[CZ] Fahrgastrechte automatisch ausgeführt (Allgemeines Forum)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Dienstag, 22.11.2022, 12:33 (vor 17 Tagen)
bearbeitet von J-C, Dienstag, 22.11.2022, 12:37

Link (zdopravy.cz, tschechisch)

Etwas unfassbares ist passiert: die Tschechischen Bahnen (CD) erstatten ohne Zutun des Fahrgastes automatisch Geld, wenn die Reise so sehr außer Kontrolle gerät, dass die Fahrgastrechte Relevanz erhalten. Ohne, dass man zum Schalter rennen muss oder beim Kundenservice ein Formular ausfüllen müsste, erhält man sein Geld zurück, wenn man etwa erhebliche Verspätungen erleidet. Sobald eine Fahrkarte (muss kein Sparpreis sein) vom Zugbegleiter gescannt wird und am Ziel die Verspätung größer als 60 Minuten ist, kümmert sich das System automatisch um die Erstattung. Das gilt freilich nur für Online-Tickets auf der eigenen App.

Damit will man digitale Fahrkarten noch attraktiver machen. Dazu erlaube ich es mir, die übersetzte Version des Artikels zu zitieren:


Dies ist eine der Innovationen, um Passagiere dazu zu bringen, Tickets häufiger online zu kaufen. "Die Zahlen zeigen, dass jeder zehnte Tscheche unsere Anwendung Můj vlak ("Mein Zug") auf seinem Mobiltelefon hat und dass der Anteil der online eingecheckten Passagiere weiter steigt. Damit sich dieser Trend fortsetzt und wir mindestens die Hälfte aller Reisedokumente online verkaufen können, entwickeln wir Innovationen, die den elektronischen Check-in noch einfacher und attraktiver machen", erklärte Michal Krapinec, Vorstandsvorsitzender und CEO der Tschechischen Bahn.

"Die Tschechische Bahn bewegt sich mit dem digitalen Zeitalter, das es den Fahrgästen ermöglichen wird, ihre Dienstleistungen effizienter zu nutzen", sagt Verkehrsminister Martin Kupka. Ihm zufolge sind die Konzentration auf moderne Technologien zusammen mit Investitionen in die neue Fahrzeugflotte eine Garantie dafür, dass die Tschechische Bahn ihre Position auf dem liberalisierten Eisenbahnmarkt behaupten wird.
[...]
Zum ersten Mal hat die Tschechische Bahn auch Daten darüber veröffentlicht, wie viel Prozent der Tickets sie online verkauft. Wenn alle Fahrkarten, einschließlich der integrierten Verkehrssysteme und OneTicket, in die Statistik einbezogen werden, hat die Tschechische Bahn im Oktober dieses Jahres 39,3% der Fahrkarten online verkauft. Im Jahr 2019 wurden nur 28,2% der Tickets auf diese Weise verkauft. Die Zahl der Fahrgäste, die ihre Fahrkarten über den E-Shop oder in der Anwendung Můj vlak ("Mein Zug") kaufen, nimmt ständig zu.

Die Fahrgäste wollen also immer mehr die Fahrkarten online kaufen. Ob das bedeutet, dass in Zukunft immer mehr Fahrkartenschalter geschlossen werden?

Auch die Webseite soll geändert worden sein. Jetzt kann man auch seine Reise bewerten und benötigt statt 10 nurmehr 6 Buchungsschritte.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
[image]
(Bildquelle: ČD)

Online boomt hierzulande wohl auch.

Der Blaschke, Dienstag, 22.11.2022, 16:20 (vor 16 Tagen) @ J-C

Hallo.

Zum ersten Mal hat die Tschechische Bahn auch Daten darüber veröffentlicht, wie viel Prozent der Tickets sie online verkauft. Wenn alle Fahrkarten, einschließlich der integrierten Verkehrssysteme und OneTicket, in die Statistik einbezogen werden, hat die Tschechische Bahn im Oktober dieses Jahres 39,3% der Fahrkarten online verkauft. Im Jahr 2019 wurden nur 28,2% der Tickets auf diese Weise verkauft. Die Zahl der Fahrgäste, die ihre Fahrkarten über den E-Shop oder in der Anwendung Můj vlak ("Mein Zug") kaufen, nimmt ständig zu.

Die Fahrgäste wollen also immer mehr die Fahrkarten online kaufen. Ob das bedeutet, dass in Zukunft immer mehr Fahrkartenschalter geschlossen werden?

Was wäre daran schlimm? Die Welt ändert sich nunmal.

Auch hierzulande dürfte Online boomen. Immer mehr Fahrgäste halten mir ihr Smartphone unter die Nase. Zunehmend auch Nahverkehrstickets und -abos. Der VBN nebenan in Bremen stellt Jobtickets gerade auf Chipkarte um. TIM gibt's auch so. Wie MIA und BOB seit je.

Dieser Papierkram hat zunehmend ein Ende. Und das ist auch nichts schlimmes.

Einen Nachteil gibt's dann doch: das Einsteigen in den Bus bei Einstiegskontrolle dauert länger. Bis die Studierenden mal auf dem Smartphone ihr Semesterticket parat haben ...

Schöne Grüße von jörg

Online boomt hierzulande wohl auch.

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Dienstag, 22.11.2022, 16:36 (vor 16 Tagen) @ Der Blaschke
bearbeitet von J-C, Dienstag, 22.11.2022, 16:37

Hallo.

Zum ersten Mal hat die Tschechische Bahn auch Daten darüber veröffentlicht, wie viel Prozent der Tickets sie online verkauft. Wenn alle Fahrkarten, einschließlich der integrierten Verkehrssysteme und OneTicket, in die Statistik einbezogen werden, hat die Tschechische Bahn im Oktober dieses Jahres 39,3% der Fahrkarten online verkauft. Im Jahr 2019 wurden nur 28,2% der Tickets auf diese Weise verkauft. Die Zahl der Fahrgäste, die ihre Fahrkarten über den E-Shop oder in der Anwendung Můj vlak ("Mein Zug") kaufen, nimmt ständig zu.

Die Fahrgäste wollen also immer mehr die Fahrkarten online kaufen. Ob das bedeutet, dass in Zukunft immer mehr Fahrkartenschalter geschlossen werden?


Was wäre daran schlimm? Die Welt ändert sich nunmal.

Du kennst mich doch, ich hab grundsätzlich gar nichts dagegen. In Brno kann ich heutzutage schon mit meiner MasterCard Debit im ÖPNV ein- und auschecken und kann dort auch papierlose Fahrkarten am Automaten ohne Handy kaufen. Das ist meiner Meinung nach ziemlich perfekt. Einfach ein Terminal, wo man mit seiner Karte eine Fahrkarte papierlos einchecken kann. Handys haben ja ein NFC-Chip, welches solche Karten auslesen könnte.

Auch hierzulande dürfte Online boomen. Immer mehr Fahrgäste halten mir ihr Smartphone unter die Nase. Zunehmend auch Nahverkehrstickets und -abos. Der VBN nebenan in Bremen stellt Jobtickets gerade auf Chipkarte um. TIM gibt's auch so. Wie MIA und BOB seit je.

Dieser Papierkram hat zunehmend ein Ende. Und das ist auch nichts schlimmes.

Einen Nachteil gibt's dann doch: das Einsteigen in den Bus bei Einstiegskontrolle dauert länger. Bis die Studierenden mal auf dem Smartphone ihr Semesterticket parat haben ...

Für Zeitkarten wäre so eine Chipkarte am besten, finde ich.

Perfekt wäre es eigentlich, Fahrkarten quasi auf eine Bankomat- oder Kreditkarte zu speichern. Auf diese Weise braucht man kein Handy und so eine Karte wird man heutzutage ziemlich sicher immer bei sich haben, wenn man gedenkt, irgendetwas zu erwerben. Ist auch leichter aufzubewahren als Bargeld.

Schöne Grüße von jörg

Gruß von J-C

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Die Zukunft ist: eine für alles!

Der Blaschke, Dienstag, 22.11.2022, 16:54 (vor 16 Tagen) @ J-C
bearbeitet von Der Blaschke, Dienstag, 22.11.2022, 16:55

Hallo.

Perfekt wäre es eigentlich, Fahrkarten quasi auf eine Bankomat- oder Kreditkarte zu speichern. Auf diese Weise braucht man kein Handy und so eine Karte wird man heutzutage ziemlich sicher immer bei sich haben, wenn man gedenkt, irgendetwas zu erwerben.

Perfekt ist es, wenn jedes Neugeborene auf dieser Welt eine individuelle Kennnummer erhält. Und es wird ein Chip eingespritzt.

Diese Nummer gilt dann überall. Steuern, Zalando, DB, Personalnummer bei Google. Und im chinesischen Knast ebenso wie in Guantanamo.

Niemand braucht mehr irgendeine Karte. Nicht mal einen Personalausweis. Niemand braucht noch ein Portemonnaie. Was sich da alles einsparen läßt ...

So wäre es perfekt.

Und wer weiß, möglicherweise ist das für die Übriggebliebenen des Klimakollapses so ab 2150 alles selbstverständlich. Und man schaut dann in Geschichtsbücher und gruselt sich, wie umständlich unser heutiges Leben ihnen so erscheint: Geldbörse, Pass, Kreditkarten, BahnCard, Kundendaten und und und ...


Schöne Grüße von jörg

Individuelle Kennummern

Alter Köpenicker, BSPF, Dienstag, 22.11.2022, 17:43 (vor 16 Tagen) @ Der Blaschke

Perfekt ist es, wenn jedes Neugeborene auf dieser Welt eine individuelle Kennnummer erhält.

Wer in der DDR geboren wurde, hat so eine Nummer auf der Geburtsurkunde stehen - nennt sich Personenkennziffer, kurz PKZ. Die stand dann auch im Ausweis und sonst überall. Der Aufbau der Nummer war der heutigen Rentenversicherungsnummer nicht unähnlich - das Geburtsdatum und das Geschlecht war in verschlüsselter Form enthalten. Naja und heute, da gibt es ja neben der Rentenversicherungsnummer auch noch die Steuer-ID als Unterscheidungsmerkmal. Individuelle Kennummern haben wir also bereits.

Individuelle Kennummern in Tschechien immer noch vorhanden

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Dienstag, 22.11.2022, 17:58 (vor 16 Tagen) @ Alter Köpenicker

Ich habe selbst eine individuelle Kennummer in Tschechien, da ich dort krankenversichert bin. Das kriegt anscheinend jeder, der sich dort länger aufhält und entsprechend registriert. Das ist ganz schön praktisch.

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Individuelle Kennummern in Tschechien immer noch vorhanden

Alter Köpenicker, BSPF, Dienstag, 22.11.2022, 18:35 (vor 16 Tagen) @ J-C

Ich habe selbst eine individuelle Kennummer in Tschechien, da ich dort krankenversichert bin. Das kriegt anscheinend jeder, der sich dort länger aufhält und entsprechend registriert. Das ist ganz schön praktisch.

So ist es doch auch in Deutschland mit der Rentenversicherungsnummer und der Steuer-ID. In Schweden gibt es die "Personnummer", die als persönliche Identifikationsnummer dient und ohne die dort nichts geht.

Individuelle Kennummern

JeDi, überall und nirgendwo, Donnerstag, 24.11.2022, 18:28 (vor 14 Tagen) @ Alter Köpenicker

Der Geschlechtseintrag ist aus der Sozialversicherungsnummer nur ablesbar, wenn er „männlich“ lautet. Die drei anderen sind identisch codiert.

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Weg mit dem 4744!

Eine für das ganze Leben für alles.

Der Blaschke, Donnerstag, 24.11.2022, 20:11 (vor 14 Tagen) @ Alter Köpenicker

Hey.

Perfekt ist es, wenn jedes Neugeborene auf dieser Welt eine individuelle Kennnummer erhält.

Wer in der DDR geboren wurde, hat so eine Nummer auf der Geburtsurkunde stehen - nennt sich Personenkennziffer, kurz PKZ. Die stand dann auch im Ausweis und sonst überall. Der Aufbau der Nummer war der heutigen Rentenversicherungsnummer nicht unähnlich - das Geburtsdatum und das Geschlecht war in verschlüsselter Form enthalten. Naja und heute, da gibt es ja neben der Rentenversicherungsnummer auch noch die Steuer-ID als Unterscheidungsmerkmal. Individuelle Kennummern haben wir also bereits.

Ja. Aber diese EINE Nummer soll dann für ALLES gelten. Deine Rentennummer, deine Steuernummer, deine Kundennummer bei Zalando , deine Bahncard-Nummer uns deine Dauerkartennummer für Alemannia Aachen.

5478743#66788*42866*556#356 bist IMMMER nur Du. Überall! Auch beim Bäcker im Urlaub in Paraguay, wenn Du unbar zahlst.


Schöne Grüße von jörg

Physischer Fahrschein vs. Handyticket

Alter Köpenicker, BSPF, Dienstag, 22.11.2022, 17:29 (vor 16 Tagen) @ Der Blaschke

Der VBN nebenan in Bremen stellt Jobtickets gerade auf Chipkarte um. TIM gibt's auch so. Wie MIA und BOB seit je.

Dieser Papierkram hat zunehmend ein Ende. Und das ist auch nichts schlimmes.

Zwischen einem Papierfahrschein und einer Chipkarte sehe ich, bis auf die Umweltverträglichkeit, eigentlich keinen großen Unterschied. Beides muß man extra mitführen und gegebenenfalls umständlich herauskramen. Besser wäre es doch, die Fahrtberechtigungen praktisch auf dem stets griffbereiten Handy gespeichert zu haben.

Einen Nachteil gibt's dann doch: das Einsteigen in den Bus bei Einstiegskontrolle dauert länger. Bis die Studierenden mal auf dem Smartphone ihr Semesterticket parat haben ...

Siehe oben. Bei mir würde viel mehr Zeit verstreichen, den physischen Fahrschein aus den Tiefen des Rucksackes ans Tageslicht zu fördern, als das Handy zu zücken und mit einem Knopfdruck das Ticket darauf anzuzeigen. Allerdings dauert das Scannen des Codes beim Busfahrer immer etwas, die Geräte scheinen etwas störrisch zu sein.

Datenschützende fallen in Ohnmacht ... ;-)

Der Blaschke, Dienstag, 22.11.2022, 16:41 (vor 16 Tagen) @ J-C

Hey.

Etwas unfassbares ist passiert: die Tschechischen Bahnen (CD) erstatten ohne Zutun des Fahrgastes automatisch Geld, wenn die Reise so sehr außer Kontrolle gerät, dass die Fahrgastrechte Relevanz erhalten. Ohne, dass man zum Schalter rennen muss oder beim Kundenservice ein Formular ausfüllen müsste, erhält man sein Geld zurück, wenn man etwa erhebliche Verspätungen erleidet. Sobald eine Fahrkarte (muss kein Sparpreis sein) vom Zugbegleiter gescannt wird und am Ziel die Verspätung größer als 60 Minuten ist, kümmert sich das System automatisch um die Erstattung. Das gilt freilich nur für Online-Tickets auf der eigenen App.

TOP!

Jetzt müsste die tschechische App noch deutsche Inlandsfahrscheine verkaufen können. Oder kann sie das? Letztens hatte ich, niederländische Staatsbahn war das meine ich, eine ausländische App, die das konnte.

Das wäre doch was: Deutsche Inlandstickets in der Tschechischen App kaufen und die Bahnen werden durch die EU zum Betriebslagedaten-Austausch verpflichtet (oder sind sie das eh? Herrje, bin ich wieder ahnungslos ...) und dann zahlen die Tschechen die FGR-Entschädigungen automatisch aus und die DB muss es ihnen erstatten.

Und dann machen das alle Nachbarn. Und bei der DB trifft stündlich tonnenweise Post mit Geldforderungen fremder Bahnen ein ...

Alles könnte gut sein. Aber ich höre das Gequäke des Datenschützenden schon bis hier ...

Und irgendwann denkt die KI soweit mit, dass sie meinen Lebensplan kennt und die Entschädigungszahlung gleich automatisch in eine neue Buchung umgewandelt bzw investiert wird - natürlich weiß die Apparatur dann, was meine nächste zu buchende Fahrt sein wird.

Bleibt die Frage, wie man die Gutscheinbeschissfetischisten in das System integriert ...

Schöne Grüße von jörg

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