ES: neues Bahnprodukt "Iryo" -> Konkurrenz? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 22.11.2021, 12:00 (vor 12 Tagen)

Buenas días ICE-Fans,

Ilsa, ein Konsortium von Air Nostrum und Trenitalia, startet ihren Betrieb auf der Rennbahn Madrid-Barcelona unter den Namen "Iryo". Damit gibt es inzwischen, wenn ich richtig gezählt habe, 5 Bahnprodukte auf einer Strecke, alle Highspeed: AVE, AvLo, EVA, Ouigo und jetzt also Iryo.

Der Iryo wird allerdings kein Lowcostprodukt sein:

Regarding the business model, Iryo will not be a low-cost train, like Ouigo (SNCF) or Avlo (Renfe). Ilsa’s president, Carlos Bertomeu, explained that the formula of the new brand will be based on “a very high operational quality, scrupulous compliance with current regulations, use of state-of-the-art technology and equipment, and a differential service culture.”

Wenn der Iryo ein Erfolg wird, soll das Produke auch auf anderen Strecken angeboten werden. Eingesetzt werden ETR1000-Triebwagen so wie sie als Frecciarossa in Italien verkehren.

Von der genauen Ausstattung der Züge habe ich leider noch nicht viel erfahren. EWN berichtet:

Sources of ‘iryo’ pointed out they will operate, “the only fleet of totally new trains on the market”. They will be the only trains in the world to have the Environmental Product Declaration (EDP), and are the “most sustainable, fastest and quietest in Europe, made with 95 per cent recyclable materials, and saving 80 per cent of carbon dioxide per person and journey”.

Es werden also brandneue Züge; die 20 Triebwagen werden nicht von der Trenitalia-Flotte abgenommen.

Hinweis: als NTV damals den .italo startete, handelte es sich auch um "totally new trains".

=============

Selber frage ich mich, ob drei Anbieter auf einer Strecke wirklich eine gute Idee sei. Die drei Anbieter haben alle ihre eigene Webseiten und Buchungsverfahren; erzählen selbstverständlich nicht wann der Konkurrent fährt. Man weiss als Möchtegernkunde also nicht wann Unternehmen A, B und C fahren; nur wann Unternehmen A, B oder C fährt. Für den kompletten Überblick müssen Javier und Conchita also drei Webseiten besuchen und ihre Start-Ziel-Daten eintragen.


Saludos,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

ES: neues Bahnprodukt "Iryo" -> Konkurrenz?

Norddeich, Montag, 22.11.2021, 13:42 (vor 12 Tagen) @ Oscar (NL)

Selber frage ich mich, ob drei Anbieter auf einer Strecke wirklich eine gute Idee sei. Die drei Anbieter haben alle ihre eigene Webseiten und Buchungsverfahren; erzählen selbstverständlich nicht wann der Konkurrent fährt. Man weiss als Möchtegernkunde also nicht wann Unternehmen A, B und C fahren; nur wann Unternehmen A, B oder C fährt. Für den kompletten Überblick müssen Javier und Conchita also drei Webseiten besuchen und ihre Start-Ziel-Daten eintragen.

Im Linienflugsegment haben sich sowohl Ticketverkäufer (z.B. im Internet: Expedia) als auch Preisvergleichs-Internetseiten fest etabliert.

ES: neues Bahnprodukt "Iryo" -> Konkurrenz?

trawler, Montag, 22.11.2021, 16:30 (vor 12 Tagen) @ Norddeich

Das ist aber eher als ein Argument gegen mehrere Betreiber einer Strecke gemeint, oder?

ES: neues Bahnprodukt "Iryo" -> Konkurrenz?

Norddeich, Montag, 22.11.2021, 16:37 (vor 12 Tagen) @ trawler

Das ist aber eher als ein Argument gegen mehrere Betreiber einer Strecke gemeint, oder?

Wieso? Ist der Zugverkehr zwischen Madrid und Barcelona deshalb so erfolgreich, weil das Buchen eines Flugtickets für die Route so irre kompliziert ist?

ES: neues Bahnprodukt "Iryo" -> Konkurrenz?

trawler, Montag, 22.11.2021, 17:06 (vor 12 Tagen) @ Norddeich

Das ist aber eher als ein Argument gegen mehrere Betreiber einer Strecke gemeint, oder?


Wieso? Ist der Zugverkehr zwischen Madrid und Barcelona deshalb so erfolgreich, weil das Buchen eines Flugtickets für die Route so irre kompliziert ist?

Nein, natürlich nicht. :)
Aber aber das Buchen von Flugtickets über die Vergleichsseiten o.ä. ist mMn kein Modell, das Schule machen sollte. Der Service ist bei geringsten Komplikationen unterirdisch, das System der Rabatte für bestimmte Zahlungsmittel nicht durchschaubar, die Rechte beim Verkauf von eigentlich getrennten Tickets (die aber doch "zusammen" verkauft werden) keine Sache, die auch auf den Zugverkehr ausgebaut werden sollten. Hinzu kommen unterschiedliche Preise für unterschiedliche Tageszeiten, Endgeräte, Buchungsprofile.
Unklaren Verantwortlichkeiten zwischen den Beförderern und Verkäufern der Tickets. Unverhältnissmäßige Aufschläge für das Buchen von extra-Leistungen (Sitzplätze, Gepäck etc.), viel zu ausdifferenzierte Preismodelle (die im Endeffekt zur Folge haben, dass die gleiche Leistung mehr kostet weil vorher inklusive Leistungen jetzt "extra" kosten.)

Also über den volkswirtschaftlichen Gesamtnutzen von mehr Wettbewerb auf der Schiene kann man ganze Bücher schreiben, keine Frage. Und gleichzeitig ist das Anführen des Arguments "woanders funktioniert es doch mit dem Buchen auch" kein wirkliches, weil es eben nicht so funktioniert, wie es für den Endkonsumenten am Besten wäre.

ES: neues Bahnprodukt "Iryo" -> Konkurrenz?

Norddeich, Dienstag, 23.11.2021, 01:10 (vor 11 Tagen) @ trawler

Aber aber das Buchen von Flugtickets über die Vergleichsseiten o.ä. ist mMn kein Modell, das Schule machen sollte.

Wo die Leute ihre Flug- oder Zugtickets am Ende kaufen, mag letztlich jeder selbst entscheiden:
Es ist jedenfalls problemlos möglich, einen Überblick über den Gesamtverkehr zu erhalten, ohne vorher umständlich fünf verschiedene Internetseiten konsultieren zu müssen.

(Wenn ich mir heute auf bahn.de mit Hafas Zugverbindungen für das europäische Ausland anzeigen lasse, werde ich die Fahrkarten auch meist woanders kaufen.)

ES: neues Bahnprodukt "Iryo" -> Konkurrenz?

MartinN, Fricktal, Schweiz, Dienstag, 23.11.2021, 11:32 (vor 11 Tagen) @ Oscar (NL)

Buenas días ICE-Fans,

Buenas dias Oscar


Der Iryo wird allerdings kein Lowcostprodukt sein:

Das wäre dann denke ich, wirklich übertrieben. Interessant finde ich auch, wie nun verschiedene Bahngesellschaften sich auf Spanien stürzen. Klar, Spanien besitzt das neueste und auch grösste HGV Netz von Europa und hat von dem her wirklich potenzial die Inlandfliegerei komplett einzustellen. Sobald die HGV Richtung Paris in Frankreich durchgehend ist und die Linie am Meer nach Italien, wird er wohl auch auf dieser Strecke zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten zum Flugzeug.

Wenn der Iryo ein Erfolg wird, soll das Produke auch auf anderen Strecken angeboten werden. Eingesetzt werden ETR1000-Triebwagen so wie sie als Frecciarossa in Italien verkehren.

Ich bin dann mal gespannt, ob sich da noch weitere (private)Anbieter in den Sektor der Rennzüge wagen. Ich denke da mal an NTV oder Leo Express wie auch MTR Express, die Firma aus Hong Kong die in Schweden in Konkurenz mit der Staatsbahn fährt. Zu guter Letzt traue ich auch Flixtrain den Einstieg ins HGV Geschäft zu. Man stelle sich grüne ICE Garnituren vor.

Von der genauen Ausstattung der Züge habe ich leider noch nicht viel erfahren.
Es werden also brandneue Züge; die 20 Triebwagen werden nicht von der Trenitalia-Flotte abgenommen.

Die ETR1000 sind vom Aussehen her schon tolle Züge. Allerdings fand ich den AGV von Alstom auch super und finde es schade, dass er leider nur ein Exot bleibt und nur 25Stk. davon in Betrieb gingen.


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Selber frage ich mich, ob drei Anbieter auf einer Strecke wirklich eine gute Idee sei. Die drei Anbieter haben alle ihre eigene Webseiten und Buchungsverfahren; erzählen selbstverständlich nicht wann der Konkurrent fährt. Man weiss als Möchtegernkunde also nicht wann Unternehmen A, B und C fahren; nur wann Unternehmen A, B oder C fährt. Für den kompletten Überblick müssen Javier und Conchita also drei Webseiten besuchen und ihre Start-Ziel-Daten eintragen.

Dass ist doch aber meines Wissens bei den Fluggesellschaften auch nicht viel anders.
Klar wäre cool, wenn es eine Website geben würde auf denen alle Züge und Anbieter drauf zu sehen sind.


Saludos,

Oscar (NL).

Hasta la vista

ES: Mailand-Marseille, private Rennzüge -> "Dispospeed"?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 23.11.2021, 12:10 (vor 11 Tagen) @ MartinN

Hallo MartinN,

Interessant finde ich auch, wie nun verschiedene Bahngesellschaften sich auf Spanien stürzen. Klar, Spanien besitzt das neueste und auch grösste HGV Netz von Europa und hat von dem her wirklich potenzial die Inlandfliegerei komplett einzustellen. Sobald die HGV Richtung Paris in Frankreich durchgehend ist und die Linie am Meer nach Italien, wird er wohl auch auf dieser Strecke zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten zum Flugzeug.

Es fehlt noch Mailand-Genova-Marseille. Mailand-Pavia-Tortona ist für 160 km/h geeignet und viel schneller wird es dort vermutlich auch nicht. Zwischen Tortona-Genova soll eine Rennbahn kommen, weitestgehend in Tunneln. Genova-Marseille: wünschenswert wäre auch hier eine reinrassige Rennbahn, aber die Landschaft ist auch hier nicht gerade einfach. Zudem kann man Imperia-Grenze schon mit 180 km/h befahren.

Ich bin dann mal gespannt, ob sich da noch weitere (private)Anbieter in den Sektor der Rennzüge wagen. Ich denke da mal an NTV oder Leo Express wie auch MTR Express, die Firma aus Hong Kong die in Schweden in Konkurenz mit der Staatsbahn fährt. Zu guter Letzt traue ich auch Flixtrain den Einstieg ins HGV Geschäft zu. Man stelle sich grüne ICE Garnituren vor.

FlixSpeed... gefällt mir...

So wie es mal Siemens Dispolok gab für Mehrsystem-Cargoloks, so stelle ich mir einen ähnlichen Pool "Dispospeed" vor von Renntriebwagen. Achtteilig, 200 m lang, 300 km/h vmax, Viersystem, Möglichkeit zum "double set", ETCS-fähig, durchschnittliche Ausstattung. Private Anbieter können hier dann Fahrzeugmaterial leasen. Es ist dann nur noch corporate Identity nötig und los geht's.
Würde mich nicht überraschen, wenn die Chinesen von CRRC das hinkriegen.

Die ETR1000 sind vom Aussehen her schon tolle Züge. Allerdings fand ich den AGV von Alstom auch super und finde es schade, dass er leider nur ein Exot bleibt und nur 25Stk. davon in Betrieb gingen.

Die ETR1000 stammen aus der Triebwagenfamilie Bombardier Zefiro. Auf diesem Blaudruck wurden die Triebwagenfamilien CRH1 Xinshisu und CRH380 Fuxing für China entwickelt.

Dass ist doch aber meines Wissens bei den Fluggesellschaften auch nicht viel anders.
Klar wäre cool, wenn es eine Website geben würde auf denen alle Züge und Anbieter drauf zu sehen sind.

Nicht nur cool, sondern entscheidend / ausschlaggebend.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

ES: Mailand-Marseille, private Rennzüge -> "Dispospeed"?

MartinN, Fricktal, Schweiz, Dienstag, 23.11.2021, 14:14 (vor 11 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo MartinN,

Hallo Oscar


Es fehlt noch Mailand-Genova-Marseille. Mailand-Pavia-Tortona ist für 160 km/h geeignet und viel schneller wird es dort vermutlich auch nicht.

Wobei dort ja die Po Ebene ist in Italien und zumindest geographisch nicht all zu grosse Hindernisse da wären

Zwischen Tortona-Genova soll eine Rennbahn kommen, weitestgehend in Tunneln.

Aber ist es da nicht dasselbe wie bei uns in der Schweiz mit Gotthard/Ceneri und Lüötschberg/Simplon? Diese Tunnel wurden ja in erster Linie für den Güterverkehr gebaut und um nicht all zu viele Trassen zu "fressen", hat man die Höchstgeschwindigkeit im Gotthard wie auch Lötschberg auf 200Km/h begrenzt.

Genova-Marseille: wünschenswert wäre auch hier eine reinrassige Rennbahn, aber die Landschaft ist auch hier nicht gerade einfach. Zudem kann man Imperia-Grenze schon mit 180 km/h befahren.

Ja allerdings, es ist schwierig und wahrscheinlich auch sehr kostenintensiv. Egal ob man mit dem Zug oder auf der Autobahnfährt 3/4 davon sind im Tunnel.
Man stelle sich grüne ICE Garnituren vor.


FlixSpeed... gefällt mir...

Ja mir auch


So wie es mal Siemens Dispolok gab für Mehrsystem-Cargoloks, so stelle ich mir einen ähnlichen Pool "Dispospeed" vor von Renntriebwagen. Achtteilig, 200 m lang, 300 km/h vmax, Viersystem, Möglichkeit zum "double set", ETCS-fähig, durchschnittliche Ausstattung. Private Anbieter können hier dann Fahrzeugmaterial leasen. Es ist dann nur noch corporate Identity nötig und los geht's.

Das ist in der Tat ein interessanter Gedanke und ja, nehmen wir mal den Zefiro:
-Bombardier hat ihn entwickelt und CRRC durfte ihn in Lizenz nachbauen. Also können die
Chinesen ihn auch bauen.
- Bombardier hat den ETR1000 mit Ansaldo Breda in Italien gebaut. Ansaldo Breda gehört nun Hitachi

Würde mich nicht überraschen, wenn die Chinesen von CRRC das hinkriegen.

Die ETR1000 sind vom Aussehen her schon tolle Züge. Allerdings fand ich den AGV von Alstom auch super und finde es schade, dass er leider nur ein Exot bleibt und nur 25Stk. davon in Betrieb gingen.


Die ETR1000 stammen aus der Triebwagenfamilie Bombardier Zefiro. Auf diesem Blaudruck wurden die Triebwagenfamilien CRH1 Xinshisu und CRH380 Fuxing für China entwickelt.

Dass ist doch aber meines Wissens bei den Fluggesellschaften auch nicht viel anders.
Klar wäre cool, wenn es eine Website geben würde auf denen alle Züge und Anbieter drauf zu sehen sind.


Nicht nur cool, sondern entscheidend / ausschlaggebend.


gruß,

Oscar (NL).

ES: Mailand-Marseille, private Rennzüge -> "Dispospeed"?

MartinN, Fricktal, Schweiz, Dienstag, 23.11.2021, 14:32 (vor 11 Tagen) @ MartinN

Hallo MartinN,

Hallo Oscar

Das ist in der Tat ein interessanter Gedanke und ja, nehmen wir mal den Zefiro:
-Bombardier hat ihn entwickelt und CRRC durfte ihn in Lizenz nachbauen. Also können die
Chinesen ihn auch bauen.
- Bombardier hat den ETR1000 mit Ansaldo Breda in Italien gebaut. Ansaldo Breda gehört nun
Hitachi, also können die Japaner ihn auch bauen.
-Bombardier gehört nun Alstom und somit können auch die Franzosen den schönen Zug bauen.
Somit hat man nicht nur einen guten Rennzug sondern gleich drei verschiedene Firmen die diesen identisch bauen können

Würde mich nicht überraschen, wenn die Chinesen von CRRC das hinkriegen.

Meinst Du aufgrund der Merhsystemfähigkeit?

Dass ist doch aber meines Wissens bei den Fluggesellschaften auch nicht viel anders.
Klar wäre cool, wenn es eine Website geben würde auf denen alle Züge und Anbieter drauf zu sehen sind.


Nicht nur cool, sondern entscheidend / ausschlaggebend.

Da hast Du recht, die Bahn kann ruhig mal einen Schritt vor den anderen sein.


gruß,

Oscar (NL).

Gruss
Martin

IT: Terzo Valico.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 23.11.2021, 15:35 (vor 11 Tagen) @ MartinN

Hallo MartinN,

Es fehlt noch Mailand-Genova-Marseille. Mailand-Pavia-Tortona ist für 160 km/h geeignet und viel schneller wird es dort vermutlich auch nicht.

Wobei dort ja die Po Ebene ist in Italien und zumindest geographisch nicht all zu grosse Hindernisse da wären.

Vermutlich stehen die Kosten nicht im Verhältnis zum Nutzen. Genova ist Ende der Strecke, man hat ab dort die Wahl zwischen Novara (Güter) und Mailand/Turin (Personen). Die Strecken verzweigen sich bei Serravalle Scrivia.
a. Nach Turin ist die Strecke via Alessandria schon für 150-180 km/h ausgebaut.
b. Nach Novara gibt es eine gut ausgebaute Cargobahn via Alessandria und Valenza.
c. Nach Mailand ist die Bestandsstrecke für 160 km/h ausgebaut.

Klar könnte man für c. eine Rennbahn bauen, mit Ausfahrten bei Pavia für Frecciabianca/IC (immerhin Provinzhauptstadt mit 72.000 Einwohnern). Der Frecciarossa/Frecciargento könnte Mailand-Genova nonstop fahren. Nun hat diese Strecke offenbar nur wenig Potential in Vergleich zu Mailand-Venedig oder Mailand-Rom.

Zwischen Tortona-Genova soll eine Rennbahn kommen, weitestgehend in Tunneln.

Aber ist es da nicht dasselbe wie bei uns in der Schweiz mit Gotthard/Ceneri und Lüötschberg/Simplon?

Nicht ganz. Heute schon gibt es zwei Strecken Genova-Serravalle nebeneinander. Die eine ist kurvenreich und mit der alten Gotthardstrecke vergleichbar. Die andere ist entschärft und hat einige 150 km/h Abschnitte.
Wenn die Rennbahn in Betrieb geht, werden die Fernzüge, die jetzt noch via ABS fahren, diese befahren; nachts verkehren dort Cargos. Die restlichen Cargos befahren die ABS (da sind ja Trassen frei geworden). Über die Altstrecke fahren nach wie vor die Regios.
Heisst also, dass man die neue Tunnelbahn weitestgehend als reinrassige 250 km/h Rennbahn betreiben kann.

Ich nehme mal an, dass die Fernzüge Mailand-Marseille dann nicht mehr in Genova Piazza Principe halten, sondern in Genova Voltri (Stadtmitte ereichbar per S-Bahn). In GE-P.P. dann nur die Züge die dort enden sowie Züge die Richtung La Spezia und Livorno weiterfahren.

Genova-Marseille: wünschenswert wäre auch hier eine reinrassige Rennbahn, aber die Landschaft ist auch hier nicht gerade einfach. Zudem kann man Imperia-Grenze schon mit 180 km/h befahren.

Ja allerdings, es ist schwierig und wahrscheinlich auch sehr kostenintensiv. Egal ob man mit dem Zug oder auf der Autobahn fährt 3/4 davon sind im Tunnel.

Bis Cannes ist die Landschaft zu schwierig und zu dicht besiedelt. Von Cannes aus könnte man eine Schienen-A8 bauen via Les Arcs-Draguignan nach Aix-en-Provence; eine abgespeckte LGV PACA. Leider lässt man dann die westliche Côte d'Azur aus (St. Raphaël-Valescure, Hyères, Toulon). Gut, dafür kann man dann ein IC-Produkt Cannes-Marseille anbieten; muss nicht unbedingt Highspeed sein.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

FlixMobility

Norddeich, Dienstag, 23.11.2021, 14:57 (vor 11 Tagen) @ MartinN
bearbeitet von Norddeich, Dienstag, 23.11.2021, 14:58

Zu guter Letzt traue ich auch Flixtrain den Einstieg ins HGV Geschäft zu. Man stelle sich grüne ICE Garnituren vor.

Ist FlixMobility nicht dieses Unternehmen, dass nur einen einzigen Bus und keinen einzigen Zug selbst besitzt oder betreibt? Demnach müsste Flix einen Risikoinvestor finden, der erst Hochgeschwindigkeitszüge auf eigene Rechnung kauft/least/mietet und dann auch noch Lizenzgebühren dafür zahlen will, ein Flix-Logo an den Zug zu kleben und für jedes Ticket eine Provision an Flix zu zahlen. Wer könnte das warum tun wollen?
(In Deutschland ist Flixbus eindeutig Marktführer im Fernbussegment, in Spanien nicht.)

FlixMobility

EK-Wagendienst, Münster, Dienstag, 23.11.2021, 15:14 (vor 11 Tagen) @ Norddeich

Zu guter Letzt traue ich auch Flixtrain den Einstieg ins HGV Geschäft zu. Man stelle sich grüne ICE Garnituren vor.


Ist FlixMobility nicht dieses Unternehmen, dass nur einen einzigen Bus und keinen einzigen Zug selbst besitzt oder betreibt?

Da gibt es heute einige Unternehmen im Nahverkehr, die auch keine eigene Züge besitzen.
Die ganzen neuen Wagen sind aber von Flix geleast, wo ist da der Unterschied.

--
Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.

FlixMobility

Norddeich, Dienstag, 23.11.2021, 15:17 (vor 11 Tagen) @ EK-Wagendienst
bearbeitet von Norddeich, Dienstag, 23.11.2021, 15:18

Die ganzen neuen Wagen sind aber von Flix geleast, wo ist da der Unterschied.

Das ist interessant. Wer trägt dort das wirtschaftliche Risiko?

https://railpool.de/railpool-ist-finanzierungspartner-fuer-die-neu-erworbenen-wagen/

ES: neues Bahnprodukt "Iryo" -> Konkurrenz?

M-AG, Dienstag, 23.11.2021, 19:52 (vor 11 Tagen) @ MartinN

Interessant finde ich auch, wie nun verschiedene Bahngesellschaften sich auf Spanien stürzen. Klar, Spanien besitzt das neueste und auch grösste HGV Netz von Europa und hat von dem her wirklich potenzial die Inlandfliegerei komplett einzustellen. Sobald die HGV Richtung Paris in Frankreich durchgehend ist und die Linie am Meer nach Italien, wird er wohl auch auf dieser Strecke zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten zum Flugzeug.

Gab es nicht eine Art "Ausschreibung" (oder wie auch immer dies nennt) von ADIF dem Infrastrukturbetreiber, wo Renfe den Zuschlag für den größten Teil der Trassen bekommen hat und Trenitalia/AirNostrum den 2. Packet bekamen und die SNCF den 3. Packet und den kleineren. Deshalb glaub ich gibt es dort (oder wird es) so viele Bahngesellschaften geben. Bei 3 Gesellschaften frage ich mich auch ob es fast zu viel ist?

Obwohl ist das nicht schon heute in Tschechien der Fall mit CD, Regiojet und LeoExpress? In Schweden SJ, MTR, Snaltaget, Flixtrain (zwar nicht alle auf der selben Strecke), aber auch auf manchen Strecken in Italien wie z.B. Bozen-Verona-Bologna oder Verona-Venezia wo Trenitalia und .italo noch mit DB-ÖBB konkurrieren (obwohl die Tickets der DB-ÖBB ECs auch von Trenitalia verkauft werden).

Auch gespannt bin ich ob Iryo mitmachen wird bei Interrail (OuiGo nicht) und nachdem Renfe alles noch komplizierter gemacht hat (da ist sogar Trenitalia besser als RENFE), wäre wunschenswert wenn man bei Iryo direkt buchen kann oder über interrail.eu oder über die DB.

Potentieller HGV Spanien - Italien

lokuloi, Freitag, 26.11.2021, 20:53 (vor 8 Tagen) @ MartinN

Das wäre dann denke ich, wirklich übertrieben. Interessant finde ich auch, wie nun verschiedene Bahngesellschaften sich auf Spanien stürzen. Klar, Spanien besitzt das neueste und auch grösste HGV Netz von Europa und hat von dem her wirklich potenzial die Inlandfliegerei komplett einzustellen. Sobald die HGV Richtung Paris in Frankreich durchgehend ist und die Linie am Meer nach Italien, wird er wohl auch auf dieser Strecke zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten zum Flugzeug.

Der potentielle Frecciarossa Milano - Barcelona wird eher nicht am Meer entlang, sondern durch den Berg hindurch fahren: Über Torino, den Mont-Cenis-Basistunnel und zumindest an Lyon vorbei.

Die Strecke ist (inzwischen?) auch Bestandteil des entsprechenden TEN-Korridors, wie die entsprechende Grafik auf der Tetl-Homepage zeigt: https://www.telt-sas.com/wp-content/uploads/2020/04/SchematicA0_EUcorridor_map-scaled.jpg

Das ist dann auch fast durchgehend von Milano bis Barcelona Neubaustrecke, wenn auch im Bereich zwischen Turin und Lyon nicht überall für Hochgeschwindigkeit. Kleiner Nachteil der Strecke: sie lässt auch Marseille links liegen.

Zur Strecke am Meer entlang: Ich meine demletzt erst gelesen zu haben, dass in Frankreich eine LGV von Marseille nach Nizza zunächst einmal nicht weiter verfolgt wird. Für Nizza - Ventimiglia gab es nie Planungen, oder? Alein das kostet ca. eine 3/4-Stunde. Und zwischen Ventimiglia und Genova wurde zwar viel neu trassiert, aber die Reisegeschwindigkeit liegt hier trotzdem weiterhin unter 100 km/h.

Kurzum: Über den Mont-Cenis-Basistunnel wird es schneller gehen.

Ciao, Uli

Potentieller HGV Spanien - Italien

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 29.11.2021, 09:00 (vor 5 Tagen) @ lokuloi

Hallo lokuloi,

Der potentielle Frecciarossa Milano - Barcelona wird eher nicht am Meer entlang, sondern durch den Berg hindurch fahren: Über Torino, den Mont-Cenis-Basistunnel und zumindest an Lyon vorbei.

Die Strecke ist (inzwischen?) auch Bestandteil des entsprechenden TEN-Korridors, wie die entsprechende Grafik auf der Tetl-Homepage zeigt: https://www.telt-sas.com/wp-content/uploads/2020/04/SchematicA0_EUcorridor_map-scaled.jpg

Das ist dann auch fast durchgehend von Milano bis Barcelona Neubaustrecke, wenn auch im Bereich zwischen Turin und Lyon nicht überall für Hochgeschwindigkeit. Kleiner Nachteil der Strecke: sie lässt auch Marseille links liegen.

Das sehe ich nicht unbedingt als Nachteil. Es wird eher so sein, dass die Relationen Mailand-Lyon(-Paris), Mailand-Barcelona und Mailand-Marseille jeweils ihre eigene Züge bekommen.
Wenn man von Mailand kommend die LGV Sud-Est erreicht, kommt man nicht an einem Lyoner Bahnhof vorbei (St. Exupéry liegt zu nördlich) und der HGV-Dreieck Avignon liegt nördlich von Avignon TGV.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Potentieller HGV Spanien - Italien

lokuloi, Montag, 29.11.2021, 20:34 (vor 5 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo lokuloi,

Der potentielle Frecciarossa Milano - Barcelona wird eher nicht am Meer entlang, sondern durch den Berg hindurch fahren: Über Torino, den Mont-Cenis-Basistunnel und zumindest an Lyon vorbei.

Die Strecke ist (inzwischen?) auch Bestandteil des entsprechenden TEN-Korridors, wie die entsprechende Grafik auf der Tetl-Homepage zeigt: https://www.telt-sas.com/wp-content/uploads/2020/04/SchematicA0_EUcorridor_map-scaled.jpg

Das ist dann auch fast durchgehend von Milano bis Barcelona Neubaustrecke, wenn auch im Bereich zwischen Turin und Lyon nicht überall für Hochgeschwindigkeit. Kleiner Nachteil der Strecke: sie lässt auch Marseille links liegen.


Das sehe ich nicht unbedingt als Nachteil. Es wird eher so sein, dass die Relationen Mailand-Lyon(-Paris), Mailand-Barcelona und Mailand-Marseille jeweils ihre eigene Züge bekommen.

Ob hier das Potential für alle drei Relationen ausreicht, wird man sehen. Ich fände es schon gut wenn entweder Marseille oder Barcelona direkt von Mailand und Turin aus angefahren wird. Der Hauptanteil wird schon Richtung Paris und Lyon selbst gehen. Vielleicht auch noch weiter Richtung Norden nach Brüssel oder Amsterdam (!) ;-). Nur Nebenbei bermerkt: Amsterdam - Mailand wäre dann fast komplett Schnellfahrstrecke auf dieser Route.

Wenn man von Mailand kommend die LGV Sud-Est erreicht, kommt man nicht an einem Lyoner Bahnhof vorbei (St. Exupéry liegt zu nördlich) und der HGV-Dreieck Avignon liegt nördlich von Avignon TGV.


Gibt es dazu überhaupt schon Informationen, Planungen oder gar Entscheidungen, ob es eine direkte Anbindung Richtung Süden an die LGV geben wird? Muss man vielleicht nicht ohnehin nach Lyon hineinfahren, wenden und wieder zurück nach Süden fahren, wenn man aus Richtung Mont-Cenis in Richtung Mittelmeer will?


gruß,

Oscar (NL).

Ciao,
Uli

Potentieller HGV Spanien - Italien

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 29.11.2021, 21:22 (vor 4 Tagen) @ lokuloi

Hallo lokuloi,

Es wird eher so sein, dass die Relationen Mailand-Lyon(-Paris), Mailand-Barcelona und Mailand-Marseille jeweils ihre eigene Züge bekommen.

Ob hier das Potential für alle drei Relationen ausreicht, wird man sehen. Ich fände es schon gut wenn entweder Marseille oder Barcelona direkt von Mailand und Turin aus angefahren wird. Der Hauptanteil wird schon Richtung Paris und Lyon selbst gehen. Vielleicht auch noch weiter Richtung Norden nach Brüssel oder Amsterdam (!) ;-). Nur Nebenbei bermerkt: Amsterdam - Mailand wäre dann fast komplett Schnellfahrstrecke auf dieser Route.

Bis auf die Zulaufstrecken zum Mont'Ambin Base Tunnel, die Strecke Brüssel-Antwerpen und die Stadtgebiete von Rotterdam und Amsterdam. Aber ansonsten komplett Rennbahn.

Wenn man von Mailand kommend die LGV Sud-Est erreicht, kommt man nicht an einem Lyoner Bahnhof vorbei (St. Exupéry liegt zu nördlich) und der HGV-Dreieck Avignon liegt nördlich von Avignon TGV.

Gibt es dazu überhaupt schon Informationen, Planungen oder gar Entscheidungen, ob es eine direkte Anbindung Richtung Süden an die LGV geben wird?

Auf openrailwaymap.org ist eine Verbindungskurve südöstlich von Lyon sichtbar, aber...

Muss man vielleicht nicht ohnehin nach Lyon hineinfahren, wenden und wieder zurück nach Süden fahren, wenn man aus Richtung Mont-Cenis in Richtung Mittelmeer will?

...auf der Wikiseite finde ich sie nicht. Die Rennzüge werden übrigens via Chambéry fahren und nicht via die Tunnelbahn (das ist eine Cargobahn).


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Potentieller HGV Spanien - Italien

lokuloi, Dienstag, 30.11.2021, 21:25 (vor 3 Tagen) @ Oscar (NL)

Gibt es dazu überhaupt schon Informationen, Planungen oder gar Entscheidungen, ob es eine direkte Anbindung Richtung Süden an die LGV geben wird?


Auf openrailwaymap.org ist eine Verbindungskurve südöstlich von Lyon sichtbar, aber...

Echt? Ich sehe da nichts. Eine Möglichkeit wäre noch von Montmellian über Grenoble nach Valence zu fahren. Dort gibt es eine Verbindungskurve auf die LGV. Sollte inzwischen auch durchgehend erlektrifiziert sein.


Oscar (NL).

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