US: Green New Deal fordert "trains across oceans"? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Mittwoch, 13. Februar 2019, 08:57 (vor 217 Tagen)

Hello ICE fans,

via USHSR-Gesichtbuchseite stiess ich auf dieses Artikel.
Angeblich gibt es einen Green New Deal in der die Amerikaner versuchen "grüner" zu werden, auch im Bereich Verkehr.
Ein interessanter Satz findet man in einer der eingebetteten Twitternachrichten:

Green New Deal aims to build trains across oceans.

Buchstäblich übersetzt heisst das, dass Züge über die Ozeanen verkehren.
Das einzige, das ich mir vorstellen kann, ist sowas wie der Bering Strait Tunnel. Wiki, Video (42 min.).
Aber um ehrlich zu sein, scheint mir ein ICE International München-Rom-Palermo-Tunis wahrscheinlicher...

Kann es sein, dass man hier die Ost-West-Magistralen meint, etwa New York-Los Angeles? Ein eiserner Route 66 (aber dann in Gegensatz zur Strassenvariante ohne "road closed" Schilder)?

Hier im Forum wurde mehrmals gemeldet, dass der Rennzug eher dem Auto Konkurrenz machen sollte. Aber das ist Deutschland. Angeblich ist in den USA beim Flieger mehr zu holen. Schon alleine die Tatsache, dass man für die nationalen Sportveranstaltungen (NBA, NFL, NHL, Super Bowl usw.) stets eine vier- (wenn nicht fünf-?)stellige Zahl an Aktoren und Auswärtszuschauer "einfliegen" muss, ist schon ein Signal, dass in den USA der Flieger eine höhere Modal Share hat als in Deutschland (wo Bundesligaspiele für Auswärtsfans in der Regel per Bahn, Bus oder Auto bereisbar sind).

Ansonsten sind im Artikel die üblichen Sachen drin:
+ "Europa zeigt dass es lohnt, Rennbahnen zu bauen"
+ "wir sind nicht zu gross, China macht es auch und sogar um Welten besser"

Outside of the US, Canada, and Australia, every developed country has invested quite considerably in high-speed rail transportation systems. I think there is no reason to think that the United States is any different [in its transportation potential] than any other country.

Übrigens wird Hyperloop (oder soll ich schreiben: Hype-rloop) in diesem Video niedergemacht:

All the problems of deep space travel, brought down to the surface of the planet, such that you can travel about the speed of a bullet within a couple of cm of a gun barrel.

Konnte es nicht besser verfassen.


Cheers,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstrangen enden nicht bei einer Staatsgrenze, sondern bei einem Prellbock.

US: Green New Deal fordert "trains across oceans"?

Münchner, Mittwoch, 13. Februar 2019, 09:24 (vor 217 Tagen) @ Oscar (NL)

Ansonsten sind im Artikel die üblichen Sachen drin:
+ "Europa zeigt dass es lohnt, Rennbahnen zu bauen"
+ "wir sind nicht zu gross, China macht es auch und sogar um Welten besser"

Outside of the US, Canada, and Australia, every developed country has invested quite considerably in high-speed rail transportation systems. I think there is no reason to think that the United States is any different [in its transportation potential] than any other country.

Ich kenne China nicht, aber sehr wohl die USA und Kanada. Dort gibt es im Landesinneren jeweils riesige, faktisch unbesiedelte Gebiete. Da kann der Nachbarort schon einmal 100km weg sein und selbst dann gibt es dort nichts außer ein paar Häusern, eine Tankstelle und einer Schule.

Eine Idee von Präsident Trump.

Blaschke, Osnabrück, Mittwoch, 13. Februar 2019, 20:02 (vor 216 Tagen) @ Oscar (NL)

Huhu.

Green New Deal aims to build trains across oceans.

Buchstäblich übersetzt heisst das, dass Züge über die Ozeanen verkehren.

Vermutlich hat irgendwer dem Mr Trump was von Kolumbus berichtet und davon, dass man von Europa auch linksrum nach Indien kommt statt rechtsrum über Kurdistan und Kasachstan. Auch wenn schon damals Amerika im Wege war. Aber das wußte bis dato ja keiner in Europa. Und als wir's wußten, haben wir den Kontinent erobert und ausgebeutet; aber wenn heutzutage die Brasilianer dasselbe mit ihrem Regenwald machen, dann sind wir empört. Aber das nur am Rande.

Solch spannende Storys jedenfalls werden den besten Präsidenten, den die USA seit langem hat, bestimmt interessiert haben, wobei ich mich frage, wer ihm die wohl vorgelesen hat oder auf welchem Spartensender er da mal reingezappt hat.

Nun, so eine Zugverbindung nach Europa, da kann Trump dann die ganzen einwandernden Mexikaner und Lateinamerikaner einfach reinsetzen. One way ticket to Mutti. So wie es die Italiener bei den Brenner-EC handhab(t?)en. Nur dass da die Bayern das durchwinken nach Berlin vergaßen und die alle in Rosenheim aus dem Zug holten. Behämmert.

Kann es sein, dass man hier die Ost-West-Magistralen meint, etwa New York-Los Angeles? Ein eiserner Route 66

Jau! Der Grund steht etwas tiefer im Beitrag.

Hier im Forum wurde mehrmals gemeldet, dass der Rennzug eher dem Auto Konkurrenz machen sollte. Aber das ist Deutschland. Angeblich ist in den USA beim Flieger mehr zu holen. Schon alleine die Tatsache, dass man für die nationalen Sportveranstaltungen stets eine vier- (wenn nicht fünf-?)stellige Zahl an Aktoren und Auswärtszuschauer "einfliegen" muss, ist schon ein Signal, dass in den USA der Flieger eine höhere Modal Share hat als in Deutschland


Und deswegen soll dann die Eisenbahn gefördert werden. Dahinter steckt auch Präsident Trump. Bislang flappt der Ami von NY nach LA ungefähr 5 Stunden durch die Luft. Wenn er demnächst mit dem von Trump initiierten Zug fährt, braucht er 3 Tage. Und denkt sich so, 3 Tage statt 5 Stunden: Wow, der Donald hat es tatsächlich geschafft mit "make America great again."


Schöne Grüße von jörg

--
"Wenn Sie für die Eisenbahn arbeiten, dann sind Sie immer auf der Seite der Guten!"

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)

US: Green New Deal fordert "trains across oceans"?

ThomasK, Mittwoch, 13. Februar 2019, 21:04 (vor 216 Tagen) @ Oscar (NL)

Ich denke, dass das nur ein unverbindliches Arbeitspapier ein paar Abgeordneter ist.

Das Arbeitspapier ist fachlich wenig durchdacht.

Eine Eisenbahnverbindung zwischen Russland und Alaska ist wirtschaftlich gar nicht darstellbar. Die Güter werden wesentlich billiger auf dem Schiff transportiert und für den Personenverkehr ist das Gebiet bei weitem zu dünn besiedelt.

Abgesehen davon müsste dann ja auch die Eisenbahnstrecke zwischen Alaska und Kalifornien ausgebaut werden, was im Hinblick auf die Entfernungen, die Topographie und die Witterungsbedingungen in Alaska fernab jeglicher Realität ist. Kanada, über dessen Gebiet die Strecke teilweise führe, hat dafür gar keine Mittel im Haushalt.

Einigermaßen realistisch erscheint es, wenn in den USA im SPFV einige Teilnetze ausgebaut werden und zudem einige ÖPNV-Netze angelegt werden. Bis 2035 könnten Teilnetze in Kalifornien (San Diego - Los Angeles - San Francisco / Sacramento) und Florida ausgebaut werden.

Texas hat aus Sicht der Eisenbahn den riesigen Vorteil, dass man mit dem Dreieck Dallas (Norden), Houston (Südosten) und San Antonio (Südwesten) ein sehr gutes Eisenbahndreieck bauen könnte. Legt man die Strecke zwischen Dallas und San Antonio noch durch Fort Worth und Austin, so kann man im Einzugsbereich des Hochgeschwindigkeitnetzes je nach Definition des Einzugsbereichs der Metropolregionen mehr als die Hälfte aller Texaner an das Eisenbahnnetz anbinden.

Mit Fahrzeiten zwischen 90 und 120 Minuten zwischen den Ecken des Dreiecks, die etwa 350 km - 450 km voneinander entfernt sind würde die Eisenbahn bei Vmax = 320 km/h sowohl das Auto als auch das Flugzeug vernichtend schlagen. Insbesondere bei den extrem heißen Sommern in Texas wäre es für die Reisenden eine riesige Erleichterung in klimatisierte Züge zu steigen, als sich stundenlang in der Hitze mit ihren SUV-Karren über Inter States zu quälen.

_____________


Wenn zudem bedenkt, dass sich zwei Drittel der gesamten ÖPNV-Verkehrsarbeit der USA im Stadtgebiet von New York abspielt, d.h. in New York doppelt so viele Personenkilometer im ÖPNV abgewickelt werden wie in der ganzen übrigen USA zusammen, dann ist klar, dass sich der Fokus auf den Ausbau der ÖPNV-Netz richtet. Die Metropolregionen New York und Los Angeles sind von der Einwohnerzahl in etwa vergleichbar. Gleichwohl fährt der New Yorker 15 Mal so viel mit dem ÖPNV wie ein Bürger in Los Angeles!

Ich habe ja sowohl New York als auch Los Angeles besucht. Der Unterschied zwischen beiden Städten im ÖPNV ist ungefähr vergleichbar mit einer Bergtour auf die Zugspitze und einem Spaziergang auf den Olympiaberg in München.


Also: Teilnetze im SPFV und Neuanlage einiger ÖPNV-Netze, aber nicht mehr!

US: Green New Deal fordert nationales HGV-Netz.

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Donnerstag, 14. Februar 2019, 07:26 (vor 216 Tagen) @ Oscar (NL)

via USHSR-Gesichtbuchseite stiess ich auf dieses Artikel.
Angeblich gibt es einen Green New Deal in der die Amerikaner versuchen "grüner" zu werden, auch im Bereich Verkehr.
Ein interessanter Satz findet man in einer der eingebetteten Twitternachrichten:

Green New Deal aims to build trains across oceans.

Buchstäblich übersetzt heisst das, dass Züge über die Ozeanen verkehren.
Das einzige, das ich mir vorstellen kann, ist sowas wie der Bering Strait Tunnel. Wiki, Video (42 min.).
Aber um ehrlich zu sein, scheint mir ein ICE International München-Rom-Palermo-Tunis wahrscheinlicher...

Kann es sein, dass man hier die Ost-West-Magistralen meint, etwa New York-Los Angeles? Ein eiserner Route 66 (aber dann in Gegensatz zur Strassenvariante ohne "road closed" Schilder)?

Der Uterschied is einmal "oceans", nicht "ocean". D.h. es soll sich um ein HGV-Netz innerhalb der USA zwischen den Oceanen (Atlantic und Pacific) handeln, nicht unter dem Teich hindurch um in Russland oder Portugal wieder aufzutauchen.^^


Hier im Forum wurde mehrmals gemeldet, dass der Rennzug eher dem Auto Konkurrenz machen sollte. Aber das ist Deutschland. Angeblich ist in den USA beim Flieger mehr zu holen. Schon alleine die Tatsache, dass man für die nationalen Sportveranstaltungen (NBA, NFL, NHL, Super Bowl usw.) stets eine vier- (wenn nicht fünf-?)stellige Zahl an Aktoren und Auswärtszuschauer "einfliegen" muss, ist schon ein Signal, dass in den USA der Flieger eine höhere Modal Share hat als in Deutschland (wo Bundesligaspiele für Auswärtsfans in der Regel per Bahn, Bus oder Auto bereisbar sind).

Auf "kurzeren" Distanzen (in D immernoch mit Düsseldorf - München vergeichbar) nutzen sogar sie Teams durchaus Amtrak.


Ansonsten sind im Artikel die üblichen Sachen drin:
+ "Europa zeigt dass es lohnt, Rennbahnen zu bauen"
+ "wir sind nicht zu gross, China macht es auch und sogar um Welten besser"

Outside of the US, Canada, and Australia, every developed country has invested quite considerably in high-speed rail transportation systems. I think there is no reason to think that the United States is any different [in its transportation potential] than any other country.

Ja, aber die sind alle deutlich dichter besiedelt. Selbst in D war es eingentich immer so, dass die schnellsten Züge mit den wenigsten Halten (TEE, MET, ICE-Sprinter) deutlich schwächer ausgelastet waren/sind, als reguläre Taktzüge und das zudem, bei geringerer Kapazität, also weniger Wagen, i.d.R. nur 7 statt 12. Wie das heuer bei den VdE8-Sprinter aussieht, weiss ich nicht.
Die Distanzen wie LA - NYC sind einfach viel zu lang für nur 200mph. Das wären ca. 8h Zeitverlust abzgl. Fluchhafenaufenthalte immernoch ca. 6h.
Ich bleibe dabei - insbesodere da es in den USA kaun brauchbare Bestandsstrecken gibt und man eh alles komplett neu bauen muss - dass nur der Transrapid eine Chance gegen Fluchzeuge haben würde. Rad-Schiene ist nur was für Kurz- und Mittelstrecken. Je kurzer, desto höher die Nachfrage (S-Bahn).

--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
[image]

also eher "trains between oceans"...

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Donnerstag, 14. Februar 2019, 08:26 (vor 216 Tagen) @ 218 466-1

Kann es sein, dass man hier die Ost-West-Magistralen meint, etwa New York-Los Angeles? Ein eiserner Route 66 (aber dann in Gegensatz zur Strassenvariante ohne "road closed" Schilder)?

Der Unterschied is einmal "oceans", nicht "ocean". D.h. es soll sich um ein HGV-Netz innerhalb der USA zwischen den Oceanen (Atlantic und Pacific) handeln, nicht unter dem Teich hindurch um in Russland oder Portugal wieder aufzutauchen.^^

Das wäre dann "trains between oceans" oder "East-West Corridor".

Ja, aber die sind alle deutlich dichter besiedelt.

Auch in China gibt es reichlich Gegende, wo kaum jemand wohnt. Unterschied ist aber, dass die am dichteste(n?) Besiedlung in China viel dichter ist als z.B. Kalifornien oder New York-Washington.
Und in Saudiarabien fährt der Haramain (Jeddah-Mekka-Medina) dreistellige Kilometerzahlen durch Wüste.

Die Distanzen wie LA - NYC sind einfach viel zu lang für nur 200mph. Das wären ca. 8h Zeitverlust abzgl. Fluchhafenaufenthalte immernoch ca. 6h.

In Gegensatz zum "Fluch"zeug hat aber die Bahn aber Netzwirkung. In China werden vermutlich auch nur Fuxing-Hao-Fans mit der Bahn von Beijing nach Hong Kong reisen. Das sind 2200 km in 9 Stunden. Der Normalchinese wird das eher fliegen.
Aber sogar der schnellste Fuxing-Hao fährt die Strecke noch mit 5-6 Zwischenhalten. Man kann also auch Teilstrecken reisen, und vermutlich sind die allermeisten Reisenden dann auch Chinesen die 2-3 "Haltestellen" = 600-1000 km reisen.

Ich bin gespannt wie es rundum Dallas/Houston abläuft. Kalifornien ist Opfer von zu viel Bürokratie und/oder Monetenmissmanagement, LA-SF wird definit nicht komplett Highspeed.
Wenn Dallas/Houston gut durchsetzt, kann man von dort aus weiterbauen (Oklahoma City, Shreveport, Jackson, New Orleans, Kansas City usw.).
Ohne gute Annahme wäre die Rennbahn Paris-Lyon ja auch nicht nach Marseille verlängert.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstrangen enden nicht bei einer Staatsgrenze, sondern bei einem Prellbock.

US: Ansatz landesweites HGV-Netz "green new deal".

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Donnerstag, 14. Februar 2019, 09:27 (vor 216 Tagen) @ Oscar (NL)

Hello ICE fans,

inzwischen habe ich ein Artikel gefunden mit einer grafischen Darstellung eines HGV-Netzes.
500 Milliarden USD soll es kosten; der gesamte "green new deal" sogar 2.000.000.000.000 USD.

Interessant:

Why do we care about the power industry? Well, the generation of electrical power is the single largest source of greenhouse gas emissions in the United States.

Also nicht Viehhaltung / Fleischkonsum?
Also nicht Verkehrsträger "road & air"?
Hatte eher mit diesen beiden gerechnet. Wiki behauptet anders: Landwirtschaft 8%, Haushalte 11%, Industrie 20%, Verkehr 24%, Stromerzeugung 33%.

Auch interessant: Acela ist nicht erfolglos, sondern ZUVIEL erfolgreich...:

By 2040, the railroad expects Northeast Corridor ridership to climb from 12 million passengers annually to 43.5 million. Without a major investment in trains, tracks, tunnels and stations, the system will break, Amtrak officials warn.

Man würde fast glauben, die USA trauen sich nicht in HGV zu investieren, nicht wegen der befürchteten "money pit" oder "boondoggle" oder "train to nowhere", sondern weil es zuviel Erfolg generiert und das System, einmal fertig, nicht mehr instandzuhalten ist!

Auch interessant:

A mere $9 billion ballot measure and $4 billion in stimulus funds were able to build something real and tangible, and it’s a lot harder to kill a public works project once it is visible.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstrangen enden nicht bei einer Staatsgrenze, sondern bei einem Prellbock.

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