaupt anerkannt wird (selbst in Berlin ja wohl nur in der Tarifzone A). Von Kunden die nicht gerade in zentraler Großstadtlage sitzen sondern Außerhalb oder richtig auf dem Dorf mal ganz zu schweigen.
Im dienstlichen Gebrauch stören mich die Zusatzkosten natürlich nicht wirklich. Allerdings hatte ich auch genug Kunden, die besonders frühe oder späte Termine wollen, da konnte ich dann auch gerne mal planmäßig zwei Stunden nachts auf einem Bahnhof verbringen oder noch die Kosten für eine Übernachtung dazurechnen.
Dazu kommen Fußwege und ÖPNV-Wege. Beladen mit Notebook, Unterlagen, mind. zwei Liter Wasser für die lange Reise, also Schlepperei.
Themen wie Zugverspätungen, Ausfälle, fehlende Wagen (inzwischen ja auch bei den A-Wagen Standard) kommen hinzu.
Momentan mache ich mich selbständig. Langfristig werde ich ich fragen müssen, ob ich bei meiner momentanen BC25 first bleibe (ein Auto hatte ich noch nie, aber eine Garage dafür), auf BC100 first gehe oder mir ein Auto anschaffe. Dabei spiele die Faktoren, Bequemlichkeit (vor der Hautür einsteigen, beim Kunden vor der Tür aussteigen, das Wetter kann mir weitestgehend egal sein) und (Zusatz)kosten eine Rolle. Ferner kann ich ohne Mehrkosten meine besser Hälfte zu Besuchen, shopping usw. mitnehmen. Auch brauche ich kein Carsharing mehr (in Koblenz eh sehr mager) wenn ich mal einen Großeinkauf plane.
Die Faktoren die ich immer bei der Bahn propagiere, entspanntes Reisen, man kann arbeiten usw, sehe ich inzwischen differenzierter.
Beides trifft nur zu wenn die Züge pünktlich sind, ich einen Sitzplatz habe, ich bei längeren Fahrten eine Steckdose habe. einen Tisch fürs Notebook, und über WLan brauchen wir eh kaum zu reden. Im IC sind die Sitze inzwischen überall durchgeritten, so das einem schnell der Hintern weh tut. Themen wie ausgefallene Klimaanlagen im Sommer oder WInter, kennen wir ja zur Genüge.
Was nützen mir DB Loungen, wenn sie nur auf einer Handvoll Bahnhöfe sind und spät öffnen und früh schließen (habe schon oft vor verschlossenen Türen gestanden bzw. wurde rausgeschmissen, weil eben Ende der Öffnungszeit war, egal ob mein Zug +90 hat oder nicht).
Diese Faktoren, plus der schlechten (bis gar keine) Werbung der Bahn für die Karte, dem teilweise miserablen lokalem ÖPNV und der Verliebtheit der Deutschen in Ihren Umweltverschmutzer sorgt nicht gerade für ein Erfolgsmodell BC100.
Das es besser geht zeigt die Schweiz mit den einfachen Grundfaktoren. Flächendeckender enger Takt, hohe Verlässlichkeit (ein Schweizer duldet eben keine Abweichungen vom Plan) und klares Tarifsystem (die GA gilt ja praktisch immer), verbunden mit dem politischen Willen, die Bahn zu bevorzugen.
In Deutschland bist du der Dumme bei der Pendlerpauschale wenn Du kein Auto hast (Betrag wird gedeckelt), in der Schweiz muss man beim Finanzamt begründen(!) warum man das Auto statt die Bahn benutzt.
Schönen Gruß
Avmz
(www.ihr-zugbeleiter.de)
Exkurs: Preisfindung und Kostenrechnung
Redesign, Freitag, 07.01.2011, 19:48 (vor 5615 Tagen) @ Avmz
Ich denke, dass der überwiegende Teile der Bahncard100 Nutzer sich die Karte aus beruflichen Gründen kauft.
Da sehe ich zwei Bahncard100 Gruppen:
- Pendler,
die täglich die gleiche Strecke bewältigen müssen und sich dafür eine Bahncard100 kaufen,
- deutschlandweite Fahrer
die oft (auch geschäftlich) über verschiedene weite Strecken unterwegs sind und dafür die Bahn benutzen.
Die Pendler mit Bahncard100, die ich kenne, kaufen sich die Karte nur, weil sie quasi genauso teuer ist wie die regionale Pendlerkarte von Bahnhof X nach Bahnhof Y mit ICE-Benutzung. Die deutschlandweite Funktion ist ein kleines "Extraplus", zur Nutzung haben sie aber auch wegen der sowieso schon langen Fahrten zur Arbeit kaum Zeit. Außerdem haben sie noch ein Auto zuhause und wenn sie mit Familie unterwegs sind, dann fahren sie mit dem Auto.
Deutschlandweite (Dienst-)Fahrer:
Oft vom Arbeitgeber bezahlt, wenn häufiger Einsätze an Arbeitsstellen in weiter entfernten ICE-Städten in der City. Schon wenn die Arbeitsstelle ein paar Kilometer weiter ausserhalb ist, dann wird wegen der Extrakosten (Taxi, Nahverkehr (hoher Zeit=Arbeitszeitkosten-Aufwand) eher auf Leihwagen / Firmenwagen ausgewichen.
Bei beiden gibt es so gut wie immer noch das Auto, vor allem die Pendler rechnen eher mit den reinen Benzinkosten, ggf. noch etwas Verschleiß. Steuerlich können die Pendler das gleiche absetzen.
Die Firmen achten dann auch noch auf Arbeitskosten.
Bei dieser Art des Preisvergleiches sind vermutlich nicht mehr Bahncard100 zu verkaufen.
Mich würde interessieren, ob es eine Statistik darüber gibt, wieviele der Bahncard100 zum Pendeln benutzt werden und wieviele wirklich auch deutschlandweit benutzt werden, auch wieviel die Kunden dann wirklich fahren.
Exkurs: Preisfindung und Kostenrechnung
Avmz, Freitag, 07.01.2011, 20:13 (vor 5615 Tagen) @ Redesign
Ich denke, dass der überwiegende Teile der Bahncard100 Nutzer sich die Karte aus beruflichen Gründen kauft.
- Pendler,
die täglich die gleiche Strecke bewältigen müssen und sich dafür eine Bahncard100 kaufen,- deutschlandweite Fahrer
die oft (auch geschäftlich) über verschiedene weite Strecken unterwegs sind und dafür die Bahn benutzen.
Die Gruppen würde ich auch so sehen. Wobei beide, da sie geschäftlich in der Woche viel unterwegs sind, privat am Wochenende kaum noch fahren werden.
Ich hatte jedenfalls, wenn ich manchmal 2-3 Touren die Woche mit 2000 oder mehr Kilometer runter hatte keine Lust mehr, auch noch am Wocheneden unterwegs zu sein, Bahnfan hin oder her. Zumal es dann auch mit meinem Weibe Streß gegeben hätte.
Mich würde interessieren, ob es eine Statistik darüber gibt, wieviele der Bahncard100 zum Pendeln benutzt werden und wieviele wirklich auch deutschlandweit benutzt werden, auch wieviel die Kunden dann wirklich fahren.
Wirds wohl nicht geben. Aber ich wage mal die These, das 95% der Besitzer sie aus beruflichen Gründen haben, und es höchsten 5% sind die das Geld haben sich diese als Privatvergnügen zu leisten, die Zeit haben so viel durch die Republik zu fahren das sich das lohnt und die Single sind, denn sonst gibt das schnell Ärger zu Hause. ;-)
Gruß Avmz
Wie kommt's dass man lieber Auto fährt?
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 07.01.2011, 08:48 (vor 5615 Tagen) @ Blackcard
Die Bahn schafft selbst bei den aktuellen Preisen ja nur 35000 MBC100 im Jahr zu verkaufen*, Die richtig spannende Frage ist IMHO: Warum sind die Deutschen so doof und kaufen so wenige MBC100.
* = Rechtschreibefehler korrigiert
Auto, Auto, Auto...
Relativ zum Schweizer GA ist die MBC-Anzahl schockierend niedrig.
Die Schweiz ist ein überschaubares Land, dort lohnt sich das. Genauso wie Belgien, Österreich, Dänemark und die Niederlande.
Wieviele Franzosen würden eine Mobilitätskarte haben? Wieviele Spanier? Wieviele Italiener?
Wobei die Schweiz auch außerordentlich viel mehr und viel vernünftiger in ihre Bahn investiert als Deutschland in ihre Bahn.
Oder so gesehen: Millionen Deutsche geben jahrlich mehr als 10.000 Euro für ihr Luxusauto aus, und vielleicht 5000 Nasen haben die MBC100 First für relativ popelige 6,4 k€
MBC 100 = teuer. Luxusauto = noch teurer. 100% Mobilitätsfreiheit = unbezahlbar.
1. Für ein Auto brauchst du keine Abfahrstafeln oder HAFAS durchzustöbern.
2. Kein Vortransport: das Auto steht vor der Tür.
3. Kein Nachtransport: das Auto bringt Dich überall hin.
4. Das Auto ist bei Fahrtantritt niemals verspätet (bestenfalls der Fahrer).
5. Das Auto steht 24/7 zur Verfügung, auch vier Uhr nachts im Wochenende.
6. Schon versucht, 4 Koffer in die Bahn mitzuschleppen? Im Auto kein Problem.
7. Während man bei der Bahn meistens voll bezahlt für Mitfahrer, sind die Mehrkosten für Mitfahrer im Auto marginal.
8. Ein Auto ist nicht von Weichenstörungen betroffen.
9. Ein Auto ist nicht von Signalstörungen betroffen.
10. Ein Auto ist nicht von Oberleitungsstörungen betroffen.
11. Wenn die Bahn baut, verliert man meistens eine Stunde, wenn nicht mehr. Im Auto bei Straßenbaustellen einige Minuten.
12. Im Auto hat man selber Einfluß auf das Funktionieren einer Klimaanlage.
13. Das Straßensystem ist in allen Ländern gleich, während es bei grenzüberschreitenden Bahnfahrten manchmal zum Fahrzeugtausch kommt.
14. Man braucht sich im Auto nicht auf eine Termin, einen Fahrweg oder ein gebuchtes Fahrzeug festzulegen.
15. Das Auto ist mit Anhänger und/oder Dachaufbauten ausbaubar.
16. Es gibt mehr und bessere Navigationssysteme für den Autofahrer als für den Bahnfahrer.
17. Ein Auto streikt nicht!
Ja, ein Autofahrer steht manchmal im Stau. Aber:
18. man kann einen qualmen
19. man kann die Stereoanlage voll hochdrehen
20. man kann so laut wie möglich schreien
Im Auto bekommt man so Frust los, in der Bahn bekommt man eine Strafanzeige.
gruß,
Oscar (NL).
--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
Sicht der Franzosen auf Deutschland
TGV, Freitag, 07.01.2011, 12:12 (vor 5615 Tagen) @ Oscar (NL)
Hallo,
hier in Frankreich ist jedoch die Sicht der Franzosen auf Deutschland eigentlich doch gerade anders herum, in jeder Stadt die etwas auf sich hält fährt Strassenbahn, Fahrradwege findet man überall, Bahnsystem ist viel enger gestrickt (v.A. Regionalverkehr!) und alles ist so organisiert und hergerichtet...
Zwar steht Deutschland auch für unbegrenzte Geschwindigkeit auf den Autobahnen, aber darüber wird hier nur geschmunzelt...
Hier in Frankreich gibt es jedoch auch so etwas wie ein Halbtaxabo, Carte 12-25 die bis zu 60% vergünstigung bringt, carte Escapades bis zu 50% usw. (je nachdem zu welcher Tageszeit wann man fährt... période bleue/période blanche) die alle recht günstig sind, 45€-75€ pro Jahr... da braucht man nicht noch ein Abo für alles... (wo dann auch die Städteverbünde nicht inbegriffen sind.
Naja, dann geht's halt nächste Woche nach Sizilien für ein paar Tage, so als Prüfungsendevorlesungsübergangsausflug *fg*
Grüße aus Strasbourg,
Chris
FR: tram-train, cadencement
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 07.01.2011, 15:11 (vor 5615 Tagen) @ TGV
Hallo,
hier in Frankreich ist jedoch die Sicht der Franzosen auf Deutschland eigentlich doch gerade anders herum, in jeder Stadt die etwas auf sich hält fährt Strassenbahn, Fahrradwege findet man überall, Bahnsystem ist viel enger gestrickt (v.A. Regionalverkehr!) und alles ist so organisiert und hergerichtet...
In Strasbourg soll doch ein "tram-train" System ausgerollt werden? Angeblich soll sowas in vielen FR-Städten bestehen.
Und s.i.w. ist der TER Alsace auch vertaktet (und bis zu 200 km/h schnell).
Zwar steht Deutschland auch für unbegrenzte Geschwindigkeit auf den Autobahnen, aber darüber wird hier nur geschmunzelt...
Aber 130 km/h auf Eure gebührenpflichtige Autobahnen ("autoroutes à péage") ist doch auch nicht schlecht?
Salut,
Oscar (NL).
--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
Tram-Train
Sören Heise, Region Hannover, Freitag, 07.01.2011, 15:20 (vor 5615 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Sören Heise, Freitag, 07.01.2011, 15:20
In Strasbourg soll doch ein "tram-train" System ausgerollt werden? Angeblich soll sowas in vielen FR-Städten bestehen.
Hej!
Der einzige echte Tram-Train fährt weiter südlich in Mülhausen; seit Fahrplanwechsel fährt der Tram-Train zwischen dort und Thann (Fahrplan). Bei Paris und demnächst auch bei Nantes sind es nur Stadtbahnfahrzeuge auf Eisenbahntrasse. In Straßburg ist aber ein Verkehren auf beiden Netzen (CTS und RFF) geplant.
Und s.i.w. ist der TER Alsace auch vertaktet (und bis zu 200 km/h schnell).
Fahrplan. Das könnte man Takt nennen.
Viele Grüße, Sören
--
![[image]](https://up.picr.de/48317654tz.jpg)
Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr
Spezialfall Elsass
TGV, Freitag, 07.01.2011, 17:46 (vor 5615 Tagen) @ Oscar (NL)
Naja, das ist ja auch das Elsass, die dichtestbefölkerte Provinzregion Frankreichs und nahe Deutschland... da wollen die Franzosen schon die guten Ideen aus Deutschland übernehmen (zB. Tram-Train nach Karlsruher Vorbild).
Dieser Tram-Train ist ja auch schön und gut auf dem Papier, praktisch jedoch eine sehr heikle Angelegenheit da sich dann 6 Hauptlinien in der Stadtmitte Straßburgs kreuzen und schon jetzt zur Hauptverkehrszeit man manchmal fast 10 min warten muss um überhaupt über die Kreuzung an Homme de Fer fahren zu können. Ausserdem wird dann im Berufsverkehr sogar weniger Kapazitäten da sein, da die Züge dann kürzer sind und auch noch länger brauchen (ca. 5 min). Wenn man wirklich nach deutschem Vorbild bauen wollte, müsste man einen S-Bahntunnel graben, da oberirdisch es sonst zu voll mit Straßenbahnen und Tram-Trains wird.
Cadencement wird aber auch nur auf den größten Linien betrieben (im Elsass: Basel-Strasbourg-Nancy (TER 200), Strasbourg-Molsheim-St Dié, Strasbourg-Haguenau und Strasbourg-Kehl-Offenburg)wobei diese auch Lücken aufweisen, die Nebenstrecken sind da komplett unabhängig.
In den anderen Regionen Frankreichs ist der Regionalverkehr z.T. sehr ausgedünnt, und am Wochenende kann man gar nicht erst in ländliche Regionen fahren da meißtens nur 2-3 Züge am Tag/Richtung (ja, auch im Elsass, nur nicht TER 200 da der die 5 größten Städte miteinander verbindet).
Es gibt ja dann auch noch Aqualis, Interloire und TerGV in anderen Regionen Frankreichs, was auch interessante Bemühungen sind, das Regionalzugangebot zu verbessern.
Was mich aber am meißten stört, ist dass die Gleiszustände auf Nebenstrecken grausig sind, sodass man z.B wenn man von Wissembourg nach Neustadt (a.d. Weinstr.) mit der DB fährt, die Staatsgrenze schon am Rollgeräusch hören kann; auf einmal ist es ganz ruhig, wo vorher fast der ganze Wagen auseinander geflogen ist. Man kümmert sich auch nicht sonderlich drum, solange drauf gefahren werden kann ist's gut, egal wie's rappelt.
Viele Grüße,
Christoph
Karlsruhe
Südfeld, Freitag, 07.01.2011, 18:20 (vor 5615 Tagen) @ TGV
Dieser Tram-Train ist ja auch schön und gut auf dem Papier, praktisch jedoch eine sehr heikle Angelegenheit da sich dann 6 Hauptlinien in der Stadtmitte Straßburgs kreuzen und schon jetzt zur Hauptverkehrszeit man manchmal fast 10 min warten muss um überhaupt über die Kreuzung an Homme de Fer fahren zu können.
In Karlsruhe besteht auch das Problem, dass man die Haupteinkaufs- und Tramdurchgangsstraße (zu Fuß!) aufgrund der dichten "S-Bahn"-Folge häufig nur mit längerer Wartezeit überqueren kann, weswegen eine Untertunnelung beschlossen wurde. Der entsprechende Wählerentscheid ging allerdings bemerkenswert knapp aus (55 zu 45 Prozent).
Insgesamt halte ich die Tram-Train-Verknüpfung in KA allerdings für hervorragend gelungen, wobei der Zeitverlust durch die langsame Gondelei in der Innenstadt derzeit nicht zu vernachlässigen ist. Hervorragend finde ich, dass auch im ÖPNV innerhalb der Stadtgrenzen die Bahncard anerkannt wird, so dass ein entsprechendes Ticket noch preiswerter ist als Fahrten mit der Viererkarte. (Warum wird z.B. im Kasseler Tram-Train-System Entsprechendes nicht angeboten?) Einzige kleine Einschränkung: kein Kurzstreckenticketangebot außerhalb des engen Citybereichs.
Aber spätestens hier wird es dann auch allmählich off topic. ;-)
(nicht ganz ernst gemeinte) Gegendarstellung
safe go, Chemnitz, Freitag, 07.01.2011, 12:55 (vor 5615 Tagen) @ Oscar (NL)
1. Für ein Auto brauchst du keine Abfahrstafeln oder HAFAS durchzustöbern.
aber die Jackentasche nach dem Autoschlüssel
2. Kein Vortransport: das Auto steht vor der Tür.
außer wenn es geklaut wurde und du es erstmal aus Tschechien/Polen/Litauen/... zurückholen musst
3. Kein Nachtransport: das Auto bringt Dich überall hin.
notfalls auch in den Straßengraben, aber auf manche Berggipfel würde ich dann doch à pied gehen
4. Das Auto ist bei Fahrtantritt niemals verspätet (bestenfalls der Fahrer).
Definitionsfrage, wenn es nicht anspringt oder man nicht aus der Parklücke kommt (vom Winterdienst zugeschoben), kann da ganz schnell eine da sein
5. Das Auto steht 24/7 zur Verfügung, auch vier Uhr nachts im Wochenende.
Es soll durchaus vorkommen, dass auch ein Auto mal in die Werkstatt muss. (Ok, ich geb ja zu, dass es ein Ersatzfahrzeug durch die Werkstatt geben kann.)
6. Schon versucht, 4 Koffer in die Bahn mitzuschleppen? Im Auto kein Problem.
Nö, aber 2 volle Rucksäcke, eine Laptoptasche und ein Plastebeutel mit 2 Brettspielen. Das ist auch schon belastend.
7. Während man bei der Bahn meistens voll bezahlt für Mitfahrer, sind die Mehrkosten für Mitfahrer im Auto marginal.
vielleicht materiell, aber ideell? Ich nerve meinen Vati gerne mit abweichenden Fahrtroutenwünschen. :D
8. Ein Auto ist nicht von Weichenstörungen betroffen.
Dafür gibt es nicht so viele Ausweichgleise (= freie Fahrspuren) (Kompensation durch lokal andere Fahrtroute möglich, aber das habe ich jetzt nicht gesagt :P)
9. Ein Auto ist nicht von Signalstörungen betroffen.
Eine Ampel kann auch mal ausfallen - dann viel Spaß auf der nachrangigen Straße, wenn Du links auf eine sehr stark befahrene Straße abbiegen willst ;-)
10. Ein Auto ist nicht von Oberleitungsstörungen betroffen.
Doch, wenn die Oberleitung an einem Bahnübergang runterkommt ...
11. Wenn die Bahn baut, verliert man meistens eine Stunde, wenn nicht mehr. Im Auto bei Straßenbaustellen einige Minuten.
Manche Baustellen neigen dazu, Stau zu verursachen.
12. Im Auto hat man selber Einfluß auf das Funktionieren einer Klimaanlage.
Solange sie korrekt funktioniert, bei Funktionstüchtigkeit ist es im Zug allerdings auch angenehm.
13. Das Straßensystem ist in allen Ländern gleich, während es bei grenzüberschreitenden Bahnfahrten manchmal zum Fahrzeugtausch kommt.
Dafür musst Du im Ausland andere Tempolimits und ggf. andere Auflagen erfüllen. Außerdem variieren die Dichte und Bezeichnung der Straßenklassen, soviel zum Thema überall gleich. ;)
14. Man braucht sich im Auto nicht auf eine Termin, einen Fahrweg oder ein gebuchtes Fahrzeug festzulegen.
Braucht man im Zug auch nicht, Fahrkarten können ja durchaus längere Gültigkeitsdauer aufweisen und verschiedene Fahrtwege erlauben (tarifliche Gleichstellung, Ländertickets).
15. Das Auto ist mit Anhänger und/oder Dachaufbauten ausbaubar.
Man kann auch eine zweiten, dritten, ..., siebten Zugteil anhängen (je nach Baureihe).
16. Es gibt mehr und bessere Navigationssysteme für den Autofahrer als für den Bahnfahrer.
Man muss ja einfach nur den Schienen folgen, da gibt es weniger Möglichkeiten sich zu verfahren, als wenn man der Naviansage nach wieder 'ne Sackgasse (ohne Wendemöglichkeit) zu früh abbiegt (=falsches Kartenmaterial oder menschliches Versagen).
17. Ein Auto streikt nicht!
Ein Bahnfahrzeug streikt in dem Sinne auch nicht. Wenn Du in fast menschenleeren rumänischen Gebieten nicht rechtzeitig tankst oder eine Panne hast, gibt's auch ein Problem.
Ja, ein Autofahrer steht manchmal im Stau. Aber:
Ich sehe auch genügend pünktliche Züge, die Marginalverspätungen kriegt man durch ungünstige Ampelschaltung oder überholende LKW auch schnell hin.
18. man kann einen qualmen
Setzt einen Mitfahren voraus, der das toleriert. Wenn man im Bahnhof steht, geht das Qualmen durchaus auch.
19. man kann die Stereoanlage voll hochdrehen
übermäßige Lärmemission (auch wenn §30 StVO sicher anders gemeint ist, verwende ich ihn für diesem Beitrag mal dazu, es gibt doch bestimmt auch andere Gesetze/Verordnungen, die für einen solchen Anwendungsfall gemacht sind)
20. man kann so laut wie möglich schreien
geht im Zug durchaus auch (muss nur eine gute Begründung parat haben)
Im Auto bekommt man so Frust los, in der Bahn bekommt man eine Strafanzeige.
Man schließe nicht von einem flachen Land auf den hügeligen Rest der Welt.
Allen, die es noch nicht mitbekommen haben, empfehle ich nochmals die Lektüre der Überschrift!
Viele Grüße
safe go
Autofahren vs. Bahnfahren: noch ein paar Aspekte
Südfeld, Freitag, 07.01.2011, 13:33 (vor 5615 Tagen) @ Oscar (NL)
1. Autonomie: Man ist mit dem Auto nicht an Fahrpläne gebunden. (Muss bei wichtigen Terminen dennoch genauso Pufferzeit einplanen, ist auf Strecken zwischen Metropolen im Regelfall länger unterwegs, kann parallel weder Arbeiten noch die Augen zumachen und ist bei Ankunft angestrengter, erschöpfter und gestresster. Letzteres ist natürlich nur meine höchst eigene Meinung.)
2. Souveränität: Man ist aktiv tätig und nicht passiv von einem komplexen technischen System und den ganzen Menschen abhängig, die es am Laufen halten und bedienen und dabei Fehler machen können. (Dafür führt individuelles Fehlverhalten auf der Straße wesentlich häufiger zu Verletzungs- und Todesfällen. Also eher eine Kontrollillusion.)
3. Individualität und Status: Man kann sich selbst darstellen, durch Automarke, -farbe, Fahrverhalten usw. (Wem es wichtig ist...)
4. Soziale Distanz: Man hat eine - wenn auch winzige und äußerst funktional gestaltete - mobile "Zweitwohnung" mitten im öffentlichen Leben: immer ein bis zwei Blechwände von anderen Gesellschaftsmitgliedern getrennt, und muss - wie bereits von Dir veranschaulicht - jenseits der Beachtung der StVO-Regeln in seinem individuellen Verhalten wenig Rücksicht auf andere nehmen. (Dieser Punkt leuchtet mir persönlich am ehesten ein - volle Züge machen genauso wie volle Aufzüge nicht gerade entspannt, weil die räumliche Wohlfühldistanz zum Anderen nicht immer gewährleistet ist.)
Danke für den genialen Beitrag
GUM, Freitag, 07.01.2011, 20:21 (vor 5615 Tagen) @ Südfeld
3. Individualität und Status: Man kann sich selbst darstellen, durch Automarke, -farbe, Fahrverhalten usw. (Wem es wichtig ist...)
4. Soziale Distanz: Man hat eine - wenn auch winzige und äußerst funktional gestaltete - mobile "Zweitwohnung" mitten im öffentlichen Leben: immer ein bis zwei Blechwände von anderen Gesellschaftsmitgliedern getrennt, und muss - wie bereits von Dir veranschaulicht - jenseits der Beachtung der StVO-Regeln in seinem individuellen Verhalten wenig Rücksicht auf andere nehmen. (Dieser Punkt leuchtet mir persönlich am ehesten ein - volle Züge machen genauso wie volle Aufzüge nicht gerade entspannt, weil die räumliche Wohlfühldistanz zum Anderen nicht immer gewährleistet ist.)
Die beiden Punkte haben mir am besten gefallen ! Wenn man sich die Werbung scheinbar hochwertiger Automarken ansieht, dann liest man eben exakt dies. Der VW-Patriarch schrieb mal von einem 7 Klassen-System bei den Automobilen.
Für den Punkt 4 könnte man sich ja auch am Railjet orientieren. Da gibt es 3er-Gruppen, 4 er Gruppen und zwei Einzelsitze. Und massig Platz zum Nachbarn. Allerdings ist das Raumgefühl dann in der einklassigen S-Bahn wieder verschwunden. Vielleicht sollte man deshalb in ALLEN Zügen zumindest eine Komfortklasse mit viel Abstand anbieten ?!
Die Schweiz verkauft 120mal mehr BC100 - warum?
Alphorn (CH), Freitag, 07.01.2011, 13:45 (vor 5615 Tagen) @ Oscar (NL)
Hab mal kurz gerechnet: Pro Million Einwohner gibt es in DE 428 BC100, in CH hingegen 52000. Pro Einwohner also 120mal mehr BC100 in der Schweiz. Warum? Der öffentliche Verkehr ist ja sicherlich nicht 120mal besser in der Schweiz.
Meiner Meinung nach gibt es dafür drei Gründe:
1. Transportgeschwindigkeit. Ich spreche hier nicht vom der Höchst- sondern von der Durchschnittsgeschwindigkeit von Haustür zu Haustür, inbesondere auf Pendlerdistanzen (denn Fernreisen braucht kaum oft genug, um eine BC100 zu rechtfertigen). Die wird beeinflusst von:
- Distanz zur Haltestelle: Viel Zeit kann man mit dem Weg zur Haltestelle verlieren, entweder am Start oder am Ziel. In der Schweiz ist diese Distanz meist kurz: Das GA deckt 23'000 Netzkilometer inklusive Bus/Postauto ab, die BC100 hingegen "nur" 33'000 Bahnkilometer plus 120 City-Tickets.
- Umsteigezeiten: Die Schweiz hat viele kleine ITF-Knoten im Pendlerbereich, die es realistisch machen, per Bus und S-Bahn fast gleich schnell wie per Auto in die Stadt zu kommen. Ein Beispiel ist Schwerzenbach: 4 Busse kommen innerhalb von 4 Minuten an, 3 Minuten später fahren die S-Bahnen in beide Richtungen, danach fahren die Busse wieder los.
- Takt: Wenn man zu einem bestimmten Zeitpunkt ankommen muss (z.B. Arbeitsbeginn) verliert man im Schnitt einen halben Takt an Wartezeit. Der Takt in der Schweiz ist meist besser: Halbstundentakt praktisch landesweit, Viertelstundentakt in Ballungsgebieten.
2. Zuverlässigkeit
Man muss sich auf die Bahn verlassen können, bevor man sich ihr komplett anvertraut; schliesslich will man ja nicht jeden vierten Tag zu spät bei der Arbeit auftauchen. Die hohe Pünktlichkeit der Schweizer Bahnen ist ja bekannt (nur 3.7% verspätete Züge inkl. Fernverkehr), während in DE sogar im Regionalverkehr 14% der Züge verspätet waren.
3. Preis
Das wurde schon besprochen: Das GA ist relativ preisgünstig, da hilft natürlich die kleinere Grösse der Schweiz. Allerdings sehe ich nicht ganz, warum die BC100 so viel teurer sein muss - wird befürchtet, dass die Besitzer sonst täglich zwischen Hamburg und Berlin zur Arbeit pendeln? Wohl kaum.