Die Europaletten und ihre Nachbarn – Kap 1/2 (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Donnerstag, 12.05.2022, 20:37 (vor 206 Tagen)

Hallo liebes Forum,

diesmal gibt’s zur Abwechslung mal keine Alliteration in meiner Überschrift, wird ja sonst langweilig.^^ Sondern endlich mal wieder ein schlechtes Wortspiel. ;-)
Und noch etwas kann ich vorwegnehmen: Aus Polen wird es erstmal keinen weiteren Reisebericht aus dem letzten Jahr geben.^^

Wer meine älteren Reiseberichte noch in Erinnerung hat, weiß, dass ich versuche, die letzten Länder Europas noch zu erlegen.
In Litauen war ich überhaupt noch nie gewesen.
In Lettland hatte ich noch nie übernachtet – zählt also auch nicht.
In Estland & Finnland hatte ich zwar schon übernachtet, aber ich kannte nur jeweils einen Ort, und auf dem Weg von dort zur russischen Grenze habe ich auch nicht so viel von Land & Leuten gesehen – zählt also eigentlich auch nicht.
Deshalb hatte ich mir für das erste saublöde Seuchenjahr folgende feine Fahrt zusammengebastelt:
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Die Russen werden mich wohl auf relativ lange Sicht nicht ohne Quarantäne reinlassen (und jetzt wo sie reichlich Russenkloppe verteilen, verliere ich definitiv die Lust!), deshalb versuchte ich nun, wenigstens einen Teil der Route umzusetzen.
Für den besten Punkten zum Splitten hielt ich Tallinn. Der Teil bis Tallinn passte auch gut in eine Woche. Check, so machen wir’s. :D Bzgl. des Teils durch Russland bin ich nicht sehr optimistisch, dass das bald klappt – so schnell werde ich nicht nochmal zum Kremlmonster mutieren…
Ein paar Unterschiede zur Grafik gab es letztlich:
-- Nach der Einreise nach Litauen ging es direkt nach Vilnius, Kaunas wurde als Tagesausflug besucht.
-- Die Verbindung von Vilnius nach Daugavpils gab es nicht mehr, statt Daugavpils besuchten wir in Lettland Sigulda.

Wegen Der Seuche hatte Litauen alle internationalen Bahnverbindungen eingestellt (auch für das laufende Jahr finde ich keine…). Einzig die Züge aus Moskau nach Kaliningrad fahren, allerdings ist der Ein-/Ausstieg auf litauischem Gebiet verboten. Für Busse allerdings gab es keinerlei Einschränkungen. :-s
Dementsprechend blieb uns nichts anderes übrig, als die Anreise nach Litauen im Bus zurückzulegen. Wie oft darf man eigentlich Flixbus fahren, bis man hier rausgeschmissen wird? :-s (Frage für einen Kumpel!) Białystok war der einzige Ort hinter Warschau, an dem Bus & Bahn in der Nähe halten und in dem man einige Stunden verbringen könnte. Damit sollte nun auch klar sein, warum der letzte Teil meines Polen-Berichts ausgerechnet in Białystok endete. ;-)
Ich muss zugeben, ich hätte den Hinweis von Flixbus, mindestens 15 min vor der angegebenen Abfahrtszeit am Bus zu sein, nicht ganz Ernst genommen. Doch die Busse sind ja reservierungspflichtig, und deshalb wird, sobald alle eingeladen sind, abgefahren: in unserem Fall gleich 11 min vor Plan! :-O Später wurden mehrere Zwischenhalte komplett ausgelassen, der Bus blieb einfach auf der Schnellstraße und fuhr an den Städten vorbei.^^ Bereits auf der Ausfallstraße von Białystok sahen wir LKWs von DB Schenker, die dort ihr Unwesen trieben – die sind wie Die Seuche: echt überall! :-O Die Landschaft in Nordostpolen war nicht allzu spannend: waldig, komplett flach, Seen gab es erst später. In Augustów, der einzigen größeren Stadt auf dem Weg zur Grenze, gab es noch ein paar Aussteiger (wahrscheinlich aus Warschau gekommen), aber keine oder kaum Einsteiger. Nach zwei Stunden hielt der Bus in Sejny, dem Nabel der Welt. Das ist ein Örtchen mit gut 5.000 Einwohnern im äußersten Nordwesten Polens 12 km vor der litauischen Grenze. In dem Ort selbst stellen die Litauer nur jeden 12. Einwohner, in der umliegenden Landgemeinde schon jeden 5. (diese hat aber auch nur knapp 4.000 EW^^). Fahrgastwechsel gab’s hier keinen, aber der Busfahrer verkündete 25 min Pause wegen seiner Lenkzeiten.^^ Luxi drückte mir sein Handy in die Hand und rief: „Ich geh Bier kaufen!“ Ich überlegte, mit dem Handy den polnischen zu machen – aber die einzige Möglichkeit, von hier wegzukommen, machte eben 25 min Pause. :-s Während der Pause bemerkte ich, dass in dem Bus doch zwei Leute mit Maultäschle unterwegs waren: recht weit vorn war tatsächlich noch jemand. :-O
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136 Der Polen-Bericht endete damit, dass wir unser Gepäck am Bahnhof von Białystok abgeholt hatten
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137 Wir gehen zum nahen Busbahnhof von Białystok
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138 Aufgrund der sinnvollen litauischen Seuchenregeln blieb uns halt nur dieser Weg. -.- (Das Nummernschild muss nur bei privaten Fahrzeugen geschwärzt werden, Daten von Unternehmen müssen nicht anonymisiert werden.)
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139 Oh oh… Verhaftung incoming… Nein, natürlich wurde außen rum gefahren und nicht durch Weißrussland. =)
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140 Die einladende Überführung, von der aus Bild 136 entstand
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141 Letzter Blick aufs Bahnhofsgebäude von Białystok
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142 – 143 Die Nebenbahn nach Waliły
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144 Eine moderne Kirche im Norden von Białystok
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145 Spannende podlachische Landschaft
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146 „In Podlachien lebt das Wisent, Sponsor des Białowieża-Nationalpark“. So einem Vieh möchte ich lieber nicht in echt gegenüberstehen.^^ Aber die schmecken bestimmt gut. :-s
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147 – 148 Ich weiß nicht, was mich mehr überrascht: Dass es in Polen einen Radweg gibt oder dass er tatsächlich genutzt wird. :-s
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149 Eine internationale Magistrale, die die beiden Hauptstädte zweier benachbarter Länder mit teils gemeinsamer Geschichte verbindet. Sämtliche grenzüberschreitenden Verbindungen sind an Der Seuche gestorben…
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150 Gegenflix
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151 Der Nabel der Welt
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152 Wie macht der Wendler? EGAAAL! Flixbus in Polen wird sicherlich von Der Seuche subventioniert.
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153 – 154 Fahrt in den Sonnenuntergang
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155 Die ehemaligen Zollanlagen auf polnischer Seite
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156 Yäääääy!
An der Grenze waren die Uhren um eine Stunde vorzustellen. Nun hatte ich mehr als die Hälfte der ehem. Sowjetrepubliken besucht (8/15). Von den 20 Autonomen Sozialistischen Sowjetrepubliken (die kein Recht zum Austritt aus der Sowjetunion hatten), habe ich bislang aber nur Karelien und Karakalpakistan besucht.^^ Hinter der Grenze vernichteten wir das kurz zuvor gekaufte Bier.^^ Mich überraschte, dass in Litauen alle Verkehrszeichen nur auf Litauisch waren – selbst das 3 x so große Ungarn, dessen Sprache in etwa genauso verständlich ist, verwendet zumindest auf den wichtigen Transitachsen zweisprachige Schilder (HU & EN). -.- Da niemand mit Ausstieg in den litauischen Halten vor Vilnius gebucht hatte, fuhren wir von der Grenze einfach 2:20 h durch bis Vilnius, wo wir stolze 50 min vor Plan (!) eintrafen.
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157 – 160 Wech!
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161 Gibt’s hier Katzenfutter oder Stinktiere? :-s
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162 Ferdsch
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163 Sowjetischer Gehweg
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164 Ui, El Flixo schläft im selben Hotel wie wir :D
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165 Hier gibt’s Kekse zum Frühstück! <3

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

Die Europaletten und ihre Nachbarn – Kap 1/2

Krümelmonster, München, Donnerstag, 12.05.2022, 20:38 (vor 206 Tagen) @ Krümelmonster

Am nächsten Tag beschauten wir die litauische Hauptstadt Vilnius. Die Stadt hat mir sehr gut gefallen, im Gegensatz zu Białystok gab’s hier auch reichlich was zu sehen.^^
Für relevant zu erwähnen halte ich, dass Vilnius eigentlich gar „original litauisch“ ist: Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges lebten fast keine Litauer in der Stadt, sondern hauptsächlich Polen, Juden und ein paar Russen. Erst durch die Westverschiebung Polens fiel Vilnius an die Sowjetunion und wurde von litauischer Bevölkerung besiedelt.
Vorab noch einige Worte zur litauischen Sprache: Ich halte sie für die wahrscheinlich hässlichste Sprache in der Nordhälfte Europas (Isländisch fand ich auch echt nicht schön, das weiß ich noch, ist aber schon über 10 Jahre her^^). Litauisch ist wirklich in Gänze unverständlich (egal ob gesprochen oder geschrieben)! Dabei handelt es sich tatsächlich um eine indo-europäische Sprache. Vom grundsätzlichen Aufbau her ist Litauisch wohl recht nah an Lettisch dran, eine Verständigung ist ohne Kenntnisse der jeweils anderen Sprache aber nicht möglich (zumal Lettisch einen Haufen Fremdworte aus anderen Sprachen übernommen hat, was bei Litauisch überhaupt nicht der Fall ist). Die beiden baltischen Sprachen (Litauisch & Lettisch) sollen wohl halbwegs mit den slawischen Sprachen verwandt sein. Aber selbst wenn man in den slawischen Sprachen ein bisschen was versteht, dann erkennt man auf Lettisch nur einige Worte, wenn man weiß, was das sein soll, und Litauisch bleibt einfach ein Rätsel.^^ Russisch hörten wir nur selten in Litauen, als Fremdsprache scheint es aber recht gängig zu sein. Generell schien der russische Einfluss in Litauen gering zu sein, denn Litauen grenzt ja auch nicht ans russische Kernland, nur an die Exklave Kaliningrad.
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166 ¯\_(ツ)_/¯
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167 Hübsche Fassade in der Nähe unseres Hotels in Vilnius
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168 Zugang in die Altstadt durch das Tor der Morgenröte
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169 Hier die Innenseite
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170 Die Straße vom Stadttor hinab ins Zentrum
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171 Müsste die Theresienkirche sein, gleich neben besagtem Stadttor
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172 Hier hingegen wird es orthodox
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173 Nämlich in der Heilig-Geist-Kirche
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174 Ich habe Fragen!
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175 Ein kunstvoller Durchgang
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176 Die Philharmonie
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177 Die barocke St. Kasimir-Kirche
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178 Das neoklassizistische (in meinen Augen fast schon öde^^) Rathaus
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179 Auch die St.-Nikolas-Kirche ist orthodox
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180 – 181 Im Großen Hof der Universität
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182 Wie komisch kann man „Doktor Jakob Fischer“ schreiben? – Litauer: „Ja.“
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183 Der Präsidentenpalast
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184 Um diesen Gag zu verstehen, muss der lesende Litauer sowohl Englisch als auch Deutsch beherrschen. ;-)
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185 Das jüdische Museum von Vilnius
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186 – 187 In der orthodoxen Kathedrale der Himmelfahrt der Gottesmutter
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188 Die Kirche St. Franziskus & Bernhard (rechts) und die Kirche St. Anna (links)
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189 Im Inneren der Kirche St. Anna
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190 Eine Neben-Kapelle
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191 Das Ensemble von vorn aus besehen
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192 Für den Weg nach oben nahmen wir die Standseilbahn^^
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193 Weißte Bescheid
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194 Rauf geht’s!
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195 Links hinter dem Fluss die Neustadt, rechts der wunderhübsche Sportpalast, links unten unsere Standseilbahn
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196 Der faszinierend hässliche Sportpalast im Detail
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197 Hier oben findet man den Gediminas-Turm, eines der Wahrzeichen von Vilnius
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198 Auf der anderen Seite überblickt man die Altstadt: Am linken Bildrand erkennt man die Kirchen St. Franziskus & Bernhard sowie St. Anna, das hohe gelbe Gebäude rechts der Bildmitte umrahmt den Großen Hof der Universität
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199 Das ganze etwas größer und ohne die beiden Kirchen links
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200 Nun ist die Universität nach links gerückt
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201 Und hier nun der Blick gen Nordwesten
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202 Runterzu gehen wir aber zu Fuß
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203 Bald erreichen wir die Kathedrale
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204 Ihr Glockenturm ist ein separates Gebäude
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205 Kathedrale mit Turm, links oben lugt noch der Gediminas-Turm hervor
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206 Der Portikus im Detail
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207 Kathedrale von innen
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208 Eine Statue vom König Ladislaus des I. von Ungarn, dem sie gewidmet ist
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209 Der Altar
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210 Hübsche Fassaden gegenüber der Kathedrale

Ich hatte im Vorfeld den Fahrplan von einem Russenzug von Kaliningrad nach Tscheljabinsk gesehen. Der Zug sollte Montagvormittag in Kaliningrad losfahren und Donnerstag früh sein Ziel hinter dem Ural erreichen. Am Montagnachmittag würde er Vilnius passieren. Auch wenn wir wahrscheinlich nicht an den Zug rankommen würde, wollte ich ihn wenigstens angucken. Also begaben wir uns etwas vor der angegebenen Zeit zum Bahnhof. Dort war er nicht angeschrieben, wir gingen kurz zu einem Bahnsteig – doch der örtliche Sicherheitsschrank beäugte uns direkt nach unserer Ankunft mehr als kritisch. :D Wir wechselten also auf die Fußgängerüberführung (ist ja öffentlicher Raum), der Sicherheitsschrank unten auf den Bahnsteigen beobachtete uns nicht weniger skeptisch. Einmal kamen uns drei Männer mit Bierflaschen (und zwar nicht den ersten) entgegen, die nur deshalb laufen konnten, weil sie zu dritt waren und die Überführung zwei Geländer hatte.^^ Spannend wurde es, als sie um uns herum navigieren mussten und sich nicht mehr zwei von ihnen gleichzeitig am Geländer festhalten konnten. Willkommen in Osteuropa! :D Selbst von den klar & deutlich gesprochenen Lautsprecheransagen auf den Bahnsteigen konnte ich absolut kein Wort verstehen – nicht einmal die Zahlen, die ich in allen slawischen Sprachen verstehe. Zwischen meinen erfolglosen Versuchen, wenigstens ein Wort der Ansagen zu verstehen, entstanden zwar Aufnahmen aller möglicher litauischer Züge, bloß den ersehnten Russenzug sahen wir nicht. Fahren die Züge nach Kaliningrad eigentlich immer noch trotz der Sanktionen?
Am Abend warteten fotografierten wir nochmal Züge am Bahnhof, auch wenn diesmal kein Russenzug erwartet wurde.^^
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211 Neben dem Bahnhof befindet sich das litauische Eisenbahnmuseum. Da wir beide uns aber weniger für die Züge an sich interessieren, sondern eher für die Orte, die man mit Zügen erreicht, waren wir nicht drinnen.
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212 Ein Elefant aus Kaunas
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213 Minidiesel nach Kena an der weißrussischen Grenze
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214 Großes Diesel-Teil aus Klaipėda an der Küste
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215 Blick über den Bahnhof mit Diesel-Zügen nach Klaipėda & Kena. Elektrisch sind in diesem Land einzig die Verbindungen nach Kaunas & Trakai, obwohl die Strecke sogar bis Minsk durchgehend elektrifiziert ist ohne Wechsel des Stromsystems (und von dort theoretisch bis Wladiwostok oder Faro ;-) ).
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216 Der Zug nach Klaipėda verkriecht sich
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217 Dafür kommt ein neuer Elefant aus Kaunas …
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218 …und spuckt seine Leute auf den Bahnsteig
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219 Ruhe
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220 Später noch ein Zug aus Klaipėda
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221 Zwei Kaunasser Elefanten
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222 Einer von ihnen verkriecht sich
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223 Kurz-Diesel unbekannter Herkunft
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224 Urviech ebenfalls unbekannter Herkunft
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225 Das Bahnhofsgebäude von der Stadtseite

Eine gute halbe Stunde, nachdem der Russenzug hätte kommen sollen, gaben wir auf. :D Wir gingen zurück in die Stadt, weiter Kirchen gucken.
Am Ende gönnten wir uns Abendessen beim Georgier. Georgisch essen kann man ja kaum außerhalb der ehem. Sowjetunion. Also tue ich das immer, wenn ich die Gelegenheit habe.^^
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226 Die krasse Allerheiligen-Kirche. Oder wie die Litauer sagen: Visų Šventųjų bažnyčia (diese Worte kann man tatsächlich erkennen, wenn man’s weiß). :D
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227 Wo wir schon bei sakralen Gebäuden sind, soll die Choral-Synagoge nicht ungezeigt bleiben
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228 Das vergleichsweise schlichte Innere der St.-Nikolaus-Kirche, der ältesten Kirche der Stadt
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229 In der Heilig-Geist-Kirche wird es wieder heftig
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230 – 231 Hübsche Gebäude in der Altstadt
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232 Die Fassade der St.-Katharinen-Kirche
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233 Orthodox gibt's auch nochmal, hier in Form der Kirche St. Michael und Konstantin
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234 გაუმარჯოს!
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235 Schweinebauch für den Schweinebauch
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236 Om nom nom
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237 Unser Hotel^^

Nachdem ich reichlich Bilder aus der Stadt mit ihren Kirchen gezeigt habe, sollen die öffentlichen Verkehrsmittel nicht unerwähnt bleiben. In Vilnius beschränken sie sich auf Busse mit oder Strom, etwas Anderes gibt es nicht.
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238 Ein süßer Würfelbus zum Bahnhof
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239 Seuchenabstand!
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240 Alter O-Bus
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241 Nochmal
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242 Neuer O-Bus & altes Haus
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243 Alter O-Bus & altes Haus
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244 Mit dem hier sind wir mitgefahren

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

Die Europaletten und ihre Nachbarn – Kap 1/2

Krümelmonster, München, Donnerstag, 12.05.2022, 20:38 (vor 206 Tagen) @ Krümelmonster

Am nächsten Tag besuchten wir die zweitgrößte Stadt Litauens, Kaunas, per Zug 70 – 90 Minuten oder gut 100 Schienenkilometer von Vilnius entfernt. Uns erwartete ein breiter Elefant von Škoda. Selbst das Geräusch beim Türenöffnen war dasselbe wie bei den tschechischen Wagen. :D Ich finde, das beste Emoji, um dieses Geräusch wiederzugeben, ist das hier.^^ Lietuvos Geležinkeliai informierte: „Dear travelers, we would like to inform you that due to the repair works of the Lentvaris – Vievis road, delays are possible until October. Sorry for the inconvenience.“ Mit 40 km/h schlichen wir über die Hauptstrecke (lt. openrailwaymap gibt sie 120 km/h her). Die 10 min Verspätung konnten bis zum Ziel nicht aufgeholt werden.^^ Naja, immerhin wird saniert. =) Der Netzempfang war für die dünne Bevölkerungsdichte beachtlich gut! Der Lauftext im Elefanten war zweisprachig (LT&EN), aber außer „next stop“ waren alle Ansagen nur einsprachig.^^ Im Stadtgebiet von Kaunas durchquerte der Zug den einzigen noch in Betrieb befindlichen Bahntunnel im ganzen Baltikum. :D Der ist auch der einzige eingleisige Abschnitt zwischen Vilnius & Kaunas (bzw. in größeren Dimensionen zwischen Moskau & Kaliningrad).
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245 Ein Administrator wird gesucht. Aber es war morgens, da root der noch. ;-)
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246 Uns(charf)er Elefant nach Kaunas
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247 – 248 Fossile säumen die Ausfahrt aus Vilnius Hbf.
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249 Der Rangierbahnhof
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250 Litauische Landschaft
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251 Neues Bahnhofsgebäude
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252 Älteres Bahnhofsgebäude. Der namensgebende Ort (gesprochen übrigens ŽAAßli, die letzten beiden Buchstaben sind bloß Deko) liegt über 4 km entfernt. :-O
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253 Nochmal Landschaft
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254 Die Memel kurz vor der Stadtgrenze von Kaunas
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255 Zentrale Lage
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256 Das Bahnhofsgebäude von der Gleisseite
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257 Oder hier von der Straßenseite

In Kaunas nahmen wir den Obus vom Bahnhof in die Innenstadt.
Bei frischen 16 Grad oder so (wir haben August!) erkundeten wir zunächst die Gegend um den Unabhängigkeitsplatz, bis wir eine Standseilbahn erreichten. Mit der überzeugte ich Luxi, die Strecke zum Aussichtspunkt zurückzulegen – ich bin so ein Fuchs! Oben angekommen gab es ein fürchterlich hässliche Kirche, doch deren Turm (per Fahrstuhl erreichbar^^) bot einen tollen Ausblick auf die Stadt:
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258 – 259 O-Bus
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260 Er will nach Island
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261 Dem O-Bus entstiegen
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262 Schaut orthodox aus, ist es aber nicht mehr: Die Kirche des Erzengels Michael auf dem Unabhängigkeitsplatz wurde zwar Ende des 19. Jh. als orthodoxe Kirche errichtet, ist aber seit der Unabhängigkeit Litauens nach dem 1. Weltkrieg eine katholische Kirche.
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263 Kircheninneres. Die Flagge besteht übrigens …
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264 …aus drei verschiedenen Tüchern.^^
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265 – 267 Rund um den Unabhängigkeitsplatz
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268 Funikulierius
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269 Hinauf!
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270 Gegenseili
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271 Oben
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272 Weiter geht’s!
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273 Dezente Menge an Text^^
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274 Wie Litauisch entstand:
Litauer 1: „Was können wir tun, damit unsere Sprache fancier aussieht?“
Litauer 2: „Wir könnten überall irgendwelche Vokale hinzufügen. :-s“
Litauer 1: „Ja, ok. Aber dann lass nur die Hälfte davon aussprechen und auch die so hässlich wie möglich!“
Litauer 2: „Exakt! So machen wir’s!!!“
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275 Unfassbar hässlich^^
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276 Hier der Blick von der Aussichtsterrasse über den Osten von Kaunas. Links ist die Kirche des Erzengels Michael kaum übersehbar.
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277 Der westliche Teil der Innenstadt. Dahin gehen wir jetzt weiter.

Also liefen wir zu Fuß bergab und erkundeten schließlich die Altstadt von Kaunas. Am Ende befinden sich die Ruinen einer alten Burg, aber viel ist nicht mehr übrig. Die Stadt gefiel mir durchaus, allerdings ist sie tatsächlich sehr überschaubar. Ein ganzer Tag ist schon fast zu viel.^^
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278 Ein Museum über Katzen
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279 Die osteuropäische Waldpilz-Mischung war überaus schmackhaft, danke der Nachfrage! Aaah, bitte nicht alle auf einmal fragen!!!
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280 Auch hier ist die Philharmonie sehenswert
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281 Der alte Präsidentenpalast. In der ersten Unabhängigkeit zwischen den beiden Weltkriegen war Kaunas die Hauptstadt Litauens, damals war Vilnius eben noch polnisch/jüdisch/russisch.
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282 Die Kathedrale St. Peter und Paul
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283 Ihr Inneres
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284 Ein Neben-Altar
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285 – 286 Der Haupt-Altar
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287 Vytauto Didžiojo Švč. Mergelės Marijos Ėmimo į dangų bažnyčia. Oder auch einfach: Vytautas-Magnus-Kirche
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288 Gleich daneben findet man das Perkūnas-Haus
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289 Die Jesuitenkirche direkt am Rathausplatz
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290 Der Altar
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291 Sie hat eine Aussichtsterrasse mit Blick auf den Rathausplatz. Das Rathaus ist das helle Gebäude in der Mitte, bei dem man eigentlich an eine Kirche denkt.
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292 Wie heißt der Plural von Wolf?
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293 Das Rathaus und rechts dahinter das Priesterseminar
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294 Eindeutiger Zebrastreifen
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295 Und nun sind wir an der Burg von Kaunas angelangt
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296 Rechts die Burg, links die Kirche vom Hl. Georg dem Märtyrer
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297 GartenzaunKaunas
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298 Burghof & Kirche

Nachdem wir die Stadt gesehen hatten, gingen wir was futtern. Dabei wurden wir nach dem QR-Code gefragt, siw das einzige Mal in Litauen, beim Hotel bin ich mir nicht sicher. (Die Zahlen in Litauen waren aber alles andere als niedrig: Litauen lag an jenem Tag bei 146,6, Schland bei 72,8. Gut, in Schland wurde man vor Herbst ja grundsätzlich nicht nach einem Code gefragt… ¯\_(ツ)_/¯)
Anschließend nahmen wir den Obus zurück zum Bahnhof. Auf einmal sah ich auf der Karte eine Moschee eingezeichnet. Genug Zeit hatten wir noch, also stiegen wir spontan aus. Die Moschee war klein, aber wer vermutet schon eine im Baltikum?^^ Um alle Religionen zu bedienen, schauten wir auf dem Weg zum Bahnhof noch bei der orthodoxen Kirche vorbei. ;-)
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299 Litauische Kartoffeln & Bier^^
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300 Auch hier schaut es aus, als würde das rechte Kind das linke verkloppen :D
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301 Die Moschee von Kaunas
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302 Und zuletzt die orthodoxe Kirche der Auferstehung Christi
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303 Bei geöffneten orthodoxen Gotteshäusern sind Innen-Bilder ja fast schon Pflicht bei mir ;-)
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304 Achtung, Rutschgefahr!

Dann fuhren wir zurück nach Vilnius. Auf der Strecke werden grundsätzlich Elefanten eingesetzt. Ohne erkennbaren Grund (vielleicht gab’s ne Ansage auf Litauisch^^) fuhren wir mit + 6 ab, was im Laufe der Fahrt aber deutlich reduziert werden konnte. Am Stadtrand von Vilnius waren nur noch + 2 übrig.
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305 Nun fahren wir im Elefanten zurück
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306 Minidiesel wartet auf Kundschaft, Urviech schläft
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307 Verziertes Urviech
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308 Die Strecke verlässt den Uferbereich der Memel
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309 Industrie in Palemonas
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310 – 311 Gnädigerweise habe ich auf Bahnhofsrätsel verzichtet
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312 Holzhäuschen
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313 Moment mal, warum steht da ein Zug nach Vilnius?
Nach Ankunft in Paneriai (keine Ahnung wie man das nun wieder ausspricht^^) gab es eine Durchsage nur in hässlich klingendem Litauisch, alle sprangen auf. Ich fragte einen Jugendlichen, der mir in astreinem Englisch übersetzte: „Der Zug würde jetzt 20 min hier rumstehen. Stattdessen sollen wir alle rüber in den anderen.“ Die Überführung nutzte niemand – alle Fahrgäste, egal mit jung & mit Kinderwagen oder alt & mit Krückstock, liefen durchs Gleis. :D Der zweite Zug war auch ein Elefant, allerdings nur ein zweiteiliger aus Trakai (nach Kaunas werden dreiteilige eingesetzt). Die Tickets hatte Luxi auf seinem Knochen gekauft, doch als ich einer alten Dame durchs Gleisbett geholfen habe, wurden wir getrennt.^^ Er schickte mir das Ticket per WhatsApp, und obwohl die Bilder dort ja stark verkleinert & verpixelt werden, funktionierte das Einlesen bei der Kontrolle. :D
Nach 10 min setzte sich kleine Elefant, in dem sich nun alle befanden, in Bewegung, blieb aber kurz darauf wieder kurz stehen. :D Nach reichlich Huperei ging es ganz vorsichtig weiter (wahrscheinlich war im ersten einfach die Hupe kaputt^^), wir passierten im Schritttempo ein liegen gebliebenes Diesel-Teil aus Klaipėda. Die Fahrt vom Stadtrand bis zum Hbf. dauerte statt der geplanten 10 min (und das ist schon nicht schnell für 9 km :D) 17 min. Mit + 16 (aus Sicht der Reisenden aus Kaunas) bzw + 25 (für die Leute, die schon vorher in dem saßen, war das fast eine Fahrzeitverdoppelung) erreichten wir den Hbf. von Vilnius. LG hat eigentlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann:
- einen „geht so zeitgemäßen“ Zug auf die 4½-stündige Reise von Klaipėda nach Vilnius geschickt
- der ist dann in der letzten Kurve vor Vilnius gestorben^^
- die Ansagen in den anderen Zügen waren nur auf Litauisch :-)
- in Paneriai hat man die vielen Leute aus Kaunas vom „großen“ Zug in den kleinen umgeladen
- bzw. von dem gerade angekommenen Zug umgeladen in den, der schon länger da stand
- dabei standen die beiden Züge, zwischen denen umgeladen wurde, nicht ggü. an einem Bahnsteig (frei war alles gewesen, beide Züge hätten auch locker an ein Gleis gepasst) und auch nicht in der Nähe der Überführung^^
- man hat zwar weiterhin Züge nach Vilnius geschickt, aber keine von dort weg; wochentags kurz nach 18 Uhr hätte letzteres wohl mehr Leuten geholfen^^
- Als Finale Grande dann noch den Zug nach Kena (elektrifizierte Strecke) in der HVZ als Mini-Diesel losgeschickt. War wahrscheinlich das einzige, was man in Vilnius gerade aufm Hof stehen hatte. :D [Edit: Das ist planmäßig, wie ich später lernte. Elektrisch fahren nur die Verbindungen nach Kaunas & Trakai…]
Wie verpeilt kann so eine Bahngesellschaft bitte sein!? :D
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314 – 315 Willkommen in Osteuropa!
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316 Kurz-Elefant am Ziel
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317 Der muss noch etwas Snake spielen, damit er länger wird^^
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318 Mal ein anderes Detail vom Bahnhof
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319 Blick über die Bahnsteige
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320 Minidiesel nach Kena
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321 Tod der Pünktlichkeit!

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

Die Europaletten und ihre Nachbarn – Kap 1/2

Krümelmonster, München, Donnerstag, 12.05.2022, 20:39 (vor 206 Tagen) @ Krümelmonster

Am nächsten Morgen herrschten nur noch 7 Grad. :-O Vilnius liegt eine Winzigkeit weiter südlich als Flensburg.
Für heute hatten wir uns einen Ausflug nach Trakai vorgenommen. Die Stadt 30 km westlich der Hauptstadt ist bekannt für ihre gewaltige Wasserburg, eines der bedeutendsten historischen Denkmäler in Litauen. Aufgrund des bescheidenen Bahn-Fahrplans nahmen wir für den Hinweg einen Bus. Die Fahrt dauerte eine Dreiviertelstunde.
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322 Unser Bus
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323 Hübsch! ;-)
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324 Ein alter Landsitz

Der Busbahnhof von Trakai ist zwar etwas näher an der Stadt als der Bahnhof, aber zur Burg sind es immer noch über 2 km. Der Ort liegt auf einer Halbinsel, wir liefen am Wasser entlang. Zwar fühlte sich Litauen insgesamt noch sehr „osteuropäisch“ an, aber die Landschaft hier erinnerte eher an eine andere Region:
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325 – 326 Willkommen in Skandinavien?
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327 Idylle am See
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328 Wikinger-Kutter
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329 – 330 Der weit verzweigte Galvesee
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331 – 332 Auch die Häuser schauen sehr skandinavisch aus

Schließlich erreichten wir die Burg. Die Anlage erinnerte mich sehr in die Marienburg in Polen, allerdings gibt es hier keine Audioguides.^^ Die Innenräume von Trakai sollte man schon besuchen, wenn man eh da ist, in Malbork hingegen waren gerade die Innenräume ein Erlebnis gewesen! Der eigentliche Reiz von Trakai sind nicht die Innenräume, sondern das ist natürlich die Architektur der Burg bzw. die Lage inmitten eines Archipels von Seen.
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333 Am Wasser steht eine große Burg
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334 – 335 Dann rücken wir ihr mal zu Leibe
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336 – 337 Im großen Burghof
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338 Herrscherbett
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339 Zeitgenössische Einrichtung im Esszimmer
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340 Interessante Tabak-Pfeifen^^
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341 Balten-Büffel
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342 Büste von Vytautas dem Großen, dem Begründer Litauens (ab Ende des 14. Jahrhunderts)
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343 Da isser im Fenster
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344 Hätte ich auch gern in meinem Wohnzimmer. Nee, im Büro wäre es noch besser. (Wenn nicht die ganze Zeit Hoam-Office wäre… -.-)
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345 Der Burghof der inneren Burg. Der Drache war leider gerade im Sommerurlaub. Oder auch im Hoam-Office. :-s

Auf dem Rückweg liefen wir diesmal nicht am See entlang, sondern nahmen den Weg durch den Ort.
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346 – 347 Wir schlängeln uns zwischen den Holzhäusern hindurch Richtung Bahnhof
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348 Auf dem Weg stoppten wir nach an der orthodoxen Muttergotteskirche (endlich mal ein kurzer Name einer orthodoxen Kirche :D)
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349 Auch hier gehen wir natürlich hinein
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350 Der Gullideckel liegt schon eine ganze Weile dort ;-)

Am Bahnhof lauerte bereits ein Urviech, um uns nach Vilnius zurückzubringen. Immerhin ein elektrisches Urviech. =) Die Fahrt war pünktlich, ohne dass wir Leute aus Kaunas aufgabeln mussten.^^ 36 min dauerte es, die Strecke zurückzulegen.
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351 xD
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352 Das Urviech hatn Vogel
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353 Urviech am Ende
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354 Die andere Seite vom Urviech
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355 Uff!
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356 Urviechs Eingeweide
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357 Gleich fällt das Urviech auseinander! :-O

Auf der Rückfahrt nach Vilnius war mir irgendwie komisch. Nach Ankunft bat ich, erstmal kurz ins Hotel zu gehen. Ich legte mich aufs Bett und schlief sofort ein. Als ich aufwachte, hatte ich eine Erkältung. -.-
Luxi streifte derweil nochmal durch Vilnius.
Anbei deshalb nur noch zwei Fotos aus Vilnius sowie der Ausblick von der höchsten Etage unseres Hotels.^^
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358 Unverkennbar ein Zebrastreifen! :D
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359 Street Art in der Nähe unseres Hotels
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360 Blick von der obersten Etage unseres Hotels auf die Stadt. Die Kuppel links der Bildmitte gehört zur St. Kasimir-Kirche, links davon ist der grüne Hügel mit dem Gediminas-Turm und am linken Rand dann der Glockenturm der Kathedrale.
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361 Hier ein größerer Ausschnitt
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362 Blick Richtung Neustadt


Am nächsten Morgen fuhren wir noch weiter Richtung Norden. Das schöne Sommerwetter hatte sich verzogen, heute regnete es, wie es sich für den Norden gehört. -.-
Der internationale Bahnverkehr nach Litauen war ja eingestellt, aber viel hätte der eh nicht geholfen (letzter Stand in Vor-Seuche-Zeiten war glaube ich 5 Zugpaare/Woche alle Fr – So nach Polen, 2 pro Woche ebenfalls nur am Wochenende nach Lettland, tägliche Züge aus Kaliningrad über Weißrussland ins russische Kernland mit ebenfalls zusätzlichen Zügen im Sommer, weitere Tagzüge nach Minsk sowie alle vier Tage eine Verbindung aus Riga über Vilnius und Weißrussland nach Kiew). Also nahmen wir wieder den Bus.
Der wahrscheinlich größte Busbetreiber im Baltikum ist Ecolines, eine lettische Firma mit Drehkreuz in Riga. Einer der Busse der Europaletten transportierte auch uns.
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363 Gelber Baltenbus
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364 Einfach nur wow…
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365 Unter A1 hätte ich mir ja irgendwie was Anderes vorgestellt.^^
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366 Stinktierrennstrecke
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367 Schönes norddeutsches Sommerwetter
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368 Die Bevölkerungsdichte rechtfertigt keine durchgehenden Stinktierrennstrecken^^

Das war das letzte Bild aus Litauen.
Im nächsten Kapitel geht es dann wirklich zu den Europaletten. ;-)

So lange grüßt
Das Krümelmonster

--
Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

Labai ačiū!

JanZ, Ha(n)sestadt, Donnerstag, 12.05.2022, 22:14 (vor 205 Tagen) @ Krümelmonster

Vielen Dank für den Bericht! Dein Urteil über Litauisch kann ich naturgemäß nicht ganz teilen, haben doch sowohl meine Freundin als auch ein guter Freund von mir dort studiert und sich ein bisschen mit der Sprache befasst :-). Den Freund habe ich 2004 (kurz vor dem EU-Beitritt) auch in Vilnius besucht, leider ohne litauische Züge von innen zu sehen. Die Burg von Trakai kann ich aber von meinem Schreibtisch aus sehen: als Foto über meinem Sofa.

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161 Gibt’s hier Katzenfutter oder Stinktiere? :-s

Unsere Postkarten haben wir damals mit „Viskas grybai“ unterschrieben. Klingt wie „Viele Grüße“, heißt aber „Alles Pilze“ :-D.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Labai ačiū!

Krümelmonster, München, Samstag, 14.05.2022, 20:47 (vor 204 Tagen) @ JanZ

Vielen Dank für den Bericht!

Immer wieder gern!

Dein Urteil über Litauisch kann ich naturgemäß nicht ganz teilen, haben doch sowohl meine Freundin als auch ein guter Freund von mir dort studiert und sich ein bisschen mit der Sprache befasst :-).

Mein Urteil, dass es sehr hässlich klingt, oder dass es für Nicht-Lerner in Gänze unverständlich ist?^^

Den Freund habe ich 2004 (kurz vor dem EU-Beitritt) auch in Vilnius besucht, leider ohne litauische Züge von innen zu sehen.

Schäm dich!

Die Burg von Trakai kann ich aber von meinem Schreibtisch aus sehen: als Foto über meinem Sofa.

Die Anlage in ihrer Gesamtheit von außen ist irgendwie deutlich sehenswerter als die Innenräume.^^

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161 Gibt’s hier Katzenfutter oder Stinktiere? :-s

Die Übersetzung ist übrigens "Alles für das Stinktier". Also praktisch die deutsche Verkehrspolitik in nur zwei Worten (Deutsch braucht dafür vier)...

Unsere Postkarten haben wir damals mit „Viskas grybai“ unterschrieben. Klingt wie „Viele Grüße“, heißt aber „Alles Pilze“ :-D.

Knapp daneben ist auch vorbei. ;-)

Es grüßt
Das Krümelmonster

--
Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

Labai ačiū!

JanZ, Ha(n)sestadt, Montag, 16.05.2022, 09:19 (vor 202 Tagen) @ Krümelmonster

Dein Urteil über Litauisch kann ich naturgemäß nicht ganz teilen, haben doch sowohl meine Freundin als auch ein guter Freund von mir dort studiert und sich ein bisschen mit der Sprache befasst :-).


Mein Urteil, dass es sehr hässlich klingt, oder dass es für Nicht-Lerner in Gänze unverständlich ist?^^

Ersteres. Ich glaube sowieso, ich würde keine Sprache als "hässlich" bezeichnen. Höchstens gibt es welche, die ich lieber oder weniger gern höre.
Dass man sich nichts aus anderen Sprachen herleiten kann, stimmt natürlich. Eine gewisse Ähnlichkeit zu den slawischen Sprachen ist zwar unverkennbar, das reicht aber nicht, um Bedeutungen erschließen zu können.

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161 Gibt’s hier Katzenfutter oder Stinktiere? :-s


Die Übersetzung ist übrigens "Alles für das Stinktier". Also praktisch die deutsche Verkehrspolitik in nur zwei Worten (Deutsch braucht dafür vier)...

Übersetzen konnte ich das auch. Die Interpretation ist natürlich großartig :-).

Unsere Postkarten haben wir damals mit „Viskas grybai“ unterschrieben. Klingt wie „Viele Grüße“, heißt aber „Alles Pilze“ :-D.


Knapp daneben ist auch vorbei. ;-)

Nur zur Sicherheit: Das war natürlich Absicht.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Die Europaletten und ihre Nachbarn – Kap 1/2

Sören Heise, Region Hannover, Freitag, 13.05.2022, 11:35 (vor 205 Tagen) @ Krümelmonster

Moin nochmal.

Wenn Du schon so sehr auf Gotteshäuser achtest, dann wundert mich, dass Du die Kenessa in Trakai übersehen hast. ;-)

Und an die Burg in Kaunas kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern.
Es gab übrigens die Meldung, dass es im Sommer eventuell wieder eine direkte Zugverbindung zwischen den beiden Teilen des einstigen polnisch-litauischen Reiches geben könnte. Für Konkurrenzfähigkeit dürfte es eine Neubaustrecke brauchen.

Viele Grüße
Sören

Die Europaletten und ihre Nachbarn – Kap 1/2

Krümelmonster, München, Samstag, 14.05.2022, 20:47 (vor 204 Tagen) @ Sören Heise

Moin nochmal.

Nochmal Nahmd.

Wenn Du schon so sehr auf Gotteshäuser achtest, dann wundert mich, dass Du die Kenessa in Trakai übersehen hast. ;-)

Ich achte auf alles, was krass aussieht. Ob das ein Gotteshaus ist, ein Rathaus, eine Burg oder was auch immer, ist dabei für mich zweitrangig. ;-)
Und die Kenessa von Trakai schaut von außen nicht so imposant aus. Innenaufnahmen habe ich auf die Schnelle nicht gefunden. Wir müssten sogar direkt an ihr vorbeigelaufen sein.^^

Und an die Burg in Kaunas kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern.

Es ist tatsächlich nicht viel mehr übrig als im oberen Bild: klick mich.

Es gab übrigens die Meldung, dass es im Sommer eventuell wieder eine direkte Zugverbindung zwischen den beiden Teilen des einstigen polnisch-litauischen Reiches geben könnte. Für Konkurrenzfähigkeit dürfte es eine Neubaustrecke brauchen.

Ui, ich hatte schon nicht mehr dran geglaubt.^^
Die Neubaustrecke ist ja in Arbeit - mal schauen, ob wir die noch erleben werden. :-s

Viele Grüße
Sören

Es grüßt zurück
Das Krümelmonster

--
Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

Die Europaletten und ihre Nachbarn – Kap 1/2

Luxi, Sonntag, 15.05.2022, 14:53 (vor 203 Tagen) @ Krümelmonster

Moin nochmal.

Wenn Du schon so sehr auf Gotteshäuser achtest, dann wundert mich, dass Du die Kenessa in Trakai übersehen hast. ;-)


Ich achte auf alles, was krass aussieht. Ob das ein Gotteshaus ist, ein Rathaus, eine Burg oder was auch immer, ist dabei für mich zweitrangig. ;-)
Und die Kenessa von Trakai schaut von außen nicht so imposant aus. Innenaufnahmen habe ich auf die Schnelle nicht gefunden. Wir müssten sogar direkt an ihr vorbeigelaufen sein.^^

Moin Sören,
keine Sorge, wir haben die Kenessa nicht übersehen. ;)
Beim vorbeigehen hab ich sie jedoch erwischt, aber weder davor noch danach größere Beachtung geschenkt.

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Die Europaletten und ihre Nachbarn – Kap 1/2

Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 15.05.2022, 15:57 (vor 203 Tagen) @ Luxi

Moin Luxi,

sehr gut. Danke fürs Bild!

Viele Grüße
Sören

Die Europaletten und ihre Nachbarn – Kap 1/2

Luxi, Donnerstag, 19.05.2022, 19:20 (vor 199 Tagen) @ Krümelmonster

Luxi streifte derweil nochmal durch Vilnius.

Und an dieser Stelle setze ich dann bei meinem Nachmittagsspaziergang an während sich das Krümelmonster eine Pause verdient hatte. Da wir zuvor schon zu genüge in Altstadtnähe unterwegs waren, habe ich mir noch ein paar Sehenswürdigkeiten etwas außerhalb vorgenommen.

Erstes Ziel war die Kirche Jesu des Erlösers, welche zwischen den Jahren 1694 und 1717 im barocken Stil erbaut wurde. Es war zugleich der Einstieg in eine kleine Wanderung durch die Epoche.
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Wenige Meter durch den angrenzenden Park gelangt man schon zum hochbarocken Sapieha-Palast aus dem Jahre 1697. Seit 2012 finden Renovierungsarbeiten am Gebäude statt, das Tor direkt daneben ist noch nicht an der Reihe.
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Der folgende Palast ist erst 115 Jahre alt, wurde allerdings wegen der Nähe zur Kirche St. Peter und St. Paul im neobarocken Stil erbaut.

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Nun kommen wir zur Kirche St. Peter und St. Paul - oder auch "weiße Kirche" genannt - auf die Sören sehnsüchtig gewartet hat. Wer sich beim Anblick noch fragt, wie die Kirche ihren Namen erhalten hat, tritt ein und mag die über 2.000 in weiß gehaltenen Verzierungselemente bestaunen. Ein sehr schönes Kircheninneres, welches man sich auf jeden Fall bei einem Besuch in Vilnius anschauen sollte, da die Bilder nur einen kleinen Eindruck übermitteln können.
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Ein Blick von der anderen Seite des Kreisverkehres. Links der British Council, eine Einrichtung zur Förderung internationaler Beziehungen, rechts St. Peter und St. Paul sowie ein O-Bus mit Werbung von der deutschen Botschaft zum 'dreißigjährigen'.
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Von dort aus ging es ein ganzes Stück die Straße entlang. Vorbei an der Kunstschule und der apostolischen Nuntiatur - die diplomatische Vertretung des Heiligen Stuhls, der auch in internationalen Beziehungen den Vatikan als Staat vertritt - erreichte ich wieder den Sportpalast mit einheitlichem Drumherum.
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Da ich mich nicht weiter dort aufhalten wollte und ich erneut Kirchtürme in der Ferne sah, ging der Weg am Neris unterhalb des Gediminas-Turm entlang zum Raduškevičius Palace, in dem aktuell die litauische Architektenunion beheimatet ist.

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Auf der anderen Straßenseite stand man auch schon vor den Toren der Kirche des Erzengels Raphael. Da sich im Inneren bereits die Gläubigen für die anstehende Messe versammelten bleibt es bei einem Bild von außen.
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Direkt neben den Mauern der Kirche befindet sich auch das Planetarium.
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In der Nähe des Hotels befindet sich auch die 1906 erbaute Markthalle, an der wir mehrmals mit dem Bus vorbei gefahren sind. Das erste Bild konnte ich dennoch erst machen, als das Krümelmonster in der Apotheke Reiseproviant in Form von Tabletten kaufte. [image]

Die Europaletten und ihre Nachbarn – Kap 1/2

Sören Heise, Region Hannover, Freitag, 13.05.2022, 09:16 (vor 205 Tagen) @ Krümelmonster

Moin.

275: Interessant, nicht hässlich. Jedenfalls für mich. Sieht aus wie aus der Zeit, als Kaunas aufgrund der Polnischseiung Wilnas Litauens Hauptstadt war.
Die zweite Standseilbahn in Kaunas habt ihr nicht mitgenommen? Ebenso die "Weiße Kirche" in Wilna? Etwas nordöstlich vom Zentrum. Auch barock, aber das ist da ja üblich.

Kaunas hat eine Burg? Mir neu. Mal sehen, ob mein Reiseführer sie drin hat. Der ist aus den 1990ern. ;-)

Von den drei baltischen Staaten hat Litauen die kleinste russischsprachige Bevölkerung. Da ist es wenig verwunderlich, dass die Sprache nicht so präsent ist.

Viele Grüße
Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Die Europaletten und ihre Nachbarn – Kap 1/2

Krümelmonster, München, Samstag, 14.05.2022, 20:47 (vor 204 Tagen) @ Sören Heise

Moin.

Nahmd!

275: Interessant, nicht hässlich. Jedenfalls für mich.

So wie man dem Koch sagt, das Essen schmecke interessant ;-)
Der Stil heißt übrigens Neue Sachlichkeit. Scheint generell so "interessant" auszusehen.^^

Sieht aus wie aus der Zeit, als Kaunas aufgrund der Polnischseiung Wilnas Litauens Hauptstadt war.

Das ist korrekt. Die Kirche wurde von 1934 - 1940 gebaut, da war Kaunas Hauptstadt.

Die zweite Standseilbahn in Kaunas habt ihr nicht mitgenommen?

Nope, obwohl die eigentlich nur kurz südlich vom Stadtzentrum ist. :-s

Ebenso die "Weiße Kirche" in Wilna? Etwas nordöstlich vom Zentrum. Auch barock, aber das ist da ja üblich.

Ich glaube, da war der Luxi, während ich geratzt habe.^^

Kaunas hat eine Burg? Mir neu. Mal sehen, ob mein Reiseführer sie drin hat. Der ist aus den 1990ern. ;-)

Die Burg sieht älter aus. ;-)

Von den drei baltischen Staaten hat Litauen die kleinste russischsprachige Bevölkerung. Da ist es wenig verwunderlich, dass die Sprache nicht so präsent ist.

Jap. Wahrscheinlich deshalb, weil Litauen als einziger der drei nicht ans russische Kernland grenzt.

Viele Grüße
Sören

Es grüßt zurück
Das Krümelmonster

--
Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

Link zum nächsten Kapitel

Krümelmonster, München, Samstag, 21.05.2022, 21:05 (vor 197 Tagen) @ Krümelmonster

Hallo liebes Forum,

wer diesen Bericht später liest und das nächste Kapitel sucht, wird hier fündig.

Es grüßt
Das Krümelmonster

--
Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)

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