Bahn legt neues Angebot vor (Allgemeines Forum)

nscharrn, IC 2152, Mittwoch, 01.09.2021, 18:52 (vor 18 Tagen)
bearbeitet von nscharrn, Mittwoch, 01.09.2021, 18:53

Deutsche Bahn legt neues Angebot vor

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Donnerstag, 02.09.2021, 05:05 (vor 18 Tagen) @ nscharrn

- kein Text -

--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
[image]

...aber dem GDL-Vorsitzenden ist das sch....egal,...

heinz11, Donnerstag, 02.09.2021, 08:23 (vor 18 Tagen) @ nscharrn

...Hauptsache, möglichst viel Schaden bei Dritten anrichten, damit der Druck von außen auf die DB zunimmt und man selbst seine Hände in Unschuld waschen kann.

Es geht dem Vorsitzenden um sein politisches Ziel, Geld und Tarife sind da nur Mittel zum Zweck.

Weiterstreiken!

Berliner65, Berlin, Donnerstag, 02.09.2021, 09:11 (vor 18 Tagen) @ heinz11
bearbeitet von Berliner65, Donnerstag, 02.09.2021, 09:11

Wenn ich mich nicht verlesen habe, bietet die Deutsche Bahn der GDL für 2021 weiterhin 0,0% Lohnerhöhung an. In Anbetracht der vorhandenen Inflation sagt der Vorstand also nichts anderes "arbeitet für weniger als bisher weiter, Euer Kaufkraftverlust interessiert uns nicht".

Streik 2 hat mir eine Dienstreise deutlich erschwert; Streik 3 erschwert mir eine weitere. Der einwöchige Urlaub meiner Frau mit ihrer Tochter muss komplett gecancelt werden. Und trotzdem sagt unsere Familie (sie umfasst keinen Bahnmitarbeiter!): streikt weiter - bis der Vorstand endlich berechtigte Forderungen anerkennt!

--
Meine Ankünfte am Zielort bewegen sich seit Wochen im Bereich von -5 bis +10. Wo kann ich mich beschweren, weil ich jetzt keine Bahn-Schauergeschichten erzählen kann? ;-)

Quatsch

ICE2020, Donnerstag, 02.09.2021, 09:39 (vor 18 Tagen) @ Berliner65

Wenn ich mich nicht verlesen habe, bietet die Deutsche Bahn der GDL für 2021 weiterhin 0,0% Lohnerhöhung an. In Anbetracht der vorhandenen Inflation sagt der Vorstand also nichts anderes "arbeitet für weniger als bisher weiter, Euer Kaufkraftverlust interessiert uns nicht".

Selbst wenn dem so wäre: Das neue Angebot ist ohne Zweifel ein großes Entgegenkommen, und weitere Fragen wird man sicherlich am Verhandlungstisch klären können. So es denn der GDL wirklich um diese Themen wie Laufzeit und wann greift die Erhöhung geht. Es wird aber immer deutlicher, dass es nur eine Machtdemonstration ist.

Anders als Weselsky es immer darstellt – und Du es scheinbar auch annimmst – ist ein Streik nämlich kein – Zitat – "Krieg" bei dem es darum geht, den anderen in die Knie zu zwingen, bis alle Forderungen bedingungslos anerkannt werden.

Im Übrigen kann die GDL sich das ganze überhaupt nur leisten, weil 1. ihre Mitglieder in einer derartigen Schlüsselposition sind und 2. der Staat im Zweifel der DB weiteres Geld zuschießen wird. Bei allen anderen Unternehmen in einer derart wirtschaftlichen Situation – und an Corona hat der DB-Vorstand sicherlich nicht Schuld – wäre all dies gar kein Thema.

Abschließend: Die Coronaprämie verstehe ich immer noch nicht. Ernsthaft jetzt für die Lokführer, die kaum Kontakte haben? Und wo doch andererseits die GDL sagt der Streik ist kein Problem, weil die Bahn ist ja sicher, das kann man auch während der Pandemie streiken? Ja wofür gibt's denn dann eine Prämie? Weil die Züge wegen Corona weiterfuhren, und man nicht – wie viele andere – in Kurzarbeit musste? Das ist für mich schlichtweg eine Unverfrorenheit, wo man sich die Fakten einfach so lange dreht bis sie irgendwie passen.

Und nur zur Klarstellung: Ich bin selbst Gewerkschaftsmitglied (nicht im Bereich Bahn), aber deswegen muss man nicht betriebsblind werden und sollte schon kritisch hinterfragen können, was sich hier abspielt.

Quatsch

frank_le, Donnerstag, 02.09.2021, 10:03 (vor 18 Tagen) @ ICE2020

Abschließend: Die Coronaprämie verstehe ich immer noch nicht. Ernsthaft jetzt für die Lokführer, die kaum Kontakte haben? Und wo doch andererseits die GDL sagt der Streik ist kein Problem, weil die Bahn ist ja sicher, das kann man auch während der Pandemie streiken? Ja wofür gibt's denn dann eine Prämie? Weil die Züge wegen Corona weiterfuhren, und man nicht – wie viele andere – in Kurzarbeit musste? Das ist für mich schlichtweg eine Unverfrorenheit, wo man sich die Fakten einfach so lange dreht bis sie irgendwie passen.

Solange Frau Baerbock die steuerfreie Corona Prämie einsteckt sollte diese auch an Bahn-Mitarbeiter gezahlt werden. Die sind nämlich wirklich systemrelevant und waren immer unterwegs für uns (nicht nur Lokführer auch Schaffner waren unterwegs).

Also viel Erfolg beim Streik (Auch wenn ich auf für meinen Urlaub jetzt zum Flughafen mit dem Flixbus und zurück sicherheitshalber mit Flixtrain fahren werde.).

Quatsch

agw, NRW, Donnerstag, 02.09.2021, 10:06 (vor 18 Tagen) @ frank_le


Solange Frau Baerbock die steuerfreie Corona Prämie einsteckt sollte diese auch an Bahn-Mitarbeiter gezahlt werden.

Interessante Logik.

--
"Mit Vollgas in den Sommer: Sparen Sie 20% bei Europcar."
- bahn.de

Quatsch

ICE2020, Donnerstag, 02.09.2021, 11:14 (vor 18 Tagen) @ frank_le

Solange Frau Baerbock die steuerfreie Corona Prämie einsteckt sollte diese auch an Bahn-Mitarbeiter gezahlt werden. Die sind nämlich wirklich systemrelevant und waren immer unterwegs für uns (nicht nur Lokführer auch Schaffner waren unterwegs).

Der Zusammenhang zwischen dem was Frau Baerbock tut oder nicht zum aktuellen Tarifstreit sehe ich beim besten Willen nicht. Im Übrigen waren sie bei nahezu Null Risiko in leeren Zügen unterwegs, das dürfte ziemlich angenehm gewesen sein, jedenfalls angenehmer als Einkommens- / Jobverlust wie in vielen anderen Branchen. Das Risiko für Zugbegleitpersonal usw. dürfte aktuell wieder deutlich höher sein als zur Hochphase der Pandemie wo die Züge schlicht leer waren.

Nur leere Züge?

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Donnerstag, 02.09.2021, 15:26 (vor 17 Tagen) @ ICE2020

Leere Züge mag ja sein. Betriebsbahner im Schichtbetrieb rund um die Uhr haben aber sicher ihr Privatleben komplett auf den Kopf stellen müssen, als auf einmal die schulpflichtigen Kinder zu Hause fest saßen. Ich kann mir lebhaft vorstellen, daß sehr viele Bahner mit Vokabeln, Mathe und Bio gepaukt haben statt sich zu erholen. Um dann nachts um 2 Uhr wieder aufzustehen und die Frühzüge verlässlich fahren zu lassen. Großeltern sind zur Kinderbetreuung ja auch ausgefallen.

Klar hätten Krankenhaus- und Pflegepersonale eine besonders große Prämie verdient. Keiner hatte enen anspruchsvolleren Job als die. Und auch Stadtverwaltungen sind zu Höchstformen aufgelaufen. Das ist aber Sache deren Interessenvertreter. Und in diesen Bereichen auch der großen Politik. Aber selbst Banken haben eine Sonderprämie gezahlt. Na und unsere Firma auch, dabei hatten nur wenige direkten Kundenkontakt. Wir haben aber für Daheimgebliebene (wegen Schulkind oder selber in Karantäne) flexibel mehr mitgearbeitet. Die Chef's haben dann danke gesagt.

Ob man das nun erstreiken muß? Kann man so sehen oder so. Wenn man für eine Altersvorsorge streiken kann, warum nicht auch um eine Sonderzahlung? Im Grunde genommen würde ein Streik ja niemandem zu keiner Zeit passen. Sind es nicht grad die Sommerferien, dann ist es die darbende Wirtschaft, der Winterurlaub oder eine Großveranstaltung irgendwo. Die Bahner sollen immer funktionieren. Diese Notwendigkeit sehe ich bei Notärzten, Feuerwehr, Polizei und Wasser/Stromwerken, den ÖPNV zähle ich aber nicht zu dieser allerhöchsten(!) Kategorie. War selber von den Straßenbahn-Streiks im vergangenen Jahr betroffen und nicht glücklich dabei. Trotzdem gestehe ich den Männern und Frauen ihr Streikrecht zu.

Übrigens: Bahner sind auch die, die rund um Feiertage wie Heiligabend oder Silvester nahezu das volle Programm fahren müssen, während der Großteil der Bevölkerung sich eine schöne Gaudizeit macht.


Ich habe fertig.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

Quatsch

agw, NRW, Donnerstag, 02.09.2021, 10:04 (vor 18 Tagen) @ ICE2020

Wenn ich mich nicht verlesen habe, bietet die Deutsche Bahn der GDL für 2021 weiterhin 0,0% Lohnerhöhung an. In Anbetracht der vorhandenen Inflation sagt der Vorstand also nichts anderes "arbeitet für weniger als bisher weiter, Euer Kaufkraftverlust interessiert uns nicht".

Diese Argumentation habe ich ja nie verstanden: "Mein nächstes iphone wird teurer, ich brauche mehr Lohn".
Die Inflation muss doch erwirtschaftet werden. Bahn-intern kann das nur durch höhere Produktivität passieren.

Und nein, Preise kann man auch nicht beliebig erhöhen um in gleicher Höhe den Umsatz zu steigern. Mal abgesehen davon, dass das auch wieder die Inflation (für Bahnfahrer) ankurbeln würde.

--
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- bahn.de

Quatsch

Axel252525, Donnerstag, 02.09.2021, 10:40 (vor 18 Tagen) @ agw

Wenn ich mich nicht verlesen habe, bietet die Deutsche Bahn der GDL für 2021 weiterhin 0,0% Lohnerhöhung an. In Anbetracht der vorhandenen Inflation sagt der Vorstand also nichts anderes "arbeitet für weniger als bisher weiter, Euer Kaufkraftverlust interessiert uns nicht".

Diese Argumentation habe ich ja nie verstanden: "Mein nächstes iphone wird teurer, ich brauche mehr Lohn".
Die Inflation muss doch erwirtschaftet werden. Bahn-intern kann das nur durch höhere Produktivität passieren.

Und nein, Preise kann man auch nicht beliebig erhöhen um in gleicher Höhe den Umsatz zu steigern. Mal abgesehen davon, dass das auch wieder die Inflation (für Bahnfahrer) ankurbeln würde.

Die Argumentation ist aber goldrichtig: denn die meisten Unternehmen, auch die Bahn, legen die Inflation bzw. allgemeine Preissteigerungen im Einkauf konsequent auf höhere Verkaufspreise um. Bei der Inflationsrate spricht man nicht umsonst auch von Teuerungsrate, weil sie eben nicht nur die reine Geldentwertung durch Geldmarktpolitik umfasst.
Wir reden hier auch nicht von iPhones, sondern von Kraftstoff, Fahrkarten, Mieten, Lebensmitteln und allem was zur gesellschaftlichen Teilhabe gehört.

Und sich für das gleiche Gehalt weniger leisten zu können, entspricht faktisch einer Lohnminderung.

Aber soll ich dir was sagen: diese Diskussion führen witzigerweise vor Allem die Leute, die von sinkenden Reallöhnen selber betroffen sind. Und zerreden damit sich selber und anderen das eigene Gehalt und sorgen so selber noch für mehr soziale Ungleichheit.
Manchmal kann ich da nur noch mit dem Kopf schütteln und muss es, entgegen meiner inneren Einstellung für mich positiv sehen: solange die niedrigeren Lohngruppen selber dafür sorgen, dass die Lohnsteigerungen insgesamt möglichst gering ausfallen, bleibt für das andere Ende des Gehaltsspektrums ein größeres Stück vom Kuchen.

Quatsch

agw, NRW, Donnerstag, 02.09.2021, 12:39 (vor 17 Tagen) @ Axel252525

Wenn ich mich nicht verlesen habe, bietet die Deutsche Bahn der GDL für 2021 weiterhin 0,0% Lohnerhöhung an. In Anbetracht der vorhandenen Inflation sagt der Vorstand also nichts anderes "arbeitet für weniger als bisher weiter, Euer Kaufkraftverlust interessiert uns nicht".

Diese Argumentation habe ich ja nie verstanden: "Mein nächstes iphone wird teurer, ich brauche mehr Lohn".
Die Inflation muss doch erwirtschaftet werden. Bahn-intern kann das nur durch höhere Produktivität passieren.

Und nein, Preise kann man auch nicht beliebig erhöhen um in gleicher Höhe den Umsatz zu steigern. Mal abgesehen davon, dass das auch wieder die Inflation (für Bahnfahrer) ankurbeln würde.


Die Argumentation ist aber goldrichtig: denn die meisten Unternehmen, auch die Bahn, legen die Inflation bzw. allgemeine Preissteigerungen im Einkauf konsequent auf höhere Verkaufspreise um. Bei der Inflationsrate spricht man nicht umsonst auch von Teuerungsrate, weil sie eben nicht nur die reine Geldentwertung durch Geldmarktpolitik umfasst.

Das Argument ist eben nicht goldrichtig, sondern völlig falsch. Was du da willst, ist eher eine Lohn-Preis-Spirale.

Wir reden hier auch nicht von iPhones, sondern von Kraftstoff, Fahrkarten, Mieten, Lebensmitteln und allem was zur gesellschaftlichen Teilhabe gehört.
Und sich für das gleiche Gehalt weniger leisten zu können, entspricht faktisch einer Lohnminderung.

D.h. du bist für automatische Lohnkürzungen, sobald mal was billiger wird? Gibt ja oft "Deflation", wenn der Ölpreis stark fällt. Das muss die Bahn dann sofort vom Lohn abziehen, richtig?


Aber soll ich dir was sagen: diese Diskussion führen witzigerweise vor Allem die Leute, die von sinkenden Reallöhnen selber betroffen sind. Und zerreden damit sich selber und anderen das eigene Gehalt und sorgen so selber noch für mehr soziale Ungleichheit.

Soziale Ungleichheit erreicht man vor allem dadurch, dass du jetzt die Ticketpreise für Leute erhöhen willst, die sich keine Alternative haben oder leisten können (Auto, Home Office).
Aber soll ich dir was sagen: Mehr Inflation fordern meist die, denen diese egal ist.

Manchmal kann ich da nur noch mit dem Kopf schütteln und muss es, entgegen meiner inneren Einstellung für mich positiv sehen: solange die niedrigeren Lohngruppen selber dafür sorgen, dass die Lohnsteigerungen insgesamt möglichst gering ausfallen, bleibt für das andere Ende des Gehaltsspektrums ein größeres Stück vom Kuchen.

Umgekehrt wird ein Schuh draus. Wer Preissteigerungen da fordert, wo die niedrigen Lohngruppen besonders betroffen sind, hat für sich am anderen Ende des Gehaltsspektrums am wenigsten Nachteile davon. Verstehen aber nicht alle.

--
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- bahn.de

Quatsch

Axel252525, Donnerstag, 02.09.2021, 13:27 (vor 17 Tagen) @ agw
bearbeitet von Axel252525, Donnerstag, 02.09.2021, 13:28

Wenn ich mich nicht verlesen habe, bietet die Deutsche Bahn der GDL für 2021 weiterhin 0,0% Lohnerhöhung an. In Anbetracht der vorhandenen Inflation sagt der Vorstand also nichts anderes "arbeitet für weniger als bisher weiter, Euer Kaufkraftverlust interessiert uns nicht".

Diese Argumentation habe ich ja nie verstanden: "Mein nächstes iphone wird teurer, ich brauche mehr Lohn".
Die Inflation muss doch erwirtschaftet werden. Bahn-intern kann das nur durch höhere Produktivität passieren.

Und nein, Preise kann man auch nicht beliebig erhöhen um in gleicher Höhe den Umsatz zu steigern. Mal abgesehen davon, dass das auch wieder die Inflation (für Bahnfahrer) ankurbeln würde.


Die Argumentation ist aber goldrichtig: denn die meisten Unternehmen, auch die Bahn, legen die Inflation bzw. allgemeine Preissteigerungen im Einkauf konsequent auf höhere Verkaufspreise um. Bei der Inflationsrate spricht man nicht umsonst auch von Teuerungsrate, weil sie eben nicht nur die reine Geldentwertung durch Geldmarktpolitik umfasst.


Das Argument ist eben nicht goldrichtig, sondern völlig falsch. Was du da willst, ist eher eine Lohn-Preis-Spirale.

Wir reden hier auch nicht von iPhones, sondern von Kraftstoff, Fahrkarten, Mieten, Lebensmitteln und allem was zur gesellschaftlichen Teilhabe gehört.
Und sich für das gleiche Gehalt weniger leisten zu können, entspricht faktisch einer Lohnminderung.


D.h. du bist für automatische Lohnkürzungen, sobald mal was billiger wird? Gibt ja oft "Deflation", wenn der Ölpreis stark fällt. Das muss die Bahn dann sofort vom Lohn abziehen, richtig?

Bin ich persönlich nicht. Wir betrachten hier ja Durchschnitte in den Preissteigerungen, die dementsprechend unspezifisch ausgeglichen werden.
Ich gehe deinen Umkehrschluss aber insoweit mit, dass es in Jahren mit einer Inflationsrate = 0 auch keinen Grund gibt, den Lohn von Gehaltsgruppen pauschal zu erhöhen.


Aber soll ich dir was sagen: diese Diskussion führen witzigerweise vor Allem die Leute, die von sinkenden Reallöhnen selber betroffen sind. Und zerreden damit sich selber und anderen das eigene Gehalt und sorgen so selber noch für mehr soziale Ungleichheit.


Soziale Ungleichheit erreicht man vor allem dadurch, dass du jetzt die Ticketpreise für Leute erhöhen willst, die sich keine Alternative haben oder leisten können (Auto, Home Office).
Aber soll ich dir was sagen: Mehr Inflation fordern meist die, denen diese egal ist.

Die Ticketpreise werden so oder so erhöht. Und wenn auch die Kindergärtnerin 2% mehr bekommt, genauso wie alle anderen Teilnehmer des Wirtschaftssystems, läuft es bei allen in Bezug auf die reale Kaufkraft auf 0% Änderung hinaus. Nur, das ich für das gleiche Stück Papier künftig weniger bekomme, dafür aber auch mehr Stücke von dem Papier.

Manchmal kann ich da nur noch mit dem Kopf schütteln und muss es, entgegen meiner inneren Einstellung für mich positiv sehen: solange die niedrigeren Lohngruppen selber dafür sorgen, dass die Lohnsteigerungen insgesamt möglichst gering ausfallen, bleibt für das andere Ende des Gehaltsspektrums ein größeres Stück vom Kuchen.


Umgekehrt wird ein Schuh draus. Wer Preissteigerungen da fordert, wo die niedrigen Lohngruppen besonders betroffen sind, hat für sich am anderen Ende des Gehaltsspektrums am wenigsten Nachteile davon. Verstehen aber nicht alle.

Wie wäre es mit beidem zusammen? Steuererleichterungen so gestalten, dass man am oberen Ende profitiert und das untere Ende ruhig gestellt ist + gleichzeitig unter Vorgabe wichtiger Gründe, wie von dir skizziert, bestimmte Dinge so bepreisen, dass es einen am oberen Ende nicht interessiert und das untere Ende unverhältnismäßig stark trifft?
[Satz könnte erhebliche Spuren von Ironie und Satire enthalten].

Quatsch

Reservierungszettel, KDU, Donnerstag, 02.09.2021, 10:57 (vor 18 Tagen) @ ICE2020

Abschließend: Die Coronaprämie verstehe ich immer noch nicht. Ernsthaft jetzt für die Lokführer, die kaum Kontakte haben?

In der GDL sind nicht nur Lokführer…

Quatsch

ICE2020, Donnerstag, 02.09.2021, 11:16 (vor 18 Tagen) @ Reservierungszettel

In der GDL sind nicht nur Lokführer…

Das ist mir klar, dann könnte man aber ja durchaus für diejenigen eine Prämie verlangen, die es betrifft statt nach dem Gießkannenprinzip für alle. Wäre für mich als Forderung jedenfalls nachvollziehbarer.

Quatsch

Christian_S, Donnerstag, 02.09.2021, 13:45 (vor 17 Tagen) @ ICE2020

Abschließend: Die Coronaprämie verstehe ich immer noch nicht. Ernsthaft jetzt für die Lokführer, die kaum Kontakte haben?

Haben Lokführer keine Kinder, deren Betreuung sie während der Lockdownphase irgendwie organisieren mussten, während sie selbst zur Arbeit gingen, um Dich zu befördern? Mitunter auch zu dem Preis, dass sie selbst oder der/die Partner/in ggf zuhause bleiben mussten, um die Betreuung abzusichern.
Merke: ein Lokführer kann nicht HomeOffice machen und hat auch während des Lokdowns in Schichten gearbeitet...

+1 und interessante Stimmen von Dritten

heinz11, Donnerstag, 02.09.2021, 14:00 (vor 17 Tagen) @ ICE2020

"...
IW kritisiert GDL

Das Institut der deutschen Wirtschaft kritisierte die Strategie der Lokführergewerkschaft. Der Tarifexperte Hagen Lesch betonte, Die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) habe in den vergangenen Jahren ähnlich hohe Löhne erreicht und habe dafür längst nicht so aggressiv auftreten müssen. Die GDL habe laut Bahn seit 2007 Lohnsteigerungen um 48,1 Prozent für ihre Mitglieder erreicht, während die EVG sogar 50,5 Prozent durchsetzen konnte. Der IW-Experte folgt der Einschätzung, dass es der GDL auch im aktuellen Streik nicht ausschließlich um Lohnprozente geht, weil sie sich als kleinere Gewerkschaft ihren Status als Tarifverhandlungspartner erhalten wolle.
Im laufenden Konflikt habe sich die GDL jedoch ohne Not in die Bredouille gebracht, indem sie im vergangenen Jahr die Schlichtung platzen ließ. Ohne diesen Schritt hätten die Grundsatzfragen zur Ko-Existenz der beiden Gewerkschaften im Bahn-Konzern wie bereits 2015 erneut festgeschrieben werden können.

..."

Der Auszug stammt von aus Deutschlandfunk.de. Hervorhebung durch mich.

Den gesamten Artikel gibt es hier:

Einseitig

musicus, Donnerstag, 02.09.2021, 14:38 (vor 17 Tagen) @ heinz11

"...
IW kritisiert GDL

Das Institut der deutschen Wirtschaft...

https://de.wikipedia.org/wiki/Institut_der_deutschen_Wirtschaft
Satz 1:
"Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW) mit Sitz in Köln und Büros in Berlin und Brüssel ist ein arbeitgebernahes Wirtschaftsforschungsinstitut."

Einseitig ist alles, was Dir nicht in den Kram paßt.

heinz11, Donnerstag, 02.09.2021, 16:14 (vor 17 Tagen) @ musicus

- kein Text -

Unsinn

musicus, Donnerstag, 02.09.2021, 16:38 (vor 17 Tagen) @ heinz11

- kein Text -

RE: Weiterstreiken!

Rudi, Donnerstag, 02.09.2021, 10:25 (vor 18 Tagen) @ Berliner65

Moment mal - der Staat / die EU erhöht die Geldmenge und verursacht Inflation, und dann ist der Arbeitgeber in der Pflicht das auszugleichen, noch dazu Leistungs-unabhängig pauschal für alle?
Vielleicht sollte man mal überlegen ob der Arbeitgeber der richtige Addressat für diese Unzufriedenheit ist...

RE: Weiterstreiken!

Axel252525, Donnerstag, 02.09.2021, 11:08 (vor 18 Tagen) @ Rudi
bearbeitet von Axel252525, Donnerstag, 02.09.2021, 11:08

Moment mal - der Staat / die EU erhöht die Geldmenge und verursacht Inflation, und dann ist der Arbeitgeber in der Pflicht das auszugleichen, noch dazu Leistungs-unabhängig pauschal für alle?
Vielleicht sollte man mal überlegen ob der Arbeitgeber der richtige Addressat für diese Unzufriedenheit ist...

Kleiner Tipp: die Inflationsrate beinhaltet nicht nur die durch die Geldmarktpolitik entstehende Entwertung. Sie enthält ganz allgemein die steigenden Preise für Verbraucher und heißt deshalb auch Teuerungsrate.

Solche Preissteigerungen entstehen durch knapper werdende Rohstoffe, steigende Löhne andernorts, zusätzliche Abgaben usw... Sie entsteht explizit z.B. auch dadurch, dass privatwirtschaftliche Unternehmen höhere Preise aufrufen, weil diese gerade einfach marktgängig sind. Privatwirtschaftliche Unternehmen schlagen höhere Einkaufspreise in der Regel einfach auf höhere Verkaufspreise um und tragen so selber weiter zur Inflationsrate bei.

Das ist natürlich richtig

Rudi, Donnerstag, 02.09.2021, 11:19 (vor 18 Tagen) @ Axel252525

Nichtsdestotrotz ist an alledem nicht der Arbeitgeber schuld. Der Staat könnte zumindest gegenlenken, hat daran aber kein Interesse, ganz im Gegenteil.
Wie in einem anderen Post schon beschrieben legt die Bahn dann eben die Kosten auf die Fahrgäste um, was wiederum zu einer Teuerung für erheblich mehr Menschen sorgt.
Würde jedes Unternehmen dazu genötigt, "die Inflation auszugleichen", hätten wir hier ganz schnell venezolanische Verhältnisse.

Das ist natürlich richtig

Axel252525, Donnerstag, 02.09.2021, 11:39 (vor 18 Tagen) @ Rudi
bearbeitet von Axel252525, Donnerstag, 02.09.2021, 11:39

Nichtsdestotrotz ist an alledem nicht der Arbeitgeber schuld. Der Staat könnte zumindest gegenlenken, hat daran aber kein Interesse, ganz im Gegenteil.
Wie in einem anderen Post schon beschrieben legt die Bahn dann eben die Kosten auf die Fahrgäste um, was wiederum zu einer Teuerung für erheblich mehr Menschen sorgt.
Würde jedes Unternehmen dazu genötigt, "die Inflation auszugleichen", hätten wir hier ganz schnell venezolanische Verhältnisse.

Da gebe ich dir Recht, insgesamt darf eine Inflation nicht ungesteuert ablaufen.
Allerdings halte ich eine allgemeine Lohnsteigerung um die Inflationsrate (für alle Arbeitnehmer) dann aber zumindest für geeignet, die Auswirkungen wie einen Reallohnverlust/Kaufkraftverlust gegen 0 gehen zu lassen.

Welche staatlichen Maßnahmen stellst du dir denn vor?

In der freien Wirtschaft...

Barzahlung, Donnerstag, 02.09.2021, 15:49 (vor 17 Tagen) @ Berliner65

Wenn ich mich nicht verlesen habe, bietet die Deutsche Bahn der GDL für 2021 weiterhin 0,0% Lohnerhöhung an. In Anbetracht der vorhandenen Inflation sagt der Vorstand also nichts anderes "arbeitet für weniger als bisher weiter, Euer Kaufkraftverlust interessiert uns nicht".

In der freien Wirtschaft richten sich die Gehaltsforderungen in der Regel 1:1 nach der wirtschaftlichen Situation des Arbeitgebers. Wenn ein Betrieb, so wie derzeit die DB AG, hohe Verluste einfährt, würde man normalerweise auf Gehaltserhöhungen verzichten, um die wirtschaftliche Situation des Arbeitgebers nicht zu gefährden.
Okay, außer bei Opel in Bochum. Da hatte man jahrelang rote Zahlen und wusste auch auf eine angedrohte Werksschließung 2014 statt 2016 durch GM nichts besseres zu tun, als weiter zu streiken. So war Bochum schon 2014 Geschichte.

Bei der DB AG kann das natürlich nicht passieren, weil hinter der DB AG eine nie versiegende Geldquelle steckt.

In der freien Wirtschaft...

heinz11, Donnerstag, 02.09.2021, 16:19 (vor 17 Tagen) @ Barzahlung

Wenn ich mich nicht verlesen habe, bietet die Deutsche Bahn der GDL für 2021 weiterhin 0,0% Lohnerhöhung an. In Anbetracht der vorhandenen Inflation sagt der Vorstand also nichts anderes "arbeitet für weniger als bisher weiter, Euer Kaufkraftverlust interessiert uns nicht".


In der freien Wirtschaft richten sich die Gehaltsforderungen in der Regel 1:1 nach der wirtschaftlichen Situation des Arbeitgebers. Wenn ein Betrieb, so wie derzeit die DB AG, hohe Verluste einfährt, würde man normalerweise auf Gehaltserhöhungen verzichten, um die wirtschaftliche Situation des Arbeitgebers nicht zu gefährden.
Okay, außer bei Opel in Bochum. Da hatte man jahrelang rote Zahlen und wusste auch auf eine angedrohte Werksschließung 2014 statt 2016 durch GM nichts besseres zu tun, als weiter zu streiken. So war Bochum schon 2014 Geschichte.

Bei der DB AG kann das natürlich nicht passieren, weil hinter der DB AG eine nie versiegende Geldquelle steckt.


Ein regelrechter Goldesel. Und der heißt: Steuerzahler

In freier Wirtschaft... wie der Bahn.. bleibt der Kunde aus.

Henrik, Donnerstag, 02.09.2021, 18:03 (vor 17 Tagen) @ Barzahlung
bearbeitet von Henrik, Donnerstag, 02.09.2021, 18:06

Wenn ich mich nicht verlesen habe, bietet die Deutsche Bahn der GDL für 2021 weiterhin 0,0% Lohnerhöhung an. In Anbetracht der vorhandenen Inflation sagt der Vorstand also nichts anderes "arbeitet für weniger als bisher weiter, Euer Kaufkraftverlust interessiert uns nicht".

Inflation? Wir befinden uns seit Jahren in Deflation.

Vor Inflation müssen wir Deutschen uns nunmehr seit 100 Jahren nicht mehr fürchten und doch haben sie alle so sehr Angst davor.. Das müssen Omi & Opi ja richtig gut eingetrichtert haben.. und zwar nur hierzulande.

In der freien Wirtschaft richten sich die Gehaltsforderungen in der Regel 1:1 nach der wirtschaftlichen Situation des Arbeitgebers. Wenn ein Betrieb, so wie derzeit die DB AG, hohe Verluste einfährt, würde man normalerweise auf Gehaltserhöhungen verzichten, um die wirtschaftliche Situation des Arbeitgebers nicht zu gefährden.

genau.
So sah ja auch der Tenor aus des "Bündnis für die Bahn"

ansonsten drohen eben auch Stellenabbau bzw. geplante Einstellungen reduziert.

Deren Kaufkraft ist erheblich gestiegen, nicht gefallen.

Bei der DB AG kann das natürlich nicht passieren, weil hinter der DB AG eine nie versiegende Geldquelle steckt.

huch?

welche auch immer Du meinst, Du kannst nur die Einnahmen des FV durch die Fahrgäste meinen.
Diese sind aber alles andere als nie versiegend. Die bleiben aus, sollte die DB ihre Tickets überdeutlich erhöhen müssen wegen deutlich überhöhten Personalkosten.
Bei DB Cargo gehen Aufträge verloren, bei DB Regio gehen Ausschreibungen verloren.. an Mitkonkurrenten.

In freier Wirtschaft... wie der Bahn.. bleibt der Kunde aus.

Barzahlung, Donnerstag, 02.09.2021, 22:38 (vor 17 Tagen) @ Henrik

Bei der DB AG kann das natürlich nicht passieren, weil hinter der DB AG eine nie versiegende Geldquelle steckt.


huch?

welche auch immer Du meinst, Du kannst nur die Einnahmen des FV durch die Fahrgäste meinen.
Diese sind aber alles andere als nie versiegend. Die bleiben aus, sollte die DB ihre Tickets überdeutlich erhöhen müssen wegen deutlich überhöhten Personalkosten.
Bei DB Cargo gehen Aufträge verloren, bei DB Regio gehen Ausschreibungen verloren.. an Mitkonkurrenten.

Wer kommt für das Defizit auf, das bei der DB Fernverkehr AG dadurch entstanden ist, dass das Angebot nicht an die Nachfrage angepasst worden ist?

In freier Wirtschaft... wie der Bahn.. bleibt der Kunde aus.

Henrik, Sonntag, 12.09.2021, 03:15 (vor 8 Tagen) @ Barzahlung

Bei der DB AG kann das natürlich nicht passieren, weil hinter der DB AG eine nie versiegende Geldquelle steckt.

huch?

welche auch immer Du meinst, Du kannst nur die Einnahmen des FV durch die Fahrgäste meinen.
Diese sind aber alles andere als nie versiegend. Die bleiben aus, sollte die DB ihre Tickets überdeutlich erhöhen müssen wegen deutlich überhöhten Personalkosten.
Bei DB Cargo gehen Aufträge verloren, bei DB Regio gehen Ausschreibungen verloren.. an Mitkonkurrenten.

Wer kommt für das Defizit auf, das bei der DB Fernverkehr AG dadurch entstanden ist, dass das Angebot nicht an die Nachfrage angepasst worden ist?

humpf.

Was soll das?
Einfache Frage - einfache Antwort?

Die größtenteils Aufrechterhaltung des FV war eine unternehmensinterne Entscheidung, gewiss mit Rucksprache und Zustimmung des Eigentürmers.
Darum gehts hier nicht.
Es gibt Unterstützung, es gab Verhandlungen.
Das 3-Stufen-Modell ist bekannt,
Erhöhung der Verschuldungsgrenze, Erhöhung des Eigenkapitals und zu 50% Einsparungen im Systemverbund der Bahn, u.a. im Bereich des Personals.

Der unterstellte Hintergrund, bei der DB AG könne das nicht passieren, weil hinter der DB AG eine nie versiegende Geldquelle steckt
trifft schlichtweg nicht zu.
Und das wurde so auch vom Gericht erläutert.
Der Streik hat dann seine Grenzen, wenn die wirtschaftliche Situation des Unternehmens seine Grenzen findet - dann ist die Verhältnismäßigkeit nicht mehr gegeben. Das sah das Gericht aktuell nicht gegeben an, würde es aber, wenn sich der Streik noch endlos hinziehen würde. Ein solcher Punkt wäre aktuell nicht absehbar, aber irgendwann doch schon.
GDL und DB werden sich irgendwann schon wieder zusammensetzen und auch zu einer Einigung gelangen.

Ein anderer schreibt, weil [...] der Staat im Zweifel der DB weiteres Geld zuschießen wird..
Wie sollte das aussehen?
"Hey, die Verhandlungen mit der GDL.. und dann ggf. weiteren mit EVG fiel um 20 Mio höher aus als erwartet, also schiebt mal entsprechend Kohle rüber."
So läuft das nicht. wie auch?
Was wird dann Flixtrain sagen und vor allem die EU-Wettbewerbs-Kommission?


Das 3-Stufen-Modell ist erweitert worden um Herabsetzung der Trassenpreise für den FV,

Bund avisiert temporäre Trassenpreissenkung

21. April 2021
Um pandemiebedingte Schäden bei der Deutschen Bahn auszugleichen, will der Bund nicht nur das Eigenkapital der DB erhöhen, sondern neu auch die Trassenpreise mit 98 Prozent subventionieren, und zwar für den Güter- und den Personenfernverkehr. Die Regelung soll rückwirkend ab März 2020 bis Ende 2021 gelten, im Personenverkehr sogar bis in das Jahr 2022 hinein, heißt es in einer Mitteilung des Bundesverkehrsministeriums an Mitglieder des Haushaltsausschusses.

Zusatzkosten von mehr als 1 Milliarde pro Jahr

Die Bundesregierung hofft, damit die Zustimmung der EU-Wettbewerbsdirektion zu geplanten Subventionen der DB und des Bahnsektors zu erreichen – sie entscheidet über Beihilfen.

[...]

https://www.dvz.de/rubriken/politik/detail/news/bund-avisiert-temporaere-trassenpreisse...

In freier Wirtschaft... wie der Bahn.. bleibt der Kunde aus.

agw, NRW, Sonntag, 12.09.2021, 10:34 (vor 8 Tagen) @ Henrik


Ein anderer schreibt, weil [...] der Staat im Zweifel der DB weiteres Geld zuschießen wird..
Wie sollte das aussehen?
"Hey, die Verhandlungen mit der GDL.. und dann ggf. weiteren mit EVG fiel um 20 Mio höher aus als erwartet, also schiebt mal entsprechend Kohle rüber."
So läuft das nicht. wie auch?

Man hebt einfach mit immer neuen Tricks die Verschuldungsgrenze an, bis zur nächsten Bahnreform. Dann werden alle Schulden als Verlust für den Eigentümer realisiert.
Ist ja nicht so, dass das nicht schonmal so gewesen wäre. :-)

Aber gut, man kann auch in einer Traumwelt leben, wo das nicht so passieren wird :-)

--
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In freier Wirtschaft... wie der Bahn.. bleibt der Kunde aus.

Reservierungszettel, KDU, Sonntag, 12.09.2021, 12:19 (vor 7 Tagen) @ Barzahlung

Bei der DB AG kann das natürlich nicht passieren, weil hinter der DB AG eine nie versiegende Geldquelle steckt.


huch?

welche auch immer Du meinst, Du kannst nur die Einnahmen des FV durch die Fahrgäste meinen.
Diese sind aber alles andere als nie versiegend. Die bleiben aus, sollte die DB ihre Tickets überdeutlich erhöhen müssen wegen deutlich überhöhten Personalkosten.
Bei DB Cargo gehen Aufträge verloren, bei DB Regio gehen Ausschreibungen verloren.. an Mitkonkurrenten.


Wer kommt für das Defizit auf, das bei der DB Fernverkehr AG dadurch entstanden ist, dass das Angebot nicht an die Nachfrage angepasst worden ist?

Wird es doch, so der Plan wenn nichts dazwischen kommt.

Denn erstmal werden alte Züge ausgetauscht - dann wird aufgestockt, gut hätte man auch schon vor knapp 20 Jahren mit dem ICE3 haben können dann wäre DB Fernverkehr jetzt anderes aufgestellt.

Das Problem ist einfach das immer wieder häppchenweise verschiedene Züge geordert werden, der ICE4 ist mal wieder seit langem eine große Investition wobei auch dort wieder alles andere als einheitlich vorgegangen wurde nämlich 7-Teiler, 12-Teiler, 13-Teiler.

Warum nicht nur 7-Teiler und 12 oder 13-Teiler?

Erst Managergehälter senken!

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Freitag, 03.09.2021, 07:34 (vor 17 Tagen) @ Barzahlung
bearbeitet von 218 466-1, Freitag, 03.09.2021, 07:36

In der freien Wirtschaft richten sich die Gehaltsforderungen in der Regel 1:1 nach der wirtschaftlichen Situation des Arbeitgebers. Wenn ein Betrieb, so wie derzeit die DB AG, hohe Verluste einfährt, würde man normalerweise auf Gehaltserhöhungen verzichten, um die wirtschaftliche Situation des Arbeitgebers nicht zu gefährden.

Die Treppe wird am besten von oben gekehrt. Die ohnehin überbezahlten und überflüssigen Manager im Vorstand hätten ja mit gutem Beispiel voran gehen und auf Gehaltserhöhungen verzichten können. Da waren dann aber das "Wohl der Fahrgäste" und die Verluste komischwerweise nicht wichtig, da sie sich mal eben schlappe 10% mehr Gehalt genehmigt haben!
Angesichts dessen, ist die Haltung des Herrn Seiler ggü. der GDL und der Presse verlogen und heuchlerisch von A bis Z.

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PM: DB legt Eilantrag gegen GDL-Streik ein

phil, Schweiz, Donnerstag, 02.09.2021, 10:37 (vor 18 Tagen) @ nscharrn
bearbeitet von phil, Donnerstag, 02.09.2021, 10:41

Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main eingereicht • Personalvorstand Seiler: „Im Interesse unserer Kunden gehen wir gerichtlich gegen die GDL-Streiks vor“

Im Interesse ihrer Kunden sieht sich die Deutsche Bahn AG (DB) jetzt in der Pflicht, gerichtlich gegen den laufenden Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) vorzugehen: Das Unternehmen hat heute vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Streiks der GDL eingereicht.

DB-Personalvorstand Martin Seiler: „Das Streikrecht ist ein hohes Gut. Allerdings sind Streiks nur dann zulässig, wenn sie sich im Rahmen des geltenden Rechts bewegen. Das ist nach unserer Auffassung bei den Streiks der GDL nicht der Fall. Deshalb müssen wir im Interesse unserer Kunden und Mitarbeitenden jetzt handeln und die Streiks rechtlich überprüfen lassen.“

Auch nach den jüngsten Äußerungen der GDL geht es bei diesem Arbeitskampf offenkundig mehr um rechtliche und politische Themen als darum, Lösungen für gute Arbeitsbedingungen am Verhandlungstisch zu finden.

Erst am Vortag hatte die DB der GDL ein neues, verbessertes Angebot vorgelegt und damit zentrale Forderungen der GDL erfüllt. Die GDL hatte dieses Angebot umgehend und ohne weitere Verhandlungen abgelehnt.

Mit dem jüngsten Angebot hatte die DB ihre Zusage konkretisiert, eine Corona-Prämie zu zahlen. Diese Prämie für das Jahr 2021 soll genau wie im Öffentlichen Dienst je nach Entgeltgruppe 600 oder 400 Euro betragen. Außerdem bietet sie einen Kompromiss bei der Laufzeit an. Statt bisher 40 Monate soll der neue Tarifvertrag nur 36 Monate laufen.

Bestehen bleibt das Angebot einer Entgelterhöhung in zwei Stufen von 3,2 Prozent, einer branchenführenden betrieblichen Altersvorsorge sowie eines erweiterten Kündigungsschutzes.

In die aktuelle Streikwelle fällt das Ferienende in zwei Bundesländern, so dass insbesondere Familien auf die Bahnreise angewiesen sind. „Wir haben jetzt das dritte verbesserte Angebot vorgelegt – ohne dass die GDL ernsthaft mit uns in Verhandlungen eingetreten wäre. Auch den Vorschlag, mit Hilfe eines Schlichters oder Moderators nach einer Lösung des Konflikts zu suchen, hat die GDL konsequent abgelehnt, so Seiler.

Aktuelles zur Tarifrunde finden Sie unter: www.deutschebahn.com/tarif.
Betriebliche Informationen zu den Streikauswirkungen stehen auf www.bahn.de/aktuell.

(Quelle: deutschebahn.com)

In "meinem" Interesse als Kunde?

sfn17, Donnerstag, 02.09.2021, 11:33 (vor 18 Tagen) @ phil

Na und? Ich habe jetzt auch gerade eine zusätzliche Nacht gebucht und will zusehen, wie ich am ganzen Samstag nach Hause komme. That's life, und ich versuche noch das Beste draus zu machen.

Auf das Gejammer der "hilflosen" Kunden höre ich nicht mehr - plötzlich haben alle ein Auto und fahren.
Ich zog bei früheren Streiks die A-Karte? ...nein, dann bin ich vorzeitig gefahren mit Übernachtungen oder in Morgenfrühe mit einem grünen Bus. Mein Job hat nicht gelitten.

Die DB faselt nur dann von "Interesse der Kunden", wenn sie meint, Mitgefühl einheimsen zu können.

Die Ersatzzugthreads und auch vieles andere zeigen hingegen tagtägliche Minderschätzung der Kunden.

Es ist aber in meinem Interesse, dass das Betriebspersonal anständig entlohnt wird.

Dann wird auch die Betriebsqualität gehalten werden können: weniger Verspätungen, weniger Zugausfälle usw

Das kapieren aber BWLer, Geschäftsleute, Selbständige und andere Wichtigs nicht. Wegen mir können diese Subjekte gerne in ihren Autos ihre Lebenszeit verschwenden.

Wie gut das Framing von seiten der besseren Arbeitswelt, wo alle Leute coole Highpotentials sind, schon funktioniert hat, sehe ich hier regelmäßig in solchen abgehobenen "Diskussionen".

Fahrt mal früh oder abends in einem Linienbus zu einem Flughafen, dann seht Ihr, wer für Euch arbeitet. Diese Menschen sieht man nicht in den Cafés oder in den Kultkneipen.

Eine Formulierung disqualifiziert Dich

ICE2020, Donnerstag, 02.09.2021, 12:12 (vor 17 Tagen) @ sfn17

Das kapieren aber BWLer, Geschäftsleute, Selbständige und andere Wichtigs nicht. Wegen mir können diese Subjekte gerne in ihren Autos ihre Lebenszeit verschwenden.

Alleine diese Formulierung mit "Subjekte" disqualifiziert Dich aus meiner Sicht. Wer andere einfach so über einen Kamm schert und dermaßen geringschätzt aber gleichzeitig höchste Wertschätzung erwartet, das finde ich schwierig.

Geschäftsleute

sflori, Donnerstag, 02.09.2021, 12:25 (vor 17 Tagen) @ ICE2020
bearbeitet von sflori, Donnerstag, 02.09.2021, 12:25

Das kapieren aber BWLer, Geschäftsleute, Selbständige und andere Wichtigs nicht. Wegen mir können diese Subjekte gerne in ihren Autos ihre Lebenszeit verschwenden.

Ich glaube auch nicht, dass die genannte Zielgruppe nun plötzlich geil aufs Autofahren ist, nur weil "die Bahn" streikt. Wer vorher als Führungskraft Zug gefahren ist, wird das auch weiterhin tun.


Bye. Flo.

Geschäftsleute

agw, NRW, Donnerstag, 02.09.2021, 12:43 (vor 17 Tagen) @ sflori

Das kapieren aber BWLer, Geschäftsleute, Selbständige und andere Wichtigs nicht. Wegen mir können diese Subjekte gerne in ihren Autos ihre Lebenszeit verschwenden.


Ich glaube auch nicht, dass die genannte Zielgruppe nun plötzlich geil aufs Autofahren ist, nur weil "die Bahn" streikt. Wer vorher als Führungskraft Zug gefahren ist, wird das auch weiterhin tun.

Kommt immer drauf an, wie das Alternativerlebnis war. Wenn das deutlich besser oder effizienter war als bei der Bahn sonst, wandern die Leute doch ab.
Oder fahren gar nicht mehr Bahn (Stichwort Videokonferenz). Dann muss man einen Business-Flexpreis-Fahrer durch zehn Super Sparpreis-Fahrer ersetzen, um keinen Umsatz zu verlieren.

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Geschäftsleute

br403, Donnerstag, 02.09.2021, 14:42 (vor 17 Tagen) @ agw

Ich bin auch einer dieser "Geschäftsleute", keine Führungskraft, sondern IT Techniker. Ich fahre zu Kunden vor Ort und halte Schulungen, helfe bei Problemen usw. Und ja, obwohl ich einen Firmenwagen habe, fahre ich auch gerne mit der Bahn. Denn nach einem langen Arbeitstag noch stundenlang mit dem Auto heim fahren, ist nicht schön, und darf ich gar nicht.

Und ja, ich bin einer der 1. Klasse Flex buche. Also es gibt auch ganz normale Leute, nicht nur "Subjekte"...

+1

heinz11, Donnerstag, 02.09.2021, 14:01 (vor 17 Tagen) @ ICE2020

- kein Text -

Nee, da überschätzt Du Dich ein wenig in Deiner Bedeutung.

heinz11, Donnerstag, 02.09.2021, 14:09 (vor 17 Tagen) @ sfn17

Da geht es um Pflichten aus dem Gesellschaftsvertrag und dem Aktienrecht, deren Nichtbeachtung schnell eine persönliche Haftung nach sich zieht.

DB und Kundenrespekt

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Donnerstag, 02.09.2021, 15:39 (vor 17 Tagen) @ sfn17

Die DB faselt nur dann von "Interesse der Kunden", wenn sie meint, Mitgefühl einheimsen zu können. Die Ersatzzugthreads und auch vieles andere zeigen hingegen tagtägliche Minderschätzung der Kunden.

Das ist wirklich nicht von der Hand zu weisen. Es wäre ja auch nicht nur etwa der IC2 in Süddeutschland, es geht um die alltäglichen Zustände auf vielen Bahnsteigen im ganzen Land. Von daher sollten die Bahnoberen ihre Empörung in puncto 'Kundenrespekt & Einfühlsamkeit' tatsächlich vorsichtig gedeckelt halten.

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

Ist zurückgewiesen worden vom Gericht.

ICE-TD, Donnerstag, 02.09.2021, 21:20 (vor 17 Tagen) @ phil

- kein Text -

Ist zurückgewiesen worden vom Gericht.

nscharrn, IC 2152, Donnerstag, 02.09.2021, 21:24 (vor 17 Tagen) @ ICE-TD

Jetzt kann die GDL immer neue Forderungen stellen

Und auch bei der Berufung gab's ne Klatsche

ICE-TD, Freitag, 03.09.2021, 16:15 (vor 16 Tagen) @ nscharrn

- kein Text -

Ich hoffe die GDL bleibt standhaft!

gbstngrtz, Donnerstag, 02.09.2021, 12:14 (vor 17 Tagen) @ nscharrn

- kein Text -

Drücke der GDL alle Daumen! Sie macht es richtig.

Destear, Berlin, Donnerstag, 02.09.2021, 12:47 (vor 17 Tagen) @ nscharrn

- kein Text -

Also insgesamt 10... ;-)

heinz11, Donnerstag, 02.09.2021, 14:02 (vor 17 Tagen) @ Destear

- kein Text -

Richtiges Anliegen. Aber fragliche Strategie.

Der Blaschke, Donnerstag, 02.09.2021, 18:44 (vor 17 Tagen) @ nscharrn

Hey.

Die GDL streikt völlig zu Recht.

Gegen den Versuch von Politik und Wirtschaft, mit dem skandalösen Tarifeinheitsgesetz plötzlich den sonst so von ihnen fetischisierten Wettbewerb ausschalten zu wollen, muss massivst Widerstand geleistet werden.

Das Anliegen der GDL kann ich daher nur unterstützen! Auch wenn mich persönlich das durch ausfallende Erhebungsaufträge sehr viel Geld kostet.

Ich verstehe nur diese Verschleppungsstrategie der GDL nicht. 2x 2 Tage und jetzt mal 5 Tage streiken. Und dann? Wir gehen auf den Herbst und Winter und ein neues Coronahalbjahr zu. Will die GDL im November auch noch streiken? Wer bekommt das dann überhaupt mit? Die Züge leeren sich jetzt nach der Hochssaison wieder. Da muss die DB sich lange Zeit erstmal nicht sonderlich grämen. Und natürlich kann sie jetzt ihre Machtspiele mitspielen. Die Zeit läuft für sie. Den 5. Streik für x Tage haut niemanden mehr vom Sitz; nichtmal die Medien. Aber die Propagandamaschine der DB mitorchestriert von ihrem Eigentümer wird dauerhaft auf Hochtouren laufen.

Insofern meine Einschätzung: die GDL wird als Verlierer aus dem Konflikt hervorgehen. Und Regime und Wirtschaft werden versuchen, weitere Daumenschrauben anzulegen, um Spartengewerkschaften mundtot zu machen und Wettbewerb bei Arbeitnehmerrechten zu verhindern.


Als GDL-Chef hätte ich passend zu Ferienbeginn und Hochsommer sofort unbefristet gestreikt. All in. Alles oder nichts. Das wäre m.E. die einzige, zugegeben kleine, Chance gewesen. Die jetzige Salamitaktik ist, fürchte ich, nicht erfolgreich. So wird sich die GDL marginalisieren und verzwergen und die Machthaber werden alles dafür tun, sie völlig unbedeutend werden zu lassen.

Und so werden die Arbeitnehmer die Verlierer sein. Das einzige, was dann vom totalen Absturz in Zustände des Manchesterkapitalismus schützt, ist der grassierende Arbeitermangel allerorten. Der nur durch massive Zuwanderung gelöst werden kann - was dem Volke aber weitgehend widerstrebt; die Zwickmühle und die Falle, in der die wirtschaftsfreundlichen Konservativen sitzen.


Schöne Grüße von jörg

Streik muss man sich leisten können

Hustensaft, Donnerstag, 02.09.2021, 19:49 (vor 17 Tagen) @ Der Blaschke

Auf wiwo.de - unterdessen wohl leider hinter der Bezahlschranke - stand ein sehr aufschlussreicher Artikel über die Finanzen der GDL und den Unwillen des dbb als Dachverband bezüglich der Unterstützung dieses Streiks. Kurzes Fazit: Die GDL kann sich vermutlich gar nicht mehr Streiktage erlauben, weil sie schlicht nicht das Geld dafür hat - und Unterstützung seitens des dbb müsste man ohnehin vorfinanzieren, andere Mitgliedsgewerkschaften des dbb - insbesondere die Großen komba und DStG - machen massiv Front, weil deren Gewerkschaftsbasis die Forderungen der GDL ablehnt.

Streik muss man sich leisten können

nscharrn, IC 2152, Donnerstag, 02.09.2021, 20:38 (vor 17 Tagen) @ Hustensaft

Was kostet die GDL ein Streiktag - ich habe mal was von 150000 bis 200000€ pro Tag gehört (die Zahl ist aber von 2015 oder so)

Das Anliegen ist ein ganz anderes.

heinz11, Freitag, 03.09.2021, 00:12 (vor 17 Tagen) @ Der Blaschke

Es geht schon lange nicht mehr um Lohn und Gehalt, sondern nur darum, den Machtkampf mit der EVG zu gewinnen und seine Macht zu demonstrieren. Daran ändert auch die Ablehnung der einstweiligen Verfügung durch das ArbG Frankfurt nichts.


Weselsky spielt ein unsauberes Spiel. Er hat nämlich vor aller Ohren sein Wort gebrochen. Denn wie hieß sein Mantra bei den beiden letzten Streiks: Wir verhandeln erst wieder mit der Deutschen Bahn, wenn sie ein Angebot vorlegt. Und das hat die DB AG getan, und zwar durchaus respektabel. Zudem ist die DB AG auch bereit, die 600€ Coronaprämie in diesem Jahr auszuzahlen.

Und zu guter Letzt: Er hätte sowohl verhandeln können und trotzdem weiter streiken. So ist sein Verhalten einfach nur pubertär statt clever.

Das Anliegen ist ein ganz anderes.

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Freitag, 03.09.2021, 07:59 (vor 17 Tagen) @ heinz11

Es geht schon lange nicht mehr um Lohn und Gehalt, sondern nur darum, den Machtkampf mit der EVG zu gewinnen und seine Macht zu demonstrieren. Daran ändert auch die Ablehnung der einstweiligen Verfügung durch das ArbG Frankfurt nichts.

Es geht auch darum, in Berufsgruppen und Standorten anerkannt zu werden, wo die GDL mehr Mitglieder hat, als die EVG, was die DB verweigert. Hier müssen die Merheitsverhältnisse ggf. gerichtlich nachgeprüft werden.

Weselsky spielt ein unsauberes Spiel. Er hat nämlich vor aller Ohren sein Wort gebrochen. Denn wie hieß sein Mantra bei den beiden letzten Streiks: Wir verhandeln erst wieder mit der Deutschen Bahn, wenn sie ein Angebot vorlegt. Und das hat die DB AG getan, und zwar durchaus respektabel. Zudem ist die DB AG auch bereit, die 600€ Coronaprämie in diesem Jahr auszuzahlen.

Falsch: Es muss lauten: "Wir verhandeln erst wieder mit der Deutschen Bahn, wenn sie ein Angebot vorlegt, dass diesen Namen auch verdient.
Ich zitiere Weselsky bzgl. der "Angebote": "Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil". Das waren bisher nur Scheinangebote, die ausser geänderten Formulierungen nichts konkretes enthielten - bis gestern. Aber selbst das sind nur €400-600 Coronaprämie und vier Monate kürzere Laufzeit. Keine Änderung in der 2021-Nullrunde!

Und zu guter Letzt: Er hätte sowohl verhandeln können und trotzdem weiter streiken. So ist sein Verhalten einfach nur pubertär statt clever.

Wer sagt, dass er das nicht getan hat? Von seiten der DB heisst es nur: "Die GDL hält trotz neuem Angebot am Streik fest". Aufforderungen zu verhandeln waren pötzlich nicht mehr enthalten. ;)

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Das Anliegen ist ein ganz anderes.

gnampf, Freitag, 03.09.2021, 16:35 (vor 16 Tagen) @ 218 466-1

Es geht auch darum, in Berufsgruppen und Standorten anerkannt zu werden, wo die GDL mehr Mitglieder hat, als die EVG, was die DB verweigert. Hier müssen die Merheitsverhältnisse ggf. gerichtlich nachgeprüft werden.

Nein, es geht drum auch in Bereichen einen Tarifvertrag auszuhandeln, in denen die GdL eben nicht die Mehrheit hat, und nach Tarifeinheitsgesetz somit nix zu melden. Eine Klärung der Mehrheitsverhältnisse hatte die GdL ja mehrfach abgelehnt, auch wenn sie nicht durch den Arbeitgeber sondern einen Unabhängigen erfolgen würde.

Falsch: Es muss lauten: "Wir verhandeln erst wieder mit der Deutschen Bahn, wenn sie ein Angebot vorlegt, dass diesen Namen auch verdient.

Und es lautete auch schon "wir verhandeln erst wieder wenn die DB auf all unsere Forderungen eingegangen ist". Keine Ahnung was man dann noch verhandeln will, oder ob dann neue Forderungen kommen sollen.

+1

heinz11, Freitag, 03.09.2021, 16:47 (vor 16 Tagen) @ gnampf

- kein Text -

Das Anliegen ist ein ganz anderes.

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Samstag, 04.09.2021, 01:47 (vor 16 Tagen) @ gnampf

Nein, es geht drum auch in Bereichen einen Tarifvertrag auszuhandeln, in denen die GdL eben nicht die Mehrheit hat, und nach Tarifeinheitsgesetz somit nix zu melden. Eine Klärung der Mehrheitsverhältnisse hatte die GdL ja mehrfach abgelehnt, auch wenn sie nicht durch den Arbeitgeber sondern einen Unabhängigen erfolgen würde.

Komisch. Letzte Woche wollte Weselsky diese noch durch Gerichte klären lassen, was die DB jedoch ablehnt...

Und es lautete auch schon "wir verhandeln erst wieder wenn die DB auf all unsere Forderungen eingegangen ist". Keine Ahnung was man dann noch verhandeln will, oder ob dann neue Forderungen kommen sollen.

Quelle? Ich habe in den PK's der GDL, die ich bei YT verfolgt und teilweise hier im Forum verlinkt habe, von "alle" nichts gehört.
Die DB hatte lt. Weselsky das letzte Angebot am Mittwoch nur vorbehaltlich einer Streikabsage gemacht und weigert sich anderweitig zu verhandeln.

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Das Anliegen ist ein ganz anderes.

gnampf, Samstag, 04.09.2021, 09:50 (vor 16 Tagen) @ 218 466-1

Komisch. Letzte Woche wollte Weselsky diese noch durch Gerichte klären lassen, was die DB jedoch ablehnt...

Um etwas durch ein Gericht klären zu lassen muß die Gegenpartei nicht zustimmen, sondern du mußt sie verklagen. Wenn du zur Feststellung der Mehrheitsverhältnisse die DB verklagst würde das Gericht aber das Verfahren sofort einstellen, da die DB das gar nicht klören kann. Der Adressat wäre hier die EVG. Die DB kann bei der Feststellung unterstützen, z.B. indem sie einen Notar beauftragt/bezahlt der von den Gewerkschaften die Mitgliedsnachweise erhält. Sie kann aber die Mehrheitsverhäöltnisse gar nicht selbst bestimmen, da sie ihre Mitarbeiter gar nicht nach der Gewerkschaftszugehörigkeit fragen darf.
Ich bezweifel nicht das Weselsky das ganze so von sich gegeben haben mag, aber wenn wäre es halt kompletter Humbug.

Quelle? Ich habe in den PK's der GDL, die ich bei YT verfolgt und teilweise hier im Forum verlinkt habe, von "alle" nichts gehört.

Müsste Weselsky in der Tagesschau von sich gegeben haben, denn abseits davon verkneif ich mir ihm zuzuhören, da sich mir da jedes Mal die Fußnägel hoch rollen. Inhaltlich, wie auch vom Dialekt.

Die DB hatte lt. Weselsky das letzte Angebot am Mittwoch nur vorbehaltlich einer Streikabsage gemacht und weigert sich anderweitig zu verhandeln.

Nun, ein Angebot unter die Voraussetzung zu stellen das während der Verhandlungen dann kein Streik läuft ist völlig legitim. Und die Aufforderung zu Verhandlungen hat die DB ja mehrfach öffentlich vorgenommen.

Das Anliegen meine ich doch aber auch.

Der Blaschke, Freitag, 03.09.2021, 11:56 (vor 16 Tagen) @ heinz11
bearbeitet von Der Blaschke, Freitag, 03.09.2021, 11:57

Hey.

Es geht schon lange nicht mehr um Lohn und Gehalt, sondern nur darum, den Machtkampf mit der EVG zu gewinnen und seine Macht zu demonstrieren.

Völlig richtig. Aber das ist auch völlig legitim!

Wenn der Arbeitgeber Wettbewerb will, gründet er eine ganze Batterie Firmchen und Unterfirmchen. Wenn jetzt zwischen 2 Gewerkschaften mal Wettbewerb entsteht, dann ist das aber ein Skandal. Den es zu unterbinden gilt.

Schon klar ...

Lustig wäre es geworden, hätte das Gericht der DB Recht gegeben. Und die Öffentlichkeit erwartet hätte, dass heute Normalbetrieb herrscht. Wo wir hier alle wissen, dass das organisatorisch gar nicht ginge von jetzt auf gleich. Die DB wäre also in der Öffentlichkeit wieder bis auf die Knochen blamiert.

Weil die DB das auch weiß, ist die Anrufung des Gerichtes faktisch natürlich reine Propaganda. Dass sie da verliert, war auch ihr vorher klar.

Weselsky spielt ein unsauberes Spiel.

Er hat sich mit dem Zögern und den Ministreiks in die Sackgasse manövriert. Die DB kennt vom Streckenstillegen die Salamitaktik und wendet sie jetzt auch hier an. Der GDL immer mal wieder ein Häppchen hinwerfen. Weil sie weiß, dass bei der GDL jede kleinste Form des Einlenkens als Niederlage gewertet werden wird. Als Einknicken. Die GDL kann und darf überhaupt gar keinen Kompromiss mehr eingehen - dann ist sie definitiv erledigt.

Nur wie ich schon schrieb: Zeit und Weltläufte arbeiten eindeutig für die DB.

Alles unschön. Dank Tarifeinheitsgesetz die nächsten einst hart erkämpften Arbeitnehmerrechte dahin ... Beflügelt davon erhöhen Regime und Wirtschaft die Schlagzahl: demnächst habe ich dem Arbeitgeber mitzuteilen, ob ich geimpft bin. Der Einstieg in die Offenlegung aller Gesundheitsdaten.


Schöne Grüße von jörg

Das Anliegen meine ich doch aber auch.

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Samstag, 04.09.2021, 11:11 (vor 16 Tagen) @ Der Blaschke
bearbeitet von Alibizugpaar, Samstag, 04.09.2021, 11:12

Ich mag Dir gerne zustimmen. Nur der Begriff 'Regime' liegt mir quer. Wenn wir den für alles mögliche missbrauchen haben wir keine Bezeichnung mehr für wirkliche Regime. Sei froh, daß wir in einem liberalen Land leben.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."
Goethe an Schiller 1797

Tarifeinheitsgesetz beinhaltet kein Streikverbot!

Bahngenießer, Freitag, 03.09.2021, 16:32 (vor 16 Tagen) @ heinz11

Das Tarifeinheitsgesetz verbietet nicht, dass mehr als eine Gewerkschaft für die selbe Beschäftigtengruppe einen Tarifvertrag aushandelt und erstreikt.

Das Tarifeinheitsgesetz greift vielmehr erst dann, wenn es für eine Beschäftigtengruppe eines Betriebes mehr als einen gültigen Tarifvertrag gibt. Dann hängt es von der Mitgliederzahl der Gewerkschaften (innerhalb des Betriebes) ab, welcher Tarifvertrag gilt.

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