J-C's Reisehäppchen [1 - wenn der Puffer einfach passt, 2 B] (Sammelthreads)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Samstag, 02.10.2021, 22:14 (vor 109 Tagen)
bearbeitet von J-C, Samstag, 02.10.2021, 22:15

Da meine regelmäßigen Reisen immer mal wieder kleine nette Details haben, dachte ich mir, mache ich einen Sammelthread auf. So kann ich meine kleinen Erlebnisse mit euch teilen, ohne dass es verloren geht oder durch die Kürze enttäuscht.

Heute fang ich mit einer schönen Reise an mit netten Erkenntnissen:

Ich steige in den letzten Wagen des EC 105 ein.

Und mache auch sogleich mein Bmz-Bett fertig:

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Ich habe die Reise wie immer sehr genossen. Der Zug aus Przemyśl, der in Bohumin 2 ČD-Bmz, die einst den ÖBB gehörten angehängt bekommt, ist auf meiner Relation stets gering ausgelastet, zumindest relativ zu den insgesamt 7 Wagen.

Aufgrund des weiterhin andauernden Dieselabschnitts auf dem tschechischen Teil, was eine langsame Fahrt ohne Lüfter bedeutet, war ich so frei, mal eine längere Aufnahme von der Fahrt aufzunehmen. Einfach, um mal das Feeling einzufangen.

Hier das Video

Die Verspätung hielt sich soweit im Rahmen, in Breclav hat sie sich jedoch etwas erhöht, das gute jedoch ist, dass es nun auch bei den ÖBB durchgedrungen ist, dass der tschechische Betreiber auf den Fahrzeitpuffer wegen der unvermeidlichen Verlängerung vergessen hat. Kurz gesagt, selbst nach Monaten wird ein Fahrplan angeboten, der gar nicht eingehalten werden kann.

Die ÖBB haben dies berücksichtigt und einen zusätzlichen Puffer von 36 Minuten eingebaut. Das Resultat: Trotz Überholung durch einen Regiojet-Zug 8 Minuten vor dem Hauptbahnhof entfernt, war man an sich tatsächlich pünktlich angekommen:
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Ich finde, es gehört gewürdigt, dass die ÖBB es hinkriegen, Verlässlichkeit im Verkehr aus Tschechien reinzubringen. Und es zeigt, wieso Fahrplanpuffer einfach eine Selbstverständlichkeit sein sollten.

Normalerweise wird der EC nach Graz durchgebunden, aber so hat man ihn von vornherein in Wien verenden lassen.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

J-C's Reisehäppchen [1 - wenn der Puffer einfach passt, 2 B]

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 03.10.2021, 00:44 (vor 108 Tagen) @ J-C

Dein Bett ist ja Kingsize. Ich bin immer mit nur zwei ausgezogenen Sitzen hingekommen.

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

"Betten" in Abteilwagen

michael_seelze, Sonntag, 03.10.2021, 08:54 (vor 108 Tagen) @ J-C

Herrlich, wenn ein solcher Komfort noch möglich ist. Wie aus dem Beitrag hervorgeht, fährt der Wagen nun für CD und nicht mehr für die ÖBB. Es ist leider nur eine Frage der Zeit, bis solcher Komfort verschwunden sein wird, wenn es nicht entsprechende Neubestellungen gibt. Im letzten Jahr funktionierte es im sparmodernisierten Avmz im IC 2020 schon nicht mehr; die Führungsschienen waren zwar noch vorhanden, aber die Lehnen rollten nicht mehr ganz nach unten. Im Bwmz vor einigen Jahren war es noch besser, aber auch da könnte die ganze Liegefläche nur annähernd unter Abklappen eines nachträglich eingebauten Mülleimers, der ins Profil der Ausziehbahn reichte, eingerichtet werden.
Da lobe ich mir doch den Alpen-Sylt-Nachtexpress mit einem Liegewagen als Sitzwagen; wenn dann die Belegung bei max. 2 Personen pro Abteil liegt, steht einer bequemen Reise nichts mehr im Wege.

2a - Aufbruch in der Dunkelheit - Teil 1 (m.6 B.)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Donnerstag, 07.10.2021, 09:22 (vor 104 Tagen) @ J-C
bearbeitet von J-C, Donnerstag, 07.10.2021, 09:25

Erstmal danke für die Antworten zu meinem ersten Häppchen. Es freut mich immer, wenn ich wen damit begeistern kann...

Gestern hatte ich etwas zu tun in St. Valentin. Und dafür musste ich früh los...

Der Wecker klingelt um 3:30. Mich überkommt eine deprimierende Verkühlung, ich muss einfach oft draußen sein, sonst bringt's mich um. Ich mache mich fertig für den Tag und verlasse meine Wohnung. Seit dem Wohnsitzwechsel erwartet mich draußen keine verbaute Blockrandbebauung, sondern die schöne Natur. Ich lasse es auf mich wirken: der Schleier der Dunkelheit, das Rauschen auf dem A1-Zulauf, der feine Duft der Natur...

man betritt den Bahnhof von Hütteldorf, das alt ehrwürdige Empfangsgebäude, Konzipiert von Otto Wagner, erwartet einen, der Monitor für die Busse ist im Nachtmodus, weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund. Um halb 5 besteige ich die S80, um nach Meidling zu kommen.

Ich genieße den Komfort eines Komfortbereichs im 4024 der ÖBB, der bereits das Cityjet-Kleid hat. Es ist keine lange Fahrt in der S-Bahn, draußen ist es dunkel und entsprechend wenig ist zu erkennen. Es ist der erste Zug des Tages auf der Linie in diese Richtung. Das ist für mich auch eine Premiere.

Um 5:00 erwacht in Wien Meidling der Fernverkehr. Das ist eine weitere Premiere, nutze ich doch zum ersten Mal die relativ neue Railjet-Verbindung, die in Wien Hbf um 4:55 gen Salzburg losfährt und in Wien Meidling eben um 5:02 abfährt. Mein Ziel heißt St. Valentin, wo ich für meine Uni eine Parkraumerhebung durchführe.

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Der Zug kommt an, man steigt ein. Die Belegung ist kaum vorhanden, der Zug ist fast leer. So viele Leute fahren halt nicht um diese Zeit von Wien in Richtung Westen im Zug... auch ich würde normalerweise im Bett liegen und schlafen. Heute aber tauche ich in die Welt derer, dessen Tag besonders früh beginnt. In einen Zeitraum, der an dem Ort, wo ich bin, geradezu etwas poetisches hat.

Ich beginne jedoch zunächst mit einem Aktiv-Frühstück mit Früchtetee im Bistro...
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Es war aufgrund technischer Schwierigkeiten nur Barzahlung möglich, deswegen behält man immer genug Bargeld, um in Restaurants auch zahlungsfähig zu bleiben.

Ich beschloss dann, im Sitzwagen zweiter Klasse Platz zu nehmen. Es ist eines der neueren Railjets, dessen Sitze auch in der zweiten Klasse verstellbar sind und die in der Reihe auch über Fußstützen verfügen.

In Tullnerfeld konnte ich schon den ersten Railjet aus der Gegenrichtung sehen, der dort auch hält. Es ist spannend zu sehen, wie der Tag sprichwörtlich anrollt. Ansonsten verbleibt es jenseits des Fensters jedoch meist dunkel. Nur hin und wieder sind die Lichter von Ortschaften zu sehen, vielleicht mal ein Supermarkt oder eine Firma... oder natürlich ein Bahnhof. Die Frühschicht schweigt, jeder bleibt für sich

Zwischen Wien Meidling und St. Valentin gibt es 3 Zwischenhalte. Tullnerfeld, St. Pölten und Amstetten. Zwischen St. Pölten und Amstettem begnügte man sich mit 140-160
km/h, ansonsten rauscht man mit 200 durch.

Das Gefühl, so früh unterwegs zu sein, die Atmosphäre im Zug, das bringt eine sehr... schöne Stimmung. Vielleicht sollte ich das öfters machen, wenn das Klimaticket Gültigkeit erlangt...

Hier ein Gruß an Altmann:
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Nach 1:15h heißt es Ankunft in St. Valentin. Im Regen. Zum Glück habe ich an eine Jacke gedacht. Hätte doch den Wetterbericht anschauen sollen...
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Der Zug füllt sich in Amstetten und St. Valentin, das Leben fängt langsam an.
Und während ich durch die Straßen lauf, wird 's langsam schwarz zu grau...

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

2a - Aufbruch in der Dunkelheit - Teil 1 (m.6 B.)

Altmann, Donnerstag, 07.10.2021, 10:36 (vor 104 Tagen) @ J-C

Zwischen St. Pölten und Amstettem begnügte man sich mit 140-160 km/h

Was sich mit Dezember endlich ändern wird (Gottseidank haben die ÖBB scheinbar mein permanentes Meckern hier gelesen! ;-)). Derzeit ist ja noch der "interessante" Fahrplan mit 30 Minuten Fahrzeit in Kraft *gähn* ...


Hier ein Gruß an Altmann:
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Danke - wusste gar nicht, dass es den Bahnhof umd diese Uhrzeit schon gibt! ;-)

2a - Aufbruch in der Dunkelheit - Teil 1 (m.6 B.)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Donnerstag, 07.10.2021, 10:47 (vor 104 Tagen) @ Altmann

Ja, weil die WESTbahn dann in St. Valentin den RJ überholen wird.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

2b - Feierabend - Teil 2/2 (m. 10 B. und 3 V.)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Donnerstag, 07.10.2021, 09:57 (vor 104 Tagen) @ J-C
bearbeitet von J-C, Donnerstag, 07.10.2021, 10:01

In St. Valentin habe ich meine Aufgabe erfüllt. Für einen Ortswechsel nahm ich einen der wenigen Busse, alle Busse in St. Valentin fahren nur Werktags und haben nicht wirklich einen Takt. Selbst fand ich mich auf der kurzen Fahrt in einem Schulbus wieder. Was anderes als Schulkinder gab es nicht an Fahrgästen. Und auch die Sitze waren nicht das, was ich sonst vom Iveco Crossway gewohnt war...

bezüglich des Fahrplans sagen Bilder wohl mehr als tausend Worte
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Aber hey, immerhin hat man nette Bushaltestellen.
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Nach einem langen Tag geht es zur Rückfahrt. In dem Moment bin ich schon seit 16 Stunden auf den Beinen. Das fängt langsam an, sich zu zeigen. Um 19:43 sollte ich den RJ nach Wien nehmen, der verspätet sich jedoch um 5 Minuten...
Derweil sah ich einen RJX in Doppeltraktion, einen ICE und einen WESTbahn-KISS auf den Durchfahrtsgleisen vorbeibrausen. Das macht schon Gänsehaut.

Schlussendlich mein Zug an

Wieder suche ich das Bordbistro auf.

Da wäre zunächst die beste heiße Schokolade, die ich in Österreich kenne
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und eine kräftige Hendlsuppe bestellt:
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Danach dachte ich mir, dass ein guter Wein das ganze doch prima abrunden könnte.
Ein grüner Veltliner ist's geworden:
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Das Bistro ist ziemlich voll, das Angebot scheint rege genutzt zu werden. Wenngleich es wohl meist das Feierabendbier ist, um das es geht...

Und so startete ich den Tag im Dunkeln und ende den Tag im Dunkeln.

Erst in Tullnerfeld kam ich zurück an meinen Platz. Die Reise war definitiv sehr kurzweilig und ich war ziemlich happy. Es heißt, sowas wie Perfektion existiert nicht, aber an dem Tag habe ich daran zu zweifeln begonnen.

In Meidling steigt man aus, meine S80 fährt direkt gegenüber, da kann ich am Bahnsteig verbleiben.

Hier der Taurus, der meinen Zug schob:
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Ich liebe die Melodie der 1116 bei der Anfahrt, nach über 5 Jahren ist es immer noch eine Freude.

Und da bis zur Ankunft der S80 noch Zeit verging konnte ich einen ČD-Railjet
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Einen Dosto im Cityjet-Kleid
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und letztlich ein Urgestein im Wiener Regionalverkehr, der 4020
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Es geht dann in einem Desiro ML nach Hause. Es ist völlig anders als früher, jetzt muss ich nicht diese doofe laute U-Bahn nehmen, jetzt kann ich die komfortable und angenehme S-Bahn nehmen. Es steigert mein Wohlbefinden um ein Vielfaches, vor allem am Abend.

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)

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