Völlig OT: Schweizer Kreuzfahrer. Und ne Einheimische. (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Samstag, 11.04.2026, 15:13 (vor 16 Tagen) @ sflori
bearbeitet von Der Blaschke, Samstag, 11.04.2026, 15:14

Huhu.

Dank der allgemeinen Überforderung überall und daraus resultierender Verspätung hab ich in Hannover länger Aufenthalt - da kann ich das Forum zutexten.

Erlebnis vor geraumer Zeit. RE von Bremen nach Bremerhaven. Dosto-Park. Es steigen zig Leutchen ein, u.a. ein Schweizer Ehepaar. Jenseits der 80, wie sich herausstellen wird. Auf zur Kreuzfahrt. Mit reichlich Gepäck. Und mit Geld: Gebucht ist 1. Klasse. Die ist im Dosto oben. Unten in der 2 gibt's zwar Platz satt - egal, gebucht ist die 1. Also werden die ganzen Koffer nach und nach die Treppe hochgewuchtet. *kröchel röchel keuch schwitz*. Hilfe wird abgelehnt. Man könnte ja ein Dieb sein. Auch die Hilfe von Landsleuten - die erkannten sich am Dialekt - wurde nicht akzeptiert.

Wir waren längst hinter Osterholz-Scharmbeck, als beide sich erschöpft in den Sitz plumsen ließen. Um dann festzustellen, dass es bis Bremerhaven Hbf nicht mehr weit ist. Eben noch ne Minute verschnaufen und durchpusten - und schon machten sie sich auf, dass ganze Zeugs wieder nach unten zu befördern. Bremerhaven Hbf ist schließlich nicht Endstation und der Zug hält nicht ewig.

Und so sahen sie beim Ausstieg in Bremerhaven recht final aus. Erholung tut erkennbar gut. Aber Hauptsache in der 1 sitzen ...


Noch finaler war mal ein Schweizer auf dem Rückweg. Mindestens noch älter als o.g. Pärchen. Der hatte den notwendigen Umstieg in Bremen vergessen und wähnte sich im RE 9 bereits im Fernzug Richtung Schweiz. Nörgelte am Komfort rum und dass das mit der Platzreservierung alles gar nicht klappe; nirgends gäbe es Anzeigen. Es dauerte, bis er dann alles verstand und dass für ihm bei uns in Bremen schon wieder Schluß ist.

Ich will aber nicht ungerecht sein: Deutsche sind nicht besser. Da erzählte im RE von Bremen nach Diepholz eine Dame von ihrer Odyssee. In Kiel klappte es mit dem Zug nach Hamburg nicht. Sie nahm dann einen nach Lübeck. Später in Hamburg stand ein Metronom nach Bremen parat. Schnell rein da. Nur stehen manchmal 2 Züge im Gleis; sie erwischte den nach Uelzen. Das Metronom-Personal habe sie dann bis Uelzen mitgenommen und in die Heidebimmel nach Bremen gesetzt; zurück über Hamburg war denen wohl zu riskant (dass sie da zu 98% sicher im Zug hätte sitzen bleiben können, würde sie sicher nicht verstehen). Und so sass sie jetzt Stunden verspätet bei uns im RE und freute sich, Diepholz als Ziel jetzt zu erreichen. Bestätigt meine Aussage: Jeder kommt an. Und der Lady, so um die 50 geschätzt, sagte ich, dass sie jetzt und später am Rentnerstammtisch was zu erzählen habe. Und sie sei ja noch am selben Tag angekommen; alles gut also. Natürlich war die Fahrkarte für all das nicht vorgesehen - aber auch da war wohl alles gutgegangen; sie beklagte jedenfalls nichts diesbezüglich.

Ja, da wird einem stets was geboten bei der Eisenbahn.


Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


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