EU: 2021, das europäische Jahr der Entgleisung...? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 19.11.2021, 13:51 (vor 19 Tagen)

Hallo ICE-Fans,

die EU hatte Anfang 2021 das Jahr als "European Year Of Rail" benannt.
Nachdem man diesen Artikel gelesen hat, würde man eher von einem "European Year Of Derailment" sprechen.

Gut, man muss nicht unbedingt erwarten, dass in einem Jahr eine Revolution stattfindet (lies: umwerfend viel ändert). Wir sind ja nicht in China, wo in einem Jahr 3000 km an Rennbahnen gebaut wird, plus eine ähnliche Kilometerzahl an hochleistungsfähigen Cargobahnen.
Andererseits: wenn man sich auf das übliche Gejammer wie im Artikel beschränkt, wird sich auch nicht viel ändern.

what was meant as a PR coup revealed the weaknesses of the system, which is more a patchwork than a network: almost all 26 national borders saw a complete halt of the Express. Altogether, 55 locomotives were involved in pulling three different sets of trains, because nothing fits together in the European railways.

Ja, der CEE brauchte 55 unterschiedliche Lokomotiven und 3 Wagengarnituren. Ja, der Zug war bei jeder Staats- und Systemgrenze zum Stehen gekommen. Diese Fakten waren aber schon bekannt bevor der Zug einen Meter gefahren hatte.

Statt "what did we find" würde ich lieber eine Liste sehen "how can we do this better".
Vielleicht können wir hier zusammen mal anfangen...?
Soll ich mal Vorbild zeigen?

+ Diesellücken im TEN-T Cargonetz elektrifizieren.
+ einheitliches Buchungsverfahren. Kauf einer Fahrkarte Eindhoven-Koblenz sollte nicht schwerer sein als Eindhoven-Groningen.
+ lieber mehr Züge als mehr Strecken (also vorhandene Strecken optimal benutzen, nicht maximal)
+ lieber besser beschleunigen als höhere vmax
+ Langsamfahrstellen beseitigen
+ durchgehende Doppelspur auf Hauptachsen; Eingleisigkeit (Münster-Lünen) soll nicht sein
+ gravierende Lücken im Rennbahnnetz schliessen, z.B. Würzburg-Nürnberg, Köln-Utrecht, Aachen-Düren, Genova-Marseille
+ TEE 2.0 als neue europaweite Premiummarke für alle


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

EU: einheitliches Buchungsverfahren über alles.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 19.11.2021, 15:17 (vor 19 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo ICE-Fans,

als Nachtrag fand ich diesen Artikel.
Egal ob die Reise schnell oder langsam ist, wenn man drei Webseiten besuchen und genauso viele Fremdsprachen verstehen muss um eine Fahrkarte zu erwerben, wird auch die allerschnellste Rennbahn nichts bringen.
Also zuerst mal ein einheitliches Buchungsverfahren. Etwas was die Airlines schon dekadenlang haben.

Zudem Video des vorherigen Artikels.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

EU: einheitliches Buchungsverfahren über alles.

amtrak, Freitag, 19.11.2021, 22:34 (vor 19 Tagen) @ Oscar (NL)

Richtiges Fazit in diesem Artikel! Eine Lösung, um die komplizierten Buchungssysteme zu umgehen, war Interrail. Wenn man nun im eurail/interrail-Community-Forum lest, wie schwierig es ist, in Italien, Frankreich (schwer)und Spanien (unmöglich) Plätze vorher online zu buchen………….ein Trauerspiel! Wie kompliziert sind internationale Bahnreisen!

EU: einheitliches Buchungsverfahren über alles.

JeDi, überall und nirgendwo, Sonntag, 21.11.2021, 07:20 (vor 18 Tagen) @ amtrak

Ein wirkliches Problem ist nur Frankreich. Italien und Spanien sind im Reisezentrum problemlos buchbar - und das war zu Hochzeiten von Interrail ja auch nicht anders.

--
Weg mit dem 4744!

EU: einheitliches Buchungsverfahren über alles.

Altmann, Sonntag, 21.11.2021, 09:12 (vor 18 Tagen) @ JeDi

Italien und Spanien sind im Reisezentrum problemlos buchbar

Super, das ist Kundenservice! Ich muss also nur 70 km ins nächste Reisezentrum fahren, mich dort ne halbe Stunde anstellen, und danach wieder 70 km heim fahren, wenn ich nen Sitzplatz reserviert haben will (und das Geld für die 140 km Bahnfahrt freut Bahnens sicher auch).

Trotzdem frag ich mich, ob man in unseren fortschrittlichen Zeiten nicht auch eine andere Art des Vertriebs finden könnte. Wie wäre es, wenn Bahnens sich fortschrittlich zeigen, und man die Reservierung z.B. per Fax tätigen kann? Ich hoffe, Bahnens arbeiten bereits daran!?

EU: einheitliches Buchungsverfahren über alles.

EK-Wagendienst, Münster, Sonntag, 21.11.2021, 09:26 (vor 18 Tagen) @ Altmann

Italien und Spanien sind im Reisezentrum problemlos buchbar


Super, das ist Kundenservice! Ich muss also nur 70 km ins nächste Reisezentrum fahren, mich dort ne halbe Stunde anstellen, und danach wieder 70 km heim fahren, wenn ich nen Sitzplatz reserviert haben will (und das Geld für die 140 km Bahnfahrt freut Bahnens sicher auch).

Trotzdem frag ich mich, ob man in unseren fortschrittlichen Zeiten nicht auch eine andere Art des Vertriebs finden könnte. Wie wäre es, wenn Bahnens sich fortschrittlich zeigen, und man die Reservierung z.B. per Fax tätigen kann? Ich hoffe, Bahnens arbeiten bereits daran!?

Per Fax, das ist dann der ultimative Fortschritt!

Die Franzosen wollen halt einiges an Daten haben, was den Schalterverkauf erschwert.
Aber das was man in Frankreich am Automaten eingibt, muss auch über das Internet gehen.
Bei mir war eine Automatenfahrkarte nicht elektronisch nicht zu lesen, nach Eingabe des Reservierungscode, (6 Buchstaben) wurde nach dem Geburtsdatum gefragt, was sie dann auf ihrem gerät wohl sehen konnten.
ich hole mir meine Reservierungen der SNCF bei einer Fahrt davor, bzw. von Bekannten in Frankreich lasse ich sie mir am Automaten buchen.
Ein Vorteil ist das nicht so viele lang im voraus buchen, und damit Plätze zum Grundpreis erhältlich sind.
Aber es ist schon behindert, dass immer mehr Züge einen Aufpreis verlangen, der höher ist als die Reservierungsgebühr.
Ferner wollen sie gesichert einen Teil von Einnahmen haben, gerade die Länder wo viel mit Interrail gefahren wird, haben diese ja.

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Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.

EU: einheitliches Buchungsverfahren über alles.

M-AG, Sonntag, 21.11.2021, 10:02 (vor 18 Tagen) @ JeDi

Ein wirkliches Problem ist nur Frankreich. Italien und Spanien sind im Reisezentrum problemlos buchbar - und das war zu Hochzeiten von Interrail ja auch nicht anders.

Bei Spanien wäre ich nicht mehr ganz so sicher
-> Interrail.eu darf keine Reservierungen mehr für Spanien anbieten, weil RENFE es nicht mehr zulässt. Ob die DB weiter Reservierungen ausstellen darf?

EU: einheitliches Buchungsverfahren über alles.

MartinN, Fricktal, Schweiz, Montag, 22.11.2021, 07:40 (vor 17 Tagen) @ M-AG

Hallo zusammen
Ja, es ist ein totales Trauerspiel. Da führte man ETCS ein um den europäischen Bahnverkehr zu harmonisieren und was machen die verschiedenen Bahngesellschaften? Sie verbiegen das ETCS so, dass es nun ETCS für jedes einzelne Land gibt. Mit ETCS wurde alles nur noch komplizierter. Die Betonköpfe in den oberen Etagen der verschiedenen Bahngesellschaften müssen endlich weg und damit auch dieses Kleingärtchendenken der Bahnen endlich beerdigen. Auf Linien auf denen schon seit Jahren internationaler Eisenbahnverkehr herrscht ist das länderspezifische ETCS durch ein internationales zu ersetzen.
Dies ist der Weg und nur so gehts.

EU: mangelnde Internationalisierung (Sammelantwort).

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 22.11.2021, 10:12 (vor 17 Tagen) @ amtrak

amtrak:

Richtiges Fazit in diesem Artikel!

Vor allem dieser Passus "gefällt" mir:

"So the only place you will get a €19 ticket from Budapest to Zagreb is the Hungarian railways website mavCSOport.hu. It rolls off everyone's tongue, of course. A household name... not."
Instead, consumers have to turn to niche travel agencies or to train nerds such as Smith, who shares the best routes on his travel website for free.

"Smith" ist der Mann von Sitzplatz einundsechzig.
Es ist kaum vorzustellen, aber im TEE-Zeitalter hatte man die Materie besser verstanden. Mit dem System, das eine Fahrkarte Amsterdam-München für Jan organisierte, organisierte man eine Fahrkarte München-Amsterdam für Otto, Zürich-Den Haag für Roger, Paris-Groningen für Jean-Pierre und Mailand-Rotterdam für Giancarlo.
Ich erinnere mich 1989, als ich meine erste internationale Fahrkarte kaufte. Das ging damals noch per Fernsprecheranruf (die deutsche Sprache war damals noch nicht mit Leihwörtern wie Telefon verunziert). Am Reisetag meldete ich mich beim Bahnhof Helmond (der damals noch sowas wie einen Schalter hatte), identifizierte mich mit meinem Passport und sagte dass ich kam, um meine Fahrkarte nach Rovereto(IT) abzuholen. Intercity bis Köln, danach Dolomitenexpress mit zwei Stunden Übergang. Ein paar Minuten später war ich zwar einen dreistelligen Betrag an NLG armer, aber eine internationale Bahnfahrkarte reicher.

Damals gab es noch kein Internet, keine Email, keine Handys. Aber es gab ein staatenübergreifendes System! Und dann war es egal ob der gebuchte Platz in einem IC, EC, TGV, D-Zug oder Nachtzug war (ICE gab es noch nicht).
Oh Ironie: jetzt versucht man mit einem "TEE 2.0" diese guten alten Langstreckenverbindungen neuzuerleben. Ich sehe allerdings lieber, dass sowas wie Railscanner kommt, so wie es Skyscanner für die Airlines gibt. Der Umstieg in Madrid für meine Reise Amsterdam-Lissabon nehme ich in Kauf.

Eine Lösung, um die komplizierten Buchungssysteme zu umgehen, war Interrail.

Wenn auch nur teilweise. Der Geschäftsmann, der Amsterdam-Strasburg reist, wird sicher und wohl kein Interrail kaufen.

Wenn man nun im eurail/interrail-Community-Forum lest, wie schwierig es ist, in IT/ES/FR Plätze vorher online zu buchen...

Problem durfte eher sein, dass sehr viele (zuviele?) Züge reservierungspflichtig sind. Nicht nur Frecciarossa, AVE und TGV aber auch der italienische IC der auf der dortigen Fernverkehrsrangliste ganz unten steht. Dass man mit Interrail nicht in den TGVs kommt, wäre noch zu verkraften, wenn man dafür dann in die Intercités kommt (2007 war das noch Corail). Zudem hat man in den Intercités doch etwas mehr Landschafts- und Bahnerlebnis als im TGV.

Altmann:

Trotzdem frag ich mich, ob man in unseren fortschrittlichen Zeiten nicht auch eine andere Art des Vertriebs finden könnte. Wie wäre es, wenn Bahnens sich fortschrittlich zeigen, und man die Reservierung z.B. per Fax tätigen kann? Ich hoffe, Bahnens arbeiten bereits daran!?

Es gab mal (gibt immer noch?) Railteam. S.i.w. sogar eine NL-Initiative. Da waren alle nationale FV-Produkte (ICE, TGV, AVE, PKP/CD/SBB-IC, railjet, Frecce), EC, Thalys, eurostar und ICE International drin. Es galt das Verfahren HOTNAT (Hop On The Next Available Train). Sollte man im Falle München-Brüssel in Köln den ICE-Anschluss verpasst haben, durfte man auch Thalys fahren.
Nun stammte das ganze aus der Zeit als es noch keinen Privatfernverkehr (vor allem NTV a.k.a. .italo) und keine Billigbahn (Ouigo, izy, AvLo, EVA usw.) gab.

MartinN:

Da führte man ETCS ein um den europäischen Bahnverkehr zu harmonisieren und was machen die verschiedenen Bahngesellschaften? Sie verbiegen das ETCS so, dass es nun ETCS für jedes einzelne Land gibt.

Das sind s.i.w. nicht (nur) die Bahngesellschaften, die das machen. Hier in NL gibt es drei unterschiedliche Dialekte des ETCS Level 2: eine für die Betuweroute, eine für die HSL-Zuid und eine für Amsterdam-Utrecht. Grund für dieses Ergebnis: es waren drei unterschiedliche Projekte und es haben drei unterschiedliche Konsortien von Unternehmen jeweils eine Ausschreibung gewonnen.

Die Betonköpfe in den oberen Etagen der verschiedenen Bahngesellschaften müssen endlich weg und damit auch dieses Kleingärtchendenken der Bahnen endlich beerdigen. Auf Linien auf denen schon seit Jahren internationaler Eisenbahnverkehr herrscht ist das länderspezifische ETCS durch ein internationales zu ersetzen.

Definiere "international". Das kann hier in NL die HSL-Zuid nach Brüssel sein oder Amsterdam/Maasvlakte-Zevenaar-Deutschland, aber auch die grenzüberschreitende Bummelbahn Heerlen-Aachen.
Die EU definiert "Magistralen". Das sind aber Bündlungen von Strecken. Bei Rotterdam-Genova ist im Personenverkehr z.B. die Rennbahn K-F gemeint und im Güterverkehr die Links- und Rechtsrheinische. Hinzu kommen Umleiterstrecken, bei uns in NL die Brabantroute (Kijfhoek-Breda-Venlo-Köln) versus die Betuweroute. Nun liegt auf der Betuweroute ETCS Level 2, auf der Brabantroute nicht. Heisst also, wenn die Betuweroute gesperrt ist, braucht ein Güterzug theoretisch eine andere Lok. In der Praxis ist es selbstverständlich so, dass eine ETCS-Maschine mit ATB zurechtkommt, wenn sie das zugehörige Übersetzungsmodul hat. Allerdings steht sowas das Wunschverfahren "ETCS only" im Wege.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

EU: mangelnde Internationalisierung (Sammelantwort).

MartinN, Fricktal, Schweiz, Montag, 22.11.2021, 11:50 (vor 17 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo Oscar

Definiere "internatio"nal
gruß,

Oscar (NL).

Da ich aus der Schweiz bin nehme ich jetzt nur Linien von oder in die Schweiz.
Strecken wären da bei mir im Nord-Südverkehr die Rheintalbahn nach Basel, die Gäubahn Stuttgart-Zürich(was da abgeht ist ja ein Trauerspiel sondergleichen wo sich DB und auch die SBB sowas von schämen müssen).
Die beiden Grenzübergänge nach Italien. Also die Gotthard-Ceneri-Chiasso-Mailandroute, die Gotthardroute über Luino(Güter-SBahnverkehr) nach Genua und die Simplon-Lötschbergroute nach Mailand/Genua.
Im Westen Richtung Frankreich die Strecken Basel-Moulhouse-Strassbourg/Dijon-Paris und Genf-Lyon-Paris.
Im Osten wäre es die Strecke Zürich-Wien und Zürich-München.
Auf solchen Strecken sollte so ein Europäisches ETCS zum Zuge kommen. So könnte man das länderspezifische ETCS noch in allen Ländern auf den restlichen Linien in Betrieb lassen und nach und nach durch die Basicversion ersetzen. So quasi als Angewöhnungszeit für alle und als Zeichen für Vertrauen, dass es auch mit anderen Systemen problemlos funktioniert.

EU: internationale Hauptstrecken

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 23.11.2021, 09:26 (vor 16 Tagen) @ MartinN

Hallo MartinN,

Danke für Deine Antwort.

Strecken wären da bei mir im Nord-Südverkehr die Rheintalbahn nach Basel, die Gäubahn Stuttgart-Zürich(was da abgeht ist ja ein Trauerspiel sondergleichen wo sich DB und auch die SBB sowas von schämen müssen).

Über die internationale Wert der Gäubahn kann man diskutieren. Die Hauptachse ist Karlsruhe-Basel und Stuttgart-Zürich eher eine Umleiterstrecke mit internationalem IC-Verkehr. Vergleichbar mit Hauptstrecke Amsterdam-Emmerich-Köln versus Umleiterstrecke Amsterdam-Eindhoven-Venlo-Köln. Auf letzterer Strecke findet ein ähnliches Trauerspiel statt. Die 50 km Eindhoven-Venlo sollte man bei vmax 160 km/h und nur Halt in Helmond in 30 Minuten fahren können, die 90 km Venlo-Köln in 50 Minuten. 1:20-1:25 sollten machbar sein, ohne "Raketenwissenschaft". Aktuell dauert die Reise 2:15.

Daher auch ziemlich provokativ mein Vorschlag einer Rennbahn Utrecht-Köln, südlich an Nijmegen und nördlich an Venlo vorbei (damit Eindhoven auch Anschluss hat). 1, 2. Die Emmerich-Strecke ist dann vor allem eine Güterbahn mit IC-Verkehr für Arnhem-Oberhausen (die schnelle Strecke Arnhem-Köln wäre dann via Nijmegen).

Die beiden Grenzübergänge nach Italien. Also die Gotthard-Ceneri-Chiasso-Mailandroute, die Gotthardroute über Luino(Güter-SBahnverkehr) nach Genua und die Simplon-Lötschbergroute nach Mailand/Genua.
Im Westen Richtung Frankreich die Strecken Basel-Moulhouse-Strassbourg/Dijon-Paris und Genf-Lyon-Paris.
Im Osten wäre es die Strecke Zürich-Wien und Zürich-München.

Auf solchen Strecken sollte so ein Europäisches ETCS zum Zuge kommen. So könnte man das länderspezifische ETCS noch in allen Ländern auf den restlichen Linien in Betrieb lassen und nach und nach durch die Basicversion ersetzen.

Wenn ich mich recht erinnere, hat die Schweiz national für Level 1 Limited Supervision entschieden, und international für Level 2. Level 2 sollte der internationale Standard sein.

Hier in NL gibt es aktuell nur drei richtigen internationalen Hauptachsen:

A. die HSL-Zuid (Amsterdam-Brüssel)
B. die Strecke via Emmerich (ICE aus Amsterdam, Betuweroute aus Rotterdam)
C. die Strecke Amsterdam-Berlin (und das auch noch deutlich weniger als A und B)

Nur A und B haben ETCS (Level 2), und das auch noch nur teilweise. Heisst also, dass auch bei Normalbetrieb eurostar, Thalys und ICE International mit ATB zurechtkommen müssen. Geschweige wenn A und B gesperrt sind; Umleiterstrecken wären:

a. Amsterdam-Den Haag-Dordrecht-Roosendaal-Antwerpen
b1. Amsterdam-Hilversum-Utrecht-Eindhoven-Venlo-Köln
b2. Rotterdam-Breda-Venlo-Köln

Hier sucht man ETCS vergeblich, und Vorhaben diese nachzurüsten, gibt es nicht. Vom Traumszenario "ETCS only" sind wir hier noch dekadenlang entfernt (NL ist Weltmeister in Endlosdiskussionen).

Oh Ironie: dafür gibt es auf dem Streckenabschnitt Lelystad-Zwolle ETCS obwohl diese Strecke keinen internationalen Bestandteil hat. Na gut, ich nehme an, dieses ETCS ist vor allem für Testzwecken da.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

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