Lastenfahrräder (Zweiräder) im Nahverkehr (Allgemeines Forum)

плацкарт, Mittwoch, 14.07.2021, 10:10 (vor 103 Tagen)

Durch die Zunahme von zweirädrigen Lastenfahrrädern stellt sich die Frage, wie Nahverkehrsunternehmen und Verbünde damit umgehen.
In manchen Verbünden schließen die Beförderungsbedingungen Lastenfahrräder aus. Führt die Mitnahme eines Lastenfahrrads mit gültiger Fahrradkarte zu einem erhöhten Beförderungsentgelt oder wird der Fahrgast einfach nur des Zuges verwiesen?
In manchen Verbünden gibt es z. B. Regelungen, dass für Tandems zwei Fahrradkarten gelöst werden müssen u. ä.

Lastenfahrräder (Zweiräder) im Nahverkehr

JanZ, Ha(n)sestadt, Mittwoch, 14.07.2021, 10:31 (vor 103 Tagen) @ плацкарт

Durch die Zunahme von zweirädrigen Lastenfahrrädern stellt sich die Frage, wie Nahverkehrsunternehmen und Verbünde damit umgehen.
In manchen Verbünden schließen die Beförderungsbedingungen Lastenfahrräder aus. Führt die Mitnahme eines Lastenfahrrads mit gültiger Fahrradkarte zu einem erhöhten Beförderungsentgelt oder wird der Fahrgast einfach nur des Zuges verwiesen?

Was sollte denn hier die Rechtsgrundlage für ein EBE sein? Das kann meines Erachtens ja nur greifen, wenn mit einem speziellen Fahrschein die Beförderung zulässig wäre und dieser nicht gelöst wurde. Das kann höchstens in diesem Fall greifen:

In manchen Verbünden gibt es z. B. Regelungen, dass für Tandems zwei Fahrradkarten gelöst werden müssen u. ä.

... aber vermutlich auch nur dann, wenn Lastenräder explizit darunter fallen. Ansonsten ist das meines Erachtens derselbe Fall wie bei einem normalen Fahrrad in einem dafür nicht zugelassenen Zug oder allgemein mehr Gepäck als zulässig: Beförderungsausschluss mindestens für das Gepäckstück; wenn das nicht möglich ist, auch für den Fahrgast. Aber ich bin kein Jurist.

--
Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Der gesunde Menschenverstand

JumpUp, Mittwoch, 14.07.2021, 11:51 (vor 103 Tagen) @ плацкарт

Lastenrad schön und gut... Hat sicherlich eine Berechtigung. Aber im ÖPNV ist nun wirklich überhaupt kein Platz dafür! Der gesunde Menschenverstand sagt einem doch, dass man das Lastenrad nicht mit in den (ohnehin meist vollen) RE nimmt. Dann wäre der gesamte Fahrradbereich durch 1 Lastenrad in Anspruch genommen - am Bahnhof gibt's dann Probleme weil Lastenräder häufig nicht in die Aufzüge passen, dafür aber extrem schwer sind...

Der gesunde Menschenverstand

Dieter4711, Mittwoch, 14.07.2021, 17:12 (vor 102 Tagen) @ JumpUp

Der gesunde Menschenverstans sagt: schauen wir mal in StVZO §32 nach.
Da finden wir dann:

§32 Absatz 1 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) legt eine allgemeine Höchstbreite von 2,55m für Kraftfahrzeuge fest. Laut Absatz 2 dürfen Kraftfahrzeuge und Anhänger nicht höher als 4m sein. Und in Absatz 3 wird die Gesamtlänge für Kraftfahrzeuge mit Anhängern auf 12m begrenzt.

In §63 der StVZO heißt es dann: "Die Vorschriften über Abmessungen, Achslast, Gesamtgewicht und Bereifung von Kraftfahrzeugen und ihren Anhängern (§§ 32, 34, 36 Abs. 1) gelten für andere Straßenfahrzeuge entsprechend."

Daraus ist dann zu schliessen, dass Fahrräder bis zu 2,55m breit, 12m lang und 4m hoch sein dürften.

Insofern sollte der Transport eines üblichen in der Regel sehr viel kleineren Lastenraden problemlos machbar sein.

Der gesunde Menschenverstand

JanZ, Ha(n)sestadt, Mittwoch, 14.07.2021, 18:21 (vor 102 Tagen) @ Dieter4711

Die BB der DB schließen allerdings Lastenräder explizit aus. Mit DB-Fahrkarten wird das also schon mal nichts.

Davon abgesehen muss laut BB der Reisende auch in der Lage sein, das Fahrrad alleine ein- und auszuladen. Bei einem 12 m langen Fahrrad dürfte das schwierig werden ;-).

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Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)

Der gesunde Menschenverstand

gnampf, Mittwoch, 14.07.2021, 18:48 (vor 102 Tagen) @ Dieter4711

Klar, du kannst mit deinem Lastenfahrrad genauso wie mit deinem Auto den Autoreisezug nehmen gemäß deiner Definition.
Ansonsten hat die StVZO sehr wenig Bedeutung bei der Geschichte. Insbesondere wo sie für Fahrräder gar keine Anwendung finden dürfte, nachdem diese zulassungsfrei sind.
Per Bahn kann ich übrigens auch alles mögliche transportieren was die StVZO nicht zuläßt, wie Fahrzeuge die sich um eine Abgasnorm nicht scheren, zu breit, zu hoch, zu lang, zu laut, ... sind. Aber halt nur auf/in den dafür geeigneten Wagen. Und die hat weder Regio noch FV.

Und sobald die Sicherheit gefährdet ist weil kein ordentlicher Durchgang mehr gewährleistet ist hörts eh auf, unabhängig davon ob man dann ggf. sein Geld zurück bekommt oder nicht.

Der gesunde Menschenverstand

Münchner, Mittwoch, 21.07.2021, 11:10 (vor 96 Tagen) @ Dieter4711
bearbeitet von Münchner, Mittwoch, 21.07.2021, 11:11

Der gesunde Menschenverstans sagt: schauen wir mal in StVZO §32 nach.
Da finden wir dann:

§32 Absatz 1 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) legt eine allgemeine Höchstbreite von 2,55m für Kraftfahrzeuge fest. Laut Absatz 2 dürfen Kraftfahrzeuge und Anhänger nicht höher als 4m sein. Und in Absatz 3 wird die Gesamtlänge für Kraftfahrzeuge mit Anhängern auf 12m begrenzt.

In §63 der StVZO heißt es dann: "Die Vorschriften über Abmessungen, Achslast, Gesamtgewicht und Bereifung von Kraftfahrzeugen und ihren Anhängern (§§ 32, 34, 36 Abs. 1) gelten für andere Straßenfahrzeuge entsprechend."

Daraus ist dann zu schliessen, dass Fahrräder bis zu 2,55m breit, 12m lang und 4m hoch sein dürften.

Insofern sollte der Transport eines üblichen in der Regel sehr viel kleineren Lastenraden problemlos machbar sein.

Mit dem Argument kann ich ja demnächst auch die Mitnahme meines Autos im Zug fordern. Ich löse auch gerne eine Fahrradkarte dafür und motze rum, wenn ich nicht in die Aufzüge oder durch die Türe passe.

Haben die anderen halt Pech gehabt. Ich hoffe nur, dass mir nicht einer mit einem 7,5-Tonner zuvor kommt...

Der gesunde Menschenverstand

Dieter4711, Mittwoch, 21.07.2021, 14:10 (vor 96 Tagen) @ Münchner

Mit dem Argument kann ich ja demnächst auch die Mitnahme meines Autos im Zug fordern. Ich löse auch gerne eine Fahrradkarte dafür und motze rum, wenn ich nicht in die Aufzüge oder durch die Türe passe.

Haben die anderen halt Pech gehabt. Ich hoffe nur, dass mir nicht einer mit einem 7,5-Tonner zuvor kommt...

Hat dein Auto denn den Fahrradtypischen Pedalantrieb?

Lastenfahrräder (Zweiräder) im Nahverkehr

Elefant01, Mittwoch, 14.07.2021, 18:16 (vor 102 Tagen) @ плацкарт

Guten Abend allerseits,

Beim Verkehrsverbund ZVON (Ostsachsen) kann man zum Beispiel lesen, dass "Fahrräder mit Verbrennungsmotor und Sonderkonstruktionen" nicht als Fahrräder anerkannt und nicht mitgenommen werden.

Gerade bei einem Lastenrad ist der Wunsch nach regulärer Mitnahmemöglichkeit im Nahverkehrszug nach meinem Dafürhalten etwas über das Ziel hinaus geschossen.

Natürlich ist es auch hier wieder wie immer im Leben. Wenn jemand bei Starkregen den leeren Zug um 22 Uhr mit dem Lastenrad benutzt, ggf. 2 Fahrradkarten dafür gekauft hat und sich höflich erklärt, so wird ihn vermutlich niemand hinauswerfen.

Beste Grüße

Elefant01

ZVON

плацкарт, Mittwoch, 14.07.2021, 20:17 (vor 102 Tagen) @ Elefant01

Das ist doch der Verkehrsverbund, der verlangt, dass Klappfahrräder nicht nur vollständig zusammengeklappt, sondern auch in einer handelsüblichen Klappfahrradtasche transportiert werden...

ZVON

Elefant01, Mittwoch, 14.07.2021, 21:35 (vor 102 Tagen) @ плацкарт

Ja, da sind die Ostsachsen eigen. Klappfahrrad nur in handelsüblicher Fahrradtasche kostenfrei.

Das ist dort anders als in den meisten anderen Verbünden. VGN (Nürnberg) z.B. lässt zusammengeklappte Fahrräder unabhängig von der Reifengröße als Handgepäck zu.

Aber, und da kommen wir wieder zum Ausgang des Baumes, auch dort werden Sonderkonstruktionen und, eigens erwähnt Lastenräder, nicht als Fahrräder zugelassen.

Einen schönen Abend Allen

Elefant01

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