Nochmal Interrail - Erfahrungen und weitere Fragen (Fahrkarten und Angebote)

Alter Köpenicker, BSPF, Mittwoch, 23.09.2026, 08:57 (vor 14 Tagen)

Nun habe ich also meine erste Reise mit einem Interrail-Ticket in der App-Variante hinter mich gebracht und möchte über meine Erfahrung berichten.

Zuerst hielt ich das ganze für reichlich kompliziert und stellte es mir recht hektisch vor, gegebenenfalls noch eine Fahrt zu ändern, während man bereits auf dem Bahnsteig steht und auf den Zug wartet. Ich habe mir also einen Fahrplan gestrickt und auch einige Ersatzzüge eingepflegt um größtmögliche Flexibilität mit der Fahrkarte zu genießen, wie es mir ja auch hier, im ICE-Treff, geraten wurde. Aus diesem Grunde wählte ich vorwiegend Züge, die keinerlei Reservierungspflicht unterlagen; nur in Italien benötigte ich zwei Reservierungen, deren Besorgung sich als recht umständlich erwies.

Für alle Eventualitäten hinsichtlich des Fahrplanes gewappnet und mit aktiviertem Interrailpass machte ich mich also auf den Weg und natürlich kam es, wie es kommen musste - der geplante Zug hatte Verspätung, ein Anschluss platzte und mein Fahrplan war perdu. Da taten sich die ersten Fragen auf: Kann ich jetzt, ebenso wie bei aufgehobener Zugbindung, einfach einen anderen Zug benutzen oder muss ich den neuen Zug in die Fahrkarte des Interrailpasses einpflegen? Keiner weiß es offenbar, denn auch die Schaffner, die ich dazu befragte waren ratlos. Sie fragten mich stets, wo ich denn überhaupt hinfahre. Obwohl sie mein Ticket scannten, wussten sie es nicht. Ich konnte auch nicht herausfinden, was genau sie auf ihrem Handy sahen, wenn sie mein Ticket scannten. Ich fuhr also, wie mir der Schnabel gewachsen war und sagte bei folgenden Kontrollen gar nichts mehr. Man ließ mich auch anstandslos gewähren, obwohl andere Züge in der Fahrkarte angegeben waren - offenbar ist das nicht so wichtig.

Später machte ich in der Schweiz einen Ausflug und da möchte man sich ja auch nicht unbedingt zeitlich festlegen. Es war eine kleine Rundfahrt mit verschiedenen Aufenthalten geplant und eine entsprechende Fahrkarte dafür erstellt. Auch hier fragte ich im ersten Zug den Kondukteur, ob es erforderlich wäre, die Fahrten in der Fahrkarte zu ändern, wenn vom hinterlegten Fahrplan abgewichen wird und auch er fragte, wohin ich denn überhaupt fahren möchte. Ich zeigte ihm meinen Fahrplan und er meinte, ihm wäre es egal, wenn ich in einem anderen Zug sitzen würde, aber er kann freilich nicht für seine Kollegen sprechen. Die hatten jedoch auch nichts dagegen, denn als ich in anderen Zügen saß und bei der Kontrolle nichts mehr sagte, war auch alles in Ordnung. Später wich ich sogar noch von der geplanten Route ab und kam dennoch unbehelligt wieder am Ausgangspunkt an.

In Frankreich und Spanien bewegte ich mich dann nur in Regionalzügen durchs Land und wurde gar nicht kontrolliert, nur in Barcelona reagierte die Bahnsteigsperre nicht auf den Aztec-Code und ich musste einen Mitarbeiter bemühen, der mir bereitwillig die Sperre öffnete.

In Italien sah die Geschichte dann nochmal ganz anders aus. Bei der Überprüfung des Fahrplans stellte ich fest, dass einer meiner reservierten Züge umgeleitet wurde und ich mir daher eine neue Route überlegen musste. Die war auch schnell gefunden, nur musste die Reservierung entsprechend geändert werden. Auf der Website sowie in der Trenitalia-App hatte ich bereits bei der Buchung der ursprünglichen Reservierung schlechte Erfahrung gemacht, das war offensichtlich nicht möglich oder ich bin zu blöd dazu. Da ich ja nun im Land war, begab ich mich also zum Bahnhof. Leider war der Schalter geschlossen und so versuchte ich mich vergeblich am Automaten. Nachdem ich ihn eine Weile blockierte, öffnete zwischenzeitlich auch der Schalter und so begab ich mich mit meinem Anliegen dorthin. Ich schilderte gegenüber der netten Mitarbeiterin mein Begehr und sie hatte nun alle Hände voll zu tun. Sie stornierte die beiden ursprünglichen Reservierungen und stellte eine neue aus, wozu sie lange Zahlenkolonnen von meinem Handy auf einen viel zu kleinen Zettel schrieb und diese dann gemeinsam mit meiner E-Mail-Adresse und meiner Telefonnummer in einen Computer eingab. Ich musste auch noch zwei Unterschriften leisten, mit der ich den Erhalt der Gebühren der stornierten Reservierungen quittierte. Nach einer ganzen Weile war dann das Unterfangen in trockenen Tüchern und ich hielt die neue Reservierung in der Hand. Insgesamt brachte ich ein gute Stunde im Bahnhof zu. Was wäre wohl gewesen, wenn ich nicht die Möglichkeit gehabt hätte, mich an den Schalter zu wenden?

Am nächsten Tag ging es dann also erneut zum Bahnhof und die Fahrt verlief reibungslos. Bei der Kontrolle im Frecciarossa zeigte ich dann die Reservierung vor, die auch gescannt wurde. Ganz im Gegensatz zum Interrail-Ticket, das von der Schaffnerin lediglich in Augenschein genommen wurde. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die hinterlegte Verbindung geworfen, die in den anderen Ländern niemanden interessierte.

Alles in allem war die Reise mit Interrail sehr entspannt und viel einfacher, als einem das durch die vielen, teilweise widersprüchlichen Beschreibungen suggeriert wird. Durch das Verhalten der Zugbegleiter in Deutschland und der Schweiz hatte ich den Eindruck, dass nur eine fiktive Verbindung hinterlegt werden muss, um mit dem Ticket fahren zu können, die Kontrollmethode in Italien zeigte allerdings das Gegenteil auf. Wie ist es nun wirklich? Und gibt es einen Trick, Trenitalia-Reservierungen auf der Website, in der App oder am Automaten zu buchen? Auch hier gehen die Meinungen offenbar auseinander, mir ist es jedenfalls nicht gelungen. Auf jeden Fall war meine Erfahrung mit dem Ticket insgesamt positiv, wohl aber nur, weil ich weitgehend nicht auf Reservierungen angewiesen war, die die Sache ganz unnötig verkomplizieren.

Nochmal Interrail - Erfahrungen und weitere Fragen

frank_le, Mittwoch, 23.09.2026, 10:21 (vor 13 Tagen) @ Alter Köpenicker

Bei meiner Reise mit der Interrail App habe ich immer nur den nächsten Zug kurz vor der Abfahrt eingegeben. Das geht in wenigen Sekunden und so hatte ich immer den passenden Zug in der App.

Reservierungen für Italien hatte ich im Reisezentrum in Mailand gekauft. Der Mitarbeiter sprach sogar recht gut Deutsch und es dauerte maximal 2 Minuten. Die Automaten waren dicht belagert von Reisenden und aufdringlichen "Helfern" die für Geld durch das Automatenmenü führten...

Nochmal Interrail - Erfahrungen und weitere Fragen

Alter Köpenicker, BSPF, Donnerstag, 24.09.2026, 07:34 (vor 13 Tagen) @ frank_le

Reservierungen für Italien hatte ich im Reisezentrum in Mailand gekauft. Der Mitarbeiter sprach sogar recht gut Deutsch und es dauerte maximal 2 Minuten.

Ich war in einem kleinen Bahnhof. Das Ausstellen der Reservierung ging auch relativ schnell, aber das Stornieren der beiden anderen Reservierungen nahm viel Zeit in Anspruch.

Einerseits konnte ich meine Reservierung, die ich in meiner Verzweiflung bei einem Drittanbieter kaufte, in die Trenitalia-App laden sowie online und am Fahrkartenautomaten anzeigen lassen, andererseits konnte ich damit nichts machen, da legt die italienische Bahn doch sich selbst sowie den Reisenden Steine in den ohnehin steinigen Reservierungsweg.

Nochmal Interrail - Erfahrungen und weitere Fragen

Bahne aus Leidenschaft, Mittwoch, 23.09.2026, 12:19 (vor 13 Tagen) @ Alter Köpenicker

Alles in allem war die Reise mit Interrail sehr entspannt und viel einfacher, als einem das durch die vielen, teilweise widersprüchlichen Beschreibungen suggeriert wird.

Erstmal freut es mich, dass du so gute Erfahrungen mit Interrail gemacht hast, aber dann frage ich mich, von wem du dich im Voraus so hast verrückt machen lassen. Gewiss hat Interrail Nachteile (Erwerb von Reservierungen bei manchen Bahnen, Durchsetzung von Fahrgastrechten), aber die Nutzung des Onlinepass habe ich bisher immer als sehr einfach und flexibel empfunden. Solange der Reisetag aktiviert ist, ist die exakte Verbindung nach meinem Empfinden den Zugbegleitern recht egal. Da man Verbindungen sogar noch nach Abfahrtszeit eintragen und aktivieren kann (offiziell nicht erlaubt, aber technisch möglich) und die App auch offline funktioniert, hatte ich da selbst bei kurzfristigsten Änderungen keine Probleme.

Viele Grüße
Eric

Nochmal Interrail - Erfahrungen und weitere Fragen

Alter Köpenicker, BSPF, Donnerstag, 24.09.2026, 07:56 (vor 13 Tagen) @ Bahne aus Leidenschaft

Alles in allem war die Reise mit Interrail sehr entspannt und viel einfacher, als einem das durch die vielen, teilweise widersprüchlichen Beschreibungen suggeriert wird.


Erstmal freut es mich, dass du so gute Erfahrungen mit Interrail gemacht hast, aber dann frage ich mich, von wem du dich im Voraus so hast verrückt machen lassen.

Natürlich habe ich mich auf der Interrail-Seite selbst informiert und zusätzlich nach offenen Fragen gegoogelt. Möglicherweise habe ich dann die Fülle an Informationen auch noch durcheinandergebracht. So war ich anfangs der Meinung, man muss den Fahrplan für den kommenden Reisetag bis 23:59 Uhr des Vortages in die App einpflegen und dieser lässt sich danach nicht mehr ändern. Dabei trifft das nur auf den Reisetag an sich zu, der nach diesem Zeitpunkt nicht mehr deaktiviert werden kann.

Gewiss hat Interrail Nachteile (Erwerb von Reservierungen bei manchen Bahnen, Durchsetzung von Fahrgastrechten), aber die Nutzung des Onlinepass habe ich bisher immer als sehr einfach und flexibel empfunden.

Im Nachhinein betrachtet sind es tatsächlich sehr viele und vor allem überflüssige Informationen, die man geboten bekommt. Tatsächlich ist alles viel einfacher und auch ich empfinde den Pass als sehr einfach und flexibel, von den Reservierungen einmal abgesehen, denn da hört es mit der Einfachheit wirklich auf.

Für eine Fahrt hätte ich auch Fahrgastrechte in Form einer Entschädigung wegen mehr als 60 Minuten Verspätung geltend machen können. Spaßeshalber informierte ich mich dann auch darüber. Es würde ganze 12 Euro geben, wenn man sich dem Antragsprozedere unterwirft, das damit beginnt, sich die Verspätung vom Schaffner quittieren zu lassen und mit einem Gang zum Postamt vorerst endet. Darauf hatte ich keine Lust.

Solange der Reisetag aktiviert ist, ist die exakte Verbindung nach meinem Empfinden den Zugbegleitern recht egal. Da man Verbindungen sogar noch nach Abfahrtszeit eintragen und aktivieren kann (offiziell nicht erlaubt, aber technisch möglich) und die App auch offline funktioniert, hatte ich da selbst bei kurzfristigsten Änderungen keine Probleme.

Es ist ja auch gar nicht notwendig, da die Zugbegleiter ohnehin nicht sehen können, wo man hinfährt. Daher würde mich mal interessieren, welche Informationen in dem von der App generierten Aztec-Code hinterlegt sind. Meiner Meinung nach würde es genügen, irgendeine Verbindung zu hinterlegen. Ich fuhr ja an einem Tag von Luzern über Zürich (mit dortigem Aufenthalt) nach Basel, wobei in der App nur die Fahrt von Luzern nach Basel auf direktem Wege hinterlegt war. Niemand vom Zugpersonal störte sich daran.

Nochmal Interrail - Erfahrungen und weitere Fragen

JanZ, HB, Donnerstag, 24.09.2026, 08:02 (vor 13 Tagen) @ Alter Köpenicker

Für eine Fahrt hätte ich auch Fahrgastrechte in Form einer Entschädigung wegen mehr als 60 Minuten Verspätung geltend machen können. Spaßeshalber informierte ich mich dann auch darüber. Es würde ganze 12 Euro geben, wenn man sich dem Antragsprozedere unterwirft, das damit beginnt, sich die Verspätung vom Schaffner quittieren zu lassen und mit einem Gang zum Postamt vorerst endet. Darauf hatte ich keine Lust.

Huch, hat sich da was geändert? Ich habe zweimal Entschädigungen wegen starker Verspätungen mit Interrail bekommen, einmal mit einem Papier- und einmal mit einem elektronischen Pass. Beide Male konnte ich alles bequem online abwickeln, und quittieren lassen musste ich mir auch nichts.

Nochmal Interrail - Erfahrungen und weitere Fragen

Alter Köpenicker, BSPF, Donnerstag, 24.09.2026, 08:54 (vor 13 Tagen) @ JanZ

Huch, hat sich da was geändert?

Keine Ahnung, das habe ich wieder irgendwo gelesen und für 12 Euro war es mir den Aufwand nicht wert. Habe jetzt auch nochmal auf der Interrail-Seite nachgesehen, da besteht zwar die Möglichkeit, es online einzureichen, jedoch steht auch da, man möge entsprechende Nachweise für die Verspätung erbringen.

Nochmal Interrail - Erfahrungen und weitere Fragen

ICE104, Donnerstag, 24.09.2026, 22:45 (vor 12 Tagen) @ Alter Köpenicker

Bei meiner Interrail Fahrt letztes Jahr hatte ich ebenfalls einen Verspätungsfall. Das hatte ich dann online eingereicht und einen Screenshot vom bahn.expert als Beleg angehängt. Innerhalb von 8 Minuten kam die E-Mail mit positiven Bescheid.

Nochmal Interrail - Erfahrungen und weitere Fragen

Strotti, Darmstadt, Mittwoch, 23.09.2026, 19:33 (vor 13 Tagen) @ Alter Köpenicker

Ich zähle zu denen, die reservierungspflichtige Züge meiden, auch weil ich gerne langsamer durch die fremde Gegend gondele. Im Moment bin ich gerade in Frankreich unterwegs. Ich speichere die möglichen Züge im Voraus unter "Meine Reise" und aktiviere den jeweiligen Zug erst, wenn ich sicher bin, dass ich ihn nehme. Der QR-Code des Interrailtickets funktioniert an den Sperren der meisten Länder nicht, bis jetzt war aber immer Personal da, das mich durchließ. Und in vielen Bahnhöfen gibt es gar keine Sperren, auch wenn in der aktuellen Diskussion der Eindruck entstehen könnte, dass es außerhalb Deutschlands in fast allen Bahnhöfen Sperren gäbe.
Übrigens stelle ich hier in Frankreich wieder fest, wie dicht und eng getaktet im Vergleich das Regionalbahnnetz in Deutschland ist.

Nochmal Interrail - Erfahrungen und weitere Fragen

Alter Köpenicker, BSPF, Donnerstag, 24.09.2026, 08:10 (vor 13 Tagen) @ Strotti

Ich zähle zu denen, die reservierungspflichtige Züge meiden, auch weil ich gerne langsamer durch die fremde Gegend gondele.

So halte ich es auch, vor allem, da man auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken nicht so viel zu sehen bekommt, wie auf diversen Nebenbahnen. Allerdings wollte ich in Italien nicht noch einen weiteren Tag "opfern", weshalb ich mich dann für die schnellere Verbindung mit Reservierung entschieden habe.

Im Moment bin ich gerade in Frankreich unterwegs. Ich speichere die möglichen Züge im Voraus unter "Meine Reise" und aktiviere den jeweiligen Zug erst, wenn ich sicher bin, dass ich ihn nehme.

Das habe ich auch gemacht, aber es ist ja offenbar gar nicht notwendig. Zwischen Genf und Tarragona wurde ich ohnehin nicht kontrolliert.

Und in vielen Bahnhöfen gibt es gar keine Sperren, auch wenn in der aktuellen Diskussion der Eindruck entstehen könnte, dass es außerhalb Deutschlands in fast allen Bahnhöfen Sperren gäbe.

Die einzige Sperre, die ich passieren musste, war in Barcelona-Sants, aber auch nur, weil ich dort den Bahnhof kurz verlassen habe. Wäre ich dort zügig umgestiegen, wäre mir das erspart geblieben, aber es war ja auch kein Problem.

Dabei habe ich mehrfach gelesen, die Sperren seien mit dem Code des Interrailtickets zu öffnen. Diese Information gab auch ein spanischer Fahrkartenautomat preis, dem ich versuchte, eine Karte zum Öffnen der Sperre zu entlocken.

Übrigens stelle ich hier in Frankreich wieder fest, wie dicht und eng getaktet im Vergleich das Regionalbahnnetz in Deutschland ist.

Diese Feststellung konnte ich noch nicht treffen, dort wo ich in Frankreich bereits im Regionalverkehr unterwegs war, gab es Ein- bis Zweistundentakte.

F und sein Regionalverkehr..

Kavenio, München, Donnerstag, 24.09.2026, 11:54 (vor 12 Tagen) @ Alter Köpenicker
bearbeitet von Kavenio, Donnerstag, 24.09.2026, 11:56

Übrigens stelle ich hier in Frankreich wieder fest, wie dicht und eng getaktet im Vergleich das Regionalbahnnetz in Deutschland ist.


Diese Feststellung konnte ich noch nicht treffen, dort wo ich in Frankreich bereits im Regionalverkehr unterwegs war, gab es Ein- bis Zweistundentakte.

Ich schon. Wenn ich in Frankreich unterwegs bin, stoße ich auf Strecken selbst im Bereich größerer Städte, wo wenige Male am Tag etwas fährt. Versuche etwa mal von Rennes zum Mont Saint Michel zu kommen. Oder von Tours nach Le Mans, das sind keine 100 Kilometer und beide >100T. EW. Von den wenigen Fahrtmöglichkeiten war bei meiner Reise auch noch die Hälfte ausgefallen, so dass ich noch vor 15 Uhr zurückfahren musste, um nicht zu stranden.

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Kavenio

F und sein Regionalverkehr..

JanZ, HB, Donnerstag, 24.09.2026, 13:30 (vor 12 Tagen) @ Kavenio

Wie sagte ein Freund von mir: Es ist schwierig, in Frankreich mit dem Zug von A nach B zu kommen, wenn weder A noch B Paris ist. Manchmal selbst dann: Ich erinnere mich, dass ein Cousin von mir in Cherbourg eine Zwischenübernachtung einplanen musste, weil nach der Ankunft der Fähre aus Irland zu einer eigentlich noch ganz zivilen Zeit nichts mehr nach Paris fuhr.

F und sein Regionalverkehr..

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Donnerstag, 24.09.2026, 21:06 (vor 12 Tagen) @ JanZ

Hey.

Wie sagte ein Freund von mir: Es ist schwierig, in Frankreich mit dem Zug von A nach B zu kommen, wenn weder A noch B Paris ist.

Was auch nicht verwunderlich ist. Frankreich ist ca 1,5 mal so groß wie die BRD, hat aber ca 20 Mio Einwohner weniger.

Bevölkerungsdichte:

Frankreich 106 pro Quadratkilometer
Deutschland 233 pro Quadratkilometer

Dazu wohnen im Großraum Paris ca 12 Mio Menschen - über 15% der Gesamtbevölkerung. Lyon über 2 Mio, Marseille knapp unter 2 Mio und Toulouse, Bordeaux, Lille, Nizza, Nantes roundabound je ca ne Million. Da sind also ca 20 von 65 Mio schon mal raus ... Für den Rest von 45 Mio ist dann noch ungefähr 1,5x so viel Land wie hierzulande übrig.

Da stelle ich mir flächendeckenden ÖPNV in der Provinz tatsächlich auch schwierig vor. Erst Recht, wenn wir da von Taktverkehren sprechen.

Wie der ÖPNV in den Großstädten ist, weiß ich nicht. Ich lese aber viel von Renaissance der Straßenbahnen.

Im Prinzip ist Frankreich also erstmal Paris. Plus ein paar Großstädte. Mit dem zersiedelten Deutschland nicht zu vergleichen. Von daher klingt die Analyse ganz oben schon sehr logisch.

Interessant ist da eher, dass der schnelle Fernverkehr dabei ja hier und da auch mal in der Provinz vorbeischaut. Nur halt nicht im Takt oder dutzende Male am Tag.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

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