(ZM:) Bahnen wollen Staatsknete für Nachtzüge. (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Freitag, 07.01.2022, 21:15 (vor 12 Tagen)

Hey.

Nachtzüge hätten »ihre Grenzen als kommerziell lebensfähiges Modell erreicht«, heißt es in einem Schreiben an die EU-Kommission.

Nachzulesen mit weiteren Infos hier:

https://www.spiegel.de/auto/bahnen-wollen-nachtzugnetz-in-europa-erweitern-und-verlange...


Komisch. Ich verstehe das nicht. In Fuzzykreisen ist doch völlig klar, dass die DB zu unfähig zum Nachtzug ist und dass die supidupihypermegatollen ÖBB sowas können! Wozu braucht es da Geld von den Staaten?

Ach so, was steht noch im Artikel?

Die DB kooperiert dabei mit der österreichischen ÖBB, deren Nachtzug­service subventioniert wird.

Abgesehen davon, dass die selbsternannte Qualitätspresse unfähig ist ('mit den österreichischen ÖBB' muss es natürlich heißen) --> wieso Subventionen für die ÖBB? Wo die es doch auch so können?

Oder etwa doch nicht? Ist die Feststellung der DB bzgl der Rentabilität womöglich schlüssig?


Schöne Grüße von jörg

(ZM:) Bahnen wollen Staatsknete für Nachtzüge.

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Freitag, 07.01.2022, 21:21 (vor 12 Tagen) @ Der Blaschke

Ich würde ja gerne wissen, was für Subventionen gemeint sind.

Wie viel Geld investiert das Verkehrsministerium in die Verbindung Wien - Hamburg, Wien - Amsterdam, Wien - Brüssel, Wien - Paris?

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
[image]
(Bildquelle: ČD)

(ZM:) Bahnen wollen Staatsknete für Nachtzüge.

AlbertP, Montag, 10.01.2022, 11:24 (vor 9 Tagen) @ J-C

Die Verlängerung nach Amsterdam des Nightjets Düsseldorf-Innsbruck/Wien ist aus NL subventioniert (die Verluste in den ersten 4 Jahren werden bis zu insgesamt 6.7 M€ gedeckt.)

(ZM:) Bahnen wollen Staatsknete für Nachtzüge.

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Samstag, 08.01.2022, 14:05 (vor 11 Tagen) @ Der Blaschke
bearbeitet von Alibizugpaar, Samstag, 08.01.2022, 14:08

Na schau, ohne den Staat als Bürgen/Garanten im Rücken könnte sich die DB auch so einiges nicht leisten und auch nicht die heutigen Berge von Schulden für immer neue ICE anhäufen. Wie wir ja auch erst am Beginn einer Entwicklung stehen, wo IC für Nahverkehrstarife freigegeben sind. Gegen finanzielle Beteiligung der Länder. Obwohl Bahnchef Lutz gesagt hat: "Der IC2 ist auch bei niedriger Nachfrage wirtschaftlich".

https://www.rnd.de/wirtschaft/deutsche-bahn-chef-richard-lutz-claus-weselsky-will-die-b...

Ich schrub ja schon vor langen Jahren die weisen Worte nieder, daß der Nachtzugverkehr sich nicht rentieren kann, wenn dieser aus der Gesamtkostenrechnung des Fernverkehrs heraus separiert wird. Der Nachtverkehr muß zum Tagesverkehr in einen großen Topf. Der Nachtverkehr muß als wichtiger Ergänzungsbaustein zum Tagesverkehr gemacht werden. Inklusive tariflicher Verknüpfung und Durchbuchungsmöglichkeit Tag-Nacht-Tag auf einem Ticket. Wie auch Tageszugpersonale mit den Nachtzugpersonalen in einen Dienstplan gehören. Und jeder Nachtzug sollte möglichst Sitzwagen haben, die mit normalen Tagesfernzugtickets genutzt werden können. Damit man auch nachts während der Regio-Betriebsruhe auf Mittelstrecke von A nach B kommt.

Die Einzelverhackstückelungen in autonome Einzelunternehmen sehe ich schon immer als 'Verkehrsunfall' an. Das hat ja auch den edlen Metropolitan binnen kurzer Zeit kaputt gemacht, während ICE-Sprinter gern nachgefragt werden. Muß man mal drüber nachdenken...

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

Getrenntes Personal ...

Der Blaschke, Samstag, 08.01.2022, 18:46 (vor 11 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von Der Blaschke, Samstag, 08.01.2022, 18:47

Hey.

Wie auch Tageszugpersonale mit den Nachtzugpersonalen in einen Dienstplan gehören.

NEEEEEEEEIN! Damit das so endet, wie vor gaaaaaaaaanz vielen Jahren in einer westfälischen Dienststelle? Da gab es eine Nachtzugleistung nach München. Tagesübernachtung. In der Folgenacht dann zurück.

Natürlich ging man in München nicht ins Hotel und schlief. Action war angesagt. Segeln auf'm Starnberger See. Nach Garmisch weiterdüsen und in die Berge kraxeln. München erkunden. Und und und. Sooooo oft hatte man die Leistung nicht; es gab also immer was zu erleben.

Abends zur Rückfahrt war man dann natürlich 'geschafft'. Aber man sollte ja die Kundschaft bespaßen und ihr die Welt erklären. Wie man ein Bett vorbereitet und schläft und wie man nachts auf's Klo kommt und so. Das war natürlich äußerst nervig! Sprich: im Prinzip störte die Kundschaft ... Mein Kumpel war damals nach dem Törn immer fix und alle. Schaffner schwach wie eine Flasche leer - und da kannte Trapattoni hierzulande noch keiner ...

Also: lass die Nachtzüge dem Nachtzugpersonal. Denen gehen dann schneller die Aktivitäten aus und so kehren sie dann auch eher mal ins Hotel ein zwecks Schlafen. Das kömmt dann in der Folgenacht der Kundschaft zugute ... ;-)


Schöne Grüße von jörg

der sich gleich schon auf den NACHTSTERN Hannover freut! Vorher nochmal nach Bremen und zurück. Gleich aber eben erst ins Hotel einchecken. Der Zug zur Landeshauptstadt ist derzeit hyperpünktlich! Mal gucken, welches Stockwerk es diesmal im Hotel wird; letztes Mal war ich ganz oben. Jei!

Mehrwertsteuer

Mike65, Sonntag, 09.01.2022, 13:07 (vor 10 Tagen) @ Der Blaschke

Im Spiegel-Artikel ist von der Mehrwertsteuer die Rede. Man müßte den Nachzug doch als rollendes Hotel deklarieren können, dann wären da nur 7% fällig.

Mehrwertsteuer schon bei 7 Prozent

rainman51, Paderborn, Sonntag, 09.01.2022, 14:19 (vor 10 Tagen) @ Mike65

Im Spiegel-Artikel ist von der Mehrwertsteuer die Rede. Man müßte den Nachzug doch als rollendes Hotel deklarieren können, dann wären da nur 7% fällig.

Seit 01.01.2021 beträgt die Mehrwertsteuer auf Bahntickets doch nur noch 7 Prozent. Wieso sollte man da etwas um deklarieren?

Mehrwertsteuer

ICE920, München, Montag, 10.01.2022, 01:21 (vor 9 Tagen) @ Mike65

Vielleicht sollte bei internationalen Zugtickets, die Nachtzüge größtenteils sind, denselben Mehrwertsteuersatz anwenden, wie bei internationalen Flugtickets...

Mehrwertsteuer

Alter Köpenicker, BSPF, Montag, 10.01.2022, 17:02 (vor 9 Tagen) @ ICE920

Vielleicht sollte bei internationalen Zugtickets, die Nachtzüge größtenteils sind, denselben Mehrwertsteuersatz anwenden, wie bei internationalen Flugtickets...

Wird das denn nicht gemacht? Soweit ich weiß, wird nur der deutsche Streckenanteil besteuert.

Mehrwertsteuer

ICE920, München, Montag, 10.01.2022, 17:43 (vor 9 Tagen) @ Alter Köpenicker

Wie das mit dem Auslandsanteil funktioniert, müssten Kenner erzählen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass der Auslandsanteil an die Partnerbahn abgeführt wird und die versteuert es nach dem eigenen Landesrecht.

Aber im Flugverkehr wird weder der deutsche noch der ausländische Anteil des Tickets versteuert.

Mehrwertsteuer

GibmirZucker, Göding, Montag, 10.01.2022, 18:16 (vor 9 Tagen) @ ICE920

Anhand der ausgewiesenen Mehrwertsteuer wird ja häufig erst ersichtlich, welchen Anteil der DB-Streckenanteil am Preis der Fahrkarte hat m Je nach Land ist der Steuersatz unterschiedlich, Schweiz z.B. 0 Prozent, da internationale Fahrkarten nicht der Mehrwertsteuer unterliegen.

FAZ: Warum Nachtzüge bislang nicht rentabel sind

Henrik, Donnerstag, 13.01.2022, 19:08 (vor 6 Tagen) @ Der Blaschke

F+ KLIMASCHONENDES REISEN

Warum Nachtzüge bislang nicht rentabel sind

VON ANDREAS MIHM, WIEN-AKTUALISIERT AM 13.01.2022-09:38

Nachtzüge gelten als vorbildlich für den Klimaschutz. Sie haben aber einen Haken: Sie rechnen sich nicht.

Nachtzüge haben einiges für sich: Nachts im Schlaf durch Europa zu reisen verschafft nicht nur einen besonderen Kick, sondern es spart unter Umständen Zeit, vor allem aber schädliche CO2-Emissionen. Das ist der Grund, warum die in den vergangenen Jahrzehnten vom Flugzeug verdrängte Schlafwagenreise zuletzt eine erstaunliche Wiederauferstehung erlebt: Immer neue Strecken verbinden die wichtigen Städte des Kontinents. Politiker, Umweltschützer und Bahnvorstände klatschen dem umweltbewussten Reisen Beifall, auch wenn es nachts schon mal rumpelt, ruckelt und quietscht.

Doch trotz des vielfach gerühmten Klimaschutzes bleibt beim nächtlichen Gute-Gewissen-Reisen mit der Bahn ein hässlicher Makel: Trotz teils happiger Preise für das rollende Ein-Bett-Appartement mit Dusche und Frühstück rechnet es sich für die Betreiber nicht.

[...]

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/klimaschonendes-reisen-warum-nachtzu...

Warum sind Nachtzüge bislang nicht rentabel?

Proeter, Donnerstag, 13.01.2022, 19:45 (vor 6 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von Proeter, Donnerstag, 13.01.2022, 19:45

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/klimaschonendes-reisen-warum-nachtzu...

Unter dem Link finde ich die Antwort auf diese Frage nicht. Kennst du sie?

Leider verstehe ich nicht, welchen Sinn es gibt, kommentarlos Artikel zu verlinken, die sich hinter Bezahlschranken verbergen. Wenn du den Artikel lesen konntest, sei doch so nett, und fasse uns die Kernpunkte zusammen, die auf die Frage antworten.

Warum sind Nachtzüge bislang nicht rentabel?

ktmb, iOS, Donnerstag, 13.01.2022, 19:59 (vor 6 Tagen) @ Proeter
bearbeitet von ktmb, Donnerstag, 13.01.2022, 20:04

Habe den Artikel vor einigen Tagen in der offline-FAZ gelesen. Es gab nicht viel Neues.
Die Bahnen beschwerten sich im Dezember bei der EU-Kommission über nicht kostendeckende Ausgaben für Nachtzugverbindungen. Weiterhin ging es um hohe Trassenpreise, insbesondere bei langen internationalen Laufwegen sowie hohe Kosten bei den Investitionen in zeitgemäßes Rollmaterial.

--
Niemand hat die Absicht eine Autobahn zu bauen. #A49#A20#AXYtbc

Warum sind Nachtzüge bislang nicht rentabel?

Proeter, Donnerstag, 13.01.2022, 20:11 (vor 6 Tagen) @ ktmb
bearbeitet von Proeter, Donnerstag, 13.01.2022, 20:12

Danke für die erste Zusammenfassung.

Die Bahnen beschwerten sich im Dezember bei der EU-Kommission über nicht kostendeckende Ausgaben für Nachtzugverbindungen. Weiterhin ging es um hohe Trassenpreise, insbesondere bei langen internationalen Laufwegen sowie hohe Kosten bei den Investitionen in zeitgemäßes Rollmaterial.

Sämtliche vorgenannten Punkte gelten ja auch bei Tagzügen. Das allein erklärt's noch nicht.

Ggf. kann man argumentieren mit dem Wagenmaterial, dass zumindest von ca. 10 bis 18:00 nicht genutzt werden kann. Aber welche anderen Aspekte stören denn die Wirtschaftlichkeit so sehr? Die geringere Belegungsdichte je laufendem Meter in Schlafwagen lässt man sich ja fürstlich bezahlen. Das sollte nicht entscheidend sein.

Warum sind Nachtzüge bislang nicht rentabel?

JanZ, Ha(n)sestadt, Montag, 17.01.2022, 14:01 (vor 1 Tag, 22 Stunden, 5 Min.) @ Proeter

Was mir noch einfällt:

  • spezielles Rollmaterial, das nur in kleinen Stückzahlen angeschafft wird
  • höhere Personaldichte auch in Nicht-Schlafwagen
  • Plätze können in aller Regel (außer vielleicht in Sitzwagen) nur einmal pro Nacht verkauft werden

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

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