J-C's Reisehäppchen [1 - wenn der Puffer einfach passt, 2 B] (Sammelthreads)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Samstag, 02.10.2021, 22:14 (vor 232 Tagen)
bearbeitet von J-C, Samstag, 02.10.2021, 22:15

Da meine regelmäßigen Reisen immer mal wieder kleine nette Details haben, dachte ich mir, mache ich einen Sammelthread auf. So kann ich meine kleinen Erlebnisse mit euch teilen, ohne dass es verloren geht oder durch die Kürze enttäuscht.

Heute fang ich mit einer schönen Reise an mit netten Erkenntnissen:

Ich steige in den letzten Wagen des EC 105 ein.

Und mache auch sogleich mein Bmz-Bett fertig:

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Ich habe die Reise wie immer sehr genossen. Der Zug aus Przemyśl, der in Bohumin 2 ČD-Bmz, die einst den ÖBB gehörten angehängt bekommt, ist auf meiner Relation stets gering ausgelastet, zumindest relativ zu den insgesamt 7 Wagen.

Aufgrund des weiterhin andauernden Dieselabschnitts auf dem tschechischen Teil, was eine langsame Fahrt ohne Lüfter bedeutet, war ich so frei, mal eine längere Aufnahme von der Fahrt aufzunehmen. Einfach, um mal das Feeling einzufangen.

Hier das Video

Die Verspätung hielt sich soweit im Rahmen, in Breclav hat sie sich jedoch etwas erhöht, das gute jedoch ist, dass es nun auch bei den ÖBB durchgedrungen ist, dass der tschechische Betreiber auf den Fahrzeitpuffer wegen der unvermeidlichen Verlängerung vergessen hat. Kurz gesagt, selbst nach Monaten wird ein Fahrplan angeboten, der gar nicht eingehalten werden kann.

Die ÖBB haben dies berücksichtigt und einen zusätzlichen Puffer von 36 Minuten eingebaut. Das Resultat: Trotz Überholung durch einen Regiojet-Zug 8 Minuten vor dem Hauptbahnhof entfernt, war man an sich tatsächlich pünktlich angekommen:
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Ich finde, es gehört gewürdigt, dass die ÖBB es hinkriegen, Verlässlichkeit im Verkehr aus Tschechien reinzubringen. Und es zeigt, wieso Fahrplanpuffer einfach eine Selbstverständlichkeit sein sollten.

Normalerweise wird der EC nach Graz durchgebunden, aber so hat man ihn von vornherein in Wien verenden lassen.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

J-C's Reisehäppchen [1 - wenn der Puffer einfach passt, 2 B]

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 03.10.2021, 00:44 (vor 232 Tagen) @ J-C

Dein Bett ist ja Kingsize. Ich bin immer mit nur zwei ausgezogenen Sitzen hingekommen.

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

"Betten" in Abteilwagen

michael_seelze, Sonntag, 03.10.2021, 08:54 (vor 232 Tagen) @ J-C

Herrlich, wenn ein solcher Komfort noch möglich ist. Wie aus dem Beitrag hervorgeht, fährt der Wagen nun für CD und nicht mehr für die ÖBB. Es ist leider nur eine Frage der Zeit, bis solcher Komfort verschwunden sein wird, wenn es nicht entsprechende Neubestellungen gibt. Im letzten Jahr funktionierte es im sparmodernisierten Avmz im IC 2020 schon nicht mehr; die Führungsschienen waren zwar noch vorhanden, aber die Lehnen rollten nicht mehr ganz nach unten. Im Bwmz vor einigen Jahren war es noch besser, aber auch da könnte die ganze Liegefläche nur annähernd unter Abklappen eines nachträglich eingebauten Mülleimers, der ins Profil der Ausziehbahn reichte, eingerichtet werden.
Da lobe ich mir doch den Alpen-Sylt-Nachtexpress mit einem Liegewagen als Sitzwagen; wenn dann die Belegung bei max. 2 Personen pro Abteil liegt, steht einer bequemen Reise nichts mehr im Wege.

2a - Aufbruch in der Dunkelheit - Teil 1 (m.6 B.)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Donnerstag, 07.10.2021, 09:22 (vor 228 Tagen) @ J-C
bearbeitet von J-C, Donnerstag, 07.10.2021, 09:25

Erstmal danke für die Antworten zu meinem ersten Häppchen. Es freut mich immer, wenn ich wen damit begeistern kann...

Gestern hatte ich etwas zu tun in St. Valentin. Und dafür musste ich früh los...

Der Wecker klingelt um 3:30. Mich überkommt eine deprimierende Verkühlung, ich muss einfach oft draußen sein, sonst bringt's mich um. Ich mache mich fertig für den Tag und verlasse meine Wohnung. Seit dem Wohnsitzwechsel erwartet mich draußen keine verbaute Blockrandbebauung, sondern die schöne Natur. Ich lasse es auf mich wirken: der Schleier der Dunkelheit, das Rauschen auf dem A1-Zulauf, der feine Duft der Natur...

man betritt den Bahnhof von Hütteldorf, das alt ehrwürdige Empfangsgebäude, Konzipiert von Otto Wagner, erwartet einen, der Monitor für die Busse ist im Nachtmodus, weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund. Um halb 5 besteige ich die S80, um nach Meidling zu kommen.

Ich genieße den Komfort eines Komfortbereichs im 4024 der ÖBB, der bereits das Cityjet-Kleid hat. Es ist keine lange Fahrt in der S-Bahn, draußen ist es dunkel und entsprechend wenig ist zu erkennen. Es ist der erste Zug des Tages auf der Linie in diese Richtung. Das ist für mich auch eine Premiere.

Um 5:00 erwacht in Wien Meidling der Fernverkehr. Das ist eine weitere Premiere, nutze ich doch zum ersten Mal die relativ neue Railjet-Verbindung, die in Wien Hbf um 4:55 gen Salzburg losfährt und in Wien Meidling eben um 5:02 abfährt. Mein Ziel heißt St. Valentin, wo ich für meine Uni eine Parkraumerhebung durchführe.

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Der Zug kommt an, man steigt ein. Die Belegung ist kaum vorhanden, der Zug ist fast leer. So viele Leute fahren halt nicht um diese Zeit von Wien in Richtung Westen im Zug... auch ich würde normalerweise im Bett liegen und schlafen. Heute aber tauche ich in die Welt derer, dessen Tag besonders früh beginnt. In einen Zeitraum, der an dem Ort, wo ich bin, geradezu etwas poetisches hat.

Ich beginne jedoch zunächst mit einem Aktiv-Frühstück mit Früchtetee im Bistro...
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Es war aufgrund technischer Schwierigkeiten nur Barzahlung möglich, deswegen behält man immer genug Bargeld, um in Restaurants auch zahlungsfähig zu bleiben.

Ich beschloss dann, im Sitzwagen zweiter Klasse Platz zu nehmen. Es ist eines der neueren Railjets, dessen Sitze auch in der zweiten Klasse verstellbar sind und die in der Reihe auch über Fußstützen verfügen.

In Tullnerfeld konnte ich schon den ersten Railjet aus der Gegenrichtung sehen, der dort auch hält. Es ist spannend zu sehen, wie der Tag sprichwörtlich anrollt. Ansonsten verbleibt es jenseits des Fensters jedoch meist dunkel. Nur hin und wieder sind die Lichter von Ortschaften zu sehen, vielleicht mal ein Supermarkt oder eine Firma... oder natürlich ein Bahnhof. Die Frühschicht schweigt, jeder bleibt für sich

Zwischen Wien Meidling und St. Valentin gibt es 3 Zwischenhalte. Tullnerfeld, St. Pölten und Amstetten. Zwischen St. Pölten und Amstettem begnügte man sich mit 140-160
km/h, ansonsten rauscht man mit 200 durch.

Das Gefühl, so früh unterwegs zu sein, die Atmosphäre im Zug, das bringt eine sehr... schöne Stimmung. Vielleicht sollte ich das öfters machen, wenn das Klimaticket Gültigkeit erlangt...

Hier ein Gruß an Altmann:
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Nach 1:15h heißt es Ankunft in St. Valentin. Im Regen. Zum Glück habe ich an eine Jacke gedacht. Hätte doch den Wetterbericht anschauen sollen...
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Der Zug füllt sich in Amstetten und St. Valentin, das Leben fängt langsam an.
Und während ich durch die Straßen lauf, wird 's langsam schwarz zu grau...

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

2a - Aufbruch in der Dunkelheit - Teil 1 (m.6 B.)

Altmann, Donnerstag, 07.10.2021, 10:36 (vor 228 Tagen) @ J-C

Zwischen St. Pölten und Amstettem begnügte man sich mit 140-160 km/h

Was sich mit Dezember endlich ändern wird (Gottseidank haben die ÖBB scheinbar mein permanentes Meckern hier gelesen! ;-)). Derzeit ist ja noch der "interessante" Fahrplan mit 30 Minuten Fahrzeit in Kraft *gähn* ...


Hier ein Gruß an Altmann:
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Danke - wusste gar nicht, dass es den Bahnhof umd diese Uhrzeit schon gibt! ;-)

2a - Aufbruch in der Dunkelheit - Teil 1 (m.6 B.)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Donnerstag, 07.10.2021, 10:47 (vor 228 Tagen) @ Altmann

Ja, weil die WESTbahn dann in St. Valentin den RJ überholen wird.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

2b - Feierabend - Teil 2/2 (m. 10 B. und 3 V.)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Donnerstag, 07.10.2021, 09:57 (vor 228 Tagen) @ J-C
bearbeitet von J-C, Donnerstag, 07.10.2021, 10:01

In St. Valentin habe ich meine Aufgabe erfüllt. Für einen Ortswechsel nahm ich einen der wenigen Busse, alle Busse in St. Valentin fahren nur Werktags und haben nicht wirklich einen Takt. Selbst fand ich mich auf der kurzen Fahrt in einem Schulbus wieder. Was anderes als Schulkinder gab es nicht an Fahrgästen. Und auch die Sitze waren nicht das, was ich sonst vom Iveco Crossway gewohnt war...

bezüglich des Fahrplans sagen Bilder wohl mehr als tausend Worte
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Aber hey, immerhin hat man nette Bushaltestellen.
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Nach einem langen Tag geht es zur Rückfahrt. In dem Moment bin ich schon seit 16 Stunden auf den Beinen. Das fängt langsam an, sich zu zeigen. Um 19:43 sollte ich den RJ nach Wien nehmen, der verspätet sich jedoch um 5 Minuten...
Derweil sah ich einen RJX in Doppeltraktion, einen ICE und einen WESTbahn-KISS auf den Durchfahrtsgleisen vorbeibrausen. Das macht schon Gänsehaut.

Schlussendlich mein Zug an

Wieder suche ich das Bordbistro auf.

Da wäre zunächst die beste heiße Schokolade, die ich in Österreich kenne
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und eine kräftige Hendlsuppe bestellt:
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Danach dachte ich mir, dass ein guter Wein das ganze doch prima abrunden könnte.
Ein grüner Veltliner ist's geworden:
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Das Bistro ist ziemlich voll, das Angebot scheint rege genutzt zu werden. Wenngleich es wohl meist das Feierabendbier ist, um das es geht...

Und so startete ich den Tag im Dunkeln und ende den Tag im Dunkeln.

Erst in Tullnerfeld kam ich zurück an meinen Platz. Die Reise war definitiv sehr kurzweilig und ich war ziemlich happy. Es heißt, sowas wie Perfektion existiert nicht, aber an dem Tag habe ich daran zu zweifeln begonnen.

In Meidling steigt man aus, meine S80 fährt direkt gegenüber, da kann ich am Bahnsteig verbleiben.

Hier der Taurus, der meinen Zug schob:
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Ich liebe die Melodie der 1116 bei der Anfahrt, nach über 5 Jahren ist es immer noch eine Freude.

Und da bis zur Ankunft der S80 noch Zeit verging konnte ich einen ČD-Railjet
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Einen Dosto im Cityjet-Kleid
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und letztlich ein Urgestein im Wiener Regionalverkehr, der 4020
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Es geht dann in einem Desiro ML nach Hause. Es ist völlig anders als früher, jetzt muss ich nicht diese doofe laute U-Bahn nehmen, jetzt kann ich die komfortable und angenehme S-Bahn nehmen. Es steigert mein Wohlbefinden um ein Vielfaches, vor allem am Abend.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

3 - Parallelabfahrt und Parallelankunft

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Montag, 24.01.2022, 20:03 (vor 119 Tagen) @ J-C

Heute habe ich etwas spannendes erlebt:

Seit Fahrplanwechsel gibt es planmäßig Paarallelabfahrten in Břeclav zwischen dem Metropolitan und den Zügen aus Polen nach Wien.

Der Metropolitan war dabei heute mit teils neuen MÁV-Wagen statt ČD Wagen ausgestattet:
https://youtu.be/sPbEDwKwFNc

Und dann kommt man in Wien ebenso parallel zum Railjet nach Salzburg an
https://youtu.be/j0xNDQ2s_2g

Die Reise im EC 105 wer sehr angenehm, abends in einem ÖBB-Speisewagen zu dinieren und danach im Großraumwagen Platz zu nehmen - mit seinen bequemen Sitzen - bringt ein gediegenes Reiseerlebnis mit sich, das ist eben Reisen mit Finesse. Da kann ich ein Stück weit die Vorliebe manch einer Person gegenüber den klassischen Reisezugwagen nachvollziehen. Unsere Kollegin aus Übersee würde mit einer 1216 als Vorspann nicht viel anfangen können. Aber ich damit umso mehr.

Und damit einen schönen Abend :)

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

4 - Ein Anhängsel (mit 6 Bildern)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Samstag, 14.05.2022, 10:02 (vor 9 Tagen) @ J-C
bearbeitet von J-C, Samstag, 14.05.2022, 10:04

Es begab sich an einem Nachmittag, dass ich erneut in einem Zug der PKP Intercity von Wien aus eine kurze Reise antreten würde. Der Zug war ungewöhnlich gut gefüllt. Natürlich hätte ich einen Sitzplatz gefunden, aber dass ich kein Abteil für mich alleine fand, war natürlich nicht so prickelnd. Und die Sitzwagen der PKP Intercity sind zwar komfortabel genug, aber irgendwie war mir grad nicht danach.

Ohnehin wollte ich was zu Mittag essen. Also ab ins...

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iC Café!

Ja richtig, anders als sonst wurde ein Bistro-Wagen, der gar nicht auf vagonweb.cz zu finden ist, eingereiht. Der Vorteil ist natürlich, dass dieser ein paar Abteile zweiter Klasse beinhaltet.

Ich saß mich auf der Längsbank nieder. Die Sitzgelegenheiten sind nicht für das längere Verweilen gedacht, aber man kommt damit durch.

Die Wahl fiel auf eine Suppe und eine vegane Hauptspeise. Es ist ja klar ersichtlich, was was ist :P

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Nachdem ich fertig war, wollte ich den, in Wien Hbf erblickten tschechischen Abteilwagen betreten. aber der war nicht zugänglich. Blöd. Da mein Gepäck heute etwas sperrig war, wollte ich mir nicht die Mühe antun, wieder hinten zu gehen und einen Platz zu finden. Also saß ich auf den Einstiegstreppen am Wagenende für die nächsten 20 Minuten.

In Breclav wurde der tschechische Wagen dann aufgesperrt.

Der Abteilwagen, ex ÖBB natürlich, präsentiert sich als recht kürzlich aufgefrischt:
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Was nicht (ganz) zu sehen ist: Es gibt für jeden Sitz normale und USB-Steckdosen und ein Bedinpanel für die Klimatisierung und das Licht. Zwar noch nicht als Touchscreen, aber immerhin.

In Breclav angekommen, stelle ich fest, dass die CAT-Wagen immer noch im Regionalverkehr der ÖBB eingesetzt werden, obwohl der CAT ja wieder fährt:
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Man war zwar durch eine kurze Standzeit in Hohenau ca. 2 Minuten verspätet angekommen. Das wäre aber noch völlig im Rahmen gewesen, da die Aufenthaltszeit normalerweise 6 Minuten beträgt.

Und dennoch fuhr man mit 10 Minuten Verspätung ab. Es erfolgte selbstverständlich keine Ansage und auch keine Information auf der CD-App, die mich brav über die Verspätung informierte.

Beim Aussteigen am Ziel habe ich dann den Grund gesehen.
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Das habe ich in 6 Jahren Pendeln auch noch nicht erlebt. Bin ehrlich gesagt nicht so begeistert von der Flexibilität, die man dem Netzbetreiber gewährt. Man muss nicht unbedingt einen Zug 10 Minuten verspäten, weil der Infrastrukturbetreiber zu faul war, seine eigenen Trassen für die Inspektionszüge zu finden.

Aber vielleicht fällt jemanden ein Grund ein, warum man so einen Wagen im regulären Reiseverkehr außerplanmäßig einreiht.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

Übrigens.

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Samstag, 14.05.2022, 20:28 (vor 9 Tagen) @ J-C
bearbeitet von J-C, Samstag, 14.05.2022, 20:28

Wenn man vom Wien Hbf die nicht weit gelegene Hofer-Filiale im Quartier-Belvedere aufsuchen will, so kann ich garantieren, dass wenn man weiß, wo man hin muss und was man will, man auch innerhalb einer Viertelstunde den Einkauf (sofern nicht zu viel) erledigen kann und rechtzeitig in den Zug einsteigen kann. Das ist mir mehr als einmal ganz ohne Laufen gelungen. Auch obwohl vor mir die Person besonders viel Zeitaufwand wegen der Barzahlung machte.

Außerdem ist es nicht empfehlenswert, sich von den Türen an den Wagenenden im PKP Intercity den Kopf einquetschen zu lassen. Das ist nicht sehr angenehm. Für euch unfreiwilliger Weise ausprobiert. Jetzt weiß ich zumindest, dass das nicht lebensgefährlich ist. Bin ja noch in einem Stück :‘D

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(Bildquelle: ČD)

5 - Hochmut kommt vor dem Fall (m. 1 B.)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Samstag, 21.05.2022, 22:10 (vor 1 Tag, 12 Stunden, 54 Min.) @ J-C

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Folgendes Szenario: man steht um 11 Uhr in Salzburg Hbf auf dem Bahnsteig um den RJX nach Wien zu erreichen. Der Bahnsteig war durchaus gefüllt mit Reisenden, der Zug verspätet und der Wagenstandsanzeiger kennt nur eine Einfachtraktion.

Auftritt ich: ich denke, ach nöö, nach den Geschichten mit den Zugräumungen werde ich definitiv keinen Zug betreten, der definitiv voll sein wird.

Das war der dümmste Gedanke, den ich je hatte und heute habe ich eine Lektion gelernt: Nicht. Denken.

Denn was ich tat, ist absolut sinnlos gewesen:

ich stieg stattdessen in einen langsamen Railjet, wurde durch ein spektakuläres Überholmanöver, einmal auf freier Strecke, dann erneut in Vöcklabruck vom selben RJX zwei Mal überholt. Später kam es zu einem unerklärlichen Stop-and-Go zwischen Linz und Wien, auf eben jenem Teil, wo sich nur Fern- und Güterzüge die Gleise teilen, für letztere stehen jedoch die anderen 2 Gleise der Strecke in ausreichender Kapazität zur Verfügung.

Und, surprise! Spätestens hinter Linz kamen dann die Leute dazu, die gekonnt sämtliche unübershebaren Hinweise auf den Ruhebereich ignoriert haben und einfach mal reden.

So hinter St. Pölten wurde es unerträglich, aber da war es schon zu spät, um sich damit zu sehr zu befassen. Dafür hat man ja In-Ear-Kopfhörer, die den Schall wunderbar isolieren.

Nachdem man seinen Anschluss nach Tschechien verpasste, wurde nun mit 10 Minuten Übergang der nächste Zug eine halbe Stunde später - ein Regiojet - erreicht. Speisewagen fällt also aus, dafür musste ich wenigstens kein Anschlussticket zum Klimaticket nach Breclav erwerben.

Was ich draus mitnehmen kann: ich sollte weniger nachdenken, wenn ich in Salzburg bin, sondern einfach die Verbindung nehmen, die grad am meisten Sinn ergibt. Vor allem sollte man nicht davon ausgehen, dass immer der Worst-Case eintritt. Und generell weniger denken. Jetzt habe ich die ganze Reise damit verschwendet, mir auszumalen, wie ich den Typen, der für dieses oder jenes Manöver verantwortlich ist, zur Verantwortung ziehe. Aber erstens, werde ich nie in dieser Lage sein, zweitens würde ich dann auch nicht so agieren und drittens, was weiß ich schon von den Dingen, die tatsächlich dort laufen?

In sofern habe ich was draus gelernt: man reist, also muss man sich über das Drum herum keine Gedanken machen. Wenn man zu spät kommt, ist es halt so. Kann man nichts dran ändern. Wenn es zu häufig auftritt, vielleicht mal entsprechendes Feedback abgeben und dann eine Antwort aus Textbausteinen erhalten. Keine Alternative zu einer Bahnfahrt würde sich da so viel besser schlagen.

Das sind alles Dinge, die ihr schon kennt, aber die ich erstmal selbst aus eigener Erfahrung lernen muss.

Aber hey, dafür kann ich jetzt alles daran tun, diese negativen Erfahrungen komplett auszublenden und nur die positiven Dinge zu sehen. Und dann kann ich bei der nächsten Reise schon genau so vorgehen, dass ich meine Gedanken nicht darüber verschwende, warum schon wieder diese deppate Verspätung kommt, sondern einfach mich dem Lauf der Dinge fügen.

Außerdem habe ich heute mich von der, soweit es eben möglich ist, ziemlich guten Akkuratheit der Scotty-App überzeugen können. Auch ein Lichtblick.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

5 - Hochmut kommt vor dem Fall (m. 1 B.)

Altmann, Sonntag, 22.05.2022, 09:25 (vor 1 Tag, 1 Stunden, 39 Min.) @ J-C

Der Bahnsteig war durchaus gefüllt mit Reisenden, der Zug verspätet

Ursache mglw. (surprise surprise) Bauarbeiten in Bayern. Zusatzhalt in Rosenheim.

Später kam es zu einem unerklärlichen Stop-and-Go zwischen Linz und Wien,

Mglw. (?) hat man die WB aufgrund Verspätung des RJ schon z.B. in St.Valentin überholen lassen (merke: WB hat immer Vorrang!). Und dann war natürlich der ganze Fahrplan endgültig Makulatur.

Jetzt habe ich die ganze Reise damit verschwendet, mir auszumalen, wie ich den Typen, der für dieses oder jenes Manöver verantwortlich ist, zur Verantwortung ziehe.

Ach die Idee hab ich schon aufgegeben. Der Fahrgast denkt, und der Mann an den Knöpfen lenkt.

Man muss nicht verstehen, wieso ein RJX in Einfachtraktion fährt, es aber genug RJ-Garnituren (und Personal) für neue Züge (die niemand braucht) gibt. Man muss nicht verstehen, wieso die RJ (230 km/h) auf freier Strecke von der WB (200 km/h) überholt werden. Man muss nicht verstehen, wieso die tollen RJ so miese Zustiege haben und der Aufenthalt am Bahnsteig generell 3-4mal so lang dauert wie bei der WB. Man muss nicht verstehen, wieso es seit Jahrzehnten alljährlich Bauarbeiten am Deutschen Eck gibt (und der Arlberg alljährlich gesperrt wird), usw.. Ist halt so.

5 - Hochmut kommt vor dem Fall (m. 1 B.)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Sonntag, 22.05.2022, 09:41 (vor 1 Tag, 1 Stunden, 23 Min.) @ Altmann
bearbeitet von J-C, Sonntag, 22.05.2022, 09:41

Der Bahnsteig war durchaus gefüllt mit Reisenden, der Zug verspätet


Ursache mglw. (surprise surprise) Bauarbeiten in Bayern. Zusatzhalt in Rosenheim.

Das letzte Mal, dass ich in einem RJX einstieg, war der Teil aus München pünktlich, der aus Innsbruck nicht… deswegen war ich confused

Später kam es zu einem unerklärlichen Stop-and-Go zwischen Linz und Wien,


Mglw. (?) hat man die WB aufgrund Verspätung des RJ schon z.B. in St.Valentin überholen lassen (merke: WB hat immer Vorrang!). Und dann war natürlich der ganze Fahrplan endgültig Makulatur.

Meinst du die WESTbahn, die während des Aufenthalts in St. Pölten ein uns ausfuhr?

Jetzt habe ich die ganze Reise damit verschwendet, mir auszumalen, wie ich den Typen, der für dieses oder jenes Manöver verantwortlich ist, zur Verantwortung ziehe.


Ach die Idee hab ich schon aufgegeben. Der Fahrgast denkt, und der Mann an den Knöpfen lenkt.

Man muss nicht verstehen, wieso ein RJX in Einfachtraktion fährt,

In dem Fall war es doch Doppeltraktion, aber der Wagenreihungsanzeiger hat‘s nicht angezeigt…

es aber genug RJ-Garnituren (und Personal) für neue Züge (die niemand braucht) gibt.

Was meinst du, die niemand braucht? Wenn die niemand braucht, würde niemand dort drin sitzen, was bisher noch nicht passierte. Einen bestimmten Zug braucht man auch nicht unbedingt, wenn man eine Alternative hat.

Man muss nicht verstehen, wieso die RJ (230 km/h) auf freier Strecke von der WB (200 km/h) überholt werden.

Der RJ hat einen bestimmten Fahrplan, der an Taktknoten gebunden ist, die sonst nicht so gut bedient werden könnten und dementsprechend einen hohen Puffer zwischen St. Pölten und Amstetten. Fahrplanmäßig kann man auch mit 180 km/h gut durchkommen, wenn man nicht verspätet ist.

Man muss nicht verstehen, wieso die tollen RJ so miese Zustiege haben und der Aufenthalt am Bahnsteig generell 3-4mal so lang dauert wie bei der WB.

Der Railjet wurde für Geschwindigkeiten höher als 200 km/h konzipiert und gleichzeitig war ein durchgängiger Flur notwendig. Etwa, weil man mit Gepäck durchwill oder zur damaligen Zeit man auch ein Mobiles Bordservice durch den Zug schieben wollte. Ist doch ähnlich wie beim ICE. Bei der WESTbahn zählen andere Qualitäten, die hohe Beschleunigung, eine möglichst große Kapazität, die definitiv noch mehr Auslastung verträgt…

Man muss nicht verstehen, wieso es seit Jahrzehnten alljährlich Bauarbeiten am Deutschen Eck gibt (und der Arlberg alljährlich gesperrt wird), usw.. Ist halt so.

Beide Strecken haben gemein, dass es an sinnvollen Ausweichrouten mangelt. Beim Arlberg spielt die Eingleisigkeit und Topographie, bei der Route München - Salzburg/Kufstein die starke Frequenz einer Strecke eine Rolle, die im Binnenverkehr eher untergeordnet ist.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

5 - Hochmut kommt vor dem Fall (m. 1 B.)

Altmann, Sonntag, 22.05.2022, 09:53 (vor 1 Tag, 1 Stunden, 11 Min.) @ J-C

Man muss nicht verstehen, wieso ...
es aber genug RJ-Garnituren (und Personal) für neue Züge (die niemand braucht) gibt.

Was meinst du, die niemand braucht? Wenn die niemand braucht, würde niemand dort drin sitzen, was bisher noch nicht passierte.

Also z.B. stellt man sukzessive IC auf RJ um (Tauern, Brenner, ...). Mag sein, dass die IC-Garnituren schon ziemlich hinüber sind, keine Ahnung. Aber das zeigt zumindest, dass es noch freie RJ-Garnituren gibt.

Man muss nicht verstehen, wieso die RJ (230 km/h) auf freier Strecke von der WB (200 km/h) überholt werden.

Der RJ hat einen bestimmten Fahrplan, der an Taktknoten gebunden ist

Erstens muss man die Frage stellen dürfen, ob diese Taktknoten wirklich gottgegeben und heilig sind (oder ob nicht z.B. RJX tlw. auch diese Knoten abdecken könnten, etc.). Zweitens - wer kommt auf die Idee einer Überholung auf freier Strecke (statt anlässlich eines Halts in einem Bahnhof)?

Man muss nicht verstehen, wieso die tollen RJ so miese Zustiege haben und der Aufenthalt am Bahnsteig generell 3-4mal so lang dauert wie bei der WB.

Der Railjet wurde für Geschwindigkeiten höher als 200 km/h konzipiert und gleichzeitig war ein durchgängiger Flur notwendig.

Und deswegen sind breitere Türen unmöglich? Oder Türen, die selbst schließen und wo der Zug nicht durch Zub abgefertigt werden muss?

Man muss nicht verstehen, wieso es seit Jahrzehnten alljährlich Bauarbeiten am Deutschen Eck gibt (und der Arlberg alljährlich gesperrt wird), usw.. Ist halt so.


Beide Strecken haben gemein, dass es an sinnvollen Ausweichrouten mangelt. Beim Arlberg spielt die Eingleisigkeit und Topographie, bei der Route München - Salzburg/Kufstein die starke Frequenz einer Strecke eine Rolle, die im Binnenverkehr eher untergeordnet ist.

Darf ich den letzten Satz von Dir umformulieren?: "... einer Strecke eine Rolle, die der DB in Berlin am A. vorbei geht!" ...

5 - Hochmut kommt vor dem Fall (m. 1 B.)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Montag, 23.05.2022, 09:47 (vor 1 Stunden, 17 Minuten) @ Altmann

Also z.B. stellt man sukzessive IC auf RJ um (Tauern, Brenner, ...). Mag sein, dass die IC-Garnituren schon ziemlich hinüber sind, keine Ahnung. Aber das zeigt zumindest, dass es noch freie RJ-Garnituren gibt.

Bzw. gab. Man hat ja eine Zeit lang sogar so viele RJ, dass man eine Option an die CD übertrug. Stellt sich als gute Entscheidung heraus, da jene Bahn damit nicht nur Reisezugwagen freibekam, sondern ja auch alte ÖBB-Wagen bekam, die sie nochmal auffrischte. Du wirst nicht glauben, was man aus so alten Abteilwagen mit Drehfalttüren zaubern kann.

Erstens muss man die Frage stellen dürfen, ob diese Taktknoten wirklich gottgegeben und heilig sind (oder ob nicht z.B. RJX tlw. auch diese Knoten abdecken könnten, etc.).

Die RJX sind das Angebot, so schnell wie möglich von A nach B zu kommen. Jenseits Linz - Salzburg gibt es da kaum einen Puffer. Ein Halt in Amstetten ergibt ja schon deswegen kaum Sinn, weil der Zug den Taktknoten nicht gescheit bedienen könnte aufgrund seiner Lage, die in so einem komplexen Gefüge auch kaum anders zu realisieren wäre.

Zweitens - wer kommt auf die Idee einer Überholung auf freier Strecke (statt anlässlich eines Halts in einem Bahnhof)?

Und deswegen sind breitere Türen unmöglich? Oder Türen, die selbst schließen und wo der Zug nicht durch Zub abgefertigt werden muss?

Weil man dann Kapazität verliert, schätze ich und die Züge wurden vor 16 Jahren gebaut, da galten andere Maßstäbe im Fernverkehr. Solche Fehler wird man ja mit den künftigen Railjets korrigieren, es wird sogar Abteile geben.

Darf ich den letzten Satz von Dir umformulieren?: "... einer Strecke eine Rolle, die der DB in Berlin am A. vorbei geht!" ...

Das ist im Prinzip korrekt, nur weißt du ja, dass ich eher der gehobenen Sprache geneigt bin, also wenn ich nicht gerade einen richtig schlechten Tag hatte.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

6 - Langsam blättert es bei der PKP Intercity ab

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Montag, 23.05.2022, 09:55 (vor 1 Stunden, 9 Minuten) @ J-C
bearbeitet von J-C, Montag, 23.05.2022, 09:57

Ich sitze in einem klimatisierten, relativ neuen Wagen der PKP Intercity, der Zug hat aufgrund des Abwartens eines Anschlusses aus Prag eine Verspätung von ca. 7 Minuten. Die Reise ist ansonsten unspektakulär. Die Klimaanlage funktioniert (etwas zu gut, mit Shorts und Sandalen kann es etwas kühl unten sein). Die Laufruhe ist in Ordnung...

...aber was fehlt? Also abseits dessen, dass hier keiner Maske trägt, der Zugbegleiter gar nicht vorbeischaut und es auch keine Ansagen gibt (vielleicht sind sie Opfer eines technischen Gebrechens geworden)?

Nun, der Speisewagen fehlt! Ich hab somit mein fest eingeplantes Frühstück im Zug nicht genießen können. So bin ich gezwungen, es andertweitig nachzuholen, was definitiv ein Komforteinbußen ist.

Zweitens: Komfort!

Der 2014 gebaute Wagen verfügt zwar über Steckdosen an jedem Platz, Sitze mit Verstellmöglichkeit und einem zeitgemäßen Interieur, aber...

...die Sitze sind zu niedrig, die Fußstützen maximal für Kinder was, die Ergonomie ist ziemlich schlecht, die Verstellbarkeit macht es nicht besser. Der Klapptisch ist gerade groß genug, um mein Surface Pro 4 mit Tastatur zu halten. Ein normaler Laptop wäre da kaum sinnvoll zu verwenden. Und das ist immerhin schon eine Verbesserung zum Originaldesign aus 2011, wo man nur das Tablet ohne Tastatur auf dem Tisch haben konnte.

Wer glaubt, es geht nicht schlimmer als im ÖBB-Railjet in der zweiten Klasse, der liegt ganz einfach falsch.

So langsam blättert mein Bild von der PKP Intercity halt schon ab. Hoffentlich wird es mit dem 175A besser sein.

EDIT: Kurz vor Wien Hbf gab es genau eine Ansage. Wahnsinn!

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(Bildquelle: ČD)

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