Harburg und mehr (Teil 56: Harburg, 45 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 08.09.2021, 16:25 (vor 9 Tagen)

Moin.

Harburg ist das südliche Eingangstor nach Hamburg und der einzige Fernbahnhof einer deutschen Großstadt mit einem separaten City-Ticket (gilt nur in Hamburg AB südlich der Norderelbe). Los geht es an den Süderelbbrücken, die beiden Aufnahmen hatte ich letztes Mal vergessen gehabt.


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HH56-01. Foto Wolf-Dietmar Loos by Sören Heise, auf Flickr


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HH56-02. Foto Wolf-Dietmar Loos by Sören Heise, auf Flickr

1 2 Die mittlerweile nicht mehr so ganz perfekten Süderelbbrücken sind bald 50 Jahre alt. Am 30. November 1975 war Wolf-Dietmar vor Ort, als die westlichste von ihnen der Belastungsprobe unterzogen wurde. 291 017 und 018 schoben die Belastungszüge auf die Gleise. Einige Menschen und ein Auto mit Blaulicht schauen neugierig zu.


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Und jetzt Harburg: Kilometrierungstechnisch kreuzen sich im Bahnhof die Strecken von Hannover über Lehrte nach Cuxhaven (km 169,4) und von Wanne-Eickel nach Hamburg (km 343,3). Zwei separate Kilometrierungen lassen wir außer Acht. Druntendrunter liegt mit km 12,3 der Tunnelbahnhof der Harburger S-Bahn.
Der heutige Harburger Bahnhof ist Harburgs dritter. Die Strecke aus Hannover hatte einen Bahnhof am heutigen Schellerdamm. Die Züge der Strecke von Wanne-Eickel nach Hamburg hielten im „Venloer Bahnhof” an der Hannoverschen Straße. Dieser Bahnhof übernahm mit Fertigstellung der Elbbrücken vom ersten Bahnhof den Personenverkehr. Der lief jetzt bis Hamburg durch. Der erste Bahnhof wurde zum Güterbahnhof, später dann zur Brache. Mittlerweile ist er ein Wohngebiet. Am 1. Mai 1897 erfolgte die Inbetriebnahme des heutigen Harburger Bahnhofs. Architekt war Hubert Stier, der die Gebäude im Stil der „Hannoverschen Schule” plante: Ziegelfarbiger Backstein mit Elementen aus Romanik und Gotik. Von der Stadt her erreicht man ein Vorgebäude. Das eigentliche Empfangsgebäude steht auf dem mittleren der drei Bahnsteige. Die Gleise sind heute von hinten her numeriert: Fernab des Haupteingangs liegt Gleis 1. Das und Gleis 2 dienen den Zügen aus Richtung Hannover und Bremen gen Hamburg. Am Mittelbahnsteig halten die Züge von Hamburg Richtung Hannover und Richtung Bremen. Der nach Süden versetzte Bahnsteig 5/6 dient zumeist den hier ihre Fahrtrichtung wechselnden Zügen der Unterelbebahn nach/von Cuxhaven. Diese Strecke zweigt schon unmittelbar nördlich des Bahnsteigs von der Verbindung nach Hamburg ab. Auf diesen sechs Gleisen halten (außerhalb des Berufsverkehrs) etwa 15 Züge je Stunde. Der Tunnelbahnsteig der S-Bahn wird von zwölf Zügen frequentiert. Die Unterelbebahn hatte anfangs ihren eigenen Endbahnhof, Harburg Unterelbe, der in den ersten Jahren nur mit einem Gleis im Straßenplanum mit den beiden anderen verbunden war.
Unser Rundgang jetzt hat seinen Schwerpunkt auf dem S-Bahnhof. Den Bahnhof Harburg hatte ich im Mai 2012 im Rahmen meiner Hauptbahnhofsserie bereits vorgestellt. Wenn ihr den Beitrag verpasst habt oder gar vergessen, hier ist er. Da stehen zur Geschichte auch ein paar Zahlen.


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HH56-03. Foto Christoph Arndt by Sören Heise, auf Flickr

3 Am 24. Juli 1991 widmete Christoph ihm drei Aufnahmen. Hier schauen wir vom Westende her. Beachtet bitte die an die Londoner U-Bahn angelehnten Stationsschilder an den Wänden.


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HH56-04. Foto Christoph Arndt by Sören Heise, auf Flickr

4 Auf dieser Aufnahme ist ein Bahnhofsschild „Victoria” zu sehen. Wir stehen am Haupteingang im Westen der Tunnelstation.


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HH56-05. Foto Christoph Arndt by Sören Heise, auf Flickr

5 Mit Zug.


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HH56-36 by Sören Heise, auf Flickr

36 Begeben wir uns mal kurz auf Bahnsteig 1/2. Der Steg fürs Reisegepäck existiert noch.


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HH56-37 by Sören Heise, auf Flickr

37 Das Bahnsteigdach sieht antik aus. Fahrgäste nach Hamburg gibt es in der Fernbahn immer wieder, mehr Nachfrage generiert aber der Zug Richtung Bremen.


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HH56-38 by Sören Heise, auf Flickr

38 Was wohl passiert wäre, wenn man den Nothalt betätigt hätte?


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HH56-39. Foto Christoph Arndt by Sören Heise, auf Flickr

39 Am 20. Juli 1989 widmete Christoph dem Bahnhof einige Zentimeter seines Films.
Grün im Bild offenbar eine Taxiruftonne.


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HH56-40. Foto Christoph Arndt by Sören Heise, auf Flickr

40 Ein Blick von der Schlachthofbrücke auf den frisch erneuerten und bepflanzten Bahnsteig 1/2. Aber auch auf dem Mittelbahnsteig hatte die Bundesbahngärtnerei gut zu tun.


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HH56-41. Foto Christoph Arndt by Sören Heise, auf Flickr

41 Vor einem damals noch ziemlich neuen Interregio 103 196. Es war kurz vor dreiviertel fünf. Den blauen Wagen rechts kann ich nicht einsortieren, vermutlich ein zum Dienstwagen umgebauter Vorkriegstriebwagen.


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HH56-44. Foto Christoph Arndt by Sören Heise, auf Flickr

44 In der Gegenrichtung schauen wir auf den weit nach Süden ausgreifenden Bahnsteig 5/6, heute ein beliebter Standort für Fuzzies.


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HH56-42. Foto Christoph Arndt by Sören Heise, auf Flickr

42 Ansicht von der Walter-Dudek-Brücke. Eine 110 mit einem kurzen Eilzug startet gleich das Projekt Elbquerung.


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HH56-43. Foto Christoph Arndt by Sören Heise, auf Flickr

43 Uns interessiert 151 124 nicht. Nach rechts unten verlässt die Unterelbebahn den Bahnhof. Gut zu sehen ist, dass ihre Züge nur den Bahnsteig 5/6 bedienen können.


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HH56-45. Foto Christoph Arndt by Sören Heise, auf Flickr

45 Und nach Norden. Rechts das Ausbesserungswerk.


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HH56-06 by Sören Heise, auf Flickr

6 Alle meine Aufnahmen entstanden am 19. März 2018. Das hier sollte ein Zug gen Hamburg sein.


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HH56-07 by Sören Heise, auf Flickr

7 Die Station präsentierte sich ein wenig nackt. Gefühlt sah es 2021 noch immer so aus.


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HH56-08 by Sören Heise, auf Flickr

8 Attraktiv?


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HH56-09 by Sören Heise, auf Flickr

9 Das ist so etwa das Vergleichsbild zu Christophs Aufnahme 3.


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HH56-10 by Sören Heise, auf Flickr

10 Typische Fahrgastinformation. Freie Flächen werden gerne mit S-Bahn-Bildern aufgefüllt, wie hier unten in der Mitte. Rechts daneben eine Information der Historischen S-Bahn.


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HH56-11 by Sören Heise, auf Flickr

11 Der Ostausgang.


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HH56-12 by Sören Heise, auf Flickr

12 Innen drin entdeckte ich diesen Leckerbissen.


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HH56-13 by Sören Heise, auf Flickr

13 Dort im Osten, am Neuländer Platz, befinden sich ein großes Parkhaus, ein Gebäude der Post (früher mal bestimmt mit Postamt) und ganz viel Nichts.


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HH56-14 by Sören Heise, auf Flickr

14 Der Osteingang.


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HH56-15 by Sören Heise, auf Flickr

15 Das Parkhaus.


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HH56-16 by Sören Heise, auf Flickr

16 Drei Straßenbrücken queren den Bahnhof. Südlich des Empfangsgebäudes die B 75 und die Schlachthofbrücke, im Norden die Walter-Dudek-Brücke. Von ihr bot sich dieser Blick gen Norden. Die Bauhaus-Filiale befindet sich im alten Ausbesserungswerk. Da grüßte einstmals ein Wandbild mit einer 103. Im Bild ein Metronom gen Bremen.


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HH56-17 by Sören Heise, auf Flickr

17 Die Hannoversche Brücke über die Unterelbebahn (links außerhalb des Bildes) wurde gerade neu errichtet und war für den nichtmotorisierten Verkehr durch eine Behelfsbrücke ersetzt worden. Auf dem Abstellgleis stehen immer mal wieder mehr oder minder interessante Loks, hier die 140 761.
Rechts im Hintergrund, vor den Häusern, lag Harburgs erster Bahnhof. Da gehen wir in zwei Wochen hin.


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HH56-18 by Sören Heise, auf Flickr

18 Und hier die Unterelbebahn. 246 006 schob damals noch einen Metronom.
Seit Dezember 2018 fährt die DB-Tochter Start Unterelbe die Züge. Noch immer haben nicht alle Fahrzeuge das neue Logo, auf manchen Fahrzeugen der Linie ist noch immer das Metronom-Logo zu erahnen.


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HH56-19 by Sören Heise, auf Flickr

19 Ein Gedenkstein für Walter Dudek. Nach dem 20. Juli 1944 wurde er verhaftet.


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HH56-20 by Sören Heise, auf Flickr

20 Nebeneingang zur S-Bahn.


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HH56-21 by Sören Heise, auf Flickr

21 Bahnhof, Busbahnhof und Phoenix-Werke.


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HH56-22 by Sören Heise, auf Flickr

22 Und ein Eingang in die Unterwelt.


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HH56-23 by Sören Heise, auf Flickr

23 Da ich, wenn überhaupt, den Schnellumstieg Fernbahn <-> S-Bahn nutze, habe ich da unten leichte Orientierungsprobleme. Ich verzichte daher auf detaillierte Lagebeschreibungen. Die S-Bahn ist jedenfalls ganz unten.


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HH56-24 by Sören Heise, auf Flickr

24 Da geht es noch weiter nach unten.


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HH56-25 by Sören Heise, auf Flickr

25 Dass es da zwischen den Bahnsteigebenen zwei Ebenen gibt, wußte ich gar nicht mehr...


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HH56-26 by Sören Heise, auf Flickr

26 Lange Rolltreppe.


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HH56-27 by Sören Heise, auf Flickr

27 Durchblick.


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HH56-28 by Sören Heise, auf Flickr

28 Licht!


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HH56-29 by Sören Heise, auf Flickr

29 Umfangreiches Angebot am Busbahnhof. Die Busse halten hier im Kreis um einen Mittelbussteig herum.


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HH56-30 by Sören Heise, auf Flickr

30 Blick zum Vorempfangsgebäude.


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HH56-31 by Sören Heise, auf Flickr

31 Wieder unten, irgendwo.


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HH56-32 by Sören Heise, auf Flickr

32 Nochmal auf dem Bahnsteig.


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HH56-33 by Sören Heise, auf Flickr

33 Nach Stade fahren die S-Bahnen teilweise nur alle Stunde.


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HH56-34 by Sören Heise, auf Flickr

34 Das ist die Verteilerebene unter den Bahnsteigen. Vom Unterelbe-Bahnsteig gibt es übrigens keine Direkttreppe hierhin. Da muss man erst hoch und wieder runter, um zu ihr runterzugehen. Das ist ein weiter Weg, da empfiehlt sich stattdessen der S-Bahn-Umstieg in Buxtehude.


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HH56-35 by Sören Heise, auf Flickr

35 Wir gehen jetzt wieder runter.


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Denn nächstes Mal steht der Bahnhof Harburg Rathaus auf dem Programm. Da schauen wir dann auch mal, wie es in Harburg so aussieht.

Viele Grüße vom „Wendland-Quartett”
Wolf-Dietmar, Christoph, Carsten und Sören

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Vielen Dank!

oppermad, Wuppertal/Wunstorf, Donnerstag, 09.09.2021, 08:10 (vor 9 Tagen) @ Sören Heise

Hallo Sören,

irgendwo musste ich in deinem Bericht das Wort "Notbremse" lesen. Damit du dich nicht ausgebremst fühlst und auf jeden Fall die Reihe fortsetzt, möchte ich mich bei dir für die bisherigen Teile danken. Geschrieben habe ich zwar eher wenig dazu, bin jedoch ein interessierter und aufmerksamer Leser.

In diesem Sinne: Mach weiter und bleib gesund!
Viele Grüße,

Dirk

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Wer ist kundig auf folgenden Baureihen:
103, 110, 111, 112, 120, 139, 140, 141, 143, 150, 151, 155, 181.2, 218, 225, 362, 420, 472, 601, 605, 624 und 628?
Richtig: Bender!

Danke auch von mir!

JanZ, Ha(n)sestadt, Donnerstag, 09.09.2021, 09:44 (vor 9 Tagen) @ Sören Heise

Vielen Dank auch von mir für ein weiteres interessantes Porträt! Den Bahnhof Harburg kenne ich vorwiegend vom Durchfahren und Freuen, dass man gleich in Hamburg ist bzw. dass man gerade da war. Ein paarmal bin ich da allerdings auch umgestiegen, einmal auf dem Rückweg von Lüneburg gen Süden und einmal Neujahr 2019, als aufgrund von Bauarbeiten die meisten Fernzüge in Harburg begannen.

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Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Danke zurück!

Sören Heise, Region Hannover, Donnerstag, 09.09.2021, 18:04 (vor 8 Tagen) @ Sören Heise

Danke zurück!

Dirk: Doch, ich fühle mich ausgebremst. Durch die Deutsche Bahn, die den neuen S-Bahnhof nicht rechtzeitig fertigbekommt. ;-) Wie ich damit umgehe, weiß ich noch nicht.

Jan: So oft nutze ich den Bahnhof auch nicht. Demnächst muss es mal wieder sein, ich muss demnächst mal nach Neugraben. Da fehlen noch Bilder.


Viele Grüße
Sören

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