[NL][AT][CZ] In 8 Zügen um.... 4 Länder (m.30 B.) (Reiseberichte)
Während ich wieder in Groningen bin, ging es über Ostern nach Hause in Tschechien... und dann zurück. Jeweils komplett durch innerhalb eines Tages.
Es ist 4 Uhr früh, mein Wecker klingelt... ich hätte gerne mehr Schlaf gehabt, aber was soll's. Was muss das muss.
Nachdem ich mal eben noch meinen Koffer etwas umpacken musste weil es nicht ganz so geklappt hat wie ich es mir am Abend vorher vorstellte, ging es um 10 vor 5 zum bereits wartenden Taxi (weil anscheinend kein Bedarf für einen Bus um diese Zeit besteht), welches ich schon Wochen im Voraus buchte. Damit komme ich um kurz vor 5 am Bahnhof an. An sich wäre mein IC erst um 5:18 losgefahren, aber ich wollte etwas mehr als nur 6 Minuten Umsteigezeit in Zwolle haben, also nahm ich den Regionalzug davor. Das war überhaupt der erste Zug des Tages von NS, der in Groningen losfährt.
Immerhin muss man beim Einstieg auch keine Treppen überwinden. Und aus irgendwelchen Gründen waren einige Gates einfach offen, sparte ich mir das Einchecken mit meinem DB-Ticket.
Was man aber überwinden muss, ist die grelle Beleuchtung so früh am Morgen
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Das letzte Mal, als mich die Beleuchtung so sehr störte, war im Hitachi Rock von Venezia nach Udine letztes Jahr... vor allem man hat es eigentlich nicht nötig, anderswo kann man auch tageszeitabhängig in einem Regionalzug die Beleuchtung haben. Die Beleuchtung ist ja vor allem wegen dem Sicherheitsgefühl da, aber ehrlich gesagt fühle ich mich damit eher unwohl als sicher.
Das und die absolut unbequeme Bestuhlung hätte ich noch irgendwie ertragen können, wenn denn der Zug nicht schon bei der nächsten Station, die noch in der Stadt liegt, wegen irgendeinem Problem im Voraus erstmal länger warten durfte. Soweit ich es verstanden hab, war irgendein Zug oder so auf der Strecke defekt... man hielt auch mal auf freier Strecke nachher und kam dann entsprechend verspätet in Assen an, wo man etwas länger stand. Ich schau raus, das Signal ist rot und es wurde eine Verspätung von 15 Minuten angekündigt. Nach etwas überlegen sah ich bereits in der Ferne die Frontlichter vom VIRM aufscheinen, ich wusste was zu tun ist, wechselte den Bahnsteig, just in time auf den pünktlichen IC Richtung Den Haag. Dort durfte ich auch mein Ticket zeigen. Funktioniert natürlich einwandfrei und so geht es durch die Dunkelheit nach Zwolle.
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Nachdem immer mehr VIRMs aufgearbeitet werden, weiß ich auch nicht, ob ich jemals wieder in einem VIRM vor der Modernisierung gesessen haben werde. Komfortmäßig jetzt ok für den Einsatzzweck. Bisschen besser als die älteren DB-Dostos, gegenüber einem DB IC2 hingegen können die Dinger nicht das Wasser reichen, diese ICs haben ja nichtmal Steckdosen.
In Zwolle dann geht es pünktlich mit 6 Minuten Umsteigezeit und Bahnsteigwechsel in einen IC Richtung Vlissingen mit DD-AR-Material
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Ich finde die ganz nett aufgearbeitet. Im Gegenzug zur Strecke Groningen - Zwolle wird bei jenem IC recht oft gehalten. Teils gibt es ja Streckenabschnitte, wo er überall hält. Die Inneneinrichtung reflektiert diesen Umstand recht gut. Anderseits finde ich, hat man durchaus gute Arbeit geleistet, dass man drinnen dem Zug sein Alter nicht sofort anmerkt.
In Arnhem hat man endlich Tageslicht, hier muss ich auch gar nicht erst den Bahnsteig wechseln, sondern kann mir noch einen schönen schwarzen Tee besorgen.
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Ich hab sogar etwas mehr Zeit, denn der ICE, den ich dann bis Düsseldorf nutze, ist aus Richtung Amsterdam 5 Minuten verspätet
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Da konnte ich noch einen VIRM bewundern
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und mir noch einen Tee besorgen.
In den Niederlanden wird übrigens jenseits des Eurostars gefühlt kein Zug angekündigt am Bahnhof. Da kommt der ICE einfach so am Bahnsteig an, ohne jegliche verbale Ankündigung.
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Was machen da eigentlich blinde Personen bzw. jene mit Sehbehinderungen? Definitiv ungewohnt, kenne ich sonst so nirgends, dass selbst Fernzüge wie ICEs überhaupt keine Ansagen kriegen. Und das eben nicht etwa aus Versehen sondern offenbar systematisch.
Ich steige jedenfalls in einen ICE 3 neo ein, der noch nicht die neue Innenausstattung erhielt.
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und ich bin definitiv über die warme Beleuchtung froh. Überhaupt war das eine nette Fahrt. Bis Oberhausen wurde die Verspätung trotz Baustellen entlang der Strecke auf 1,5 Minuten runtergedrückt. Weiter runter ging es aber nicht bis Düsseldorf.
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Ich freue mich schon drauf, wenn der Hauptbahnhof Duisburg fertig renoviert ist, der hat es definitiv gebraucht.
In Düsseldorf habe ich dann wiederum einen Umstieg vom selben Bahnsteig vor mir...
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Und da kommt mein nächster ICE 3 neo an.
Dieses Mal im neuen Innendesign
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Hab ich sofort zu lieben gelernt. Die Bestuhlung ist richtig angenehm und generell ist der ICE 3 neo für mich ein echt toller Zug, den ich gerne öfters nutzen würde.
Der ist jedoch auch wiederum mit 3 Minuten Verspätung angekommen. Nachdem er an einem RRX vorbei durfte und später noch einmal eine Vollbremsung hinlegte, von der er sich erstmal erholen durfte, erreicht man Köln Messe/Deutz mit 10 Minuten Verspätung. Das wird bis Stuttgart so ungefähr auch bleiben.
Irgendwo fand ich diese SEV-Busse vor
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was die wohl so treiben.
Derweil kommt man auch auf Geschwindigkeit
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Dieser Würfel kommt mir irgendwie bekannt vor. Für mich war es das erste Mal auf der KRM, jetzt weiß ich, was damit gemeint ist, wenn die Strecke mit einer Achterbahn verglichen wird. Und was es heißt, geschmeidig an der Autobahn mit bis zu 300 km/h vorbeizubrettern. Das macht definitiv Spaß!
Nach einem Halt in Frankfurt Flughafen und Mannheim ohne weitere Vorkommnisse kommt man auch in Stuttgart an
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Natürlich muss man da auch das Bahnhofsschild fotografieren
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Mag zwar noch etwas Zeit haben, aber irgendwann ist das ja auch wieder was für die Archive.
Es geht mit 10 Minuten Verspätung weiter, die NBS Wendlingen - Ulm wurde passiert, da kam ich mit anderen Fahrgästen ins Gespräch, eine etwa hat sich sorgen gemacht, dass sie in München wegen der Verspätung nicht den RE5 erwischen würde, den sie statt des ICEs nehmen wollte. Wer mit der DB fährt, hat definitiv was zu erzählen, aber dennoch scheint man ganz gut damit fahren zu können. Es hat einfach seine Vorzüge und teils ist es auch leistbarer geworden als das Auto...
Zwischendurch gab es auch mal Schnee zu sehen
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Irgendwann wollte ich mal auch was essen. Wusste nur nicht was ich mag, als ich im Bordrestaurant ankam. Als ich fragte, ob man mir was empfehlen könnte, meinte die Bedienung zunächst "Alles!" Aber dann hat sie mich auf die Pizza hingewiesen, die es ja jetzt auch gibt
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Direkt mal bestellt.
Hab ich mit Freuden dann auch genossen, schmeckt auch so wie ich mir eine aufgebackene Pizza so vorstelle. Ich komme mit einer Familie am Tisch nebenan ins Gespräch, nachdem ich die Kindermenüs bemerkte. So generell habe ich das Gefühl gehabt, dass heute einfach ein guter Tag zum Reisen war. Zufälligerweise wurde die Verspätung nämlich bis Augsburg komplett getilgt und man fuhr in Bayern stets vor Plan ein. Warum? Weil Bayern.
In München angekommen sehe ich noch einen verspäteten RJX ausfahren. Wäre ich weiter vorne ausgestiegen, hätte ich ihn vielleicht sogar noch erwischen können, wenn ich wollte. Aber war wurscht, mein nächster Zug war eh ein ICE. Ich hatte noch eine halbe Stunde Zeit, der Anschluss wird mich wieder am selben Bahnsteig erwarten, aber ich bin dann doch etwas spazieren gegangen. Wenn ich schon in München Hbf bin, will ich das auch mal spüren.
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Mein ICE Richtung Graz kam dann auch 1-2 Minuten vor Plan in München an, ich steige also ein, mach es mir bequem und bis Freilassing fuhr der Zug auch an jedem Halt stets 1-2 Minuten verfrüht ein, dann sagte die ÖBB Infra Halt Stopp! und hat den Zug erstmal kurz vor Salzburg Hbf etwas warten lassen. 2-3 Minuten Verspätung waren die Folge. Ich hätte dennoch bequem den RJX nach Wien bekommen, allerdings schaute der mir irgendwie voll aus und bevor ich in den vorderen Zugteil schaute, war das Ding auch schon weg. Also stattdessen im vierteiligen IC-KISS nach Wien gedüst. Mit dem würde ich meinen nächsten vorgesehenen Anschluss auch erreichen...zumal seit Salzburg auch keine Zugbindung mehr ist.
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In Linz stiegen zur HVZ natürlich ein Batzen Leute ein, da standen auch einige, aber weniger als 15 Minuten später in St. Valentin war der Spuk auch wieder vorbei und die Auslastung war wie zuvor recht entspannt. Ein bisschen was los dürfte ab St. Pölten gewesen sein, aber nichts, weswegen irgendwer hätte stehen müssen oder so.
In Wien Hbf sollte um 19:10 ursprünglich mein vorletzter Zug fahren, der wurde aber wegen der Bauarbeiten am Semmering, an dem er bei seiner Fahrt aus Villach nach Prag vorbeikommt, von der Fahrzeit her verlegt, das wusste der DB Navigator erst auch Wochen nach Buchung zu berichten, weswegen dieser auch zunächst meine komplette Zugbindung wegen dieses Stücks aufgehoben hat.
Ich würde mich aber stattdessen in Breclav einfach abholen lassen.
In Wien jedenfalls ist meine Reise schon nicht weit weg vom Ende, während bei anderen die Reise grade erst losgehen dürfte
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Im Railjet dann den letzten Teil zurückgelegt...
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... und so ist eine Reise zu Ende gegangen. 8 Züge, 4 Länder und 0 Probleme. Reserviert habe ich selbstverständlich nicht, aber das dürfte eh jedem klar gewesen sein ;)
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky