AboUpgrade Teil 3: Mosel, Saar und linker Rhein [m55B] (Reiseberichte)

Math5D, Samstag, 09.10.2021, 15:47 (vor 8 Tagen)
bearbeitet von Math5D, Samstag, 09.10.2021, 15:48

Zweiter Samstag des AboUprgades, dritte Tour. Letztes Wochenende habe ich ja schon die meisten Strecken in der Nähe Aachens, die nicht in NRW liegen, abgearbeitet. Nun bietet sich eine etwas weitere Runde nach Trier an, die ich an sich schon länger mal vorhatte, wenn auch natürlich eigentlich über die Eifelstrecke. Die ist aber dicht, und so plane ich den RE1 von Koblenz nach Trier ein, auch wenn ich mit dem dieses Stück schonmal vor 10 Jahren gefahren bin - und wenn man in dem schonmal drinsitzt, kann man auch gleich auf einer für mich neuen Strecke über Saarbrücken bis Mannheim fahren. Klingt etwas verrückt, aber tatsächlich klappt diese Tour auf dem Papier recht locker trotz grauenvoll langer Umstiege auf der Rücktour, sodass ich sogar noch einen Abstecher einplane.

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01 Nachdem letzten Sonntag der RE8 ausgefallen war, nehme ich ihn heute. Dabei wird er an diesem Tag von Rommerskirchen kommend (warum auch immer der regelmäßig dort im Nirgendwo beginnt statt in Mönchengladbach) über Köln-Ehrenfeld, wo ich 21min Umstiegszeit auf ihn habe, Köln Süd und dann nach Porz umgeleitet. Die südliche Rheinquerung Kölns habe ich zwar auch schon zweimal mit dem RE9 genutzt, ist aber trotzdem jedes Mal wieder etwas Besonderes.

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02 Auch schleppt der Zug ca. 3min Verspätung die gesamte Strecke mit, was aber nicht schadet, da ich in Koblenz genug Zeit habe. Hinten steht noch der luxemburgische IC nach Düsseldorf, der eigentlich abfahren sollte, aber schon mit +5 im RIS steht.

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03 Kurzer Schwenk zur RB27, die derzeit von Norden den Bahnhof anfährt und dabei im Stumpfgleis in der Mitte des Bahnsteigs hält.

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04 Von gegenüber kann man allerdings nicht zusteigen.

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05 Die RB23 wird hier mit Talent gefahren.

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06 10min später steht der IC immer noch auf seinem Gleis, auf das ich nun wechsle, da schon recht viele Leute für den RE1 gegenüber stehen. Der hat im Übrigen eine gerade für seinen langen Umlauf echt gewagte Kurzwende von 10min. Der Flirt von Süwex fährt dann aber pünktlich ein, ganz im Gegensatz zum o.g. IC, der immer noch steht, als wir abfahren.

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07 Zum Glück bekomme ich einen Sitzplatz zur Moselseite, zu der aber zuerst drei Mireos von transregio sichtbar sind. Die sollten laut wikipedia schon im Einsatz sein, stehen aber offenbar nur hier rum - zumindest am Wochenende.

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08 Der Nebel liegt tief über den Orten hier.

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09 Die A61 quert hier die Mosel.

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10 Nachdem die Strecke jedem Mäander der Mosel folgt,

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11 wird sie später etwas gerader und muss dafür den Fluss ein paar Mal über- sowie die Berge unterqueren.

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12 Hier nochmal.

Dann wechselt der Zug ins Nachbartal und eine Durchsage kommt, dass unser Zug leider nicht durchfährt, sondern wir in Trier den Triebwagen wechseln müssen. Nach der Reaktion der Fahrgäste kommt das offenbar häufiger vor als der proklamierte Regelfall. Immerhin erfolgt der Umstieg bahnsteiggleich, sodass wir trotz der obligatorischen 3min Verspätung fast pünktlich abfahren.

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13 Außerdem gibt es mir die Möglichkeit, die Fensterseite zu wechseln, denn rechts ist nun die Saar.

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14 Wegen der Sonne gelingen nur wenige Bilder, hier von einem kleinen Kirchlein wie auf dem Pilatus.

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15 Spezifische Ausschreibungen schaffen es manchmal sogar, dass die DB in abwechslungsreichen Designs herumfährt. Dabei haben hier in der Gegend der Süwex (auch DB), die hier gezeigten DB Continental sowie die LINTs von vlexx alle eine Art Dreieckmuster.

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16 In meiner Schweizserie bin ich bereits durch alle Kantone gefahren, nun erreiche ich endlich auch das letzte mir fehlende deutsche Bundesland - das Saarland. Dieses Symbolbild steht dabei stellvertretend für die gesamte "Landschaft", die man dort so sieht.

Da der Zug recht voll bleibt, kann ich leider nicht zurück auf die linke Seite wechseln und habe auf der folgenden Strecke keine guten Blicke. Selbst, als in Kaiserslautern endlich die Fußballfans aussteigen, deren Corona-Maßnahmen-Einhaltequote nett gesagt unterirdisch war - zusätlich zum Lärmpegel und Biergestank morgens um 9.
Ein keines "Highlight" auf der Strecke ist noch der (nach Duisburg und Haiger, wie ich letzte Woche beschlossen habe) dritthässlichste Bahnhof der Republik: Ludwigshafen Hbf. Ich meine, alleine dass dort weniger Züge halten als am benachbarten Haltepunkt Mitte, führt die Bezeichnung doch ad absurdum, abgesehen davon ist der ganze Komplex echt verdammt schlecht in Schuss.

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17 Nach einem Sprung über den Rhein erreiche ich in Mannheim bekanntes Terrain

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18 und gleich als erstes einen bekannten Zug, den EC9.

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19 Nebenan fährt ein TGV nach Paris über die Strecke, die ich gerade gekommen bin.

Nun stellte sich die Frage der Rücktour, die sinnvollerweise über Mainz (die linksrheinische Strecke dorthin kenne ich im Gegensatz zur Riedbahn noch nicht) und die linke Rheinstrecke erfolgen soll. Nach Mainz fährt dabei mit 31min Aufenthalt ein recht schneller RE14, mit dem ich 14:43 dort wäre - dann hat man einen 49min-Umstieg auf die RB26 in Richtung Boppard, also alles wenig optimal. Die RB26 würde man aber sowieso nicht nehmen, da nochmal 19min später ein RE2 in dieselbe Richtung fährt und die RB in Bingen überholt. Solche Konstrukte mögen in anderen Ländern klappen, aber im Verspätungsdschungel Deutschlands doch nicht! Wenn da einer der beiden Züge zu spät ist, trifft es immer gleich beide. Es wird aber noch besser, bereits der RE14 überholt in Worms eine S6, die ich dank der großzügigen Wartezeiten auch nehmen könnte. Als ich die jedoch in Mannheim sehe, entscheide ich mich doch für den RE14 - mit einer Baureihe 425 muss ich nun wirklich nicht fahren. Wäre es ein Mireo gewesen, hätte das natürlich ganz anders ausgesehen.

Nun sitze ich also im RE14 und überlege, wie ich so 68min in Mainz rumbekommen soll - klar, Fotos machen, aber da fährt jetzt auch fast nichts, was ich nicht schon gesehen hätte. Also plane ich einen kleinen Schlenker mit der S8 über den Rhein und direkt wieder zurück ein.

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20 Irgendeine Kirche in Oppenheim.

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21 Das typische Bild der Region: Wein.

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22 Hier kommt über den Rhein die Strecke aus Frankflug.

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23 Pünktlich in Mainz muss ich alle meine Pläne über den Haufen werfen - irgendwas war wohl zwischen Mainz und Frankfurt los, weshalb alle Züge, FV wie NV, Verspätungen in der Größenordnung von 60min haben. Während meiner gesamten 68min Wartezeit habe ich so nur eine einzige S8 gesehen, und die wendete bereits hier, um etwas aufzuholen. Hier im Bild steht noch ein RE3 nach Saarbrücken mit dem oben erwähnten vlexx-Lint, der es irgendwie halbwegs pünktlich durchgeschafft hat - oder es ist der Umlauf 57min (sic!) früher.

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24 Der EC8 wird 2min vor Abfahrt auf ein anderes Gleis verfrachtet, weshalb alle Fahrgäste und ich die Unterführung in Mainz nutzen, die man laut Schild nur im Notfall verwenden soll - so ein Blödsinn, aber ein ansonsten verpasstes Foto wäre ja wohl auch ein ernsthafter Notfall. Ansonsten wäre die Überführung zeitlich nicht mehr drin gewesen.

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25 Mein RE2, der nur alle 2h fährt, wendet wegen des Chaos bereits in Mainz und hat dabei eine geniale Wendezeit von 104min - in der Realität waren es dann nur noch etwa 40, über die ich trotzdem sehr froh bin, da sie mir endlich eine Toilette bereitstellen. Dann geht es wieder den Rhein hoch, dieses Mal von der fototechnisch guten Seite am Nachmittag.

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26 In Bingen überholen wir dann nicht nur plangemäß die RB26, die wie durch ein Wunder auch pünktlich unterwegs ist, sondern auch noch drei weitere Mireos - damit dürfte ich alle sechs der transregio gesehen haben.

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27 3 Dinge sind im Rheintal sehenswert: Burgen,

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28 Ortschaften

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29 und Züge auf der wegen der andauernden Halbsperre der linken umso volleren rechten Rheinstrecke.

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30 Noch eine Kategorie 2

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31 und die einzige 1, die ich erkenne: Pfalzgrafenstein.

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32 Da dieses Foto nur Sekunden später entstand, ist es wohl Burg Gutenfels.

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33 Gegenbild zu Teil 1, Bild 42.

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34 Unser Pendant auf der rechten Rheinstrecke, die RB10.

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35 Zwischendurch sieht es hier richtig gebirgig aus.

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36 Und dann natürlich das Highlight, die Loreley,

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37 die zu dieser Uhrzeit von allen Seiten in der Sonne liegt.

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38 Wirklich von allen Seiten!

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39 Weiter geht's

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40 trotz

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41 mancher

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42 Spiegelung

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43 bis

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44 Boppard. Da ich seltsamerweise von den ganz üblen Verspätungen bisher verschont wurde, bleibt hier Zeit für meinen geplanten Abstecher auf der angeblich steilsten Bahnstrecke Westdeutschlands (was für ein Quatschtitel, aber mit irgendwas muss man ja werben), der Hunsrückbahn, die nur noch ein kurzes Stück nach Emmelshausen hochfährt.

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45 Mein RE2 wendet, wie auch die RE17 aus Kaiserslautern, heute hier mit SEV-Anbindung nach Koblenz auf Gleis 2, während das linke Gleis 1 gesperrt ist.

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46 Die RB 26 in Richtung Süden rauscht deshalb auf Gleis 3 durch,

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47 bevor das RegioShuttle sich dort breit macht - bzw ganz schön schmal für die ca. 20 Fahrräder, die hoch wollen. Passt aber alles rein.

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48 Bei der Ausfahrt hat man einen schönen Blick auf die Baustelle

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49 mit mehreren Zweiwegefahrzeugen.

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50 Gegenüber fährt eine Seilbahn auf den Hirschkopf.

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51 Nach wenigen Minuten ist die Endstation schon erreicht.

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52 Auf der Rücktour queren wir ein weiteres Mal die A61.

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53 Gleis 2 besetzt inzwischen ein RE17,

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54 dann macht die RB37 wieder Gleis 3 frei für die RB26 in Richtung Köln, in der ich den letzten Rheinseiten-Fensterplatz ergattere, der allerdings gegen die Fahrtrichtung ist und dazu genau in der Mitte zwischen zwei Türen.

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55 Noch ein letztes Bild kurz vor Koblenz, dann geht das Bahnchaos weiter:

Hier sollte eigentlich ganze 14min vor uns eine Doppeltraktion RRX (Desiro HC) als RE5 fahren - der hat aber Verspätung, was einige, aber nicht alle Fahrgäste dazu bewegt, stattdessen in unseren einteiligen Desiro ML-Zug einzusteigen, der brechend voll wird. In Remagen sollen wir den RE5, der inzwischen mit +20 im RIS steht, dann doch überholen lassen. Kein Problem, da hier eh 7min Aufenthalt für das Ankuppeln eines zweiten Zugteils eingeplant sind. Der kommt dann zwar erst nach 15min, aber vom RE5 keine Spur. Ich überlege derweil, ob ich nicht auch in den anderen Zugteil oder gar den RE5 wechseln möchte, will aber auch meinen Sitzplatz nicht aufgeben und müsste mich zudem erst durch die ganzen im Gang stehenden Leute durchquetschen. Nach weiteren 5min fahren wir weiter, ohne den RE5 vorbeigelassen zu haben. Der wurde dann später, wie zumindest die App es sagt, in Oberwinter mit +60 beerdigt, sodass die Leute in Koblenz, die auf den gepokert haben, richtig Pech haben. Wir fahren derweil mit +13 durch die Gegend, wo ich doch in Köln genau 13min Umstieg auf den RE1 hatte - déjà-vu von letzter Woche! Und genau wie damals zeigt die App, dass wir bis Köln unsere Verspätung aufholen. Jaja, **** - stattdessen stehen wir in Brühl nochmal gut 10min rum, weil irgendein Vollidiot meinte, die nicht sofort aufgehende Tür mit der Notöffnung betätigen zu müssen. Das musste der Tf natürlich erstmal wieder reparieren, bevor es weiter gehen konnte.
Zum Glück ist in NRW auf eins Verlass: Der RE1 ist auch immer zu spät. Und zwar heute ganze 15min - gerade genug, um mich in Köln West schon mit den dort Aussteigenden zur Tür zu mogeln, und dann im Hbf von Gleis 1 zu 9 zu sprinten. Dort zeigt der Fahrgastinformationsanzeiger an, dass der Zug in den Abschnitten C-E halten soll, wo entsprechend die übliche Hundertschaft auf den Zug wartet. Obwohl im RIS sogar D-G steht, hält der Zug schließlich maximal weit hinten, so etwa A-C, und ich darf meinen Sprint ans Ende des Bahnsteigs fortsetzen, um in den fast leeren hinteren Zugteil zu gehen. Um 21:19 komme ich so in Aachen an, wo ich ausnahmsweise noch mit dem RE4 durch die Stadt gondel - normalerweise lohnt sich das nicht, aber wenn man nur 4min auf dessen Abfahrt warten muss, halt schon.
Dann falle ich auch quasi direkt ins Bett, denn morgen geht es ein letztes Mal für diese Serie um 5:51 los.

AboUpgrade Teil 3: Mosel, Saar und linker Rhein [m55B]

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 09.10.2021, 16:28 (vor 8 Tagen) @ Math5D

Moin,

besten Dank!

Bild 007 und noch eins: Die Mireos von Transregio fahren in erster Linie die Pendel Mainz - Bingen und wohl ab und an auch bis Koblenz.

Nach Bild 16: Bitte nichts gegen Ludwigshafen Hauptbahnhof, das ist einer der interessantesten Bahnhöfe Deutschlands. Hier mein Portrait aus dem Jahr 2014 (DSO).

Die Rheinstrecke ist immer wieder schön. Und Dein Bericht von der Rückfahrt ab Koblenz macht richtig Lust, mir wieder eine Bahncard zuzulegen. :-(

Viele Grüße
Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

AboUpgrade Teil 3: Mosel, Saar und linker Rhein [m55B]

Math5D, Samstag, 09.10.2021, 19:00 (vor 8 Tagen) @ Sören Heise


Nach Bild 16: Bitte nichts gegen Ludwigshafen Hauptbahnhof, das ist einer der interessantesten Bahnhöfe Deutschlands. Hier mein Portrait aus dem Jahr 2014 (DSO).

Danke für den Link! Und interessant widerspricht sich ja zum Glück nicht mit Aussagen über das Aussehen ;)

Die Rheinstrecke ist immer wieder schön. Und Dein Bericht von der Rückfahrt ab Koblenz macht richtig Lust, mir wieder eine Bahncard zuzulegen. :-(

Viele Grüße
Sören

So sorgt das Bahnfahren immerhin gleich auch für gesunde Dosen Stress und Sport - wäre ja langweilig, wenn alles immer glatt liefe

Rommerskirchen: Verbundgrenze ...

Der Blaschke, Samstag, 09.10.2021, 18:48 (vor 8 Tagen) @ Math5D

Hey.

01 Nachdem letzten Sonntag der RE8 ausgefallen war, nehme ich ihn heute. Dabei wird er an diesem Tag von Rommerskirchen kommend (warum auch immer der regelmäßig dort im Nirgendwo beginnt statt in Mönchengladbach)

Der Grund dürfte sehr einfach sein. Rommerskirchen ist Verbundgrenze. Von Mönchengladbach bis dorthin gilt der VRR-Tarif. Offenkundig sieht der VRR also Sonntags für 2 Züge pro Stunde keine Notwendigkeit. Der VRS ist da wohl anderer Ansicht - und so beginnt und endet der Zug eben mitten im Niemandsland.


Schöne Grüße von jörg

Rommerskirchen: Verbundgrenze ...

Math5D, Samstag, 09.10.2021, 19:04 (vor 8 Tagen) @ Der Blaschke

Der Grund dürfte sehr einfach sein. Rommerskirchen ist Verbundgrenze. Von Mönchengladbach bis dorthin gilt der VRR-Tarif. Offenkundig sieht der VRR also Sonntags für 2 Züge pro Stunde keine Notwendigkeit. Der VRS ist da wohl anderer Ansicht - und so beginnt und endet der Zug eben mitten im Niemandsland.


Schöne Grüße von jörg

Ah, da hätte ich ja auch selbst drauf kommen können. Unterstreicht nochmal meine Meinung zum VRR... Von solchen Quatsch-Grenzen sind auch nichtmal die "perfekten" Schweizer frei - die S1 und S5 ab Lausanne enden einen Halt hinter Yverdon-les-Bains in Grandson, die Regionalzüge nach Neuchâtel beginnen aber erst noch eine Station weiter, weil dazwischen die Kantonsgrenze liegt.

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