Bahninfrastruktur SH - Benachteilgung durch die CSU? (Allgemeines Forum)

SH-Sprinter, Samstag, 01.05.2021, 11:33 (vor 16 Tagen)

In der gestrigen Ausgabe der SHZ ging es in einem Artikel um komplette Elektrifizierung der Marschbahnstrecke. Kurzfassung, dem Land reicht es, ständig von dem Bundesverkehrsminiterium unter dem CSU-Mann Scheuer vertröstet zu werden. Für mich liest es sich, als ob man den Schleswig-Holsteiner nur einen Knochen hinwirft. In dem Artikel ist die Rede von der Elektrifizierung der Hinterlandanbindung zum Fehmarnbelttunnel (ohne den Staatsvertrag mit Dänemark gäbe es die wahrscheinlich gar nicht) und dem Bau von Oberleitungen zwischen Itzehoe und Brunsbüttel.

Alle andere Anträge des Landes wurden ignoriert (geht besonders um das Projekt "Elektrische Güterbahn", bei dem alle gemeldeten Verbindungen aus SH ignoriert wurden), was entsprechende Wut auslöst. In einem ähnlichen Artikel wird auf die geringe Oberleitungsquote von nicht einmal 30 Prozent in SH gesprochen. Dies wäre eine historische Vernachlässigung, die nicht mehr zu akzeptieren sei. Besonders genannt wird der Ausbau zwischen Neumünster und Bad Oldesloe als Ausweichstrecke für den Güterverkehr, wenn das Nadelöhr Elmshorn mal wieder gesperrt ist (letztmalig mehrere Tage nach dem Unfall eines Bauzuges Anfang des Jahres).

Jetzt plant das Land über einen Trick an die Oberleitungen zu bekommen. Mit einem Eigenanteil von zehn Prozent der Baukosten will sich SH an den 400 Millionen Euro beteiligen und damit die Strecke zwischen Itzehoe und Sylt komplett mit Oberleitungen ausstatten. Gleichzeitig soll die Route Jübek-Husum ebenfalls Oberleitungen erhalten, um den Strom aus Nordfriesland besser in das Bahnnetz leiten zu können. Zugleich werden alle Regionalbahnstrecken auf Akkuleistungen umgestellt, um die Dieseltriebwagen loszuwerden. Begründet wird dies mit dem Klimaschutz und das SH deutlich mehr Strom produziert, als es benötigt, bzw. wegen der fehlenden Infrastruktur weiterleiten kann.

Aus den Artikeln liest man einen deutlichen Frust in der Politik über das CSU-geführte Verkehrsministerium heraus. Ich kann es sogar verstehen, wenn ich sehe, welche Projekte überhaupt Geld bekommen, bzw. man wegen "Zwang" investieren muss. Außerhalb der Bahn, sind das der Nord-Ostseekanal (neue Schleusen, zu wenig Ersatztore für die Schleusen, etc.), die Rader Hochbrücke, der Rendsburger Kanaltunnel (Sanierung über zehn Jahre verspätet, man spricht vom BER Schleswig-Holsteins), etc. Das Projekt mit der Marschbahn passt hervorragend ins Bild, bei dem das Land sich um Aufgaben kümmern muss, die eigentlich Aufgabe des Bundes sind.

Mal in die Runde gefragt, kennt jemand (im Bahnsektor) ähnliche Beispiele aus anderen Bundesländern, bei denen ein sinnvoller Ausbau durch den Bund verzögert oder sogar blockiert wird? Mir fällt spontan nur die Mittelrheinstrecke ein, die ohne internationalen Druck nicht ausgebaut würde.

Bei den oben genannten Artikeln handelt es sich um folgenden:

https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/politik/Viel-Zustimmung-fuer-Elektrifi...

https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/politik/Bund-und-Schleswig-Holstein-st...

OT: Ausbau Mittelrheinstrecke

Der Blaschke, Samstag, 01.05.2021, 13:59 (vor 16 Tagen) @ SH-Sprinter
bearbeitet von Der Blaschke, Samstag, 01.05.2021, 14:01

Huhu.

Mal in die Runde gefragt, kennt jemand (im Bahnsektor) ähnliche Beispiele aus anderen Bundesländern, bei denen ein sinnvoller Ausbau durch den Bund verzögert oder sogar blockiert wird? Mir fällt spontan nur die Mittelrheinstrecke ein, die ohne internationalen Druck nicht ausgebaut würde.

Warum ist das aus deutscher Sicht sinnvoll, dass Güterzüge schneller und besser von Rotterdam nach Südeuropa gelangen? Damit Rotterdam dann Hamburg noch mehr das Wasser abgräbt? Denn warum soll der Maersk-Dampfer mühsam nach Hamburg schiggeln, wenn die Containers auch in Rotterdam über Bord können und dann schneller am Ziel sind?

Dass die Niederländer da ein Interesse haben und ihre Betuweroute erfunden haben: logo. Dass die Schweiz die Investitionen in ihre NEAT durch viel Verkehr mit viel Mautgebühren reinholen wollen: logo. Nur: worin liegt der Vorteil Deutschlands? Genau ...

Hier ist man sich ja schon innerlandes nicht grün: schließlich ist die Elbvertiefung schon blanker Irrsinn - denn jeder Containerpott könnte im extra errichteten Tiefwasserhafen Wilhelmshaven entladen werden. Hamburg wäre dann tot.

Aber Hamburg hat Macht. So vertrödelt die DB den Netzausbau von/nach Wilhelmshaven. Da werkelt man seit zig Jahren gaaaaanz behäbig.

Und genauso macht man es gesamtstaatlich auf der Rheinschiene eben auch. Nur keine Hektik. Hamburg und auch Wilhelmshaven sind tot, wenn Rotterdam brummt. Das wissen sie auch. Und sie wissen auch, dass sie es nicht verhindern können. Aber sie können es möglichst weit hinausziehen.

Und jetzt komme keiner mit der EU und dem Kram. EU funktioniert dann, wenn ALLE Beteiligten in irgendeiner Form vom jeweiligen Projekt profitieren, sprich JEDER was vom Kuchen abbekommt. Für Deutschland aber bringt der güterzuggerechte Ausbau der Rheinschiene null Nutzen. Dafür eher Ärger wegen lärmgeplagter Anwohner. Also: warum ein Bein ausreißen?

Das Projekt käme nur in die Gänge, würde es mit anderen Projekten verknüpft, welche auch Deutschland einen Vorteil brächten.

Und nein, nicht nur Deutschland denkt in der Form an sich. Das machen alle. Und ist auch legitim. Erinnert sei z.B. an den Export des Fluglärms von Zürich-Kloten durch neue Flugrouten auf ein Areal jenseits der Schweiz.

Wer also die Rheinschiene ausgebaut haben will, der muss Hamburg erklären, dass er dessen Sterbehelfer ist. Und der muss sich natürlich auch positionieren, wie sinnvoll dann angesichts des Todes des Hamburger Hafens ein Hinterlandausbau Hamburgs ist; Stichworte Alpha-E, Y-Trasse.


Schöne Grüße von jörg

OT: Ausbau Mittelrheinstrecke

SH-Sprinter, Samstag, 01.05.2021, 16:35 (vor 16 Tagen) @ Der Blaschke

Ganz so stehen lassen kann man es nicht. Im Gegensatz zu Rotterdam bringt dient Hamburg als wichtiger Umschlagsplatz nach Osteuropa, ohne das die Kähne um das Skagerrak herum müssen. Die Großcontainerschiffe würden spätestens im Belt hängen bleiben.

Wilhelmshafen ist eine andere Baustelle. Dort können sie (ohne Elbvertiefung) anlegen, doch wie sollen die Container von dort ins Hinterland. Was fehlt? Richtig, entsprechende Schienen (Kapazität und Oberleitung). Von dort könnte man sie auf die Mittelrheinstrecke schicken, ohne das Rotterdam davon profitiert. Wie sagen es unsere FDP-Freunde immer so gerne? Der Markt wird es schon regeln (das er es falsch regelt, sehen wir an den Folgen von 30 Jahren Neoliberalismus; andere Thema).

Zugleich dürfen wir die Waren unserer Industrie und Gewerbebetriebe nicht vergessen, die ebenfalls von einer entsprechend leistungsfähigen Güterinfrastruktur profitieren. Alleine deswegen sollte eine entsprechende Gleisanbindung im Interesse Deutschlands sein. Wir bleiben halt ein Transitland, ob wir wollen, oder nicht und in dem Sinne müssen wir entsprechende Infrastruktur vorhalten. Wie unser Land/Wirtschaft davon profitieren kann, sollten Menschen ausrechnen, die etwas davon verstehen.

Zum Thema "Betuwelinie." Der liegt ein internationaler Vertrag zu Grunde, an den sich alle halten, nur Deutschland nicht. In einer Folge von ZDFZoom kam eine Theorie auf. Deutschland ist ein Autoland. Wer verliert, wenn auf einmal mehr auf die Schiene geht? Richtig, unsere Automobil- und LKW-Industrie. Die haben am wenigsten Interesse an einer starken Schiene, plus entsprechend mächtige Lobbyorganisationen. Die Ära Mehdorn bei der Bahn tat ihr übriges dabei.

OT: Ausbau Mittelrheinstrecke

Lumi25, Sonntag, 02.05.2021, 12:44 (vor 15 Tagen) @ SH-Sprinter

Wilhelmshafen ist eine andere Baustelle. Dort können sie (ohne Elbvertiefung) anlegen, doch wie sollen die Container von dort ins Hinterland. Was fehlt? Richtig, entsprechende Schienen (Kapazität und Oberleitung). Von dort könnte man sie auf die Mittelrheinstrecke schicken, ohne das Rotterdam davon profitiert. Wie sagen es unsere FDP-Freunde immer so gerne? Der Markt wird es schon regeln (das er es falsch regelt, sehen wir an den Folgen von 30 Jahren Neoliberalismus; andere Thema).


Eine Elektrifizierung der Strecke Oldenburg - Osnabrück ist gerade erst abgelehnt worden also müssen alle Güterzüge vom Jade-Weser-Port über Oldenburg-Bremen fahren und in Bremen durch den Hauptbahnhof.

Richtung Ruhrgebiet geht es dann über die Rollbahn wo der Fernverkehr mit 200 km/h fährt.

Hier zeigt sich mal wieder, dass man gar keinen Güterverkehr auf die Schiene verlagern bzw. nicht investieren möchte.

OT: Ausbau Mittelrheinstrecke

amtrak, Montag, 03.05.2021, 11:09 (vor 14 Tagen) @ SH-Sprinter

Rotterdam-Venlo-Deutschland: bevor die Betuwelinie die wichtigste, aber jetzt noch immer wichtig als Güterzuglinie.
Kaldenkirchen-Dülken noch immer eingleisig! Einfluss Hamburg? Die DB verdiente mehr (weil mehr DB-kilometer) Hamburg-Ruhrgebiet/Basel statt Venlo-Ruhrgebiet/Basel?

OT: Ausbau Mittelrheinstrecke

EK-Wagendienst, Münster, Montag, 03.05.2021, 11:15 (vor 14 Tagen) @ amtrak

Rotterdam-Venlo-Deutschland: bevor die Betuwelinie die wichtigste, aber jetzt noch immer wichtig als Güterzuglinie.
Kaldenkirchen-Dülken noch immer eingleisig! Einfluss Hamburg? Die DB verdiente mehr (weil mehr DB-Kilometer) Hamburg-Ruhrgebiet/Basel statt Venlo-Ruhrgebiet/Basel?

Die Niederländer verhindern den Wiederaufbau des "Eisener Rhein" weil ist nur zum Vorteil von Antwerpen ist.
Da sind alle gleich.
Der Güterverkehr durch Venlo ist doch örtlich gar nicht so gerne gesehen.
Dann muss aber auch noch Rheydt Hbf - Odenkirchen mal 2gleisig werden.

--
Ein Fahrplan ist ein VORSCHLAG an den Lokführer, wie man fahren könnte.

der Wahnsinn der KV Container Züge

ffz, Samstag, 01.05.2021, 18:58 (vor 16 Tagen) @ Der Blaschke

Hallo,

im Prinzip ist ein großer Teil der Container Transporte durch das Mittelrheintal von Rotterdam, Amsterdam, Oostende, Antwerpen,... ein Treppenwitz im Quadrat.

Man fährt zig Züge mit SeeContainern durch halb Europa nach Italien und Slowenien von Schiffen die mit den Containern aus Asien durch den Suezkanal und das Mittelmeer gefahren sind und um halb Eurpopa herum, weil es teurer ist mit dem Schiff einen kleinen Schlenker zu fahren und in Triest oder Genua anzulegen. Wobei es noch mehr Container Häfen in Italien gibt. Die Container werden übrogens mit Absicht durch Dutschland gefarhen obwohl das aus Rotterdam und Oostende ein Umweg ist, weil es einfacher und billiger ist die Züge durch Deutschland und die Schweiz zu fahren, wie auf kürzerem Weg durch Frankreich.

schon wieder Geopolitik

Siggis Malz, Samstag, 01.05.2021, 21:11 (vor 16 Tagen) @ ffz
bearbeitet von Siggis Malz, Samstag, 01.05.2021, 21:16

Die Chinesen sind doch dran, kaufen oder beitreiben fleißig Mittelmeerhäfen von Griechenland bis Italien. Beim avisierten Transportvolumen Europa - Asien wirds das zusätzlich auch brauchen, von einem völligen Ableben unserer größten Nordseehäfen ist in den nächsten 50 Jahren deswegen aber trotzdem nicht auszugehen. Europa - Amerika bleibt so oder so dort "verankert".

Übrigens wäre deswegen Blaschis undifferenzierte Meinung spätestens hier völlig hinfällig, weil wenn der Warendruck später Süd > Nord, statt wie jetzt in Teilen Nord > Süd wäre, bräuchte man immer noch genau die gleichen Routen...

Hilft also alles nichts.
Warte, doch. Ausbauen hilft.

Außerdem was vergessen wird, wenns Eis weiter so schmilzt wie bisher, kommt man "obenrum" zumindest für Russland - Europa gut dort entlang. Man hörte da ja schon etwas munkeln wegen den Schiffsrouten im Nordpolarmeer.

schon wieder Geopolitik

GibmirZucker, Göding, Samstag, 01.05.2021, 22:18 (vor 16 Tagen) @ Siggis Malz

Obenrum wäre für China die Nordost-Passage sehr interessant und Hamburg dafür günstig gelegen. Erstaunlich, dass man sehr wenig über chinesisches Engagement im russischen Norden hört und offensichtlich einzig in mediterrane Häfen investiert wird. Wobei man nicht ausschliessen kann, dass sich hinter dem Kulissen was tut und dann als Überraschung die Chinesen Danzig oder Le Havre übernehmen.

Der HSV ist besser als der Hafen

Sportdiesel612, Samstag, 01.05.2021, 20:43 (vor 16 Tagen) @ Der Blaschke

Hier ist man sich ja schon innerlandes nicht grün: schließlich ist die Elbvertiefung schon blanker Irrsinn - denn jeder Containerpott könnte im extra errichteten Tiefwasserhafen Wilhelmshaven entladen werden. Hamburg wäre dann tot.

Aber Hamburg hat Macht. So vertrödelt die DB den Netzausbau von/nach Wilhelmshaven. Da werkelt man seit zig Jahren gaaaaanz behäbig.

Und genauso macht man es gesamtstaatlich auf der Rheinschiene eben auch. Nur keine Hektik. Hamburg und auch Wilhelmshaven sind tot, wenn Rotterdam brummt. Das wissen sie auch. Und sie wissen auch, dass sie es nicht verhindern können. Aber sie können es möglichst weit hinausziehen.

Zitat vom NDR, Dezember 2020

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Hamburger-Hafen-Prognose-geht-von-geringerem-Wac...

Von 20 Millionen Containern und mehr bis Mitte der 2020er-Jahre war da die Rede. Zum Vergleich: Aktuell liegt der Umschlag bei etwa neun Millionen Boxen pro Jahr. Die neue Prognose fällt nun deutlich niedriger aus. Wahrscheinlich sei, dass in Hamburg Mitte der 2030er-Jahre etwa 13 Millionen Container bewegt werden.
...
Nach Meinung der Fachleute reichen die derzeitigen Hafenterminals auch für die kommenden Jahrzehnte aus.

Irgendwo habe ich mal gelesen, das der Containertransport auf dem Wasser viel billiger als auf der Schiene ist. Die paar Seemeilen dampfen auf der Elbe sind immer günstiger als mehr Kilometer von Wilhelmshaven auf der Schiene ins Hinterland. Ein großer Schachteldampfer kommt mit 10.000 Containern in Hamburg an. Wieviel Züge werden dafür gebraucht? Was kostet das, die z. B. 100 km zu fahren?

Der HSV ist besser als der Hafen

SH-Sprinter, Sonntag, 02.05.2021, 17:46 (vor 15 Tagen) @ Sportdiesel612

Mal abwarten, wie lange die großen Pöte noch in den Hamburger Hafen kommen. Mit den Schiffen der Panamax-Klassen ist es schon schwierig (nicht nur vom Tiefgang, sondern auch von der Breite). Irgendwann kommt HH an den Punkt, an dem die ganz großen Schiffe den Hafen nicht mehr anlaufen können. Der Zeitpunkt ist gar nicht mehr weit entfernt. Erste Schiffsklassen dürfen nicht mehr voll beladen in den Hafen laufen (und dann auch nur bei Flut), weil sie sonst Grundberührung hätten.

Es liegt (wahrscheinlich) an den Prioritäten

Ost-Lok-Fan, Metropole Ruhr, Samstag, 01.05.2021, 21:03 (vor 16 Tagen) @ SH-Sprinter

Nabend

ich denke es ist weniger die Benachteiligung, die man aus dem Süden der Republik verortet, sondern eher das Setzen von (falschen) Prioritäten. Ich kenne kein wirkliches Großprojekt in Bayern (außer das Projekt Allgäubahn), was in den letzten 16 Jahren mit einem CSU Verkehrsminister angekündigt, erledigt und in Betrieb genommen wurde. Wenn da eine Bevorteilung von bayrischen Bahnprojekten wäre, dann hätten wir in München garantiert eine 2. Stammstrecke bei der SBahn inkl ICE Flughafen München Anbindung.

Man hat ja viel Geld und Zeit in das Prestige Projekt "Ausländer" Maut investiert. Das hat dem Vernehmen nach viel an Ressourcen gebunden. Und wirklich umgesetzte Dinge gibt es ja nun aus dem CSU geführten Ministerium nicht. Man verzettelt sich eher auf Nebenkriegsschauplätzen.

--
Gruß
Uwe

Es liegt (wahrscheinlich) an den Prioritäten

Lumi25, Sonntag, 02.05.2021, 12:38 (vor 15 Tagen) @ Ost-Lok-Fan

Was Schienenprojekte angeht so hat sich in Bayern doch einiges getan oder ist in Bau bzw. in Planung.


NBS/ABS Erfurt - Nürnberg - Ingolstadt - München

ABS München - Augsburg

Elektrifizierung und Streckenausbau Geltendorf - Lindau

ABS München - Mühldorf - Salzburg (im Bau)

NBS Rosenheim - Kufstein (Brennerzulauf) (in Planung)

NBS Ulm - Augsburg (in Planung)

Elektrifizierung Hof - Regensburg (in Planung)

Elektrifizierung Hof - Nürnberg (in Planung)

Zweiter Stammstreckentunnel in München


Auf Hof - Nürnberg gibt es keinen Fernverkehr demnach müsste Bayern die Elektrifizierung eigentlich selber bezahlen.

Die zweite Stammstrecke in München wird auch keinen Fernverkehr bekommen also müsste es Bayern eigentlich aus eigener Tasche bezahlen.


Man merkt schon, dass die CSU insbesondere in Bayern investiert.

Und genau welches Projekt geht auf CSU Initiative zurück

Ost-Lok-Fan, Metropole Ruhr, Sonntag, 02.05.2021, 16:42 (vor 15 Tagen) @ Lumi25

Was Schienenprojekte angeht so hat sich in Bayern doch einiges getan oder ist in Bau bzw. in Planung.

Ist das alles von der CSU initiiert worden?


NBS/ABS Erfurt - Nürnberg - Ingolstadt - München

Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr 8
Zitat:
"Die Bundesregierung hat am 9. April 1991 die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE) und deren vordringliche Durchführung beschlossen. Grundlage waren Vorarbeiten der deutsch-deutschen Verkehrswegekommission 1990 auf der Basis fundierter Untersuchungen" Da war Günter Krause Verkehrsminister von der CDU

ABS München - Augsburg

Die Finanzierungsvereinbarung stammt von 1997, da gab es auch einen CDU Verkehrsminister, M. Wissmann

(...)


ABS München - Mühldorf - Salzburg (im Bau)

-> auch hier Herr Wissmann CDU

(...)
Man merkt schon, dass die CSU insbesondere nicht wirklich an allem einen Urheberanspruch an den Projekten hat.

--
Gruß
Uwe

ABS 38 - München - Mühldorf - Salzburg

Elefant01, Sonntag, 02.05.2021, 20:37 (vor 15 Tagen) @ Lumi25

Guten Abend,

gestattet mir bitte den Hinweis, dass die Planungen auf der genannten ABS zwar weitgehend abgeschlossen sind, es laufen auch vorbereitende Arbeiten, wie z.B. Bodenuntersuchungen etc, gebaut wird aber leider noch nicht.
Die Lokalpresse wird nicht müde, von einer Fertigstellung bis 2030 zu berichten.
Übrigens ist in der ABS auch der Anschluss des Flughafens in München aus Richtung Mühldorf mit eingeschlossen, was sehr vernünftig ist, mir bei meinen meist dienstlichen Reisen dorthin aber nicht mehr nützen wird 2030.
Geplant sind RE von Salzburg über Mühldorf zum Flughafen.
Je nach Ausgabe der ITF-Planungen wird mal eine ICE-Linie über Mühldorf angezeigt, mal nicht, wenngleich dort kein Halt angegeben wird, was ich wiederum nicht glaube.

Wie dem auch sei, von "im Bau" kann momentan noch nicht die Rede sein. Weiteres findet sich auf https://www.abs38.de.

Schönen Abend.

Elefant01

Bahninfrastruktur SH - Benachteilgung durch die CSU?

Lumi25, Sonntag, 02.05.2021, 12:48 (vor 15 Tagen) @ SH-Sprinter

Ich kann S-H da durchaus verstehen, wenn man sieht was alles in Bayern in die Schiene fließt. NRW hat ja auch nur den Minimalausbau für den RRX bekommen.

Vielleicht sollte S-H auch mal klagen, denn die zweite Stammstrecke in München oder die Elektrifizierung von Nürnberg - Hof sind reine Nahverkehrsprojekte, welche eigentlich vom Land finanziert werden müssten , während es auf der Marschbahn Fernverkehr gibt.

Bahninfrastruktur SH - Benachteilgung durch die CSU?

flierfy, Sonntag, 02.05.2021, 16:15 (vor 15 Tagen) @ Lumi25

Ich kann S-H da durchaus verstehen, wenn man sieht was alles in Bayern in die Schiene fließt. NRW hat ja auch nur den Minimalausbau für den RRX bekommen.

Das ist doch nichts Neues. Die Bevorzugung Bayerns lassen sich die 15 anderen Länder seit Jahrzehnten gefallen. Und das wird auch so bleiben. Sie sind einfach zu feige, mal nein zu sagen.


Vielleicht sollte S-H auch mal klagen, denn die zweite Stammstrecke in München oder die Elektrifizierung von Nürnberg - Hof sind reine Nahverkehrsprojekte, welche eigentlich vom Land finanziert werden müssten , während es auf der Marschbahn Fernverkehr gibt.

Auf Strecken wie denen zwischen Nürnberg und Hof verkehren Güterzüge. Ausserdem ist die Verbindung Nürnberg-Cheb die wichtigste Bahn-Verbindung zwischen Süddeutschland und der Tschechei. Hier muss der Bund investieren, mit oder ohne CSU.

Bahninfrastruktur SH - Benachteilgung durch die CSU?

GibmirZucker, Göding, Sonntag, 02.05.2021, 17:02 (vor 15 Tagen) @ flierfy

Auf Strecken wie denen zwischen Nürnberg und Hof verkehren Güterzüge. Ausserdem ist die Verbindung Nürnberg-Cheb die wichtigste Bahn-Verbindung zwischen Süddeutschland und der Tschechei. Hier muss der Bund investieren, mit oder ohne CSU.

Es ist ein enormer Rückstand, dass von einem halben Dutzend Übergängen von Deutschland und Bayern in die Tschechei nur ein einziger beidseitig elektrifiziert ist - und den Fahrdraht dort haben wir der SED zu verdanken. Insofern hat die CSU solch sinnvolle Projekte nicht gefördert, eher blockiert. Da sie in Bayern meist einzige Regierungspartei war, kann man ihr das Versagen schon in die Schuhe schieben....

Bahninfrastruktur SH - Bevorteilung durch den Bund?

Henrik, Montag, 03.05.2021, 01:49 (vor 15 Tagen) @ SH-Sprinter
bearbeitet von Henrik, Montag, 03.05.2021, 01:51

In der gestrigen Ausgabe der SHZ ging es in einem Artikel um komplette Elektrifizierung der Marschbahnstrecke. Kurzfassung, dem Land reicht es, ständig von dem Bundesverkehrsministerium unter dem CSU-Mann Scheuer vertröstet zu werden. Für mich liest es sich, als ob man den Schleswig-Holsteiner nur einen Knochen hinwirft.

Kann man so lesen, muss man nicht,
passt auch nicht zu den Reaktionen, nicht zu den Realitäten.

In dem Artikel ist die Rede von der Elektrifizierung der Hinterlandanbindung zum Fehmarnbelttunnel (ohne den Staatsvertrag mit Dänemark gäbe es die wahrscheinlich gar nicht)

(genau).
es gibt nirgends sonst so wenig Verkehr auf der Schiene wie nördlich von Neustadt auf der Schiene
und ein Ausbau der Bestandsstrecke nördlich von Neustadt ist rein rechtlich ausgeschlossen.
Aber das ist eh rein hypothetisch, die FBQ kommt eh.

Alle andere Anträge des Landes wurden ignoriert (geht besonders um das Projekt "Elektrische Güterbahn", bei dem alle gemeldeten Verbindungen aus SH ignoriert wurden), was entsprechende Wut auslöst.

naja nun, ignoriert nicht, sie wurden geprüft und fielen dabei durch.
Wut ist was anderes.

In einem ähnlichen Artikel wird auf die geringe Oberleitungsquote von nicht einmal 30 Prozent in SH gesprochen. Dies wäre eine historische Vernachlässigung, die nicht mehr zu akzeptieren sei.

Das ist ein Kommentar.
Man sprach damals auch oft davon, in Schleswig-Holstein ticken die Uhren nunmal 20 Jahre später. ;)
Ist nunmal so.
Da wohnt auch kaum wer..
klar, das ist u.a. auch historisch bedingt, so falsch ist der Punkt nicht.
Muss deswegen auch nicht falsch sein.
Pro Bahn z.B. war stets sehr engagierter hartnäckiger Gegner von jedweder Elektrifizierung vor Ort in Schleswig-Holstein.

Besonders genannt wird der Ausbau zwischen Neumünster und Bad Oldesloe als Ausweichstrecke für den Güterverkehr, wenn das Nadelöhr Elmshorn mal wieder gesperrt ist (letztmalig mehrere Tage nach dem Unfall eines Bauzuges Anfang des Jahres).

(einmal alle 20 Jahre..)
wegen eines seltenes Ausnahmefalles baut man keine Ausbaustrecke etc.
Die Maßnahme hing natürlich mit dem FBQ-Projekt zusammen. Letzteres schreitet nun voran, dadurch wird es natürlich sinnloser.
Rein hinsichtlich des NV mag da ja ein Ausbau sinnvoll erscheinen, vgl. auch die aktuelle Studie der Kollegen vom IVE dazu.

Jetzt plant das Land über einen Trick an die Oberleitungen zu bekommen. Mit einem Eigenanteil von zehn Prozent der Baukosten will sich SH an den 400 Millionen Euro beteiligen und damit die Strecke zwischen Itzehoe und Sylt komplett mit Oberleitungen ausstatten. Gleichzeitig soll die Route Jübek-Husum ebenfalls Oberleitungen erhalten, um den Strom aus Nordfriesland besser in das Bahnnetz leiten zu können. Zugleich werden alle Regionalbahnstrecken auf Akkuleistungen umgestellt, um die Dieseltriebwagen loszuwerden. Begründet wird dies mit dem Klimaschutz und das SH deutlich mehr Strom produziert, als es benötigt, bzw. wegen der fehlenden Infrastruktur weiterleiten kann.

wohlgemerkt sind die Grünen deutlich länger an der Landesregierung verantwortlich als die aktuelle Jamaika-Regierung besteht.
Auf den "Trick" (was daran ist ein Trick?) über das GVFG hätte man auch vorher schonmal kommen können.

zehn Prozent..... 40 Mio von 400. süß. wenns daran scheitern soll vom Land..
Bei der ersten Elektrifizierung im Lande, die sich auch weder für die Bahn noch für den Bund rechnete, waren die Größenordnungen ganz andere.

Aus den Artikeln liest man einen deutlichen Frust in der Politik über das CSU-geführte Verkehrsministerium heraus.

was man nicht alles rauslesen kann..

Ich kann es sogar verstehen, wenn ich sehe, welche Projekte überhaupt Geld bekommen, bzw. man wegen "Zwang" investieren muss. Außerhalb der Bahn, sind das der Nord-Ostseekanal (neue Schleusen, zu wenig Ersatztore für die Schleusen, etc.), die Rader Hochbrücke, der Rendsburger Kanaltunnel (Sanierung über zehn Jahre verspätet, man spricht vom BER Schleswig-Holsteins), etc. Das Projekt mit der Marschbahn passt hervorragend ins Bild, bei dem das Land sich um Aufgaben kümmern muss, die eigentlich Aufgabe des Bundes sind.

Aufgabe des Bundes?
Also an GV und FV ist da nun wahrlich nicht viel und das geht auch aus den Artikeln hervor.

NOK, Rader Hochbrücke, A20 sind alles Milliardenmaßnahmen - da kann sich Schleswig-Holstein glücklich schätzen und tut es auch.

Mal in die Runde gefragt, kennt jemand (im Bahnsektor) ähnliche Beispiele aus anderen Bundesländern, bei denen ein sinnvoller Ausbau durch den Bund

..beschleunigt oder sogar forciert wird?

FBQ ist das erste Projekt, das Beschleunigung genießt der aktuellen Verkehrsbeschleunigungsmaßnahmen (ok, klar, da können die Hater nun wieder hervorbringen dass Max Bögl dran beteiligt ist.. fad!),
maßgeblich forciert vom BMVI wie ebenso die zugehörige Hinterlandverbindung,
Milliardenprojekt - FBQ ist das größte europäische Verkehrsprojekt, in seiner Art gar weltweit.
Die S4-West wurde ebenso vom Bund forciert, auch ein Milliardenprojekt.
Zwei Milliardenprojekte gibts auch anderswo?
Ein weiteres bahnt sich an. Die Verlegung der S-Bahn Stammstrecke in Hamburg ins Unterirdische. Nicht auf dem Boden von Schleswig-Holstein, profitiert aber vom Bau gewaltig als auch noch mehr von den verkehrlichen Wirkungen.
Und wie nennt man diesen Tunnel auch? Den Ferlemann-Tunnel,
Enak Ferlemann. Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr.
Keiner aus Bayern. Keiner von der CSU. Aus dem hohen Norden kommt er, bei Hamburg.

Bevorteilung durch die CDU?

habe ich hier im Norden durchaus schon häufiger gehört, ja,
aber immer nur mit positiver Intention! ;)
..auch nur von Regierungsseite - beklagen tut sich da niemand.

Mir fällt spontan nur die Mittelrheinstrecke ein, die ohne internationalen Druck nicht ausgebaut würde.

Quatsch!

Bei den oben genannten Artikeln handelt es sich um folgenden:

https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/politik/Viel-Zustimmung-fuer-Elektrifi...

https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/politik/Bund-und-Schleswig-Holstein-st...

Bezahlschranken.

https://nordschleswiger.dk/de/deutschland-schleswig-holstein-hamburg/schleswig-holstein...

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