Auf Meterspur durchs grüne Spanien | 5/5 m 56 B (Reiseberichte)

TD, Samstag, 20.06.2026, 17:41 (vor 13 Tagen)

Hallo zusammen,

willkommen zum fünften und letzten Teil unserer Tour durchs grüne Nordspanien, im vierten Teil waren wir von Cudillero auf Meterspurgleisen durch Asturien und Galicien nach Ferrol gefahren.

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Nun treten wir die zweitägige Heimreise von Ferrol an den Bodensee an, dabei werden wir auf iberischer Breit-, Normal- und Meterspur unterwegs sein.


Tag 6: Ferrol – Ourense - Monforte de Lemos - Miranda de Ebro – Bilbao - Zumaia

Für die Rückfahrt haben wir eine Variante mit Fernzügen durch das Landesinnere gewählt. Ferrol verfügt über einen Kopfbahnhof, neben der Meterspurstrecke aus Gijón, über die wir am Vortag angereist sind, endet hier auch eine Breitspurstrecke aus Betanzos. Der Bahnhof wurde 1913 eröffnet.

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Wir sind heute früh unterwegs, der Alvia nach Madrid fährt um 5:55 Uhr ab. Auf der anfangs eingleisigen und nicht elektrifizierten Strecke verkehrt ein Zug der Baureihe 730. Die Hochgeschwindigkeitszüge sind wahre Multitalente, sie sind nicht nur umspurbar sondern verfügen auch über Dieselgeneratoren und können somit auch auf nicht elektrifizierten Strecken eingesetzt werden.

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Die Auslastung ist auf der ersten Etappe sehr überschaubar, voll wird der Zug erst in Santiago de Compostela, wo erkennbar auch viele Jakobsweg-Pilger den Rückweg antreten. Die ersten Kilometer der Fahrt sind von Dunkelheit und Morgennebel geprägt, daher habe ich hier nur wenige Bilder. Bei den nächsten Bildern sind wir schon auf der Neubaustrecke Línea de alta velocidad Olmedo-Zamora-Orense-Santiago de Compostela (LAV Galicia).

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Am Eisenbahnknoten Ourense steht ein Umstieg an. Eigentlich auf einen Zug in Richtung Barcelona, wegen Bauarbeiten startet dieser aber erst am nächsten Bahnhof und vor uns liegt nun eine einstündige Etappe mit dem Bus.

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Straße und Gleise führen durch das Tal des Río Miño, auf dem nächsten Bild sehen wir auch den Grund für die Streckensperrung, offensichtlich wird das Viaducto de Los Peares saniert.

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Ab Monforte de Lemos geht es auf Gleisen weiter. Für die nächsten fünf Stunden rauschen wir nun durch Nordspanien und lassen die abwechslungsreiche Landschaft am Zugfenster vorbeiziehen.

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Die Strecke windet sich zunächst kurvenreich durch das enge Tal des Río Sil…

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…und führt weiter durch die Ausläufer des kantabrischen Gebirges.

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Von der Meseta-Hochebene…

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…in die fruchtbare Landschaft der Bureba.

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Während der Fahrt wird der Zug zweimal umgespurt. Die Darstellung auf der Deckengondel ist etwas sonderbar, aber…

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…als wir den Ebro überqueren ist klar, dass es bis zum Bahnhof von Miranda de Ebro nicht mehr weit ist. Wir haben uns für die Rückfahrt zum Streckensammeln für einen Schlenker über Bilbao entschieden. Daher steigen wir in Miranda de Ebro um, der Intercity nach Bilbao…

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…entpuppt sich als Breitspur-Elektrotriebzug der Reihe 440.

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Miranda de Ebro liegt rund 470 Meter über Meer, Bilbao unten an der Küste und auf der Karte ist eine kurvenreiche Streckenführung eingezeichnet – das sind Indizien für eine landschaftlich reizvolle Strecke. Und tatsächlich: die Route durch die baskischen Berge (Montes Vascos) ist durchaus sehenswert.

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Nach knapp zwei Stunden erreichen wir den Endbahnhof Bilbao-Abando. Vor drei Tagen waren wir nebenan am Schmalspurbahnhof Bilbao-Concordia, heute können wir nun die monumentale Halle des Breitspur-Bahnhofs entdecken. Ein großes Buntglasfenster zeigt Motive aus Wirtschaft, Geschichte und Kultur des Baskenlandes.

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An diesem Tag war die Tour de France in Bilbao, am nächsten Tag wird sie Donostia-San Sebastián erreichen. Das wäre mir eigentlich egal gewesen, wenn dadurch nicht die Hotelzimmer in beiden Städten unbezahlbar gewesen wären. Aber schließlich hat sich noch eine passende Übernachtungsmöglichkeit entlang der Strecke zwischen beiden Städten gefunden.

Das Radrennen ist bereits vorbei und so können wir ungehindert durch die noch gesperrte Innenstadt über den Nervión…

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…und vorbei an der Kirche San Nicolás…

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…zur Station Zazpikaleak/Casco Viejo laufen. Von hier fahren wir mit dem Euskotren in Richtung Donostia-San Sebastián. Die Tour de France hat zahlreiche Besucher angezogen und so wird der Zug jetzt richtig voll, zumindest für die erste Hälfte der Fahrt gibt es für uns nur Stehplätze, aber immerhin kennen wir die Strecke von der Hinfahrt ja bereits.

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Nach der Fahrt durch das hügelige Landesinnere des Baskenlandes erreichen wir bei Deba die Küste am Golf von Biskaya. Kurz darauf gibt es vom Zug aus einen Blick auf die Steilküste.

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Auf der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsstopp ist die Wahl auf den 10.000-Einwohner-Ort Zumaia gefallen, er liegt 25 Kilometer von Donostia-San Sebastián entfernt. Die Hafenstadt wurde an der Mündung zweier Flüsse errichtet, über der Altstadt thront die gotische Kirche San Pedro.

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Das war jetzt doch ein langer Tag, den wir nun an der Promenade am Urola-Fluss ausklingen lassen.

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Tag 7: Zumaia - Donostia-San Sebastián -Hendaye – Paris – Strasbourg – Offenburg - Allensbach

So, der letzte Reisetag ist angebrochen. Auf der von der Flussmündung abgewandten Seite der Landspitze von Zumaia tobt die Biskaya, die berühmte Steilküste war auch einer der Drehorte für Game of Thrones. Heute Abend wollen wir am Strand des Bodensees sein, damit das klappt, müssen wir jetzt los.

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Über den Narrondo laufen wir durch die Stadt…

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…zum Bahnhof von Zumaia. Bis 1988 führte von hier die Meterspurstrecke der Ferrocarril del Urola ins Landesinnere, das heutige Bahnhofsgebäude gehörte ursprünglich zur Urola-Bahn, jetzt verkehrt hier der Euskotren.

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Das Baskenland verabschiedet uns heute mit Regenwetter, das ist für die Region nicht ungewöhnlich und ich kann mich angesichts der vielen Sonnentage während unserer Tour nicht beklagen. Nur ist die Bilderausbeute dadurch etwas eingeschränkt, beim nächsten Bild fahren wir durch den Ort Orio und folgen anschließend dem Fluss Oria.

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Nach knapp 40 Minuten erreichen wir den Bahnhof Amara in Donostia-San Sebastián. Dort geht es direkt weiter mit dem nächsten Euskotren und nach weiteren knapp 40 Minuten…

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…sind wir in Frankreich und stehen vor dem Gare d'Hendaye. Eigentlich plane ich gerne Rundfahrten und vermeide es, Hin- und Rückweg über dieselbe Strecke abzuwickeln. Aber die TGV-Verbindung über Bordeaux und Paris ist einfach unschlagbar für den großen Sprung zwischen Nordspanien und Deutschland.

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Zugegeben, die einzelnen TGV-Baureihen und Generationen sind mir auch nicht so ganz geläufig. Wie gut, dass die SNCF-Connect-App auch den eingesetzten TGV-Typ anzeigt. Also: wir fahren jetzt mit einem EuroDuplex Océane von Hendaye nach Paris.

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Bei der Fahrt durch die Tiefebene der Region Landes präsentiert sich das Wetter schon wieder freundlicher. Bis Bordeaux ist die Auslastung noch überschaubar, dort füllt sich der Zug. Auf der LGV Sud Europe Atlantique sausen wir durch Frankreich.

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Bei Tours queren wir die Loire, weiter geht es Richtung Paris. Die Übernachtung in Zumaia passte leider nicht zum Fahrplan des direkten TGV von Bordeaux nach Straßburg, und so müssen wir uns in Paris wieder auf den Wechsel zwischen dem Bahnhof Montparnasse und dem Ostbahnhof mit der Metro einlassen.

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Der Bahnhofswechsel klappt gut und wir sind pünktlich in Paris Est. Aber unser Anschlusszug nicht. Die Verspätungsprognose für den TGV nach Freiburg wird immer wieder erhöht, erst nach über einer Stunde wird der Zug bereitgestellt.

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Mit etwa 70 Minuten Verspätung geht es dann los. Wäre nicht die Verspätung, wäre das eine richtig schöne Fahrt, der Zug ist nicht besonders voll und vor dem Zugfenster rauscht bei Sonnenschein und blauem Himmel die Landschaft Ostfrankreichs vorbei.

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Mit der guten Laune ist es allerdings vorbei, als ich das hier entdecke:

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Nun stellt sich mit einem Mal die Frage, ob wir heute überhaupt noch nach Hause kommen. Planmäßig gibt es jedenfalls jetzt keine Verbindung mehr von Straßburg an den Bodensee und ich sehe uns schon in einem Hotel.
Für die Fahrgäste nach Deutschland lässt man jedoch in Straßburg den Blauwal nach Offenburg warten, so kommen wir heute immerhin noch über den Rhein.

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Die Fahrt durch die Ortenau wird zur Zitterpartie, es könnte noch knapp auf den Anschluss in Offenburg reichen. Und es geht tatsächlich gut, wir erreichen gerade so noch die letzte Schwarzwaldbahn des Tages an den Bodensee.

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Und damit sind wir auch am Ende angelangt. Auf die Aufregung am letzten Reisetag hatte ich verzichten können, ansonsten war’s für mich eine tolle Tour – ich hoffe, es hat auch Euch gefallen. Vielen Dank für das Interesse und fürs Mitkommen.


Viele Grüße und einen schönen Sonntag


Tobias


PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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