DB akzeptiert b. a. W. D-Ticket-Papierausdrucke WENN ... (Allgemeines Forum)

GoethesGarten, Freitag, 27.03.2026, 11:38 (vor 17 Tagen)

In einem Gerichtsurteil (das vielen schon bekannt ist) wurde festgestellt, dass die Vorlage eines auf Papier ausgedruckten Deutschland-Tickets bei der Fahrkartenkontrolle nicht gegen die
Tarifbedingungen des D-Tickets verstößt. Im Urteil ging es darum, dass ein Fahrgast das Ticket als ausdruckbares PDF-Dokument von seinem Verkehrsunternehmen (Vertragspartner) erhalten und ausgedruckt hatte. AG Berlin-Lichtenberg (Az. 12 C 7/25).

Die DB hat ihr Kontrollpersonal am 26.03.2026 in einem Rundschreiben dazu aufgefordert, D-Ticket-Ausdrucke bis auf Weiteres anzuerkennen, WENN

- der Ausdruck einen mit DB-Kontrollgeräten lesbaren Barcode enthält
- das D-Ticket zum Zeitpunkt der Kontrolle gültig ist
- der Name der/des Reisenden auf dem Ticket mit der tatsächlich Reisenden Person übereinstimmt (ggf. mit Ausweiskontrolle).

Ist einer dieser Punkte nicht erfüllt, darf das Kontrollpersonal weiterhin eine Fahrpreisnacherhebung ausstellen. Der Fahrgast muss sich anschließend an die DB wenden und nachweisen, dass er/sie zum Zeitpunkt der Kontrolle einen gültigen/aktiven D-Ticket-Vertrag besaß (so wird das ja auch bisher gehandhabt, wenn eine eindeutige Kontrolle im Zug nicht möglich ist).

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"Nein, ich verkaufe keine Fahrkarten! Ich spende Hoffnung, dass der Zug noch kommt!"

DB akzeptiert b. a. W. D-Ticket-Papierausdrucke WENN ...

rapht0r, Freitag, 27.03.2026, 12:28 (vor 17 Tagen) @ GoethesGarten

In anderen Worten: die gleichen Anforderungen wie an einen auf einem Mobilgerät angezeigten 2D-Code (Lesbar, gültig, Name passt). Diese ewige Disskussion, weshalb der gleiche inhalt in gedruckter Form ungültig sein soll, werde ich nie verstehen.

OT: Ich wurde gestern tatsächlich zum 1. Mal bei der Fahrkartenkontrolle gebeten, neben dem D-Ticket auch meinen Ausweis zu präsentieren. Als die ZuB beim Durchblättern meiner Karten die GKV-Karte sah, war sie allerdings schon zufrieden.

DB akzeptiert b. a. W. D-Ticket-Papierausdrucke WENN ...

Ludo, Niedersachsen, Freitag, 27.03.2026, 12:51 (vor 17 Tagen) @ rapht0r

OT: Ich wurde gestern tatsächlich zum 1. Mal bei der Fahrkartenkontrolle gebeten, neben dem D-Ticket auch meinen Ausweis zu präsentieren. Als die ZuB beim Durchblättern meiner Karten die GKV-Karte sah, war sie allerdings schon zufrieden.

Bei manchen EVU ist das Standard, bei Metronom beispielsweise habe ich es nie anders als mit Ausweiskontrolle erlebt.

Gruß, Ludo

Ausweiskontrolle abhängig vom Personal

Waldbahn, Samstag, 28.03.2026, 09:28 (vor 17 Tagen) @ Ludo

Hallo

Ich meine es ist abhängig wer da kontrolliert. In NRW in den RE wird mal der Ausweis verlangt mal nicht. Hier in Dortmund bei den DSW21 musste ich bei Kontrolle in immer den Ausweis zücken. Aber ich hab den eh schon mit immer in der Hand, wenn ich das DT zur Kontrolle hinreiche.

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Gruß
Waldbahn

DB akzeptiert b. a. W. D-Ticket-Papierausdrucke WENN ...

frank_le, Freitag, 27.03.2026, 14:05 (vor 17 Tagen) @ rapht0r

In anderen Worten: die gleichen Anforderungen wie an einen auf einem Mobilgerät angezeigten 2D-Code (Lesbar, gültig, Name passt). Diese ewige Disskussion, weshalb der gleiche inhalt in gedruckter Form ungültig sein soll, werde ich nie verstehen.

OT: Ich wurde gestern tatsächlich zum 1. Mal bei der Fahrkartenkontrolle gebeten, neben dem D-Ticket auch meinen Ausweis zu präsentieren. Als die ZuB beim Durchblättern meiner Karten die GKV-Karte sah, war sie allerdings schon zufrieden.

In Sachsen muss ich bei jeder S-Bahn Fahrt den Ausweis zeigen. Man gewöhnt sich dran...

DB akzeptiert b. a. W. D-Ticket-Papierausdrucke WENN ...

RadExpress, Freitag, 27.03.2026, 18:49 (vor 17 Tagen) @ rapht0r

Weil wenn keine ID Kontrolle erfolgt mehrere fahren könnten. In der App , bzw. per Karte besitzt nur eine Person den QR Code , auf Papier wäre missbrauch möglich.

DB akzeptiert b. a. W. D-Ticket-Papierausdrucke WENN ...

rapht0r, Samstag, 28.03.2026, 08:05 (vor 17 Tagen) @ RadExpress

Das seh ich nicht so - Sowohl ein Ausdruck als auch eine Bildschirmanzeige kann kopiert werden.
Bei der Kontrolle wird ja nicht überprüft, ob die Anzeige aus einer der vielen (hunderten?!) Apps stammt, welche ein D-Ticket anzeigen können. Man kann sich in unter 2 Minuten eine Anzeige basteln, die zum verwechseln ähnlich aussieht und den 2D-Code darin einbetten.

Der 2D-Code auf dem Papier enthält die gleichen Informationen wie der auf dem Bildschirm und beide können gleichermaßen kopiert werden.

Es gibt faktisch keinen Unterschied.

Vielleicht ein Vorgriff auf die Zukunft?

gsg, Samstag, 28.03.2026, 12:13 (vor 16 Tagen) @ rapht0r

Hei,
Hier in Norwegen wird mein Monatsticket jeden Tag aufs Neue in die App geladen. Mit neuem QR-code und einem Bild (heute zeigt es ein Boot am Strand). Das Bild wird dann als Animation mit einer ebenfalls täglich wechselnden Farbe angezeigt. Dadurch kann bei der Fahrscheinkontrolle mit einem Blick erkannt werden, ob man ein an diesen Tag gültiges Ticket hat uns der Kontrolleur muss (wenn die Zeit dazu da ist) nur kontrollieren ob auch das Gültigkeitsgebiet richtig ist.
Ich habe die Ticketapp sowohl auf dem Dienst-als auch auf dem Privathandy, kann aber jeweils nur in einem der beiden gleichzeitig die Kontrollansicht zeigen.

Wenn man ein solches System mit dem Deutschlandticket einführen würde, eventuell noch kombiniert mit das ein Passbild des Nutzers gezeigt wird, dann hätte man ein System das extrem schnell kontrollierbar ist und gleichzeitig extrem schwer zu fälschen.

Die aktuelle Lösung beim D-Ticket hingegen scheint aus meiner Sicht nur Nachteile zu haben, insofern glaube ich eigentlich dass bald irgendwer mit der Entwicklung einer verbesserten Lösung anfangen wird.
Liebe Grüße
Gsg

Vielleicht ein Vorgriff auf die Zukunft?

Hustensaft, Samstag, 28.03.2026, 13:24 (vor 16 Tagen) @ gsg

Die aktuelle Lösung beim D-Ticket hingegen scheint aus meiner Sicht nur Nachteile zu haben, insofern glaube ich eigentlich dass bald irgendwer mit der Entwicklung einer verbesserten Lösung anfangen wird.

Oh, die einfachste Lösung wäre, dass Fahrkarten wieder auf Papier ausgegeben werden - natürlich Papier mit Sicherheitsmerkmalen wie Wasserzeichen o.ä. Die nächstbeste Lösung, auch wenn die schon wieder eventuelle technische Probleme beim Kunden ablädt, ist und bleibt die Chipkarte, die lässt sich nicht so einfach kopieren. Wirkliche Probleme gibt es doch nur beim Smartphone - und beim Umstand, den Ausweis nicht zu kontrollieren.

Vielleicht ein Vorgriff auf die Zukunft?

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Sonntag, 29.03.2026, 12:36 (vor 15 Tagen) @ Hustensaft

Huhu.

Oh, die einfachste Lösung wäre, dass Fahrkarten wieder auf Papier ausgegeben werden - natürlich Papier mit Sicherheitsmerkmalen wie Wasserzeichen o.ä.

Ja, schönes aufwändig zu produzierendes Spezialpapier. Was verteilt werden muss. Dann bedruckt wird. Um dann weggeworfen zu werden. Umweltschutztechnisch hervorragend. Und die DB kann die Preise senken - das wird der Wahnsinn.

Wirkliche Probleme gibt es doch nur beim Smartphone.

Das aber auch nur hier im Forum und bei ein paar Berufsquerulanten.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Vielleicht ein Vorgriff auf die Zukunft?

Hustensaft, Sonntag, 29.03.2026, 14:34 (vor 15 Tagen) @ Der Blaschke

Huhu.

Oh, die einfachste Lösung wäre, dass Fahrkarten wieder auf Papier ausgegeben werden - natürlich Papier mit Sicherheitsmerkmalen wie Wasserzeichen o.ä.


Ja, schönes aufwändig zu produzierendes Spezialpapier. Was verteilt werden muss. Dann bedruckt wird. Um dann weggeworfen zu werden. Umweltschutztechnisch hervorragend. Und die DB kann die Preise senken - das wird der Wahnsinn.

Komisch, Papier lässt sich wunderbar receyclen und der Aufwand für den Versand ist überschaubar (1 €, davon 95 Cent für Porto und 5 Cent für den Umschlag), ebenso für den Druck (maximal 20 Cent, davon - schon hochgegriffen - 15 Cent für das Papier), mithin 10 Cent pro Monat, denn man kann ein Jahr auf einmal versenden; dies gilt insbesondere, wenn man einen bundesweiten Dienstleister beauftragt. Die horrenden Preise der DB für den Ticketversand wären eher ein Fall für das Kartellamt (Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung).

Wirkliche Probleme gibt es doch nur beim Smartphone.


Das aber auch nur hier im Forum und bei ein paar Berufsquerulanten.

Na ja, da gibt es schon Missbrauchsmöglichkeiten realer Art ... war halt ein digitales Leuchtturmprojekt, was fertig werden musste, bestimmte Probleme hat man nicht bedacht.

Vielleicht ein Vorgriff auf die Zukunft?

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Montag, 30.03.2026, 11:34 (vor 14 Tagen) @ Hustensaft

Huhu.

Ja, schönes aufwändig zu produzierendes Spezialpapier. Was verteilt werden muss. Dann bedruckt wird. Um dann weggeworfen zu werden. Umweltschutztechnisch hervorragend.

Komisch, Papier lässt sich wunderbar receyclen

Thermopapier aus dem Automaten z.B. schon mal nicht. Das gehört in den Restmüllcontainer.

Und dazu kommt ja die ganze restliche, völlig unnötige Umweltbelastung. Holz fällen, Papier erstellen, dann das Ausliefern (Papier in Massen wiegt ganz schön ...). Das Bedrucken. Die Entsorgung. Was da alles an Energie benötigt und verplempert wird, ist der blanke Wahnsinn.

Und bevor du fragst: ja, gedruckte Zeitungen/Magazine etc gehören auch abgeschafft! Buch- und Zeitungsläden sind ein Anachronismus. Kaum sonst irgendwo könnte man ohne jeglichen Qualitätsverlust mehr für die Umwelt machen und Energie einsparen als in dem Bereich.

und der Aufwand für den Versand ist überschaubar (1 €, davon 95 Cent für Porto und 5 Cent für den Umschlag),

Dänemark geht voran und schaffte gerade die staatlichen Postkästen ab. Auch was überholtes: Briefpost.

Wirkliche Probleme gibt es doch nur beim Smartphone.

Das aber auch nur hier im Forum und bei ein paar Berufsquerulanten.

Na ja, da gibt es schon Missbrauchsmöglichkeiten realer Art ... war halt ein digitales Leuchtturmprojekt, was fertig werden musste, bestimmte Probleme hat man nicht bedacht.


Dass sich da auch die DB gern selbst ins Knie schießt und Argumente gegen das Smartphone frei Haus liefert - da gebe ich dir uneingeschränkt recht.

Nur muss dann nicht das Smartphone weg, sondern die DB.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Vielleicht ein Vorgriff auf die Zukunft?

Barzahlung, Montag, 30.03.2026, 12:19 (vor 14 Tagen) @ Der Blaschke

Auch was überholtes: Briefpost.

Und eben darauf fährt die DB voll ab, jedenfalls wenn es um Fahrgastrechtsanträge geht.

Vielleicht ein Vorgriff auf die Zukunft?

Hustensaft, Montag, 30.03.2026, 12:42 (vor 14 Tagen) @ Der Blaschke

Komisch, Papier lässt sich wunderbar receyclen


Thermopapier aus dem Automaten z.B. schon mal nicht. Das gehört in den Restmüllcontainer.

Leider falsch, es gibt durchaus receyclingfähiges Thermopapier - mal an den Supermarktkassen darauf achten, das ist das auf der Rückseite blaue Papier. Und es gibt genügend Möglichkeiten, Papier anders als im Thermodruck zu beschriften ...

Und dazu kommt ja die ganze restliche, völlig unnötige Umweltbelastung. Holz fällen, Papier erstellen, dann das Ausliefern (Papier in Massen wiegt ganz schön ...). Das Bedrucken. Die Entsorgung. Was da alles an Energie benötigt und verplempert wird, ist der blanke Wahnsinn.

Ach, der Betrieb der Server, der Mobilfunknetze (Aufbau, Leitungen und Betrieb), die tägliche Ladung von Smartphones etc. pp. verplempert keine Energie?

Und bevor du fragst: ja, gedruckte Zeitungen/Magazine etc gehören auch abgeschafft! Buch- und Zeitungsläden sind ein Anachronismus. Kaum sonst irgendwo könnte man ohne jeglichen Qualitätsverlust mehr für die Umwelt machen und Energie einsparen als in dem Bereich.

Halt blöd, dass die gerade eine Renaissance erleben. Bücher und Zeitschriften kann man weitergeben, überall problemlos mitnehmen, auch ganz ohne Steckdose und Powerbank, womit wir auch bei der Energie wären (zudem siehe oben). Mal als Denkanstoß: Wer nur streamt, hat viel bezahlt und nach dem Abo-Ende was? Eine DVD, CD, ... , ja selbst ein Download gehört einem noch ...

und der Aufwand für den Versand ist überschaubar (1 €, davon 95 Cent für Porto und 5 Cent für den Umschlag),


Dänemark geht voran und schaffte gerade die staatlichen Postkästen ab. Auch was überholtes: Briefpost.

Dummerweise sprechen zig Millionen täglich in Deutschland versandter Briefe eine andere Sprache.

Na ja, da gibt es schon Missbrauchsmöglichkeiten realer Art ... war halt ein digitales Leuchtturmprojekt, was fertig werden musste, bestimmte Probleme hat man nicht bedacht.

Dass sich da auch die DB gern selbst ins Knie schießt und Argumente gegen das Smartphone frei Haus liefert - da gebe ich dir uneingeschränkt recht.

Nur muss dann nicht das Smartphone weg, sondern die DB.

Halt blöd, dass die anderen Verkehrsunternehmen das nicht besser machen. Auch hier ein Denkanstoß: Die Mainzer Verkehrsgesellschaft, die sich selbst gerne als Mainzer Mobilität bezeichnet, hat die "digitale Sammelkarte" geschaffen (man kauft fünf Einzelfahrten auf einen Schlag zum ermäßigten Preis und entwertet die bei Bedarf - übrigens auch eine tolle Beschiss-Möglichkeit), hat aber kein Problem, wegen Wartungsarbeiten an der App selbige stundenlang abzuschalten; wer da so eine digitale Sammelkarte entwerten wollte, hatte halt ein Problem.

Vielleicht ein Vorgriff auf die Zukunft?

bahnfahrerofr., Sonntag, 29.03.2026, 13:47 (vor 15 Tagen) @ gsg

Hei,
Hier in Norwegen wird mein Monatsticket jeden Tag aufs Neue in die App geladen. Mit neuem QR-code und einem Bild (heute zeigt es ein Boot am Strand). [...]
Ich habe die Ticketapp sowohl auf dem Dienst-als auch auf dem Privathandy, kann aber jeweils nur in einem der beiden gleichzeitig die Kontrollansicht zeigen.


Soweit ich weiß ist da in diese Richtung schon etwas in Planung (ständig wechsende Codes und Verdongelung an ein Gerät). Solange das allerdings nicht konsequent alle Verkehrsbetriebe einsetzen ist die Apppflicht reine Gängelung.

In Deutschland nicht realistisch

Hustensaft, Sonntag, 29.03.2026, 14:30 (vor 15 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Hei,
Hier in Norwegen wird mein Monatsticket jeden Tag aufs Neue in die App geladen. Mit neuem QR-code und einem Bild (heute zeigt es ein Boot am Strand). [...]
Ich habe die Ticketapp sowohl auf dem Dienst-als auch auf dem Privathandy, kann aber jeweils nur in einem der beiden gleichzeitig die Kontrollansicht zeigen.

Soweit ich weiß ist da in diese Richtung schon etwas in Planung (ständig wechsende Codes und Verdongelung an ein Gerät). Solange das allerdings nicht konsequent alle Verkehrsbetriebe einsetzen ist die Apppflicht reine Gängelung.

Keine Angst, das klappt in Deutschland nicht!
1. Man müsste sich auf eine einheitliche Deutschlandticket-App einigen - passiert nicht, weil man sich bei den Kosten nicht einig wird, aber mehr noch, dann würde offenkundig werden, wer da welche Bewegungsdaten zieht.
2. Eine tägliche Aktualisierung, nun, würde voraussetzen, dass tatsächlich keine Funklöcher mehr bestehen, aber auch, dass es keine, aber auch wirklich keine Ausfallzeiten mehr geben darf - nicht vorstellbar.
3. Die Risiken für den Kunden stiegen weiter, denn der ist, obgleich er meist nichts dafür kann, der Dumme, wenn etwas nicht funktioniert.

Und ich ergänze:
Es ist rechtlich nicht durchsetzbar, wir reden hier über Daseinsvorsorge und da muss es eine "analoge" Möglichkeit (heute die Chipkarte, obgleich man an deren Charakter zweifeln kann) geben, eine Pflicht zur App darf es also nicht geben - allenfalls die Angebotseinschränkung, dass die Nutzung auf dem Smartphone eben nur in einer bestimmten App geht, da wären wir aber wieder bei Punkt 1.

In Deutschland nicht realistisch

bahnfahrerofr., Sonntag, 29.03.2026, 18:53 (vor 15 Tagen) @ Hustensaft

Es ist rechtlich nicht durchsetzbar, wir reden hier über Daseinsvorsorge und da muss es eine "analoge" Möglichkeit (heute die Chipkarte, obgleich man an deren Charakter zweifeln kann) geben, eine Pflicht zur App darf es also nicht geben

Das ist heute so - dürfte sich m.E. aber in wenigen Jahren ändern. Auch das Recht auf Ticketkauf am Bahnhof wird fallen.

In Deutschland nicht realistisch

Hustensaft, Montag, 30.03.2026, 07:17 (vor 15 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Es ist rechtlich nicht durchsetzbar, wir reden hier über Daseinsvorsorge und da muss es eine "analoge" Möglichkeit (heute die Chipkarte, obgleich man an deren Charakter zweifeln kann) geben, eine Pflicht zur App darf es also nicht geben


Das ist heute so - dürfte sich m.E. aber in wenigen Jahren ändern. Auch das Recht auf Ticketkauf am Bahnhof wird fallen.

Das werde ich hoffentlich nicht mehr erleben - und ich setze noch einen drauf, wir werden aber alle noch erleben, was die Abhängigkeit vom Smartphone bedeutet, offenkundig lernen wir aber nur aus Schaden (aus dem man bekanntlich klug wird); musterhaft kann man das immer wieder erleben - passiert ein paar Mal im Jahr -, wenn irgendwo die Kartenzahlung streikt und die Menschen nicht einmal zwei Brötchen bar bezahlen können ...

Ein Recht auf Ticketkauf am Bahnhof ist und war nie existent, dann musste es im Zug einen Automaten geben (gibt es schon heute durchaus, schützt nebenbei ganz gut vor Vandalismus) bzw. das Personal Tickets verkaufen - beides ist ja oft seitens der Verkehrsunternehmen nicht gewollt.

In Deutschland nicht realistisch

bahnfahrerofr., Montag, 30.03.2026, 09:33 (vor 15 Tagen) @ Hustensaft

Ein Recht auf Ticketkauf am Bahnhof ist und war nie existent

Ich glaube du weißt, was ich damit gemeint hatte.

Ansonsten bin ich übrigens auch deiner Meinung.

Automat im Zug als Schwarzfahr-Booster! Die gehören raus!

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Montag, 30.03.2026, 10:57 (vor 14 Tagen) @ Hustensaft
bearbeitet von Der Blaschke, Montag, 30.03.2026, 10:59

Huhu.

dann musste es im Zug einen Automaten geben (gibt es schon heute durchaus, schützt nebenbei ganz gut vor Vandalismus)

Und noch nebenbeier ist das ein hervorragender Booster zum Schwarzfahren!

So steigt man nämlich völlig entspannt ohne Ticket in den Zug ein. Lage checken. Kein Schaffner zu sehen. Sehr gut. In Automatennähe platzieren. Kommt von der Ferne doch mal der Kontrolleur, dann eben am Automaten etwas rumspielen. Sobald man angesprochen wird, gibt man an, dran zu sein am Ticketkauf. Aber irgendwie komme man nicht klar. Oder der Kasten akzeptiert Geldschein oder Karte nicht. Usw.

Größtes Risiko ist also, dass man den normalen Tarif zahlen muss. Womöglich ab tatsächlichen Einstiegsbahnhof. (Ich wurde tatsächlich schon mal angemault, warum ich denn jetzt den automatisch mitlaufenden Startbahnhof zurückgestellt hätte ...)


Das kommt aber so selten vor, dass man mit denen, die es erwischt, fast schon Mitleid haben muss.

Insbesondere für Kurzstrecken ist das Verfahren zu empfehlen - da stellt man sich doof und diskutiert solange, bis der Zielbahnhof erreicht ist. Für den Schaffner bleibt dann höchstens noch "Nächstes Mal ..." *blubber lamentier schimpf*.

Automaten im Zug gehören abgeschafft! Und Einstieg immer ausnahmslos nur mit gültigem Ticket.

Im Kino kann ich auch nicht erst bezahlen, wenn der Film schon läuft.

Und ja: das oben Beschriebene ist Alltag! Ich hab ja den Vorteil, nicht uniformiert herumzulaufen. Da erschrickt der Kunde, wenn ich ihn plötzlich anspreche und ein Ticket sehen möchte. Dann sind sie so verdaddert, dass sie gar nicht merken, dass ich gar keine Kontrollfugnisse habe und sie einfach nur "ich möchte nicht mitmachen" sagen müßten, um unbehelligt weiter schwarz zu fahren. Und selbst ein "Ich hab kein Ticket" habe ich ohne Folgen zu akzeptieren; brauche das nur entsprechend erfassen. Aber das wissen sie ja nicht.

Witzig war stets ein jüngerer Zählerkollege, frisch von der Schule, wenn wir nach Rahden fuhren. Hoch motiviert bot er den Leuten stets fröhlich an, ihnen beim Automatenkauf zu helfen, wenn die auf Ansprache angaben, das Gerät nicht bedienen zu können. Der Kollege glaubte das wirklich und dachte, er tue Gutes. War das immer lustig, die Gesichter der Reisenden und ihre "Freude" über die selbstlose Hilfe zu beobachten ...


Ich behaupte, es ist politisch aber genau so gewollt. Die Berufsbetrüger behelligt man nicht allzu sehr. Nimmt Druck aus dem Kessel. Wenn der kleine Bürger da unten mal ein wenig betrügen darf ... - dämpft den Zorn über das Großkopfertenpolitikergekungel. Und es geht ja eh nur um die Eisenbahn - gesellschaftliche Randgruppe also. Und solange das nicht publik wird und niemand merkt, in welchem Ausmaß schwarzgefahren wird, ist's ja auch egal. Zumal das ganze System zum allergrößten Teil mit Staatskohle finanziert wird.

Die Ehrlichen sind die Doofen, weil sie gar nicht merken, wie einfach es ist, unehrlich zu sein.


Und nebenbei: digital geht das auch. Z.B. bei Monatskarten mit flexiblem Startdatum. Wenn die ausläuft, muss man ja nicht gleich ne neue buchen im Smartphone. Oft kommt man ja mit einigen Tagen ohne Kontrolleur durch. Wenn ich da jedesmal nur 3 Tage spare, hab ich am Jahresende schon einen Monat zusammen. Läppert sich.

Und da ist die Kundschaft clever. Die bekommen sonst nichts mit beim Bahnfahren. Da aber schon.

Wenn dann noch wie zu Corona die hohen Herren so dämlich und weltfremd sind und verkünden, dass zwecks Seuchenschutz keine Kontrollen mehr stattfinden - mehr Einladung geht ja kaum ... Was glaubt ihr, was los war, als das Kontrollieren dann wieder los ging. "Ach, brauchen wir wieder ein Ticket?" war der Standardspruch. - ?????. GEBRAUCHT habt Ihr das immer ...

Die Schwarzfahrerquoten liegen also deutlich höher, als man es öffentlich öfters mal bekannt gibt.

Das ist dasselbe wie mit der Blitzerei im Straßenverkehr. Aktuell steht grad ein Bericht in der "Berliner Zeitung". Offizielle Raserquote der örtlichen Polizei: 4%. Allerdings gibt's Geräte, die versteckt nur Geschwindigkeiten messen (als unauffälliger Kasten am Laternenmast). Raserquote: in der Spitze 99% - nur 16 von 116 Messstellen liegen bei bzw unter den 4%.

Wie beim Schwarzfahren. Anekdote zum Schluß: Kunde hält mir ein Automatenfahrschein-4er Ticket-Schnipsel hin. 3 Felder abgestempelt; heute auch. Ich schaue nebenbei so auf's Kaufdatum des Schnipsels: ist ein paar Wochen her. 3 von 4 Feldern abgestempelt. Ich frage nach dem Grund der Fahrt. Antwort: Na, zur Arbeit! Ich frag: Täglich? Sie: Ja! - So, da kannste dir die Kontrolldichte jetzt selbst ausrechnen ...

Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Korrektur

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Montag, 30.03.2026, 11:07 (vor 14 Tagen) @ Der Blaschke

Hey.

Aktuell steht grad ein Bericht in der "Berliner Zeitung".

Ups. Falsche Quelle. Der "Tagesspiegel" isses.

Wenn ich mal multitasking sein will ...


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Automat im Zug als Schwarzfahr-Booster! Nö!

Hustensaft, Montag, 30.03.2026, 12:33 (vor 14 Tagen) @ Der Blaschke

Darf ich daran erinnern, dass der Hamburger Verkehrsverbund vor einigen Jahren den Tür 1-Einstieg bei seinen Bussen erst in einem Versuchsgebiet und dann flächendeckend eingeführt hatte? Das Ergebnis war, dass zunächst die Schwarzfahrerquote deutlich sank, sich aber nach etwa einem halben Jahr wieder auf dem vorherigen Niveau eingependelt hatte - trotz Ticket-Vollkontrolle durch den Busfahrer und keinem Automaten an Bord. Während Corona wurde das eingestellt und auch nicht wieder aktiviert, wie auch etliche andere Verkehrsunternehmen das wieder abgeschafft haben, weil die Vorteile minimal, die Nachteile (längere Haltestellenstandzeiten/Verspätungen) aber enorm waren.

Ach ja: Dann war da noch ein größeres ÖPNV-Unternehmen (ich verrate nicht, dass es die BSAG aus Bremen ist), welches schon lange auf Automaten in den Fahrzeugen setzt und erst in den letzten Jahren an ausgewählten Stationen Automaten aufgestellt hat - mir wäre nicht bekannt, dass die Quote der Menschen ohne gültiges Ticket in Bremen höher wäre als andernorts ...

DB akzeptiert b. a. W. D-Ticket-Papierausdrucke WENN ...

JanZ, HB, Sonntag, 29.03.2026, 12:23 (vor 15 Tagen) @ RadExpress
bearbeitet von JanZ, Sonntag, 29.03.2026, 12:24

Also, zumindest mein Deutschlandticket kann ich in die Google Wallet laden. Damit funktioniert es mindestens auf jedem Gerät, auf dem diese Wallet installiert ist. Beispielsweise könnte ich mein altes Handy jemand anders mitgeben und selber mit meinem neuen fahren.
Ob sich das Ticket auch in mehrere Wallets laden lässt, habe ich nicht ausprobiert.

Übrigens sah ich gestern bei der Kontrolle, dass der Fahrgast mir gegenüber unter dem 2D-Code ein Foto in der App hatte. Keine Ahnung, welche das war.

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