NL: was tun mit 28 Qkm...? (Flächenverbrauch Bahn vs. Flug) (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 04.05.2022, 09:40 (vor 18 Tagen)

Hallo ICE-Fans,

aktuelles Thema in NL: die Überlastung von unserem Nationalflughafen.
Zuerst ein Streik der Gepäckabertigung, danach überlange Wartezeiten für und sogar Streichungen von Flüge(n). Vier Stunden Wartezeit war keine Seltenheit. Umfrage der Reiseziele: Paris (tja, Thalys leider ausverkauft), Mittelmeer (zu weit um Auto zu fahren), einige mitteleuropäische Städte (zu weit um Bahn zu fahren). Ab und zu etwas Interkontinentales, wo der Flieger wirklich alternativlos ist.

Gut, man kann sagen, das ganze ist eine Post-Corona-Nachholaktion. Nichtdestotrotz denke ich, dass in 30 Jahren die Luftfahrt nicht verringert sondern mehr als verdoppelt ist.
Wenn man das ganze dann ordentlich abfertigen möchte, dann brauchen wir "einen zweiten oder sogar dritten Schiphol". Gut, die haben wir. Der zweite heisst Lelystad Airport und der dritte Eindhoven Airport. Muss man nur bissle upgraden und in Amsterdam Oost bzw. Amsterdam Zuid umbenennen, Problem gelöst.

Gut, mal ernst. Ein zweiter Schiphol, das bedeutet ein Grundstück von 28 Quadratkilometern.
Ich kann auch sagen: ich bastle diese 28 Qkm Bodenbedarf ein bisschen um, und zwar so, dass der Grundstück nur 20 m breit ist. Wie lange ist der Grundstück?
Antwort: 1400 km.
Ich hätte also auch 1400 km an Bahnstrecken bauen können. Würde ich lediglich Utrecht-Köln und Amersfoort-Bielefeld bauen, dann wäre Deutschland eine Stunde näher zu NL und entstünde ausreichend Kapazität für Rennzüge zu den mitteleuropäischen Städten.

Und trotzdem sind bei uns die Chancen einer zweiten Schiphol grösser als besagte Rennbahnen. Denn wenn in 20 Jahren der erste Spatenstich für die beiden Rennbahnen stattfinden sollte, ist Schiphol 2.0 schon fertig und funktionsfähig.
Kommt noch hinzu, dass mit neuen Rennbahnen zwar Flugverbindungen eingestellt, aber damit die Flugmaschinen noch nicht arbeitslos werden. Die bekommen neue Aufgaben, und wenn nicht vorhanden, dann bekommen die ein zweites Leben im fernen Ausland. Dort wo Luftreisen keine Selbstverständlichkeit sind, sondern immer noch ein Privileg. Und dann ist es nur die Frage der Zeit, wann der dortige Privileg eine Selbstverständlichkeit wird.

So betrachtet, werden neue Rennbahnen nicht zu weniger Flugverkehr führen. Eher mehr.


gruß,

Oscar (NL).

--
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Braucht man wirklich AMS2?

Altmann, Mittwoch, 04.05.2022, 10:38 (vor 18 Tagen) @ Oscar (NL)

AMS hätte meiner Meinung nach noch genug Reserven. Hat 6 Landebahnen (LHR hat deutlich mehr Passagiere und 2 Landebahnen, und Istanbul SAW hat nur eine Landebahn und hat aktuell ähnlich viele Passagiere wie AMS).

Und wenn es am Personal fehlt, dann nützt ein neuer Airport auch wenig (ganz im Gegenteil).

Sinnvoller wäre es m.M.n. eine (brauchbare) (Zug-) Verbindung z.B. zum Flughafen Weeze zu schaffen (der hat mit Unterlastung mehr Probleme als mit Überlastung), oder zu anderen Flughäfen in der Region.

Braucht man wirklich AMS2?

ICE16, Mittwoch, 04.05.2022, 21:59 (vor 17 Tagen) @ Altmann
bearbeitet von ICE16, Mittwoch, 04.05.2022, 22:02

Wenn für dich sinnvoll Zugverbindung nach Weeze bedeutet das man dort ne große abstellung baut um dort nachts Züge zu parken oder zu warten ok... Aber sonst rentiert sich bei dem Flugzeug sicher keine Bahnverbindung

NL: was tun mit 28 Qkm...? (Flächenverbrauch Bahn vs. Flug)

AbUndZu, Mittwoch, 04.05.2022, 12:39 (vor 18 Tagen) @ Oscar (NL)

Zitat "aktuelles Thema in NL: die Überlastung von unserem Nationalflughafen.
Zuerst ein Streik der Gepäckabertigung, danach überlange Wartezeiten für und sogar Streichungen von Flüge(n).
"
Es wurden viele (KLM-)Flüge von AMS nach RTM = Rotterdam The Hague Airport VERLEGT, um AMS zu entlasten. Insofern ist ein (Zitat) "zweiter Schiphol" unnötig bzw. schon vorhanden.

Zitat: "Gut, man kann sagen, das ganze ist eine Post-Corona-Nachholaktion."
Ja, dafür spricht, dass aktuell für heute auf https://www.schiphol.nl/en/ keine langen Wartezeiten mehr gemeldet werden - und dass in den NL "späte Osterferien" Ende April begannen.

Zitat: "Würde ich lediglich Utrecht-Köln und Amersfoort-Bielefeld bauen, dann wäre Deutschland eine Stunde näher zu NL und entstünde ausreichend Kapazität für Rennzüge zu den mitteleuropäischen Städten."
Ja, das sollten die NL und DE genauso machen wie z.B. die CH und DE zwischen Zürich und München, wo DE laaaange "Bremser" war und erst die letzten Jahre etwas passiert.

Nichtsdestotrotz reise ich von einer "mitteleuropäischen Stadt" (Berlin) nach Den Haag am Wochenende mit der Bahn (also NICHT "zu weit um Bahn zu fahren"), und lege dabei einen halbtägigen Zwischenstop auf halbem Weg ein, um insbesondere ein Museum zu besuchen!

Zitat Altmann: "Sinnvoller wäre es m.M.n. eine (brauchbare) (Zug-) Verbindung z.B. zum Flughafen Weeze zu schaffen (der hat mit Unterlastung mehr Probleme als mit Überlastung), oder zu anderen Flughäfen in der Region."
Genauso ist es, Intermodalität ist das Zauberwort. Sogar der Flughafen München = MUC soll nun eine ICE-Anbindung bekommen: https://www.airliners.de/taskforce-intermodalitaet-fernverkehr-flughafen-muenchen/63144
Intermodalität bedeutet idealerweise, dass An/Abreise mit Bahn (oder meinetwegen Fernbus oder Kleintransporter) UND Flug auf EINEM Ticket gebucht werden (können) und somit der Flugpassagier sich keine Sorgen machen muss, dass er bei der Anreise wegen Verspätung von Bahn/Bus den FLug verpasst oder umgekehrt bei Abreise wegen Verspätung des Fluges dann die Bahn/den Bus verpasst - sondern dass automatisch UND gratis eine Umbuchung auf den nächsten Flug/Bahn/Bus erfolgt; große Carrier wie Lufthansa und Swiss bieten dies für die Flughäfen FRA, DUS und ZRH bereits an, wenn man so will, eine Art "Versicherung gegen Verspätung" inklusive. Und das sogar grenzüberschreitend, z.B. per Fernbus von Straßburg nach FRA.

Für die Billigflieger ab/nach Weeze dürfte derlei aber viel zu teuer sein, passt einfach nicht zu deren Geschäftsmodell...

NL: was tun mit 28 Qkm...? (Flächenverbrauch Bahn vs. Flug)

Benjamin.Keller, Donnerstag, 05.05.2022, 11:03 (vor 17 Tagen) @ Oscar (NL)

Ich hätte also auch 1400 km an Bahnstrecken bauen können. Würde ich lediglich Utrecht-Köln und Amersfoort-Bielefeld bauen, dann wäre Deutschland eine Stunde näher zu NL und entstünde ausreichend Kapazität für Rennzüge zu den mitteleuropäischen Städten.

So eine NBS Arnhem - (Ausschleifung von/nach Bocholt) - (Ausschleifung von/nach Borken) - (Ausschleifung von/nach Münster) - Gütersloh wäre doch eine phantastische Idee :)

Da könnte man die ICE von Amsterdam nach Berlin auf Halte in Hannover, Bielefeld und Utrecht beschränken und einen beschleunigten RE Bielefeld, Gütersloh, Münster, Borken, Bocholt, Arnhem fahren lassen, der ganz viele neue Querbeziehungen v.a. im Münsterland schaffen würde.

Gedanken zu Berlin-NL via Amersfoort oder Arnhem.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 05.05.2022, 14:46 (vor 17 Tagen) @ Benjamin.Keller

Hallo Benjamin.Keller,

So eine NBS Arnhem - (Ausschleifung von/nach Bocholt) - (Ausschleifung von/nach Borken) - (Ausschleifung von/nach Münster) - Gütersloh wäre doch eine phantastische Idee :)

Bahnhof "Bocholt/Borken ICE"... ;)

Gut, mal ernst.

Über Berlin-NL habe ich mir auch schon mal Gedanken gemacht. Laut Deutschlandtakt soll die heutige Strecke ausgebaut werden und sollen die Talgos 230 km/h ermöglichen.
In diesem Fall müsste man in NL eine "Schienen-A1" bauen von Hengelo nach Amersfoort (etwa 108 km). Ab Hengelo nördlich vom Ort Delden Richtung Enter und dann die Autobahn weiter verfolgen. Bei Hoevelaken auf die Altstrecke wechseln; Amersfoort-Amsterdam kann dann via Bestandsstrecke. In Amersfoort Umsteigemöglichkeit nach Utrecht, Den Haag und Rotterdam.
Ist-Zeit Hengelo-Amersfoort 1:14 mit 3 Halten. Ein Talgo-Zug müsste da eine halbe Stunde schneller sein können.

Wenn es rasanter muss, hatte ich auch schon an Bielefeld-Münster-NL gedacht, wobei man dann die Wahl zwischen 1. Arnhem-Utrecht-Amsterdam oder 2. Amersfoort-Amsterdam hat.

Im Falle 1 könnte man:
a. die vorhandene Infra verwenden (also via Dortmund und dann an Duisburg vorbei nach Oberhausen und Arnhem;
b. eine mehr nördliche Trasse bauen, wie von Dir beschrieben (IC200 der NS fährt dann Amsterdam-Dortmund v.v.) allerdings wäre ein Halt in Münster interessant für Bremen (Amsterdam-Hamburg würde auch mit Umstieg in Hannover gehen).
Bielefeld-Arnhem wäre 180 km Luftlinie, 200 km Strecke. Ein ICE International müsste das in 1 Stunde schaffen.

Im Falle 2 könnte man nicht Hengelo sondern Enschede als ICE-Halt verwenden, und dann weiter via besagter Schienen-A1. Nachteil ist aber dass man östlich von Enschede schwierig zwischen alte und neue Infra wechselt. Man müsste wohl die Stadt untertunneln.


gruß,

Oscar (NL).

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