Rheine und die Amsterdam-ICE, Warten auf verspätetes Persona (Allgemeines Forum)

TUI-Ferienexpress, Samstag, 01.08.2026, 20:57 (vor 13 Tagen)

Guten Abend,
nachdem heute ja schon die Antianschlüsse in Bad Bentheim Thema waren:
gerade steht mit ICE 243 mal wieder ein ICE in Rhene, voraussichtlich eine Stunde und wartet auf "verspätetes Personal aus vorheriger Fahrt",
Der aus Hannover kommende ICE 140 soll aus denselben Grund über eine Stunde in Hannover gewartet haben.
Wieder einmal wird der Nahverkehr dadurch behindert.
Hoffentlich muss dann nicht noch jemand des Zugperonals seine gesetzliche Pause einlegen...

Zur Zeiten der Bundesbahn waren diese Zustände meiner Erinnerung nach undenkbar...
Da gab es Reservepersonal...

Rheine und die Amsterdam-ICE, Warten auf verspätetes Persona

Waldbahn, Sonntag, 02.08.2026, 08:44 (vor 12 Tagen) @ TUI-Ferienexpress

Hallo

und wer soll das Reservepersonal bezahlen und wo an welchen Standorten willst du das vorhalten. Was passiert, wenn vom Reservepersonal jemand kurzfristig ausfällt?

Der Vergleich mit den Bundesbahnzeiten hinkt gewaltig. Heute sind ganz andere Kostenstrukturen vorhanden.

--
Gruß
Waldbahn

Kosten und Qualität bedingen sich

TUI-Ferienexpress, Sonntag, 02.08.2026, 09:10 (vor 12 Tagen) @ Waldbahn

Guten Morgen,

heute gibt es andere Kostenstrukturen, richtig, und im Ergebnis ein anderes Qualitätsniveau.
Steuergeld ist da, es sollte m. E. nur anders verteilt werden.
Dazu kommen dann noch Situationen wie sie Blaschke und andere wiederholt in Bad Bentheim, auf der Südbahn oder in Oberammergau beschrieben haben...
Schönen Sonntag!

Realistische Dienstpläne würden schon helfen.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Sonntag, 02.08.2026, 14:27 (vor 12 Tagen) @ Waldbahn

Hallo.

Wenn man doch nun weiß bzw sieht, dass es REGELMAESSIG nicht funktioniert - und es funktioniert REGELMAESSIG nicht -, dann muss ich halt andere Dienstpläne konstruieren!

Ja, dann hat man womöglich in Rheine statt einer Std Pause deren 3 Stunden. Wenn es denn mal gut läuft. Ansonsten entsprechend weniger.

Ja, das kostet mehr Personal. Und ja, mathematisch ist das dann unproduktiver. Ja, das wird die Fahrpreise leicht erhöhen - aber der Kollege Henrik hat ja kürzlich erst richtigerweise vorgerechnet, dass Bahnfahren in Relation zur Inflation deutlich günstiger geworden ist seit zig Jahren. Spielraum für Preiserhöhung ist also vorhanden.

Das muss man halt entscheiden in der Plüschetage, was wichtiger ist: Hohe Qualität oder schöne betriebswirtschaftliche Kennziffern über Produktivität und Co., die in der Praxis dann eben regelmäßig zu Unbill führen.

Die höhere Qualität müsste man dann noch gegenrechnen gegen bessere Motivation des Personals und dadurch z.B. geringere Krankheitsquoten und höhere FGR-Erlöse. Aber eine solche Rechnung enthält ja viel zu viele Unbekannte. Das macht es kompliziert. Und eher unberechenbar. Da ist es doch schöner, auf dem Papier alles zu optimieren, sich an schönen Kennziffern erfreuen und dafür schicke Leistungsprämien zu kassieren. Vor allem, wenn man nicht in die Verlegenheit kommt, selbst Kunde sein zu müssen. Herrje, was interessiert denn in einer schönen Plüschetage in Berlin, was da kurz vor Holland in einem Kaff namens Rheine (da rätselt man höchstens, wo in der Nähe da der Rhein fließt) für Probleme in der Praxis bestehen. Und das Personal ist erst recht egal; ohnehin nur ein nerviger Kostenfaktor.

Sie kommen nur deswegen damit durch, weil der Deutsche mit seiner Eisenbahn längst abgeschlossen hat. Jeder kennt das Chaos, jeder erwartet gar keine funktionierende Eisenbahn (das kapieren die Schweizer ja nie, dass eine dysfunktionale Eisenbahn hier bester Vorwand für die Pkw-Vorhaltung ist), jeder weiß, dass es auch nicht besser wird. Und Beiträge wie deiner (oder neulich auf DS-O die Schüler mit der Feuerwehrprüfung) unterstützen die Lage ja auch noch.

Und so wird sich gar nichts ändern. Zumal wir über Pünktlichkeit seit Jahrzehnten diskutieren, ohne dass es je akzeptabel funktionierte. Wer kennt noch Bahnchef Ludewigs großen Pünktlichkeitstafeln in den Bahnhöfen? Wie hieß noch das Projekt, wo man in 4 oder 5 Hauptverspätungskorridoren spezielle Überwachung und Maßnahmen ergreifen wollte?

Alles eine Endlosdiskussion. Und nein, auch die Bundesbahn war beileibe kein Ort der überragenden Pünktlichkeit! Nur mußte man damals dank vieler Einzelzugläufe eher seltener umsteigen; man war flexibler, Nachfrage richtete sich nach dem Angebot. Und beim Umsteigen hatte man häufig längere Umstiegszeiten; der ITF-Irrsinn brannte sich erst langsam in die Köpfe der Verantwortlichen.


Hier verkehrt die Eurobahn mal pünktlich. Wow.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Realistische Dienstpläne würden schon helfen.

Holger2, Sonntag, 02.08.2026, 15:26 (vor 12 Tagen) @ Der Blaschke
bearbeitet von Holger2, Sonntag, 02.08.2026, 15:27

Hallo,

Ja, das kostet mehr Personal. Und ja, mathematisch ist das dann unproduktiver. Ja, das wird die Fahrpreise leicht erhöhen

Das ist nicht so, weil Pausenzeiten im Regelfall keine Arbeitszeiten sind. Dies führt dann zu jahrelang üblichen geteilten Diensten, die aber heute von den Gewerkschaften so nicht mehr akzeptiert werden.

Das muss man halt entscheiden in der Plüschetage, was wichtiger ist: Hohe Qualität oder schöne betriebswirtschaftliche Kennziffern über Produktivität und Co., die in der Praxis dann eben regelmäßig zu Unbill führen.

Oder die Tatsache, dass einem die Mitarbeiter wegrennen, weil eben heute niemand mehr bereit ist für 12 stündiges Fernbleiben von zu hause effektiv nur 8h bezahlt zu werden.

Herrje, was interessiert denn in einer schönen Plüschetage in Berlin, was da kurz vor Holland in einem Kaff namens Rheine (da rätselt man höchstens, wo in der Nähe da der Rhein fließt) für Probleme in der Praxis bestehen. Und das Personal ist erst recht egal; ohnehin nur ein nerviger Kostenfaktor.

Es ist halt auch einfach, über die da oben zu lästern, während die starren Arbeitszeiten, die verringerte Anzahl geteilter Schichten, maximale tägliche Arbeitszeiten, das konsequente Fernbleiben vom Arbeitsplatz bei Krankheit etc. Rechte sind, die von den Gewerkschaften jahrelang erstritten worden sind.


Holger

Realistische Dienstpläne würden schon helfen.

ICE 1517, Sonntag, 02.08.2026, 16:31 (vor 12 Tagen) @ Holger2

Das ist nicht so, weil Pausenzeiten im Regelfall keine Arbeitszeiten sind. Dies führt dann zu jahrelang üblichen geteilten Diensten, die aber heute von den Gewerkschaften so nicht mehr akzeptiert werden.

Der von Jörg geschilderte Fall ist in dem Sinne auch nicht als Pause zu verstehen. Wenn das Personal in Rheine den Zug verlässt und dann nicht den nächsten Zug zurück in einer Stunde übernimmt, sondern erst in 3 Stunden, dann darf trotzdem nur die tarifliche Pausenzeit verplant werden. Die restliche Zeit muss bezahlt werden.

Tatsächlich wär ich großer Fan davon, die betriebliche Reserve zu erhöhen, damit eben so Fälle wie "verspätetes Personal aus vorheriger Fahrt" seltener werden. Wenn man teilweise sieht, wie sich Verspätungen zum Abend hin hochschaukeln, könnte ich mir auch fast vorstellen, dass eine Stunde zusätzlicher Puffer für ein komplettes Zugteam günstiger sein könnte als all die Fahrgastrechteauszahlungen, die da dran hängen, wenn ein Zug eine Stunde zu spät auf die Strecke geht.

Vielleicht noch ein weiterer Aspekt zu dem Thema: Ich hab mich mal bei einer Fahrt von Frankfurt nach Leipzig gewundert, warum in Fulda Zugpersonal mit Münchner Dialekt übernommen hat, was uns in Erfurt schon wieder verlassen hat. Also wenn ich mir zusammenreime, welche Tour dieses Zugpersonal insgesamt gehabt haben könnte (München-Fulda-Erfurt-München), ist da schon ein gewisses Risikopotential vorhanden. Wenn zwischen Nürnberg und Würzburg ein Problem auftritt, kann das im schlechtesten Fall also heißen, dass ein Zugpersonal zwischen Fulda und Erfurt und dann später zwischen Erfurt und München fehlt? Also die Planung so wird sicher seine Gründe haben, aber ich finde es trotzdem irre riskant, wie dann ein Problem sich auf mehrere, andere Linien ausbreiten könnte.

Ja und das war bis vor kurzem noch anders

Holger2, Sonntag, 02.08.2026, 20:17 (vor 12 Tagen) @ ICE 1517
bearbeitet von Holger2, Sonntag, 02.08.2026, 20:18

...und ist bis heute in den meisten städtischen Unternehmen anders.

Realistische Dienstpläne würden schon helfen.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Montag, 03.08.2026, 22:34 (vor 10 Tagen) @ ICE 1517

Hey.

Vielleicht noch ein weiterer Aspekt zu dem Thema: Ich hab mich mal bei einer Fahrt von Frankfurt nach Leipzig gewundert, warum in Fulda Zugpersonal mit Münchner Dialekt übernommen hat, was uns in Erfurt schon wieder verlassen hat. Also wenn ich mir zusammenreime, welche Tour dieses Zugpersonal insgesamt gehabt haben könnte (München-Fulda-Erfurt-München), ist da schon ein gewisses Risikopotential vorhanden.

Wenn es nicht sogar noch "komplizierter" war ...

Ich staunte auf dem 742 Berlin - Münster auch gerade: es klang sehr süddeutsch. 2 Nürnberger waren drauf. Vorbildlich fröhlich und freundlich übrigens.


Hinzu kommt ja noch, dass es in dem Sinne keine Teams mehr gibt. Früher fuhren 3 oder 4 Leute dieselbe Schicht. Im Störungsfall wurde ein mal für 4 umgeplant. Heute haben vllt noch Zc und B1 denselben Plan, B2 einen anderen, B3 auch und B4, der nur zeitweise da ist, eh. Da bricht im Störungsfall natürlich alles zusammen; wer soll da so umfangreich für jeden so schnell neuplanen können.

(Ich weiß nicht, ob es die Bezeichnungen oben noch so gibt. Seit mein Kumpel den Laden wegen des immer größeren Chaos schon vor langer Zeit verließ und auf's Stellwerk flüchtete, bin ich da nicht mehr auf dem Laufenden ...).


Apropos Stellwerke. Heute lungerte ich eine Std in Visselhövede herum. Was ist denn das für ein süßes Stellwerk an der Ostausfahrt? Noch mit Schranken kurbeln. Irre. Da macht man sich aber auch nicht kaputt - erst recht, wenn Start bzw DB Regio chronisch ausfällt. Dagegen dürfte Schrankenwärter Laumann ja richtig Streß gehabt haben ...

Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

"Einfach" ist doof. "Kompliziert" ist wichtig.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Sonntag, 02.08.2026, 16:43 (vor 12 Tagen) @ Holger2

Hallo.

Das ist nicht so, weil Pausenzeiten im Regelfall keine Arbeitszeiten sind.

Das ist nicht gottgegeben, sondern eine von Menschenhand erdachte Regelung.

Dann mache ich aus der Pausenzeit eben eine Wendezeit. Selbstverständlich wird die bezahlt. Punkt.

Oder die Tatsache, dass einem die Mitarbeiter wegrennen, weil eben heute niemand mehr bereit ist für 12 stündiges Fernbleiben von zu hause effektiv nur 8h bezahlt zu werden.

Niemand verbietet es, auch 12 Std zu entlohnen. Eine Selbstverständlichkeit.

Es ist halt auch einfach, über die da oben zu lästern, während die starren Arbeitszeiten, die verringerte Anzahl geteilter Schichten, maximale tägliche Arbeitszeiten, das konsequente Fernbleiben vom Arbeitsplatz bei Krankheit etc. Rechte sind, die von den Gewerkschaften jahrelang erstritten worden sind.

Weil es überhaupt kein Problem ist, aus den routinierten Ritualen um Lohnverhandlungen mal auszubrechen, diese Kindereien mit Streiks und monatelangen Verhandlungen um Kinderlitzchen mal sein zu lassen und stattdessen pragmatische, einfache, sinnvolle Lösungen umzusetzen. Muss man nur wollen. Aber dann fehlt ja das "Feindbild" und womöglich entfällt die eigene Existenzberechtigung.

Einfache Lösung - ich weiß, total naiv. Selbstredend muss alles derart aufwendig und kompliziert sein, dass auch für ne popelige Abrechnung ein Studium erforderlich ist. Das schafft nämlich Arbeitsplätze und ne Studienberechtigung. Einfach Stunden addieren mal Stundenlohn minus 50% Staatsquote - das könnte ja jeder in 4 Sek. Geht gar nicht.

Und ja, dann noch der deutsche Drang nach Gerechtigkeit. Ilse muss um 2 Uhr arbeiten, während Ilona um 20 Uhr zur Party geht. Das kann nicht gleich vergütet werden. Find ich übrigens immer ganz witzig, dass sich an Nachtzuschlägen angesichts der Geschichte ihrer Erfindung wirklich niemand stört. Und mit Godwin's law bin ich dann jetzt auch raus. Gibt auch wichtigeres: das wahre Leben ruft wieder. Einmal Hasenbahn rauf und runter.


Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

"Einfach" ist doof. "Kompliziert" ist wichtig.

611 040, Erfurt, Sonntag, 02.08.2026, 21:52 (vor 12 Tagen) @ Der Blaschke

Es geht nicht um Gerechtigkeit sondern darum Personal zu finden.
Wenn man statt 8h zu arbeiten und dann nach Hause zu gehen, 12h aif Arbeit ist und davon 3h rum sitzt die man noch nicht mal bezahlt bekommt, überlegen sich einige ob sie nicht anders einfacher Geld verdienen können.
Leider gibt es immer weniger Eisenbahner die den Job aus Überzeugung machen und auch dafür Opfer bringen. Die meisten suchen nur noch irgendeinen Job wo man viel Geld dür wenig Arbeit bekommt.
Das mir den Schichten stimmt aber. Ich kenne es von Dresdner Personal, was oft mehrmals zwischen Dresden und Leipzig hin und her fährt oder nach Erfurt oder Berlin.
Ich würde eine Schicht Dresden- Frankfurt- Dresden planen, mit einem ICE. Da kann man dann auch nicht den Anschluss verpassen. Oder einmal Dresden- Hamburg- Dresden. Ist außerdem viel interessanter fürs Personal da man nicht immer dasselbe fährt.

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❤ 611, 612, 642, 644, 425, ICE-T, IC1 ❤

"Einfach" ist doof. "Kompliziert" ist wichtig.

JeDi, überall und nirgendwo, Sonntag, 02.08.2026, 22:18 (vor 11 Tagen) @ Der Blaschke

Niemand verbietet es, auch 12 Std zu entlohnen. Eine Selbstverständlichkeit.

Und das wird bei den allermeisten EVU, inklusive DB Fernverkehr, ja auch gemacht. OK, die gesetzliche Pause wird abgezogen, die könnte man wenn man wollte natürlich auch durchbezahlen.

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Weg mit dem 4744!

Bezahlte Zeit

Berlin-Express, nähe BPHD, Montag, 03.08.2026, 00:05 (vor 11 Tagen) @ JeDi
bearbeitet von Berlin-Express, Montag, 03.08.2026, 00:07

Niemand verbietet es, auch 12 Std zu entlohnen. Eine Selbstverständlichkeit.


Und das wird bei den allermeisten EVU, inklusive DB Fernverkehr, ja auch gemacht. OK, die gesetzliche Pause wird abgezogen, die könnte man wenn man wollte natürlich auch durchbezahlen.

Genau, gab auch manchmal so illustre Dienste bei DB FV wie Berlin - (eine Stunde Fahrzeit) - Frankfurt (Oder) (vier Stunden bezahlte Tätigkeitsunterbrechung) - (eine Stunde Fahrzeit) - Berlin. Mit etwas Glück war der Zug aus Polen dann noch ordentlich verspätet, womit man noch mehr Jahresarbeitszeit hinter sich bringen konnte.
Dank der kurzen schutzwürdigen Arbeitszeit eben auch komplett ohne Pausenabzug.

Realistische Dienstpläne würden schon helfen.

JanZ, HB, Sonntag, 02.08.2026, 22:11 (vor 11 Tagen) @ Der Blaschke
bearbeitet von JanZ, Sonntag, 02.08.2026, 22:12

Alles eine Endlosdiskussion. Und nein, auch die Bundesbahn war beileibe kein Ort der überragenden Pünktlichkeit! Nur mußte man damals dank vieler Einzelzugläufe eher seltener umsteigen;

Jo. Deine immer so hochgelobten Direktzüge gibt es ja, vor allem in Urlaubsregionen, immer noch. Nützen einem nur in der aktuellen Betriebslage noch weniger als Taktverkehr, weil man nie sicher ist, ob der Zug nicht einen Monat vorher wegen Bauarbeiten aus dem Fahrplan genommen wird, am Reisetag wegen eines technischen Defekts ausfällt oder den Abfahrtsbahnhof zwar verlässt, aber wegen hoher Verspätung noch vor dem Zielbahnhof wendet. Da weiß man bei einem Taktverkehr zumindest, wann und wo man den nächsten nehmen kann.

man war flexibler, Nachfrage richtete sich nach dem Angebot.

Wo genau ist der Vorteil für die Fahrgäste, wenn sich die Nachfrage nach dem Angebot zu richten hat?

Und beim Umsteigen hatte man häufig längere Umstiegszeiten; der ITF-Irrsinn brannte sich erst langsam in die Köpfe der Verantwortlichen.

Wo genau sind denn all die irrsinnigen ITF-Knoten, an denen man ständig seinen Anschluss verpasst? Die Knoten gibt es ja vor allem im Nahverkehr, mir fallen da Lübeck, Münster oder Coesfeld ein. Wie gut die funktionieren, weiß ich ehrlich gesagt nicht, aber grundsätzlich ist der Nahverkehr ja gerade auf Nebenstrecken deutlich zuverlässiger als der Fernverkehr. Und dass letzterer an so einem Knoten beteiligt ist, ist eher die Ausnahme, wenn es mal passt, z.B. in Münster. Ansonsten, auch bei vielen Nahverkehrsumstiegen, ist es halt immer noch Glückssache und die planmäßigen Umstiegszeiten können irgendwas zwischen 5 und 64 Minuten sein. Der Unterschied zum unvertakteten Verkehr ist nur, dass es entweder jede Stunde gleich gut oder gleich schlecht ist. Aber insgesamt finde ich die Vorteile eines Taktverkehrs immer noch deutlich größer. Auch in Smartphone-Zeiten möchte ich nicht ständig nachgucken müssen, wann noch mal der nächste Zug fährt oder ob es heute überhaupt noch eine nachfrageorientierte Direktverbindung gibt, sondern einfach wissen, dass der Zug immer zur Minute X fährt. Auch der Intercity zu Bundesbahnzeiten war ja nicht zuletzt wegen der Vertaktung so erfolgreich.

Mir ist auch nicht so klar, welches Modell dir so vorschwebt. Eine tägliche Direktverbindung zwischen allen deutschen Bahnhöfen wird man schon rein logisch nicht hinbekommen. Auch eine eigentlich bequeme Umstiegszeit von 15 Minuten kann schnell mal schiefgehen. Also nur von vornherein nur noch Verbindungen mit mindestens 30 Minuten Umstiegszeit ausgeben, auch wenn bei einer der vielen völlig verschiedenen Verbindungen der nachfrageorientierte Zug vielleicht zufällig schon 10 Minuten später fährt? Oder einfach nur noch die eine Direktverbindung pro Tag ausgeben, und von Bremen-Vegesack nach Mainaschaff kann man dann halt nicht mehr fahren? Irgendwelche Forderungen in Foren sind leicht gestellt, aber der Teufel steckt wie so oft im Detail.

Realistische Dienstpläne würden schon helfen.

fabs, Braunschweig, Mittwoch, 12.08.2026, 14:28 (vor 1 Tag, 20 Stunden, 39 Min.) @ Der Blaschke

Wenn man doch nun weiß bzw sieht, dass es REGELMAESSIG nicht funktioniert - und es funktioniert REGELMAESSIG nicht -, dann muss ich halt andere Dienstpläne konstruieren!

Also ich fahre echt selten Schichten nach Rheine, aber als zuletzt auf dem Regelweg (und nicht über Altenbeken) gefahren wurde, hatte ich tatsächlich mal wieder das Vergnügen und durfte in Rheine drei Stunden "Pause" machen (146 hinbringen und mit 149 zurück). Ob das eine Ausnahme war oder ob die Dienstpläne alle so waren - und vor allem auch nach der Baustelle so bleiben - kann ich natürlich nicht sagen.

Viele Grüße
fabs

--
Es gibt Dinge im Leben, die dich schnell aus der Bahn werfen können!
Zugbegleiter zum Beispiel...

Realistische Dienstpläne würden schon helfen.

Fulda_NBS, Mittwoch, 12.08.2026, 18:26 (vor 1 Tag, 16 Stunden, 41 Min.) @ fabs

Zumindest am Ende der IC1 Zeit (die Male mit dem ICE3 waren besser), war es 1/3 Bad Bentheim (Lok- / Systemwechsel) funktioniert nicht, 1/3 Rheine (Personalwechsel) funktioniert nicht und der Rest ist unterhalb einer Stunde Verspätung angekommen.

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