JP: Testfahrt führerloser E7-Shinkansen. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 19.11.2021, 19:34 (vor 13 Tagen)

Hallo ICE-Fans,

es sieht so aus, für die Zukunft des Hochgeschwindigkeitsverkehrs müssen wir nach Asien.
In Japan hat ein E7-Triebwagen einige Minuten ferngesteuert auf der Joetsu Shinkansen gefahren.
Es war noch nicht mit Vollgas, aber 100 km/h ist ein Anfang. Video dazu.

Without a human driver at the controls, a Shinkansen bullet train began pulling out of the deadly quiet JR Niigata Station at 1:50 a.m. on Nov. 17 and soon reached a speed of 100 kph.

Der Test war ein Erfolg, aber es kann besser. Zukünftige Testfahrten sollen bei 200 km/h stattfinden.

Auch RT berichtet:

The trial saw the 12-car E7-series bullet train, which was remotely piloted from a control centre, operated in automatic mode without any physical intervention.
The train travelled for nearly 5km from Niigata Station on the Joetsu Shinkansen line, nearing the expected top speed of 110km/h.

Mal sehen, wie sich das entwickelt.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

JP: Testfahrt führerloser E7-Shinkansen.

101-Fan, Köln, Freitag, 19.11.2021, 19:39 (vor 13 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo ICE-Fans,

es sieht so aus, für die Zukunft des Hochgeschwindigkeitsverkehrs müssen wir nach Asien.

Ganz ehrlich? Wenn das die Zukunft ist, dann hoffe ich, dass diese Zukunft hier in Deutschland noch sehr lange auf sich warten lässt. Ich kann mich irgendwie nicht mit Zügen ohne Lokführer anfreunden. Es ist für mich sowieso befremdlich, dass es überall anonymer wird. Bei der Bank steht nur noch ein Automat, in Supermärkten gibt es auch schon Selbstbedienungskassen. Irgendwie bin ich da kein Fan von...

--
Es grüsst aus Köln
Markus

Volle Zustimmung!

ICETreffErfurt, Eisenach, Samstag, 20.11.2021, 13:31 (vor 12 Tagen) @ 101-Fan

- kein Text -

Anderer möglicher Anwendungsfall

Re 8/12, Winterthur, Samstag, 20.11.2021, 17:06 (vor 12 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Re 8/12, Samstag, 20.11.2021, 17:07

Bei Fernverkehrszügen mit Grössenordnung 200 bis gegen 1000 Reisenden fällt die Einparung eines Lokführers wirtschaftlich nicht gross ins Gewicht. Zu überlegen wäre, ob dieser, zwar noch im Zug anwesend, zeitweise andere Aufgaben übernehmen könnte.

Eine interessante Anwendung dieser Technologie sähe ich z.B. für folgenden Fall: In Basel könnten S-Bahn-Züge von Frick, Olten oder Delémont via Basel SBB und Basel Bad.Bf. Richtung Wiesental und Hochrhein durchgebunden werden. Beim aktuellen Ausbauzustand der Infrastruktur müsste dabei in beiden Basler Bahnhöfen die Richtung gewechselt werden. Die Trasse der dazwischen liegende 'Verbindungsbahn' ist praktisch auf ganzer Länge nur schwer von aussen zugänglich und könnte sehr gut mit technischen Mitteln überwacht werden. Ergo könnte der Lokführer hier ohne weiteres im hinteren Führerstand sitzenbleiben und z.B. per Video die vorausliegende Strecke überwachen. Dies würde kurze Wendezeiten und einen effizienten S-Bahn-Betrieb ohne milliardenteure Infrastrukturausbauten ermöglichen.

--
[image]

Grober Blick auf die Kostenarten

Elefant01, Samstag, 20.11.2021, 21:57 (vor 12 Tagen) @ Re 8/12

Guten Abend,

Die Kosten für den Lokführer mögen zwar im Vergleich zu den Kosten für das Fahrzeug gering sein, sie sind aber Fixkosten, die immer auftreten, egal wie viele Fahrgäste im Fahrzeug sitzen.
Erfahrungsgemäß scheut ein Betriebswirtschaftler Fixkosten wie der Teufel das Weihwasser. Wenn also der Lokführer mit technischen Mitteln ersetzt werden kann so wird er ersetzt werden. Wenn die Bahn zusätzlich noch die technischen Mittel in einer Form einkaufen kann, bei der sie diese als variable Kosten rechnen kann, also solche die nur anfallen, wenn man sie nutzt, dann wird das vermutlich sehr schnell umgesetzt.

Man könnte also vermuten, dass eine ausgegliederte Infrastrukturgesellschaft, die diesen Dienst leisten könnte, zur Beschleunigung der Digitalisierung, mithin des Ersatzes der Lokführer durch Computer und Software, führen wird.

Andererseits ist es vermutlich auch so, dass dies die Voraussetzung für diese Entwicklung sein wird, es kann ja schließlich nicht jedes EVU eine eigene digitale Lösung vorhalten.

Es gibt aber m.E. in diesem Zusammenhang
noch einen anderen, wichtigeren Aspekt. Dies ist die Verfügbarkeit von Lokführer. Man darf sicher davon ausgehen, dass es in kurzer Zeit nicht mehr genügend Lokführer geben wird. Eine alternative Lösung, volldigital oder mit Überwachung mehrerer Züge durch einen Fernsteuernden, ist wohl auch deshalb nur eine Frage der Zeit.

Schönen Abend allen.

Elefant01

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum