[9TLU] Teil 2: Monte Generoso und Lugano [m69B] (Reiseberichte)

Math5D, Dienstag, 23.11.2021, 17:47 (vor 9 Tagen)

Heute ist mal wieder schlechtes Wetter in der ganzen Schweiz angesagt - dafür gibt es zum Glück immer einen Ausweg, das Tessin. Dort ist eh noch einiges offen, allen voran der neu eröffnete Ceneri-Basistunnel, den ich mit dem IC21 direkt erreichen kann. Dazu nehme ich dieses Mal die 7:40er S-Bahn, die ich fast verpasse, weil die Gleise heute anders herum als gestern bedient werden. Zum ersten Mal nutze ich ab Allmend/Messe den Bahnersatz, der einen direkt vor dem Bahnhof in Luzern rausschmeißt - sehr praktisch. Dabei hat er aber auch mal ganz entspannt 7min länger gebraucht, als im Fahrplan steht, da die Luzerner Straßen komplett verstopft sind.

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01 Der RE nach Olten wird heute von einem Tz der S-Bahn Basel gefahren - warum auch nicht. Außerdem möchte ich auf den IR70 rechts hinweisen, der mit 16 Doppelstockwagen (Twindexx SwissExpress) gefahren wird.

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02 Mein doppelter Giruno mit 22 (deutlich kürzeren) Wagen kommt wenig später und fährt nach einem planmäßigen Aufenthalt von 13min los.

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03 Hinter Rotkreuz kann man nun die wiedereröffnete Zugersee-Ost-Strecke bewundern. Da in Arth-Goldau immer Umstiege zwischen dem IC aus Basel/Zürich durch die Tunnel und dem IR aus dem jeweils anderen Startbahnhof über die Bergstrecke gewährleistet werden, kommt in dieser Stunde der IR46. Der wird seit Kurzem von der SOB gefahren mit den Traversos, die auch auf dem VAE unterwegs sind und bald auf der Durchbindung des IR35 Bern-Altstrecke-Olten-Zürich, der früher IR17 hieß, auf den RE Zürich-Chur fahren werden. IR17 heißt nun der ex-RE Bern-Altstrecke-Olten - die Umbenennung ergibt für mich zwar keinen Sinn, aber gut, sie dürfte auch nicht groß schaden.

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04 Arth liegt leider im Schatten,

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05 Goldau auch. Schließlich fahren wir exakt gleichzeitig in den Bahnhof ein - das ist schweizer Pünktlichkeit, wie ich sie dieses Mal selten erlebt habe.

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06 Vorbei geht es am Lauerzersee

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07 und dem Urnersee, für den es einfach keine gute Fotostelle gibt.

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08 Sprung durch den Gotthard bis kurz vor den Ceneri, genauer dessen Zufahrt.

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09 Ankunft in Lugano. Von hier geht es mit dem Regionalzug weiter,

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10 der wie so ziemlich alles im Tessin mit Flirt gefahren wird.

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11 Kleine technische Frage: Was ist der Zweck dieser gelben Dinger, die hier alle paar Schwellen verbaut sind?

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12 Der Lago di Lugano wird hier überquert,

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13 sodass nun gute Fotos von der Sonnenseite möglich sind.

In Capolago Riva San Vitale steige ich dann um 10:21 aus, denn hier startet mein Hauptziel, die Monte Generoso Bahn. Die hatte ich eigentlich für später vorgesehen, denn manch andere Touribahn fährt nur noch dieses Wochenende und geht dann in die Winterpause, diese ist aufgrund der südlicheren Lage länger unterwegs. Aber wie gesagt, das Wetter...
Jedenfalls steht schon eine gute Schlange vor ihrem Gleis und eine weitere vorm Ticketschalter - gut, dass ich den Zug um 10:35 sowieso nicht bekommen möchte. Der fährt dann sogar als 2 Züge hoch, weil so viel Andrang herrscht, sodass ich im zweiten wohl noch einen schlechten Platz bekommen hätte.

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14 Ich war aber schlauer, denn in der Stunde danach fährt um 11:20 ein Zug bereits von Capolago Lago, dem Schiffsanleger keine 500m runter.

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15 Dort kommt auch das Schiff, dessentwegen wohl gerade dieser Zug dort startet, aber es steigen nur 12 Leute aus, die kurz auf das Schild am Haltepunkt schauen, das sie zum Hauptbahnhof führt - so habe ich gleich ganz alleine absolut freie Platzwahl. Schon irgendwie erstaunlich, dass sich echt niemand anderes dafür zu interessieren scheint.

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16 Schon um etwa 5 nach kommt der Zug hergefahren

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17 und hat vorne sogar einen Güterwagen dran. Die Züge sind nahezu baugleich zu denen der Rochers-de-Naye-Bahn mit einem wesentlichen Vorteil:

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18 Einige wenige Fenster sind vollständig zu öffnen und ermöglichen bessere Fotos. Bei dem guten Wetter habe ich auch keine Skrupel, mein Fenster dauerhaft geöffnet zu lassen. Wir fahren derweil 10min zu früh los - offenbar ist man sich bei der Bahngesellschaft der Sinnlosigkeit des Halts am See bewusst.

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19 Dann wird es am Hauptbahnhof komplett voll, sodass ich mich für die rechte Seite entscheiden muss, die wesentlich bessere Blicke verspricht. Leider ist der Wagen von innen recht eng, sodass auch die Bewegungsfreiheit am Platz dermaßen eingeschränkt ist, dass ich für Fotos unmöglich aufstehen kann. Aber gut, dann muss es halt im Sitzen gehen, zum Glück habe ich lange Arme. Dafür fahren wir auch hier 15min zu früh ab, während ein zweiter Zug bereitgestellt wird.

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20 Schnell gewinnt der Zug mit 220 ‰ an Höhe und so ist der gesamte Ort sichtbar.

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21 In der anderen Richtung sieht man Mendrisio und dahinter vmtl Italien.

In San Nicolao, wo eigentlich keine Zugkreuzung stattfindet, warten wir aber doch eine viertel Stunde und es kommt nicht nur ein leerer Zug entgegen, sondern auch der zweite volle hinter uns holt uns ein.

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22 In Bellavista dann ist planmäßige Zugbegegnung,

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23 wo der nächste quasi leere Zug runterkommt.

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24 Nach dem Verlassen des Walds beginnen die Aussichten, wirklich gut zu werden.

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25 Hier kommt erstmals die Bergstation in Sicht.

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26 Hinten raus ist die Baumgrenze gut zu sehen, die hier unter 1500m liegt.

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27 Oben angekommen auf 1600m ist das erste Highlight der Lago di Lugano

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28 mit dem Bahndamm.

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29 Irgendwer hat hier einen extrem hässlichen Klotz hingesetzt - naja, Geschmackssache.

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30 Noch schnell ein Blick auf den Zug, dann mache ich mich auf auf den 100 Meter höher liegenden Gipfel.

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31 Zuerst geht es vorbei an dieser Sonnenuhr,

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32 dann stoppt mich dieses Schild. Ernsthaft? Nichts an dem Weg ist auch nur annähernd gefährlich. Aber gut, dann gehe ich halt den Umweg auf den Gipfel, für den ich einmal Italien durchqueren muss.

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33 Inzwischen ist der zweite Zug auch oben angekommen.

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34 Dort ist der Gipfel, nun folgen ein paar Bilder vom Rundumblick.

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35 See Nord

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36 und Süd,

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37 Monte Rosa mit Dufourspitze (höchster Punkt der Schweiz) und dem ganz unscheinbaren Matterhorn. Das Klein Matterhorn ist übrigens nicht sichtbar, da es von hier genau hinter dem Monte Rosa liegt.

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38 Strahlhorn, Rimpfischhorn, Allalinhorn, Alphubel, Täschhorn, Dom, Nadelhorn, Weissmies - also die ganze 4000er Prominenz zwischen Mattertal und Saasertal.

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39 Monte Leone in der Mitte

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40 und Bietschhorn.

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41 Aletschhorn und Jungfrau - irre, von wo die überall sichtbar ist.

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42 Hier sähe man links auch Mönch und Eiger, beide sind aber in den Wolken. Deutlich erkennbar sind dafür Finsteraarhorn und Schreckhorn/Lauteraarhorn.

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43 Im Südwesten sieht man die Laghi di Varese, di Comabbio, di Monate, und Maggiore - an dessen Ufer liegt die tiefste Linie der Schweiz.

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44 Hier nochmal der Vermessungspunkt am Gipfel, von dem ich nun zügig wieder zur Bahn gehe, denn die frühen Züge runter dürften noch leerer sein.

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45 Nach nur 30min trete ich so die Talfahrt an,

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46 bei der ich nun wieder rechts sitze und damit erstmal einen Seeblick habe.

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47 Lugano ist auch zwischendurch zu sehen,

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48 dann erst wieder Capolago.

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49 Dessen Bahnhof wird hier überquert

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50 vor der finalen Steigung.

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51 Unten ist nun auch deutlich weniger los.

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52 Auf der Hauptstrecke fährt derweil eine 474 aka 189 durch.

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53 Mein Zug fährt schon wieder hoch,

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54 dann geht es zurück nach Lugano.

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55 Zwischendurch ist nochmal der Gipfel zu sehen.

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56 In Lugano nehme ich noch die Lugano-Ponte-Tresa-Bahn (FLP) mit, die hier einen neuen Stadler Straßenbahnwagen stehen hat.

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57 Vom FLP-Bahnhof, der dem der SBB vorgelagert ist, hat man einen guten Blick über die Stadt.

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58 Mein Zug ist dann zum Glück kein neuer Wagen, sondern dieses uralte, dreckige, aber freundlich lächelnde Mandarinli. Vor allem kann man darin tatsächlich auch ein paar Fenster öffnen!

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59 Die Strecke führt zunächst an einen weiteren Seitenarm des Lago di Lugano, an dem auch der Flughafen liegt, der nun in einer großen Schleife umfahren wird.

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60 Bei Agno stehen noch ein paar mehr Fahrzeuge rum.

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61 Hier geht es direkt am Seeufer lang, dann nach einem kurzen Landstück zu noch einem weiteren Seitenarm - ist ja fast schlimmer als am Vierwaldstättersee.

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62 Auf der Rücktour wird noch ein Mandarinli bereitgestellt. Die Bahn fährt übrigens die Gesamtstrecke alle 15min, obwohl sie zumindest heute nur die ersten 3-4 Halte voll ist.

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63 Der Vedeggio.

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64 Zwischen zwei Armen des Luganersees liegt noch der Lago di Muzzano.

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65 Zurück in Lugano komme ich genau in der Taktlücke des 30/30/60-Takts nach Norden an. Und der Zug danach ist auch noch genau der IC21 nach Luzern/Basel, obwohl ich doch eigentlich den Zugersee Ost endlich mitnehmen wollte. Naja, dann muss ich halt in Arth-Goldau in den IR wechseln. Das wird nur spannend, ob ich es bis da schaffe, im Bordrestaurant zu essen, denn das steht zuerst auf dem Plan. Noch davor nutze ich die 42min, um eine Toilette im Ort zu suchen, denn der Bahnhof hat keine. Dabei geht es entlang der Standseilbahn für Faule runter.

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66 Unten am See werde ich fündig, außerdem ergeben sich hier schöne Fotomotive.

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67 Auch die Bergstation der Generoso-Bahn ist sichtbar, der Gipfel hingegen nicht.

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68 Noch ein letztes Tilo-Flirtbild, dann kommt der IC21 als Doppeltraktion ICN, in der aber nur ein Restaurant geöffnet ist. Das wird entsprechend auch sofort nahezu komplett voll, und wie das immer so ist, wenn man es eilig hat, werde ich als letztes bedient. Dabei muss ich aber der Kellnerin höchsten Respekt aussprechen, die insgesamt in Rekordzeit alle Fahrgäste "abarbeitet" und dabei nie den Überblick verliert.

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69 In dieser Richtung steht bei der Ceneri-Ausfahrt keine Brücke im Weg, da man über diese fährt.

Ungefähr bei der Einfahrt in den Gotthardbasistunnel bekomme ich dann meine Hörnli und komme über die Frage, ob man das Apfelmus da reinmischt oder nicht, mit dem Schweizer mir gegenüber ins Gespräch, der mir noch ein paar Wandertipps gibt. Da mein jetziger Urlaub schon relativ gut durchgeplant ist, behalte ich die mal im Hinterkopf für später.
Flüelen erreichen wir schließlich pünktlich und ich kann meine Rechnung bezahlen - steht dem Umstieg in Arth-Goldau doch nichts mehr im Weg? Denkste! Denn die SBB packt einen alten DB-Trick aus und holt grundlos aus dem Nichts 10min Verspätung raus. Fahrgäste nach Zürich werden per Lautsprecher gebeten, im Zug zu bleiben. Dann halt ein anderes Mal. In Goldau sehe ich dann zwar, dass der IR noch bahnsteiggleich da steht, aber da ist es schon zu spät. Wir bleiben derweil im Speisewagen sitzen, da niemand unsere Plätze beansprucht und der ganze Zug seit Lugano schon gerammelt voll ist. So unterhalten wir uns noch kurz über die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der schweizer Bahnen, die laut meinem Gegenüber in letzter Zeit rapide abnehmen - das kann ich derzeit bestätigen. Aufgrund der weggefallenen Wartezeit in Goldau und einer Umleitung über die (kürzere) Strecke über Küssnacht statt Rotkreuz erreichen wir Luzern mit nur noch +5, von wo der Zug pünktlich weiterfahren kann, denn auch in dieser Richtung ist hier ausreichend Wendezeit eingeplant. Trotzdem haben wir noch ein paar Dinge durcheinander gebracht, denn die Einfahrt in den Luzerner Bahnhof ist ja nunmal irrerweise nur zweigleisig und so haben wir sicher irgendeine andere Trassen zerschossen. Wird also Zeit, dass der Tiefbahnhof kommt!

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