Gedankenspiel: öffentlicher Verkehr vs. Empathie. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 10.05.2022, 11:59 (vor 47 Tagen)

Hallo ICE-Fans,

letzter Zeit schaue ich mir oft Videos an von US-Amerikanern, die nach Europa umgezogen (übersiedelt?) sind, weil die Umständen hier besser sind als in den USA.
Das betrifft Ernährung, Krankenversorgung, Krankenversicherung, Schulsystem, Raumordnung und ja, auch Infrastruktur und öffentlicher Verkehr. Man kommt in Europa dank "Öffis" relativ gut voran ohne Auto.

Dieses Video von Nate Lawson (US-Expat in Deutschland) hatte mich erfasst. Gibt es einen Zusammenhang zwischen öffentlichem Verkehr und die Empathie, die dem YouTuber in den USA fehlt? Sind Bus-/Bahnfahrer mehr empatisch?

Hier sind meine Gedanken. Da ich sie zuerst im Gesichtbuch gepostet habe, mein dortiger Bekanntenkreis international ist und mir die Zeit einer Übersetzung zur Zeit fehlt, poste ich sie hier im Original-Englisch.

{begin}

Today, I stumbled upon a video by Nate Lawson who responded to another video that claimed that "the US sucked at everything". I cannot judge about that, because I never was in the US. But the phrase "this country lacks empathy" (17:10 in the video) got me, in correlation with the fact that Europe has (far) better public transport than the US.

I think there is a correlation between the two. Here is why (I can tell from my own experiences).

When I talk about public transport, I usually hear: "it starts where I am not, bring me to where I do not want to be, at a time that does not suit me."
By the way, I have a similar statement myself about private automobiles: "they are idle for at least 20 out of 24 hours a day, occupy at least 15 square metres each and usually host one person although there is room for five."

But what is it like when you never had an automobile and do everything on foot, by bike or by public transport, 24/7/365? Well, here are some of the benefits:

1. I'm getting used to a service that does not appear at any place and any moment. This also means that I'm getting used to a phenomenon that is not straightforward. This is different from an automobile, which stands at your frontdoor and can be used anytime.
As a result, if something does not go as planned, I will rather accept this as an unfortunate fact. Sure, I used to rant and rave about delays and cancellations. But over time, I got used to that; all that ranting and raving will not cause the bus or train to arrive earlier.

2. Knowing that I have to walk or cycle towards the nearest bus stop or train station also makes me realise that I can sometimes do the entire journey on foot of by bike. This is different from an automobile that is always at close reach. It is then more tempting to take a ride (the magic word is "convenience") rather than to consider alternatives.

3. While on a bus or train, I share the means of transportation with other, mostly unknown people. This is different from an automobile that you drive yourself or accompanied by people you know.
I tend to observe the people around me. Maybe there is a nice person to talk to. Maybe someone is in need for help. Maybe I should pass my place to a person with limited mobility or a pregnant woman.

4. But even if I do not feel the need to connect to other people, I can still watch the changing landscape, read a book, write a text, even take a nap. This is not possible while driving an automobile.

5. If something goes wrong while on the way, I am not alone. Facing a delay or an unplanned stop still allows you to communicate with other passengers. This is different from a traffic jam on the road which you have to face all by yourself; there is no way to communicate with drivers in vehicles in front of you, behind you or next to you.

I'm not suggesting everyone should throw away their automobiles. Private automobility and public transport both have their right of existence. But I do think that my choice of preferred transportation for the public one largely determined my view at the world. Some may call it "socialist" or "communist" or "green" or "left". As such, I consider taking a bus or train ride as a hardcore motorist an opportunity to see your outside world from a different, maybe less biased, perspective.
Needless to say that I'm BLESSED to live in a country where, even though many of its inhabitants need their automobiles at times, they also use the public transport.

{end}

Was meint Ihr dazu? Sind Öffifahrer tatsächlich empatischer als Autofahrer?
Bin nach Euren Meinungen gespannt.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Gedankenspiel: öffentlicher Verkehr vs. Empathie.

JanZ, Ha(n)sestadt, Dienstag, 10.05.2022, 12:57 (vor 47 Tagen) @ Oscar (NL)

Was meint Ihr dazu? Sind Öffifahrer tatsächlich empatischer als Autofahrer?

Na, ich weiß nicht. Es fängt ja schon bei der Frage an, ob die von dir genannten Punkte überhaupt unter "Empathie" fallen. Punkt 4 gehört zu mich eher zu Bequemlichkeit/Komfort und läuft daher deiner sonstigen Argumentation zuwider.
Was die Kommunikation betrifft: Ich bin eher nicht so der Typ, der viel und gerne mit fremden Menschen kommuniziert, nutze aber trotzdem gerne den ÖPNV. Das geht also auch. Wenn man die "kommunikativen" Aspekte zu stark betont, schreckt man Leute ab, die deswegen den ÖPNV nicht nutzen ("Da fahren Leute mit, die ich nie ins Auto lassen würde").
Und Empathie zeigen kann man durchaus auch im Straßenverkehr: zum Beispiel das Reißverschlussverfahren korrekt anwenden, nicht immer auf seiner Vorfahrt bestehen und natürlich anhalten, wenn jemand offensichtlich Hilfe benötigt. Und Punkt 1 kann man genauso auf Staus anwenden.

Fazit: Eine Tendenz gibt es vielleicht, aber wenn man das Ganze zu hoch hängt, klopft man sich erstens ziemlich selber auf die Schulter und schreckt zweitens Leute ab, die die postulierten Eigenschaften (vermeintlich) nicht haben.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Alles dasselbe ...

Der Blaschke, Dienstag, 10.05.2022, 13:55 (vor 47 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo.

Zunächst: die USA sind ein sterbendes Gebilde. Neulich im Zug unterhielt ich mich intensiv mit einem Fahrgast, der lange Jahre in China beruflich tätig war. Der erzählte, wie enttäuscht mittlerweile viele Chinesen sind, wenn sie die USA besucht haben. Früher habe man heraufgeschaut und die als Vorbild gesehen - mittlerweile schaue man ob der eigenen Entwicklung und des Abstiegs 'des Westens' nur noch mitleidig herunter. Und wenn Trump in Kürze der Demokratie dort den letzten Todesstoß gibt, taugt das Land zu nichts mehr.

Warum man allerdings von den USA nach Europa auswandert, ist auch nicht zu verstehen.

Deinen englischen Text kann ich auch nicht verstehen. Und habe auch keine Lust, den übersetzen zu lassen. Also beziehe ich mich nur auf u.g. Frage.

Was meint Ihr dazu? Sind Öffifahrer tatsächlich empatischer als Autofahrer?

Nein. Das ist dieselbe unsinnige Diskussion wie wenn es mal heißt, die Ausländer machen mehr Ärger im Zug als die Deutschen.

Alles Quatsch.

Es gibt viele anständige empathische Autofahrer (und Radfahrer und Motorradfahrer) und es gibt ein paar Pappnasen dazwischen und ein paar wenige Vollspinner. Das ist bei Bahnfahrern auch nicht anders. Die meisten sind anständig; ein paar Bagaluten gibt's und dann ein paar wenige Pflegefälle, denen nicht zu helfen ist.

So wie sie auf der Straße drängeln, wenn's übervoll ist, so drängeln sie beim Ein- und Ausstieg genauso, wenn es da voll ist.

Und am Kopfbahnhof rücksichtslos als Zweitklässler durch die vorne befindliche 1 zu latschen, um erster zu sein, hat mit Empathie auch gar nichts zu tun.

Wenn ich dann an die Berge von Schwarzfahrern denke ... - ich stelle die Behauptung auf, dass Tankbetrug nicht häufiger vorkommt (eher seltener).

Man muss dem ÖV-Kunden also kein Moralmäntelchen für empathischeren Charakter umhängen. Er unterscheidet sich auf's Ganze betrachtet nicht vom Autofahrer.

Zumal einige ja nun auch beides sind: Auto- und Bahnfahrer; man denke an P+R am Bf. Da ändert sich der Charakter ja nun nicht mit dem Verkehrsmittel.


Schöne Grüße von jörg

Alles dasselbe ...

Paladin, Hansestadt Rostock / Stralsund, Dienstag, 10.05.2022, 14:05 (vor 47 Tagen) @ Der Blaschke

Zunächst: die USA sind ein sterbendes Gebilde. Neulich im Zug unterhielt ich mich intensiv mit einem Fahrgast, der lange Jahre in China beruflich tätig war. Der erzählte, wie enttäuscht mittlerweile viele Chinesen sind, wenn sie die USA besucht haben. Früher habe man heraufgeschaut und die als Vorbild gesehen - mittlerweile schaue man ob der eigenen Entwicklung und des Abstiegs 'des Westens' nur noch mitleidig herunter.

Naja, mit Evidenz hat "Hat der eine Chinese erzählt, der das so sieht wie einige Landsleute" auch rein gar nichts zu tun. China hat auch genug Probleme, kriegt man hier nur nicht so mit. Woran das wohl liegt...?

Warum man allerdings von den USA nach Europa auswandert, ist auch nicht zu verstehen.

Steht da doch:
Das betrifft Ernährung, Krankenversorgung, Krankenversicherung, Schulsystem, Raumordnung und ja, auch Infrastruktur und öffentlicher Verkehr. Man kommt in Europa dank "Öffis" relativ gut voran ohne Auto.

Das schau ich mir mal an

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Dienstag, 10.05.2022, 14:16 (vor 47 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo ICE-Fans,

Servus!

letzter Zeit schaue ich mir oft Videos an von US-Amerikanern, die nach Europa umgezogen (übersiedelt?) sind, weil die Umständen hier besser sind als in den USA.

Hab ich hin und wieder geschaut. Aber ich muss mir nicht bestätigen lassen, dass Europa den US&A in einigen Dingen überlegen sind.

Das betrifft Ernährung, Krankenversorgung, Krankenversicherung, Schulsystem, Raumordnung und ja, auch Infrastruktur und öffentlicher Verkehr. Man kommt in Europa dank "Öffis" relativ gut voran ohne Auto.

Ja, so laufen die Dinge heir halt.

Dieses Video von Nate Lawson (US-Expat in Deutschland) hatte mich erfasst. Gibt es einen Zusammenhang zwischen öffentlichem Verkehr und die Empathie, die dem YouTuber in den USA fehlt? Sind Bus-/Bahnfahrer mehr empatisch?

Abseits wissenschaftlicher Studien kann man das qualitativ nur in einem geringen Maße bewerten.

Hier sind meine Gedanken. Da ich sie zuerst im Gesichtbuch gepostet habe, mein dortiger Bekanntenkreis international ist und mir die Zeit einer Übersetzung zur Zeit fehlt, poste ich sie hier im Original-Englisch.

{begin}

[...]

I think there is a correlation between the two. Here is why (I can tell from my own experiences).

When I talk about public transport, I usually hear: "it starts where I am not, bring me to where I do not want to be, at a time that does not suit me."
By the way, I have a similar statement myself about private automobiles: "they are idle for at least 20 out of 24 hours a day, occupy at least 15 square metres each and usually host one person although there is room for five."

Im Prinzip schon richtig, wobei beides gleichzeitig richtig sein kann. Je nach Gegend.

But what is it like when you never had an automobile and do everything on foot, by bike or by public transport, 24/7/365? Well, here are some of the benefits:

1. I'm getting used to a service that does not appear at any place and any moment. This also means that I'm getting used to a phenomenon that is not straightforward. This is different from an automobile, which stands at your frontdoor and can be used anytime.

Wird oft als Nachteil angesehen, ist aber eigentlich ein Vorteil.

As a result, if something does not go as planned, I will rather accept this as an unfortunate fact. Sure, I used to rant and rave about delays and cancellations. But over time, I got used to that; all that ranting and raving will not cause the bus or train to arrive earlier.

Und wenn ich die paar Male im Auto fahre, bin ich oft eher amüsiert über das Verhalten der anderen (Leute, die mich überholen, obwohl ich die Höchstgeschwindigkeit einhalte etc.). Eben auch weil ich das Reisen im ÖV gewohnt bin.

2. Knowing that I have to walk or cycle towards the nearest bus stop or train station also makes me realise that I can sometimes do the entire journey on foot of by bike. This is different from an automobile that is always at close reach. It is then more tempting to take a ride (the magic word is "convenience") rather than to consider alternatives.

heh, seitdem ich in Wien einmal mit dem Auto gefahren wurde, habe ich für mich beschlossen, dass es doch was schlimmeres als eine Fahrt in einer Wiener U-Bahn gibt.

3. While on a bus or train, I share the means of transportation with other, mostly unknown people. This is different from an automobile that you drive yourself or accompanied by people you know.

Erfahrungsgemäß ist man dabei jedoch auch relativ abgeschlossen zu den anderen. Im Abteil ist die Kommunikationssituation freilich offener. Aber so oft hat es das auch nicht.

Manchmal kommt man dazu, zufällig in eine Kommunikationssituation mit anderen zu kommen. Das ist schon nett. Auch nett ist, dass man bei einer Reise mit einem Freund oder so viel mehr sich auf das Gespräch fokussieren kann, da kann man einfach mehr machen.

I tend to observe the people around me. Maybe there is a nice person to talk to. Maybe someone is in need for help. Maybe I should pass my place to a person with limited mobility or a pregnant woman.

Und vielleicht gibt es grad jemanden, wo meine Reaktion erstmal "cringe" ist. Aber das ist akzeptabel.

4. But even if I do not feel the need to connect to other people, I can still watch the changing landscape, read a book, write a text, even take a nap. This is not possible while driving an automobile.

Das sind wesentliche Dinge. Mankann vor allem im Zug oder Bus konzentriert arbeiten, wenn man will. Firmen vergüten deswegen öfters die Reisezeit im Zug als Arbeitszeit.

5. If something goes wrong while on the way, I am not alone. Facing a delay or an unplanned stop still allows you to communicate with other passengers. This is different from a traffic jam on the road which you have to face all by yourself; there is no way to communicate with drivers in vehicles in front of you, behind you or next to you.

Bei besonders starken Staus, wo man auch länger steht, kommt es aber schon öfters dazu, dass man ins Gespräch kommt. Man kann ja dann auch mal aufstehen oder so.

I'm not suggesting everyone should throw away their automobiles. Private automobility and public transport both have their right of existence. But I do think that my choice of preferred transportation for the public one largely determined my view at the world. Some may call it "socialist" or "communist" or "green" or "left". As such, I consider taking a bus or train ride as a hardcore motorist an opportunity to see your outside world from a different, maybe less biased, perspective.

In Österreich wird die Bahn parteiübergreifend als wichtiges Verkehrsmittel wahrgenommen.

Needless to say that I'm BLESSED to live in a country where, even though many of its inhabitants need their automobiles at times, they also use the public transport.

{end}

Was meint Ihr dazu? Sind Öffifahrer tatsächlich empatischer als Autofahrer?

Hängt davon ab. Öffi-Fahrer können auch ganz schön unangenehm sein. Besonders, wenn sie fahren, weil sie es müssen.

Bin nach Euren Meinungen gespannt.


gruß,

Oscar (NL).

Liebe Grüße
J-C

--
Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
[image]
(Bildquelle: ČD)

fahre öV und bin dennoch nicht empatisch

spraiynt, Bern, Dienstag, 10.05.2022, 15:03 (vor 47 Tagen) @ J-C

Nettes Gedankenspiel aber ist absolut nicht so!
Ich bin mit öV grss geworden und besitze zwar ein Auto, fahre aber dennoch (oder trotz SBB Twindexx ?!?) lieber öV und ich bin kein empathischer Mensch.

Dass ich das nicht bin kann ich sogar belegen: Wurde durch 2 unabhängige HR Assessments bei Nestlé und Roche bestätigt da dort von den Mitarbeitern ein psychologisches Profil erstellt wird.

Meine Gedanken

semifaketrain, Dienstag, 10.05.2022, 20:46 (vor 47 Tagen) @ Oscar (NL)

Für mich ist die Schlussfolgerung, dass man, weil man die Öffis benutzt, empathischer ist, eine Selbstbeweihräucherung (die ich gerne annehmen würde ;) ). Ich würde nicht aus dem Mobilitätsverhalten generelle Verhaltensmuster ableiten.

Umgekehrt ist aber richtig, dass das Kfz die Empathie erschwert. Man kann kaum mit anderen kommunizieren, ist meist auf primitive Signale angewiesen (Hupen, Blinken). Dadurch handeln Autofahrer meiner Meinung nach während der Fahrt viel egoistischer, als sie es sonst als Menschen tun würde.
In den Öffentlichen handeln Menschen wie Menschen. Wenn es um das Autofahren gehen, werden die Menschen zu Insekten (frei nach Hermann Knoflacher).

Meine Gedanken

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Dienstag, 10.05.2022, 21:11 (vor 47 Tagen) @ semifaketrain
bearbeitet von J-C, Dienstag, 10.05.2022, 21:11

Ja, im Auto kann man auch nicht so gepflegt dinieren wie in einem Speisewagen eines ICE, oder bei JLV bzw. WARS. Und damit ist das Auto für mich auf der Langstrecke bereits längst gestorben.

Ich möchte aber auch anmerken, dass ich dann aber auch sehe, dass die Leute eher für sich leben, wenn sie nicht ohnehin zusammen reisen.

Die WESTbahn zum Beispiel. Die haben eigene Sofabestuhlungen an den Enden des Oberdecks eingefügt. Was glaubst du, wie sie genutzt wird? Eben: eher für Kurzstrecken oder bei mir etwa, wenn ich einfach Bock hab, mich mal richtig schön hinzulegen. Das geht nämlich ganz gut für mich. Besser als im Campingzelt zu schlafen. Vielleicht sollte die WESTbahn diese im Tagesrand als Liegeplätze vermarkten, hätte was.

Aber um sich mit anderen Fahrgästen auszutauschen, wird das eher nicht genutzt. Ich möchte übrigens darauf verweisen, dass man sich für jene Plätze nicht nur explizit einchecken kann, sondern auch für die Klappsitze. Hier zählt also wirklich jeder Platz.

--
Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

Meine Gedanken

gnampf, Mittwoch, 11.05.2022, 11:18 (vor 46 Tagen) @ semifaketrain

Umgekehrt ist aber richtig, dass das Kfz die Empathie erschwert. Man kann kaum mit anderen kommunizieren, ist meist auf primitive Signale angewiesen (Hupen, Blinken). Dadurch handeln Autofahrer meiner Meinung nach während der Fahrt viel egoistischer, als sie es sonst als Menschen tun würde.

Ausser mit dem Tankwart, dem ADAC-Mann bei der Panne, der Werkstatt bei Panne und Wartung, den anderen in der Vollsperrung...

In den Öffentlichen handeln Menschen wie Menschen. Wenn es um das Autofahren gehen, werden die Menschen zu Insekten (frei nach Hermann Knoflacher).

Weswegen dort in Deutschland z.B. die Reihensitze, und insbesondere Einzelsitze haeufig bevorzugt werden, statt Vis-a-Vis in 4er-Gruppen? Weswegen gerne das Gepaeck neben einem steht, statt in der Gepaeckablage zu liegen? Weswegen Abteile vor allem dann geil sind, wenn man sie fuer sich hat?
Ich fuer meinen Teil fahr defintiv nicht Bahn, weil ich andere Menschen so geil find und unbedingt neue soziale Kontakte knuepfen will... die maskenlosen, besoffenen Junggesellenabschiedsaffen am Freitag waren sicherlich sehr sozial unterwegs und auf Kontakte zu anderen, insbesondere wenn sie jung und weiblich waren, bedacht... egoistisch waren sie trotzdem, und asozial.

Also nein, das Verkehrsmittel hat wenig damit zu tun ob jemand kontaktfreudig ist oder nicht, egoistisch oder nicht, asozial oder nicht, ruecksichtslos oder nicht, etc.

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