[BG2] Teil 0: Über Umwege nach Graubünden [m2B] (Reiseberichte)

Math5D, Montag, 27.04.2026, 15:45 (vor 17 Stunden, 11 Minuten)

Nach diversen Serien über die Bahnen in der Schweiz bin ich nun alle Strecken dort gefahren. Dies und das Ende von abload waren erstmal Grund genug, hier keine weiteren Reiseberichte hochzuladen. In letzter Zeit ist es aber in der Hinsicht generell im Forum etwas ruhiger geworden und so möchte ich dem Trend entgegenwirken, dass wir hier zur reinen FGR-Selbsthilfegruppe werden.
Denn ich war in den letzten Jahren durchaus nochmal unterwegs und habe längst Berichte darüber geschrieben, die mit einem zweiten Besuch in Graubünden beginnen, bei dem ich einige schöne Touren wiederhole, anders kombiniere, oder bessere Wetterverhältnisse erhoffe. Außerdem gibt es in Teil 4 damals topaktuelle Einblicke in ein ganz neues Bauwerk. Inzwischen ist das natürlich nicht mehr so neu, aber los geht es sowieso wie immer mit der Anfahrt in Teil 0:

Nach dem Interlakenurlaub der BOP-Serie hat sich in demselben Jahr die Gelegenheit ergeben, nochmal das Sommerangebot des BüGAs in Graubünden auszunutzen. Dafür plane ich eine Anreise mit Zwischenübernachtung in Kiel - liegt geografisch nicht gerade auf dem Weg, aber ab dort gibt es tatsächlich durchgehende Züge in die Schweiz, teilweise sogar bis nach Chur. Zunächst muss ich aber gen Norden und habe dafür eigentlich den RE1 nach Köln und ab da den IC2312 nach Hamburg geplant, der nach Westerland mit Kurswagen nach Dagebüll fährt. Allerdings tut er das an diesem Tag wegen einer Sperre der Hauptstrecke zwischen Köln und Düsseldorf erst ab dort, also geht es mit dem RE4 los.

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1 Hier fährt gerade mit unterdurchschnittlichen +90 der NJ nach Amsterdam durch.

Dann kommt der IC wie immer ganz kurz vor Abfahrt aus der Remise und hunderte Leute stürmen vor allem die vordersten beiden Wagen, die nach Dagebüll Mole gehen - hatte ich schon erwähnt, dass gerade Sommerferien sind? Die Nordseeinseln scheinen noch ein beliebtes Ziel zu sein. Jedenfalls habe ich im dritten Wagen reserviert, wo nun mehrere Leute Panik bekommen, dass sie in die ersten Wagen nicht mehr reinpassen. Zum Glück kann die Schaffnerin sie beruhigen, dass sich das bis Niebüll klären wird oder sonst der neg-Triebzug genug Platz hätte. Ohne große Ereignisse geht es bis Hamburg.

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2 Da fährt mein IC von eben aus, nebenan ein Dänemark-IC, der seit Neuestem nicht mehr mit Gumminase dieselt, sondern aus Vectron und DB-IC-Wagen gebildet wird. Vom extra langen Gleis 7 fährt schließlich mein RE nach Kiel ab.

Einen Tag später sitze ich mehr als pünktlich im ICE 279 nach Basel (eigentlich weiter nach Zürich über Hauenstein), aus dem ich aber sowieso in Basel SBB rausmöchte, um die schönere Bözbergstrecke mitzunehmen. Sollte etwas schiefgehen, kann ich mit einem späteren IC3 trotzdem Zürich erreichen. Aber es wird schon sehr schnell kritisch, denn in Neumünster ist kein Gleis frei. So muss der RE vor uns rausgelassen werden, dem wir nun bis Hamburg hinterherzuckeln - Gesamtergebnis: +20.

Das war aber erst der Anfang - während wir über die Altstrecke nach Hannover bummeln, bei der immer noch nicht die seit 30 Jahren notwendige NBS beschlossen wurde, aber das ist eine andere Geschichte, bekomme ich mit, dass der Bahnhof in Fulda komplett gesperrt ist. Daran ändert sich auch erstmal nichts und so biegen wir in Kassel ab auf die Strecke über Marburg und Gießen. Anstatt jetzt bis Frankfurt durchzufahren, biegen wir in Friedberg von der Bummelstrecke auf die Über-Bummelstrecke nach Hanau ab und haben so fast +60. Und jetzt folgen erst die Bauarbeiten, derentwegen wir sowieso schon laut Fahrplan 60min langsamer sind als sonst (und weswegen unser Zug auch die komische Zugnummer statt der 73 hat und nur bis Basel statt Zürich fährt).

Durch die kommen wir aber gut durch und können so bis auf etwa +40 rankommen. Dann kommt die Durchsage, dass wir in Basel Bad eine Pofallawende machen werden. Um nun zum SBB-Bahnhof zu kommen, gibt es einen extrem knappen Anschluss auf eine S6 und dann 30min lang nichts. Also bleibt nur Eins: Ein paar Wagen nach vorne gehen, direkt bei der Treppe mit inzwischen wieder +42 raus, und in 1min Vollsprint in die S-Bahn, die hinter den ersten 20 Leuten die Türen schließt und losfährt - mehr hätten auch nicht gepasst.

Wie das dann immer so ist, bummelt die nochmal etwas rum, sodass der 8min-Anschluss auf den nächsten IC3 wieder knapp wird, aber auch der klappt mit einem Lauf über die sehr rudimentäre Ostbrücke. Im IC3 - übrigens genau der, den ich sonst in Zürich bekommen hätte - setze ich mich ins Bordrestaurant, aber das ist geschlossen. Laut Aussage des Schaffners sollte in Zürich das Personal dafür kommen, aber nichts passiert. So geht es mit knurrendem Magen bis Chur und dort in den Bus zu dem mir bereits bekannten Hotel, in dem es aber seit dieser Saison ein neues Restaurant gibt, das qualitativ deutlich besser ist als das alte, allerdings auch preislich sich angepasst hat.

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