TV: „Realer Irsinn - Ticket-Wirrwarr in Europa“ (Allgemeines Forum)

Ludo, Niedersachsen, Donnerstag, 05.05.2022, 22:47 (vor 14 Tagen)
bearbeitet von Ludo, Donnerstag, 05.05.2022, 22:48

Moin,

für uns nichts bahnbrechend Neues: Dreifach gestückelte Fahrkarten, oftmals keine Fahrgastrechte, stundenlange Recherche.
Allerdings dürfte so manch einer, der überlegt, bei Europareisen vom Flugzeug auf die Bahn umzusteigen, hiervon abgeschreckt werden - leider. Eine echte Verkehrswende muss anders aussehen.
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/Realer-Irrsinn-Ticket-Wirrwarr-bei-Bahnr...

Gruß, Ludo
(...der auch schon mal mit einer Schulklasse mit dreifach gestückelten Fahrkarten unterwegs war)

TV: „Realer Irsinn - Ticket-Wirrwarr in Europa“

Murrtalbahner, Donnerstag, 05.05.2022, 23:12 (vor 14 Tagen) @ Ludo

Das traurigste daran ist ja, dass im Reisezentrum vieles möglich ist, aber online nicht. Warum?! Und warum nochmal eine extra Buchungsplattform für internationale Tickets?!

TV: „Realer Irsinn - Ticket-Wirrwarr in Europa“

Murrtalbahner, Donnerstag, 05.05.2022, 23:19 (vor 14 Tagen) @ Murrtalbahner
bearbeitet von Murrtalbahner, Donnerstag, 05.05.2022, 23:20

Nebenbei möchte ich noch anmerken,dass es eine typische Reisezentrumsqualitätsauskunft ist, wenn man behauptet, dass man von Düsseldorf nach Zagreb zwei Fahrkarten braucht. Also sollte diese Aussage im TV stimmen...

TV: „Realer Irsinn - Ticket-Wirrwarr in Europa“

bahnfahrerofr., Freitag, 06.05.2022, 10:00 (vor 13 Tagen) @ Murrtalbahner

Wenn man dabei den Nachtzug München-Zagreb nutzen will, braucht man tatsächlich zwei Tickets. Und dann geht der Ärger schon los...

TV: „Realer Irsinn - Ticket-Wirrwarr in Europa“

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Freitag, 06.05.2022, 10:03 (vor 13 Tagen) @ bahnfahrerofr.
bearbeitet von J-C, Freitag, 06.05.2022, 10:04

Bei den ÖBB erwirbt man Düsseldorf-Zagreb in einem Rutsch in der App. Da kriegt man ein Komfort-Ticket+Anschluss-Ticket Nightjet, da die EN eben als Nightjet-Partner aus Sicht der ÖBB verkehren.

--
Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
[image]
(Bildquelle: ČD)

TV: „Realer Irsinn - Ticket-Wirrwarr in Europa“

bahnfahrerofr., Freitag, 06.05.2022, 14:05 (vor 13 Tagen) @ J-C
bearbeitet von bahnfahrerofr., Freitag, 06.05.2022, 14:07

Bei den ÖBB erwirbt man Düsseldorf-Zagreb in einem Rutsch in der App. Da kriegt man ein Komfort-Ticket+Anschluss-Ticket Nightjet, da die EN eben als Nightjet-Partner aus Sicht der ÖBB verkehren.

Hast du das mal so gebucht? Man bekommt es zwar in einem Rutsch, aber zwei Tickets, da der EN ein Globalpreis ist. Da gibt es zwar dann keine Probleme bei Verspätung und Anschlussverlust (Hotelzimmer aus Kulanz), aber eine Verspätungsentschädigung wirst du auch nicht bekommen.

Und dann ist noch das Problem, dass die ÖBB nicht alle Bahnhöfe in Deutschland bepreisen kann. Bleibt also die grottige International-Bahn Plattform oder der meist lustlose Schalter.

Aber ich gebe zu, dass die genannte Verbindung nicht das größte Problem ist.

Also erst einmal das eingeordnet

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Freitag, 06.05.2022, 01:20 (vor 14 Tagen) @ Ludo

Bei den ÖBB erhält man online eine durchgehende Fahrkarte Düsseldorf - Zagreb. Zagreb - Split wäre tatsächlich separat zu erwerben. Einige Verbindungen kann der DB Navigator zwischen Düsseldorf und Zagreb schonmal bepreisen. In dem Fall wäre halt ein Gang zum Reisezentrum fällig.

Es geht um Fahrten, wo 4 Partnerbahnen involviert sind. Im Gegensatz zum Luftverkehr werden dutzende Ziele angefahren und die begrenzten Schienenkapazitäten ermöglichen halt nicht so gut, so viele Anbieter auf einmal drauf zu lassen.

Ein einheitlicher europäischer Tarif wäre sehr schön, aber das wurde unter anderem von einem verwirrten Polen verhindert, wie es scheint.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

Vor 20 Jahren waren wir schon mal weiter...

Ludo, Niedersachsen, Freitag, 06.05.2022, 13:53 (vor 13 Tagen) @ J-C

Ein einheitlicher europäischer Tarif wäre sehr schön, aber das wurde unter anderem von einem verwirrten Polen verhindert, wie es scheint.

Das wäre noch nicht einmal nötig, sondern vielmehr, dass man alles aus einer Hand bekommt.
Rückblick:
Im Jahr 2002 bin ich von Oberfranken nach Royan an die französische Atlantikküste gefahren. Ich habe allein für die Hinfahrt 5 verschiedene Tickets genutzt:
- Schülerferienticket Bayern bis Würzburg
- Fahrkarte mit IC-Zuschlag Würzburg-Köln
- Thalys Smilys-Tarif Köln-Paris
- TGV-Fahrkarte Paris-Angouleme
- Nahvrkehrsfahrkarte Angouleme-Royan

Klingt erstmal furchtbar kompliziert, aber ich habe alle (!) diese Fahrkarten am Bahnschalter in der oberfränkischen Kleinstadt kaufen können (abgesehen vom Metro-Ticket, versteht sich). Heute würde das gleiche Vorhaben nicht nur am Schalter scheitern, den es natürlich seit langer Zeit dort nicht mehr gibt. Sondern daran, dass lediglich zwei der fünf Fahrscheine erworben werden könnten.

In der Hinsicht waren wir vor 20 Jahren also schon mal weiter als heute.

Gruß, Ludo

Vor 20 Jahren waren wir schon mal weiter...

kllaas, Freitag, 06.05.2022, 16:32 (vor 13 Tagen) @ Ludo

Hallo Ludo,

Ja, das war schön.
Ich konnte 2004(?) von Düren über Gent-Lille nach Étaples in F eine durchgehende Fahrkarte am Schalter oder am Automaten buchen, ermäßigt mit BC 25 und durchgehender Ermäßigung.
Keine Nutzung eines Fernzugs in DE und FR. Dafür ein günstiger Preis im Normaltarif.
Ja, es ist okay für mich, wenn die Ermäßigung im Ausland kleiner wird. Ich brauche da auch keine Sparpreise, weil die SNCB und die SNCF ein günstiges Preisniveau haben.
Nein, es ist für mich nicht okay und nicht verständlich, wenn keine durchgehende Fahrkarte mehr ausstellbar ist, wenn es vorher ging.
Ob da die Bahnen aktuell nicht passend kooperieren oder das technisch nicht mehr möglich ist, ist mir egal. Es ist schlecht, wenn es mal ging und aktuell geht es nicht mehr.
Ja, dann bin ich vor 2 Wochen mit dem Auto 500 km gefahren, und habe die franz. Autobahngesellschaft SANEf und nicht die umweltfreundlichen Bahnen genutzt. Das ist schade, aber ohne durchgehende Fahrkarte fahre ich so eine Strecke nicht mehr mit der Bahn. Alleine, weil es schon mal ging.
Auch ICE, Thalys und TGV helfen mir da nicht weiter. Und über Paris möchte ich dafür auch nicht fahren.

Buen Viaje ... Kristian

TV: „Realer Irsinn - Ticket-Wirrwarr in Europa“

Intermuseum, Freitag, 06.05.2022, 09:48 (vor 13 Tagen) @ Ludo

Düsseldorf - Split ist ja noch harmlos - obwohl es noch eine zusätzliche Alternative gibt.

Zu Düsseldorf - Zagreb: Es gibt einige günstige SP-und SSP-Angebote, die aber haben ihre Tücken, nämlich Umsteigezeiten in Mainz und/oder Mannheim von weniger als zehn Minuten bei Verbindungen, bei denen Zagreb um 20.46 Uhr erreicht wird. Bei anderen Verbindungen sind es in Villach zehn Minuten, das erscheint mir aber weit weniger gefährlich, weil es vom Zug aus Richtung Salzburg doch einige Umsteiger gibt und die ÖBB eher etwas länger wartet als die DB.

Zu Düsseldorf - Split: Die folgende Verbindung kostet Zeit, ist aber problemlos zu buchen und preisgünstig : Über Berlin nach Prag und von dort mit dem Regiojet- Nachtzug nach Split. Die RJ-Strecke ist natürlich im Fahrkartenangebot der DB nicht drin und auch nicht in der Fahrplanauskunft.

Interessant wäre, zu wissen, zu welcher Verbindung der im Video zuletzt genannte Preis zustande gekommen ist.

Und zum Hinweis auf Interrail: Da macht es sich die DB sehr einfach. Aber es gibt genug Verbindungen, für die Interrail eine gute Alternative ist - und daran denken nicht alle Nutzer. Insofern ist der Hinweis sinnvoll. Problem sind dann notwendige Reservierungen für ausländische Zügr, die im Internet nicht buchbar sind.

Zu der durchgehenden europäischen Fahrkarte: eine gute Sache, ich kann mir aber gut vorstellen, dass man für viele preisgünstige Verbindungen stückeln muss

Gruß vom Rhein (den ich im Juli mit der RJ-Verbindung nach Split und im Spätsommer nach Zagreb verlassen will)

TV: „Realer Irsinn - Ticket-Wirrwarr in Europa“

Murrtalbahner, Freitag, 06.05.2022, 13:03 (vor 13 Tagen) @ Intermuseum
bearbeitet von Murrtalbahner, Freitag, 06.05.2022, 13:03

Düsseldorf - Split ist ja noch harmlos - obwohl es noch eine zusätzliche Alternative gibt.

Zu Düsseldorf - Zagreb: Es gibt einige günstige SP-und SSP-Angebote, die aber haben ihre Tücken, nämlich Umsteigezeiten in Mainz und/oder Mannheim von weniger als zehn Minuten bei Verbindungen, bei denen Zagreb um 20.46 Uhr erreicht wird. Bei anderen Verbindungen sind es in Villach zehn Minuten, das erscheint mir aber weit weniger gefährlich, weil es vom Zug aus Richtung Salzburg doch einige Umsteiger gibt und die ÖBB eher etwas länger wartet als die DB.

Zu Düsseldorf - Split: Die folgende Verbindung kostet Zeit, ist aber problemlos zu buchen und preisgünstig : Über Berlin nach Prag und von dort mit dem Regiojet- Nachtzug nach Split. Die RJ-Strecke ist natürlich im Fahrkartenangebot der DB nicht drin und auch nicht in der Fahrplanauskunft.

Interessant wäre, zu wissen, zu welcher Verbindung der im Video zuletzt genannte Preis zustande gekommen ist.

Und zum Hinweis auf Interrail: Da macht es sich die DB sehr einfach. Aber es gibt genug Verbindungen, für die Interrail eine gute Alternative ist - und daran denken nicht alle Nutzer. Insofern ist der Hinweis sinnvoll. Problem sind dann notwendige Reservierungen für ausländische Zügr, die im Internet nicht buchbar sind.

Zu der durchgehenden europäischen Fahrkarte: eine gute Sache, ich kann mir aber gut vorstellen, dass man für viele preisgünstige Verbindungen stückeln muss

Gruß vom Rhein (den ich im Juli mit der RJ-Verbindung nach Split und im Spätsommer nach Zagreb verlassen will)

Du sprichst ja schon ganz viele Probleme an. Irgendwie ist alles buchbar. Nur muss man dafür sich ziemlich gut auskennen um das zu bewerkstelligen. Schon dass Regiojet nicht in der Fahrplanauskunft drin ist, ist schon irre genug. Beim Thema Interrail und Regiojet geht´s dann auch weiter, weil laut dieser Seite Regiojet auch nicht alle Züge nutzbar sind. Wer soll da noch durchblicken? Von der horrenden Reservierungsabzocke insbesondere in Frankreich mal ganz zu schweigen.

Nett auch, dass man für Spanien keinen vernünftigen Fahrplan bekommt. renfe.es kennt andere Züge als die App oder bahn.de

Zusammenfassend kann man den Beitrag des NDR schon bestätigen, dass man sich auskennen muss, um international Bahnfahren zu können.

TV: „Realer Irsinn - Ticket-Wirrwarr in Europa“

Intermuseum, Freitag, 06.05.2022, 16:41 (vor 13 Tagen) @ Murrtalbahner

Ein Nachtrag zu regiojet:

Die Verbindung Prag - Split ist nicht in der Fahrplanauskunft der DB zu finden, wohl aber andere RJ-Verbindungen. Im Gegensatz zu anderen RJ-Verbindungen ist dieser Zug nicht mit Interrail nutzbar. Die DB-Auskunft enthält auch die Verbindungen von Leo Express.

Gruß vom Rhein

NL: Gewinnt Bahn überhaupt Kunden von Auto/Flug?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 06.05.2022, 11:59 (vor 13 Tagen) @ Ludo
bearbeitet von Oscar (NL), Freitag, 06.05.2022, 11:59

Hallo ICE-Fans,

für uns nichts bahnbrechend Neues: Dreifach gestückelte Fahrkarten, oftmals keine Fahrgastrechte, stundenlange Recherche.
Allerdings dürfte so manch einer, der überlegt, bei Europareisen vom Flugzeug auf die Bahn umzusteigen, hiervon abgeschreckt werden - leider.

Die Luftfahrt war schon ab Sekunde 1 international. Also hat diese Sparte mit der Start des Internets sich darauf eingestellt, während die Bahnen Europas sich mit unterschiedlich(st)en Strom-, Sicherungs- und Tarifsystemen aushelfen müssten.
Kommt noch dazu dass die Airlines gerne bereit sind, ihre Flugzeiten zu teilen und man somit mit skyscanner.com ein einziges Portal zu Flugreisen hat. Man sucht sich dort einen Flug aus und wird zur Webseite der Airline weitergeleitet und ein paar Klicks später ist das Ticket gebucht.

Schon alleine die Tatsache dass in Europa einerseits Railteam (viel Rail, wenig Team?) und andererseits Allrail (viel Rail, wenig All?) existiert, gibt zu denken.

Eine echte Verkehrswende muss anders aussehen.

Eine echte Verkehrswende wird nicht stattfinden. Zumindest nicht so.
Zumindest hier in NL glaube ich kaum noch dran; DE bin ich mit nicht sicher / gebe ich bessere Chancen.

NL tendiert bzgl. Verkehrsmittelwahl ziemlich konservativ zu sein. Einmal Autofahrer, immer Autofahrer. Auto, Fernbus, Bahn und Luftfahrt sind quasi vier getrennte Welte, wo man sich Eidgenossen / Schicksalsgefährten sucht. Auch die rezenten Ereignisse in Schiphol Airport (Personalstreik, Überlastung) werden Jan und Petra nicht Richtung Bahn bewegen. Es wird lediglich pro forma gemeckert (damit die Jungs von Twitter & Co sich nicht überflüssig fühlen), danach die Schulter gehoben und weiter geflogen.

Als Thalys anfing, via HSL-Zuid zu fahren, waren im Zug vor allem Fahrgäste, die zuvor Thalys via Altstrecke (Den Haag, Dordrecht, Roosendaal) reisten. Und einige reisten zuvor niemals. Aber es fuhren nach wie vor Kolonnen Autos über die Autobahnen und die Flüge Amsterdam-Paris gab es auch nach wie vor. Es wurde nur mehr gereist.
Als ICE International die ECs ablöste, sassen im ICE vor allem EC-Fahrgäste.

Vielleicht gab es eine Zunahme der Fahrgäste nachdem die Rennbahn K-F eröffnet wurde. Oder waren das vor allem Reisende, die zuvor linksrheinisch gereist hatten und danach ihren Zug vermissten?

Alle sagten, mit der Rennbahn wurden die Flüge Köln-Frankfurt eingestellt.
Keiner sagte, mit der Rennbahn wurden die damals eingesetzten Flugzeuge arbeitslos.
Denn die wurden anderswo eingesetzt.
So betrachtet kann ich sagen: es wurde nicht weniger geflogen; es wurde anders geflogen, längere Strecken geflogen. Und es wurde mehr Bahn gefahren.
Und wir trosten uns mit der Gedanke, wir sollen froh sein dass diese Neueinsteiger Bahn fahren, denn die hätten auch fliegen können.

Wenn schon Energiewende, dann muss das vielleicht dadurch stattfinden, dass man einen Teil des Einkommens in einer Art nachhältigen Digitalwährung (EN: "cryptocurrency") erhält. Wobei man entweder N km fliegen oder meinetwegen 10N km Bahn fahren kann.
Nur schade, dass "nachhältigen Digitalwährung" einander widerspricht. Wenn ich sehe, wieviel Energie heutzutage für die Erstellung von Bitcoins benötigt ist, sollte man sich doch aus Liebe unseres Planeten sich von Digitalwährungen fernhalten.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

NL: Gewinnt Bahn überhaupt Kunden von Auto/Flug?

Murrtalbahner, Freitag, 06.05.2022, 19:12 (vor 13 Tagen) @ Oscar (NL)

Eine echte Verkehrswende wird nicht stattfinden. Zumindest nicht so.
Zumindest hier in NL glaube ich kaum noch dran; DE bin ich mit nicht sicher / gebe ich bessere Chancen.

Auch in D wird das nicht gelingen, weil man sich in diesem System selbst im Weg steht: zu teuer, zu kompliziert. Und zwar vom ersten Pinselstrich der Infastrukturplanung bis zum Kauf der Fahrkarte.

Als Thalys anfing, via HSL-Zuid zu fahren, waren im Zug vor allem Fahrgäste, die zuvor Thalys via Altstrecke (Den Haag, Dordrecht, Roosendaal) reisten.

Kann durchaus daran liegen, dass Thalys mit seiner tariflichen Abschottung keinen Beitrag für ein attraktives Bahnsystem liefert. Die Fahrgastzahlen Frankfurt - Köln und München - Berlin sind jedenfalls stark gestiegen, Flüge wurden eingestellt. Natürlich wurden die Flugzeuge dann woanders eingesetzt. Aber ein Flug München - Rom ist sinnvoller als Frankfurt - Düsseldorf oder München - Berlin. Wenn die Nachfrage nicht da ist, werden dann das nächste Mal eben weniger Flugzeuge bestellt. Oder aber der Flug bleibt bestehen, weil die Eisenbahn auf vielen Strecken einfach nicht abliefert. Strecken wie Frankfurt - Barcelona oder Frankfurt - Rom wären fahrzeittechnisch durchaus erträglich, aber dank viel zu langer Umsteigezeiten und fehlender Tarifierung nicht attraktiv. Frankfurt - Barcelona ist selbst Interrail nur mit der Faust in der Tasche erträglich, wenn zu dem Fahrpreis auch noch schlappe 84 Euro Reservierungsgebühr für Hin- und Rückfahrt pro Person hinzu kommen.

NL: Gewinnt Bahn überhaupt Kunden von Auto/Flug?

Hamburger2015, Samstag, 07.05.2022, 09:57 (vor 12 Tagen) @ Murrtalbahner

Frankfurt - Barcelona krankt auch an der für Durchreisende unbrauchbaren Paris-Konzeption der SNCF. Da ist wirklich alles schlecht.

- Zeitverlust über 1 h
- Superlange Umsteige-Fußwege durch Paris ohne Aufzüge, teilweise fehlen selbst Rolltreppen
- Fahrt mit der überfüllten Metro im Berufsverkehr
- Kein durchgehendes Ticket: im Zweifel in die Schlangen vor den Ticket-Automaten der Metro aufstellen, wenn man vergaß, im Zug zu kaufen

Letztlich fährt man am besten, eine der wenigen Verbindungen rauszukramen, die nicht via Paris gehen.

NL: Gewinnt Bahn überhaupt Kunden von Auto/Flug?

Murrtalbahner, Samstag, 07.05.2022, 16:28 (vor 12 Tagen) @ Hamburger2015

Frankfurt - Barcelona krankt auch an der für Durchreisende unbrauchbaren Paris-Konzeption der SNCF. Da ist wirklich alles schlecht.

- Zeitverlust über 1 h
- Superlange Umsteige-Fußwege durch Paris ohne Aufzüge, teilweise fehlen selbst Rolltreppen
- Fahrt mit der überfüllten Metro im Berufsverkehr
- Kein durchgehendes Ticket: im Zweifel in die Schlangen vor den Ticket-Automaten der Metro aufstellen, wenn man vergaß, im Zug zu kaufen

Letztlich fährt man am besten, eine der wenigen Verbindungen rauszukramen, die nicht via Paris gehen.

Genau das alles meine ich. Aber zumindest von Stuttgart aus steht man über 50 Minuten in Straßburg und 1h45 in Lyon. Das ist zwar sehr beruhigend in Sachen Anschlussverlust, aber naja, für die Fahrzeit einfach Murks.

Sparpreis Europa Düsseldorf-Split erhältlich auf bahn.de

Proeter, Freitag, 06.05.2022, 22:33 (vor 13 Tagen) @ Ludo

Hallo zusammen,

es ist durchaus möglich einen (Supre-)Sparpreis von Düsseldorf bis nach Split bei der Bahn zu buchen. Und ich hatte einen solchen bereits, wenn auch aus einer anderen deutschen Stadt.

Man darf halt nicht den Nachtzug ab München nutzen, sondern den durchgehenden EC.
Was ist nicht verstehe:
Warum weiß das im Reisezentrum niemand?
Warum wird man auf bahn.de nicht darauf hingewiesen? Zumindest könnte das System je Anfrage min. 1 buchbare Verbindung ausgeben, auch wenn diese langsamer ist, als die nichtbuchbaren.

Auch wenn ich das alles nicht gutheiße: Der Beitrag ist schlecht recherchiert. Normalerweise gibt extra3 beim "Realen Irrsinn" der kritisierten Partei auch immer die Gelegenheit zur Stellungnahme. Dann hätte man darauf kommen können, dass die durchgehende Buchung auf bahn.de und im Reisezentrum durchaus möglich ist. Warum die Stellungnahme hier unterblieben ist, bleibt im Dunst.

Sparpreis Europa Düsseldorf-Split erhältlich auf bahn.de

ICE920, München, Freitag, 06.05.2022, 22:42 (vor 13 Tagen) @ Proeter

Weil sich dann der ganze Beitrag in Luft aufgelöst hätte.

Sparpreis Europa Düsseldorf-Split erhältlich auf bahn.de

Intermuseum, Samstag, 07.05.2022, 07:54 (vor 13 Tagen) @ ICE920

So wie er war, ja. Aber dass er das grundsätzliche Problem offengelegt hat, war gut und notwendig.

Und selbst wenn man Düsseldorf- Split oder Düsseldorf - Zagreb durchgehend buchen kann: Flexibel wird es teuer, preisgünstige Verbindungen bringen andere Probleme: So habe ich für den 30. 06. eine Verbindung Düsseldorf - Split mit BC 25 für 71,55 gefunden - aber da muss man in Zagreb übernachten. Und Düsseldorf - Zagreb ist am gleichen Tag - ebenfalls mit BC 25 - für 32,55 zu haben, mit Ankunft 20.46 Uhr. Da aber sind die kurzen Anschlüsse in Mainz und Mannheim drin - die als "Schönwetterverbindungen" zu bezeichnen, ist sehr optimistisch, denn die DB hat ja oft auch bei gutem Wetter Verpätung. Die weit weniger riskante Verbindung mit Ankunft 22.30 Uhr über einen anderen Weg kostet aber schon 70,20.

Ich denke, dass die Probleme einen sorgfältig recherchierten Beitrag wert wären - aber dafür reichen drei Minuten bei weitem nicht aus.

Und ich fahre über Prag nach Split.

Gruß vom Rhein (gar nicht so weit von Düsseldorf weg)

Sparpreis Europa Düsseldorf-Split erhältlich auf bahn.de

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Samstag, 07.05.2022, 09:07 (vor 12 Tagen) @ Intermuseum
bearbeitet von J-C, Samstag, 07.05.2022, 09:12

Wenn ich persönlich nebenbei nach Split wollte, bekäme ich definitiv ein durchgehendes Ticket ausgestellt.

Wenn ich den Nachtzug 1153 mit der Abfahrt um 18:01 in Wien Hbf nutze, der an Dienstagen und Freitagen vom 3. Juni bis 22. September fährt und Bratislava über Wien mit Split verbindet, sowie Autoreisezugwagen mitführt.

Oder ich nehme halt den Regiojet. Der hält bei mir quasi um die Ecke. Man kommt ja auch über Wien nach Bratislava, wo man den Zug zu einer normalen Abfahrtszeit für einen Nachtzug erwischen würde.

--
Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

Sparpreis Europa Düsseldorf-Split erhältlich auf bahn.de

ICE920, München, Samstag, 07.05.2022, 20:43 (vor 12 Tagen) @ Intermuseum

Im Grunde hat man das Problem verdreht. Die DB verkauft ja sehr viele Relationen ins Ausland. Hier war das Problem, dass die Kroaten einen Globalpreis haben wollen und die Buchung daran scheitert.
Wobei auch das System der DB sinnlose Brüche hat: Zagreb-Split gibt nur mitm IC einen Preis, der Nachtzug (früher D, heute R) gibt einen Fehler. Das Ticket wird in diesem aber sehr wohl anerkannt.

Zwischenfazit

Ludo, Niedersachsen, Sonntag, 08.05.2022, 14:04 (vor 11 Tagen) @ Ludo

Halten wir also vorerst folgendes fest:

Es gibt vereinzelt durchaus Fahrkarten, die sich zu einem Ziel im europäischen Ausland durchbuchen lassen. Diese werden allerdings nur angezeigt, wenn man sich gut auskennt und entsprechende Unterwegsbahnhöfe eingibt. Dies möchte ich an einem weiteren Beispiel aus Frankreich verdeutlichen:

In diesem Thread hatten wir einzelne TGV-Züge aufgelistet, die nicht über die deutsch-französische Grenze fahren, aber dennoch im Rahmen eines Sparpreis Europa buchbar sind. Hierbei handelt es sich nur um einzelne Zugnummern, nicht um komplette Strecken. Einer davon ist der TGV 5454, der von Strasbourg via Interconnection Est (also an Paris vorbei) direkt nach Bordeaux fährt.
Stellen wir uns nun also vor, dass wir mit einer durchgehenden Fahrkarte von Heidelberg nach Bordeaux reisen möchten. Die "einfache" Suche führt ins Leere; keine Verbindung bepreisbar, da die zeitlich schnelleste Variante über Paris geht. Wie kann man den durchgenden TGV erzwingen? Entweder gibt man Strasbourg als Via-Bahnhof ein und wählt nach Bordeaux die Direktverbindung oder man gibt Champagne-Ardenne oder Marne-la-Vallée-Chessy als Via-Bahnhof ein. Klappt es nun endlich? Fehlanzeige! Fehlersuche: Woran liegt es? Ach ja, der Grenzübertritt bei Kehl erfolgt mit dem Nahverkehr, nicht mit einem FV-Zug. Also nochmal separat Heidelberg - Strasbourg suchen und recherchieren, wann denn ein Fernzug über die deutsch-französische Grenze fährt. Daraus ergibt sich folgende notwendige Eingabe:
Heidelberg --> Bordeaux via Strasbourg (Aufenthalt 01:45) und via Champagne-Ardenne.
Und dann endlich: Hallelujah, ein Sparpreis Europa!

So, und nun verrate man mir: Welcher Gelegenheitsreisende soll das bitteschön hinkriegen?

Die Stellungnahme der DB halte ich in dem im Beitrag vorliegenden Fall für nicht zwingend erforderlich. Was hätte Achim Stauß hierzu Produktives beitragen können? In einer früheren Bahnreportage hat er sinngemäß gesagt, dass er sich ausdrücklich vor die Mitarbeiter im Reisezentrum stellt, da diese einen sehr anstrengenden Job hätten und das Tarifsystem ohnehin sehr komplex sei. Womit er nicht unrecht hat. Der oben beschriebene Fall mit den "besonderen buchbaren Zügen" in Frankreich ist so ein Nischenphänomen, ich würde auch nicht von einem Mitarbeit mit jahrelanger Berufserfahrung erwarten, dass er /sie sowas weiß (zumal bei den Zugnummern keine wirkliche Logik erkennbar ist). Was man aber erwarten könnte, wäre dass einem die DB-Reiseauskunft ohne die zusätzliche Eingabe von Suchparametern die buchbare Verbindung anzeigt.

Bei der fehlenden Buchbarkeit von Globalpreisen anderer Bahnunternehmen ist schwer zu sagen, wem dies anzulasten ist - der DB oder dem ausländischen Bahnunternehmen. Früher (2002) war dies möglich, wie ich weiter oben berichtete. Auch nach London muss jetzt gestückelt werden, es ist nicht nur komplizierter sondern auch teurer geworden. Vermutlich sind die Flüge inzwischen in den meisten Fällen die preisgünstigere Alternative.

Aus meiner Sicht muss sich dringend etwas ändern, wenn man auch bei Fahrten ins europäische Ausland mehr Leute auf die Schiene bekommen möchte.

Gruß, Ludo

Zitat Achim Stauß

Ludo, Niedersachsen, Sonntag, 08.05.2022, 14:14 (vor 11 Tagen) @ Ludo
bearbeitet von Ludo, Sonntag, 08.05.2022, 14:14

Die Stellungnahme der DB halte ich in dem im Beitrag vorliegenden Fall für nicht zwingend erforderlich. Was hätte Achim Stauß hierzu Produktives beitragen können? In einer früheren Bahnreportage hat er sinngemäß gesagt, dass er sich ausdrücklich vor die Mitarbeiter im Reisezentrum stellt, da diese einen sehr anstrengenden Job hätten und das Tarifsystem ohnehin sehr komplex sei. Womit er nicht unrecht hat. Der oben beschriebene Fall mit den "besonderen buchbaren Zügen" in Frankreich ist so ein Nischenphänomen, ich würde auch nicht von einem Mitarbeit mit jahrelanger Berufserfahrung erwarten, dass er /sie sowas weiß (zumal bei den Zugnummern keine wirkliche Logik erkennbar ist). Was man aber erwarten könnte, wäre dass einem die DB-Reiseauskunft ohne die zusätzliche Eingabe von Suchparametern die buchbare Verbindung anzeigt.

Ich liefere noch das entsprechende Zitat von Achim Stauß nach (aus "Der Deutsche Bahn Check WDR" - ca. 2016) zum Thema zu teure Preisauskünfte in Reisenzentren:

"Das kann ich jetzt im Einzelfall nicht beurteilen, da müsste man sich das genau anschauen, ob hier vielleicht ein Fehler gemacht wurde. Wo Menschen arbeiten, passieren auch Fehler. Aber ich möchte mich ausdrücklich vor die Kollegen in den Reisezentren stellen. Die haben oft einen recht anstrengenden Job, denn das Preissystem ist schon herausfordernd für viele Kollegen."

TV: „Realer Irsinn - Ticket-Wirrwarr in Europa“

Vitesse, Mainz, Mittwoch, 11.05.2022, 19:56 (vor 8 Tagen) @ Ludo

Moin,

für uns nichts bahnbrechend Neues: Dreifach gestückelte Fahrkarten, oftmals keine Fahrgastrechte, stundenlange Recherche.
Allerdings dürfte so manch einer, der überlegt, bei Europareisen vom Flugzeug auf die Bahn umzusteigen, hiervon abgeschreckt werden - leider. Eine echte Verkehrswende muss anders aussehen.
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/Realer-Irrsinn-Ticket-Wirrwarr-bei-Bahnr...

Gruß, Ludo
(...der auch schon mal mit einer Schulklasse mit dreifach gestückelten Fahrkarten unterwegs war)

Ich war in den letzten Wochen mit dem Zug in Dijon unmd Bordeaux von Rheinland-PFalz aus. Das was mir SNCF und DB offeriert haben war preislich mehr als unattraktiv. So bin ich mit dem Auto nach Weißenburg gefahren und dort in den Zug umgestiegen. Andere Leute wären einfach geflogen.

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