[CZ] CRRC Züge für RegioJet - ein Reisebericht auf zdopravy (Allgemeines Forum)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Montag, 05.02.2024, 11:58 (vor 23 Tagen)
bearbeitet von J-C, Montag, 05.02.2024, 11:59

Link (zdopravy.cz)


Die Passagiere können die Strecke zwischen Ústí nad Labem und Kolín ausprobieren.

RegioJet hat heute einen Testbetrieb der chinesischen Sirius-Einheit mit Passagieren gestartet. Die Fahrgäste können ihn in den nächsten drei bis vier Monaten auf der Schnellzuglinie R23 zwischen Ústí nad Labem und Kolín treffen.

Wir haben das neue Gerät, das sich seit mehreren Jahren in der Tschechischen Republik befindet, bei der ersten Fahrt von Ústí nad Labem nach Kolín getestet. Es handelt sich um die Einheit 665.002, die vom weltweit größten Unternehmen im Bereich der Schienenfahrzeuge, CRRC, hergestellt wurde.

Der chinesische Fußabdruck zeigt sich vor allem im Interieur, sowohl in der Qualität einiger Elemente als auch im Layout selbst. Die Sitze sind vor allem für kleinere Personen gedacht, was Passagiere über 190 cm Körpergröße zum Beispiel an der Position der Kopfstütze bemerken werden. Stellenweise wirkt das Interieur sehr preiswert.

Der Zug beinhaltet die Business Class. Selbst in dieser teureren Klasse (in der ein Ticket derzeit nur wenige Kronen mehr kostet als für die 2. Klasse) beeindruckt die etwas minderwertige Verarbeitung: Man lehnt sich einfach an den Tisch und er bewegt sich. Anders als in der Economy Class gibt es an jedem Sitz Steckdosen. Sie werden sie definitiv nicht in der Economy Class oder in jedem Doppelsitz finden, sie sind eher zufällig platziert. Für einen Fahrgast, der es gewohnt ist, Elektronik im Zug fast überall aufzuladen, ist das eine eher unangenehme Überraschung.

In der Economy Class gibt es verschiedene Arten von Sitzplätzen, die jedoch alle eines gemeinsam haben: Sie sind eher für kleinere Figuren geeignet. Stehplätze mit der Möglichkeit, sich zurückzulehnen, sind eine Seltenheit. RegioJet verkauft keine Tickets für diese Sitzplätze. Die Gedanken des Ryanair-Chefs zum Stand-up-Fliegen waren die ersten, die sich in einem chinesischen Zug auf tschechischen Schienen materialisierten. Leo Express, der die Einheiten ursprünglich bestellt hatte, war an der Innenraumkonzeption beteiligt.

Aber das völlig subjektive Gefühl der Fahrt ist gut: Das Gerät ist leise. Auf der Strecke mit dem Spitznamen "Rechtes Ufer", die in vielen Abschnitten nicht in idealem Zustand ist, geht es ruhig zu. Im Vergleich zu europäischen Einheiten dauert es ungewöhnlich lange, bis die Tür geöffnet ist. Die Einheit verfügt über sechs Wagen, aber zwei Wagen wurden von chinesischen Technikern für ihre Bedürfnisse übernommen.

RegioJet wird die Einheit täglich in den Schnellzügen 1305 (8:36 Uhr, Ústí nad Labem – Kolín 10:40 Uhr) / 1304 (Kolín 11:14 Uhr – Ústí nad Labem 13:17 Uhr) / 1311 Ústí nad Labem 14:36 Uhr – Kolín 16:40 Uhr und 1310 (Kolín 17:14 Uhr – Ústí nad Labem 19:17 Uhr) einsetzen.

RegioJet führt seit Anfang des Jahres den Probebetrieb für CRRC durch, wobei die Einheiten insgesamt 50.000 Kilometer zurücklegen sollen, davon 2.000 Kilometer ohne Passagiere. Diese Kilometer wurden von den Einheiten auf der Strecke von Přerov nach Otrokovice gesammelt.

Die Sirius-Einheit ist Zweisystem-Einheit (25 kV / 3 kV), hat eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h, bietet Platz für 300 Passagiere und hat eine Länge von 111,2 Metern. Es besteht aus sechs Teilen, ein Fahrgestell bedient immer zwei nebeneinander liegende Karosserien. Das Gehäuse ist aus Aluminium. Der Zug ist mit dem ETCS-System ausgestattet. Leo Express hatte drei Einheiten bestellt und hatte eine Option auf weitere 30. Er trat wegen Lieferverzögerungen vom Vertrag zurück. In der Tschechischen Republik sind zwei Geräte für Langzeittests auf dem Rundgang des Eisenbahnforschungsinstituts aufgetaucht.

Im Artikel sind auch einige Bilder zu finden - auch von den Stehsitzen, die Leo anscheinend vorgesehen hat und mit denen RegioJet nicht so viel anfangen kann.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

Nebenbei zum Thema Einstiegshöhe

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Montag, 05.02.2024, 12:54 (vor 23 Tagen) @ J-C
bearbeitet von J-C, Montag, 05.02.2024, 12:57

Tatsächlich ist die Einstiegshöhe nicht 55cm, sondern 60. Also ein 5cm Höhenunterschied und damit etwa für Rollstuhlfahrer eher suboptimal. Wobei ich mich frage, wer zum Henker bestellt einen Zug, der 5cm höheren Einstieg als am Bahnsteig vorsieht? Es gibt so gar keinen Bahnsteig, wo man höhengleich einsteigen kann…

und weil der Titel am Anfang missverständlich sein könnte: RegioJet führt nur die Testfahrten durch, wer am Ende die Züge betreiben wird, steht offen, wenngleich beim derzeitigen Wagenmangel dort es sicher für sowas einen Bedarf haben wird…

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

600 mm Einstiegshöhe sind Standard für 550 mm-Bahnsteige.

JeDi, überall und nirgendwo, Montag, 05.02.2024, 12:58 (vor 23 Tagen) @ J-C
bearbeitet von JeDi, Montag, 05.02.2024, 12:59

Wobei ich mich frage, wer zum Henker bestellt einen Zug, der 5cm höheren Einstieg als am Bahnsteig vorsieht?

DB, ÖBB, SBB, usw.

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Weg mit dem 4744!

Sicher?

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Montag, 05.02.2024, 13:10 (vor 23 Tagen) @ JeDi

Ich bin mir sicher, dass ich das letzte Mal in einem Desiro ML von einem 55cm Bahnsteig aus nicht extra 5cm Höhenunterschied überwinden muss.

Aber die Bilder beim Sirius zeigen ja genau das. Da muss man 5cm Höhenunterschied überwinden.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

Sicher!

JeDi, überall und nirgendwo, Montag, 05.02.2024, 13:41 (vor 23 Tagen) @ J-C
bearbeitet von JeDi, Montag, 05.02.2024, 13:45

Ich bin mir sicher, dass ich das letzte Mal in einem Desiro ML von einem 55cm Bahnsteig aus nicht extra 5cm Höhenunterschied überwinden muss.

Dann täuscht du dich. Die Desiro ML haben - je nach Variante - 600 oder 800 mm Einstiegshöhe. Das ist auch jeweils die Regelhöhe für 55 bzw. 76 cm hohe Bahnsteige. Genau wie nahezu alle anderen Fahrzeuge auch.

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Weg mit dem 4744!

Sicher!

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Montag, 05.02.2024, 13:52 (vor 23 Tagen) @ JeDi

Und wieso findet man dann aber normalerweise einen stufenlosen Einstieg?

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

Sicher!

JeDi, überall und nirgendwo, Montag, 05.02.2024, 13:54 (vor 23 Tagen) @ J-C

Und wieso findet man dann aber normalerweise einen stufenlosen Einstieg?

Den gibt es so eben im Regelfall nicht. Siehe die Kritik der Behindertenverbände in der Schweiz an den Twindexxen (mit Regelkonformen 600 mm) als Nachfolger der IC2000 (mit echten 550 mm).

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Weg mit dem 4744!

Aber wenn ich dann mir den Twindexx anschaue...

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Montag, 05.02.2024, 14:13 (vor 23 Tagen) @ JeDi

Der Höhenunterschied ist doch eindeutig erkennbar?

JeDi, überall und nirgendwo, Montag, 05.02.2024, 14:25 (vor 23 Tagen) @ J-C

Der Schiebetritt ist schon höher als der Bahnstieg. Der Einstieg ist höher als der Schiebetritt.

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Weg mit dem 4744!

Der Höhenunterschied ist doch eindeutig erkennbar?

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Montag, 05.02.2024, 14:27 (vor 23 Tagen) @ JeDi

Aber beim CRRC-Zug sind die Unterschiede noch höher...

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

Sicher!

Aphex Twin, Montag, 05.02.2024, 14:26 (vor 23 Tagen) @ JeDi

Und wieso findet man dann aber normalerweise einen stufenlosen Einstieg?


Den gibt es so eben im Regelfall nicht. Siehe die Kritik der Behindertenverbände in der Schweiz an den Twindexxen (mit Regelkonformen 600 mm) als Nachfolger der IC2000 (mit echten 550 mm).

Was den Twindexx die Ausnahme machte, andere Züge in der Schweiz haben eben echte 550 mm (oder eben etwas deutlich anderes).

Sicher!

JeDi, überall und nirgendwo, Montag, 05.02.2024, 14:31 (vor 23 Tagen) @ Aphex Twin
bearbeitet von JeDi, Montag, 05.02.2024, 14:32

Was den Twindexx die Ausnahme machte, andere Züge in der Schweiz haben eben echte 550 mm (oder eben etwas deutlich anderes).

Welche Züge sollen das sein? Der Bussnanger Flirt hat 580 mm, Bussnanger KISS 570 mm. Das ist zugegebenermaßen nicht 600 mm, aber eben auch nicht 550 mm.

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Weg mit dem 4744!

Sicher!

Aphex Twin, Montag, 05.02.2024, 15:01 (vor 23 Tagen) @ JeDi

Was den Twindexx die Ausnahme machte, andere Züge in der Schweiz haben eben echte 550 mm (oder eben etwas deutlich anderes).


Welche Züge sollen das sein? Der Bussnanger Flirt hat 580 mm, Bussnanger KISS 570 mm. Das ist zugegebenermaßen nicht 600 mm, aber eben auch nicht 550 mm.

Damit wäre aber, zumindest in der Schweiz, 600 mm nicht die Regelhöhe an 55 cm Bahnsteigen wie oben von die postuliert.

Sicher!

Twindexx, St. Gallen (CH), Montag, 05.02.2024, 15:28 (vor 23 Tagen) @ Aphex Twin

Hoi,

Damit wäre aber, zumindest in der Schweiz, 600 mm nicht die Regelhöhe an 55 cm Bahnsteigen wie oben von die postuliert.

Doch, seit die TSI zur Anwendung kommen. Niedriger als 600 mm ist alles, was noch nicht TSI-konform zugelassen wurde. Es ist nämlich so, dass von der Perronkante hinunter ins Fahrzeug maximal 160 mm zulässig sind. Und weil es auch 760 mm hohe Perrons gibt, ergeben sich daraus die 600 mm an der Einstiegskante.

Der Schiebetritt ist natürlich niedriger, genau diese Kaskade Perron-Schiebetritt-Einstiegskante-Rampe im Fahrzeug hat das Bundesgericht beim Twindexx SBB jedes für sich genommen als konform bewertet, in der Summe aber die Einhaltung des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes verneint. Das BAV muss hier eine Lösung erarbeiten, entweder das BAV erreicht eine grundsätzliche Anpassung der TSI oder es wird eine weitere NNTV für die Schweiz eingetragen mit zusätzlichen Anforderungen gegenüber den TSI. Die Twindexx SBB tangiert das nicht mehr, zum Unmut der Behindertenverbände sind sie als behindertengerechte Fahrzeuge zugelassen, da sie die für sie zulassungsrelevanten TSI PRM erfüllen.

Zurück zur Höhe der Einstiegskante: Natürlich kannst du weiterhin 550 mm bauen, darfst dann aber nie an einem 760 mm hohen Perron die Türen freigeben. Allein wegen Basel Bad Bf wäre das Fahrzeug dann aber auch in der Schweiz nicht freizügig einsetzbar. Wobei die drei Perrons mit den Gleisen 6 bis 11 auf 55 cm abgesenkt werden (oder die Gleise aufgeschottert, wenn die Brücken den zusätzlichen Schotter tragen können, die DB untersucht das noch). Das soll im Rahmen des Rheintalbahnausbaus in Basel Bad Bf erfolgen, wobei das BAV da schon dem BEV auf die Pelle rückt, dass das nicht noch bis 2030 dauert (geplant war mal 2017, das ist auch ein separates Plangenehmigungsverfahren losgelöst vom Rheintalbahnausbau).


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.

Nebenbei zum Thema Einstiegshöhe

arno50, Montag, 05.02.2024, 13:31 (vor 23 Tagen) @ J-C
bearbeitet von arno50, Montag, 05.02.2024, 13:33

Es ist m.E. ein technisch baulicher Skandal, nun gibt es seit fast 200 Jahren den Eisenbahnverkehr, man rast mit 300 km/h durch die Gegend, jeder Vorortzug ist mit
Elektronik und Klima vollgestopft, da werden für Milliarden fragwürdige Bahnhofsumbauten
dem Bürger vorgesetzt aber das Einsteigen ist diverser als vor 80 Jahren, da waren alle Bahnsteige hoch, die Plateus der Waggons oberhalb der Räder und man hatte immer bei jedem Bahnsteig die gleiche Prozedur: Hand am Griff und einige Stufen beim Aussteigen nach unten. Erst neulich bin ich wieder mal mit div. Nahverkehrszügen unterwegs gewesen: alle Varianten waren möglich: Bahnsteig höher als die Türschwelle ein grosser Treppenabsatz nach oben, oder ein kleiner oder sogar eine grosse gefährliche Lücke zwischen Tür und Bahnsteig oder eine grosse oder eine kleine Stufe nach unten oder - und das überraschte mich doch ob diesem technischen Quantensprung: es fuhr ein Brett etwas unterhalb der Türschwelle und schloss bündig mit dem Bahnsteig ab. Wie bei einem gut gebauten Einfamilienhaus: eine kleine Stufe nach unten bis auf ebenen Boden beim Aussteigen und vice versa beim Einsteigen. Warum kriegt die Bahn bzw. die Transportfahrzeughersteller das nicht mal generell hin?

Nebenbei zum Thema Einstiegshöhe

JeDi, überall und nirgendwo, Montag, 05.02.2024, 13:44 (vor 23 Tagen) @ arno50

Warum kriegt die Bahn bzw. die Transportfahrzeughersteller das nicht mal generell hin?

Weil einige Regionen der Meinung sind, von der gesetzlichen Regelbahnsteighöhe abweichen zu müssen.

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Weg mit dem 4744!

Allgemeine Erklärung Unterschied Einstiegs-/ Bahnsteighöhe

gsg, Donnerstag, 08.02.2024, 00:14 (vor 21 Tagen) @ J-C

Hallo zusammen,

Weil es mich früher auch immer gewundert hat, warum man zum Teufel Züge mit 590/600mm Einstiegshöhe bestellt, wenn die Bahnsteige doch 550mm hoch sind, hier eine ausführliche Erklärung:

1. These: Bahnsteige haben selten exakt 550mm Höhe
- Auch beim Bau von Bahnsteigen braucht es Bautoleranzen. Auf den Nanometer genau kann niemand bauen. Schon bei Wohnzimmern im Neubau hat man über die ganze Fläche oft Höhenunterschiede bis 2 cm. Auf 220m Bahnsteiglänge wird das entsprechend schwieriger.
- Ein Gleis liegt nach einigen Monaten/Jahren/Jahrzehnten nicht mehr genau in der Lage, in der es einmal gebaut wurde. Der Schotteroberbau ist mit Absicht ein klein bisschen elastisch (deswegen funktioniert er) und mit der Zeit verändert sich die Gleislage.
- Auch eine Schiene hat Verschleiß: Mit jeder Zugfahrt wird ein kleines bisschen des Stahls abgetragen. Insgesamt können das auch fast 20mm sein.

2. These: Züge haben mehrere Faktoren, die auf die tatsächliche Einstiegshöhe Auswirkung haben:
- Radverschleiss: Mit der Zeit beim Fahren und vor allem beim Abdrehen der Räder werden diese kleiner. Das gleicht man zwar (zumindest bei manchen Fahrzeugen) beim Abdrehen durch kleine Unterlegplättchen aus, aber da bleibt doch noch erstaunlich viel Unterschied zwischen abgefahrenen Rädern und neuen Rädern
- die Primärfeder drückt sich abhängig von der Anzahl Fahrgäste im Zug mehr oder weniger stark ein
- die Sekundärfeder ebenso. Falls diese eine Luftfeder ist, kann man das ein bisschen ausgleichen über den Druck, aber einfach ist das nicht
- der Zug wankt ein klein bisschen. An einer Haltestelle (zumindest bei einer U-Bahn) gehen alle Fahrgäste Richtung der Fahrzeugseite auf der die Türen öffnen. Dadurch kippt der Zug leicht in diese Richtung.

Wenn man alle diese Effekte in ihrer Maximalausprägung aufaddiert kommt man in die Größenordnung von 10cm Unterschied zwischen höchstem und tiefstem Fall. Jetzt muss man noch wissen, dass Fahrzeug-Daten in der Regel bei einem Neufahrzeug (also mit grösstem möglichen Raddurchmesser) und einem leeren Fahrzeug (also am wenigsten eingedrückter Feder) angegeben werden. Auch bei solchen Vorführungen wie hier im Thread sind in der Regel diese Verhältnisse gegeben; in der Rushhour nach einigen Jahren im Beitrieb ist die Einstiegskante deutlich tiefer.

Nun würde man auf den ersten Blick sagen, man sollte das Fahrzeug so auslegen dass im Mittelwert der Höhenunterschied zwischen Fahrzeug und Bahnsteig null ist. Aber vor vielen Jahren haben schlaue Menschen analysiert, dass die Gefahr zu stolpern bei einer kleinen Stufe nach oben viel höher ist als bei einer kleinen Stufe nach unten. Das spielt eine besonders grosse Rolle wenn man mal einen Zug evakuieren muss, weil dann jede Sekunde zählt. Deswegen hat man sich darauf geeinigt, dass man es unbedingt vermeiden sollte, in diesem Fall eine kleine Kante nach oben zu haben. Zudem hat die Situation, dass man eher beim Ein- als beim Ausstieg stolpert den Vorteil, dass man dann in Richtung der Haltestangen (die ja im Fahrzeug sind) fällt und sich eventuell auffangen kann.

Aufgrund dieser Überlegungen versucht man das Fahrzeug so auszulegen, dass der Fahrzeugboden in (fast) allen Fällen höher ist als die Bahnsteigkante, aber möglichst wenig höher. Und daraus resultieren dann diese ca. 4-5cm höhere nominelle Einstiegskante als Bahnsteigkante. Und mit der Zeit hat diese Überlegung Eingang in alle Normen gefunden, sodass man es heute auch gar nicht mehr anders machen dürfte.

P.S.: Selbst bin ich mit dieser Designentscheidung nicht ganz einverstanden, ich hätte es anders gemacht. Aber dafür hätte ich vor vielen Jahren in den richtigen Normungsausschüssen sitzen müssen.
P.P.S.: Natürlich haben auch die Fahrzeughersteller ein Eigeninteresse, die Kante so hoch wie möglich zu haben, denn dadurch wird die Konstruktion einfacher (der Längsträger unter der Tür ist sehr oft kritisch für die Gesamtstabilität des Wagenkastens)

Viele Grüsse
gsg

Vielleicht auch spannend: die Sitzstehplätze

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Montag, 05.02.2024, 17:07 (vor 23 Tagen) @ J-C
bearbeitet von J-C, Montag, 05.02.2024, 17:08

Ich finde es eigentlich bemerkenswert, dass sich jetzt zeigt, dass Leo Express im Prinzip das vorhatte, was mal bei Ryanair für Furore sorgte mit den Sitzstehplätzen.

Die anderen Sitze erinnern mich irgendwie stark an das, was man beim Flixtrain kriegt, anderseits scheint es einen Verstellhebel zu haben (?).

Diese Züge sollten ursprünglich eigenwirtschaftlichen Fernverkehr in Tschechien und der Slowakei für Leo Express fahren. RegioJet kann mit dem Konzept jedoch eher weniger was anfangen, zumindest sind diese Stehsitze nicht buchbar.
Ob man das in Zukunft öfters sieht, dass Privatbahnen mit solchen Dingen versuchen, auf Kurzstrecken mehr Kapazitäten zu bieten? Ich bin mir nicht sicher, ob das aufgehen würde.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

Facelift des ICE-T

BGSMH, Montag, 05.02.2024, 20:27 (vor 23 Tagen) @ J-C

Erinnert euch die Front auch an der ICE T, quasi der Facelift?

Jetzt, wo du‘s sagst, tatsächlich!

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Montag, 05.02.2024, 21:03 (vor 23 Tagen) @ BGSMH
bearbeitet von J-C, Montag, 05.02.2024, 21:04

Ich muss sagen, dass der ICE T mittlerweile einen Platz in meinem Herzen hat, so elegant der daherkommt. Der Sirius ist aber etwas bulliger muss ich sagen. Wie eine Hornisse :D

Aber ja, ein wenig erinnert es schon daran.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

Die chinesischen Züge bringen Aufmerksamkeit

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Freitag, 09.02.2024, 22:30 (vor 19 Tagen) @ J-C

Link (zdopravy.cz, tschechisch)

RegioJet misst bei den CRRC Zügen 10% mehr als sonst ans Fahrgastaufkommen. Das sind freilich jetzt Fotografen und Schaulustige, am Wochenende wird besonders viel Andrang erwartet. Der Zug wird insgesamt sehr gut aufgenommen. Das ist auch nicht schwierig, sonst fahren ja auf der R23 nur lokbespannte Züge mit ex DB Reisezugwagen, die definitiv die beste Zeit hinter sich hatten. Naja und es ist zufälligerweise der erste CRRC Zug im Fahrgastbetrieb in Mitteleuropa. Die WESTbahn-Züge von CRRC sind ja noch auf Testfahrten ohne Fahrgastbetrieb.

Mal schauen, ob RegioJet diese Züge nicht am Ende gleich übernehmen will, denn einen Bedarf dafür hat es bei deren derzeitigen Wagenmangel.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

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